Pilz-Ticker-BaWue
(Baden-Württemberg)



Pilz-Ticker-Bawue (Baden-Württemberg)




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Thomas schwärmt: »Ein spektakuläres Pilzjahr«


Foto: Wir erleben einen Juli mit einer sehr starken Artenvielfalt, wie lange nicht mehr. Vor allem die Täublinge, deren eigentlicher Monat der August ist, zeigen sich bei dem warm-schwülen Wetter momentan mit vielen Arten. (9 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 22. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nach über einem halben Jahr Home Office arbeite ich seit Montag wieder im Büro in Ettlingen, wo ich nach langer Zeit auch wieder meine Waldspaziergänge in der Mittagspause machen kann.

Auch hier ist, wie mir ein erster Überblick zeigte, die Artenvielfalt für Ende Juli recht groß.  Wie mein Gesamtfund vermuten lässt, war ich - mit Ausnahme der Wege und deren Randbereichen - fast ausschließlich auf neutralem bis eher saurem Boden unter Fichten und Weißtannen sowie Buche, Eiche und Kiefer unterwegs.

Wie die Speisepilze, so haben auch teils tödlich giftige Pilzarten bereits einen sehr starken Auftritt. So zeigen sich hier in den Laubwäldern z.B. die Grünen Knollenblätterpilze (Foto rechts) in sehr großen Mengen. Teilweise sogar in Truppen und Hexenringen mit zwanzig bis dreißig Exemplaren. Auch der Spitzgebuckelte Raukopf wächst derzeit in unglaublichen Massen auf saurem Boden unter Fichten in Begleitung von Birken.

Aber auch ungenießbare oder leicht giftige Arten wie der Gallenröhrling oder einfach nur schön anzusehende Tintenfischpilze* lassen sich sehr viele finden. Aufgefallen sind mir an mehreren Stellen die auch im Alter noch sehr beweglichen Elastischen Lorcheln. Wie auf dem Foto zu sehen ist, legt sich eine von ihnen ohne abzubrechen, gemütlich über einen kleinen Ast.


Foto: Spitzgebuckelte Rauköpfe zählen zu den tückischsten Giftpilzen, weil sie eine lange Latenzzeit haben. Ihr Gift, das Orellanin, macht sich mit Symptomen erst nach drei bis 14(!)  Tagen bemerkbar. Dann ist es fast immer zu spät: die Zellzersetzung der Organe, primär der Nieren, ist dann schon deutlich fortgeschritten. Wer das Gift überlebt, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit lebenslang Dialyse-Patient. Mehr dazu hier.

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Foto: Eine Elastische Lorchel. Vom Verzehr aller Lorchelarten rät die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) inzwischen ab. Es wird vermutet, dass alle Arten Giftstoffe enthalten, die zum Teil noch nicht erforscht sind.

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Gesammelt habe ich in den Wäldern um Ettlingen viele schöne Perlpilze, einige Flockenstielige Hexen, einen Grüngefelderten und Grasgrünen Täubling, eine knackige Netzstielige Hexe und meinen ersten Fichtensteinpilz 2021.

Anschließend fuhr ich noch für eine kleine Runde in den Nordschwarzwald, um hier nochmal meinen ruinierten Pfifferlingswald zu inspizieren.

Nach langem Warten und Hoffen, dass sich die Wälder wieder etwas von den Forstarbeiten erholen mögen, durfte ich mit großer Freude feststellen, dass sich zu den Echten Pfifferlingen und Bereiften Pfifferlingen die im Korb landeten, nun auch die ersten Amethystschuppigen Pfifferlinge wieder zeigen, die in den letzten Jahren hier das Sagen hatten.


Foto: Bereifte Pfifferlingen haben oft freudig gelbe Leisten. Nicht nur ihr Hut, auch ihr Stiel ist weißlich überhaucht.

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Foto: Ein Fichtensteinpilz durfte in Thomas' Sammlung natürlich nicht fehlen.

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Foto: Die Perlpilze begleiten uns dieses Jahr seit Anfang Juni, und das in vielen Waldgebieten mit geradezu massenhaftem Aufkommen. Das schadet nicht, sind sie doch ausgezeichnete Speisepilze.

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So konnte ich heute schon mal vier junge Exemplare mitnehmen. Allerdings wachsen sie fast ausschließlich an neuen Stellen und nicht mehr an ihren angestammten Plätzen. Vielleicht aber auch unter dem ganzen Geäst. Deshalb muss ich jetzt nochmal ein, zwei Wochen geduldig sein, bis sie etwas gewachsen sind, um sie nicht selbst noch unter den Ästen und der Streu kaputt zu trampeln. Ich bin aber weiterhin zuversichtlich, dass ihnen nicht alle Partnerbäume genommen wurden.

Außerdem sammelte ich auch hier nochmal einige schöne Perlpilze, zwei Maronenröhrlinge, jeweils einen Kleinen Waldchampignon, Goldröhrling und Flaschenstäubling.

Ihnen hinzu gesellten sich noch ein paar wenige Stockschwämmchen, zwei Pfeffermilchlinge, Papageientäublinge, Honigtäublinge, Violette, Blaugrüne sowie Weinrote Reiftäublinge, ein Frauentäubling sowie das Pendant zum Violettstieligen Pfirsichtäubling, der Weißstielige Ockertäubling oder auch Weißstieliger Pfirsichtäubling genannt.

Hinzu kamen noch einige Dichtblättrige Schwärztäublinge die ich aufgrund ihrer knackig-festen Konsistenz gerne im Mischpilzgericht habe. Aber auch geschmacklich sind sie echt gut und sind durchaus mit Reiftäublingen vergleichbar. Vor allem, wenn sie mit besser schmeckenden Pilz- oder Täublingsarten gemischt werden. Allerdings besteht bei gleichzeitiger oder regelmäßiger Einnahme von Medikamenten die Empfehlung, auf alle Schwärztäublinge zu verzichten.


Foto: Dies sind die Dichtblättrigen Schwärztäublinge, zu denen Thomas interessante Details schreibt. Wer so viele Täublingsarten auseinanderhalten kann wie er, ist ein Pilzsammler im weit fortgeschrittenen Stadium!


Und zum Abschluss noch ein sehr erfreuliches Foto vom Dottergelben Spateling, der hier mal wieder ein starkes Jahr haben könnte. Auf einer Fläche von gut zweieinhalb mal fünf Metern standen hunderte, gar tausende winzig kleine gelbe Spitzen (wie auf dem Foto links am Bildrand) in der Streu von Fichten und Weißtannen.

Ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden, dass dieses bislang spektakuläre Pilzjahr, noch eine Weile so weiter geht.

Viele liebe Grüße, Thomas"

* Abgesehen davon, dass sie in unseren Wäldern nichts verloren haben, finde ich sie abstoßend. Ich erhalte sehr viele Fotos von ihnen und fast immer sind die Absender stolz darauf, etwas Besonderes gefunden zu haben. Dabei sind diese Pilze inzwischen häufig bis sehr häufig.

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Foto: Und zum guten Schluss noch die Dottergelben Spatelinge. Sie hatten 2017 ein starkes Jahr; uns erreichten etliche Fundmeldungen aus einigen Bundesländern. Pilzfreund Siggi hatte uns z. B. am 21. August 2017 mitgeteilt, dass er sie im Landkreis Amberg-Sulzbach nach 50(!) Jahren erstmals wieder gefunden habe.

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Merle auf Du und Du mit einem Fichtensteinpilz


Heiko schreibt am 22. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich bin heute Vormittag mit Merle in den Nördlichen Schwarzwald gefahren. 

Unsere dortigen Stammwälder bei Calw sind nach einer Woche ohne Regenfälle wieder ziemlich trocken. Ich rechnete eigentlich mit einem großen Schub an Speisepilzen - aber weit gefehlt. Es kam zwar in vier Stunden ein durchaus ansehnliches Körbchen mit Fichtensteinpilzen, Maronen, Flockis, ein paar Pfiffern sowie je einem Frauentäubling und einem Falschen Anhängselröhrling zusammen (Letzteren nahmen wir nur mit, weil er von einem vorherigen Sammler rausgerissen und liegen gelassen wurde), aber insgesamt  zeigte sich deutlich weniger Pilzvielfalt und -aufkommen als vor gut einer Woche.  

Das soll aber nur den Stand des Wachstums wiedergeben und überhaupt kein Klagen sein. Wir haben den Ausflug durch die schöne Natur bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen total genossen und freuen uns über die Ausbeute (1. Foto rechts).

Viele Grüße allen Pilzfreunden, Merle + Heiko"

Auf dem 2. Foto rechts scheinen sich ja Zwei gefunden zu haben. Ich bin mir sicher, der schöne Steinpilz hat sich geehrt gefühlt...

(3 Fotos © Heiko)

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Foto: Auch dieser stramme Fichtensteinpilz hat es natürlich in Heikos Korb geschafft.

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Renate wird von der Artenvielfalt im Schönbuch beinahe erschlagen


Foto: Dicker Bauch, dickes Bein oder dicker Fuß? Auf jeden Fall steht dieser Fichtensteinpilz fest im Leben - noch. (5 Fotos © Renate )

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Renate schreibt am 22. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

es ist zwar schon mitten in der Nacht, aber ich möchte doch möglichst zeitnah von meinem ganztägigen Pilzgang im Schönbuch berichten, den ich am Dienstag nternommen habe.

Nach etwa zweiwöchiger Pause habe ich meine gewohnten Plätze dort aufgesucht. Von der Artenvielfalt an Pilzen wurde ich fast erschlagen: Ein großer Blutegerling prangte unter einer alten Fichte, wenige Meter daneben lugte ein junger Fichtensteinpilz aus dem Moos, und sogar mein erster Fliegenpilz in diesem Jahr präsentierte sich - wenn auch leicht geknickt und ziemlich angefressen - im Mischwald. Unglaublich, ich war ziemlich geplättet*, aber sehr begeistert.

