Pilz-Ticker-BaWue
(Baden-Württemberg)



Pilz-Ticker-Bawue (Baden-Württemberg)




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In der Ortenau wachsen Samtfußrüblinge wie die Enoki-Zuchtform in Japan


Foto: Junge Samtfußrüblinge an einer Stammschnittfläche. Sie dürfen noch weiterwachsen. Auf dem 2. Foto haben sie mit ihren langen Stielstrippen beinahe das Aussehen der Enoki-Zuchtform. (4 Fotos © Eva)

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Eva schreibt am 23. Januar 2021:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

auf den herrlichen Schnee folgte warmes Tauwetter, was für uns Pilzsammler doch einige Vorteile hat.

So konnte ich heute endlich wieder auf die Suche gehen und in den Auwäldern der Ortenau sehr viele Samtfußrüblinge finden. Die meisten waren allerdings entweder zu alt oder noch zu klein.

An einem Stapel Baumstämme standen etliche winzige Pilze in den Startlöchern, andere hatten sich einen weiten Weg durch dichtes Laub nach oben gekämpft. Dadurch sind ihre Stiele sehr lang geworden, was sie im Aussehen ihrem kultivierten Vetter, dem Enoki, ähnlich sehen lässt. Letztes Jahr ist mir ein ähnlicher Fund gelungen, es ist wirklich etwas Besonderes!

Zudem begegneten mir viele Judasohren, die ebenfalls noch zu klein waren. In ein bis zwei Wochen (es soll bei uns wieder kalt werden) werde ich zur Ernte gehen.

Interessant war in diesem Zusammenhang der Fund von Gezonten Ohrlappenpilzen, die ja als Verwechlungspilz zu Judasohren gelten. Von oben betrachtet sind sie aber schnell ausgeschlossen. Viel mehr Ähnlichkeit weisen meiner Ansicht nach Abgestutzte Drüslinge auf, die ich ebenfalls heute gesehen habe.

Herzlichen Gruß an Dich und die vielen Pilzfreunde, die hier ihre Funde präsentieren. Auf ein gutes Pilzjahr!

Eva«

Besuche auch meinen Blog www.waldfeldgarten.blog


Foto: Abgestutzte oder Stoppelige Drüslinge sind im Gegensatz zu Judasohren fein punktiert, was hier einigermaßen zu sehen ist. Und farblich gehen sie tief ins Schwarze...


Foto: ...so dass der Unterschied zu Judasohren, die hier zu sehen sind, beträchtlich ist.





Birkenporlinge von ausgezeichneter Qualität - und das im Januar


Foto: Diese drei Birkenporlinge waren von einwandfreier Qualität. Für einen Wintertee nahm Thomas außerdem einige Schmetterlingstrameten mit. (4 Fotos © Thomas)

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Foto: Die hoch giftigen Nadelholz- oder Gifthäublinge machen keine Winterpause. Ihr Stiel ist weiß-silbrig überfasert - höchstes Alarmzeichen!


Thomas schreibt am 22. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

jetzt meinen es die Birkenporlinge aber nochmal richtig gut mit mir. Dass sich ihre Haupterscheinungszeit in der Region Karlsruhe mal fast komplett auf den Januar verlegt, erlebt man auch nicht alle Jahre. Und dass sich ein Großteil der Pilze, in einem noch so guten Zustand befindet, erst recht nicht.

Da ich im letzten Spätjahr nur wenige Birkenporlinge finden konnte, aber einige meiner bereits getrockneten Pilze verschenkt habe, konnte ich meinen Vorrat nicht wirklich füllen. Dank der Januar-Funde hat sich das jetzt schlagartig geändert.

Nachdem ich meine Tochter heute Morgen in die Kita gebracht hatte, ging ich bei leichtem Nieselregen ein bisschen im Hardtwald bei Karlsruhe spazieren. Obwohl ich nicht an meinen Stammplätzen unterwegs war und auch nicht vorhatte, Pilze zu sammeln, konnte ich trotz der momentanen Witterung noch so einiges erblicken.

Neben einigen unbrauchbaren Birkenporlingen fand ich dann doch wieder drei einwandfreie Exemplare, die ich mitnahm. Auch eine Handvoll Schmetterlingstrameten steckte ich in meine Jackentasche.


