Pilz-Ticker-Hessen



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Die feinen getrockneten Spitzmorcheln 

veredeln unübertrefflich gehobene Gerichte.

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Stefan macht's wie Michael

Das Geheimnis der kreativen Pilzküche: Raus in die Wälder und Felder, ran an die Erzeuger!


Foto: Eine Piccata ist in der italienischen Küche eigentlich eine kulinarisch veredelte dünne Scheibe Kalbfleisch. Stefan hat stattdessen Wolfsbarsch verwendet und ihn mit feinen Streifen der Pèrigordtrüffel in Ei und mit Parmesan geadelt. Das Ganze gab es an Spaghetti und - natürlich selbstgemachter - Tomatensauce.

(Foto © Stefan)

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Stefan schreibt am 18. Januar 2020:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich möchte mit unserem heutigen Gericht gerne auf den letzten Beitrag von Michael aus dem Ticker BaWue eingehen. Er hat mir regelrecht aus der Seele gesprochen. Ähnliches hatte ich ja bereits in meinem Beitrag zum Erntedankfest erwähnt.

Auch ich treffe immer wieder auf Menschen, die unsere Art zu kochen zwar als toll, gesund oder lecker loben, aber eben auch häufig als teuer oder gar abgehoben. Hier und da mag das zutreffen, denn man gönnt sich auch mal etwas, aber im Großen und Ganzen ist das unzutreffend. Meist herrschen Unwissenheit sowie fehlender Antrieb und mangelnde Kreativität vor.

Grundlagen für Beilagen wie z.B. Salate, Kräuter, Beeren, Früchte, Gemüse und Pilze sind ganz oft entweder in Wald und Feld zu finden oder man kann sie selbst anbauen. Mit etwas Kreativität kann man daraus vielfältige Grundlagen und Abwandlungen für Gerichte zaubern.

Hauptakteure wie Fisch und Fleisch bekommt man mit etwas Mühe in der Regel auch in guter Qualität zu fairen Preisen in der Region, vor allem dann, wenn man  direkt an die Quelle, sprich den Erzeuger, geht.

Je näher man an den Produzenten oder den Erzeuger herangeht, desto günstiger, hochwertiger und frischer werden Lebensmittel, denn ehe eine Ware im Supermarkt landet, wollen ganz viele in dieser Kette mitverdienen. So verstreicht wertvolle Zeit auf Kosten der Qualität.

Trotz Périgrodtrüffel kostet das Gericht nur 6 Euro pro Person

Daher mein Rat: einfach mal den Bauer, den Fischzüchter, den Jäger etc. aus der Region kontaktieren, am besten persönlich aufsuchen. Das hat auch wertvolle Nebeneffekte, etwa dass man mit Menschen gleicher Wünsche und Ansprüche bekannt wird und ins Gespräch kommt, man erhält Produktinformationen, es formen sich neue Ideen aus.

Ein Beispiel dafür möchte ich mit unserem heutigen Gericht geben.

Es gab eine Wolfsbarsch-Trüffel-Piccata an Spaghetti mit Tomatensauce. Bei diesem Gericht habe ich sogar noch verhältnismäßig viel dazu gekauft, dennoch lag der Preis für 4 Personen pro Gericht bei rund 6,00 Euro.

Ich habe für die Piccata 2 Eier, 70 Gramm geriebenen Parmesan, Salz und Pfeffer und ca. 15 Gramm in feine Streifen geschnittene Périgordtrüffel vorbereitet und verrührt.

Dann wurde eine meiner eingefrorenen Tomatensaucen aufgewärmt und die Pasta abgekocht.

Währenddessen habe ich die zwei Wolfsbarschfilets in vier Teile geschnitten, mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt, gemehlt, durch die Ei-Parmesan-Trüffelmasse gezogen und mit reichlich Butter in der Pfanne ausgebacken.

Anrichten, servieren und schmecken lassen!

Ganz liebe Grüße Stefan«

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Marburg: Der wunderbare Anblick von Austernseitlingen im winterlichen Wald


2 Fotos: »Ein wunderbarer Anblick« sei so eine Kolonie von Austernseitlingen generell, meint Mathias. Gar noch schöner wäre er allerdings gewesen, wären seine gefundenen Pilze noch ein wenig jünger gewesen.


Mathias schreibt am 9. Januar 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nun lese ich schon so lange mit Begeisterung den Pilzticker, dass es Zeit wird, selbst mal Meldung aus dem verregneten Marburg zu machen.

Hier war ich gestern in einem Waldstück unterwegs, das hauptächlich mit Buchen bewachsen ist. Da sich dieser Wald selbst überlassen ist, liegt viel totes Holz herum. Und siehe da, an einem dieser Stämme ließ sich eine schöne Kolonie Austernseitlinge finden. Leider waren die Pilze größtenteils tropfnass und auch insgesamt nicht mehr die jüngsten, aber für eine schöne Pfanne hat es dennoch gereicht. Und ein wunderbarer Anblick ist so eine Kolonie von Austernseitlingen ja sowieso immer wieder.

Beste Grüße aus Mittelhessen, Mathias«

(2 Fotos © Mathias)

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Königstein/Taunus: Erwin erfreut sich an der Schönheit der Samtfußrüblinge


Erwin schreibt am 1. Januar 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich möchte einmal meine Pilzfunde aus dem Taunus bei Königstein der letzten zwei Tage präsentieren. Samtfußrüblinge und Austernseitlinge habe ich in großen Mengen finden können, wobei ich den Samtfußrübling einmal in seiner ganzen Schönheit, insbesondere von seiner beeindruckenden Unterseite, zeigen möchte (2. Foto rechts).

Herzliche Grüße, Erwin aus Frankfurt/M.«

(2 Fotos © Erwin)

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Main-Kinzig-Kreis: Erholsame Gänge in beinahe pilzleeren Wäldern mit Haareisschmuck


Stefan schreibt am 29. Dezember 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wir hatten gestern im Main-Kinzig-Kreis bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schönsten Sonnenschein. Nach den turbulenten Weihnachtsfeiertagen war der Gang durch den  winterlichen Wald eine willkommene und erholsame Abwechslung.

Ich hatte mich mit Fabiano bei Alzenau an unserer guten Steinpilzstelle verabredet. Wir wollten einfach mal schauen, was der Wald zur Jahreswende wohl hervorbringen würde. Zu unserem Erstaunen wunderschönes Haareis; das zweite Foto zeigt einen von mehreren Funden dieser nicht alltäglichen Erscheinung.

Trotz vieler Buchen, die dort stehen oder bereits liegen, konnten wir keine Austernseitlinge finden, und an den vereinzelten Birken zeigte sich kein einziger Birkenporling. Schade, denn ich würde für einen Selbstversuch über 2-4 Wochen gerne einmal den gesunden Tee ausprobieren. Zwei Stunden lang genossen wir die Stille und sogar die Pilzleere in diesem schönen Wald.

Da Fabiano gerne noch Austernseitlinge haben wollte, sind wir weiter in einen Wald, in dem die Wahrscheinlichkeit, fündig zu werden, größer war. An der mir bekannten Buche fanden wir bis zu einer Höhe von gut 3 Metern denn auch wunderschöne Konsolen vor. Einen Teil ernteten wir, die ganz kleinen Pilze ließen wir weiterwachsen. Für das Foto (rechts), das die Pilze mal in außergewöhnlicher Perspektive zeigen sollte, habe ich mich flach auf den nassen Boden gelegt...

Ich mag den winterlichen Wald sehr, so dass ich es ein wenig schade finde, dass mir die Austernseitlinge geschmacklich nicht zusagen. Umso schöner, dass Fabiano sie sehr schätzt und wir so gemeinsam auch im Winter auf die Pilzsuche gehen können.

Viele liebe Grüße und einen guten Rutsch in das neue Jahr wünsche ich dir, lieber Heinz-Wilhelm, und allen Pilzfreunden!«

(2 Fotos © Stefan)

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Ein leckeres Pfifferlingsgericht nach einem nahezu ausgefallenen Pfifferlingsjahr


Stefan schreibt am 22. Dezember 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem es die letzten Wochen rund um die Pilze sehr ruhig geworden ist, haben sich am heutigen Freitag alle auf ein leckeres Gericht mit Pfifferlingen gefreut. Wie du weißt, sind Pfifferlinge bei uns seit 2017 Mangelware, entsprechend groß war unsere Freude heute.

Die Pilze habe ich unserem Gefrierfach entnommen, es waren teils auf dem Markt gekaufte, teils in diesem Jahr im Wald gefundene; letztere machten den kleineren Teil aus.

Zu gegrillten Süßkartoffeln gab es eine Sourcream, garniert mit gebratenen Pfifferlingen, dazu ein paar leckere Tranchen vom Flat Iron. Dieser Zuschnitt ist zu deutsch ein ausgelöster Muskel vom Schaufelstück (Schulter), in Österreich auch als Schulterscherzel bekannt. Entsprechend abgehangen, ist dies ein Zuschnitt, der zum Kurzbraten geeignet ist, zart wie ein Filet, aber deutlich geschmacksintensiver.

Auf dem Foto rechts ist das leckere Gericht zu sehen. Es hat uns um so mehr geschmeckt, als wir heute alle auf der Arbeit, in der Schule und im Kindergarten unseren letzten »Arbeitstag« des Jahres hatten.

Ganz liebe Grüße Stefan«

(Foto © Stefan)

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Main-Kinzig: »Man will das Saisonende der Pilze nicht so ganz akzeptieren«


Foto: Die Trompetenpfifferlinge standen, wie wir sehen, im Mischwald, was Nadeln, Nadelholzzweige und Laub anzeigen.

