Pilz-Ticker-Thueringen



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Thüringens




Heikes Leiden im noch morchelfreien Nördlichen Eichsfeld

Heike schreibt am 17. April 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

jeden Abend geht's auf Deine Seite, wie jeden Tag, auch im Winter.

Der Start der Morcheln war in Baden-Württemberg bereits am 2. April. Seit etwa 16 Tagen bin ich gut unterwegs an meinen besten Stellen und meinen neuen Plätzen. Im Moment vornehmlich an Plätzen der Südhanglagen.

Im Eichsfeld ist leider noch nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Ich war gestern an meinem Verpelplatz. Noch nicht ein einziges Böhmisches Verpelchen ist zu sehen. Ich hatte eigentlich gestern mit den ersten gerechnet. Pustekuchen! Die Entäuschung war groß.

Aber der Waldmeister dort ist auch noch ganz winzig. Die Verpeln kamen dort immer, wenn der Waldmeister auch schon  relativ gut geerntet werden kann. Mein Verstand sagt mir: es dauert noch ein paar Tage. Aber der Morchelwahn hat schon eingesetzt... Natürlich inspiriert durch einige Morchelsucher aus den südlichen Bundesländern. :)

Eigentlich muss ich mich gut sortieren dieses Jahr, da ich im Winter bei der Suche nach dem Chaga auf sehr viele potentielle Morchelgebiete gestoßen bin - die sich freilich erst noch bestätigen müssen.

Ich hoffe, ich kann bald berichten und dass mir diese plötzliche konstante Wärme mit vorherrschender Trockenheit und nur wenigem Regen keinen Strich durch die Rechnung macht. 

Herzliche Grüße aus dem Eichsfeld, Heike«

Liebe Heike,

ob Du's glaubst oder nicht, aber ich habe mir Dein Leiden in den letzten eineinhalb Wochen schon ausgemalt. Da ich Deinen Jahresablauf inzwischen recht gut kenne, sah ich Dich gedanklich tatsächlich in Deinem Verpelrevier!

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg in den nächsten Tagen!

Herzliche Grüße von Heinz-Wilhelm

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Suhl: Pfifferlinge im Schnee zu finden, »war phänomenal«


Foto: Überlebenskünstler im Schnee waren diese Pfifferlinge. Barbara hat sie am 30. Januar bei Suhl gefunden. (Foto © Barbara)

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»Hallo Heinz-Wilhelm,

vielen Dank für deine sehr liebevoll und äußerst interessant gestaltete Pilzseite. Ich besuche sie regelmäßig, möchte alle Pilzliebhaber nun erstmalig an meinem Pfifferlingsfund vom 30. Januar teilhaben lassen.

Seit Anfang der 70er Jahre suche ich im Urlaub in den Wäldern rund um Suhl Pilze. Früher kamen dort keine Pfifferlinge vor, erst seit etwa sechs Jahren konnte ich einige kleine Nester im ausgewachsenen Fichtenwald, meist Mitte August, finden.

Doch diese fast schon im Februar zwischen Schneeresten zu finden, war phänomenal. In Butter gebraten, mit Salz und Kümmel gewürzt, waren sie sehr lecker.

Hauptsächlich finde ich meine Pilze im pfifferlingslosen Wermsdorfer Forst, aber leider hat das verheerende Sturmtief Friederike dort sehr große Schäden angerichtet.

Mal sehen, wann der Wald wieder freigegeben wird. Viele Pilzstellen sind bestimmt vernichtet, da muss ich mein Pilzauge wohl neu schärfen!

Viele Pilzgrüße, Barbara«

(Nachgereicht am 10. Februar 2018)

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Sturmtief Friederike: Der ganze Wald ist abgesoffen, die Bäume liegen flach, die Pilze sind ertrunken

Heike tröstet sich dennoch mit einem leckeren Judasohren-Crostini


Foto: Von den Judasohren (rechts) bereitete sich Heike ein leckeres Crostini zu, Anleitung siehe am Ende ihrer Pilznachricht. Auch die Austernseitlinge (links) wurden gewiss zu einer kleinen Köstlichkeit veredelt.

