Pilz-Ticker-Hessen



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Region Kassel: Auch ein kleiner Birkenporling erfreut Karin bei ihrem Pilzgang


Foto: Karin freute sich über einige Maronenröhrlinge (siehe auch das 2. Foto), einen Filzröhrling (Bildrand oben) sowie einen (zweigeteilten) Birkenporling.


Karin schreibt am 18. August 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

auch in Nordhessen, südlich von Kassel, hat der Regen für Pilzwachstum gesorgt. Es wächst Altbekanntes für eine leckere Mahlzeit.  Sogar ein kleiner Birkenporling für einen Tee war dabei.

Liebe Grüße Karin«

(2 Fotos © Karin)

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Ein besonderer Tag im Hause Stefan

Kulinarischer Hochgenuss mit frischen Wald- und Gartengaben für das feierliche Mahl zum 1. Hochzeitstag


Foto: Das leckere Abendessen zum ersten Hochzeitstag im Hause Stefan mit gebratenen Steinpilzen, Täublingen und Gnocchi sowie einer dezent beigegebenen, selbst angesetzten Tomatensauce mit Zutaten aus dem eigenen Garten. (5 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 18. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

unser kleiner Pilzner hatte heute sein erstes reguläres Fußballspiel, meine Frau und ich haben heute unseren ersten Hochzeitstag.

Den wollten wir unbedingt mit einem würdigen Festessen begehen, an dem - natürlich - unsere geliebten Pilze ihren gehörigen Anteil haben sollten. So bin ich also kurzfristig noch einmal raus und hoffte auf ein paar schöne Funde, um uns heute Abend ein feierliches Essen zubereiten zu können.

Als erstes ging es zu den Steinpilzplätzen. Hier lachten mich doch tatsächlich zwei Bronzeröhrlinge an (einer ist auf dem 1. Foto rechts zu sehen)! Grüngefelderte Täublinge hatte ich ja die Tage auch noch stehen gelassen. Also schnurstracks dorthin. Auch hier erwarteten mich noch drei brauchbare!

Auch die Sommersteinpilze standen parat

Zu guter letzt bin ich in der Hoffnung, vielleicht noch einen Steinpilz oder weitere Täublinge zu finden, meine Runde am Bach entlang gelaufen. Hier gab es dann tatsächlich noch zwei Sommersteinpilze (einer ist auf dem 2. Foto rechts zu sehen) und einen schönen Frauentäubling.

Gerne hätte ich noch einen Fichtensteinpilz für mein Körbchen eingefangen, dann hätte ich heute ein Steinpilztrio zusammen gehabt. Gefunden habe ich auch einen, aber er war so winzig, dass er zum Weiterwachsen im Wald blieb.

Zuhause angekommen, blickten glückliche Gesichter in den Korb und ich habe die Essenszubereitung unverzüglich fortgesetzt.

Ich muss nämlich anmerken, dass ich bereits den Morgen mit der Zubereitung einer Tomatensauce verbracht hatte. Grundlage dafür waren 6 Kilo frischer reifer Tomaten, zwei Auberginen und Zucchinis aus unserem Garten. Die Tomaten habe ich zunächst blanchiert (3. Foto rechts).

Sahne als Geschmacksträger für die Pilze

Dann kamen die gegrillten Auberginen und Zucchinis plus frischem Basilikum, Oregano und Thymian hinzu. Das 4. Foto rechts lässt vielleicht erahnen, dass dies schon eine gewaltige Geschmacksexplosion lieferte.

Zur Feier des Tages wurde ein Teil der Tomatensauce mit etwas Sahne abgeschmeckt (Geschmacksträger für die Pilze), dazu Gnocchi goldbraun in Butter gebraten und die Steinpilze und Täublinge ebenfalls scharf angebraten. Der große Rest der Tomatensauce wanderte portioniert in die Tiefkühltruhe.

Bis auf die Gnocchi und den Gemüsefond, der in die Pastasauce einreduziert wurde, kam alles aus dem Garten und aus dem Wald und war ein kulinarischer Hochgenuss.

Die kulinarische Messlatte für unsere folgenden Hochzeitstage habe ich mir damit selbst recht hoch gelegt...

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Sehr lesenswert!

Peters wohlige Eindrücke in den Wäldern Wetzlars

»Ein Waldbild wie aus früheren Zeiten«


Foto: Zwar war die Krause Glucke nicht gerade ein Topmodel ihrer Art, aber Peter bringt es auf den Punkt: Wenn man sie finde, würde man schon wissen, »dass man nicht umsonst gekommen ist«. (2 Fotos © Peter)

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Peter schreibt am 18. August 2019:

»Hallo, lieber Heinz-Wilhelm,

in den Wetzlarer Wäldern geht es nun langsam los. Mein heutiger Gang brachte schon eine vielversprechende Ausbeute. Ich habe da eine kleine aber feine Pilzstelle, die bei insgesamt etwa zwei Laufkilometern meistens einen buntgemischten Pilzkorb ergibt, wenn den Pilzen denn gerade danach ist.

Heute haben sie schon auf mich gewartet. Am Anfang fand ich eine Krause Glucke mittlerer Größe. Sie wog 200 Gramm. Bei einem solchen Fund weiß man dann schon, dass man nicht umsonst gekommen ist.

In meiner Steinpilzecke machte ich erst einmal ein langes Gesicht, denn es sah nicht so rosig aus. Da die Feuchtigkeit im Wald stimmte und die Moosstellen saftig grün leuchteten, gab ich nicht auf und fand dann drei vereinzelte kleine knackige Steinpilze.

Hinzu kam dann noch eine kleine Marone, einige junge Rotfußröhrlinge und ein stattlicher Parasol. Die erhofften Pfifferlinge hielten sich noch total zurück.

Weiter sah ich große Täublinge und kleine Gruppen von Perlpilzen, die ich aber nicht sammele. Dazu kommen noch die vielen unbekannten kleineren Pilze, die plötzlich recht zahlreich auftreten. Ein Waldbild wie aus früheren Zeiten, das für die kommenden Tage Hoffnung macht.