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Stefan schreibt am 11. Dezember 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

man will das Saisonende der Pilze nicht so ganz akzeptieren und kann es auch nicht lassen; also bin ich gestern nochmal auf eine kleine Runde los in meinem Hauswald.

Als wolle Mutter Natur mir ein kleines Trostplaster für meine zwei nahezu pfifferlingsfreien Jahre schenken, gab es gestern einen einsamen Pfifferling (Foto rechts) und eine gute Handvoll Trompetenpfifferlinge für das Sammelkörbchen.

Der Frost der vergangenen Tage hat durchaus Spuren hinterlassen. So waren einige der Trompetenpfifferlinge, ein letzter Flocki und noch drei Maronen völlig unbrauchbar und blieben zwangsläufig im Wald zurück.

Für einen Blick zum Platz der Semmelstoppelpilze hat es leider nicht mehr gereicht, denn die Sonne war bereits untergegangen, was ich so gedankenversunken gar nicht wahrgenommen hatte. Erst als ich den Wald verließ, wurde es mir richtig bewusst, denn wieder am Auto angekommen, war es bereits stockfinster.

Ich wünsche allen Pilzfreunden noch ein paar schöne Funde an Winterpilzen, ruhige Adventssonntage, ein tolles Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und erholsame Feiertage.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

(3 Fotos © Stefan)

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Foto: Für eine gute Handvoll Trompetenpfifferlinge hat es immerhin gereicht. Mehr zu sammeln wäre ohnehin kaum möglich gewesen, das es rasant dunkelte.

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Main-Kinzig-Kreis: Die Austernseitlinge sind für Stefan nach wie vor gewöhnungsbedürftig


Foto: Die Austernpilze sehen sehr gut aus, jedoch findet Stefan an ihrem Geschmack bislang nicht den großen Gefallen. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 1. Dezember 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Vormittag sind Fabiano und ich eine Runde durch die Alzenauer Wälder gezogen, die überwiegend Buchen- und Eichenbestand haben, vereinzelt auch Fichten und Kiefern.

Aus waren wir natürlich noch immer auf Pfifferlinge und Totentrompeten. Zwei Pfifferlinge ließen sich auch finden, allerdings waren sie nicht mehr brauchbar. Von Totentrompeten keine Spur. Da Väterchen Frost nun auch bei uns Einzug hält, war es das dann auch für dieses Jahr.

Für das Körbchen gab es aber immerhin noch rund 200 Gramm Trompetenpfifferlinge (Foto rechts) und ein Nest junger Austernseitlinge.

Zuhause angekommen, habe ich die Austernpilze direkt in Streifen geschnitten und kurz in der Pfanne angebraten. Ein paar Streifen habe ich pur verkostet, den Rest mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Diese waren heute deutlich zarter als bei meiner letzten Kostprobe, allerdings sagt mir ihr Geschmack leider nach wie vor nicht so richtig zu. Ich meine, Eisen herauszuschmecken, vor allem am Anfang. Nach längerem Kauen verfliegt das und dann finde ich ihn gar nicht so schlecht.

Mit weiteren Winterpilzen wie dem Samtfußrübling bin ich wegen Verwechslungsgefahr noch nicht so richtig warm, deshalb wird die Saison nun für mich zu Ende sein.

Allen Pilzfreunden, die noch immer auf der Pirsch sind, wünsche ich weiterhin viel Erfolg!

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Wehrheim/Friedrichsdorf: Zufallsbegegnungen mit Steinpilzen und Schwarzkitteln im südlich gelegenen Fichtenhochwald


Matthias schreibt am 24. November 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich wollte es gestern einfach wissen. Endgültig. Ist denn die Pilzsaison im Raum Wehrheim/Friedrichsdorf nördlich von Bad Homburg vor der Höhe nun endgültig vorüber? Oder geht noch was? Also um 9.30 Uhr eher skeptisch einen kleinen Korb mitgenommen und los. Insgeheim hoffte ich, gar nichts zu finden, damit ich endlich zur Ruhe kommen und mich damit abfinden würde, dass tatsächlich Feierabend wäre für dieses Jahr.

Nach einem Kilometer war es vorbei mit der Ruhe: der erste feiste Steinpilz in Bestform lacht mich an. OKay, lauf`ich halt noch paar Meter, wird ja wohl nur Zufall sein. Dann gab es, ebenfalls nur zufällig, eine Begegnung mit einem Schwarzkittel - ebenfalls in Bestform, mit ca. 80 kg Kampfgewicht - und jugendlichem Gefolge.

Aus etwa zehn Metern Entfernung glotzen wir uns an. Seine blitzenden Schweinsäuglein verraten, dass er kurz zwischen Angriff und Flucht abwägt. Er entscheidet sich zum Glück für letzteres und die ganze Schweinerei prescht an mir vorbei.

Vergessliche Rotfüße

Was in den folgenden zwei Stunden folgt, ist unter anderem die Erkenntnis, dass die nächste kerngesunde Generation der Rotfüße offenbar ganz vergessen hat, dass ja bald Weihnachten ist. Dass sich die Maronen offenbar dazu entschlossen haben, bis Neujahr zu wachsen. Und dass ein weiterer Steini seinem Vorgänger Gesellschaft leisten wollte und von der Dame meines Vertrauens in Kürze verspeist wird.

Und wo spielte sich das ab? Oh, die Koordinaten habe ich leider vergessen (lächel...). Aber ehrlich: im eiskalten und feuchten Laubhochwald gen Norden geht gar nichts mehr. Fichtenhochwald, Hanglage gen Süden gerichtet, wo die Sonne draufscheint und ein südlicher, leicht wärmender Wind ein wenig nachhilft - da geht noch was!

Ich mache jetzt aber für dieses Jahr tatsächlich Feierabend! Wobei mir der legendäre Spruch von Karl Lagerfeld einfällt: 'Was ich sage, ist nur gültig, wenn ich es sage.' Ein Steini im Dezember wäre doch was.

Und die Moral aus der wahren Geschicht: liebe Pilzfreunde, hervor hinter dem Ofen und nochmal auf die Pirsch!

Gruß von Matthias«

(3 Fotos © Matthias)

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Foto: Ein für das letzte November-Drittel sehr respektabler Fund von Maronen, Rotfüßen und zwei Steinpilzen! Die meisten Pilzfreunde können von solch einer Ausbeute in diesem Jahr nur noch träumen.

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Stefans Probekochen für das Weihnachtsfamilienessen

Selbstgemachte Spätzle mit einer Pilzrahmsauce, dreierlei Filet vom Schwein und gebratenen Steinpilzen


Foto: Stefan machte vorsichtshalber einen Kochtest für das große Weihnachtsessen, das er für 12 Personen kochen soll: selbstgemachte Spätzle mit einer Pilzrahmsauce, dreierlei Filet vom Schwein (Mangalica, Iberico und Berkshire) und gebratenen Steinpilzen. Wie es aussieht, können die Gäste schon kommen. (6 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 23. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

gestern Nachmittag war ich mal meine Runde im Wald laufen. Von Röhrlingen keine Spur mehr, geschweige denn von Pfifferlingen oder Totentrompeten. Nur die Trompetenpfifferlinge und vereinzelt die Semmelstoppelpilze scheinen den tiefen Temperaturen noch standzuhalten. Dafür ist der herbstliche Wald umso schöner.

Heute habe ich die Zeit für ein kleines Probekochen genutzt, da wir dieses Jahr am 2. Weihnachtsfeiertag für das Familienessen zuständig sind. Bevor ich für 12 Personen den Sprung ins kalte Wasser mache, lieber ein kleiner Test.

Geplant sind selbstgemachte Spätzle mit einer Pilzrahmsauce, dreierlei Filet vom Schwein (Mangalica, Iberico und Berkshire), das ich beim Fleischhändler meines Vertrauens kaufe, und gebratenen Steinpilzen.

Angefangen habe ich mit der Pilz-Jus, die ich aus getrockneten Mischpilzen, etwas Frühlingslauch, etwas Weiße Zwiebel, Pfefferkörnern, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, einer kleinen Peperoni aus dem Garten sowie etwas frischer Petersilie gezogen habe.


4 Fotos: Wir sehen die Pilz-Jus (oben links), die reduzierte Sauce (daneben), die reduzierte Sauce, aufgegossen mit Frischer Sahne (unten links) sowie rechts daneben die selbstgemachten Spätzle.

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Nachdem alles gut drei Stunden lang ausgekocht wurde, habe ich die Jus gesiebt und noch etwas einreduziert. Anschließend dann mit Frischer Sahne, einem Löffelchen Korianderhonig und etwas Balsamico Bianco abgeschmeckt.

Die Steinpilze in Butter goldbraun braten

Im nächsten Schritt habe ich den Spätzleteig gemischt und Spätzle für Spätzle fleißig in das siedende Wasser geschabt.

Dann wurden die beiden Lenden, eine vom Mangalica und eine vom Iberico-Schwein (Foto rechts), scharf in der Steakpfanne angebraten und bei 80 Grad Ober-Unterhitze im Ofen auf 58 Grad Kerntemperatur gebracht.

Als letztes wurden dann die Spätzle und die gewässerten Steinpilze in Butter schön goldbraun gebraten und dann alles zusammen angerichtet und serviert.

Ich sage nichts und lasse heute einfach mal die Bilder sprechen. ;-)

Herzliche Grüße, Stefan«

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Stefans doppelte Improvisation mit zweierlei leckeren Pilzsoufflés




Stefan schreibt am 16. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe heute Morgen ein kleines leckeres Frühstücksexperiment gewagt, das sehr positiv ausfiel.