Direkt am Wegrand sah ich einen Holunderbaum, an dem noch ein paar Nachzügler von Winterpilzen wuchsen. Im oberen Bereich waren es Austernseitlinge, unten spickten Samtfußrüblinge aus der Borke (Foto rechts), die aber allesamt an Ort und Stelle bleiben durften.

Auch tödlich giftige Pilze konnte ich noch so einige entdecken. Zuerst fand ich an einem Ast einer Rotbuche den Gemeinen Spaltblättling. Kurz darauf an einer Kiefer viele Nadelholzhäublinge, darunter ein Bilderbuchexemplar.

Als ich auf dem Rückweg war und es mehr und mehr zu regnen begann, konnte ich noch ein Foto von einem hingestreckten Hainbuchenstamm machen, auf dem sich gleich drei Pilze präsentierten:





Foto: Hauptdarsteller in der Mitte ist ein Rotbrauner Zitterling, der sogar wie der Goldgelbe essbar wäre. Allerdings schmeckt er nach nichts und die Konsistenz ist auch nicht jedermanns Sache. Links davon im Hintergrund an der Hainbuche verstecken sich zwei ältere Wintertrompetenschnitzlinge (kaum erkennbar) und auf dem Stamm wachsen Rotbraune Kohlenbeeren, die aufgrund der Witterung fast schon schwarz erscheinen und somit kaum als Fruchtkörper eines Pilzes auffallen. Die beiden Letztgenannten sind ungenießbar.

Liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde, Thomas«

Blau = ungenießbar


Karlsruhe: Spielend leichte Ernte von Samtfußrüblingen am Spielplatz


Foto: Ein Körbchen mit Samtfußrüblingen. Die Stiele, vor allem die bereits geschwärzten, müssen vor der Zubereitung noch angeschnitten werden. Es ist das Sammelergebnis am Rande eines Spielplatzes, auf dem sich die Kleine vergnügte. (2 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 18. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem der Schnee bis zum Nachmittag größtenteils wieder geschmolzen war, entschlossen wir uns gestern noch zu einem kleinen Spaziergang hier in Karlsruhe, am Rande unserer Ortschaft. Wir ließen unsere Tochter mit ihrem Fahrrad vorausradeln. Dabei machten wir noch einen Zwischenstopp an einem Spielplatz, der von einigen Weiden und Pappeln umgeben ist.

Als die Kleine spielte, schaute ich mich ein bisschen in den Grünstreifen um. Und so entdeckte ich im Efeu an einem Stumpf einer Weide leuchtend gelbe Samtfußrüblinge. Bislang hielt sich diese Stelle noch etwas zurück in diesem Winter, aber nun sind sie auch hier vertreten. Und das auch gleich mit richtig schönen und kräftigen Exemplaren.

Da wir weder Korb noch Stofftasche dabei hatten, musste diesmal die Lenkertasche der Tochter für den Transport der Pilze herhalten.

Bei so geringem Aufwand freut man sich umso mehr über solch schöne Winterrüblinge.

Liebe Grüße Thomas«


Foto: Auf den Hüten der großen Winterrüblinge ist die Eisschicht noch sichtbar. Die Pilze kommen mit den Temperaturen und Wetterverhältnissen um den Gefrierpunkt problemlos zurecht.


Oberwald, Karlsruhe: Ein schöner Spaziergang mit reichlich guten Birkenporlingen


Foto: Sie wachsen in Reih' und Glied, wie angetreten. Diese Birkenporlinge haben eine schöne Ordnung bei ihrem Auftritt.

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Thomas schreibt am 15. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

zusammen mit meiner Frau und meiner Tochter waren wir heute bei strahlendem Sonnenschein, aber eiskalten Temperaturen, zu einem längeren Spaziergang im Oberwald bei Karlsruhe unterwegs.

Hier findet man sehr viele verschiedene Arten von Mischwäldern vor. In feuchteren Gebieten dominieren Erle und Esche wie auch Pappel und Weide. In anderen Bereichen sind es Hainbuchen, Eichen, Kiefern, Rotbuchen, aber auch Fichten. Die Birke wächst in allen Bereichen des Waldes.

Nachdem wir zuerst ein bisschen entlang der Wildgehege spazieren waren, liefen wir etwas abseits der Hauptwege. So konnten wir an einer abgeknickten Birke zwei Birkenporlinge entdecken. Allerdings waren sie nach den zurückliegenden tiefen Minusgraden auch schon stark geschädigt und bereits weich und wässrig.

