Pilz-Ticker-BaWue
(Baden-Württemberg)



Pilz-Ticker-Bawue (Baden-Württemberg)




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Kronau: Verheißungsvoller Jahresauftakt im Hundeklo


Foto: Sie blieben stehen, obwohl sie gute Speisepilze sind, die Lilastieligen Januar-Rötelritterlinge. Auf dem zweiten Foto sehen wir den einzigen Entnommenen auf der Fernsehzeitschrift mit dem Tagesdatum 20. Januar. 


Michael schreibt am 21. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern entdeckte ich während meines Lauftrainings auf dem Grünstreifen unserer örtlichen Schule tatsächlich die ersten Lilastieligen Rötelritterlinge des Jahres. Sehr schöne Fruchtkörper.

Bis auf ein Präsentationsexemplar (Foto rechts) blieben alle stehen, da dieses Gebiet leider dauerhaft als Hundeklo genutzt wird. Dennoch geht das Pilzjahr somit schon gut los.

Viele Grüße, Michael"

(2 Fotos © Michael)

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Das Judasohr, der vielfältige natürliche Geschmacksverstärker und Gesundheitslieferant


Foto: Austernpilze, Glänzende Lackporlinge und Judasohren. Letztere verwendet Thomas überaus vielfältig, wie seine heutige Pilznachricht zeigt. (3 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 16. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

auf deine Frage zu meinem letzten Beitrag, was ich wohl mit einem Teller voll Judasohren mache, könnte ich Dir viele, viele Antworten geben. 

Meistens kommen sie aber zusammen mit Austernseitlingen in die Pfanne. Einen Großteil der Judasohren trockne ich und weiche sie ein, wenn ich sie benötige.

Verwendung finden sie dann in allen Gerichten, in die man einfach noch etwas hineinschnibbeln möchte. Sei es ein asiatisches Gericht mit Reis, die gebratenen Nudeln vom China-Imbiss um die Ecke, die konventionelle Bolognese mit Spaghetti oder mit ein bisschen Chili in Olivenöl, gebraten als Topping für einen Salat.

Gerade in der Winterzeit, mag ich sie auch gerne untergemischt im Ansatz für Apfelrotkraut, oder Sauerkraut. Getrocknet gebe ich sie in Soßen und Suppen aller Art, die nicht unbedingt ein pilziges Aroma haben sollen. Durch die enthaltene Glutaminsäure und dank der Tatsache, dass sie kaum bis gar keinen Geschmack besitzen, sind sie mit der beste natürliche Geschmacksverstärker.

Es gäbe noch so viele weitere Einsatzmöglichkeiten für das Judasohr, das würde aber den Rahmen sprengen. Fest steht, überall geben sie das gewisse Gesundheitsplus hinzu.

Nun aber zum heutigen Fund bei unserem Sonntagsspaziergang im Karlsruher Hardtwald, der durch zwei Stopps an Waldspielplätzen unvorhersehbar zu einer mehrstündigen Tour ausartete.

So konnte ich abermals einige Austernseitlinge und erneut Judasohren in meinem Beutel verstauen. Hinzu kamen noch einige Glänzende Lackporlinge (Reishi) für die Hausapotheke.

Ein schönes kleines Büschel Austernseitlinge und weitere Winzlinge ließ ich zum Weiterwachsen stehen. Anhand des Fotos (rechts) könnte man meinen, sie seien schon zum Mitnehmen. Allerdings war das Büschel noch nicht viel größer als ein halber Tennisball.

Allen Pilzfreunden noch frohes Finden, auch wenn jetzt erst einmal die pilzarme Zeit folgt.

Liebe Grüße, Thomas"

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Foto: Der legendäre Glänzende Lackporling, der "Pilz des Lebens", wie ihn die alten chinesischen Kaiser nannten, wächst fast immer an verrottenden, selten auch an gesunden Laubbäumen.


Die ersten Pfifferlinge 2022 sind da - ganz jung und frisch


Foto: Sie sind schon wieder da! Die Pfifferlinge wie dieser hier setzen bei Kronau mitten im Januar zu einem neuen Schub an. 


Michael schreibt am 13. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

zusammen mit Andreas war ich heute in den Wäldern um Kronau unterwegs. Wir sammelten Judasohren (z. B. Foto rechts) und Austernpilze.