Manchmal gönne ich es mir, nahezu ohne Fahrplan etwas zu kochen. So auch heute.
Ich hatte noch einen mittleren knackigen Steinpilz und noch eine halbe Burgundertrüffel übrig, die ich mir zum Frühstück mit Ei machen wollte. Los geht’s!

Ich hole alles aus dem Kühlschrank, was ich benötigen würde. Dazu einen großen und einen mittleren Metallring - und beginne, in zwei getrennten Schüsseln Rührei zu klöppeln. Ich wollte es zubereiten, wie ich es bereits in der Vergangenheit für die Pilzbagels gemacht hatte. Anschließend habe ich aus dem Steinpilz drei dünne Scheiben geschnitten und den Rest sehr fein gewürfelt.


Foto: Nach einer kleinen kulinarischen Sackgasse, in die Stefan während seiner Improvisation geraten war, entschloss er sich für den Backofen. Dabei heraus kamen zwei leckere Soufflés, eines mit Steinpilzen, das andere mit Burgundertrüffel. Das doppelt improvisierte Gericht schmeckte sehr lecker! (Foto © Stefan)

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Die Würfelchen kamen in die eine Schüssel und eine gute Portion Trüffelabrieb in die andere.
Pfanne auf den Herd, Butter und die Ringe rein und das Ei in die Ringe eingefüllt.
Dann merkte ich: das wird nix. Die Füllung war so übermäßig viel, dass der Boden vom Ei schwarz sein würde, bis es komplett durchgebraten wäre.

Also Pfanne runter, Ofen auf 160 Grad mit Grillfunktion und ab mit der Pfanne in den Ofen.
Was passiert? Das geplante Rührei wird ein fluffiges Soufflé!

Das größere Steinpilz-Soufflé habe ich an einer Seite noch mit dem kleineren Ring etwas ausgestochen, das kleinere Trüffel-Soufflé dann zum Anrichten in die ausgestochene Aussparung gepackt und das Ganze mit angebratenen Steinpilzscheiben und Trüffeln garniert - fertig.

Ich habe es abschließend lediglich mit Salz und etwas Pfeffer gewürzt. Es war sehr, sehr lecker!

Falls sich nun jemand fragt, ob solche Spontanaktionen immer funktionieren, muss ich leider zugeben: nein! Da kommt auch gerne mal völliger Blödsinn bei raus, aus dem man aber immer seine Lehren ziehen kann und am Ende etwas schlauer ist. ;-)

Ganz liebe Grüße, Stefan«


Main-Kinzig: Die Plastiktütenfraktion bleibt zu Hause, die Herbstpilze wachsen weiter


Foto: Ein schöner Herbstfund für Stefan, der aufgrund der für Pilze günstigen Wetterprognosen sogar Morgenluft wittert und von weiteren Funden in seinem Hauswald träumt. Die Pfifferlinge schienen sein Stoßgebet von vor einigen Wochen erhört zu haben. Die Semmelstoppelpilze sind groß und schön. (4 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 13. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich erwähnte ja bereits vor einigen Wochen, dass ich gnadenlos unterpfiffert bin. Als ob sie's gehört hätten: die Falschen Pfifferlinge* reagierten von da an auf mein Ansinnen mit regelmäßiger Präsenz.

Heute dann bei einem kleinen Spaziergang in meinem Hauswald, wollte ich schon gar nicht mehr auf das leuchtende Orange reagieren. Doch dies wäre ein Fehler gewesen. So machten mich die kräftig gelben und die blassgelben Farbtupfer im feuchten Herbstlaub dann doch neugierig.

Und so entdeckte ich doch tatsächlich drei schöne Pfifferlinge (1. Foto rechts), die mir sogar noch als Wegweiser zu einer Gesellschaft von Trompetenpfifferlingen dienten. Zum Ende meiner Runde sah ich noch nach den Semmelstoppelpilzen und wurde auch hier fündig. Was in dem hohen Laubflor gar nicht so einfach war (2. Foto rechts).

So konnte ich nach zwei Jahren eindlich einmal wieder einen Korb voller schöner Herbstpilze nach Hause bringen, denen sich auch noch zwei Steinpilze freundlich angeschlossen hatten. Ein Teil ihrer Artgenossen hat die ersten Frostnächte allerdings nicht überstanden. Es fällt immer wieder auf, dass die jüngeren dem Frost mehr Widerstand entgegensetzen können.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt für mich war, dass der Wald endlich wieder frei von in Tüten sammelnden Alleseinpackern bzw. Pilzumtretern ist.

Die Temperaturen halten sich laut Wetterfrosch die nächsten 14 Tage über Null - das lässt weiterhin freudig hoffen!

Liebe Grüße Stefan«

* In geringer Menge essbar, sonst leicht giftig

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Foto: Einmal freigelegt, entfalteten die Semmelstoppelpilze ihre ganze Größe und Pracht.

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Wetzlar: Ein einziger Spätreifer wartete noch auf Peter


Foto: Stand gut sichtbar am Hang, jedoch ohne weitere Begleitung: Peters einziger und wohl letzter Steinpilz der Saison. (Foto © Peter)

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Peter schreibt am 13. November 2019:

»Guten Tag, lieber Heinz-Wilhelm,

ermutigt von den Pilzticker-Berichten über tolle Spätfunde von Steinpilzen, bin ich heute noch einmal in meinem kleinen Steinpilzgebiet nördlich von Wetzlar auf die Suche gegangen. Ich rechnete nicht wirklich mit einem Erfolg und nahm deshalb auch keinen Korb mit. Dafür hatte ich einen Stoffbeutel mit Zeitung im Rucksack.

Im Moos am Wegesrand fand ich einen kleinen einwandfreien Rotfußröhrling. Das war der Mutmacherpilz, der sich dem nicht so ganz zuversichtlichen Pilzsammler immer mal gerne in den Weg stellt. Ich verstand die Botschaft und ging mit geschärftem Blick weiter.

An meiner kleinen Steinpilzstelle hatte sich dann auch ein wunderschöner Steinpilz so am Hang aufgebaut, dass ich ihn nicht übersehen konnte, obwohl das ältere Buchenlaub bereits die dunkelbraune Farbe der Steinpilzhüte angenommen hatte.

Nach den obligatorischen Fotos suchte ich das ganze Gebiet voller neuer Hoffnung ab, aber es blieb bei diesem einen Steinpilz, dem für mich wohl letzten dieses Jahres. Zu Hause habe ich ihn auch gleich geschnitten. Er war madenfrei und hatte festes, weißes Fleisch. Ein schöner Abschluss einer im Großen und Ganzen doch noch sehr erfolgreichen Pilzsaison.

Herzliche Grüße aus Wetzlar, Peter«

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Ein festliches Essen mit Steinpilzvariationen an Hähnchenbrustfilet für acht Gäste




Stefan schreibt zu diesem Foto am 10. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute möchte ich noch kurz das kleine Festmahl zum Steinpilzfund von gestern vorstellen.

Da meine Schwiegereltern es sich gewünscht hatten, habe ich mir zum Abschluss nochmal ein Essen mit dem Steinpilz als Hauptakteur einfallen lassen.

Es gab gegrilltes Hähnchenbrustfilet mit einer Steinpilz-Sahnesauce auf einem Bett aus gebratenen Steinpilzen. Zudem wurde das Hähnchenbrustfilet mit einem Crunch aus gerösteten Pinienkernen und Parmesan garniert.

Dazu gab es Kartoffelstampf, der mit Steinpilzbutter und ebenfalls gebratenen Steinpilzstückchen geschmacklich verfeinert wurde. Der Kartoffelstampf wurde noch mit einem knusprigen Parmesan-Steinpilzchip garniert.

Arbeiten im Hintergrund:

  • Mit den getrockneten Steinpilzen aus Österreich hatte ich eine Demi Glace gezogen, die die Grundlage für die Sahnesauce bildete.
  • Für den Kartoffelstampf habe ich die frischen Steinpilze verwendet und für das Steinpilzbett unter dem Hähnchenbrustfilet getrocknete. Das Gute an den getrockneten ist, dass wenn man sie nicht vollständig durchweicht, sie nach dem Braten schön knusprig sind und einen tollen Biss behalten. So lässt es sich gut mit den einzelnen Texturen desselben Produktes spielen.
  • An Gewürzen habe ich lediglich Salz, frischen Pfeffer und Muskatnuss verwendet. Mit dem Parmesan (Umami) und den Pinienkernen habe ich gespielt und die geschmackliche Brücke zu den Steinpilzen gelegt.

Bis ich als letzte der 8 Personen meinen Teller angerichtet hatte und zum Essen schreiten wollte, waren alle anderen Teller bereits leer. Ich fasste das als Kompliment auf. ;-)

Liebe Grüße Stefan«

(Foto © Stefan)

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Eine Treibjagd bei Eberstadt setzte Tobias' letztem Pilzgang 2019 ein vorzeitiges Ende


Foto: Einer der letzten Steinpilze, die Tobias in diesem Jahr erntete. Es war sein letzter Pilzgang 2019 bei Eberstadt. (2 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 10. November 2019:

»Einen schönen guten Tag Heinz-Wilhelm,

gestern war ich mal wieder alleine in den Eberstädter Wäldern unterwegs. Die Steinpilze wachsen immer noch fröhlich nach! An zwei meiner Stellen konnte ich erkennen, dass dort seit Tagen kein Konkurrent mehr war, denn vor allem an dem letzten Platz standen richtige Prachtexemplare.

