Pilz-Ticker-Bayern
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Christoph schreibt am 14. August 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
am heutigen Freitag war ich trotz großer Hitze an meinen Pilzstellen bei Bayrischzell in der Höhe unterwegs.
Es gab einige Pfifferlinge, die der Hitze widerstanden haben. Sie sind vor allem im kaum noch feuchten Moos, Farn und unter Blaubeeren gewachsen. Wegen der Trockenheit gibt es keine nachwachsenden Pilze. Ansonsten sah ich lediglich ein paar alte Täublinge.
Wir wünschen uns alle endlich Regen und mildere Temperaturen!
Viele Grüße
Christoph"
(3 Fotos © Christoph)
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2 Fotos: Erstaunlich, wie widerstandsfähig Pfifferlinge gegen Dauerhitze und -trockenheit sind. Immerhin ist es in Höhenlagen etwas kühler und die Verdunstung ist geringer als im Flachland.

Silke schreibt am 30. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
wir haben gestern, am 29. Juli, einen tollen Pilzfund im Nürnberger Norden gemacht. Neben Sommersteinpilzen des zweiten Schubes (der erste war Anfang Juli) konnten wir auch die ersten Fichtensteinpilze und Rotkappen mitnehmen; siehe das Korbfoto rechts. Allerdings fürchten wir, dass dieser Pilzschub aufgrund der sehr hohen vorhergesagten Temperaturen von bis zu 38 Grad schnell wieder vorbei sein könnte.
Vorangegangen war ein Starkregenereignis im Bereich des Nürnberger Nordens am 14. Juli, wobei bis zu 80 Liter Regen auf den Quadratmeter fielen. Wir haben danach regelmäßig unsere Waldrunden in unserem dortigen Lieblingswald gedreht - ohne fündig zu werden. Noch am Sonntag, den 26. Juli, war nix an Pilzen zu sehen.
Erst gestern, also 14 Tage später, standen sie auf einmal da. Nur gut, dass wir nochmals nachgeschaut haben, denn unsere Motivation, bei grosser Hitze und Mückenplage nochmals loszuziehen, war eher gering.
Unser Rat an alle Pilzverrückten: Studiert die Niederschlagssummen und scheut euch nicht, rauszugehen. Wir fanden es erstaunlich, dass wir ganz allein unterwegs waren.
Grüße Silke mit Patrick"
(2 Fotos © Silke)
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Foto: Fein gesäubert und schön präsentiert. Ein herrlicher Röhrlingsfund von Silke und Patrick aus der Gegend nördliches Nürnberg, dessen Erscheinen nach langer Trockenheit sich genau mit den zeitlichen Angaben von Peter Karasch in unserem Interview-Klassiker vom 8. August 2018 deckt: zehn bis 14 Tage nach ergiebigem Regen und vorheriger langer Trockenheit sind die Waldpilze, speziell die Röhrlinge, da.

Foto: Das reicht für eine weitere Mischpilzpfanne: Zu den Reifpilzen gab es Pfifferlinge, zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge und zwei junge Maronenröhrlinge. (2 Fotos © Sepp)
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Sepp schreibt am 24. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
ich war mit meinen Sohn Christian und Enkelin Romina nach deren Schulschluss noch einmal auf 1300 Metern in einem Fichtengebiet bei Bayrischzell. Der Pilzwuchs lässt jetzt wegen des zunehmend trockenen Waldbodens deutlich nach. Trotzdem wurden wir erfreulicherweise nicht enttäuscht und konnten eine Mischpilzpfanne sammeln.
Romina sammelte begeistert einige Pfifferlinge und zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge ein. An einem mir bekannten Platz konnte ich eine größere Gruppe junger Reifpilze finden.
Zwei junge Maronenröhrlinge ergänzten den Gesamtfund.
Der Rest versprach kaum noch etwas für die nächste Zeit: es standen nur noch ausgetrocknete Täublinge, zwei junge Fliegenpilze und einige Graue Wulstlinge.
Herzliche Grüße
Sepp"

Foto: Hauptsächlich ihretwegen ging es wieder in die Höhe: Sepp weiß genau, wo die Reifpilze in 1300 Metern ü. NHN wachsen. Hier sehen wir eine Gruppe junger Pilze. Da kam Sepp zu einem günstigen Zeitpunkt.