Zu meinem Erstaunen entdeckten wir an meinen Pfifferlingsstellen tatsächlich sehr kleine, frisch kommende Pfifferlinge. Pfifferlinge im Januar hatte ich zuletzt vor ca. 15 Jahren. Ein Bild vom Korb gibt es leider nicht, da Andreas alle Pilze bekommen hat.

Viele Grüße, Michael und Andreas"

(3 Fotos © Michael)

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Foto: Das feuchtkalte Wetter lässt auch die Austernseitlinge weiterhin sprießen. Zur Freude von Andreas, der sie diesmal alle mitnahm. 






Ein köstliches Pilzgericht, mitten im Winter

Selbstgemachte Bärlauchbratwürste mit Spitzmorcheln 2021 in einer Holunderweinreduktion


Michael schreibt am 12. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute mal wieder ein Gericht für Auge und Gaumen - oder einfach die Vorfreude auf den Frühling.

Am Vormittag habe ich 12 Kilo grobe Bratwürste und Bärlauchbratwürste mit der Bärlauchpaste von letztem Jahr hergestellt.

Am Abend gab es dann Bärlauchbratwürste mit getrockneten Morcheln vom letzten Jahr in einer Holunderweinreduktion, frischen Rösti, einer Kürbis-Orangencreme und getrockneten Blüten als Blickfang. Das Foto rechts zeigt das aufgetischte Gericht. 

Viele Grüße, Michael"

(3 Fotos © Michael)

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Foto: Fertig sind die groben Bratwürste und die grünen Bärlauchbratwürste. Insgesamt 12 Kilo hat Michael erzeugt. 

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Foto: Links sehen wir das gewürzte Rohfleisch, in der Mitte die Bärlauchpaste und darüber die aus dem Fleischwolf gewonnene Fertigmasse für die Würste. 


Karlsruhe: Wenn der Aronstab nicht noch was auf die Mütze kriegt...


Foto: Was wohl Thomas mit einem Teller Judasohren macht? Obwohl die Pilze vollkommen geschmacklos sind, gibt es vielfältige Verwendung für sie. (3 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 10. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

echt schade, dass ich mit meinem heutigen doch eher langweiligen Fund den schönen und lesenswerten Beitrag von Dieter ablöse.

So wie es aussieht, kommen in vier Wochen sogar schon die ersten Morcheln. Nein, das ist natürlich ein Scherz.

Wenn man aber sieht, wie an manchen Stellen hier am Rhein bei Karlsruhe der Gefleckte Aronstab schon aus dem Boden spickt, könnte man es glatt meinen. Bei unserem gestrigen Sonntagsspaziergang fanden aber lediglich ein paar Chinesische Morcheln (Judasohren) den Weg in den Beutel, obwohl wir nicht unbedingt auf Pilze aus waren.

Viele Grüße, Thomas"


Foto: Wer will schon achtlos an ihnen vorübergehen, wenn sie so verlockend zur Mitnahme einladen?


Foto: Vorwitzig räkelt sich der Gefleckte Aronstab aus dem Winterschlaf. Wenn sich dieses frühe Aufstehen mal nicht rächt...





Eine sehr schöne kleine Fotoreportage!

Tolle Austernpilzernte mit einem Stecken à la Karl Berchtold im winterlichen Wald bei Weinsberg





Foto rechts: Ein bisschen Phantasie und handwerkliches Geschick, und schon war das Werkzeug für eine erfolgreiche Austernpilzernte fertig. So konnten Dieter, Kaja und der Opa (von links) mit wenig Aufwand eine tolle Ernte im winterlichen Wald machen. Anna fotografierte die Drei bei ihrer fröhlichen und erfolgreichen Ernte. (6 Fotos © Anna)

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Foto: Opa, Sohn und Enkelin bereiten das Werkzeug an der Wildenberghütte vor. Karl Berchtolds technisches Hilfsgerät - ein an einem langen Stecken gut befestigter Spachtel zum Abstechen der Pilze - stand für das Top-Tool Pate. 

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Dieter schreibt am 9. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir haben den gestrigen letzten Ferientag genutzt und sind mit drei Generationen in den Wald oben auf dem Wildenberg in Weinsberg-Grantschen im Landkreis Heilbronn gezogen.

Es hat sich gelohnt! Von Karl Berchtold aus Gauting haben wir das Spezialwerkzeug für die Ernte von Austernseitlingen abgeschaut. Erstaunlich schnell und konkurrenzlos glücklich haben wir unseren Korb gefüllt. Dazu einige Fotos. 