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Heike schreibt am 25. Januar 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

gestern Vormittag bin ich auf einen Sprung an einen Judasohrenbaum, der immer gut trägt. Ich habe ihn auch in einem Bericht vom 2. Dezember 2017 erwähnt. Auch dieses Mal bescherte er mir ein schönes großes Tablett voll.

Als ich am Waldrand ankam, traf mich aber erstmal der Schlag. Egal ob Kiefern, Buchen, Fichten, Birken, es sah furchtbar aus. Der Sturm Friederike hat ganze Arbeit geleistet. Die entwurzelten Bäume lagen da wie im Mikado. Es gab auch noch ganz viele, die nur halb ausgewurzelt waren und in den Astgabeln anderer stehender Bäume hängen. Das ist noch mega gefährlich.

Mein Blick ging immer erst nach oben, bevor ich weitere Schritte tat. Da es nun schon über viele, viele Wochen hier regnet, sind die Böden voller Wasser. Wo ich sonst über Monate, nein über Jahre auf ein bisschen Regen gehofft hatte, steht jetzt der ganze Wald buchstäblich unter Wasser.

Die Wurzelkuhlen gleichen kleinen Teichen

Die Kuhlen, die die ausgewurzelten Kiefern hinterlassen haben, gleichen fast kleinen Teichen. Die Böden können nichts mehr aufnehmen. Alles ist voller Wasser. So einen nassen Winter habe ich seit Jahrzehnten nicht, vermutlich noch nie erlebt. Ich möchte lieber gar nicht wissen, wie es in meinen Hängen aussieht.

Am Nachmittag ging es zusammen mit meiner Teleskopstange zu einem Austernstamm. Die unlängst noch winzigen Pilze sind etwas gewachsen. Einige haben wir mitgenommen. Alles was aber direkt auf Stümpfen wächst, sieht bescheiden aus vom vielen Wasser. Die Stümpfe, von denen ich weiß, dass sie üblicherweise Pilze tragen, bieten dieses Jahr nicht einen.

Ich denke, es ersäuft regelrecht. Die an Stümpfen wachsenden Samtfußrüblinge haben so gut wie keine Chance zum Überleben. Das Gleiche gilt für Austernpilze an Baumstubben. Alles ersäuft. 

Ein Judasohren-Crostini gegen den Frust im Wasserwald

Gestern habe ich für mich(!), die ich ja eigentlich gar keine Pilze esse, ein Judasohren-Crostini zubereitet. Ich wollte Judasohren einfach mal anders als wie üblich in Saucen und Suppen zubereitet probieren.

Das war gar nicht schlecht! Dazu röstete ich mir in der Pfanne eine Scheibe Toast. Judasohren, Kürbiskerne und Knoblauch habe ich klein gehackt und in Butter in der Pfanne geröstet, wobei der Deckel nur einen Spalt weit offen blieb. Das Ganze wurde mit Salz und Pfeffer abgerundet und auf die Toastscheibe gegeben. Zum Schluss habe ich es mit frisch gehobeltem Parmigiano Reggiano bestreut und noch ein paar Minuten überbacken

Herzliche Grüße Heike«

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Foto: Wo man auch hinsah, überall lagen entwurzelte Bäume. In Heikes Wald ist nichts mehr, wie es war. Und bei jedem Schritt quadderte das Wasser aus dem vollgesogenen Boden. (4 Fotos © Heike)

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Sonntagsausflüge in die Winterpilze

Für dicke fünf Kilo Austernseitlinge kam Heike leider drei Wochen zu spät


Foto: So schöne Austernseitlinge - und so unerreichbar. Heike musste sie mangels Erntegerät im Wald zurücklassen. (4 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 14. Januar 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

bei scharfem Ostwind und gefühlten minus 7 Grad laut Wetterkarte Eichsfeld und ab und zu etwas Sonne drehten wir heute eine größere Waldrunde zwischen Frühstück, Pferd bewegen und Nachmittags noch einmal Pferd bewegen.

