Pilz-Ticker-Thueringen



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Thüringens




Diesmal überraschten im Nördlichen Eichsfeld die fetten Speisemorcheln Heike


Heike schreibt am 23. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute habe ich nur eine kurze Stippvisite an mein Plätzchen mit den Maipilzen von voriger Woche gemacht.

Ich wollte schauen, ob sie gewachsen sind. Sie kommen nur langsam voran. Dafür ist etwas anderes um so schneller gewachsen, was letzte Woche noch nicht dort stand.

Speisemorcheln (Foto rechts)! Juhu! Ich bin das kleine Stück dann noch ein zweites Mal abgegangen, mit Erfolg.

Daraufhin entdeckte ich gegenüber eine vielleicht 20-Quadratmeter-Stelle, in der mindestens 50 Fingerhutverpeln aller Altersklassen standen. Von ganz jung und eben herausschauend bis völlig vertrocknet. So viele auf so einem kleinen Stück habe ich noch nicht gesehen. Der Boden war humusreich.

Herzliche Grüße Heike«


2 Fotos: Ein Speisemorchel-Zwilling, wie er Heike gerade recht kam (links), sowie eine der kleinen jungen Fingerhutverpeln (rechts), die sie alle stehen ließ. (3 Fotos © Heike)





Die ersten zwei Speisemorcheln im Nördlichen Eichsfeld wecken Hoffnung


Heike schreibt am 22. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute ging es nach Schnee und Eis mal wieder in die Natur. Eine furchtbar stürmische und kalte Woche liegt hinter uns.

Am Käppchenmorchelplatz schauten sechs Käppchenmorcheln heraus, die verstreut wuchsen. Sie hatten sich aber noch nicht gestreckt. Man sieht nur die Hüte auf der Erde. Der Besuch mehrerer Speisemorchelplätze war vergeblich. Neulich waren wir ja auf der Suche nach einem neuen Weg zu unseren Sommersteinpilzen. Ein kleiner Randstreifen weckte meine Aufmerksamkeit  in Richtung Morcheln.

Das hat sich heute prompt bestätigt. An einer alten Esche erwarteten mich, etwas geschützt, doch tatsächlich die ersten zwei Speisemorcheln dieses Jahres. Mehr war leider noch  nicht zu finden.

Ich schaute noch mal in einem anderen Gebiet vorbei, wo ich die Zipfellorchel fand. Und siehe da, heute schaute mich ihr Nachwuchs an. In diesem Gebiet schieben interessanterweise noch mal frische Samtfußrüblinge nach, die eigentlich Spätherbst- und Winterpilze sind. Bei der Gelegenheit wanderte heute noch frischer Waldmeister in den Beutel, er hängt bereits zum Antrocknen. Morgen wird das Endresultat Maibowle gebraut.

Thema Spargel und Morcheln: ich gebe Spargel in eine Aluschale mit etwas Butter und einem kleinen Schuss Öl, damit die Butter nicht gleich verbrennt. Etwas Salz auch. Dann kommen die Käppchenmorcheln dazu. Dann kommt Alufolie darüber. Dann wandert die Schale auf den Grill. Nach einigen Minuten kommt die Folie runter, etwas frische Petersilie darauf - und fertig. Ein schönes Steak dazu und ein Glas Wein runden die Sache ab. Ich sage Dir , yammi yammi :))

Herzliche Grüße Heike«

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2 Fotos: Es geht nur zäh voran mit den Käppchenmorcheln in deren Revier (Foto links). Am Fundort der großen seltenen Zipellorchel (siehe Eintrag vom 7. April 2017) regt sich Nachwuchs (Foto rechts). (3 Fotos © Heike)

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Das alte Lied im Nördlichen Eichsfeld: Die Trockenheit hindert Morcheln und Maipilze am Wachstum


Heike schreibt am 16. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

erst einmal wünsche ich Dir noch schöne restliche Ostern.