So war der Korb sehr schnell gut gefüllt. Dann begegnete ich einem Jäger, der mir riet, nicht weiter zu gehen, da in Richtung meines Weges eine Treibjagd stattfinden würde. Da verzichtete ich lieber auf vermutlich weitere Steinpilze.

Sie dürften dem Vergehen preisgegeben sein, denn dies war meine letze Tour für dieses Jahr. In der Nacht gab es bei uns nämlich den ersten Frost und heute Nacht soll es ebenfalls frieren. Ich glaube nicht, dass die verbliebenen Pilze dies überstehen. 

Das ist aber nicht weiter schlimm, weil ich dieses Jahr genug herrliche Steinpilze gegessen und für den Winter getrocknet habe. 

Viele Grüße, Tobi aus Eberstadt«


Foto: Auch dieses Exemplar kam noch in den Korb. Dann war Schluss, denn ein Jäger riet Tobias, seinen Pilzgang abzubrechen.

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Stefans Erfahrung nach einem tollen Pilzjahr 2019: Drei Täublingsarten schmecken besser als Steinpilze


Foto: Der letzte Rundgang bei Alzenau bescherte Stefan und Dani noch einmal einige Steinpilze. Unter unzähligen Steinpilzleichen waren diese noch bestens zu gebrauchen. (Foto © Stefan)

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Stefan schreibt am 9. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich war heute morgen nach 24 Stunden Dauerregen nochmal mit meiner Frau in Alzenau in den Wäldern auf Steinpilzjagd. Anlass war ein großes Essen morgen mit der ganzen Familie und meinen Schwiegereltern, die sich ein Steinpilzessen zum Saisonende gewünscht hatten.

Wir fanden vor, was wir befürchtet hatten: einen großen Steinpilzfriedhof nach dem anderen.

Das ändert aber nichts daran, dass ein sagenhaftes Pilzjahr zu Ende geht.

Begonnen hatte es eigentlich schon 2018, denn nahezu alle Plätze, die mich dieses Jahr gespeist haben, hatte ich vergangenes Jahr ausgekundschaftet.

Für die RiMuMo (Rindenmulchmorcheln) hatte ich mir neue Supermärkte ausgeguckt, um dann auf Mulchbeete zu spekulieren. Das hat prima geklappt. Später fand ich mit der neuen erweiterten Runde sogar wilde Spitzmorcheln in meinem Hauswald.  Speisemorcheln und Bömische Verpeln zählten im Frühjahr zu meinen Erstfunden.  Während ich die Speisemorcheln passabel fand, haben es mir die Bömischen Verpeln kulinarisch ziemlich angetan.

Die Pappelraufüße wuchsen über Monate

Nach einer kurzen Pause kamen dann die ersten Sommersteinpilze und auch die ersten Pappelraufüße und Espenrotkappen. Im Gegensatz zu den Espenrotkappen, die nach dem zweiten Besuch für einige Monate verschwanden, haben mich die Pappelraufüße dauerhaft begleitet. Auch die Sommersteinpilze haben ein sagenhaftes Jahr an meinen Plätzen hingelegt.

Wenn ich bedenke, dass nahezu alle Funde von lediglich zwei kleineren Plätzen stammen, war das beeindruckend.

Als die Sommersteinpilze sich eine Pause gönnten, zeigten sich an den gleichen Plätzen zu meiner Freude zwei weitere Erstfunde, der Schwarzhütige Steinpilz und der Anhängselröhrling, den ich ebenfalls wegen seines feinen, leicht säuerlichen Geschmacks schätze.

Drei Täublingsarten schmecken Stefan besser als Steinpilze

Dem folgte dann nochmal ein kleiner Schub der Sommersteinpilze. Zeitgleich fand ich  meinen ersten Fichtensteinpilz für dieses Jahr und zugleich noch einen Bronzeröhrling.

In der folgenden Trockenperiode blieben alle Röhrlinge aus und wurden durch die Täublinge vertreten. An ihnen wollte ich mich ja fortbilden. So sammelte ich Frauentäublinge, Speisetäublinge und auch meine geliebten Grüngefelderten Täublinge. Alle drei sind erstklassige Speisepilze und stehen bei mir unangefochten auf Platz 1, Steinpilz hin oder her.

Nach gut 3 Wochen der Dürre spielte sich dann so langsam die Hochsaison ein. Ein sagenhaftes Pilzreichtum, gestartet mit den Wiesenchampignons, gefolgt von vielen Schirmlingen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen , brachte dann eine fulminante und deutschlandweite Steinpilzschwemme in bester Qualität mit sich.

Mehr Spitzmorcheln als Flockenstielige Hexenröhrlinge

Insgesamt habe ich dieses Jahr 27 Pilzarten gesammelt, darunter waren 13 Erstfunde und ein paar Erstverkostungen mehr, mit einem Gesamtgewicht von 39,13 Kilogramm.

Sie verteilten sich wie folgt: 

Fichtensteinpilz 15,28 Kilogramm, Pappelraufüße 4,26 kg, Spitzmorcheln 3.46 kg, Flockenstielige Hexenröhrlinge 3,3 kg, Sommersteinpilze 3,15 kg, Espenrotkappen 1,5 kg, Schwarzhütiger Steinpilz 1,04 kg, Anhängselröhrling 880 Gramm, Gemeiner Pfifferling 790 gr, Parasol 600 gr, Wiesenchampignon 580 gr, Grüngefelderter Täubling 570 gr, Krause Glucke 500 gr, Herbsttrompeten 400 gr, Frauentäubling 350 gr, Riesenegerling 350 gr, Dorniger Stachelbart 350 gr, Maronenröhrling 280 gr, Bereifter Pfifferling 260 gr, Böhmische Verpel 250 gr, Hainbuchenraufuß 250 gr, Speisemorchel 220 gr, Schopftintling 200 gr, Tannenstachelbart 150 gr, Eichenrotkappe 100 gr, Semmelstoppelpilz 30 gr, Schweinsohr 30 gr.

Neben der Tatsache, dass ich einen Großteil der Zeit so gut wie jeden zweiten Tag auf den Beinen und an meinen Plätzen war, war dieses Pilzjahr auch kulinarisch eines meiner bereicherndsten und vielleicht sogar mein schönstes Pilzjahr.

Zum guten Schluss möchte ich mich bei Mutter Natur für die reichen Gaben, bei dir, Heinz-Wilhelm, für deine bemerkenswerte Arbeit und auch bei allen Pilzfreunden bedanken. Ihr alle habt mir große Freude bereitet!

Nun wird neben dem ein oder anderen Pilz- oder Vorbereitungsgang vor allem wieder alles auf Vordermann gebracht. Meine Schneidbretter wollen abgeschliffen und neu geölt, die Messer geschliffen werden. 

Und die angelegten Vorräte zusammen mit Freunden und Familie genossen werden!

Herzlichste Grüße, Stefan & Familie«

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Vier- und zweibeinige Wildschweine suchen die Wälder um Gießen heim


Annegret schreibt am 4. November 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

am Wochenende konnte ich in den Wäldern rund um Gießen endlich einige Totentrompeten (2. Foto rechts), Trompetenpfifferlinge, eine schöne Krause Glucke (1. Foto rechts) noch einen Parasol, und zu meinem Erstaunen einige junge Sommersteinpilze sammeln.

Auch einige Semmelstoppelpilze und mild schmeckende weinrote Täublinge haben wir entdeckt. Ich hoffe, dass die Totentrompeten erst am Kommen sind, denn es waren längst nicht so viele an den mir bekannten Stellen wie z.B. vor drei Jahren.

Als ich die Trompeten näher betrachtete, fiel mir auf, dass einige wenige deutlich sichtbare Leisten hatten - handelt es sich hier eventuell um den Grauen Leistling (Craterellus cinereus)?

Zweibeinwildschweine vermüllen den Wald

Wie  schon zuvor hier geschrieben, ist es wirklich ein Jammer, wieviele Leute im Wald wahllos Pilze umtreten, abschneiden und überall ihren Müll hinterlassen. Neben Pilzen sammele ich auch immer einiges an Müll auf. Aber auch die Wildschweine haben sich dieses Jahr wohl so sehr an Steinpilzen sattgegessen, dass manchmal links und rechts von ihren aufgewühlten Stellen perfekte Steinpilze herumlagen. :-)

In den letzten Wochen habe ich sowohl mit meinen Jungs als auch mit meiner lieben Pilz-begeisterten Freundin viele Waldtouren unternommen und hauptsächlich wunderschön knackige, madenfreie Fichtensteinpilze gefunden.

Liebe Grüße, Annegret«

(2 Fotos © Annegret)

Liebe Annegret,

ja, »die anderen« sind nach Deinen Fotos aufgrund der deutlich sichtbaren Leisten klar Graue Leistlinge

Dass Du so wenig Totentrompeten findest, ist nicht außergewöhnlich, weil wir europaweit (auch in der Schweiz und in Österreich) ein schwaches, eher noch sehr schwaches Jahr dieser Pilzart erleben. Ich fürchte, da wird kaum noch etwas nachkommen. In starken Jahren der Herbst- oder Totentrompeten ist ihre Hauptzeit Anfang November längst vorüber. 