Das hieß ab 7.00 Uhr raus zum Pferd zur ersten Runde. Dann noch einmal eine Tasse Kaffee - und ab in den Wald. Das war gegen 11 Uhr. Vier Zielgebiete hatte ich, drei haben wir geschafft. Eine Rundfahrt mit Wanderungen stand also auf dem Programm.

Zielpunkt Nummer eins war der höchste Punkt einer Plateauebene in einem Gebiet des Düns. Ziel waren Austernpilze und Samtfußrüblinge. Alte Buchen mit viel Windbruch hatte ich im Kopf. Und Bingo: eine alte Steinbuche* trägt tatsächlich Austernseitlinge, noch alle ganz klein, außer ganz oben auf über 4-5 m Höhe (erstes Foto rechts).

Wir hatten leider nichts weiter dabei, um sie abstoßen oder -schneiden zu können. Das wäre bei vier anvisierten Zielgebieten im Radius von etwa 15 Kilometern zu viel Schlepperei gewesen.

Vom hoch gelegenen Dün ging es in mein Böhmisches Verpelgebiet. Ich sagte zu meinem Mann: Austernpilze wachsen auch gerne in der Nähe von Wasser. Und tatsächlich, an einer alten dicken Weide fanden sich deren riesige Konsolen (zweites Foto rechts). Doch ich hätte heulen können, denn wir waren etwa drei Wochen zu spät dran. Denn zwischen den Stielansätzen breitete sich bereits Schimmel aus. Ach Mensch, dicke 5 Kilo wären es gewesen. 

So fanden wir hier und da und dort noch Miniäste mit Austernansätzen und einigen Samtfußrüblingen. Auch Gelbstielige Muschelseitlinge waren gut vertreten.

Zum guten Schluss ging es in das Randgebiet meiner Hänge der Steinpilze, dorthin, wo ein einziger Baum auch Flockis hervorbringt. Unweit davon steht der Stumpf, an dem vergangenes Jahr Austern und Samtis gleichzeitig wuchsen. Doch wie schon vor vier Wochen, so gab es auch diesmal keine Austernpilze. Lediglich ein winziges Büschel an kleinsten Samtfußrüblingen trug der Stubben.

Aber noch unerträglicher als dieser traurige Anblick war der eiskalte Ostwind. Ab nach Hause, was Heißes trinken und dann zum Pferd zurück, um das Tier noch auf einer zweiten Runde zu bewegen.

Insgesamt war das aber eine tolle Runde. Jetzt weißt Du also, wo ich mich demnächst alle 10 Tage herumtreiben werde, um erneut nach dem Rechten zu sehen: auf dem Plateau und im Verpelgebiet.

Anbei Bilder wie immer, zuerst vom Plateau und dann von der alten Weide im Verpelgebiet.

Herzliche Grüße Heike«

* (Fagus sylvatica var. quercoides): Eine leicht abweichende Abart der Rotbuche (Fagus sylvatica) mit sehr dicker, sehr rissiger Rinde



Foto: Das bizarre Haareis wächst bei exakt null Grad. Erforderlich dafür ist ein Kleinstpilz im Holz. Näheres zu dem schön anzuschauenden Phänomen hier (Tageseintrag vom 27. November 2015) und hier.

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Breitenworbis: Ein Tellerchen Samtfußrüblinge und die Entdeckung eines Judasohren-Paradieses


Foto: Die Winterrüblinge sind dezent von Griesel überzuckert. Sie trugen ihren Teil zum »Tellerchen« bei.

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Heike schreibt am 7. Januar 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

natürlich ging es heute wieder raus. Wer weiß, wie das Wetter nächstes Wochenende ist.

Mein Ziel war die höchste Erhebung rund um Breitenworbis mit einem uralten Buchenbestand mit viel Windbruch. Ich erhoffte mir Spuren von Austernseitlingen. So viele uralte Buchen, angeschlagene, sieche, viel Windbruch - und keine Austernseitlinge.

Lediglich auf dem Weg zum Ziel - und zwar an einer Fichte! Glaubte ich jedenfalls zunächst. Doch es waren Muschelseitlinge. Das habe ich auch noch nicht gesehen. Immerhin fand sich an einer Buche ein Büschelchen Samtfüße.