Vorgestern waren wir im Stadtwald. Dort gibt es einige Fichtenholzlagerplätze, die wir - vergeblich - nach Morcheln absuchten. Danach besuchten wir eine Weichholzaue. Gestern waren wir ebenfalls in Weichholzauen und Obstwiesen unterwegs. Das Einzige, was ich mit etwas Restfeuchte im Graben gefunden habe, waren jedoch die ersten Maipilze, zu sehen auf dem Foto rechts.

Heute waren wir in einem Morchelwald, der neben Speisemorcheln auch Maipilze hervorbringt. Dann noch auf diversen Obstwiesen. Aber es gab nichts. Es ist sooo trocken bei uns. Und vermutlich ist es auch zu kalt.

Immerhin konnte ich heute an der Pferdeweide die ersten vier Käppchenmorcheln entdecken. Sie standen im verwilderten Pflaumenbusch- und Weißdorngestrüpp. Da war kaum ein Durchkommen. Alles geht momentan sehr zäh und ist spärlich.

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2 Fotos: Die Käppchenmorcheln retten bei der anhaltenden Trockenheit die Ehre der Gattung Morcheln. Aber auch mit ihnen geht's dieser Tage nur zäh voran. (3 Fotos © Heike)

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In meinem Verpelgebiet war ich am Mittwoch. Es stehen viele, aber sie sind sehr klein und mickrig. An Fichtenmulchbeeten ist derzeit auch nichts zu finden. Sie sind richtig trocken.

Ganze 6 Millimeter Regen haben wir insgesamt seit Donnerstag inklusive heute (Ostersonntag) bekommen. Und der starke Wind pustet gleich wieder alles trocken. Ich weiß nicht, wie viele Kilometer wir insgesamt bereits zu Fuß zurückgelegt haben. Viele, sehr viele.

Kommende Woche soll es einige Tage mit nächtlichen Minusgraden geben, bis zu minus vier Grad sagen die Wetterfrösche voraus. O je. Fragt sich, wer mehr leidet, die Pilze oder ich.

Herzliche Grüße Heike«







Nördliches Eichsfeld: Die Morcheln lassen auf sich warten, die Austernpilze springen ein


Foto: Die großen Austernpilze sind schon leicht angetrocknet, am geschützten Stamm wachsen aber frische junge nach. (Foto © Heike)

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Heike schreibt am 8. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute ging es noch mal raus. Der Grund: mein Wald der vielen Goldröhrlinge, Stockschwämmchen und dem guten Sommersteinpilzplatz ist nicht mehr anfahrbar. Dort, wo ich immer geparkt habe, wird eine Umgehungsstraße gebaut. Also muss ein neuer Zugangsweg gefunden werden.

Also ging es in alle Richtungen einmal um Wald, um zu erkunden, wo ich zukünftig parken kann, um zu den Sommersteinpilzen zu gelangen. Denn ich suche ungerne nach Wegen, wenn die Zeit der Pilze da ist.

Und ich habe sogar zwei passable Zugänge gefunden. Dabei begegneten uns Unmengen Glimmertintlinge - und sogar Austernseitlinge. Die kleineren auf dem Foto waren sogar noch ganz frisch, die großen außen schon etwas angetrocknet. Damit habe ich mehr zufällig eine dritte Stelle mit Austernpilzen entdeckt.

Heute ging es noch in einen Morchelwald, der üblicherweise Speisemorcheln hervorbringt. Leider war nichts zu finden. Ich wollte auch noch eine dritte Stelle anlaufen, aber da hat mein Mann dann gestreikt.

Die letzten zwei Tage bin ich auch sämtliche frisch gemulchte Beete vom letzten Jahr in diversen Orten abgegegangen. Aber leider ist auch hier nichts in Sicht. Alle Mulchbeete sind mehr als trocken. Während Michael in Baden-Württemberg ja voll abgreifen kann, gucken wir hier in die Röhre.

Wir brauchen unbedingt Regen. Stattdessen soll aber die Kälte zurückkommen, sogar Schneefälle sind laut Wetterprognose möglich. Da dürfte sich das Thema Morcheln erst einmal erledigt haben.

Herzliche Grüße Heike«





Eine seltene Zipfellorchel war die Krönung von Heikes Frühlingsgang im Wald der Herbstpilze





Foto rechts: Zipfellorcheln gibt es in Deutschland nur sehr zerstreut. Eines ihrer wenigen Verbreitungsgebiete ist das Thüringer Becken, wo Heike dieses Prachtexemplar gefunden hat. Sie galten lange als Delikatesse, ehe man entdeckte, dass sie das gefährliche Gyrometringift enthalten. Seitdem werden sie als tödlich giftig eingestuft.

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Heike schreibt am 7. April 2017:

Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wir waren heute mal in Richtung meines Nadelwaldes, sprich mein Maronen- und Steinpilzwald, unterwegs. Da war ich noch nie im Frühjahr.

Auf dem Weg dorthin gehe ich durch einen Kalkwald mit Buchen, Eichen und Hainbuchen. Es folgt ein Nadelwald auf saurem Buntsandstein, dessen Waldrand kalkgeschottert ist.

Ich fand viele alte Graublättrige Schwefelköpfe, die ersten Glimmertintlinge, einige Frühlingsweichritterlinge und kleine Helmlinge.

Im Nadelwald selbst standen die ersten Scheibenlorcheln (Größte Scheiblinge) und in den Schneisen ebenfalls Glimmertintlinge, einige Nester von Samtfußrüblingen sowie Graublättrige und Grünblättrige Schwefelköpfe, letztere an Buchenstubben.


Foto: Glimmertintlinge zählen im Pilzreich zu den Frühaufstehern. Sie eignen sich gut für Pilzsuppen.

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Der Hammer aber war eine große Zipfellorchel im Kalkgebiet zwischen Buche, Eiche und Hainbuche am Rande des kalkgeschotterten Weges. Ein Erstfund für mich. Im Laub verborgen, war sie nicht leicht zu entdecken. Zunächst dachte ich, sie sei eine Riesenlorchel. Erst nachdem ich sie entblättert hatte, zeigte sie ihre charakteristischen Zipfel, drei an der Zahl.

Da war mir klar, dass ich dem Boden eine Rarität entnommen hatte, was mich mehr als ärgerte. Auf dem Hinweg waren wir noch an ihr vorbei gelaufen. Satte 363 Gramm brachte sie auf die Waage!

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Die Scheibenlorcheln bzw. Größten Scheiblinge hat Heike ausnahmslos im Fichtenwald gefunden, was eindeutig auf ebendiese und nicht auf Morchelbecherlinge schließen lässt, auch wenn die herübergewehten Laubblätter Letzteres vermuten lassen.  (3 Fotos © Heike)


Nördliches Eichsfeld: Die Böhmischen Verpeln werden jetzt mehr, und »raue Mengen« stehen noch


Foto: Die Ausbeute an Böhmischen Verpeln wird größer. Und Heike ließ »raue Mengen« stehen, damit sie nachwachsen können.

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Heike schreibt am 5. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute ging es mal wieder zu den Böhmischen Verpeln. Es werden langsam immer mehr. Sie erscheinen in meinem Gebiet jetzt schon an mehreren Stellen.

Teilweise kommen sie jedoch nur sehr mickrig zum Vorschein. Besonders da, wo Wind und Sonne ihre volle Arbeit leisten  können, also an lichten ungeschützten Stellen.

Im tiefen Laub hatte ich heute richtig zu suchen, denn sie hatten sich sehr gut versteckt. Zum Teil waren sie komplett vom Laub bedeckt. Manchmal schaute lediglich eine winzige Ecke hervor. Prompt habe ich mit meinem Fuß versehentlich eine umgeschubst.


2 Fotos: Nicht immer stehen die Verpeln so gut sichtbar da wie auf dem linken Foto. Auf dem rechten Bild ein Eindruck davon, wie gut sie sich verstecken.

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Die im Laub versteckten sahen aber sehr gut aus und waren gut gewachsen. An solchen Stellen knie ich mich hin und schau den Boden zentimeterweise ab. Dann kann man sie noch am besten erspähen.

Anbei wieder einige Eindrücke von heute Nachmittag. Einige Verpeln nahm ich mit. Raue Mengen ließ ich stehen. Man kann sagen, derzeit stehen sie schon dutzendweise.

Morcheln gibt es noch nicht, auch auf diversen Mulchbeeten habe ich noch nirgendwo was gesehen. Rainer aus Artern inspirierte mich zum Nachschauen. :)

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Diese Verpel versteckt sich mit einem deckenartig überliegenden Blatt und ist nur schwer auszumachen. (4 Fotos © Heike)


Thomas gratuliert Heike zu ihrem Fund

Thomas schreibt am 4. April 2017:

»Hallo,

hach, die Meldungen von Heike sind wieder großartig. Ich wünschte, ich ich würde auch mal solche herrlichen Verpeln finden.

Grüße Thomas«

Hallo Thomas,

die Suche nach Morcheln und Verpeln ist ein Geduldsspiel, und manchmal entspringt der Erfolg auch nur dem Zufall.

Sieh Dir aufmerksam das »Beet«, genannt Habitat an, in dem die Verpeln wachsen und präge Dir die Merkmale möglichst genau ein. Art, Farbe und Dichte der verwelkten Blätter, dazu die umstehenden Pflanzen. Zu den Begleitbäumen findest Du wertvolle Informationen im Pilzticker Sachsen, die Johannes gegeben hat. Und: Der Boden sollte humusreich und dunkel sein.

Ich war Samstag übrigens auch stundenlang unterwegs, um neue Morchelplätze in und um Leipzig aufzuspüren, obwohl ich einige gute Stellen kenne. Es war erfolglos. Aber irgendwann macht es dann doch »Bingo«, zahlt sich die beharrliche Suche aus.

Viel Erfolg wünscht Dir, mit besten Grüßen, Heinz-Wilhelm

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Im Verpelgebiet im Nördlichen Eichsfeld wagt man vor Böhmischen Zwergen kaum, einen Fuß zu setzen


Heike schreibt am 1. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Vormittag lief ich zwei Morchelgebiete ab. Zunächst ein Käppchenmorchelgebiet und dann ein Speisemorchelgebiet. In beiden ist noch nichts zu sehen. Der Boden sah durch den vielen Wind der letzten Tage auch schon wieder sehr trocken aus. Lange hatten wir schon keinen Regen mehr. Wie jedes Jahr, wenn die Morchelzeit kommt, bleibt er auch dieses Mal aus.

Heute Nachmittag  schauten wir dann im Gebiet unserer Böhmischen Verpeln vobei. Dort ist es naturgemäß sehr feucht, selbst bei Trockenheit steht dort in bestimmten Zonen das Wasser.

Und auf einmal standen wir inmitten der Pilze. Der Enkel hatte sie zwischen den Füßen, mein Mann sah sich plötzlich vorne und hinterrücks von ihnen umzingelt. Es war wieder so, dass man sich nicht traute, einen Fuß zu setzen. Überall verbargen sich die Böhmischen Zwerge. Ich sagte: »Stehenbleiben, Füße nicht bewegen!«

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2 Fotos: »Das Auge muss erst wieder den Blick für die schönen Verpeln bekommen«, schreibt Heike. Von blass-gelblichbraun (Foto links) bis zum kräftigen Gelbbraun (rechts) ist alles dabei.

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Das Auge muss erst wieder den Blick für die schönen Verpeln bekommen. Sie quellen wieder dutzendweise heraus. Langsam werden sie unter dem Laub sichtbar und blinzeln hervor. An sonnenbegünstigter Stelle wachsen sie wie dicht gesät. Im Schatten zeigen sie sich noch nicht. Dort fand ich vergangenes Jahr etwas später die größten und schönsten. Heute haben wir uns vorerst mit einer Handvoll begnügt, zu sehen auf dem Foto oben mit dem Teller.

Die nächsten zehn Tage werden sicher über das diesjährige Ausmaß Aufschluss geben. Zum Abend bekamen wir erfreulicherweise einige kräftige Gewitterschauer, die wichtig für den Anstoß des Morchelwachstums sind.