Es saßen jedoch an den abgebrochenen Teilen der Birke, die etwas geschützter auf dem Boden lagen, noch viele schöne einwandfreie Exemplare, die alle den Weg in den Stoffbeutel fanden.

Ein Stückchen weiter entdeckte ich noch einen gefrorenen Warzigen Drüsling an einer Birke, siehe das Foto direkt hierunter.


Foto: Nein, es sind keine Judasohren, sondern Warzige Drüslinge. Sie sind ab dem mittleren Alter schwarz bis schwarzbraun. Und wachsen meist im Winter.

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In einem reinen Rotbuchenwald sahen wir an einem alten Rotbuchenstamm noch einige alte Austernpilze, die aber wie die Samtfußrüblinge (Foto rechts), die wir auf dem Rückweg zum Auto an den Wurzeln einer umgestürzten Pappel gefunden haben, und mehreren gefrorenen Judasohren, alle im Wald blieben.

Wie der Warzige Drüsling, so war auch ein kleiner Winterstielporling (Foto unten) nur etwas für das Auge.

So blieb es heute mal bei den Birkenporlingen, was auch daran lang, dass unser Spaziergang im Vordergrund stand.

Liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde, Thomas«

(4 Fotos © Thomas)

Blau = ungenießbar

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Foto: Ein einsamer Winterstielporling. Er ist dem Maiporling sehr ähnlich, hat aber einen dunkleren Stiel. Beide sind ungenießbar.


Im Zielgebiet wuchsen die Judasohren an Holunder, Ahorn, Rotbuchen und Robinien


Foto: Ein rechteckiges Pilzstillleben mit einrahmenden Judasohren, Austernpilzen, Samtfußrüblingen und Birkenporlingen.


Thomas schreibt am 10. Januar 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wie gestern schon vermutet, hat es Andreas so gut gefallen, dass es uns heute erneut für zwei Stunden in die Wälder um Karlsruhe gezogen hat.

Diesmal waren wir in einem anderen Gebiet unterwegs, in dem auch einige geschwächte und abgestorbene Birken stehen. Da sich mein Vorrat an Birkenporlingen in den letzten Wochen recht schnell verkleinert hat, weil ich zu viel davon verschenkt habe, hoffte ich hier auf Nachschub. Und nachdem Andreas auch an den Judasohren großen Gefallen gefunden hat, war dieses Gebiet gerade das richtige.

Und schon nach wenigen Metern, kurz nach dem Parkplatz, entdeckten wir an einem Rotbuchenstamm, der am Wegrand lagerte, die ersten jungen Judasohren (Foto rechts), die mich vermuten ließen, dass sie sich hier wohl nicht mehr nur auf Holunder beschränken würden. Und damit sollte ich auch recht behalten.

In unserem Zielgebiet Gebiet wuchsen sie nun fast überall. Wir ernteten Judasohren wie gehabt an Holunder, an abgestorbenem Ahorn, an Rotbuchenästen wie auch an umgestürzten Robinien. Am Ende waren es 970 Gramm in bester Qualität. Wobei wir noch mindestens drei weitere Generationen an den Bäumen zurückließen.


Foto: Während die Judasohren hier am Totholz von Ahronästen siedeln,...


Foto: ...haben sie hier den Leichnam einer zu Boden gegangenen Robinie (Scheinakazie) als Wirt gefunden.


Wie erhofft, fanden wir dann auch noch vier schöne feste Birkenporlinge (z. B. Foto rechts), deren Fleisch und Poren noch reinweiß waren. Und auch hier konnten wir wieder Samtfußrüblinge am Holunder finden, auch wenn es nur wenige waren.

Auf dem Rückweg sammelten wir dann noch an einem alten Eichenstamm, wieder mal mit Moosüberzug, ein wunderschönes Büschel ausgewachsener Austernseitlinge (Foto unten).

Von dem gesamten Fund nahm ich mir drei der Birkenporlinge und eine reichliche Handvoll Judasohren. Über den Rest freute sich Andreas.

Viele liebe Grüße Thomas«

(6 Fotos © Thomas)

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Foto: Wachsen Austernseitlinge, wie hier, am übermoosten toten Eichenholz, so neigen sie dazu, das Aroma vom Moos aufzunehmen, was nicht jedem Pilzfreund zusagt.