Foto: Fund aus 1300 Metern ü. NHN. Sepp fand schöne Pfifferlinge, einen Flockenstieligen Hexenröhrling (links), drei Frauentäublinge (Mitte) sowie einen Braunen Filzröhrling (rechts). Die erste Mischpilzpfanne kann endlich zubereitet werden. (3 Fotos © Sepp)
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Sepp schreibt am 23. Juli 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
heute war ich guter Hoffnung, in 1300 Metern Höhe im Grenzgebiet Bayern/Tirol bei Bayrischzell Pilze zu finden.
Und ja, die Pfifferlinge standen in vielen kleinen Gruppen meist in Blaubeersträuchern
oder einzeln im Moos. Daneben fanden noch drei Frauentäublinge, ein Flockenstieliger Hexenröhrling und ein Brauner Filzröhrling Platz im Korb. Leider waren noch keine Steinpilze zu finden.
Gesehen habe ich noch je einen Schönfußröhrling, einen Grauen Wulstling, einen total verwurmten Rotstieligen Ledertäubling (sehr guter Speisepilz) und einen streng geschützten Falschen Anhängselröhrling (Nadelwaldanhängselröhrling).
Auffallend war der trockene Waldboden; nochmalige Regengüsse sind dringend erforderlich.
Aber erst einmal kann die erste Pilzpfanne zubereitet werden!
Viele liebe Grüße aus Bayern
Sepp"

Foto: Ein Nest von schönen kräftigen Pfifferlingen.

Foto: Der Braune Filzröhrling hat ein ziemlich kräftiges Stielnetz, das über zwei Drittel des Stieles reicht. Der Samtige Filzröhrling hat ein flüchtiges Stielnetz, das erst ab der Hälfte des Stieles in Richtung Spitze beginnt. Die Ziegenlippe hat gar kein Stielnetz. Ihr Stiel ist heller und manchmal etwas rillig. Die zwei Filzröhrlingsarten blauen, die Ziegenlippe nicht. Es handelt sich um drei verschiedene Arten, auch wenn alle drei zur Gattung der Filzröhrlinge (Xerocomus) gehören.


Christoph schreibt am 21. Juli 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
mein zweiter Ausflug der Saison am Sonntag in die höheren Regionen ab ca. 1.300 Meter bei Bayrischzell haben mir eine tolle Pfifferlingsausbeute sowie zwei junge Steinpilze beschert. Siehe dazu das 1. Foto rechts.
Trotz der extremen Hitze der letzten Wochen gab es überraschend viele schöne Pfifferlinge unter Blaubeeren und im feuchten Moos (2. Foto rechts). Viele Moosflächen in der direkten Sonne, auf denen in der Vergangenheit viele Pilze wuchsen, sind aber regelrecht verbrannt und bereits rotbraun.
Ich bin gespannt, was der derzeitige Regen und etwas kühlere Temperaturen bringen.
Viele Grüße Christoph"
(3 Fotos © Christoph)
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Foto: Eines von vielen Pfifferlingsnestern.

Foto: Rötliche Wurzeltrüffeln werden gerne von Rehen, Hirschen und Wildschweinen gefressen. Und von Menschen gegessen. Da die Pilze halbunterirdisch wachsen und leicht aus dem Waldboden herausschauen, sind sie recht gut zu finden. Sie wachsen in Kiefernwäldern auf kalkreichem Boden. (3 Fotos © Sepp)
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Sepp schreibt am 21. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute war für uns eine Wanderung mit meiner Frau in den Isar-Auen von Bad Tölz Richtung Lenggries geplant. Bei angenehmer Temperatur entlang der Isar. Der Wanderweg führt
durch einen Auenwald mit Birken, Kiefern, Wacholder und Weiden.
Bei einer Rastbank mit Ausblick auf den Berg Brauneck entdeckte ich am Wegrand mehrere Nester mit der Rötlichen Wurzeltrüffel. Auch im Juli 2018 bei einer Wanderung konnten wir fast an den gleichen Stellen schon diese Art bestaunen. Sie scheint sehr standorttreu zu sein.
Die jungen Fruchtkörper sind erhitzt essbar. Essbare Exemplare erkennt man daran, dass das Fleisch noch weiß bis weißgelblich ist. Die Außenhaut ist zu entfernen. Die Pilze waren früher bei Schäfern und Hirten beliebt, die sie am Spieß gerne über der Glut ihres Lagerfeuers gebraten haben.
Ein Foto zeigt einen größeren Wacholderstrauch mit üppigen Beeren die so Ende
September bis Mitte Oktober reif für die Ernte sind.
Viele Grüße und guten Pilzwuchs wünscht aus Bayern
Sepp

Foto: Die junge, innen noch weiße Rötliche Wurzeltrüffel kann bedenkenlos verzehrt werden; sie ist von schwach gutem Geschmack. Sind aber die Pilze erst einmal olivgelb (links) oder olivbraun, sind sie nichts mehr für die Pilzküche. