Pilze und Naturschutz: Zwischen
zulässiger Höchstmenge und Sammelgier



Pilze und Naturschutz

Zulässige Höchstmenge beachten!


Selbst erfahrene Pilzsammler wissen es oft nicht: Es gibt eine gesetzliche Höchstmenge für Pilze, die im allgemeinen besonders begehrt sind: Steinpilze, Pfifferlinge und Morcheln etwa.


  • Pfifferlinge, Steinpilze, Morcheln, auch Birkenpilze und Rotkappen sind nach der Bundesartenschutzverordnung (Abschnitt 1, § 2 Ausnahmen) zu schonen. Sie dürfen lediglich »in geringen Mengen für den eigenen Bedarf der Natur entnommen werden«. 
  • Was unter »geringen Mengen« zu verstehen ist, entscheiden die Unteren Naturschutzbehörden (Landrat, Bezirksregierung oder Kreisverwaltung). Die zulässige Menge beträgt in der Regel ein Kilo der geschützten Pilzart pro sammelnder Person am Tag. In manchen Regionen darf man bis zu zwei Kilo pro Person und Tag sammeln. Im Zweifelsfall empfiehlt sich ein Anruf bei der zuständigen Behörde. 
  • Das Sammeln von Pilzen in Naturschutzgebieten und Nationalparks ist generell verboten.
  • Verstöße gegen die Rote Liste sind moralisch verwerflich, in Deutschland aber nicht justiziabel.


Das Thema Pilze und Naturschutz bewegt die Pilzfreunde zunehmend. Das verdeutlicht die steigende Anzahl von Zuschriften an passion-pilze-sammeln.com. 

Nicht immer haben die Verfasser den Mut, sich mit Namen oder gar Anschrift zu ihrer Kritik zu bekennen. Allerdings hat die Anzahl anonymer Schreiber, die in der Regel wüste Beschimpfungen an die gesamte Pilzsammlergilde richten, stark abgenommen.


Foto: Waldbewirtschaftung anno 2014. So wie hier in einem Wald am Diemelsee (Hessen) sieht heute in zahllosen Wäldern Deutschlands der Holzeinschlag aus. Ein jeder ist eingeladen, sich über diese »naturnahe« Forstwirtschaft sein eigenes Urteil zu bilden. (Foto © Jens)




Im großen und ganzen umfassen die – sachlichen – Eingaben zu diesem Thema zwei Bereiche:

  • Der erste betrifft die Schäden am Wald, die die Forstwirtschaft oder ihre Subunternehmen verursachen. „Harvester“ oder „Forwarder, also die so genannten „Vollerntemaschinen“, sind die Reizwörter. Die Verwüstung ganzer Waldlandschaften durch schwerstes Gerät löst immer breitere und heftigere Empörung von Pilz- und Naturfreunden, Erholungssuchenden und Umweltschützern aus. Und zwar in allen Regionen Deutschlands. Sie ist zu einem ständigen Ärgernis geworden, sofern man noch von einem harmlos klingenden „Ärgernis“ sprechen kann.
  • Im zweiten Bereich geht es um die Sammelgier mancher Pilzfreunde. In diesen Schreiben erhitzt sich die Kritik meist an einzelnen Sammlern. Ihnen wird vorgehalten, durch sehr häufiges Sammeln größerer Pilzmengen nicht nur gegen Natur- und Artenschutzgesetze zu verstoßen, sondern bestimmte Arten auch in ihrem Bestand zu gefährden.




Foto rechts: Allein beim Anblick kommt einem das Grausen. Was ist Naturschutz noch wert, worüber diskutieren wir, was will man Kindern, die solche Form von "Waldbewirtschaftung" sehen, von der Natur und vom Naturschutz erzählen? Meist findet man solche Motive in ländlichen Körperschaftswäldern, die Kommunen, Städten oder der Kirche gehören. Sie machen 20% am Gesamtanteil deutscher Wälder aus. In Staatsforsten (34% Anteil am deutschen Gesamtwald) ist dies ebenfalls alles andere als ein seltener Anblick. (Foto © Peter H.)




Die aussagekräftigsten Schreiben zu beiden Schwerpunkten habe ich seit längerem gesammelt, um sie zu veröffentlichen. Sie sind über die Verlinkungen weiter oben erreichbar. Die Absender stehen zu ihrer Kritik; ihnen ist an einer Veröffentlichung audrücklich gelegen. 

Allerdings erlaube ich mir, die Namen kritisierter Einzelpersonen zu anonymisieren. Das hat zum einen damit zu tun, dass sich diese Website nicht als Anklagebank versteht, sondern Freude am Pilze sammeln vermitteln möchte. Zum anderen soll die Anonymisierung der Versachlichung des Konfliktes dienen.

Ich habe zu dem Komplex Pilze und Naturschutz einen Kommentar verfasst (siehe Verlinkung weiter oben). Sofern die Kritiker in der Vergangenheit gegen das vermeintlich unverantwortliche Pilzesammeln adresslich erreichbar waren, habe ich ihnen diesen Kommentar zugesandt. Die Diskussion hat sich damit in aller Regel versachlicht und entkrampft. Warum ihn also nicht auf dieser Website veröffentlichen?




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