Die vielen großen roten Nacktschnecken, die sich noch vor einer Woche kaum sehen ließen, zeigen mir, dass sie die Situation ähnlich einschätzen. Die sind uns Pilzsammlern gegenüber natürlich im Vorteil, was sie zu unserem Leidwesen auch schamlos ausnutzen.

Herzliche Grüße aus dem endlich ein wenig feuchteren Wetzlar!

Peter«

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Foto: Wie die Krause Glucke, so hat Peter auch die halbwüchsige Parasole schön fotografiert, weil mit ihr zugleich die Waldlandschaft gezeigt wird, in der sie wächst.

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Limburg-Weilburg: Eine Großfamilie Schwarzhütiger Steinpilze - nur für die Kamera


Foto: Ein seltenes Motiv stellt diese Familie von Schwarzhütigen Steinpilzen oder Bronzeröhrlingen dar. Die Art ist sehr selten und geschützt. Ringsum steht der Nachwuchs. Da sie bereits stark vermadet waren (Druckprobe am Stiel), ließ Wilfried sie alle stehen. Das zweite Foto zeigt eindrucksvoll die Waldlandschaft, in der sie wachsen. Danke für diese eindrucksvollen Bilder, lieber Wilfried! (2 Fotos © Wilfried)

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Wilfried schreibt am 18. August 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nach langen Trockenperioden und mehreren vergeblichen Pilzexkursionen ist der Boden nun endlich feucht genug, damit sich die Pilze wieder zeigen können.

Deshalb war ich sehr überrascht, im Buche-Eiche-Hochwald auf wahre Prachtexemplare von Bronzeröhrlingen, auch Schwarzhütige Steinpilze genannt, zu stoßen.

Im Umkreis von zehn Metern stehen noch etliche kleine, zwei bis drei kann man auch auf dem ersten Foto sehen. Ich habe an einigen die Stiele gedrückt und einen abgeschnitten - alles madig.

Darum blieben sie auch stehen. Das war gut so. Denn zuhause habe ich dann gelesen, dass diese Pilzart wegen ihrer Seltenheit schützenswert ist.

Soviel aus dem Hauser Wald.

Viele Grüße aus Selters im Taunus, Wilfried«






Superleckere Pilzflammkuchen, köstliche Schnitzel mit Wiesenchampis und ein Steinpilz der Gattung Simsalabim


Foto: Zum Reinbeißen verlockend! Stefan zeigt seinen zweigeteilten super leckeren Pilzflammkuchen: Links ist er mit Fichtensteinpilzen und Roten Zwiebeln belegt, die rechte Hälfte gehört Täublingen und eingelegten Bärlauchknospen. Das ist mal wieder klasse, Stefan! (5 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 16. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich konnte heute beizeiten Feierabend machen und hatte bis zum nächsten privaten Termin eine gute Stunde Zeit.

Also habe ich in meinem Hauswald eine kleine Runde gedreht, um, wie schon öfter dieser Tage, das Pilzgeschehen in Augenschein zu nehmen.

Das Erste, was ich entdeckte, war ein geschnittener Stielrest, dick und schneeweiß. Einen guten Meter entfernt lag ein sichtlich gealterter Flocki. Von ihm konnte der Schnittrest aber nicht sein, dafür hätte er schwärzlich bläuen müssen. Also schnitt ich ein Stück des Stielrestes heraus und roch daran. Es war eindeutig ein Steinpilz.

In diesem Gedanken ging ich erst einmal weiter und fand einen recht stattlichen Frauentäubling. Er war zwar ein wenig angeknabbert, aber ich wollte ihn gerne verkosten. Im weiteren Verlauf fand ich noch eine kleine Familie Flockenstieliger Hexenröhrlinge (1. Foto rechts) und einen jungen Speisetäubling.

Jetzt noch einen Steinpilz...

Zufrieden und entspannt trat ich den Rückweg an. Allerdings nicht ohne einen frommen Wunsch: ich hoffte insgeheim, an der Stelle mit dem Steinpilzschnittrest noch einen schönen dicken Steinpilz zu finden.

Und was soll ich sagen, da stand er doch tatsächlich da, der schöne dicke Steinpilz. Wie erhofft, wie erträumt. Ein Fichtensteinpilz war's (2. Foto rechts), der erste in diesem Jahr und von der Gattung Simsalabim. Es ist allmählich fast beängstigend, wie gezielt ich die Pilze dieses Jahr finde. Und in welcher Vielfalt.

»Bitte ein Schnitzel mit Wiesenchampignons«

Da meine Frau heute Morgen den Wunsch geäußert hatte, dass sie die Wiesenchampignons von gestern gerne mit einem Schnitzel essen möchte, habe ich die Champignons zusammen mit den Hexenröhrlingen angebraten und sie zu Schnitzel und einer Pilz-Sahne Sauce - Grundlage war eine Demi Glace aus Pappelraufüßen - serviert.

Mir selbst habe ich einen Flammkuchen mit Schmand gemacht, den ich auf der einen Seite mit dem Fichtensteinpilz und ein paar roten Zwiebelchen, auf der anderen Seite mit den Täublingen und ein paar meiner in Balsamico Bianco eingelegten Bärlauchknospen belegt habe. Noch ein paar Parmesanraspel und etwas Roten Pfeffer drüber - fertig.

Dieser Flammkuchen war super lecker, vor allem die Seite mit den Täublingen und den eingelegten Bärlauchknospen.

In diesem Sinne liebe Grüße, Stefan ;-)«

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Foto: Ganz bürgerlich und bodenständig - und einfach spitzenmäßig schaut auch das Schnitzel für Stefans Frau aus, das mit Wiesenchampignons und Flockenstieligen Hexenröhrlingsscheiben eine kräftige Pilznote erhielt.

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Foto: Vier Pilzarten stehen für zwei Gerichte bereit: Links hinten Wiesenchampignons und darunter die geschnittenen Flockis für das Schnitzel, rechts hinten Steinpilzscheiben für die linke Hälfte des Schmandflammkuchens, darunter die Täublingsscheiben für die rechte Kuchenseite. Das Motiv spiegelt wie immer die ausgezeichnete Grundordnung wider, die in Stefans Küche herrscht. Frank Rosin hätte gewiss seine Freude dran!