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Im Hardtwald ist der Waldboden bunt von Pilzen und Blättern und gut durchfeuchtet


Foto: Ein bunter Fund aus bunten Wald. Lenka genoss ihren Pilzgang im feuchten herbstlichen Hardtwald. (Foto © Lenka)

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Lenka schreibt am 4. November 2019:

Lieber Pilzler,

nach ergiebigem Regen und jetzt warmen Temperaturen schieben alle Pilze munter nach. Die ganz große Steinpilzschwemme im Hardtwald ist erst mal vorbei, hie und da kommen junge Steinis nach, aber die Fliegenpilze sagen, es dauert noch eine Woche. Dann sollte die Nachhut auftauchen.

Gestern habe ich gezielt nach Totentrompeten gesucht, sie kommen an den bekannten Stellen, aber von einem Massenauftritt ist nicht die Rede, kein Vergleich zu den Jahren 2016/2017, wo man sie mit der Sense mähen konnte. Aber immerhin, sie schieben.

Ich fand außerdem noch einige Maronen und Herbstrotfüße, einen einzigen Semmelstoppelpilz und einige junge Hexen; auch Goldröhrlinge zeigen sich wieder. Ins Netz ging diesmal auch ein Violetter Rötelritterling und – bleiben wir mal bei der Farbe – zahlreiche Violette Lacktrichterlinge. Auch viele Perlpilze gibt es.

Sonst »blühen« sehr, sehr viele Knollenblätterpilze, Pantherpilze und natürlich Fliegenpilze. Es gibt Unmengen von Nebelkappen in ordentlichen Hexenringen, sie blähen sich zu ungeahnter Größe auf durch den vielen Regen. Und auch die vielen anderen Pilze tragen zum Farbbild des Waldes bei, ein wirklich schöner Anblick, wenn der Waldboden so bunt ist, und das nicht nur durch das abgefallene Laub. »Bunt sind schon die Wälder...«.

Und der Waldboden ist endlich mal gut durchfeuchtet und kann hoffentlich auch etwas Wasser speichern. Dem Myzel tut’s gut und der nächsten Saison auch.

Liebe Grüße aus dem Hardtwald, Lenka«

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Sehr lesenswert!

Ein Steinpilz-Amuse-Gueule und schöne Steinpilzfunde trotz der Plastiktütenfraktion im Main-Kinzig-Kreis


Foto: Statt Gammelpilze, die Stefan derzeit in so manchem Korb der Konkurrenten schaudernd erblickt, hat er qualitativ hochwertige Pilze nach Hause gebracht. Wir sehen links drei Flockis, Mitte oben sechs Fichtensteinpilze, darunter zwei knackige Sommersteinpilze, rechts eine Rotkappe und eine Marone, darunter drei blasse Semmelstoppelpilze. (5 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 3. November 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

der Pilzreichtum im Main-Kinzig-Kreis ist nach wie vor beachtlich.

Neben Fichtensteinpilzen (3 Fotos rechts) und Sommersteinpilzen, Flockenstieligen Hexenröhrlingen, einer Marone und einer Rotkappe konnte ich heute erste Semmelstoppelpilze und einige Täublinge finden. Bei der immer noch ausgezeichneten Qualität der Steinpilze kann ich den Anblick der zerflederten hässlichen Steinpilze auf dem Wochenmarkt nicht nachvollziehen.

Die Perlpilze schießen nach weltmeisterlicher Präsenz im zeitigen Sommer noch einmal kräftig ins Kraut, überbieten sich an Größe und Festigkeit. Violette Lacktrichterlinge, Violette Rötelritterlinge und die Flockis schmücken den braunen, hohen Laubteppich mit schönen Farbtupfern. Die vielen Nebelkappen bilden lustige Ringe, Reihen und Gruppen.

Viele kleine und mir unbekannte Blätterpilze bilden zusammen mit verschiedensten Korallenpilzen einen schönen Grundstock überall am Waldboden. Den seit Wochen in Massen vorkommenden Gelben Knollenblätterpilzen folgen nun auch die Grünen Knollenblätterpilze nach.

Steinpilz-Überraschung vor dem Landhaus-Dinner

Meine Frau hatte am Freitag ihren 40. Geburtstag. Als Überraschung vor unserem ausgezeichneten Abendessen in einem fabelhaften Landgasthof gab es als kleinen Snack ein Carpaccio vom Steinpilz mit selbstgebackenem Ciabatta und Steinpilzbutter.

Gestern haben wir dann zusammen mit Familie und Freunden ausgiebig gefeiert und es uns mit selbst zubereiteten klassisch-hessischen und unterfränkischen Speisen, Federweißem, Bier und ein paar guten Flaschen Wein richtig schmecken lassen. Selbstverständlich gab es sowohl im Gasthaus als auch zur Feier wieder Pilze. Details würden hier den Rahmen sprengen.

Mein heutiger Waldgang war dann eher ein Spaziergang zum Entspannen. Dennoch bin ich meine große, gut 10 Kilometer lange Runde im Hauswald gelaufen, was mich auch zum Abschluss und zum eher unschönen Teil meiner heutigen Nachricht überleiten lässt.

Die Stunde der Plastiktütenfraktion

Wie ich bereits erwähnte, habe ich mich etwas zurückgezogen. Hauptsächlicher Grund war, dass momentan an jeder Ecke an den Waldrändern Autos parken und massenhaft Leute durch die Wälder stampfen. Die herbstliche Steinpilzschwemme hat sich herumgesprochen.

Sie rennen mit Plastiktüten und gar nicht selten mit Körben voller Gammelpilze durch die Wälder, was sie als Pseudo- und Möchtegernpilzsammler entlarvt. Überall liegen umgetretene und rausgerissene Pilze. Seit zwei, drei Wochen muss ich diesen Anblick ertragen, und er widert mich an.

Gelassen auf die Herbsttrompeten warten

Spricht man dann die Leute freundlich darauf an, so erntet man gerne noch Ärger, da sie meinen, man gönne ihnen ihre Funde nicht. Dass man es gut meint, wollen oder können sie nicht verstehen. Das ist die Kehrseite der diesjährigen herbstlichen Steinpilzschwemme. Mit diesen Bildern und Begegnungen möchte ich meine so schöne Saison nicht abschließen und im Gedächtnis behalten.

Deshalb warte ich in Ruhe ab, ob denn die Totentrompeten noch kommen und gehe dann nochmal gezielt auf die Suche.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Ein Amuse-Gueule vor dem Geburtstagsabendessen im Landgasthaus: Stefans Carpaccio vom Steinpilz mit selbstgebackenem Ciabatta und Steinpilzbutter.

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Immer noch knackige Steinpilze am Edersee, trotz drei Frostnächten hintereinander


Armin schreibt am 3. November 2019:

»Hallo zusammen,

ich war gestern noch einmal im Steinpilzrevier am Edersee. Trotz drei Frostnächten  nacheinander fanden sich noch einige äußerst knackige Exemplare (Foto rechts), vorwiegend im Buchenunterholz. Einige jedoch sogar noch im Hochwald, jedoch nur einzelne.

Sie werden wie immer zum großen Teil getrocknet und eine Portion eingefroren.

Liebe Grüße aus Kassel von Armin«

(Foto © Armin)

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Eberstadt: Die von den Konkurrenten übersehenen Steinpilze füllten zwei Körbe


Foto: Ein Fichtensteinpilz mit dunkler Kappe steht im Rotbuchenwald. Man sollte ihn hier treffender Gemeiner Steinpilz nennen. (2 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 2. November 2019:

»Einen schönen guten Abend Heinz-Wilhelm,

Matthias und ich schauten heute mal an einigen anderen Stellen im Raum Eberstadt nach Pilzen. Wir fanden an allen infrage kommenden Plätzen nur noch Schnittreste vor.

Das konnte uns aber nicht beindrucken, weil wir bald feststellten, dass die offenbar gehetzten Sammler vor uns allerhand übersehen hatten. So waren am Ende - durchaus zu unserem Erstaunen - beide Körbe gut mit Steinpilzen gefüllt. Es waren Sommersteinpilze und Fichtensteinpilze.

Erneut mussten wir bei diesem Pilzgang empört feststellen, das einige sich sehr unkorrekt, ja frevelhaft im Wald verhalten. Rausgedrehte Steinpilze oder solche mit abgebrochenen Hüten oder Stielen waren einfach weggeworfen worden.

Wir wünschen allen anständigen Sammlern noch viel Erfolg, bevor der Frost der diesjährigen Saison ein Ende setzt.

Viele Grüße, Matthias und Tobi aus Eberstadt«

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Foto: Dieser Steinpilz ist schon im Seniorenalter. Erstaunlicherweise hat die Konkurrenz dieses recht stattliche Exemplar übersehen.

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Ein überaus prächtiger Sommersteinpilz, gefunden am 30. Oktober, macht Erwin glücklich



Erwin schreibt am 31. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

dass Sommersteinpilze nicht nur im Sommer sprießen, hat sich wieder einmal bestätigt. Bei leichten Nachtfrösten konnte ich das schöne Exemplar auf dem 1. Foto rechts gestern in einem Kiesgrubengelände auf sandigem Untergrund finden.

Ich berichtete bereits am 24. Okt. von schönen Sommersteinpilzen, die ich auf einem Parkplatz entdeckt hatte. Wegen eines Fichtensteinpilzes hätte ich mich nicht gemeldet, aber am 30. Oktober noch einen so prächtigen Sommersteinpilz zu finden, rechtfertigt doch meine Pilznachricht.

Am heutigen 31. Oktober habe ich im Hochtaunuskreis auch noch viele Fichtensteinpilze finden können.

Für mich ist die Pilzsaison noch lange nicht zu Ende! Meine letzten Steinpilze habe ich letztes Jahr Ende November gefunden. Für mich ist das ungemein spannend, zu einem Zeitpunkt noch Steinpilze zu finden, zu dem sie nach dem Pilzkalender eigentlich gar nicht mehr wachsen dürften.

Das Foto weiter unten zeigt, wie sich Sommersteinpilz und Fichtensteinpilz in Form und Farbe unterscheiden.

Mit freundlichen Grüßen Erwin«

(3 Fotos © Erwin)

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Foto: Sommersteinpilz (links) kontra Fichtensteinpilz (rechts). Jeder kann sich nach dieser Vorlage ein gutes Bild von der Charakteristik beider machen. Dass der Rechte ein bisschen in Richtung Schweizer Käse geht, übersehen wir dabei.

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Karin findet noch Steinpilze und ärgert sich über Pilz- und Waldfrevler in der Region Kassel


Karin schreibt am 30. Oktober 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

gestern habe ich noch ein paar schöne Steinpilze, darunter auch den kleinen Kraftprotz auf dem Foto rechts, und Flockis vor dem ersten Nachtfrost gerettet. Für einen Farbtupfer hat der Orangebecherling (2. Foto rechts) gesorgt, der im Wald bleiben durfte.

Die Wälder sind noch voller Pilze. Leider scheint es in diesem Jahr hier viele SammlerInnen zu geben, die nicht sehr achtsam mit dem Wald und den Pilzen umgehen. Ganze Flächen von umgetretenen und ausgerissenen Parasolpilzen und auch weggeworfene Hexenröhrlinge haben mich traurig und wütend gemacht.

Leider habe ich in diesem Jahr noch keine Herbsttrompeten gefunden. Ab nächster Woche soll es wieder wärmer werden. Vielleicht trauen sie sich ja dann doch noch hervor.

Liebe Grüße Karin«

(2 Fotos © Karin)

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Ein starker Perlpilzfund schließt Gunters Saison ab


Gunter schreibt am 29. Oktober 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute habe ich, ohne auf der Pilzpirsch zu sein, einige meiner bevorzugten Pilze gefunden und kann sie nun als Einzelgericht zubereiten.

Auf dem Rückweg nach einem Einkauf kam ich an der Stelle vorbei,wo ich 2017 viele Perlpilze mitten auf einer Grünanlage  fotografiert habe.

Von weitem sah ich einen Perlpilz im dichten Laub, ging näher und wollte es nicht glauben: überall versteckten sich Perlpilze. Leider hatte ich keinen Korb und kein Messer dabei, daher musste ich sie ungeputzt in eine Einkaufstüte packen. Ich konnte nicht alle Pilze mitnehmen, ein großer Teil blieb zurück. Bis auf einen Pilz waren alle madenfrei. Für mich war es ein schöner Abschluss der Pilzsaison.

Viele Grüße aus Wiesbaden, Gunter«

(Foto © Gunter)

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Eberstadt: Tobias kann es kaum glauben, was da noch für wunderbare knackig-junge Steinpilze wachsen


Tobias schreibt am 27. Oktober 2019:

»Einen schönen guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich war heute erneut mit Matthias in den Wäldern rund um Eberstadt. Und wieder haben wir binnen kurzer Zeit ausgezeichnete Beute gemacht, vor allem von besten Steinpilzen (Foto rechts). Wobei wir dieses Mal das Glück hatten, vor der reichlich erschienenen Konkurrenz an den Plätzen gewesen zu sein.

Sogar einen Kiefernsteinpilz konnten wir noch finden; vor Aufregung haben wir doch wirklich vergessen, ihn zu fotografieren.

Noch kurz zu dem Sommersteinpilz, den ich letztes Mal entdeckt hatte: ich habe bei uns noch nie Sommersteinpilze gefunden, es war das erste Mal in 30 Jahren. Nicht nur ich, auch andere fanden das merkwürdig.

Aber es ist halt so, dass die Natur wirklich verrückt spielt, besonders in diesem Jahr. Ich sehe Ende Oktober noch etliche blühende Pflanzen, auch Raupen und Schmetterlinge, werde noch von Wespen angegriffen. So etwas habe ich zu dieser späten Zeit noch nie erlebt. Andere bestätigen mir diese seltsamen Vorkommnisse.

Viele Grüße, Matthias und Tobi aus Eberstadt«

(3 Fotos © Tobias)

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Foto: Sechs junge stramme Steinpilze auf einen Blick - das hat Tobias so spät im Oktober noch nicht erlebt. Sie machen es wie die angriffslustigen Wespen: sie sind einfach noch da.

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Alzenau: Der letzte große Gang endete für Stefan und Fabiano mit Prachtkörben voller Pilze


Stefan schreibt am 26. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ein fabelhafter Waldgang zusammen mit Fabiano ist zu Ende - und damit auch die großen Pilztouren für diese Saison. Wenn das Wetter nicht nochmal ein großes Pilzaufkommen herbeiführt, werde ich mich ab jetzt meinen Stammplätzen widmen und dann so langsam zum Ende kommen.

Unsere heutige Tour war ursprünglich für morgen geplant, wir haben es aber glücklicherweise kurzerhand umgeschmissen. So sind wir heute bei herrlichstem Sonnenschein nochmal nach Alzenau gefahren und durch die herbstlichen Laubwälder gestreift.

Das Pilzaufkommen und die Farbenpracht waren eine wahre Wonne. Neben massig knackigen Steinpilzen haben wir ganz sicher nochmal das Doppelte an Steinpilzfriedhöfen gefunden. Hinzu kamen sehr viele knackige und farbenfrohe Hexenröhrlinge, wunderschöne Maronen und auch Eichenrotkappen. Bei letzteren leider auch einen Friedhof mit gut zehn völlig überständigen. Das war schade.

Zum Abschluss haben wir uns vor herbstlicher Waldkulisse gegenseitig fotografiert - mit den gleichen Körben (2 Fotos rechts). Das erste Bild zeigt Fabiano, das zweite mich. Auf dem Foto darunter sichert Fabiano nach einem Hechtsprung ins Geäst einen Steinpilz.

Die Lager sind nun bestens gefüllt, die Beine schwer, aber die Gemütslage ist mit sehr zufrieden bestens beschrieben. ;-)

Liebste Grüße, Stefan und Fabiano«

(6 Fotos © Stefan), (1 Foto © Fabiano)

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4 Fotos: Der Herbstwald zeigte sich von seiner schönsten Seite, mit dicken Laubteppichen und großen Steinpilzen. Für leuchtende Farben sorgten aber vor allem bildschöne Hexenröhrlinge (unten).

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Tobias gibt guten Gewissens und zur Freude interessierter Begleiter fünf seiner Steinpilzplätze preis


Foto: Doch, das sieht stark nach einem Sommersteinpilz aus. Es ist, gerade in diesem warmen Oktober, gar nicht außergewöhnlich, dass sie jetzt noch wachsen, wenn auch vereinzelt. Auch Erwin hatte unlängst gleich eine ganze Schar gefunden, siehe Tageseintrag vom 24. Oktober auf dieser Seite. (3 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 26. Oktober 2019:

»Einen schönen guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich war heute wieder in meinen Wäldern Pilze suchen, und zwar mit einem Arbeitskollegen und dessen Frau. Sie freuten sich darauf, einmal ein wenig in die Pilzkunde eingeweiht zu werden.

Wie einigen ihrer Vorgänger, die mich begleiteten, so habe ich auch ihnen einige meiner Steinpilzstellen preisgegeben. Das tut man eigentlich als Pilzsammler nicht, ich weiß es. Ich habe es dennoch getan, weil ich bemerkt habe, wie sehr es sie freut, die Steinpilze auf einmal so schön dastehen zu sehen. Es gibt keine bessere Möglichkeit, ihnen einen nachhaltigen Einblick in das schöne Hobby Pilze sammeln zu geben.

Da ich in den letzen 30 Jahren so viele Stellen gefunden habe - es sind an die 30 gute Wachstumsplätze - , hielt ich es nur für fair und angebracht, ruhig einmal fünf Stellen für wirklich interessierte Leute offenzulegen.

Obwohl ich mich als erfahrenen Pilzsammler bezeichnen darf, stand ich heute vor einem Rätsel: zwei besonders große Steinpilze, Hutdurchmesser cirka 20 Zentimeter, hatten ganz weiße Röhren. Für mich sehen sie aus wie Sommersteinpilze. Aber wäre das für die fortgeschrittene Jahreszeit nicht doch außergewöhnlich?

Viele Grüße aus Eberstadt, Tobias«

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Foto: Da lümmeln drei ganz schöne Oschis im Laubteppich herum. Sie erwecken fast den Eindruck, als könnten sie gar nicht früh genug mitgenommen werden.


Foto: Tobias' Begleiter dürften sich begeistert haben am Anblick der schönen Steinpilze. Hier ein ausgewachsenes, aber keineswegs überständiges Exemplar, das auf Du und Du mit einem Fleischblassen Milchling ist, dessen Genießbarkeit umstritten ist und den man lieber stehen lassen sollte.


Die Tröten sind da und die dicken Ottos im Hardtwald bekamen von Lenka einen Auftrag


Lenka schreibt am 25. Oktober 2019:

»Liebe Pilzler,

Totgesagte leben länger, äh – Totentrompeten meine ich. Sie müssen mein Gemecker  im Hardtwald im Hochtaunuskreis vernommen und sich dann doch noch zum Erscheinen durchgerungen haben.

Zwar sind sie noch etwas schüchtern und zurückhaltend, aber schon sporadisch vorhanden. Mit etwas Glück und etwas Wärme schieben sie bis nächste Woche mehr durch. Sie sind recht spät dran in diesem Jahr, es liegt schon viel Laub, da ist tatsächlich der Röntgenblick gefragt, um die geliebten »Tröten« zu entdecken.