Liebe Grüße aus dem Weinsberger Tal von Dieter, Neven, Kaja und Fotografin Anna" 

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4 Fotos: Erwartungsfroh nähern sich Kaja und Opa der Rotbuche (oben links). Während Kaja in sicherer Deckung verweilt, hat Opa das erste losgestoßene Büschel Austernpilze locker gefangen (oben rechts). Stolz und zufrieden präsentiert er die Beute aus luftiger Höhe (unten links). Kaja kriegt sich vor Freude über die tolle Ausbeute gar nicht mehr ein (unten rechts). Da hat sie sicher viel im Kindergarten zu erzählen. 





Kronau: Die Winterrüblinge starten zu schnell ins neue Jahr


Michael schreibt am 6. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ein frohes neues Jahr!

In den Wäldern bei Kronau geht es munter weiter wie 2021. An meinen bekannten Stellen sind die Samtfußrüblinge nachgewachsen, leider sogar etwas zu schnell, denn manche sind schon hinüber, wie das 2. Foto rechts zeigt. Auch der Austernpilznachwuchs lässt hoffen.

Viele Grüße, Michael"

(3 Fotos © Michael)

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Foto: Die jungen Austernpilze machen Michael Hoffnung auf Ernte in den nächsten Tagen. Es darf nur nicht unter null Grad Celsius kalt werden, denn dann stellen sie ihr Wachstum ein. 


Warmland Karlsruhe: Sagenhafte Temperaturen, erste Krokusse, beste Austernseitlinge


Foto: Alles wie gehabt: Im neuen Jahr geht es fröhlich weiter mit dem Pilzwachstum im Raum Karlsruhe. Doch obwohl die Krokusse schon herausspitzeln, vermutet Thomas: der Winter wird zurückkehren. (3 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 1. Januar 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir wünschen Dir und allen Pilzfreunden ein frohes und gesundes neues Jahr 2022!

Das neue Jahr beginnt auch gleich wieder wie das letzte aufgehört hat. Mit besten Austernseitlingen!

Bei unserem Neujahrsspaziergang bei sagenhaften Temperaturen von 16 Grad mit einem Zwischenstopp auf dem Lieblingsspielplatz unserer Tochter fanden wir gleich mehrere schöne Büschel Austernpilze direkt nebenan unter einer schätzungsweise 250 Jahre alten Pappel im Holzhäcksel auf dem Boden. Als Maßstab dient hier das kleine Händchen unserer fünfjährigen Tochter.

Einen Teil davon haben wir auch noch an Ort und Stelle an ein gut befreundetes Pärchen verschenkt, mit dem wir uns auf dem Spielplatz verabredeten. Da ich diesmal nur mein kleines Körbchen und einen Baumwoll-Turnbeutel dabei hatte, kamen uns die direkten Abnehmer gerade recht.

Auf dem Rückweg, wo wir auch schon die ersten Krokusse aus dem Boden spitzeln sahen, wanderten an bekannten Stellen dann noch einige Samtfußrüblinge und Judasohren mit ins Körbchen. So kann es meinetwegen gerne weitergehen. Aber wir sollten uns nicht zu früh freuen, denn der Winter ist noch lange nicht vorbei und die Kälte wird wieder kommen.

Liebe Grüße, Thomas und Familie"


Foto: Unter der alten Pappel ist gut Wachsen. Diese zwei Büschel Austernseitlinge gedeihen prächtig. 


Foto: Sooo groß sind die Austernpilze, zeigt das Kinderhändchen. 





Salat Fernost: So geht das Pilzjahr für Michael zu Ende


Michael schreibt am 31. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

meinen letzten Post für das Jahr 2021 möchte ich mit einem Essen abschließen.

Ich nenne es exklusive Resteverwertung. Aus den Resten des Weihnachtsgänsebratens, ein paar Shrimps, frischen Karotten, Blattsalat, Austernseitlingen, Sesam, reduzierter Sojasoße und einer sehr schmackhaften Salatsoße Marke Eigenkreation habe ich einen Salat im fernöstlichen Stil zubereitet.

Ich wünsche Dir, allen Pilzfreunden sowie den Lesern Deiner Seite viel Gesundheit und einen guten Rutsch ins neue, hoffentlich ertragreiche Pilzjahr 2022.