In meinem sehr geliebten Buchen-Eichenwald konnte ich die ersten Rotkappen sehen (Foto rechts) , die sich unter einem gefallenen Baumstamm versteckt hatten. In diesem Wald gab es auch Massen von Frauentäublingen, die aber nicht zu gebrauchen waren, weil die Schnecken sich daran gütlich getan und kaum etwas Brauchbares übrig gelassen hatten.

Ich habe Schiefknollige Anisegerlinge, Maronen, Goldröhrlinge und Pfefferröhrlinge gefunden. Und meine ersten Parasole haben mein Herz auch vor Freude hüpfen lassen. An meinen beiden kleinen Pfifferlingsplätzen konnte ich bereits die dritte Nachlese in mein Körbchen packen, schlussendlich kamen noch zwei prächtige Flockenstielige Hexenröhrlinge dazu.

Ganz glücklich bin ich nach acht Stunden im Schönbuch mit meinen Schätzen heimwärts gezogen.

Ich schicke Dir im Anhang wieder einige Fotos zur Auswahl, danke Dir vielmals für Deine Mühe und grüße Dich und alle Pilzler sehr herzlich!

Renate"

* Der Fliegenpilz erscheint allgemein ab Juli; 123pilzsuche.de terminiert seinen Beginn im Pilzjahr sogar auf das Frühjahr. Es ist nicht außergewöhnlich, wenn man ihn jetzt sieht, auch in kühleren Regionen nicht

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Foto: Ein stattlicher Blutegerling hatte es sich am Fuße einer Fichte gemütlich gemacht. Ein ausgezeichneter Speisepilz!

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Foto: Die ersten Parasole des Jahres warteten auch auf Renate.

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Foto: Während viele Frauentäublinge schon hinüber waren, machten diese zwei einen soliden Eindruck.


Hochstetten: Trotz der Trockenheit reicht es allemal für ein schönes Gericht mit Sommersteinpilzen


Foto: Ein Gruß an Thomas von dem auch ihm bekannten Platz der Sommersteinpilze. Sie wachsen nicht mehr in Massen, aber für den einen oder anderen Fund reicht es trotzdem. Auf dem 2. Foto sehen wir Schmarotzerröhrlinge, die sich einen Riesenbovist vorknöpfen. Sie sind ausgezeichnete Speisepilze. Michael nimmt sie vermutlich wegen ihrer Seltenheit nicht mit, obwohl er viele von ihnen entdeckte. (6 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 22. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich zusammen mit Suri in den Wäldern um Hochstetten unterwegs. Die Hitze hinterlässt schon ihre Spuren. Sehr viele Pilze waren bereits wieder vertrocknet. Trotzdem fanden wir einige Sommersteinpilze, Pfiffers und einen Hainbuchenraufuß. Alles nahm Suri mit nach Hause.

Außerdem gesehen habe ich Fransige Wulstlinge, die ersten Grünen Knollenblätterpilze und Schmarotzerröhrlinge. Letztere scheinen dieses Jahr ebenfalls stark vertreten zu sein, da ich sehr viele befallene Boviste entdeckte.

Dann habe ich noch zwei Vergleichsfotos mitgesendet, weil Täublinge und Grüne Knollenblätterpilze ganz nahe beieinander wuchsen. Für Pilzneulinge kann eine solche Verwechslung schnell böse enden.

Gruß an Thomas mit einem Steinpilzfoto von unserer gemeinsamen Sammelstelle.

Viele Grüße, Michael und Suri"

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Foto: Grüne Knollenblätterpilze werden jetzt aus verschiedenen, teils weit auseinander liegenden Waldgebieten gemeldet. Die zwiebelartige Knolle mit Hülle (Volva) sollte ein Alarmzeichen sein.

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Foto: Wegen der schon wieder einsetzenden Trockenheit sind die ganz großen Funde derzeit kaum zu machen. Dennoch langt es für Michael und Suri immer für eine schöne Pilzmahlzeit.


Vergleichsfoto 1: Hier sehen wir einen Grüngefelderten Täubling (links), einen Frauentäubling (Mitte) und einen Grünen Knollenblätterpilz (rechts) von oben.

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Vergleichsfoto 2: Und hier die gleichen Pilze in gleicher Anordnung in der Gesamtansicht. Die Stielbasis der zwei Täublinge ist hier leider nicht zu sehen; sie hat jedoch keinerlei Knolle und keinen Wurzelansatz. Ganz im Gegensatz zu dem Grünen Knollenblätterpilz (rechts). Seine zwiebelartige Knolle mit der wie eierschalenden Umhüllung ist ein unerlässliches Merkmal nicht nur für Pilzneulinge. Zur Bestimmung ist es deshalb sehr wichtig, den gesamten Pilz - samt Knolle - zu entnehmen.

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Für die ausbleibenden Steinpilze im Mainhardter Wald sprangen Pfifferlinge und Blutreizker ein


Matze schreibt am 21. Juli 2021:

"Hallo Pilzfreunde,

an meinem ersten Urlaubstag machte ich mich auf in den Mainhardter Wald mit der Vorfreude auf Steinpilzfunde.

Nun, die sollte es nicht geben, stattdessen fand ich wunderschöne Pfifferlinge, eine Rotkappe und Blutreizker. Auch darüber freute ich mich sehr.

Danke für Deine tolle Pilzseite!

Gruß aus Mainhardt, Matze"

(Foto © Matze)

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Die haben es aber eilig: Erste Herbsttrompeten im Dreisamtal


Foto rechts: Ihrer Zeit weit voraus sind diese Herbst- oder Totentrompeten. Mark hat sie im Dreisamtal (Burg am Wald, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) entdeckt und für ihre realistische Größeneinschätzung einen Euro bezahlt.

Vielen Dank für das Foto, lieber Mark!

(Foto © Mark)

19. Juli 2021

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Tobias entdeckte beim Gang durch den Schönbuch gleich ein halbes Dutzend neuer Pfifferlingsplätze


Foto: Die großen Pfifferlinge leuchteten durch den Wald, so dass Tobias im Schönbuch gleich sechs neue ihrer Wachstumsplätze entdecken konnte. (2 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 19. Juli 2021:

"Hallo liebe Pilzfreunde,

bis zum heutigen Tag war ich immer nur interessierter Leser dieser wunderbaren Beiträge, die ihr hier verfasst. Danke dafür an dieser Stelle!

Meinen gestrigen Fund im Schönbuch möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Ich war auf einer langen Erkundungstour nach neuen Stellen unterwegs. Da ich erst seit zwei Jahren Pilze suche und bislang keinen nennenswerten Fund von Sommersteinpilzen hatte, konzentrierte ich mich auf große, gut sichtbare Exemplare von ihnen. Mit dem Risiko, dass sie überständig sein könnten, aber auch mit der Hoffnung, ringsum verwertbare kleinere zu finden.

Das hat sogar einigermaßen funktioniert; jedenfalls landeten ein paar noch nicht oder nicht gänzlich Zerfressene in meinem Korb. Und plötzlich stand doch da einfach so am Rande der Sommersteinpilzecke ein zwar schon beträchtlich angeknabberter, aber immer noch ansehnlicher Schwarzhütiger Steinpilz (Foto rechts). An einem sonnenbeschienenen Platz zwischen alten Eichen und Buchen lümmelte er rum.

Nach den starken Regenfällen stand das Wasser noch in den Vertiefungen und alles war noch saftig und nass. Ich  ließ ihn stehen und hoffe, dass er mit dem Aussporen den Schneckenangriffen zuvorkommt.

Erwartungsvoll bin ich dann noch einige Fichtensteinpilzstellen abgelaufen. Doch leider waren die erhofften Pilze vom Regen schon ganz aufgeweicht oder überständig. Und da die Pfifferlinge gerade so riesig sind und schön durch den Wald leuchten, konnte ich gleich noch sechs(!) neue Pfifferlingsplätze entdecken!

Parasole waren auch schon vertreten, desgleichen die Perlpilze, in allen Größen. Auch Frauentäublinge konnte ich viele finden. Da der Korb aber schon gut gefüllt war, sind nur drei in die Pilzpfanne gelandet. Es hat sich also richtig gelohnt!

Schöne Grüße, Tobias"

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Ein prima Fund für Torben auf der Wanderung bei Bad Herrenalb


Foto: Nach einem Jahr Pause von Pilzgängen und Pilzen hat Torben auf seiner Wanderung zur Teufelsmühle einen passablen Fund gemacht. In dem Stielsieb links ruht ein kompaktes  dunkles Geheimnis... (Foto © Torben)

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Torben schreibt am 18. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem ich es aus privaten Gründen im letzten Jahr gar nicht in die Pilze geschafft habe, melde ich mich nun endlich wieder mit einem eigenen Beitrag.

Eine Wanderung bei Bad Herrenalb hoch zur Teufelsmühle, die leider den Corona-Lockdown nicht überlebt hat, stellte sich auch in Bezug auf die Pilze als ziemlich lohnend heraus.

Wie man auf dem Foto sieht, waren vor allen die Pfifferlinge stark vertreten. Dazu gab es noch zwei junge Fichtensteinpilze, ein paar Flockenstielige Hexenröhrlinge, ein paar Braunkappen (Maronenröhrlinge), einen Frauentäubling sowie zwei Rotbraune Scheidenstreiflinge.

Es scheint ja doch so, dass wir dieses Mal ein gutes Pilzjahr vor uns haben werden. Jedenfalls bin ich guter Dinge, dass ich es nach der langen Pause wieder häufiger in den Wald schaffen werde.

Ich wünsche dir und allen Pilzfreunden alles Gute und natürlich reiche Beute.