Die Steinpilzernte neigt sich, einige junge Exemplare konnte ich mir noch sichern. Gestern fand ich einen leider schon überständigen Hexenring mit cirka zehn richtig dicken Ottos (25 Zentimeter Hutdurchmesser, geschätzt so um die 1,5 kg jeder), die ließ ich natürlich stehen mit der Anweisung: »Steht rum und vermehret euch!« Die Stelle ist für nächstes Jahr kartiert...

Liebe Grüße Lenka«

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Eine schnelle Runde im Main-Kinzig-Kreis, um die Pilze abzuholen


Foto: Stefan macht es momentan riesig Spaß, im Wald eine Runde zu drehen, um seine Pilze »abzuholen«. Das Ergebnis auf dem Tisch ist mehr als respektabel. (Foto © Stefan)

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Stefan schreibt am 24. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ein schneller Gang nach Feierabend brachte mir abermals einen gut gefüllten Pilzkorb mit besten Pilzen ein.

Heute wurden natürlich wieder Steinpilze, aber auch ein paar schöne Maronen und zwei knackige Flockis gefangen. Der Laubteppich wird immer höher und die Suche dadurch nicht einfacher, aber dafür kommen alle drei bis vier Tage wieder mittelgroße Steinpilze bester Qualität aus der Blätterschicht hervor.

Wie ich bereits im letzten Ticker schrieb, die Pilzsuche macht aktuell so richtig Spaß.

Liebe Grüße, Stefan«


Stoppelberg/Wetzlar: Das Pilzesammeln im hügeligen Wald ist auch eine körperliche Herausforderung


Peter schreibt zu diesem Foto: »Der mittelgroße Steinpilz steht, so dachte ich, einsam im Wald. Aber auf der Nahaufnahme sieht man, dass er von einer ganzen Schar Helmlingen umschwärmt wird.« (4 Fotos © Peter)

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Peter schreibt am 24. Oktober 2019:

»Guten Tag, lieber Heinz-Wilhelm,

ja, der Wald ruft. Den ganzen Sommer hat man sich schon voller Erwartung auf den Pilzherbst gefreut und hat in Gedanken Hochrechnungen darüber angestellt, wie sich die recht bescheidene Niederschlagsmenge wohl auf die Natur und unsere geliebten Pilze auswirken würde. Das Jahr 2018 steckte einem ja noch in den Gliedern.

Und siehe da, die letzten Wochen waren doch die reinste Wohltat für Leib, Herz und Seele und natürlich auch für die Gefriertruhe, die sich nun endlich einmal wieder richtig nützlich machen kann.

Die herrlichen Wälder um Wetzlar herum waren noch nie eine wirkliche Hochburg für Speisepilze und ihre Sammler. Um hier Erfolg zu haben, muss man die kleinen Stellen schon sehr genau kennen und - wenn's gilt - immer wieder hartnäckig und mühselig ansteuern.


Foto: »Die zwei kleinen Maronen fand ich in 'meinem' überwiegend kahlen Fichtenwald.«

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So war ich in den letzten Wochen fast jeden Tag im Wald und hatte nach einigen Startschwierigkeiten dann doch fast immer einen recht vollen Korb mit Mischpilzen nach Hause bringen können. Da die Suche hier in einem meist recht hügeligen Gelände stattfindet, ist das Ganze auch eine körperliche Herausforderung, die sicherlich den Besuch eines Fitnessstudios erspart und trotz der Rückenschmerzen - wie gesagt - eine Wohltat für Herz und Seele ist. Das Fotografieren mit der Kamera am Boden kostet da schon manchmal Überwindung. 

Heute war ich noch einmal auf dem Stoppelberg unterwegs und fand wieder Steinpilze, Maronen, Rotfußröhrlinge, Anisegerlinge sowie junge Parasole. Die letzteren beiden Arten habe ich immer gerne dabei, weil sie nicht so »schlabberig« sind wie häufig die Maronen und Rotfußröhrlinge oder gar Butterpilze und Goldröhrlinge.

Die Anisegerlinge erleben erfreulicherweise gerade einen erneuten Schub, was ich in den vergangenen Jahren nicht beobachten konnte. Die Wettersituation scheint für sie also ideal zu sein. Bei den Rotfußröhrlingen fiel mir auf, dass recht viele Exemplare schon vollkommen vom Schimmelpilz überzogen waren. Sie waren total weiß, vom Fuß bis zum Scheitel. 

Herzliche Grüße aus dem herbstlich bunten Wetzlar!

Peter«


Foto: »Diese drei Grazien haben mir beim Fotografieren der beiden Maronen zugesehen. Sie schienen angesichts meiner Kamera die Köpfe zusammenzustecken und zu kichern. Gut, ich fotografierte sie natürlich auch, zumal ihre Miniröckchen so schön 'wehten'. Ihre roten Schirme mit den weißen Flocken kann man nur erahnen, weil ich mehr ihre schlanken Beine ins Visier genommen habe.«

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Foto: »Der Fichtenwald läßt jetzt eine Menge Licht nach unten durch. Das hat sofort bewirkt, dass sich die Bodenflora den bislang zu schattigen Waldboden zurückerobert. Die Pflanzenrosetten der Fingerhüte stehen dicht an dicht. Das wird im nächsten Sommer eine bunte Pracht geben! Auch Himbeeren haben sich schon ziemlich breit gemacht. In der Natur gibt es halt kein wirkliches Ende, denn jedes Ende ist stets ein Anfang für andere Arten. Das mag uns beim Thema Fichtensterben ein wenig trösten.«

(Alle Bildunterschriften: Peter A.)

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Frankfurt/M.: Das haute den Erwin beinahe um: Prachtkerle von Sommersteinpilzen auf dem Parkplatz


Erwin schreibt am 24. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

sieben Steinpilze auf einen Schlag! Bei diesem Anblick auf einem Parkplatz in der Nähe von Frankfurt/Main (Foto rechts) hat es mich fast umgehauen. In unmittelbarer Nähe standen noch viele weitere Steinpilze.

Was mich besonders beeindruckte, dass nicht nur helle, sondern enige wunderschöne dunkelfarbige Steinpilze zu finden waren. Diese außergewöhnlichen Farben und Formen sind an Schönheit kaum zu überbieten. Diese Steinpilze unterscheiden sich deutlich von Fichtensteinpilzen und wurden alle in der Nähe von Roteichen gefunden.

Was ist das wohl für eine Steinpilzart? Alle Kiefernsteinpilze, die ich in meinen vielen Pilzbüchern abgebildet sehen konnte, sind dunkelbraun. Dennoch gibt es wohl auch Kiefernsteinpilze in heller Farbe. Der Sommersteinpilz und Schwarzhütige Steinpilz können schon allein wegen der Form und der gefundenen Jahreszeit ausgeschlossen werden.

Viele Grüße Erwin«

(3 Fotos © Erwin)

Hallo Erwin,

das sind Sommersteinpilze. Es ist bei der Wärme so außergewöhnlich nicht, dass sie immer noch wachsen. In Baden-Württemberg hatte Michael kürzlich auch sechs Stück gefunden, auch in NRW gab es Funde. In Sachsen gab es vor einigen Jahren einen Fund von zehn Sommersteinpilzen im eigenen Garten(!) unter einer Eiche - im November.

Das soll aber Deinen Fund keinesfalls schmälern. Deshalb Glückwunsch, es sind alles Prachtstücke!

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Eberstadt: »Die Steinpilze wachsen nach wie vor wie verrückt«


Foto: Prachtsteinpilze wie diesen hat Tobias erneut gefunden, diesmal zusammen mit seinem Nachbarn und dessen Sohn. Der hält auf dem zweiten Foto freudig einen Lulatsch von Steinpilz in die Höhe. (3 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 23. Oktober 2019:

»Einen schönen guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich war heute für zwei Stunden mit meinem Nachbarn und dessen Sohn im Wald.

Wir suchten die gleichen Stellen wie am Sonntag mit Matthias auf und konnten erfreut feststellen, dass die Steinpilze nach wie vor wie verrückt wachsen. Ich habe fast den Eindruck, sie wollen die verlorene Zeit in den vergangenen Wochen nun noch mit übersteigertem Wachstum nachholen, um vor dem ersten Frost noch ordentlich aussporen zu können.

Leider musste ich auch dieses Mal wieder feststellen, wie rücksichtslos sich so mancher Pilzsammler oder Waldbesucher verhält, indem er Pilze, die er offenbar nicht kennt, abschneidet oder ausreißt und wegwirft oder einfach um- und kaputttritt. Das macht mich traurig bis wütend.

Ich wünsche allen anständigen Pilzsammlern weiterhin noch viel Erfolg und volle Körbe, ehe der erste Frost dem schönen Pilzesammeln ein Ende setzt.

Viele Grüße, Tobi aus Eberstadt«


Foto: Dieser Steinpilz wächst direkt am Stamm eine hingestreckten Rotbuche. Da ist es windgeschützt und warm - beste Voraussetzungen für gedeihliches Wachstum.


Doppelte Freude mitten im Wald im Main-Kinzig-Kreis


Foto: Stefan vermutet, dass es um die Steinpilze nun etwas ruhiger wird im Main-Kinzig-Kreis. Seinen letzten Fund hat er an einen nicht so erfolgreichen Konkurrenten verschenkt - eine feine Geste unter Pilzfreunden! (3 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 23. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

unser Dörrautomat brummt noch vom Wochenende, da springen schon die nächsten Funde in den Sammelkorb.