Sehr lesenswert!

Die Baumart bestimmt den Geschmack: Austernseitlinge von noch lebenden Rotbuchen schmecken am besten


Zu diesem Foto schreibt Thomas: »Auf diesem Bild habe ich einmal versucht, die Pilze nach Geschmack zu sortieren. Die Pilze links, an Eiche auf Moos gewachsen, sind somit die geschmacklich schlechtesten. Der Rest stammt ausschließlich von der Rotbuche. Wobei die rechte Seite mit den ausgewachsenen Exemplaren geschmacklich noch weit hinter den jungen und knackigen stehen, die für das hauptsächliche Weiß im Bild sorgen. Daher vielleicht einfach nochmal gezielt nach Pilzen an Rotbuche suchen.«

(5 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 9. Januar 2021:


»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute Morgen war ich mit Andreas, einem guten Freund der Familie, erneut zur Nachlese an vielen meiner bekannten Stellen für Winterpilze im Hardtwald bei Karlsruhe. Andreas hatte schon öfter bekundet, dass er gerne mal mit mir in die Pilze gehen würde, da er sich generell nicht an Lamellenpilze heran traut und erst recht nicht im Winter.

Gleich zu Beginn sammelten wir ein paar schöne Schmetterlingstrameten ein. Mit diesen Pilzen beginne ich oft meine Runden, um schon mal etwas im Korb liegen zu haben. Ganz getreu dem Motto »wer die Tramete nicht ehrt, ist der Auster nicht wert«.



»Kurz darauf entdeckten wir dann auch schon am Stumpf einer Rotbuche leuchtende goldgelbe Samtfußrüblinge, die einer Gruppe von kleinen Fleischroten Gallertbechern gegenüberstanden (Foto). Auch an meinen weiteren Stellen konnten wir noch vereinzelte Winterrüblinge mitnehmen.«

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An einigen Holundersträuchern, die ich nun schon mehrfach abgesammelt habe, heimsten wir noch viele große Judasohren ein, teils mit einem 15-Zentimeter-Durchmesser, siehe das nächste Foto.


Foto: Stattliche Judasohren! Ihr Durchmesser betrug bis zu 15 Zentimeter. Da lohnt die Ernte!

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An meinen Stellen für Austernseitlinge konnten wir noch viele schöne Exemplare mitnehmen. Auch an meiner Lieblingsbuche wuchsen inmitten von unzähligen überständigen und schon matschigen Riesenporlingen wieder schöne junge Büschel von Austernpilzen.

Dann ging es in einen nahe gelegenen Auwald, um hier eventuell noch ein paar Samtfußrüblinge mitnehmen zu können.

Die Winterrüblinge vom Holunder sind die besten

Und hier waren sie dann wieder, die von mir hoch geschätzten Holunder-Winterrüblinge (Foto rechts). Meiner Meinung nach zeichnen sie sich  durch einen viel besseren und angenehm pilzigeren Geschmack aus, da bei ihnen das leicht metallische Aroma der an anderen Baumarten wachsenden Winterrüblinge fast gänzlich fehlt.

Gleich am Nachmittag bereitete ich aus allen gesammelten Samtfußrüblingen - rund 320 Gramm - für uns und Andreas ein leckeres Crèmesüppchen, aufgeteilt auf drei Tellern und einem Kinderteller zu (6. Foto). Die cremige Konsistenz kam alleine durch die pürierten Pilze mit einem Schuss Sahne zustande. Für Andreas waren das die ersten Samtfußrüblinge im Leben. Er bewertete sie als kulinarische Sensation (nächstes Foto).


Foto: Ein schäumendes Crèmesüppchen von Winterrüblingen ist jetzt etwas Feines - und sehr gesund. Winterpilz-Novize Andreas, der Thomas in die Wälder begleitete, war vollauf begeistert.


Das bringt mich dann auch zur Überleitung zu dem von Pilzfreund Arnold im Pilzticker Niedersachsen angesprochenen Thema, dass die gezüchteten Austernpilze aromatischer schmecken würden als die wild wachsenden.