Beste Grüße, Torben"





Bodenseekreis: Die lange Jagd nach den Sommersteinpilzen hat sich für Fritz endlich gelohnt


Fritz schreibt am 18. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem in ganz Baden-Württemberg Sommersteinpilze gefunden werden, hat es mir keine Ruhe gelassen und ich bin zum x-ten Mal meine Plätze abgelaufen. Und endlich wurde ich fündig.

Es gab schöne Sommersteinpilze (2. Foto rechts), ein paar Steinpilze, Gelbe Steinpilze (Laubwald-Anhängselröhrlinge), Perlpilze und auch Flockis.

An zwei Plätzen standen Pfeffermilchlinge*, ein schon hinscheidender Schönfußröhrling und ein paar Pfifferlinge. An einer Stelle gammelte ein großer Parasol vor sich hin; es hat ihn verregnet.

Viele Grüße von Fritz aus dem Bodenseekreis"

(2 Fotos © Fritz)

* Sie sind prinzipiell ungenießbare, sehr scharfe Milchlinge, die aber bei besonderer Zubereitung verträglich sind und dem Gericht eine scharfe Note mit gutem Geschmack geben

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Mannheim: Hunderte Pfifferlinge stehen noch in den Startlöchern


Foto: Ein schöner Korb Mischpilze. Erkennbar sind Pfifferlinge, Frauentäublinge, Perlpilze und ein Rotbrauner Scheidenstreifling. Auf dem 2. Foto sehen wir Rouven mit einigen schönen großen Pfifferlingen. (3 Fotos © David)

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David meldet einen Fund vom 17. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

sm 17. Juli war ich mit Sohnemann Rouven in den Wäldern um Mannheim unterwegs.

Gefunden haben wir schönste Pfifferlinge von teilweise beachtlicher Größe, außerdem viele Frauentäublinge, einzelne Rotfüße, Scheidenstreiflinge und massenhaft Perlpilze. Das Ganze in einem Laubmischwald mit einzelnen Kiefern und eingestreuten Lärchen.

Hunderte kleine Pfifferlinge standen schon wieder in den Startlöchern; wir werden also die Tage sicher nochmal vorbeischauen an dieser tollen Pfifferlingsstelle!

Vorsicht war bei den Perlpilzen geboten, denn etliche Pantherpilze waren meist in direkter Nachbarschaft zu finden. Erstfund in diesem Jahr waren auch mehrere Gallenröhrlinge an einer Stelle, wo vor zwei Wochen noch Steinpilze standen und die ersten Speitäublinge.

Viele Grüße aus Mannheim von Rouven und David"

(Nachgereicht am 21. Juli 2021)


Foto: Hier sind die Pfifferslinge obenauf. Wie schön geputzt sie sind; pfannenfertig! So soll es sein.





Zur Belohnung für das neu entdeckte Pilzgebiet gab es Rosa Lendchen an einer feinen Pfifferlings-Rieslingsoße


Foto: Selbst in einem Wald, den Michael noch nie betreten hat, wird er fündig. Sogar die sehr seltenen Rosahütigen Schwarzblauenden Röhrlinge hat er bei Graben-Neudorf entdeckt. Zur Belohnung gab's am Abend Rosa Lendchen in einer feinen Pfifferlings-Riesling-Soße zu in Butter geschwenkten Spätzle (2. Foto).

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Michael schreibt am 17. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war ich spontan in einem neuen, noch unbekannten Waldstück bei Graben-Neudorf unterwegs, das ich schon länger im Auge hatte. Es hat sich gelohnt. Überall standen winzige Pfifferlinge herum. Dazu gesellten sich Speisetäublinge und Pfirsichtäublinge.

Auch die erste Marone hat sich dort blicken lassen. Nicht unweit davon standen auch ein Gallenröhrling und einige Rotfüßchen. Von diesen drei Arten habe ich einen fotografischen Vergleich gefertigt.

Und tatsächlich konnte ich Schwarzblauende Röhrlinge in der sehr seltenen Rosahütigen Variation. Auch sie habe ich zum Vergleich mit ihrer Grundart zusammen abgelichtet.

Außerdem wuchsen in diesem Waldstück viele Europäische Goldblätter und Klebrige Hörnchen.

Am Abend bereitete ich dann rosa Lendchen in einer feinen Pfifferlings-Rieslingsoße zu in Butter geschwenkten Spätzle zu.

Viele Grüße, Michael"

(4 Fotos © Michael)

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Foto: Rosahütige Schwarzblauende Röhrlinge sind sehr selten. Für Pilzsammler sind sie wie auch die gewöhnliche Grundart seit geraumer Zeit tabu: sie enthalten giftige Inhaltsstoffe. Bereits 90 Gramm dieser Pilze begünstigen die Entstehung von Krebs.

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Foto: Zu verwechseln gibt es da eigentlich nicht viel. Wir sehen links einen Maronenröhrling, in der Mitte einen Gallenröhrling und rechts ein Rotfüßchen.


Wenn Thomas eine Pilzpause einlegt, ist es, als wenn er keine Pilzpause einlegt


Foto: Er kann's nicht lassen! Statt einer geplanten Pause von den Pilzen lag wieder das Übliche der vergangenen Wochen auf dem Tisch: Pilze. Hier Riesenboviste und Stockschwämmchen. (6 Fotos © Thomas)

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Foto: Und drei Sommersteinpilze kamen noch hinzu.


Thomas schreibt am 16. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

eigentlich wollte ich mal eine kleine Pilzpause einlegen, aber so ganz lassen das die Pilze nicht zu.

In meiner gestrigen Mittagspause fuhr ich ein bisschen mit dem Fahrrad am Rande unserer Ortschaft entlang des Hardtwaldes. 

Bis ich die Bremsen reinhauen musste, weil direkt am Wegrand ein junger Sommersteinpilz stand. Leider hatte ich weder mein Handy für ein Foto noch einen Beutel zum Transport dabei. Also sammelte ich dieses Exemplar und noch zwei weitere kleine ein und hielt sie während der Heimfahrt in der Hand.

Heute nach Feierabend fuhr ich nochmals dort hin, konnte aber keine weiteren Sommersteinpilze mehr entdecken. Deshalb schaute ich mich im näheren Umfeld noch etwas um. Bis ich ein paar weiße Bälle hinter dem Brennnesseldickicht erblicken konnte. Vier der schöneren Riesenboviste nahm ich mit und ließ zwölf weitere noch zum Wachsen stehen.

Gerade als ich wieder aufs Fahrrad steigen wollte, sah ich auf der anderen Seite des Weges ein Stück im Wald, einen Stumpf mit richtig fleischigen, teils riesigen Stockschwämmchen. Einige waren auch schon etwas überständig, aber auch hiervon nahm ich mir die noch besten Exemplare mit.

Aufgrund der momentanen Wetterverhältnisse sind sie aber derzeit auf keinen Fall etwas für Anfänger und verlangen nach einem erfahrenen Auge. Denn ihr sicherstes Bestimmungsmerkmal, der schuppige Stiel, ist durch den vielen Regen sehr stark verwaschen. Die Schüppchen sind vorhanden, aber liegen so stark an, dass sie für einen Laien nicht erkennbar wären.

Zudem wachsen momentan auch überall die Spindeligen Rüblinge, wovon ich mal ein paar Fotos von unterschiedlichen Altersstadien für den Pilzticker gemacht habe (Foto 5-8).

Am Sonntag wollen wir für einen Tagesausflug in den Kurpfalz-Park. Ich vermute, auch dort komme ich nicht so ganz an den Pilzen vorbei.

Viele liebe Grüße, Thomas"


Foto: Stockschwämmchen sind in diesen Tagen nichts für Anfänger. Weil die Stielschüppchen, ihr wichtigstes Merkmal, von den vielen und teils starken Regenfällen abgewaschen sind.


Foto: Spindelige Rüblinge 1


Foto: Spindelige Rüblinge 2


Foto: Spindelige Rüblinge 3. Mehr zum "Eichentod-Pilz" findet Ihr hier, Tageseintrag vom 6. Juli 2021.





Ein schönes buntes Körbchen für Heiko aus den Nadel- und Laubwäldern bei Calw


Heiko schreibt am 16. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich war heute Vormittag in den Fichtenwäldern bei Calw unterwegs.

Auf meiner Runde durchquerte ich sowohl Fichten- und Tannenwälder mit schönem moosigen Untergrund als auch Laubwald. In beiden Abschnitten wurde ich fündig und freute mich über mehrere Fichtensteinpilze von ausgezeichneter Qualität (z. B. 2. Foto rechts), über einige Pfifferlinge, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Maronenröhrlinge sowie einen ersten Fichtenreizker.

Ein massiver Schub von Speise- und Frauentäublingen verlockte mich, das eine oder andere Exemplar ebenfalls mitzunehmen.

So kam ein wirklich schönes buntes Körbchen zusammen (1. Foto rechts), das mich für die nächsten Wochen zuversichtlich stimmt.

Nun wünsche ich Dir und allen Pilzfreunden ein schönes Wochenende und gute Funde!

Herzliche Grüße, Heiko"

(2 Fotos © Heiko)

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Kronau: Der Pilzschub, der kein Ende kennt


Foto: "Der Pilzschub findet kein Ende", schreibt Michael über das Aufkommen der Pilze in den Wäldern um Kronau. Sommersteinpilze und Raufußröhrlinge gibt es immer noch fast massenhaft, genauso die Pfifferlinge und die Violettstieligen Pfirsichtäublinge. Und die Perlpilze klemmen sich immer irgendwie dazwischen. (4 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 15. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

der Pilzschub findet kein Ende in meinen lokalen Wäldern.

Gestern radelte ich los, als der Regen nachließ. Gefunden habe ich erneut viele Sommersteinpilze, Pfiffers, diverse Täublinge, Hainbuchenraufüße und kleine Perlpilze.

Vor die Kamera kamen mir ein kleines Nest Samtiger Pfifferlinge, eine Stinkmorchel, ein Pantherpilz, bei dem die konzentrischen Kreise der Schüppchen gut zu erkennen sind (Foto rechts) und ein kleiner Pilzsammler, der gerade einen Hainbuchenraufuß ernten wollte. 

Viele Grüße, Michael"

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Foto: Die Samtigen Pfifferlinge haben einen feinen Orangestich in ihrer gelben Grundfarbe.

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Foto: Kleiner Pilzfreund, was willst Du an dem Hainbuchenraufuß? Du bist doch schon so dick...


Ein Pilz füllt gleich eine ganze Pfanne


Foto: Es war der einzige Speisepilz, der sich bei Simons Tour in den Hochschwarzwald blicken ließ, doch der schöne Parasol war immerhin pfannenfüllend. (Foto © Simon)

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Simon schreibt am 12. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich bin momentan wenig im Wald, da die Familie bald Zuwachs bekommt. Doch einen Parasol von toller Qualität und in Kleinpfannengröße konnte ich dem Hochschwarzwald heute doch noch abringen. Leider gab es keine Pfifferlinge.

Viele Grüße, Simon"


Verrückte Pilzwelt bei Hochstetten

So weit ist es gekommen: Jetzt wachsen die Sommersteinpilze schon im Bach und aus den Bäumen


Foto: Michael kommt den Sommersteinpilzen momentan nicht hinterher mit seinen vielen Fundplätzen. Das hat zur Folge, dass wir hier nur einen Teil der Steinpilze sehen, die er insgesamt gefunden hat. Viele waren bereits überständig. In der Schale sehen wir einen Monsterpfifferling, den er auf dem 2. Foto noch einmal einzeln zeigt.


Michael schreibt am 12. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

am Wochenende waren Suri und ich in den Wäldern um Hochstetten unterwegs. An einem uns bekannten Bach entdeckte Suri vor einigen Tagen schöne Steinpilzstellen. Dort wuchsen die Steinpilze truppweise entlang der Bachuferböschung und sogar im Wasser, wie auf dem einen Bild unten gut zu sehen.

Ein Großteil der Sommersteinpilze war bereits hinüber. Besonders lustig war ein Exemplar, das aus einem Baum zu wachsen schien (2. Foto rechts).

Außerdem sammelten wir schöne und fleischige Pfiffers, Violettstielige und Grüngefelderte Täublinge, Hainbuchenraufüße, Filzröhrlinge und ein paar kleine Kaiserchampignons. Von Letzteren waren die großen Exemplare bereits vollständig flüssig. Am den Wegrändern wachsen derzeit viele Fransige Wulstlinge.

Viele Grüße, Michael und Suri"

(4 Fotos © Michael)

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Foto: So weit ist es gekommen in diesem fulminanten Pilzjahr: jetzt wachsen die Sommersteinpilze sogar schon im Bach...


Freiburg: Die Wildschweine waren ganz scharf auf Leonies Steinpilzhüte


Leonie schreibt am 12. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

man, man, man, da ist was los im Wald! Auf unseren extrem interessanten Pilztouren in den letzten beiden Tagen in und um Freiburg fanden wir so einiges. Nicht immer essbar, aber sehr interessant! 

Leider mussten wir aber feststellen, dass unsere absolute geheime Lieblingssteinspilzstelle entdeckt wurde. Nicht von anderen Sammlern, sondern wahrscheinlich von Wildschweinen, denn alles war zerwühlt, umgeschubst und angefressen. Manchmal war einfach nur der Hut abgebissen, siehe Foto.

Wir haben aber trotzdem noch einige Sommersteinpilze und riesige Pfifferlinge gefunden. Dieses Pilzjahr macht wirklich Spaß! Auch erfreue ich mich gerade sehr an dem vielen Regen, denn schon lange war der Wald nicht mehr so feucht und grün wie in diesem Sommer, das war mal dringend notwendig.

Und zur Belohnung gibt es heute ganz einfaches Omelette mit gebratenen Steinpilzen (ohne Knoblauch!) und Trüffelöl (siehe Foto rechts).

Herzliche Grüße, Leonie aus Freiburg"

(5 Fotos © Leonie)

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4 Fotos: Die Pfifferlinge waren beinahe handtellergroß, die Steinpilze aber deformiert: wir sehen rechts einen Stumpf, den die Wildschweine übrig gelassen hatten. Es ist bekannt, dass sie gerne die Hüte von Steinpilzen fressen, wie im Übrigen Kühe, zum Beispiel auf Almen, auch. Vor allem kränkelnde oder kranke Wildschweine fressen Steinpilzköpfe. Kein Wunder, enthalten sie doch eine ganze Reihe heilender Inhaltsstoffe. Sie wissen genau, was sie fressen müssen, um zu gesunden oder gesund zu bleiben!

Unten sehen wir links zwei Perlpilze, rechts ihren gefährlichen Doppelgänger, nämlich zwei Pantherpilze.





Calw: Der erste Fichtensteinpilz und viele Nadelwald-Anhängselröhrlinge


Foto: Der erste Fichtensteinpilz konnte mitgenommen werden, desgleichen einer von vielen Falschen Anhängselröhrlingen, auch Nadelwald-Anhängselröhrling genannt, weil er im Gegensatz zum Anhängselröhrling im Nadelwald wächst. Er ist erkennbar an seinem gelben Stiel. 


Heiko schreibt am 11. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

die letzten beiden Wochen konnte ich aufgrund geschäftlicher Termine und einiger Familienfeiern keine Waldbesuche machen. Umso mehr freute ich mich heute Nachmittag über eine kleine Runde in den Fichtenwäldern bei Calw mit meiner Frau und meinen beiden Töchtern.

Wir entdeckten eine große Artenvielfalt, die für Mitte Juli dort außergewöhnlich ist und die wir sicher den großen Regenmengen zu verdanken haben. Wir fanden unseren ersten Fichtensteinpilz (Foto rechts), einen Maronenröhrling, einen schönen Frauentäubling, mehrere Flockenstielige Hexenröhrlinge sowie Pfifferlinge.

Auch dieses Jahr zeigen sich wieder viele Falsche Anhängselröhrlinge. Ein junges Exemplar durfte mit. Ansonsten halten wir uns hier an das Bundesartenschutzgesetz.

Wir wünschen Dir und allen Pilzfreunden einen schönen Restsonntag.

Beste Grüße, Heiko und Familie"

(2 Fotos © Heiko)

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Schöne Rotkappen im Landkreis Böblingen


Max schreibt zu diesem Foto vom 9. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

anbei ein Bild mit schönen Rotkappen, gefunden am letzten Freitag (9. Juli 2021) im Landkreis Böblingen. Es sind aktuell sehr viele Pilze bei uns im Wald.

Liebe Grüße, Max aus Sindelfingen"

(Foto © Max)

(Nachgereicht am 13. Juli 2021)

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Auch bei Leonberg findet ein Wettrennen zwischen Pilzfreunden und Schnecken statt


Foto: Diverse Röhrlingsarten sowie zahlreiche Pfifferlingen brachten Felix und Lasse nach Hause. Vermutlich hatten sie sogar einen Königsröhrling gefunden, der jedoch schon dermaßen hinfällig war, dass er nicht mehr mit letzter Sicherheit zu bestimmen war. (2 Fotos © Felix)

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Felix schreibt am 9. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

wieder haben uns in den Wäldern rund um Leonberg viele Pfifferlinge erwartet. Und die nachwachsenden kleinen gelben Knubbel lassen auf noch mehr hoffen.

Dieses Mal waren aber auch verschiedene Röhrlinge zu finden; insgesamt war die Artenvielfalt recht hoch. Neben vielen Sommersteinpilzen fanden wir einige Bronzeröhrlinge, die allerdings zum Großteil ihre beste Zeit bereits hinter sich hatten. Dazu kamen ein Flockenstieliger Hexenröhrling und ein paar Hainbuchenraufüße sowie einige Filzröhrlinge.

Leider waren neben uns auch Scharen von Schnecken unterwegs, so dass es praktisch keinen Pilz gab, an dem nicht schon jemand herumgeschmatzt hätte. Eine rühmliche Ausnahme bildete ein schönes Jungexemplar von einem Gelbporigen Raufuß, der gänzlich unversehrt war (Foto rechts).

Leider ließ sich kaum erkennen, ob Lasse einen Königsröhrling gefunden hat, denn der rosafarbene Hut war nur noch in Fragmenten vorhanden. Die zitronengelben Röhren, der ebenfalls gelbe Stiel und die Tatsache, dass wir hier schon öfters und an verschiedenen Stellen Königsröhrlinge gefunden haben, waren nicht eindeutig genug.

Viele Grüße Lasse und Felix"


Achtung Sterneköche, bitte dies nicht lesen:

Rührei mit Pfifferlingen und Nelkenschwindlingen zum Schnitzel vom Hasenstäubling mit gebratenen Petersilien-Täublingen und knusprigen Chips vom Hexenei


Foto: Eines sei versichert: Wenn man, wie gerade der Bearbeiter dieser Pilznachricht, richtig Kohldampf schiebt, fällt es wirklich nicht leicht, solch eine Pilznachricht online zu stellen... (Foto © Thomas)

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Thomas schreibt am 8. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ein Fund wie der gestrigen muss bei diesen schwül-warmen Wetterverhältnissen ganz schnell verarbeitet werden. Die Schwiegereltern haben natürlich einige der Steinpilze abbekommen und bis auf die jungen und knackigen wurde ein großer Teil der gesammelten Röhrlinge umgehend getrocknet.

