Urheimische Heilkraft:
Vitalpilze sind groß im Kommen




Vitalpilze sind Pilze, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben.

Dass auch etliche unserer einheimischen Pilze über ein Potential von medizinisch wertvollen Wirkstoffen verfügen, ist unbestritten. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass solche Pilze bislang nicht als Arzneimittel und als eigenständige Therapie zugelassen sind.

Getrocknete Pilze mit Heilpotential, als Pulver oder als Extrakt dürfen lediglich als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Nach dem Deutschen Lebensmittelbuch dürfen dabei keine Heilversprechen abgegeben werden.  




Sehr empfehlenswert:





Urheimische Heilkraft: Die bedeutendsten
Vitalpilze unserer Wälder und Wiesen

Nachstehende Pilze stelle ich mit ihren Heilkräften, Erkennungsmerkmalen und ihrer Zubereitungs- bzw. Verabreichungsmethodik vor. Die hier angegebenen Wirkungen, die diese Pilze entfalten, sind nur ein Ausschnitt ihres gesamten Wirkungsspektrums. Alle hier aufgeführten Vitalpilze wachsen in unserer Heimat und können gesucht werden. Manche wie der Eichhase oder der Glänzende Lackporling kommen allerdings nur sehr vereinzelt vor.






Nach heutigem Stand gehen Forscher von mindestens 1,5 Millionen unterschiedlichen Wirkstoffen aus, die in unseren mitteleuropäischen Pilzen schlummern.

Jawohl, schlummern. Denn nur ein verschwindend kleiner Bruchteil davon wurde bislang schon in der Medizin oder im Pflanzenschutz zu wertvollen Diensten erweckt. Das macht deutlich, dass Pilze ein unschätzbar wertvoller organischer Rohstoff sind, dessen Erforschung noch in den Kinderschuhen steckt.










Foto rechts: Ein hierzulande lange unterschätzter Vitalpilz ist das Judasohr (Auricularia auricula-judae). Es bietet gleich ein ganzes Arsenal an Heilwirkungen. So leistet es u. a. wertvolle Dienste für einen günstigen Cholesterinspiegel und beugt als Blutdruckregulator Krankheiten des Herzens und der Kranzgefäße vor. Es schützt vor Infektionen und hilft bei Durchblutungsstörungen - um nur vier von 20 Einsatzmöglichkeiten zu nennen (Foto © Monika Tahl). 






Warum haben Pilze derart viele Wirkstoffe? Weil sie so verletzbar sind und sich nicht mit den mechanischen Waffen vieler Pflanzen – Dornen, dicke Rinde – gegen Fressfeinde wehren können. Im Laufe der Evolution lernten sie, sich auf chemischem Wege gegen Feinde zu rüsten. Entweder mit nicht schmeckenden oder mit giftigen Stoffen.

Diese Wirkstoffe müssen nicht zwingend isoliert und von Pharmakonzernen synthetisch nachgebaut werden, um ihre Wohltaten entfalten zu können. Seit weit mehr als 5000 Jahren therapieren chinesische Ärzte und Heiler sehr erfolgreich damit, dass sie Pilze oder deren Auszüge direkt an Patienten verabreichen.

Wichtiges Ziel war und ist dabei immer, das Immunsystem zu stärken, was ein universaler Ansatz von Naturheilverfahren in der ganzen Welt ist. Darüber hinaus können Vitalpilze aber auch bei Vergiftungen, bei Organleiden, bei Verdauungsschwierigkeiten, bei Gelenk- und Gefäßkrankheiten sowie bei vielen Leiden ganz gezielt eingesetzt werden.

So genossen die Chinesen einen gewaltigen Wissensvorsprung nicht nur gegenüber der deutschen, sondern gegenüber der gesamten abendländischen Forschung und Praxis. Einen kleinen Überblick zur Entwicklung der Vitalpilzforschung im deutschsprachigen Raum gibt es hier.

Eine Art Erweckungsdatum für das Thema „Vitalpilze“ markierte der Fund der Gletschermumie „Ötzi“ im Jahr 1991 in den Ötztaler Alpen (Südtirol). Der Mann aus dem Eis, der gemäß der Radiokohlenstoffmethode vor 5250 Jahren lebte, trug in einem ledernen Brustbeutel zwei Birkenporlinge (Piptoporus betulinus) mit sich.










Foto: Vitalpilz Birkenporling. Ist es nicht eine faszinierende Vorstellung, dass die Gletschermumie "Ötzi" zwei dieser Pilze vor knapp 5300 Jahren bei sich trug? Um sie fachgerecht trocknen zu können, empfiehlt es sich, sie in längliche dünne Scheiben zu schneiden, um sie hernach zu Schrot zu schreddern. Das Schrot streut die Wirkstoffe dieses besonders für den Magen wertvollen Heilpilzes mit Abstand am besten ins Teewasser (Foto © Marlis).


Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass der „Mann vom Hauslabjoch“ genau wusste, warum er ausgerechnet Birkenporlinge bei sich hatte: sie haben eine stark antibakterielle und antibiotische Wirkung. Seitdem dieses nur Experten bekannte Wissen in die Öffentlichkeit drang, nimmt die „Mykotherapie“, also das Therapieren mit Pilzen, in der Naturheilkunde einen rasanten Aufschwung.

Wie der Birkenporling, so eignen sich eine ganze Reihe weiterer einheimischer, d. h. mitteleuropäischer Pilze mit nachweisbarer Heilwirkung bestens für den Hausgebrauch. Das Schöne ist, dass wir einige von ihnen buchstäblich vor der eigenen Haustür finden können. Und wieder einige haben die Annehmlichkeit, uns im pilzarmen Winter zur Suche zu verlocken. Neben dem Birkenporling zählen zum Beispiel der Samtfuß- oder Winterrübling, das Judasohr oder der Schiefe Schillerporling zu ihnen.



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