Anbei wieder einige Fotos, die schon einen Eindruck vermitteln, was in den nächsten zehn Tagen dort passieren könnte. Dutzende Fotos wären heute wieder möglich gewesen, aber wir haben, wie gesagt, viele, viele kleine der Böhmischen Zwerglein stehen gelassen.

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Auch dieses Foto zeigt eine Impression vom Auwald, in dem Verpeln auf humusreichem Boden typischerweise wachsen. (5 Fotos © Heike)


Frühling im Nördlichen Eichsfeld: Die kleinen Verpeln verstecken sich noch unter dem Laub


2 Fotos: Heike ahnte, wo sie stehen würden, hob vorsichtig das Laub an - und tatsächlich, da standen sie, diese zwei kleinen Böhmischen Verpeln. (2 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 26. März 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

da bin ich wieder, der lange kalte Winter ist endlich vorbei.

Meinen Austernpilzen wurde vom langen Frost leider hingeholfen. Sie waren nicht mehr zu gebrauchen, es ist auch nichts mehr nachgekommen.

Vergangene Woche war in meinem angestammten Gebiet noch nichts zu sehen. Heute war es anders. Nun wächst endlich der Bärlauch, der Waldmeister lugt bereits hervor und die ersten Böhmischen Verpeln strecken die Köpfchen raus. Alle sind noch sehr klein und vom Laub des Herbstes bedeckt.

Ich habe an einer markanten Stelle mal vorsichtig die Blätter hochgehoben. Und siehe da, schon schauten mich zwei winzige Verpeln an. Ich deckte sie wieder zu. Nun bin ich gespannt, ob es so viele werden wie vergangenes Jahr.

Herzliche Grüße an alle Pilzsammler, Heike«


Das ist gemein: Die Austernpilze am Baumstumpf hatten es viel schwerer als die in der Baumspalte


Foto: Ein interessanter Hintergrund verbirgt sich hinter diesem Tablett mit Austernpilzen. Die dunklen in der Mitte wuchsen unter ungünstigeren Bedingungen als die sie umgebenden, besser gewachsenen hellen.

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Foto links: Auf diesem Bild ist gut zu erkennen, dass Austernpilze eine Weißfäule erzeugen. Feines Holzmehl hat sich zum Teil auf die Hüte gelegt. Verglichen mit anderen Baumpilzen, bewirken sie einen raschen Holzabbau und beschleunigen als Zersetzer die Humusbildung im Wald. So fällt ihnen im Kreislauf von Werden und Vergehen eine wichtige Aufgabe zu.




Heike schreibt am 18. Dezember 2016:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

gestern Vormittag ging es mit Enkelchen in den Wald, um die ersten Austernpilze abzuholen. Und siehe da, es ist eine Portion für das heutige Abendbrot geworden.

Die Austernseitlinge im Stadtwald konnten im Schutze eines Baumspaltes wachsen, was ihr Gedeihen förderte. Die anderen, auf dem Stumpf, waren dagegen den Wetterunbilden ausgesetzt. Unter einer Eisschicht waren sie nur minimal weitergewachsen und ich konnte weniger ernten. Auf dem Tablett sind sie, dunkler als die übrigen, in der Mitte zu erkennen.

Von den schönen üppigen Austernpilzfunden, die bei Dir von den Pilzsammlern zuletzt eintrudelten, kann ich hier nur träumen. Wir haben bei uns zwar Buchenwälder ohne Ende, aber die Bäume sind offenbar sämtlich zu gesund für Austernseitlinge.


Foto: Es ist doch noch allerhand zusammen gekommen, obwohl die Birkenporlinge dieses Jahr überwiegend Einzelfunde waren. An pumperlgesundem Wintertee wird es im Hause Heike nicht fehlen in der kalten Jahreszeit. (3 Fotos © Heike)

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Im Januar werde ich noch drei Gebiete ablaufen, in denen die eine oder andere schon weit in die Jahre gekommene dicke Buche mit im Spiel ist. Vielleicht lässt sich da was holen. 