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Main-Kinzig: Auf den Schock über den Pilzfrevler folgte die Zubereitung leckerer Wraps mit Wiesenchampignons


Foto: Superlecker sehen die Wraps aus, die Stefan mit den Wiesenchampignons vom Dienstag-Fund kreierte. Wie er sie füllte, ist im Text ausführlich geschildert. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 15. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich nehme an, du kannst dir vorstellen, wie sehr ich die letzten Tage auf heißen Kohlen wegen der Pappelraufüße saß (siehe Tageseintrag vom 11. August), so musste ich heute endlich nachsehen gehen.

Dort angekommen, wurde die Aufregung immer größer, denn gerne wollte ich ein Bild flach über die Wiese machen, um die überall herauslugenden Köpfe abzulichten. Aber es sollte anders kommen. Die Pilze waren, welch ein Jammer, nicht mehr da.

Dafür erblickte ich einige gegenüber der Wiese, leider aber auch gleich einen Haufen zerschnittener Reste dazu. Es sah ganz danach aus, als habe sich ein Frevler bedient, um die zerschnittenen Pilze gleich wieder wegzuschmeißen.

Besonders gründlich war er zum Glück aber nicht, denn ich konnte unter den Sträuchern und Büschen noch einiges für den Korb und auch noch einige Kleine zum Nachwachsen entdecken. Ich habe sie fein säuberlich versteckt.

Anschließend bin ich nochmal zu meinen neu entdeckten Wiesenchampignons gegangen. Auch hier konnte ich nochmals 400 Gramm für den Pilzkorb gewinnen.



Foto: Die Wiesenchampignons (links) haben schöne rosa Lamellen, was sie als besonders knackig auszeichnet. Zu den Pappelraufüßen (rechts) schreibt Stefan: »Ich werde sie wieder trocknen, um daraus bei Bedarf eine Demi Glace zu ziehen.« (2 Fotos © Stefan)

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Die Pfifferlinge treiben derweil fleißig weiter aus und auch mutmaßlich Grüngefelderte Täublinge konnte ich an einer Buche finden. Genau dort, wo ich diese Art bereits vor ein paar Wochen mit Erfolg ernten konnte.

Leider ist der Hut vom Regen nicht klassisch grün, sondern beige-verwaschen. Bei der Geschmacksprobe vor Ort war nichts Scharfes festzustellen und Zuhause, wo er jetzt trocknet, kommt langsam das typische Grün hervor. Das bedeutet, ich werde die Tage die stehen Gelassenen auch noch holen.

Mit den Wiesenchampignons von Dienstag haben wir uns gestern Abend leckere Wraps gemacht. Bestrichen mit Schmand und gefüllt mit Hackfleisch, geriebenem Cheddarkäse, etwas Rucola und gebratenen Wiesenchampignons. Einfach, schnell - und einfach lecker ;-)

Liebe Grüße Stefan«

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Main-Kinzig-Kreis: Kontrollgang mit unerwarteter Ausbeute von der Wiese


Foto: Mit Wiesenchampignons hatte Stefan, der sie überhaupt zum erstenmal gefunden hat, nicht gerechnet. Sie passten gerade so in sein kleines Körbchen.

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Stefan schreibt am 13. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe heute nach Feierabend in meinem Hauswald eine kleine Runde gedreht, um nach dem Pilzgeschehen zu sehen. Es scheint sich was zu tun. 

Die Pfifferlinge nehmen nun den dritten Anlauf in diesem Jahr und es sieht so aus, als könnte es dieses Mal klappen, denn das Wetter spielt langsam mit. Du erinnerst Dich, dass die kleinen Knöpfe (wie auf dem Foto rechts) mangels Feuchtigkeit nicht wachsen konnten und vergingen. Auch ein paar Täublinge, Rotfüße und einen noch kleinen Flocki konnte ich finden.

Eigentlich wollte ich dann wieder Richtung Auto und nochmal nachsehen, was die Raufüße denn machen würden, aber kurz vor Ende der Runde blitzte etwas Weißes aus der Wiese. Ich dachte mir, das wird wohl wie immer bisher Müll sein und wollte schon weiterlaufen, da drehte ich doch um und ging nachsehen.

Ich wollte es kaum glauben, auf der Wiese, an der ich bestimmt schon 100 Mal vorbeigelaufen bin, standen tatsächlich Wiesenchampignons. Für mich war dies ein weiterer Erstfund, mit dem ich natürlich schnurstracks zur Begutachtung und Freigabe durch meine Pilzberaterin losgezogen bin.

Die großen Pilze mit schon deutlich dunklen Lamellen blieben stehen und zuhause habe ich dann nochmal ein paar aussortiert. So blieben immerhin noch 500 Gramm, wovon ich mir heute aus Zeitgründen erstmal einen Teil frisch auf eine Pizza geschnippelt habe.

Ich denke, in Hessen können sich die Pilzfreunde nun so langsam wieder bereitmachen, es sieht nach einem weiteren Schub aus.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

(2 Fotos © Stefan)

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Nach zwei pilzlosen Jahren ist Peters Freude in Wetzlar groß: Endlich Wiesenchampignons und Pfifferlinge!


Foto: Ein typischer Hexenring von Wiesenchampignons. Sie gehören als Saprobionten, also Folgezersetzer, mit zu den allerersten Pilzen, die nach langer Trockenheit mit hohen Temperaturen und auslösendem ausreichendem Regen erscheinen. Ich weise zum Thema Trockenheit - Regen - Pilzwachstumsbeginn immer wieder gerne auf das sehr gehaltvolle Interview mit Peter Karasch hin. (Foto © Peter)

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Peter schreibt am 13. August 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

seit über zwei Jahren hast Du nichts mehr von mir gehört, dabei hätte ich Dir so gern mal etwas über das Pilzgeschehen in den Wetzlarer Wäldern geschrieben, wenn es denn mal was Nennenswertes zu berichten gegeben hätte. Die heißen Sommer brachten einfach nichts Gescheites hervor.

Heute aber stellte sich ein klitzekleiner, völlig unspektakulärer Erfolg ein. Aber ich bin ja bescheiden geworden. Wiesenchampignons gab's! Mit ein paar Handvoll für eine kleine Mahlzeit für morgen war ich zufrieden. Im Wald fand meine Frau noch ein paar kleine Pfifferlinge. Da es in den letzten Tagen nach langer Zeit mal wieder etwas ergiebiger geregnet hat, werte ich den heutigen Tag als Start in eine hoffentlich erfolgreiche Pilzsaison.