Die wohlschmeckendsten Austernpilze wachsen an lebenden Rotbuchen

Hierzu möchte ich anmerken, dass dies nur teilweise zutrifft. Denn nach meiner Erfahrung wachsen die geschmacklich besten Austernpilze immer an noch lebenden Rotbuchen. Danach folgen geschmacklich Exemplare von toten Rotbuchen.

An Hainbuche, die nicht zu den Buchen-, sondern zu den Birkengewächsen gehört, wie auch an Pappel und Weide, an denen ich sie auch schon finden konnte, schmecken sie sehr fade. An Eichen, wo ich sie bislang immer nur auf dem Moosüberzug wachsend gefunden habe, nehmen sie sehr stark das Aroma des Mooses auf. Und genau dieses sagt nicht jedem zu.

Ich muss aber noch hinzufügen, dass sich die Austernpilze von heute nicht mehr mit jenen von vor 10 oder mehr Jahren vergleichen lassen. Denn durch die immer wärmer und feuchter werdenden Winter reifen die Pilze immer schneller aus, verwässern durch den vielen Regen stärker und können so das Aroma des Wirtes weniger aufnehmen.

Je kälter, desto besser das Aroma der Winterpilze

Wachsen sie hingegen in der Kälte über mehrere Wochen heran, schmecken sie umso intensiver. Das erste Foto von Arnold im Pilz-Ticker Niedersachsen zeigt wohl genau den beschriebenen Fall von Austernpilzen an Eiche im Moosüberzug. Auf dem zweiten Foto, mit dem Baum über dem Bach, ist es schwer zu sagen, um welche Baumart es sich hier handelt, aber eine Rotbuche kann man hier wohl ausschließen.

Nachdem Andreas die heutige Tour so gut gefallen hat, wollen wir vielleicht gleich morgen nochmal losziehen.

Liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde, Thomas«

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Kronau: Komfortable Ernte der Pilzbüschel bei Waldesruhe und einsetzendem Schneefall


Foto: Die Samtfußrüblinge (rechts) wuchsen in schönen Büscheln - da geht die Ernte schnell und ist komfortabel. Die Judasohren (links) sind gewiss wieder für Michaels Thai-Küche.

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Michael schreibt am 9. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad in den Wäldern um Kronau. Es war nasskalt, windig und gegen Ende meiner Tour schneite es. Schön war die Ruhe, es waren nämlich keine Coronaausflügler im Wald.

Gesammelt habe ich viele Judasohren und Samtfußrüblinge. Die Samtfüße waren alle perfekt und ich konnte, bis auf wenige, alle im kompletten Büschel vom hinfälligen Gehölz nehmen. An einem Stumpf wuchsen Samtfüße und Glimmertintlinge zusammen (Foto rechts). Einige verspätete Zitzen-Riesenschirmlinge, die allerdings schon durch waren, entdeckte ich auch.

Viele Grüße Michael«

(4 Fotos © Michael)

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Foto: Ein Büschel schöner junger Samtfußrüblinge. Auch bei ihnen empfiehlt es sich schon, die Stiele wegzuschneiden, denn sie sind bei dieser Pilzart holzig bis zäh.

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Foto: Die wohlschmeckenden Zitzenriesenschirmlinge waren, wie nicht anders zu erwarten, bereits hinüber. Sie sind Sommer- und Herbstpilze.


Nördlicher Schwarzwald: Ein Neujahrssteinpilz und schmackhafte Samtfußrüblinge vom Holunder


Foto: Das feuchte, wechselhafte Wetter gefällt den Trompetenpfifferlingen, die gar keine Winterpilze sind, ausgesprochen gut. Wie erhofft, fand sie Thomas in einem gut geschützten Fichtenwaldstück in stattlicher Zahl. An Holundersträuchern siedelten Judasohren und einige Samtfußrüblinge, die er an dieser Baumart besonders schmackhaft findet (links), während er die Austernseitlinge, schön herangewachsen, an Rotbuchen erntete. (4 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 4. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem meine Frau und meine Tochter den halben Tag bei der Oma verbringen wollten, hatte ich dann heute morgen auch noch ein bisschen Zeit, um an meinen Plätzen nach den Pilzen zu sehen.