Einige Gläser Birkenporlinge sind es dieses Jahr doch noch geworden. Etliche Einzelfunde summierten sich am Ende doch noch zu einem akzeptablen Ergebnis. Insgesamt fand man sie dieses Jahr nur zerstreut und recht spärlich.

Dir und allen fleißigen Pilzfreunden, die noch unterwegs sind, einen schönen Sonntag Abend!

Herzliche Grüße Heike«

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Zu tiefe Temperaturen: Die Austernpilze wachsen nicht, wie Heike es sich wünscht


Foto: Mancher Pilzfreund würde sich gewiss riesig freuen, wenn er diese Austernpilze finden würde. Doch Heikes Freude hält sich in Grenzen: die Pilze, die sie seit längerem genau beobachtet, sind in zwei Wochen nur minimal gewachsen.

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Heike schreibt am 10. Dezember 2016:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

seit einigen Wochen beobachte ich nun die Austernseitlinge im Stadtwald.

Vergangenes Jahr waren sie - an zwei Bäumen - bereits am 25. November komplett überständig. Im Gegensatz dazu wollen sie dieses Jahr - an nur einem Baum - partout nicht weiterwachsen. Kein Wunder, hatten wir doch nachts bis zu minus 8 Grad und tagsüber höchstens null Grad. Aber generell wachsen die Austernpilze im Stadtwald besser als in den vielen anderen Buchenwäldern, die wir bei uns haben.


2 Fotos: Im Stadtwald wachsen die Austernpilze immerhin noch besser als in den anderen Buchenwäldern, die Heike regelmäßig nach diesen Winterpilzen durchkämmt.

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Vor zwei Wochen haben wir einen Buchenbestand auf dem Weg zum Maronenparadies unter die Lupe genommen, den ich seit zwei Jahren im Visier habe. Nur an einem Baumstumpf wuchsen Austernpilze, Gelbstielige Muschelseitlinge fanden wir dagegen in rauen Mengen.

Wir haben hier bereits unzählige Buchenwälder unter die Lupe genommen auf der Suche nach Austern. Gefunden haben wir nur wenig. Nur wo Gelbe Muschelseitlinge waren, wuchsen - sehr spärlich - auch Austernpilze. Die Muschelseitlinge motivieren also stets dazu, an diesen Stellen auch nach Austernpilzen zu suchen. Oder andersrum: Wo keine Muscheln sind, braucht man die Austern erst gar nicht zu suchen.

Ich vermute, dass die Buchen noch zu jung sind für Austernpilze. Und die Wälder eventuell zu »aufgeräumt«.

Einige Bilder anbei. Als erstes, Du wirst es erkennen, die Austern aus dem Stadtwald. Nächste Woche hole ich die Konsole zum Probieren. Dann im Vergleich auf dem Weg zum Maronenparadies einmal Austern vom 27. November und dann von heute. Das Wachstum in zwei Wochen war, wie man sieht, nur minimal.

Einzig und allein die Ziegelroten Schwefelköpfe wachsen hier gerade wie verrückt. Sie sprießen aus allen Ecken und Kanten zu tausenden. 

Herzliche Grüße und ein schönes Wochende an Dich, lieber Heinz-Wilhelm, und an alle Pilzfreunde, von

Heike«

Liebe Heike,

man darf nicht vergessen: Austernpilze wachsen ausschließlich an kranken, altersschwachen oder verletzten Bäumen, meist Rotbuchen. In gesunden Buchenwäldern wird man sie vergeblich suchen.

Bei der heutigen intensiven Forstwirtschaft werden vom Förster bereits Bäume, die nur im Verdacht stehen, krank zu werden, angezeichnet und gefällt, damit man sie noch Gewinn bringend verkaufen kann. Deshalb sterben Rotbuchen kaum noch einen natürlichen Tod, wie es zum Wachstum von Austernpilzen wichtig wäre. Karl Berchtold aus Gauting/Obb. hat dies hier gut zum Ausdruck gebracht, siehe die letzten Absätze.

Viele Grüße Heinz-Wilhelm


Foto: So sahen die Austernseitlinge auf dem Weg in Heikes Maronen- und Steinpilzparadies am 27. November aus.