Ein Teil der Pfifferlinge und der Filzröhrlinge, die Goldblätter und der Fransige Wulstling wurden gestern Abend schon verspeist. Also gab es heute Pilze an Pilzen mit Pilzen zu Pilzen. Und dazu noch ein schönes kühles Pils.

Und zwar gab es: Rührei mit Pfifferlingen und Nelkenschwindlingen zu vegetarischem Schnitzel vom Hasenstäubling mit gebratenen Petersilien-Täublingen und knusprigen Chips vom Hexenei.

Alles recht einfach gehalten, aber lecker wie „Sau" und zudem eine Eiweißbombe der gesunden Art. Mehr Pilz geht fast nicht.

Und so habe ich den Schmaus zubereitet:

Die äußere Schicht (Haut) der Hasenstäublinge entfernen und in 2-3 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Mit Salz und Pfeffer einmassieren, mehlieren, in Ei wenden und panieren. Anstatt Salz und Pfeffer kann man auch etwas gekörnte Brühe mit dem Mehl vermischen. Sehr lecker, nur darf das kein Sternekoch mitbekommen. Anschließend in reichlich Butter goldbraun ausbacken.

Pfifferlinge in Butter ein bis zwei Minuten anbraten, Nelkenschwindlinge für weitere ein bis zwei Minuten dazu, eine klein gehackte Schalotte kurz mit anschwitzen, würzen und beliebige Rühreimischung dazugeben und abschmecken.

Täublinge je nach Größe und Wunsch halbieren, vierteln oder achteln. In Butter unter mehrfachem Wenden 4-5 Minuten anbraten und würzen. Gehackte Petersilie hinzu und kurz durchschwenken.

Bei den Hexeneiern die äußere Hülle, die Gallertschicht und das innere Häutchen entfernen und in zwei bis drei Millimeter dünne Scheibchen schneiden. In neutralem Pflanzenöl bei geringer Hitze braten, bis sie knusprig sind und mit Salz würzen. Passt auch sehr gut zum Dippen in Kräuterquark oder Frischkäse.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Da geriet Delil am Belchen ins Schwärmen: So viele schöne Pfifferlinge!


Foto: Eierschwammerl, Reherl, Pfifferlinge aus dem prallen Waldleben! Schöner als hier von Delil fotografiert, könnten sie kaum dastehen und das Herz des Pilzsammlers erfreuen. (3 Fotos © Delil)

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Delil schreibt am 8. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm, 

um ein wenig Kraft zu tanken, zog es mich rund um den höchsten Berg des südlichen Schwarzwalds, der Belchen. Lange musste ich auf den ersten Erfolg dieses Jahres warten, bis ich plötzlich auf eine mit Moos bedeckte Steile traf, die ich bislang noch nie beachtet hatte.

Ich traute meinen Augen kaum: Pfifferlinge, wohin ich sah. Von bester Qualität. Vorsichtig durchquerte ich diesen Platz und begann mit der Lese kleiner, mittlerer und großer, immer aber wunderschöner Pfifferlinge.

Nachdem ich mein Körbchen gefüllt hatte (Foto rechts) und mich auf den Rückweg zum Auto begab, traf ich auf einen weiteren Pilzsammler, mit dem ich meine Freude teilen konnte. 

Ich freue mich schon heute auf die nächsten Erfolge! 

Bis dahin, Delil"

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Foto: So schöne Pfifferlinge! Und ein Sommersteinpilz hatte sich auch noch in Delils Korb und auf dieses Küchenfoto gemogelt.





Und das im Pilz-Paradies Kronau:

»Eine solche Pilzschwemme gab es hier schon lange nicht mehr«


Foto: Michaels Korb war so rasch gefüllt wie ganz lange nicht mehr. Kein Wunder: "Unzählige Pilze zieren derzeit den Waldboden" (4 Fotos © Michael)

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Foto: Das ist mal wieder ein Pilzmosaik! Michael zeigt uns einen mächtigen Block von Sommersteinpilzen (links), Pfifferlingen und Violettstieligen Pfirsichtäublingen (hellgelb, rechts unten), Hainbuchenraufüßen (über den Pfifferlingen) sowie diverse weitere Täublingsarten rechts daneben.


Michael schreibt am 8. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

mein regionaler Wald bei Kronau scheint mit seinem Pilzreichtum förmlich zu explodieren. Der Korb war schnell wie selten voll. Unzählige Pilze zieren derzeit den Waldboden. Eine solche Pilzschwemme gab es hier schon lange nicht mehr. Wir sind schließlich immer noch in einem badischen Wald und nicht in Tschernobyl.

Aufgefallen ist, dass hier die Perlpilze in direkter Nachbarschaft mit den Pantherpilzen wachsen, was ich auf einem Foto dokumentiert habe was für unerfahrene Sammler schnell böse ausgehen kann.

Auch die Bronzeröhrlinge sind mit 19 von mir gezählten Fruchtkörpern nachgewachsen. Von den zuletzt 18 stehengelassenen waren alle Hüte weggefressen und allenfalls teilweise noch Stielreste zu sehen.

Gesammelt habe ich Sommersteinpilze, diverse Täublingsarten, Hainbuchenraufüße, einige Perlpilze sowie Pfifferlinge, die immer noch in Massen nachwachsen.

Viele Grüße, Michael"


Foto: Die Sommersteinpilze lungern überall in Trupps herum.


Foto: Hier heißt es, gehörig auf der Hut zu sein! Wir sehen links einen Perlpilz, rechts einen Pantherpilz. So dicht stehen Speisegenuss und Pilztod nebeneinander!

Der Pantherpilz verrät sich mit der konzentrischen Anordnung seiner weißen Schüppchen. Der Perlpilz rötet in allen Teilen (hier am Hut) und hat graue Schüppchen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist hier nicht zu sehen: Perlpilze haben eine geriefte, Pantherpilze eine ungeriefte Manschette.





Staunen über so viele Pfifferlinge wie noch nie und über eine so frühe starke Artenvielfalt im Schönbuch


Foto: So viele und vermutlich auch so schöne Pfifferlinge hat Renate an ihren beiden Plätzen im Schönbuch noch nie gefunden. Seit über 30 Jahren geht sie hier ihre Plätze ab! (4 Fotos © Renate)

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Renate schreibt am 8. Juli 2021:

"Guten Abend, lieber Heinz Wilhelm,

im Schönbuch tut sich allerhand. So konnte ich mich gestern bei meinem fünfstündigen Gang über eine beachtliche Artenvielfalt an Pilzen freuen.

Der Wald ist momentan sehr nass, was für uns Pilzfreunde die Gefahr birgt, dass bei nochmaligen kräftigen Regenfällen die Pilze massenhaft verfaulen könnten.

meinem 5stündigen Gang durch die dortigen, sehr nassen Wälder entdecken.
Aus der Gattung der Wulstlinge habe ich Perlpilze, Graue Wulstlinge und bereits einige Knollenblätterpilze gesehen.

Es ist für mich erstaunlich, wie viele Pfifferlinge in den letzten 10 Tagen nachgewachsen sind. Für gewöhnlich gibt es dort kaum welche. Aber wir befinden uns, wie bundesweit zu beobachten ist, in einem sehr starken Jahr der Pfifferlinge, und das schlägt auch im Schönbuch sichtlich durch. So viele habe ich jedenfalls an meinen beiden Stammplätzen noch nie gefunden.

Was mich außerdem erfreut: Die schönen Gelbporigen Raufußröhrlinge bevölkern wirklich sehr, sehr zahlreich "meinen" relativ kleinen Wald aus Buchen und Eichen. Es gefällt ihnen dort, und sie versuchen vergeblich, sich unter den vielen Schösslingen zu verstecken. Ihre zitronengelbe Hutfarbe ist zu verräterisch. Weil sie ja eigentlich selten sind, habe ich nur einige wenige Exemplare mitgenommen und die meisten dort gelassen.


Foto: Hier sehen wir von den vielen Gelbporigen Raufüßen, die Renate gefunden hat, noch ganz junge Exemplare.

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Foto: Und hier zwei Erwachsene, die uns zeigen, wie erfrischend zitronengelb ihre Poren sind.

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Im Fichtenwald haben sich die ersten Fichtensteinpilze durch das durchnässte Moos gedrückt. Zwar waren die Schnecken auch schon da, aber ihr Appetit hielt sich erfreulicherweise in Grenzen.

Hingegen war die zweite Generation der Sommersteinpilze, die ich bald darauf unter Eichen gefunden habe, von sehr schlechter Qualität. Die Pilzfliege hatte ihre Arbeit sehr gründlich erledigt, und so waren sämtliche Stiele nicht mehr zu gebrauchen. Auch von den Hüten blieb nicht allzu viel übrig.

Schon bei den mittleren und ganz jungen Exemplaren, vielleicht zwei, drei Tage alt, hatte ich den Eindruck, dass sie schon verwurmt aus der Erde gekommen war. Wie schade.

Ein schöner Flockenstieliger Hexenröhrling und einige Schiefknollige Anisegerlinge komplettierten meine Sammlung. Über diese unerwartete Artenvielfalt habe ich mich sehr gefreut, für mich war sie unüblich zu dieser Jahreszeit.

Herzlichen Dank, lieber Heinz-Wilhelm, und viele liebe Grüße an Dich und
alle Pilzler von Renate"

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Foto: Einer der Fichtensteinpilze, die sich durchweg im besseren Zustand präsentierten als die stark verwurmten Sommersteinpilze.


Mit dem Schwiegervater strammen Schrittes auf den Spuren der Pilzvielfalt im Karlsruher Hardtwald


Foto: Einen herrlichen Fund gab es für Thomas und seinen Schwiegervater. Zu dem imponierenden Block der Sommersteinpilze gab es viele Arten Sommerspeisepilze, die am Ende zwei Körbe bis oben hin füllten. Thomas zählt sie in seiner lesenswerten Pilznachricht alle auf. (9 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 7. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute nahm ich zur großen Ernte mal meinen Schwiegervater mit in den Karlsruher Hardtwald. Er kann ordentlich marschieren, hat Spaß bei der Pilzsuche und wir können zwei Körbe füllen.