Das Foto zeigt einen der für die Champignons typischen Hexenringe, von dem ich aber keine Pilze entnommen habe, weil sie schon zu fortgeschritten waren. Ich habe mich nur an die kleineren, meist noch kugeligen Exemplare gehalten.

Herzliche Grüße aus dem meist viel zu sonnigen Wetzlar!

Peter«

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Main-Kinzig: Ein schwieriges Versteckspiel vor der Konkurrenz


Stefan schreibt am 11. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

gerade von meiner Tour zurück, genieße ich auf der Terrasse einen schönen kalten Äppler.
Ich war in zwei Wäldern, in denen ich seit einigen Wochen nicht mehr war, um mal wieder einen Überblick zu gewinnen. Es gab ein paar Rotfüße und Täublinge, aber letztere waren leider alle stark verwurmt.

Anschließend habe ich nach meinen Pappelraufüßen gesehen. Die drei, die ich zum Wachsen stehen gelassen hatte, waren dank des guten Verstecks noch da. Im direkten Umkreis entdeckte ich noch zwei kleine. Auch die habe ich wieder versteckt.

Ich sah mich dann nochmals genauer in der Umgebung um - und dachte, mich trifft der Schlag. Denn wenn ich keinen übersehen habe, stehen dort weitere 18 Stück!

Das ist Segen und Fluch zugleich. Zum Mitnehmen waren sie noch zu jung. Verstecken kann ich sie unmöglich alle. Aber wenn ich sie wachsen lasse, steht der Platz in 3-4 Tagen auf dem Präsentierteller.

So hoffe ich auf die Unachtsamkeit der Konkurrenz und bin gespannt, was sich mir gegen Ende nächster Woche dort zeigen wird.

Laut Wetterfrosch kommt hier bei uns heute ab 20:00 Uhr ordentlich Regen runter. Sollte das eintreten, so ist das sicher der Startschuss für gutes Pilzwachstum.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

(2 Fotos © Stefan)

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Willkommene drohende Wolken über dem Spessart - und Stefan kommt auf den Täublingsgeschmack


Collage: An den Speisetäublingen (oben links) hat Stefan kulinarischen Gefallen gefunden. Der Rotfußröhrling daneben protzt mit puterroter Stielfarbe. Und am Pfifferlingsplatz (Fotos unten) herrschte vielversprechende Feuchtigkeit, so dass Stefan und Dani den Nachwuchs in gut zwei Wochen erneut mustern werden. (Collage/4 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 10. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

meine Frau und ich sind heute unsere Plätze im Spessart inspizieren gegangen.
Die Wetter- und Niederschlagsdaten, die ich mir zuvor angesehen habe, verhießen allerdings nichts Gutes, gab es doch dort weniger Niederschlag als bei uns, also in den Wäldern des Main-Kinzig-Kreises.

Als erstes ging es an meinen besten Pfifferlingsplatz. Für uns gab es schon lange keinen nennenswerten Pfifferlingsfund mehr, so dass wir vergangenes Wochenende sogar ein Kilo auf dem Markt gekauft haben.

Unsere Skepsis war überflässig. Es gab Pfifferlinge, und, fast noch schöner, der Waldboden war schön feucht. Es war zwar nur eine kleine Hand voll, aber der Nachwuchs steht unter gutem Zeichen in den Startlöchern, so dass in gut zwei Wochen ein weiterer Besuch lohnen dürfte.

Foto: Regenwolken über dem Spessart! Ein Anblick, der das Herz wohl jedes Pilzfreundes spätestens seit dem vergangenen Dürrejahr höher schlagen lassen dürfte. Die dräuenden  - das heißt: drohenden - Wolken verheißen Pilze! (Foto © Stefan)

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Anschließend haben wir uns noch zwei weitere Waldstücke in 3 km Entfernung angesehen. Dort war es nicht mehr ganz so feucht, aber es haben sich trotzdem ein paar Rotfüße und Speisetäublinge gezeigt. Drei von Letzteren habe ich mit nach Hause genommen und eben in aller Ruhe einer Geschmacksprobe unterzogen.

Fast ärgert es mich ein bisschen, dass ich mich den Täublingen erst jetzt intensiver widme, denn es sind Pilze ganz nach meinem Geschmack.

Unsere heutige Runde hat zwar nicht den großen Wurf eingebracht, uns aber sehr viel Freude bereitet. Es ist nicht mehr so unerträglich heiß, der Waldboden ist feucht und die Zeichen könnten insgesamt schlechter stehen.

Ganz liebe Grüße, Dani & Stefan«

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Main-Kinzig: Pilzleere Wälder, aber erste reife Brombeeren


Foto: Brombeeren für Marmelade, ein Pappelraufuß für die Pfanne und eine Erdbeere vom kleinen Pilzner für den Papa. So sah es aus nach Stefans Pilzgang.


Stefan schreibt am 9. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem während der vergangenen Tage immer mal ein paar Regentropfen gefallen sind, bin ich heute wieder an meine bekannten Plätze gegangen. Wie fast zu erwarten war, waren beide Wälder nahezu pilzleer, einzig die Pappelraufüße haben sich wieder gezeigt.
Einer ging ins Körbchen, drei kleine dürfen bis Sonntag weiterwachsen.

Da es mit den Pilzen eher mau aussah, habe ich zum Ausgleich Brombeeren gesammelt, denn die Sträucher hängen voll. Die ersten Früchte werden gerade erst reif, dennoch sind 500 Gramm zusammengekommen.

Kurz bevor ich zuhause war, habe ich dann noch an einem Bachlauf angehalten, wo ein Zwetschgenbaum steht. Hier habe ich noch ein Pfund Zwetschgen gepflückt. Zuhause hat mein Sohnemann noch eine seiner Erdbeeren spendiert, die er über die letzten Wochen immer fleißig gepflegt und gegossen hat. Aus den Brombeeren wird eine leckere Marmelade mit Balsamico-Essig gemacht.