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Foto: Dieses Foto mit den gleichen Pilzen machte Heike am 10. Dezember, also 14 Tage später. Wie man sieht, sind die Pilze kaum weitergewachsen. Was mit Sicherheit an den tiefen Temperaturen lag. (5 Fotos © Heike)


Ein vergnüglicher Gang mit der Entdeckung von Austernpilzen und einem krönenden Steinpilzessen zu Abend


Heike schreibt am 23. November 2016:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich gehe zurzeit zwei Mal die Woche in den Wald oder auf die Wiese.

Vor einer Woche fand ich wieder Unmengen Frostleichen von Maronen und Hallimasch im Stadtwald.

Das aber nur im Vorübergehen, denn mein Ziel waren die dicken alten Rotbuchen, um nach Austernpilzen (siehe Foto rechts) zu schauen. Es war allerdings nichts zu sehen. Lediglich an einer Buche trauten sich die ersten Gelbstieligen Muschelseitlinge* heraus. Sie sind noch ganz klein.

Heute war ich wieder einmal in meinen geliebten Stadtwald. Inzwischen sind die Gelbstieligen Muschelseitlinge gut zu sehen.

Die Austernpilze wachsen üblicherweise an zwei alten stämmigen Rotbuchen. An einer war immer noch nichts zu sehen, an der anderen sind sie noch winzig. Ich habe mich natürlich über den Fund der Pilzbabies gefreut, werde ihr Wachstum weiter beobachten und hoffe, dass die Schnecken fernbleiben.

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2 Fotos: Die Austernpilze links auf dem Bild sind noch klitzeklein. Sie bilden vier Nester. Die Größe ihrer Hüte reicht vom Stecknadelkopf bis zu ungefähr 1,5 Zentimetern Durchmesser. Rechts auf dem Fotos sehen wir die unter Giftverdacht stehenden Gelbstieligen Muschelseitlinge. Ihr Gift wird in den menschlichen Fettzellen gelagert und bei Gewichtsabnahme freigesetzt.

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Auf dem Rückweg habe ich noch einen Abstecher zu meinen Birkenporlingen gemacht.  Ich fand vier prima Exemplare im Riesenformat, nachdem ich schon vergangenes Jahr an gleicher Stelle gute Ernte machen konnte.

Freuen durfte ich mich auch über einen frischen frostfreien Anischampignon. Dagegen war bei den Stockschwämmchen, die in unüberschaubarer Menge wachsen, durchweg Frostschaden zu beklagen. Zu Tausenden wachsen zurzeit Grünblättrige Schwefelköpfe und zu Hunderten ihre wunderschön anzusehenden Ziegelroten Geschwister nach.


Foto: Beinahe ein Stillleben mit Pilzen ist dieses schöne Foto. Es zeigt tadellose Birkenporlinge, an der Unterseite reinweiß, sowie einen ebenso unversehrten Anischampignon auf einem Silbertablett. Die Ausbeute lässt auf einen vergnüglichen Pilzgang schließen. (4 Fotos © Heike)

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Am späten Nachmittag war ich dann noch einmal auf meiner pilzstarken Kuhweide. Doch hier bot sich mir ein Trauerspiel: Die Kühe bzw. Rinder standen genau auf dem Abschnitt, in dem so viele Lilastielige Rötelritterlinge in zahlreichen Nestern kommen wollten, die aber allesamt zertreten waren. Wie schade! Ich hätte sie gerne mitgenommen.

Der trotzdem schöne Pilztag endete standesgemäß. Zum Abend gab es nämlich Steinpilze, deren Vorrat ja reichlich ist, zu Petersilienkartoffeln. 

Und erwähnen möchte ich noch, dass es jetzt, da ich diesen Bericht schreibe, einen gehaltvollen trockenen Rotwein gibt. :))

Herzliche und genüssliche Grüße, Heike«

* Gelbstielige Muschelseitlinge werden in der Regel als ungenießbar eingestuft. Sie stehen jedoch mittlerweile im Verdacht, giftig bis hin zu krebserregend zu sein

Rot = giftig


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