Auch für dieses Jahr bedanke ich mich für Deine Mühe, die du passion-pilze-sammeln.com widmest.

Viele Grüße von Michael und Suri"

(Foto © Michael)

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Viel Pilzschmuck zur Jahreswende in den Wäldern und Vorräte, dass sich die Regale biegen


Foto: Mit Austernseitlingen, die an Perlmutt erinnern, ins Jahr 2022: Gute Gesundheit und viel Glück für alle Pilzfreunde von Thomas. (12 Fotos © Thomas)

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Foto: Thomas' Vorrat an getrockneten Pilzen, die er allesamt 2021 gefunden hat. Hinzu kommen noch seine Vorräte 2021, die in der Tiefkühltruhe lagern sowie Restvorräte aus dem Jahr 2020. Es ist der Lohn für unermüdliche Pilz- und Waldgänge. 

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Thomas schreibt am 30. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

da meine Frau und unsere Tochter gestern bei der Oma waren, hatte ich mal wieder drei Stündchen Zeit, um nach den stressigen Weihnachtstagen ein bisschen Ruhe im Karlsruher Hardtwald zu suchen. Nebenbei natürlich auch, um nach den Pilzen zu sehen.

Und da geht gerade so einiges. Die bunte Artenvielfalt an nicht essbaren Pilzen ist momentan enorm groß. An vielen Stellen schießen die Trompetenschnitzlinge in Massen aus dem Boden. Auch diverse Drüslinge, wachsen fast an jedem Totholz. Finden konnte ich zum Beispiel den Kandisbraunen Drüsling, den Stoppeligen Drüsling und auch den Warzigen Drüsling, der sich hier mit einer Baumperle nicht gerade den weichsten Teil des Stammes ausgesucht hat.


Foto: (Winter-)Trompetenschnitzlinge sind gesellig bis herdenweise wachsende Pilze, die auch unter einer Schneedecke mühelos überleben. Ihr Nährboden besteht aus Laubholzresten und anderem Kleinmaterial. Die Pilze haben eine durchgängig zimtbraune Farbe, die Lamellen sind dicklich und stehen entfernt. Schade, dass sie keine Speisepilze sind, denn man findet sie häufig. 

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Foto: Der Kandisbraune Drüsling ist ein Nadelholzbewohner. Er ist sogar essbar, jedoch ohne geschmacklichen Wert. 

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Foto: Der Warzige Drüsling hat hirnartige Windungen und fällt mit seiner glänzenden Oberfläche auf. Er wächst an Strünken und abgestorbenen Ästen von Laubhölzern.

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Fast alle liegenden Buchen sind derzeit übersät von Striegeligen Trameten und Gemeinen Spaltblättlingen. Ein weiterer schöner Blickfang waren Violette Knorpelschichtpilze, die zusammen mit Knotigen Schillerporlingen die Schnittfläche einer Buche besiedelten.


Foto: Die Striegelige Tramete ist im Grundton grauweiß, dazu wellig (hell-)bräunlich gezont. Im Zentrum ist sie nicht selten von Algen begrünt. 

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Foto: Die Oberfläche der Stiegeligen Tramete ist striegelig-filzig behaart, der Rand relativ dick, manchmal bis wulstig. 


Foto: Achtung, Überfall! Unten wird die blanke Fläche von Violetten Knorpelschichtpilzen, oben von Knotigen Schillerporlingen eingenommen. 


Hin und wieder kam mit einigen Austernseitlingen natürlich auch was essbares in den Korb. An einer Stelle wuchsen sie inmitten von Gezonten Ohrlappenpilzen und waren von Weitem kaum zu erkennen. Für schöne Farben in Rot und Orange, sorgten mitunter Samtige Schichtpilze und Orangeseitlinge.

Während meiner Tour entdeckte ich dann ein kleines Waldstück ähnlich dem in Mannheim, mit ganz jungen Kiefern auf sandigem Boden. Nach vielen Jahren Suche im Karlsruher Hardtwald habe ich gestern endlich zwei Stellen für Frostschnecklinge ausfindig machen können. Sie waren zwar schon weit drüber, aber alleine die Gewissheit dass es sie auch hier gibt, macht mich überglücklich.


Foto: Austernseitlinge, eingekesselt und bedrängt von einer Horde Gezonter Ohrlappenpilze. 