Morgen werden meine Frau und ich mal gemeinsam unsere Plätze im Spessart inspizieren. Da der Saisonstart hier bei uns so toll verlief, zieht es uns dieses Jahr erst so spät dorthin. Für gewöhnlich sind wir dort ab Ende Mai bereits regelmäßig.

Liebe Grüße, Stefan«

(Foto © Stefan)

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Ein seltener Fund im Main-Kinzig-Kreis

Der Dornige Stachelbart fordert zu Küchenexperimenten heraus: Am besten »wie ein Schnitzel zubereiten«


Foto: Der Dornige Stachelbart, wie Gott ihn schuf. Er wächst an einem alten, wie man sieht schon durchlöcherten Rotbuchenstumpf. Das ist typisch, denn dieser Pilz bemächtigt sich ausschließlich bereits morscher Bäume, fast immer Rotbuchen. Er erzeugt eine Weißfäule. Der hier gezeigte Pilz wirkt kolossaler, als er ist: Er misst 12 Zentimeter in der Höhe und Breite und ist etwa 8 Zentimeter tief. (5 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 2. August 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

gestern Abend sind Fabiano und ich gemeinsam eine Runde durch meinen Hauswald gelaufen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen und mal wieder nach den Pilzen zu sehen.

Es war eine entspannte Runde, auf der wir nach etwa dreiviertel der Strecke einen schönen jungen Riesenporling gefunden haben, den ich zunächst für einen Schwefelporling hielt.
Ich entschied mich, ihn zur Freigabe durch meine Pilzberaterin mitzunehmen und zu probieren.

Kurz vor Ende der Runde sahen wir aus der Ferne an einem Baumstumpf etwas größeres Weißes leuchten. Bei näherem Hinsehen vermuteten wir einen Stachelbart, allerdings irritierte uns die in sich verflochtene Segmentstruktur. Ich brach ein kleineres Stück heraus und machte Bilder, um ihn zuhause genauer bestimmen zu können.

Während des Heimweges war unser vermeintlicher Schwefelporling bzw. Riesenporling schwarz angelaufen, womit feststand, dass es irgendeine andere Pilzart war.

Aber war denn der Stachelbart wenigstens einer und wenn ja, welcher?

Meine stets hilfsbereite Pilzberaterin legte sich fest: es handelte sich tatsächlich um einen Dornigen Stachelbart (die ersten 3 Fotos). Das bedeutete für mich einen weiteren tollen Erstfund in diesem Jahr, über den ich mich sehr freute.

Zubereitet habe ich ihn zu Grünem Spargel, mit einer Sauce Béarnaise und in Steinpilzbutter herausgebackenen Weizenbrotscheiben, die noch von unserem selbstgebackenem Brot vom Vortag übrig waren.

Da mir der Dornige Stachelbart kulinarisch noch unbekannt war, habe ich ihn in Scheiben geschnitten (3. Foto rechts), nur angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Nach ein paar Stücken war aber klar, er verträgt ein paar Spritzer Zitrone und harmonierte auch mit dem Rest des Essens ganz gut.

Beim nächsten Mal würde ich ihn allerdings mit Salz, Pfeffer und ein paar Kräutern würzen, panieren und ähnlich wie ein Schnitzel zubereiten, denn der Biss ist recht fest und auch die Textur erinnert stark an Fleisch.

Geschmacklich finde ich ihn anfangs mild, sogar etwas frisch, mit dem Kauen kommt dann aber auch ein kräftiger Pilzgeschmack zum Tragen. Im jungen Alter ist er also durchaus eine Verkostung wert, denn allzu oft wird man diesem Pilz vermutlich nicht über den Weg laufen.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Die angebratenen Scheiben des Dornigen Stachelbartes mit Grünem Spargel und einer Béarnaise-Soße. Beim nächsten Mal würde Pilzküchen-Experimentler Stefan diesen Pilz panieren und wie ein Schnitzel braten.

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Vom Frisör auf einen Sprung zu den Pappelraufüßen und dann zum Äppelwoi


Stefan schreibt am 24. Juli 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

bei diesen Temperaturen darf ich mir dank der Raufüße tatsächlich die Frage stellen: Äppler oder Pilze? ;-)

Da ich eben einen Frisörtermin hatte und sich der Platz mit »meinen« Pappelraufüßen nur unweit entfernt befindet, bin ich auf einen kurzen Sprung dorthin. Und fand doch tatsächlich zwei wunderschöne Exemplare.

Einfach sagenhaft, wie sie scheinbar allen Widrigkeiten trotzen! Einen Safranschirmling gab es auch noch. Und hinterher einen wohlverdienten Apfelwein.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

(2 Fotos © Stefan)

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Eine leckere Lasagne mit frischem Mangold, Hackfleisch, Steinpilzen und einer Sauce Mornay




Foto: Fertig und lecker! Stefans Lasagne mit Steinpilzen. Initiierend für das Gericht war der reife Mangold im Garten gewesen. Ringsum sehen wir geraspelten Käse. (7 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 22. Juli 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wie in meinem letzten Bericht schon erwähnt, darf und muss ich mir momentan gezwungenermaßen eine kleine Auszeit von der Pilzsuche nehmen. Nach einem für mich grandiosen Start in die Pilzsaison mit wirklich tollen Funden machen die Pilze derzeit eine Pause. Das ist aber verkraftbar. So lese ich derweil mit Interesse die Pilzmeldungen aus anderen Bundesländern, über die ich mich freue. Und verbringe viel Zeit in unserem Garten.

So habe ich mir gestern Gedanken gemacht, was man Leckeres aus dem Mangold machen könnte, den ich heute geerntet habe. Die Antwort ist eine leckere Lasagne mit Mangold, Hackfleisch, Steinpilzen und einer Sauce Mornay.

Eine Lasagne ist alltagstauglich und trifft vermutlich auch den Geschmack vieler anderer Pilzfreunde. Deshalb hier das Rezept:


Foto: Die Grundzutaten: Mangold, eine Schale Steinpilze, eine gewürfelte Schalotte und 500 Gramm gemischtes Hackfleisch.

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Zubereitung:

Zunächst habe ich den frisch geernteten Mangold gewaschen und von zu dicken Strunkstücken befreit.