Auf dem Rückweg bin ich bewusst zu einem uralten liegenden Stamm oder korrekt Stämmchen gegangen, der im Frühling weiche, dunkelbraune Porlinge hervorbringt. Zwei waren noch zu sehen. Ich konnte diese Pilze noch nie genau zuordnen. Mal schauen, ob Sie im Frühjahr wieder kommen.

Ab und zu gehe ich dort nach Mitte Mai hin, wenn der Bärlauch überall bereits verblüht und gelb ist. Dann ist er dort gerade richtig zum ernten. Denn hier wächst alles später. Da ahnst Du, wie kalt und rau das Klima dort oben ist. Der Wind bläst fast immer heftig.

Gleichzeitig ist unweit ein Morchelgebiet, und zwar mit riesigen Speisemorcheln. Problem: Nur wenn es ordentlich geregnet hat und der Wind nicht zu stark geht, trauen sich die kolossalen Bollen heraus. Der Wind trocknet das Gebiet extrem schnell aus.

Lustig war, dass ich nebenbei ein Judasohrenparadies gefunden habe. Ich habe keine Fotos gemacht heute. Sie sind alle eingedörrt im Moment. Es stand Holunderstrauch an Holunderstrauch, und fast jeder trägt reichlich Judasohren.

Obwohl ich dort jedes Jahr des Bärlauchs wegen bin, sind mir noch nie Judasohren aufgefallen. Wohl deshalb, war mein Blick immer auf den Boden gerichtet war. Auf dem Rückweg ins Tal habe ich dann noch einen Stamm mit frischen Samtfußrüblingen entdeckt (Foto rechts). So wurde es heute immerhinn ein Tellerchen.

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Ein Tellerchen ist es dann doch geworden. Heike freute sich über die schönen Samtfußrüblinge. (3 Fotos © Heike)

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Nördliches Eichsfeld: Ein perfekter Morchelspähgang mit blühenden Vorfrühlingsveilchen


Foto: Sie waren die einzigen nach zehn Kilometern Erkundungsmarsch: Samtfußrüblinge im Buchenwald. (2 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 6. Januar 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich begab mich heute auf die Suche von potentiellen Speisemorchelgebieten. Ich suchte ein Gebiet auf, das ich seit Jahren im Visier habe. Du weißt ja, wie das ist: man nimmt sich stets Entdeckungstouren vor, landet aber immer wieder in seinen Stammgebieten.

Der Winter ist für mich die perfekte Jahreszeit, um nach neuen Pilzgebieten Ausschau zu halten. Warum? Weil man freie Sicht auf den Baumbestand hat und der sichtbare Unterbewuchs Rückschlüsse zulässt. So fand ich heute ein nahezu perfektes potentielles Morchelgebiet, siehe das Foto rechts. Es entspricht zu 100% einem anderen Platz, an dem ich vergangenes Jahr riesige gelbe Speisemorcheln entdeckt hatte.

Es ist klein und übersichtlich. Perfekt! Da ich solche Gebiete gerne weiträumig ablaufe, hatte das heute den Nebeneffekt, dass ich ein Büschel schönster frischer Samtfußrüblinge fand. Dabei blieb es, obwohl ich 10 Kilometer abgesucht hatte.

Sie landeten buttergeschwenkt in der Pfanne. Am Nachmittag dann, beim Spaziergang mit dem Pferd, entdeckte ich doch tatsächlich reichlich blühende Veilchen. Sie säumten eine ganze Baumreihe. Wunderschön anzusehen, Anfang Januar. Sie standen unter Pappeln, die eine Obstbaumwiese säumten. Alles alte knorrige Bäume. Die Bäume trugen teilweise noch Äpfel, knackig und fest, nur minimal wurmstichig. Die Wiese steht leider auf Buntsandstein, da bin ich mit Speisemorcheln eher skeptisch. 

Herzlichst Heike«


Foto: Die Veilchen blühen, und das am Tag der Heiligen Drei Könige! Mit einigem Glück überstehen sie sogar den vorausgesagten leichten Nachtfrost von minus 1 Grad.

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