Foto: Samtige Schichtpilze sind fächerförmig, ocker-rotbraun konzentrisch gezont und feinsamtig. 


Foto: Die muschel- oder nierenförmigen Orangeseitlinge sind ebenfalls ungenießbar. Sie wachsen meist an Fichten, seltener an anderen Bäumen; im Flachland sind sie sehr selten. Den mitunter kräftigen Orangeton verdankt der Pilz Carotinoiden. 


Foto: Sie sind noch da, aber bereits hinfällig: Frostschnecklinge. Ihre Zeit geht in der zweiten Dezember-Hälfte dem Ende entgegen. Ein großer Verlust ist das nicht, denn die Pilze sind lediglich von durchschnittlichem Geschmack. 


Zum Schluss noch ein Foto meines Trockenvorrates, das in etwa zeigt, wie toll das Jahr 2021 an meinen Pilzstellen war, sodass ich nicht einmal meine Vorräte aus 2020 restlos verbrauchen konnte.

Ein weiterer Teil mit jeweils knapp zwei Kilogramm Nelkenschwindlingen, Pioppinos und Stockschwämmchen wie auch gut 600 Gramm Samtfußrüblingen befindet sich noch im Gefrierschrank.

Leider muss ich im nächsten Jahr wieder etwas kürzer treten, da wir im Frühjahr zur Morchelzeit unseren zweiten Nachwuchs erwarten.

Ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Gesundheit und dass auch das Jahr 2022 wieder etliche schöne Funde für uns bereit halten möge. 

Liebste Grüße, Thomas"






Die Stadtchampignons haben sich in der Jahreszeit geirrt


Foto: Nichts für die Küche, dafür etwas fürs Auge ist der Goldgelbe Zitterling, der an Rindenpilzen parasitiert, die an Laubbäumen wachsen. Der Pilz ist sogar essbar, jedoch völlig geschmacklos. 


Michael schreibt am 29. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern waren Suri und ich in den Wäldern um Karlsdorf unterwegs. Seit einigen Tagen haben wir wieder Temperaturen bis 12 Grad plus. Gleich zu Beginn unserer Tour entdeckte ich auf einem Grünstreifen tatsächlich einige Stadtchampignons (z. B. Foto rechts), die gerade am Wachsen sind. Aufgrund ihres Zustandes blieben sie aber an Ort und Stelle. Das habe ich im Dezember noch nie erlebt.

Auch die Bäume haben allesamt Knospen, die ersten treiben bereits aus. An einigen Eichen fanden wir sehr schöne Goldgelbe Zitterlinge. Auch einige Stämme voller Samtfußrüblinge haben wir ausfindig gemacht und geerntet.

Viele Grüße, Michael und Suri"

(4 Fotos © Michael)

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Foto: An Samtfußrüblingen, die bei Michael und Suri immer willkommen sind, fehlte es auch bei diesem Pilzgang nicht.


Foto: Die Knospen, hier von einer Buche, befinden sich derzeit in der Knospenruhe. Einige treiben sogar schon aus. 






Ein gesundes neues Jahr


Nicole schreibt am 24. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde, 

wir wünschen euch allen schöne Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.

Es grüßen euch aus dem Taubertal Lotta, Oma Irmgard und Nicole"

(Foto © Nicole)

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Ein doppelte klare Kraftbrühe mit Winterrüblingen und Grüße zurück


Michael schreibt am 23. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

auch mich zog es heute trotz minus 6 Grad nochmals in die Wälder um Kronau und Karlsdorf, zirka drei Stunden war ich mit dem Rad unterwegs. Einfach herrlich diese Ruhe, wenn außer dir niemand im Wald ist.

Gesammelt habe ich viele Austernpilze und Samtfußrüblinge. Alle Pilze waren gefroren und ließen sich ohne Messer mühelos abbrechen.

Am Abend gab es dann ein sehr einfaches wintertaugliches Gericht: eine doppelte klare Kraftbrühe vom Huhn mit Fadennudeln und Einlagen aus Sellerie, Karotten und den Samtfußrüblingen.

Ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden ein frohes Weihnachtsfest. Besondere Grüße von mir und Suri gehen natürlich an Thomas zurück und ebenso an die Gebrüder Thomas und Markus.

Viele Grüße, Michael und Suri"

(3 Fotos © Michael)

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Foto: Die jungen Winterrüblinge für Michaels gute gesunde Wintersuppe sind sogar mit Haareis überzogen. Das sieht man nicht oft. 