Und so ging es heute mal wieder in den verschneiten nördlichen Schwarzwald. Aber mir ging es nicht, wie die Jahreszeit vermuten lässt, ausschließlich um Winterpilze. Vielmehr war ich auf Trompetenpfifferlinge aus. Denn in solch einem feuchten, wechselhaften Winter, wie wir ihn auch dieses Jahr wieder haben, lohnt es sich, auch im Januar noch nach ihnen zu schauen. Gerade wenn die Temperaturen um Weihnachten 15 Grad oder gar noch mehr aufweisen.

Also fuhr ich in mein bekanntes Wäldchen, in dem ich die Trompetenpfifferlinge auch schon mal bis in den Februar hinein finden konnte. Allerdings nur noch an wind- und kältegeschützten Plätzen.

In diesem Fall ist es ein sehr junger dichter Fichtenwald in einem Tal auf cirka 300 Metern über Null, der mit seiner Krone ein komplett geschlossenes Dach bildet. An den Rändern des Waldes befindet sich genügend Bewuchs aus jungen Kiefern und Rotbuchen, damit das Innere auch gut von den Seiten geschützt ist. So kann es im Zentrum durchaus ein bis drei Grad wärmer sein als außerhalb des Waldes.

Trompetenpfifferlinge sind robuste Spätherbstvertreter

An einigen Stellen in diesem Wald wachsen die Trompetenpfifferlinge in Kolonien, wie in ihren besten Herbsttagen. Aber auch bei Trompetenpfifferlingen, die recht kälteresistent sind und auch mal kurzzeitig einfrieren dürfen, sollte man auf eventuelle Frostschäden achten. Wenn sie schmierig, brüchig und glasig sind, oder vielleicht schon schlecht riechen, sollte man sie besser stehen lassen. Am besten ist es, wenn man den Zeitpunkt ihrer Fruktifizierung kennt und ab da den Wetterverlauf verfolgt.


Foto: Dort, wie sie geschützt sind, wachsen die Trompetenpfifferlinge in richtigen Kolonien. Bis in den Februar hinein hat Thomas sie schon gefunden.

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Den Vogel abgeschossen hat hier aber ein Steinpilz (Foto rechts), der wohl irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr gewachsen sein muss. Er ist somit mein erster Steinpilz im Jahr 2021. Allerdings war er schon sehr stark frostgeschädigt und nichts mehr für den Pilzkorb.

Zum Schluss lief ich dann noch in einen Rotbuchen-Fichtenwald an eine Stelle für Austernseitlinge, um mir die Pilze zu holen, die ich vor einiger Zeit noch zum Wachsen stehen gelassen hatte.

Auf dem Rückweg zum Auto sammelte ich an einigen Holunderbäumen noch viele Judasohren und auch ein paar Winterrüblinge. Geschmacklich gehören Samtfußrüblinge, die an Holunder gewachsen sind, mit zu meinen Favoriten.

Liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde

Thomas«

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Foto: Diese Austernpilze hatten Thomas schon vor ein paar Tagen entdeckt und wachsen lassen. Jetzt waren sie für die Ernte ideal.

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In Michaels Pilzküche wird ab sofort im japanischen Stil geschnippelt


Foto: Austernseitlinge, Winterrüblinge und das neue Küchenmesser im japanischen Stil. So startet Pilzfreund und Messerschmied Michael ins neue Pilzjahr. (2 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 4. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden ein frohes neues Jahr!

Heute war ich zusammen mit Suri entlang meiner Laufstrecke in den Wäldern um Karlsdorf-Neuthard an meinen bekannten Plätzen Austernpilze und Samtfüße sammeln. Es waren wieder beste Exemplare zu finden.

Auf dem Foto ist nun auch mein fertiggestelltes Kochmesser im japanischen Stil zu sehen. Die Herstellung verlief wie bei meinem Jagdmesser, mit dem einzigen Unterschied, dass ich die Klinge des Kochmessers geätzt habe, um eine künstliche Patina (Rosthemmer) zu erzeugen.

Das Messer ist nun seit 2 Tagen im Dauereinsatz und bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis.

Viele Grüße Michael und Suri«


Foto: Die Austernseitlinge, die sich eine Rotbuche als Wirtsbaum ausgesucht hatten, waren schon fast ausgewachsen und gaben richtig was her.


Kein Witz vom Fritz: Fast ein Kilo Trompetenpfifferlinge

Fritz schreibt am 4. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich von meinen anderen Sammelkollegen gelesen habe, was sie so gefunden haben, bin auch ich bei einem Spaziergang mit meiner Frau zu meinen Fundstellen gegangen und habe cirka 1 Kilo Trompetenpfifferlinge (Foto rechts) gefunden.