Montag und gestern habe ich jeweils einen meiner Plätze inspiziert und wurde wieder mit tollen Steinpilzen und Rotkappen beschenkt. Eine kleine Nebennote hat sich, wie ich meine, das Steinpilz-Huckepackpaar (Foto rechts) verdient. Oder machen sie Räuberleiter? Witzigerweise war ja ein nahezu identisches Foto kürzlich im Pilzticker NRW.

Gestern habe ich zu Beginn meiner Runde unerwünschte Konkurrenz bekommen und bin meine Stellen daraufhin recht zügig abgelaufen. Zum Ende der Runde sind wir uns dann erneut über den Weg gelaufen und ich beschloss, meine gesammelten Steinpilze zu verschenken.

Ich sagte mir, dass ich ohnehin genug hätte, das Dörrgerät hat auch ohne diesen erneuten Fund noch Schwerstarbeit zu leisten und die Espenrotkappen, auf die ich eigentlich aus war, hatte ich bereits eingefangen. So war letztlich ich glücklich und habe zugleich noch jemand anderen glücklich gemacht.

Insgesamt denke ich, dürfte es nun wieder etwas ruhiger um die Steinpilze bei uns werden, es kommt nur hier und da noch etwas nach. Solch ein Aufkommen von Steinpilzen mit solch einer vorzüglichen Qualität habe ich bislang noch nicht erlebt - das macht richtig Freude.

Auf unserer Tour am Wochenende haben wir die ersten kleinen Semmelstoppelpilze gesehen, vielleicht kommt von ihnen noch ein Schub auf uns zu, was mich sehr freuen würde.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Auf schöne Espenrotkappen ist Stefan deshalb so scharf, weil er sie gerne für eine Reduktion verwendet, der sie eine schöne aromatische Note geben. 

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Stoppelberg/Wetzlar: Peter freut sich über gute Montagsfunde und die prima Qualität der Speisepilze


Foto: »Diese Fichtenreizker standen direkt am Weg«, schreibt Peter zu diesem Bild. Und da stehen sie wahrhaft charakteristisch für ihre Ar: gerne gesellig, mit trichterigem orangeroten Hut, schwach konzentrisch gezont und bald grünend. (3 Fotos © Peter)

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Peter schreibt am 21. Oktober 2019:

»Guten Tag, lieber Heinz-Wilhelm,

heute war ich wieder fünf Stunden auf Pilzsuche auf dem Wetzlarer Stoppelberg. Ich fand hauptsächlich Maronen, einige Anisegerlinge, einige Rotfußröhrlinge, eine Gruppe schon recht großer Fichtenreizker sowie zwei halbstarke Steinpilze und ein paar Parasolköpfe. Erstmals nahm ich auch drei Flockenstielige Hexenröhrlinge mit, die mitten auf dem Weg standen. Das Angebot im Wald wird also immer breiter.

Man sollte ja meinen, dass der Montag ein schlechter Tag für das Pilzesuchen ist, weil am Wochenende in aller Regel doch recht viele Pilzsammler unterwegs waren. Aber ich hatte Glück, man hatte mir genug übrig gelassen. Knapp dreieinhalb Kilo Pilze landeten immerhin im Korb. Heute habe ich auch meine schwere Kamera dabei gehabt, so dass ich vor Ort ein paar Fotos von den posierenden Waldmodels machen konnte.

Besonders auffallend in diesem Jahr ist, dass die meisten Pilze deutschlandweit madenfrei sind. In früheren Jahren musste ich oft über die Hälfte wegen Madenbefalls wegwerfen.

Auch die Nacktschnecken haben sich merklich rar gemacht. Ich sehe an den Pilzen hier und da mal eine ganz kleine Schnecke. Die großen gefräßigen Wegschnecken, die oftmals schneller am Pilz sind, als wir Sammler, gibt es in diesem Herbst bei uns überhaupt nicht. Im August noch hatte ich einige gesehen, danach nicht mehr. Uns soll es recht sein!

Herzliche Grüße aus dem schönen Wetzlar!

Peter«

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Foto: Typisch für diesen Maronenröhrling ist die Umgebung mit Moos und einem jungen Fichtenspross. Sein Hut ist satt kastanienbraun, sein gerindeter Stiel heller braun als der Hut. Der sehr wohlschmeckende Pilz wurde 2016 auf dem Europäischen Pilztag bei der ersten Vergabe überhaupt zum »Speisepilz des Jahres« benannt.


Foto: Und wie es der Zufall will, kommt Peter auch schon mit einem weiteren Preisträger aus dem Wald: Der Flockenstielige Hexenröhling wurde vom Europäischen Pilztag zum »Speisepilz des Jahres 2018« gekrönt. Die wichtigsten Auswahlkriterien sind gute Erkennbarkeit, hoher kulinarischer Wert und gute Verbreitung einer Pilzart.


»Der Kellerwald steht voller Schirmpilze«


Foto: Hohe Zeit der Parasole im Kellerwald. Carmen füllte Korb bzw. Körbe und genoss sie, wie Schnitzel gebraten, zwei Tage lang. (2 Fotos © Carmen)

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Carmen schreibt am 21. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm, 

vielen Dank für Deinen leidenschaftlichen Pilzticker, den wir sehr gerne verfolgen. 
Wir waren vorigen Samstag mal im Kellerwald unterwegs und haben an verschiedenen Stellen einen Blick in den Wald geworfen.

Der Kellerwald steht voller Schirmpilze (Parasole, Safranschirmpilze), die uns schon von weitem angelacht haben. Aufgrund der Menge haben wir viele alte und junge Pilze stehen gelassen. Auch ein paar Schopftintlinge haben am Ende noch den Weg in den Pilzkorb gefunden. 

Die Parasole haben wir wie Schnitzel paniert und in der Pfanne gebraten. Das ergab eine leckere Pilzmahlzeit, die für zwei Tage gereicht hat. 

Liebe Grüße aus Nordhessen, Carmen«



Hardtwald und Waldfriedhof: Begegnungen mit wunderschönen Pilzen und freundlichen Pilzsammlern


Foto: Die »fette Beue« liegt gereinigt zum Kleinschnippeln auf der Anrichte. Zum perfekten Pilzglück fehlen Lenka noch Totentrompeten, Krause Leistlinge und Semmelstoppelpilze. (2 Fotos © Lenka)

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Lenka schreibt am 21. Oktober 2019:

»Liebe Pilzler,

am letzten Wochenende war es wieder soweit: Jagdfieber im Hardtwald (ich hatte mindestens 39,5°). Freitagnachmittag an genau derselben Stelle wie neulich, wieder in schönen Hexenringen, ein Rudel knackiger junger Steinpilze. Ich brauchte an diesem Tag nirgendwo anders mehr hinzugehen.

Also gut, schauen wir am nächsten Tag mal am Waldfriedhof. Dort traf ich ein Ehepaar, das den Pilzticker gelesen hatte und dort von einer etwas schrägen Pilzlady las, die erst den Hardtwald völlig abgeschrieben und dann wider Erwarten einen Massenfund hatte. Kam mir irgendwie bekannt vor.

Ich outete mich daraufhin, was ein großes Hallo verursachte. Dann gingen wir getrennt in die Botanik und trafen uns später auf dem Parkplatz wieder. Sie hatten Erfolg mit Parasole und Rotfußröhrlingen, doch nur drei Steinpilze erwischt. Dann zeigte ich meinen Korb her. »Das gibt’s doch nicht!«

Ich hatte wieder fette Beute, und neben ca. 25 wunderschönen Steinpilzen auch herrliche Flockenstielige Hexen und einige Birkenpilze. Auch meine geliebten Violetten Lacktrichterlinge waren dabei. Ich schrieb ja schon, wenn die erscheinen, geht’s bei uns richtig los.

Zwei andere Spaziergängerinnen stießen zu uns, und dann habe ich von meinem Fund erstmal ein bisschen was verteilt. So kommt jeder auf den Geschmack, und vielleicht gehen wir diese Woche ja alle mal zusammen los. Es gibt so viel zu sehen, auch Pilze, die man nicht mitnimmt, die aber so wunderschön sind, die man einfach mal gesehen haben muss.

So habe ich – wie ich vermute – einen Violetten Schleierling fotografiert, er stand an derselben Stelle wie letztes Jahr, ich habe ihn nur insgesamt zweimal überhaupt in unserem Wald gesehen.

Es zeigen sich jetzt in der Hochsaison auch endlich die anderen Pilze wie Violette Rötelritterlinge, Nebelkappen, Perlpilze und Mönchsköpfe, aber auch Knollenblätterpilze und Fliegenpilze, die es in Massen gibt. Auch die Rotfußröhrlinge, besonders in der Herbstversion, haben sich wieder hervorgewagt.

Leider haben sich bis jetzt weder Totentrompeten noch Krause Leistlinge gezeigt, und auch der Semmelstoppelpilz, der bei uns doch häufiger erscheint, fehlt dieses Jahr.

Mal sehen, was noch geht. Diese Woche soll es ja noch mal schön warm werden. Obwohl meine Beine schon einen ziemlich hohen Kilometerstand hinter sich haben, muss ich unbedingt...

Herzliche Grüße Lenka«

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Foto: Schmucke Pilze hauptsächlich des Herbstwaldes sind Violette Schleierlinge, die komplett in violetter Farbe wachsen. Sie sind sogar essbar, enthalten viel Eisen, waren aber - wegen ihres muffigen Geschmacks - nur während Hungers- und Kriegszeiten gesuchte Pilze.

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