Grüße zur Weihnacht an einige besondere Freunde der Fadenwesen


Foto: Ein Korb voller frischer Austernseitlinge mit vorweihnachtlicher Dekoration. Das musste nach dem 4. Advent noch sein, denn Thomas hatte seinen letzten Fund zum großen Teil verschenkt. (4 Fotos © Thomas)

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Foto: Und hier sehen wir den frischen Fund aus dem Hardtwald noch einmal schön ausgebreitet mit gleichem Adventsschmuck. 


Thomas schreibt am 22. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

bevor ich über die Weihnachtstage erst einmal eine kleine Sammelpause einlege, war ich gestern nach Feierabend bei frostigen Temperaturen nochmal schnell im Karlsruher Hardtwald, um uns noch einige Austernseitlinge zu besorgen. Den Großteil der letzten Austernpilze vom Sonntag haben wir nämlich innerhalb der Familie verteilt.

Diesmal waren alle Pilze gefroren, obwohl sie zwischen mehreren lagernden Buchenstämmen eigentlich recht geschützt wuchsen. Aber die paar Minusgrade machen ihnen natürlich überhaupt nichts aus. Und so konnte ich wieder viele schöne Exemplare in nicht einmal einer Dreiviertelstunde an lediglich zwei meiner Stellen einsammeln.

Nun möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Dir, Heinz-Wilhelm, bedanken für Deine Webseite, die gewiss mit viel aufopferungsvoller Arbeit verbunden ist, die Du seit Jahren tagtäglich in den Pilzticker steckst. Ich bin mir sicher, dass wir einen Großteil der in den letzten Jahren neu hinzugewonnenen Pilz-Interessierten Deiner Webseite zu verdanken haben.

Besondere Grüße von mir gehen auch an Michael, dem Urgestein des Pilztickers, und Suri sowie an Arnold vom Pilzticker Niedersachsen, der ein Bilderbuchbeweis dafür ist, dass man mit der gewissen Begeisterung und Hingabe auch in kurzer Zeit viel über unsere Fadenwesen lernen kann.

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben wie auch allen anderen Pilzfreunden besinnliche Tage und ein schönes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Herzliche Grüße, Thomas"

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Foto: Diese in Reih' und Glied angetretenen Austernpilze scheinen in Deckung zu gehen vor dem bedrohlich herannahenden Thomas. Genützt hat es ihnen wohl nicht. 

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Die mühselige Kletterpartie zu den hoch sitzenden Austernpilzen lohnte nur teilweise


Foto: Trotz etlicher überständiger Austernpilze, die in luftiger Höhe wuchsen, konnte Michael viele schöne Exemplare mit nach Hause nehmen. Und einen Teller bester Samtfußrüblinge für ein köstliches Wintersüppchen gab es noch dazu. 

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Michael schreibt am 20. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

am Samstag begab ich mich in die Wälder um Hochstetten.

Ich konnte zahlreiche neue Stellen mit Austernseitlingen ausfindig machen. Ein Baumstamm war von unten bis oben vollbewachsen, das war ein ebenso freudiger wie vielversprechender Anblick, siehe das Foto rechts. Also war Klettern angesagt. Leider ergab die Nahbeschau, dass zahlreiche Exemplare bereits überständig waren.

Außerdem entdeckte ich Samtfußrüblinge in bestem Alter sowie einen reichlich verspäteten Schopftintling am Wegesrand.

Viele Grüße, Michael"

(4 Fotos © Michael)

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Foto: Sie waren die leichtere Wahl. Am darnieder liegenden Stamm lassen sich Austernseitlinge wahrlich besser ernten als bei einer Kletterpartie. 


2 Fotos: Die Winterrüblinge waren für ein Advents- und Gesundheitssüppchen, der einsame Schopftintlingsnachzügler, wohl der Letzte seiner Art in diesem Jahr, blieb im Wald. 





Schlingel Thomas holt dank Schlingentrick reichlich Frisches aus dem Wald für das Pilzmahl am 4. Advent


Foto: Reichlich frische Wildpilze gibt es bei Thomas für das geplante Pilzessen am 4. Advent. Ganz unten sehen wir eine Reihe Schmetterlingstrameten. In der rechten Hälfte darüber liegen die Stockschwämmchen. (10 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 18. Dezember 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war Einkaufs- und Besorgungstag für unser Adventsessen am Sonntag mit der Familie. Meine Frau kümmerte sich um den Einkauf der Lebensmittel und ich übernahm die Besorgung der Frischpilze.