Dann die gewässerten und in kleine Stücke geschnittenen Steinpilze in einer Pfanne langsam goldbraun anbraten. Anschließend auch das mit Salz und Pfeffer gewürzte Hackfleisch (50% Rind/50% Schwein) anbraten.

Die angebratenen Steinpilze habe ich dann dem Hackfleisch untergemischt. Das gibt nicht nur einen tollen Biss, sondern auch einen klasse Geschmack.

2 Fotos: Links sehen wir die goldgelb angebratenen Steinpilzstücke, rechts sind sie vermischt mit dem angebratenen Hackfleisch.


Während ich dann den Mangold blanchiert, klein geschnitten und zusammen mit Pinienkernen und einer gewürfelten Schalotte kurz angebraten habe, haben meine Tochter und meine Frau zusammen die Sauce Mornay zubereitet.

Das ist eine klassische Béchamel, die mit Käse (bei uns Parmesan) und zum Schluss noch mit Eigelb und Sahne abgewandelt wird.

Den Mangold habe ich dann mit etwas Milch aufgegossen, mit frischer Muskatnuss, Salz, Pfeffer und ein paar Kräutern gewürzt und wieder einreduziert.

Anschließend kann die Lasagne wie gewohnt mit den Nudelplatten geschichtet und zum Schluss mit Käse bestreut und überbacken werden.

Bon Appétit!

Die Sauce Mornay harmoniert dank des Parmesan und der Sahne super mit dem Hackfleisch und den Steinpilzen und der Mangold gibt nochmal eine kräftig erdige, aber leicht süßliche Geschmackskomponente mit.

Gesamturteil der Familie: sehr lecker ;-)

Liebste Grüße, Stefan«

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Foto: Die fertige, aber noch nicht passierte Sauce Mornay. Man muss sie nicht passieren, sie wird dabei jedoch feiner.


Foto: Der blanchierte und grob geschnittene Mangold mit Schalotte und Pinienkernen.


Foto: Und die Reduktion mit Milch. Sahne ist bereits in der Sauce Mornay, deshalb hier die leichtere Milch.


Main-Kinzig: Ein Raufuß rettet die Ehre aller Pilze


Stefan schreibt am 21. Juli 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wieder aus dem Urlaub zurück, war mein erster Gang zu den Regenwassertanks im Garten.
Laut Wetterbericht sollte es bei uns gestern Vormittag geregnet haben, die halbvollen Tanks wollten davon allerdings nichts wissen.

Dennoch bin ich auf zwei kleinere Runden gegangen. Die erste führte zu meinem bekannten Raufußplatz, wo auch prompt ein richtiger Prachtkerl an Pappelraufuß am Wegesrand (Foto rechts) stand.

Die zweite ging zu den Plätzen, wo ich Sommersteinpilze, Pfifferlinge und Täublinge hätte finden können. Leider war der Wald pilzleer und es blieb bei dem einen Raufuß und einem Pilzkorb voller Müll.

Das Abfallsammeln habe ich mir die letzten Male angewöhnt, so trage ich wenigstens einen kleinen Teil zur Sauberkeit im Wald bei und bin nicht ganz umsonst meine Runden gelaufen.

In beiden Wäldern fließen für normal kleine Bäche, die zurzeit aber auch nicht mehr als  Rinnsale sind. Stellenweise steht das Wasser sogar nur noch in kleinen Pfützen.

Die Regenwolken ziehen leider gut 30km nördlich vorbei, so das ich vorerst keine guten Aussichten für neues Pilzwachstum bei uns sehe.

So wünsche ich allen Pilzfreunden und Mutter Natur baldigen ausgiebigen Regen, denn auch sie müsste sich in weiten Teilen Deutschlands mal langsam erholen und hätte kräftige Niederschläge bitter nötig.

Liebe Grüße, Stefan«

(Foto © Stefan)

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Sehr lesenswert!

Pilzfotografie und Pilzgerichte

Fehlt es an Respekt und Ästhetik, an Dank und Liebe zur Sache?


Stefan schreibt am 15. Juli 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe mir die Tage einige Gedanken zur fotografischen Darstellung von Pilzen und Pilzgerichten gemacht.

Du kannst Dich sicher erinnern, dass ich einmal geschildert habe, wie ich - nach Jahren der Abneigung gegenüger Pilzen - meinen Weg zu ihnen und ihrem Verzehr gefunden habe. Und auf diese Weise meine Lust am Kochen und an der Ästhetik hochwertiger Lebensmittel entdeckt habe. Heute weiß ich, dass meine langjährige Abneigung gegenüber Pilzen auf den Mangel an schönem Aussehen von Pilzgerichten zurückzuführen war.

Oder um es kurz zu fassen: es hat die Liebe zu den Lebensmitteln und zu ihrer Zubereitung gefehlt.

Da ich inzwischen sehr gerne koche und mit meinem Freund Fabiano einen Meister dieses Faches an meiner Seite habe, werde ich von ihm immer mal wieder an das Motto »Weniger ist mehr« erinnert.

Fabiano kocht, wie auch der Star der Pilzküche, Antonio Carluccio, so, dass es darum geht, aus wenigen Zutaten, die geschmacklich zueinander passen, das Bestmögliche herauszuholen. Alles, selbst bescheidenste vermeintliche Reste, finden noch ihre Verwendung.

Stets geht es darum, die wenigen Zutaten so konzentriert auf den Teller zu bringen, dass möglichst eine Explosion der Geschmäcker erfolgt.


Foto: Den vollen Pilzkorb mit Jägerhut und Spazierstock zu fotografieren ist eine ausgesprochen zünftige Art, seinen Fund zu präsentieren. Und originell dazu. Rochus vom Pilzticker Baden-Württemberg machte die Aufnahme am 16. Oktober 2016. (Foto © Rochus)

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Dies konnte ich vergangenes Jahr in Italien auch nahezu überall sehen und erleben, als mich Fabiano in seine Heimat mitgenommen hat. Selbst der Sud, in dem die Tomaten abgekocht wurden, wurde noch sinnvoll eingesetzt, nämlich um darin die Tortellini für die Pasta abzukochen. Dies ist ein nicht wegzudenkendes gemeinsames Charakteristikum der vielen köstlichen italienischen Regionalküchen.