Grüße aus dem Bodenseekreis, Fritz«

(Foto © Fritz)

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Die ersten Judasohren für Corinna


Ihre ersten Judasohren (Foto rechts) überhaupt hat Corinna an einer steilen Waldböschung in der Ortenau gefunden. »Das Gericht war dann eine Reispfanne, gewürzt mit Andaliman-Pfeffer (zitronisch), ein wenig Fenchel und Chili. Sehr empfehlenswert!«

(Foto © Corinna)

2. Januar 2021


Samtfußrüblinge als Grenzgänger und Austernpilze, die dem Sägeangriff entkamen


Foto: Ein schöner Start ins neue Jahr gelang Thomas zusammen mit seiner Familie am Altrhein und im Hardtwald bei Karlsruhe. Die Samtfußrüblinge (links) landeten in einem Gesundheitssüppchen, die Austernpilze (rechts) gab es zusammen mit Judasohren zu Mini-Romanasalat. (5 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 1. Januar 2021:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden ein gutes neues Jahr 2021, verbunden mit der Hoffnung, dass bald wieder mehr Normalität in unser Leben zurückkehren möge.

Was die Pilze angeht, so beginnt dieses Jahr genauso, wie das letze aufgehört hat. Mit reichlich Winterpilzen.

Bei einem kleinen Spaziergang mit der Familie heute Morgen am Altrhein hier bei Karlsruhe lief ich noch einmal kurz zu ein paar jungen Eschen, an denen seit letztem Jahr auch erstmals Samtfußrüblinge wachsen. Hier hatte ich auch den kleinen Gifthäubling vor Weihnachten gefunden, der sich so gut tarnen wollte.

Diesmal war an einer der anderen Eschen ein wunderschönes Büschel Winterrüblinge herangewachsen, die ich natürlich gleich für die erste stärkende Suppe im Jahr mitgenommen habe. Das Lustige an dieser Stelle ist, dass diese Samtfußrüblinge vielleicht nur zwei oder drei Schritte vom Naturschutzgebiet trennen. Die grüne Erhebung im Hintergrund auf dem zweiten Foto ist der Damm und genau dieser bildet die Grenze und gehört somit schon zum Naturschutzgebiet, in dem das Entnehmen von Pilzen verboten ist.


Foto: Vorne ein schönes Büschel Samtfußrüblinge, hinten verläuft der Grenzdamm des Naturschutzgebietes, in dem Thomas sie nicht mehr hätte ernten dürfen.

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Am frühen Nachmittag waren wir dann noch einmal für eine Stunde mit den Fahrrädern im Hardtwald unterwegs. Als wir an einem am Wegrand liegenden Rotbuchenstamm vorbeifuhren, der wohl gerade erst in gröbere Stücke zum Abtransport zersägt worden war, musste ich kurz Halt machen.

Denn genau an der Stelle, an der gesägt wurde, wuchsen ein paar Austernseitlinge. Die zwei oberen Exemplare sind wohl der Säge zum Opfer gefallen. Auch an der Rückseite wuchsen noch weitere Exemplare und an der Unterseite noch ein schönes Büschel, die alle im Fahrradkorb meiner Frau landeten.

Gleich am Abend haben wir daraus zwei ganz einfache, aber leckere Gerichte gemacht. Ein paar der Samtfüße kamen in eine Brühe, die wir glücklicherweise am Vormittag aus den Resten von unserem Raclette an Silvester angesetzt hatten, und die Austernpilze gab es mit Judasohren einfach nur gebraten und gewürzt mit restlichem Mini-Romanasalat.

Liebe Grüße und allen Pilzfreunden ein erfolgreiches Pilzjahr 2021
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Foto: Diese Austernpilze, von Sägespänen bedeckt, haben Glück gehabt und mit ihnen Thomas. Über ihnen sieht man die Stümpfe der von der Motorsäge abgeschnittenen Pilze.

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Foto: Die Samtfußrüblinge kamen für eine gesunde Wintersuppe gerade recht. So konnte die Brühe vom Raclette des Vortages prima genutzt werden.

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Foto: Die Austernseitlinge und einige Judasohren waren das Topping des Romanasalates.

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