Bereits am Mittwoch hatte ich in meiner Mittagspause einige sehr große Samtfußrüblinge sammeln können, die auch gleich Platz im Tiefkühlschrank fanden. Gestern holte ich mir dann die Samtfußrüblinge ab, die ich letzten Sonntag noch zum Wachsen stehen gelassen hatte.

Der Aufschub hat sich gelohnt, denn nun waren sie im besten Erntealter. Ich hätte sogar noch einen Tag mehr warten können, aber gestern war der einzige Tag, an dem ich dafür Zeit hatte. Wie beim letzten Mal kamen auch diesmal  noch einige Stockschwämmchen mit hinzu. Desgleichen auch ein paar Pilze, die mich hier belauschen wollten und mir ihre Öhrchen entgegen streckten.

Nach Feierabend fuhr ich dann mal wieder in den Hardtwald, um einige Austernpilzstellen abzuklappern. Obwohl wir hier schon seit einer ganzen Woche keinen Regen mehr hatten und auch die Temperaturen im Durchschnitt gute fünf Grad mehr betrugen, ließ sich doch noch so einiges an jungen Austernseitlingen finden.


Foto: Die Ernte der großgewachsenen Samtfußrüblinge fand in der Mittagspause statt. 

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Foto: Sie hatten eine Woche Aufschub fürs Weiterwachsen und waren jetzt im besten Erntealter. 

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Foto: Der Trupp schöner Stockschwämmchen kam für das für den 4. Advent geplante Schaumcrèmesüppchen sicher gerade recht. 

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Foto: Trotz wärmerer Temperaturen gab es auch Austernpilznachwuchs. 


An der Buche über dem Bach war leider nicht mehr viel zu holen. Also musste ich mir ein Büschel vorknöpfen, das am noch stehenden Teil dieser Buche in gut sechs Metern Höhe wuchs (1. Foto rechts). Da ich hier mit meiner Maurerschnur-Wurftechnik (Tageseintrag 13. Februar 2021) immer wieder auch über dem rechten Ast landete, musste ich eine andere Methode anwenden.

Als erstes suchte ich einen gut vier bis fünf Meter langen, dünnen Ast, der sich am Ende gabelte (2. Foto rechts). Dann nahm ich meinem Gartendraht, den ich auch immer dabei habe, wickelte ihn fest an das Ende des Astes und formte eine Art Schlinge.

Dann musste ich nur noch den Ast senkrecht nach oben heben, die Schlinge um das Büschel legen (nächstes Foto) und die Pilze nach unten ziehen. Für das zweite Büschel einen Meter höher, ersparte ich mir aber die Arbeit, da sie ohnehin in den Bach gefallen wären. Als kleiner Beifang wanderten noch einige Schmetterlingstrameten in den Korb.





Foto: Für die Austernseitlinge in rund sechs Metern Höhe zog sich die Schlinge zu, als Meister Thomas des Weges kam. 


Meine beiden letzten Fotos zeigen noch einen Vergleich zwischen einem Austernseitling und zwei alten Nebelgrauen Trichterlingen. Eigentlich sollte man meinen, dass hier nicht viel verwechselt werden kann, aber drei Rat suchende Pilzsammler in den letzten zwei Wochen, die bei mir vorsprachen, bewiesen das Gegenteil. Einer von ihnen behauptete sogar, dass im Winter keine Giftpilze wachsen würden. Das habe sein Schwiegervater gesagt, der sich angeblich sehr gut mit Pilzen auskennen würde.

Ich wünsche allen Winterpilz-Sammlern noch viel Erfolg bei der Suche und wünsche Dir, Heinz-Wilhelm und allen Pilzfreunden ein schönes viertes Adventswochenende.

Liebe Grüße, Thomas"

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Foto: Links zwei Nebelkappen bzw. Nebelgraue Trichterlinge. Sie gehen im Alter, wie hier zu sehen, ins Bräunliche. Demgegenüber ist der Austernseitling rechts eher grauviolettbläulich. 

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Foto: Dieses Foto zeigt, dass auch beim Austernseitling (rechts) der Stiel durchaus zentral wachsen kann. Bei beiden sind die Lamellen herablaufend. 

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