Gesammelt haben wir eine schöne Auswahl an Röhrlingen wie, eine Menge Sommersteinpilze und Hainbuchenraufüße, die an allen Stellen mit mehreren Exemplaren parat standen.

Außerdem waren es Braune Filzröhrlinge, Blutrote Röhrlinge, Ziegenlippen, Rotfußröhrlinge und vier junge knackige Netzstielige Hexenröhlinge sowie ein Hasenröhrling und ein paar Europäische Goldblätter aus der Gattung Blätterröhrlinge.


Foto: Wenn man mit dem Schwiegervater einen Waldgang macht und auf Artenvielfalt aus ist, darf diese Pilzart natürlich nicht im Korb fehlen. Wir sehen einen kleinen Trupp von Sommersteinpilzen.


Foto: Er wurde kaum einmal als Einzelpilz auf dieser Website gezeigt, deshalb gibt sich hiermit die Ehre: der Braune Filzröhrling, ein prima Speisepilz. Seine nicht minder wohlschmeckenden Geschwister sind der Samtige Filzröhrling sowie - als Leitpilz der Gattung Filzröhrlinge - die Ziegenlippe.

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Stehen gelassen haben wir hingegen ein paar Birkenpilze aufgrund der vielen Hainbuchenröhrlinge und die inzwischen als giftig eingeordneten Schwarzblauende Röhrlinge.

An Blätterpilzen sammelten wir Grüngefelderte Täublinge, Frauentäublinge, einen Grünen Speisetäubling, Violettstielige Pfirsichtäublinge, zwei Fleischrote Speisetäublinge und einen Fransigen Wulstling.

Hinzu kamen noch zwei Hasenstäublinge und drei Hexeneier mit vier, sechs und acht Zentimetern Durchmesser. Zu guter Letzt kamen noch ein paar Pfifferlinge, sowohl Blasse als auch Echte in den Korb.


Foto: Ein sehr schöner Grünfelderiger Täubling, einer der köstlichsten Speisepilze auf europäischem Boden.

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Foto: Zwei Frauentäublinge, hier in einer etwas blasseren Variante.


Foto: Auch der Violettstielige Pfirsichtäubling wurde hier kaum einmal in einer Einzelaufnahme gezeigt. Ein ausgezeichneter Speisepilz, dessen Stiel im jungen Alter noch rein weiß ist.


Foto: Dieses Bild mit einem Hasenstäubling überrascht etwas: ich habe diese wohlschmeckende Pilzart bislang ausschließlich auf Rasen beziehungsweise Weideland gefunden. Aber er scheint sich im lockeren Blätter-Boden-Gemisch ausgesprochen wohl zu fühlen, geht man nach seinem Aussehen.


Als kleine Beigabe habe ich einen jungen Rotfußröhrling im direkten Vergleich zu einem Europäischen Goldblatt fotografiert. Hier ist schön zu sehen, welch große Ähnlichkeit die beiden von oben gesehen doch haben.

Auf eine weiterhin so tolle Pilzsaison mit großer Vielfalt!

Viele liebe Grüße, Thomas"


Foto: So sind der Rotfußröhrling (links) und das Europäische Goldblatt kaum voneinander zu unterscheiden. Ganz anders sieht das aus,...


Foto: ...wenn man die PIlze umdreht. Obwohl das Goldblatt Lamellen hat, wird es wegen genetischer Übereinstimmungen eher den Pilzen mit Röhren zugeordnet. Dieser Pilz gehört der Gattung Blätterröhrlinge an.


Ein kleines Träumchen sind sie, die Perlpilze; ein Albtraum hingegen die Walddurchlichtung


Foto: Zwei Arten Pfifferlinge und Perlpilze. Letztere schätzt Thomas sehr. Er beschreibt in seiner Pilznachricht, wie simple er sie zubereitet und genießt. (8 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 4. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

am heutigen Sonntag nahm ich die siebzig Kilometer einfache Fahrt vom Campingplatz Rülzheim in den nördlichen Schwarzwald gerne in Kauf. Obwohl das Absuchen der teilweise steilen Osthänge ganz schön anstrengend war, sprangen endlich auch meine ersten Pfifferlinge 2021 dabei heraus. Auch die ersten noch kleinen Samtpfifferlinge (3. und 4. Foto) ließen sich blicken.


Foto: Hier sehen wir gewöhnliche Pfifferlinge...


Foto: ... und hier Samtige oder Samtpfifferlinge.


Auch waren wieder einige schöne madenfreie Perlpilze zu finden, die ich natürlich nicht stehen ließ. Auch heute war wieder ein Exemplar dabei, dass sehr starke Rottöne aufwies, so dass er für einen Laien einem Fliegenpilz stark ähnelte. Auf dem Foto mit dem Gesamtfund erkennt man aber an der Rückseite des in der Mitte liegenden Exemplares klar den Perlpilz.

Am liebsten esse ich Perlpilze schon etwas aufgeschirmt und ganz simpel zubereitet. Einfach nur den Stiel kurz unterhalb des Hutes abgeschnitten, die Huthaut abgezogen und mit Butter in der Pfanne beidseitig angebraten, bis die Lamellen kross sind. Mit Salz und etwas Pfeffer gewürzt, sind sie ein kleines Träumchen (mehr dazu siehe hier, Tageseintrag vom 15. August 2017).


Foto: Dieser Perlpilz scheint sich derart zu schämen, dass er vor Röte schon einem Fliegenpilz gleicht. Dank seiner Rückseite, hier nicht sichtbar, gibt er sich aber deutlich als Perlpilz zu erkennen, siehe das Foto oben mit dem Gesamtfund.

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Foto: Strubbelkopfröhrlinge schmecken muffig-abweisend und können zum Verzehr nicht empfohlen werden, weshalb sie hier als ungenießbar klassifiziert werden.

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Was derzeit auch sehr stark im Kommen ist, sind die Strubbelkopfröhrlinge. Allerdings taugen sie geschmacklich kaum bis gar nicht als Speisepilz.

Faszinierend an vielen meiner damals guten Pfifferlingsstellen ist, dass dort nun etliche Langstielige Dufttrichterlinge (Weiße Anistrichterlinge) wachsen, die hier sonst nie so zahlreich wuchsen.


Foto: Langstielige Dufttrichterlinge, auch Weiße Anistrichterlinge genannt, enthalten das auf das Nervensystem einwirkende Gift Muskarin.

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Die meiste Zeit und auch Nerven raubten meine ehemals besten Stellen für Pfifferlinge. Zwei Fotos zeigen das Chaos, das die Forstarbeiter immer öfter hinterlassen, wenn sie neue Rückegassen ziehen und auf beiden Seiten davon noch etliche Bäume herausnehmen. Alles Kleinholz wird liegen gelassen, die volle Sonne knallt auf den Boden und die Vegetation ändert und verdichtet sich dort.

Eine sehr interessante Begegnung hatte ich auf dem Rückweg zum Auto. Nämlich mit dem Verantwortlichen für diese Forst- und Fällarbeiten. Ein Jäger, der mir erzählte, dass hier eines seiner Jagdgebiete sei und er mehrere neue Hochsitze aufstellen wolle und die Lichtungen benötigt.


Foto: Waldverwüstung 1: Es bleibt nicht beim Schlagen einer Rückegasse, auch seitab werden etlich Bäume gefällt. Und as in einem intakten Laub- beziehungsweise Rotbuchenwald. 

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Foto: Das Geäst bleibt sich selbst überlassen; es braucht lange, ehe es als Humus wieder in den Boden eingeht. Zurück bleiben nach der Baumentnahme lichte Stellen, wo die direkte stundenlange Sonneneinstrahlung das bisherige organische Leben zerstört.


Als ich ihm erklärte, dass dies eine meiner besten Pfifferlingstellen war und er nicht wusste, dass verschiedene Pilze an nestimmte Bäume gebunden sind, sagte er leicht bedauernd und mitfühlend: „Das tut mir jetzt echt leid." Ich habe es ihm abgenommen!

Und dass der Pfifferling hier nicht ganz ausgelöscht wurde und dennoch wächst, mitunter an ganz neuen Stellen, stimmt mich zuversichtlich.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Große Lese bei Mannheim

Endlich einmal am richtigen Tag gekommen: Thomas und Markus im Paradies der Sommersteinpilze


Foto: Präsentation auf dem Backblech (links) und Backgitter (rechts). Thomas und Markus hatten bei den Sommersteinpilzen den Tag der Tage erwischt. So viele haben sie lange nicht mehr gefunden. Und abgesehen von erträglichem Schneckenfraß war nahezu jeder Pilz von ausgezeichneter Qualität. (4 Fotos © Thomas)

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Markus schreibt am 3. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute waren wir in der Nähe von Mannheim auf der Suche nach Sommersteinpilzen. Nachdem wir in letzter Zeit bei einigen Versuchen nur mäßigem Erfolg hatten und jeweils bestenfalls ein Dutzend durchschnittlicher Sommersteinpilze fanden, war es heute anders. Nach dem vielen Regen kam doch noch der erhoffte Wachstumsschub.

In einem kleinen Waldstück mit mittelgroßen Eichen fanden wir viele frisch gewachsene Sommersteinpilze, alle von bester Qualität, wie das erste Foto rechts verdeutlichen soll: ganz fest und madenfrei, lediglich hie und da von einer Schnecke angeknabbert. Schwüle und Stechmücken waren beim Sammeln auf einmal vergessen. An einigen Stellen wuchsen bis zu 40 Pilze auf einem Fleck, wie das zweite Foto rechts zeigt.