Antonio Carluccio hatte auch geschrieben, dass er einen Teil des Nudelwassers immer verwendet, um daraus die Pastasauce zu ziehen, da die Stärke der abgekochten Nudeln die Sauce direkt abbindet. Alles erfüllt noch irgendeinen Zweck, das weiß man und nutzt es auch.

Restlose Ausschöpfung selbst der Reste

So ist es dann auch beim Anrichten der Speisen und im allgemeinen Umgang mit den Lebensmitteln. Das Letzte abzuschöpfen ist ja auch Ausdruck von Dankbarkeit. Ebenso allgegenwärtig, egal ob zu spüren oder augenscheinlich, sind Stolz und Ästhetik.

Wenn ich mir hingegen das Buch »Cook mal Pilze« ansehe, ist dies zwar ein sehr umfassendes Werk, in das sicher viel Zeit investiert wurde, aber die Ästhetik lässt doch sehr zu wünschen übrig. Ich habe mich, nachdem ich es bestellt hatte, so sehr auf dieses Buch gefreut. Endlich schlug ich es auf - und war optisch arg enttäuscht. Was schade ist, denn inhaltlich bietet es sicher viel Brauchbares.

Es ist schwer, auf dieses Defizit eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Als Erkenntnis bleibt eigentlich nur meine Beobachtung, dass es länder- und kulturübergreifend doch deutlich sichtbare Unterschiede in der Darstellungsform und -art von Pilzen und Pilzgerichten gibt. Die Ursachen dafür sind gewiss komplex und haben ihre Wurzeln wohl in tiefen kulturhistorischen Bedingungen. Wobei ich mal behaupte, dass wir Deutschen nie Meister der Ästhetik waren.

Schöne Fotos aus anderen Ländern

Das kann ich sogar belegen. Seit Anfang des Jahres beobachte ich via Instagram das weltweite Pilzgeschehen, vor allem in Italien, Spanien, Schweden, Österreich, der Schweiz und in Russland.


Foto: So schön kann der Pilzherbst in der Küche aussehen. Alinchen hat herrliche Steinpilze, die sie am 29. September 2013 im Ostharz gefunden hat, richtig schön herausgeputzt. In der Schüssel zeigen sie sich im warmen Licht. (Foto © Alinchen)

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Neben dem Pilzaufkommen der einzelnen Länder, wo ich z.B. auch mitverfolge, dass die Perlpilze und die Bereiften Pfifferlinge dieses Jahr nicht nur bei uns in Deutschland ein sehr starkes Jahr haben, sondern auch in den genannten Ländern, fällt mir noch etwas anderes auf: in Italien, Spanien, Schweden und Russland z. B. werden Pilzfunde optisch sehr ansprechend, ja liebevoll und würdigend fotografgiert.

Die Pilze sind allesamt recht sauber, werden schön arrangiert und drapiert, und was besonders auffällt, ist, dass sie gerne in Farn, Kräuter oder in in bunte Blumen gebettet werden. Die Osteuropäer sammeln nahezu alles, Kräuter, Beeren und sämtliche Pilze, gerne in Massen. Aber auch diese Massen werden ausgesprochen gefällig und schmuck dargestellt. Ich würde sagen, mit mehr Ästhetik, Stolz und Demut gegenüber der Natur.

Fehlende Liebe gegenüber Lebensmitteln

Auch wenn ich das den drei deutschsprachigen Ländern im Umkehrschluss nicht absprechen will, fällt auf, dass es in der Regel einfach abgeklärt, vielleicht sogar abgestumpft wirkt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gilt mehr die Formel: Pilze, ein Häufchen, Foto - und fertig. Um es salopp zu umschreiben.


Foto: Auch dies ist eine vor den Gaben der Natur repektvolle und beinahe künstlerische Darstellungform. Michael vom Pilz-Ticker Baden-Württemberg ist für diese Art der Präsentation vielen Pilzfreunden bekannt. Alles ist penibel gesäubert, alles wunderbar geordnet. Die Pilze gehen weit in die Hundert! Das kostet Zeit und Aufwand - und veranschaulicht Dankbarkeit für und Demut vor dem Fund. (Foto © Michael)


Was ich vage vermute, ist, dass bei uns in Deutschland bei der Art des Umgangs und der bildhaften Darstellung von Lebensmitteln im allgemeinen und von Pilzen im Speziellen entweder etwas verloren ging oder in einer gehobenen oder gar höheren Form schlicht nicht vorhanden war. Um diese Frage zu beantworten, bin ich zu jung.

Den Verlust des respektvollen und dankbaren Umgangs mit Lebensmitteln würde ich auf den Zeitraum der 70er bis 90er Jahre beziffern. Es hat sicher damit zu tun, dass in dieser Zeitspanne - nach entbehrungsreichen Nachkriegs-Jahrzehnten - alles im Überfluss da war.  Erfreulicherweise meine ich aber beobachten zu können, dass die junge Generation allmählich wieder einen engeren Bezug zur Natur gewinnt. Das wäre schön!

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Das geht besser! Ungereinigte Pilze, lieblos und ungeschnitten hingelegt. Der große Steinpilz rechts unten zeigt deutliche Vermadung an der Stielbasis. Der Pilz hat in diesem Zustand nichts in einer Küche verloren. (Foto © Benjamin)


Darmstadt-Dieburg: Eine Hexe aus dem Trockenwald für ein leckeres kleines Pilzgericht


Foto: Monikas Flockenstieliger Hexenröhrling im Buchenlaub - und was aus ihm geworden ist. Die Bilder verdeutlichen: schon aus einem einzigen Pilz lässt sich etwas Leckeres zaubern! (Collage/4 Fotos © Monika)

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Monika schreibt am 14. Juli 2019:

»Der Wald ist noch ziemlich pilzleer, dennoch hat sich ein Flockenstielieger Hexenröhrling aus dem vertrockneten Boden herausgetraut. Ohne Wurmbefall war er gut zu verwenden und sorgte für eine leckere kleine Mahlzeit.

Liebe Grüße Monika«

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Sehr lesenswert!