Wir freuten uns, dass wir dieses Jahr endlich einmal wieder den richtigen Zeitpunkt erwischt haben, denn nichts ist frustrierender, als zwei Tage zu spät zu kommen. Betonen möchten wir an der Stelle, dass wir die meisten großen Exemplare haben stehen lassen, damit sie ihre Sporen verteilen können.

Viele Grüße, Thomas und Markus"

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Foto: Ansicht einer Teilsammlung von Sommersteinpilzen im Wald. Obwohl sie viele große Exemplare stehen ließen, war es für sie eine fantastische Lese.

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Michaels fulminanter Fund bei Kronau

Ein Vergleich zwischen Bronzeröhrling und Sommersteinpilz sowie zwischen drei Arten Pfifferlingen


Foto: Und hier mal wieder eines der geradezu sagenumwobenen Pilzmosaike von Michael, der sich alle Zeit der Welt nimmt, um seine Funde stets attraktiv und übersichtlich zu präsentieren. Bei der Masse der hellen Täublinge handelt es sich um Lilastielige Pfirsichtäublinge. (5 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 3. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich mit Suri an meinen Pilzplätzen um Kronau.

Die Pfifferlinge wachsen immer noch in Massen. Auch die Täublinge sind aktuell stark am kommen; rechts ein Foto mit Fleischroten Speisetäublingen. Die Sommersteinpilze haben bereits ihren nächsten Schub.

An einer meiner drei Stellen entdeckten wir ein Nest von 28 Bronzeröhrlingen, von denen wir lediglich zehn mitnahmen. An den Stellen, an denen der Forst durchgepflügt war, wuchsen seither keine Bronzeröhrlingen mehr.

Neben einem fotografischen Vergleich von Sommersteinpilz und Bronzeröhrloing habe ich auch ein Foto mit dem Vergleich von Blassen Laubwaldpfifferlingen, Pfifferlingen und Samtigen Pfifferlingen mitgesandt.

Außerdem landeten noch zwei kleine Flockis und ein Hainbuchenraufuß im Körbchen.

Viele Grüße, Michael und Suri"


Foto: Zwei Bronzeröhrlinge, auch Schwarzhütige Steinpilze genannt. Sie wachsen bei Eichen oder Edelkastanien auf wärmebegünstigtem, trockenem und lehmigem Boden. Die Pilzart ist in Mitteleuropa weit verbreitet, aber nicht häufig. Ihre Stiele sind dunkler braun getönt als die von Sommersteinpilzen, auch ihre Hüte sind dunkler, bronzefarben bis fast schwarz. Geschmacklich verdienen sie sich - wie kaum anders zu erwarten - mit ihrem nussartigen Aroma die Schulnote 1.


Foto: Ein Vergleich zwischen Sommersteinpilz und Bronzeröhrling. Der Bronzeröhrling (rechts) ist in seiner Gesamtaussage deutlich dunkler als der Sommersteinpilz. Beide wachsen an den gleichen Standorten (neutrale, gehaltvolle Böden), der Sommersteinpilz in der Regel rund einen Monat früher. Weitere Begleiter an Standorten dieser beiden Edelröhrlinge sind Pfifferlinge, diverse Täublingsarten und Pfeffermilchlinge sowie der seltene Goldporige Röhrling (Kirschroter Goldröhrling).


Foto: Ein sehr schöner Vergleich mit drei Pfifferlingsarten: wir sehen links Blasse Laubwaldpfifferlinge, in der Mitte einen (gewöhnlichen) Pfifferling und rechts Samtige Pfiferlinge.

Vielen Dank für die erhebliche Mühe, die Du Dir gemacht hast, lieber Michael!





Leonberg: Viele herrliche Pfifferlinge für Lasse und Felix und die Nachbarin


Felix schreibt am 2. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem wir letztes Wochenende bei Leonberg bereits reichlich Pfifferlinge gefunden hatten, waren wir heute aufgrund des vielen Regens voller Hoffnung. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Neben 9 jungen knackigen Sommersteinpilzen, die fast sämtlich frei von Maden waren, sowie ein paar Filzröhrlingen konnten wir unseren Korb bis zum Rand mit Pfifferlingen im besten Alter füllen (Foto rechts).

Die Pilze waren richtig schön anzusehen. Ein paar davon waren regelrechte Riesen und trotzdem noch fest. Das war ein wirklich schöner Abendspaziergang. So konnten wir heute endlich endlich auch unserer netten Nachbarin ein paar Pilze fürs Abendessen abgeben.

 Viele Grüße, Lasse und Felix"

(Foto © Felix)

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Schneckenplage im Schwäbisch-Fränkischen Wald

Die Sommersteinpilze regen sich schon wieder - die Fichtensteinpilze auch


Foto: Dieser junge Sommersteinpilz könnte einen Zwischenschub seiner Art ankündigen, denn der erste große Schub der Sommersteinpilze ist beendet. (Foto © Heiko)

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Heiko schreibt am 30. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich war heute Vormittag im Schwäbisch-Fränkischen Wald für zwei Stunden auf Sommersteinpilzsuche. Und kann vermelden, dass ich trotz der allgemeinen Ruhephase dieser Pilzart noch einmal 11 Exemplare gefunden habe.

Nach den vielen Gewittern und fast 40 Litern Regen pro Quadratmeter vor zwei Tagen zeigte sich an den mehrheitlichen Buchenwaldhängen auch schon der ein oder andere junge Fichtensteinpilz, womit ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet hatte.

Momentan ist jeder Meter Waldboden bei uns wirklich von Unmengen an Nacktschnecken bedeckt. Sieht man mal den Pilz vor lauter brauner und dunkler Blätter nicht, lohnt es sich durchaus, nach den roten Mitwettbewerbern Ausschau zu halten. Denn dort versteckt sich nicht selten auch der Speisepilz.

Einen herzlichen Gruß Dir, lieber Heinz-Wilhelm, und allen anderen Pilzjägern auf Deiner Seite!

Heiko"


Immer wieder erstaunlich, was der kleine Pfifferlingsplatz im Schönbuch für Renate bereithält


Foto: Hier ist nur ein Teil der Pfifferlinge zu sehen, die Renate bei Ihrem Pizlgang im Schönbuch gefunden hat. (4 Fotos © Renate)

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Renate schreibt am 28. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

heute habe ich bei großer Hitze und sehr hoher Luftfeuchtigkeit einen ganzen Tag im Schönbuch verbracht.

Sehr gefreut habe ich mich über die ersten Gelbporigen Raufußröhrlinge, die in einem Laubmischwald jedes Jahr in großer Zahl wachsen und mit ihren leuchtend gelben Hüten schon aus der Entferung ihren Standort verraten. Letztes Jahr gab es leider keine - es war zu trocken gewesen.

Im selben Laubwald gibt es auch einen meiner Pfifferlingsplätze. Obwohl er nur von geringer Fläche ist, staune ich immer wieder über die Menge, die er hervorbringt. Auf dem Foto ist nur ein Teil meines heutigen Fundes zu sehen.

Einen weiteren kleinen Platz gibt es in einem Nadelwald, in dem auch vereinzelt junge Buchen stehen. Dort konnte ich unter einer einzigen Buche mindestens 20 Pfifferlinge in mittlerer Größe ernten. Morgen gibt es Pfifferlinge mit selbstgemachten Semmelknödeln.


Foto: Der Gelbporige Raufuß mit dem unvergesslichen botanischen Namen Leccinum crocipodium ist ein seltener Pilz. Er wächst bei Eichen oder Buchen. Seine Röhren sind gelb bis oliv- und braungelb. Er ist ein guter Speisepilz.

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Sehr üppig sprießen zur Zeit die ersten Perlpilze in den Wäldern im Schönbuch, in die ich komme. Sie wachsen überall, sogar mitten auf den Waldwegen, unter Buchen- oder

Eichenschösslingen oder auch im Nadelwald im weichen Moos.

Nach wie vor regiert aber der Graue Wulstling, und zwar nicht nur in den Nadelwäldern, sondern auch in den Laubmischwäldern. Er wächst in großer Zahl einfach überall, wohin man schaut. Wegen seines geringen Speisewertes und der Verwechlungsgefahr mit dem Pantherpilz sammele ich ihn nicht.

Auch die wunderbaren Frauentäublinge wachsen sehr üppig im Moment. Meist sind sie zumeist von guter Qualität, haben wenig Schneckenfraß und kaum Madenbefall. Gerade kann ich aus meinem Bürofenster sehen, dass dort, wo ich bis vor wenigen Stunden gewesen bin, ein heftiges Gewitter wütet. Der Himmel ist bedrohlich gelb, und ich vermute, dass es dort auch hagelt.

In den letzten Tagen hatten wir hier sehr viel Regen. Fast täglich kam reichlich Wasser vom Himmel, allerdings sehr oft in Verbindung mit einem Unwetter. Aber die Wälder sind gut durchfeuchtet, so dass man auf ein ertragreiches Pilzjahr hoffen kann. Vergangenes Jahr sind wir hier im Schönbuch ja nicht gerade mit üppigem Pilzwachstum gesegnet
gewesen.

Alles Liebe und herzliche Grüße Dir und allen Pilzlern von Renate"

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Foto: Diese überaus prächtigen Perlpilze zeigen sich im unverwechselbaren zarten Schweinchenrosa.

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Foto: Dies war der einzige Sommersteinpilz, den Renate fand. Die Pilzart ist, wie auch der  Flockenstielige Hexenröhrling, erst einmal durch im Schönbuch.





Bodenseekreis: Pfifferlinge und ein Anhängselröhrling


Fritz schreibt am 28. Juni 2021:

"Guten Morgen Heinz-Wilhelm,

nachdem ich einige Tage weg war, suchte ich heute meine nahegelegenen Pilzplätze auf in der Hoffnung, die ersten Pfifferlinge und vielleicht auch noch den ersten Sommersteinpilz zu finden.