Kleiner Exkurs zum Thema Zwiebeln in der Pilzküche

Stefans äußerst zurückhaltende Verwendung von Zwiebeln bei Pilzgerichten


Stefan schreibt am 9. Juli 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

du hast mit deiner Ergänzung zum Thema Zwiebeln (siehe der Eintrag direkt unter diesem) vollkommen recht! Bei der Beschreibung der Zutaten und Zubereitung habe ich zwei Details nicht genannt.

Detail 1: In unserem Haushalt findet sich nahezu nie die Gelbe Zwiebel ein. In der Regel haben wir Schalotten zum klassischen Kochen und Saucen ansetzen, Rote Zwiebeln zum Karamellisieren und immer auch ein paar Weiße Zwiebeln, die eher in der südeuropäischen als in der deutschen Küche Verwendung finden.

Die Weiße Zwiebel hat ein sehr feines und leicht süßliches Aroma. Wenn man sie dämpft und nicht brät, wird sie auch nicht bitter, was Zwiebeln durch scharfes Anbraten gerne werden.

Detail 2: Ich habe erst die Morcheln scharf angebraten und die dünnen Zwiebelringe erst kurz bevor die Morcheln fertig waren, mit in die Pfanne gegeben. Anschließend habe ich die Temperatur stark reduziert und einen ganz kleinen Deckel über die Morcheln und Zwiebeln gestülpt, so das sie in ihrem Saft dünsten konnten. Das siehst du, wenn du das Bild vergrößerst: die Zwiebeln sind glasig.

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Das mache ich zum einen wegen der Zwiebeln, damit sie nicht bitter werden und zum zweiten, weil ich die Morcheln anfangs aus Vorsicht gerne zu stark angebraten habe. Durch den kleinen übergestülpten Deckel garen sie weiter, ohne zu verbrennen.

Ich habe die Morcheln vorab auch mal abgekocht, wodurch meiner Meinung nach aber deutlich an Geschmack verloren geht.

Anbei ein Foto von der Weißen Zwiebel, die ich wegen ihrer leichten Säure und feinen Süße  zum Flanksteak verwendet habe. Ferner kamen zum Einsatz ganz wenig Salz und Pfeffer sowie frisch geriebene Muskatnuss. Das alles aber erst nach dem Braten, denn die Gewürze sollten nicht verbrennen und bitter werden.

In Summe gebe ich dir uneingeschränkt recht! Zwiebeln und vor allem Knoblauch haben in den allermeisten Pilzgerichten nichts verloren, dessen war ich mir bewusst und hätte es präziser ausführen können, damit ich niemanden fehlleite. Vielleicht habe ich zuviel Grundlage vorausgesetzt, denn die große Mehrheit verwendet ja trotzdem immer wieder Gelbe Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit Pilzen - ich weiß das.

Die einzige Pilzart, bei der ich bislang Knoblauch verwendet habe, waren Austernseitlinge, aber die haben mir nicht sonderlich geschmeckt.

Kulinarische Grüße, Stefan ;-)«

(Foto © Stefan)

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Das Sommerloch zwingt Stefan zum Griff in das Morchelvorratsglas für ein weiteres Gourmetmahl




Foto: Wieder einmal Restaurant-verdächtig ist dieses herrliche Gericht von Stefan, der mangels Frischpilzen in den Wäldern in seine Morchel-Vorratskiste griff. Wir sehen Scheiben vom Flank-Steak mit Spitzmorcheln und Zwiebeln an einem Salat aus dem eigenen Garten mit Schafskäse und Oliven. Stefan ergänzt hierzu sehr angemessen: »Rustikal angerichtet auf dem Brett, das mag ich am liebsten. Wenn es dann in der Mitte des Tisches liegt und jeder einfach zugreifen kann, dann hat das etwas Ungezwungenes.« (4 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 8. Juli 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem ich gestern Abend nochmal eine Runde im Wald gelaufen bin und ganze drei, nicht mehr verwertbare Täublinge gefunden habe, habe ich vorhin kurzerhand beschlossen, an meine Morchelvorräte zu gehen.

Noch ein schneller Gang in den Garten - und heraus sprang ein leckerer Wildkräutersalat mit Schafskäse und ein paar Grünen Oliven. Dazu gab es ein gegrilltes Flank-Steak mit gebratenen Morcheln und Zwiebeln.

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Das Flank-Steak ist ein Teilstück aus der Dünnung, also dem Bauchlappen des Rindes. Im Vergleich zu den bekannten Steakstücken hat es einen deutlich kräftigeren Geschmack, weshalb die Spitzmorcheln mit ihrem ebenfalls starken Eigengeschmack und ein paar gebratenen Zwiebeln sehr gut harmoniert haben.

Genussvolle Grüße, Stefan«

Lieber Stefan,

ich halte - nach wie vor - alle nussig und mild schmeckenden Pilzarten und damit ganz besonders Steinpilze und Morcheln für problematisch für die Kombination mit Zwiebeln. Meister Antonio Carluccio wagt sich bei seinen zwei Morchelgerichten in »Pilze für Feinschmecker« bei seinen »Morchel-Schiffchen« für vier Personen lediglich an »2 bis 3 Schalotten« heran, von denen wir wissen, dass sie »ein feineres, weniger scharfes und eher süßliches Aroma besitzen« als Zwiebeln.

In sein »Morchel-Bries-Pie« (er zählt Morcheln und Bries zu seinen »zwei absoluten Favoriten«) finden weder Schalotten noch Zwiebeln Eingang. Das kommt nicht von ungefähr.

Da Du hier ausdrücklich den kräftigen Geschmack des Flank-Steaks hervorhebst, mag die Verwendung von Zwiebeln in diesem Fall tatsächlich sinnvoll und ein Entgegenkommen an den hohen Würzgrad des Fleisches sein. Es sollte aber eine Ausnahme bleiben.

Mit einem kräftigen Bon Appétit, Heinz-Wilhelm

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Foto: Das Flanksteak vor dem Garen und Schneiden.

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Foto: Und hier sehen wir das köstliche Gericht auf dem Teller. »Der Wildkräutersalat wurde nur grob gehackt, aus Petersilie, Rucola, etwas Oregano und Lollo Rosso«, schreibt Stefan dazu.

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