Mit den Pfifferlingen hatte ich Glück, ich fand auf drei meiner Plätze insgesamt fast 1 Kilogrann. Außerdem einen Frauentäubling und einen Anhängselröhrling. Diese Pilzart tritt bei uns seit 10 Jahren stark auf. Ich finde sie die letzten Jahre häufiger als Fichtensteinpilze. Das Problem ist allerdings, dass sie zu 80% von Maden befallen und zerfressen sind.

Viele Grüße von Fritz aus dem Bodenseekreis!"

(Foto © Fritz)

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Schwäbisch-Fränkischer Wald: Vier Sommersteinpilze für Merle


Foto rechts: Vier Sommersteinpilze hat Merle am Sonntag, 27. Juni 2021, mit ihrem Papa Heiko im Schwäbisch-Fränkischen Wald gefunden. (Foto © Heiko)

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Außer Flockenstieligen Hexen gab es am Titisee keine weiteren Pilze


Heiko schreibt am 26. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war heute mit der Familie am Titisee. Bis auf ein paar richtig schöne Flockis (siehe Foto) gab es keine Pilze! Keinen Pfifferling, keinen Perlpilz, nichts! Vielleicht liegt es auch daran, dass die Region aufgrund der vielen Regenfälle und niedrigen Temperaturen einfach noch nicht liefert.

Liebe Grüße, Heiko"

(Foto © Heiko)

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Südwestlicher Schwarzwald: Zwischen den Gewittern schnell in die Pilze, die gut wachsen


Pilzfreund Oliver beschreibt das Wetter, das momentan im südwestlichen Schwarzwald herrscht, als ideal für Pilze: "Es ist warm und gibt immer wieder Gewitter. Und zwischen zwei Gewittern springe ich schnell in den Wald." Da wachsen Steinpilze (Foto rechts), Flockenstielige Hexen und Pfifferlinge.

Oliver freut's - so darf es gerne weitergehen.

(3 Fotos © Oliver)

25. Juni 2021

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2 Fotos: Wie in vielen Gegenden, so gibt es jetzt auch im Schwarzwald Pfifferlinge. Erst in Gras und Laub, dann im Korb.


Das stinkt Thomas gewaltig: Uralte Steinpilzopas und ein Fliegenliebling


Foto: Man sieht's auf den ersten Blick: die Sommersteinpilze in der Region Karlsruhe sind erst einmal durch. Stattdessen gab es für Thomas Frauentäublinge und Fleischrote Täublinge (hinten und Mitte), zwei Ziegenlippen (links) sowie einige Hainbuchenraufüße (unten rechts). (7 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 25. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

auch hier im Hardtwald nördlich von Karlsruhe sind die Sommersteinpilze erst mal durch. Mittlerweile stehen nur noch uralte stinkende Steinpilzopas mit teilweise fünfundzwanzig Zentimetern Hutdurchmesser und mehr herum.

Dafür konnte ich gestern aber einige Frauentäublinge, Fleischrote Speisetäublinge sowie wunderschöne Hainbuchenröhrlinge und zwei Ziegenlippen finden.

Und wie auf Bestellung von Heike aus Thüringen konnte ich eine erste Stinkmorchel erriechen. Allerdings war die Gleba an diesem Exemplar schon komplett von Fliegen abgesaugt. Obwohl die ganze Umgebung danach stank, konnte ich aber keine weiteren Stinkmorcheln oder Hexeneier mehr finden.

Ich hoffe nun, dass sich meine zerstörten Pfifferlingswälder etwas erholen konnten und die Fruchtkörper so langsam vielleicht auch durchstarten werden. Bei meinem Kontrollgang am Mittwoch konnte ich zumindest mal feststellen, dass es immer mehr Stellen werden, an denen sich die kleinen Goldschätze in Form von Echten Pfifferlingen zeigen.

(Blau = ungenießbar)


4 Fotos: Täublinge sind Wärmeliebhaber, ihre stärkste Zeit dauert in der Regel von Mitte Juli bis Mitte August. Hier sehen wir einen jungen Fleischroten Speisetäubling (oben links) sowie einen Frauentäubling mit seinen typischen Violett-Grün-Tönen (rechts daneben). Links unten einige Pfifferlinge, über deren Wachstum in teils zerstörten Gebieten sich Thomas besonders freute. Und rechts daneben soll bildlich nach langer Zeit auch mal wieder eine Stinkmorchel zu Ehren kommen, die Thomas mit ihrem Odeur begrüßte.

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Da es hier im Nordschwarzwald im Schnitt nicht ganz so warm ist wie im Flachland und es auch ein Nadel-Laub-Mischwald ist, dauert es hier generell etwas länger, bis die Pfifferlinge erscheinen. Überwiegend wächst in diesen Gebieten der Amethystschuppige Pfifferling, der im Allgemeinen ohnehin ein bis zwei Wochen länger benötigt.

Meine früheste Ernte konnte ich im Rekordjahr 2014 am 29. Juni mit knapp 2 Kilogramm einfahren.Über das Jahr verteilt, kamen am Ende mehr als 10 Kilogramm zusammen. 2011 und 2017 kam es zu einer ähnlichen Menge.

Hoffentlich sparte sich der Pfifferling im letzten Jahr, in dem kräftig geforstet wurde, seine ganze Kraft auf und erfreut mich in diesem Jahr. Da ihm aber wahrscheinlich einige Baumpartner genommen wurden, rechne ich nicht mit solchen Massen. Ich bin erstmal froh, dass überhaupt noch Pfifferlinge erscheinen.

Liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde, Thomas"


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Foto: Die "kleinen Goldschätze" (Thomas) zeigen sich wieder. Die Stellen, an denen Thomas junge Pilze fand, häuften sich.

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Foto: Der Hainbuchenraufußröhrling ist an der bei ihm stehenden Baumart zu erkennen. Desgleichen z. B. der Pappelraufuß.





Es pfiffert gewaltig in den Wäldern um Kronau: »Wir hätten locker fünf weitere Körbe vollmachen könne


Michael schreibt am 24. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich meine Sommersteinpilzstellen im Bereich Kronau aufsuchen.

Ich stellte fest, dass nur noch vereinzelt ein paar vergammelte Pilze herumstanden und keine kleinen mehr nachwuchsen. Diverse Täublinge, vereinzelt Perlpilze und Hainbuchenraufüße stehen dafür in den Startlöchern.

Zahlreiche Schwarzblauende Röhrlinge konnte ich finden die ich allerdings, aufgrund ihrer Giftigkeit*, schweren Herzens stehen ließ.

Der Pilzgang hat sich dennoch gelohnt. Meine Prognose für ein gutes Pfifferlingsjahr traf nicht nur ein, sondern wurde sogar übertroffen. An allen mir bekannten intakten Stellen pfifferte es gewaltig. Abertausende Pfifferlinge in allen Größen (Ein kleiner Ausschnitt siehe 2. Foto rechts).



Foto: Von den vielen Pfifferlingen blieben genug für die Eltern und für Michaels Nachbarn übrig. Man darf gespannt sein, wie Naturschützer, die sie ja oftmals als gefährdete Art einstufen, solch ein Massenwachstum erklären. Links einige Täublinge und ein Perlpilz.

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Während meiner Pilztour traf ich dann noch einen Sammelbekannten, mit dem ich fast all meine Sammelstellen teile und den ich auch regelmäßig im Wald sehe. Wir sammelten dann gemeinsam Pfiffers. Beide füllten wir unsere Körbe - siehe das Foto rechts - und trotzdem sah es so aus, als hätten wir kaum Pfifferlinge entnommen. Locker hätten wir 5 weitere Körbe sammeln können.

Ich werde allerdings die Stellen mindestens eine Woche lang nicht aufsuchen. Obwohl ich gerne viel sammel, ist es mir in diesem Fall doch genug. Schnell wird man da zu gierig und verfällt in einen regelrechten Sammelrausch. Das ist nicht mein Ziel. Über einen Teil der Pilze freuten sich meine Eltern und mein Nachbar.

Viele Grüße, Michael"

(4 Fotos © Michael)

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* Diese Pilze gelten seit Neuestem wegen ihres nachgewiesenen Arsengehaltes dringend als krebserregend. Eine Frischmenge von lediglich 90 Gramm im Jahr gilt bereits als bedenklich.


Foto: Die Zeiten, in denen man guten Gewissens Schwarzblauende Röhrlinge sammeln und verspeisen konnte, sind vorbei. Die wohlschmeckenden Pilze gelten inzwischen wegen ihres beträchtlichen Arsengehalts gesichert als krebserregend.


Der Luxus, im Wohnmobil frische Pilzgerichte aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald genießen zu können


Gunter schreibt am 24. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

wir waren zwei Tage im Schwäbisch-Fränkischem Wald und haben dann den Bericht von Heiko gelesen. Wir haben aber am ersten Tag keinen richtigen Laubwald gefunden und uns schon gewundert.

Gestern hatten wir dann mehr Glück und haben in der Hörschbachschlucht viele Steinpilze gefunden. Sie waren allerdings sehr madig und angefressen. Das schönste Exemplar habe ich fotografiert (2. Foto rechts). Unser Mittagessen im Wohnmobil mit Knödeln aus altem Brot und dem Steinpilz (Foto rechts) war sehr lecker.

Beim Rückwärtseinparken am nächsten Parkplatz haben wir dann noch eine ganze Menge Pilze* an der gegenüberliegende Seite der Straße entdeckt. Jetzt freuen wir uns auf ein weiteres Pilzgericht.

Wir wünschen allen eine gute Saison.

Liebe Grüße Gunter"

(2 Fotos © Gunter)

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* O je, hoffentlich waren es keine Grünen Knollenblätterpilze...



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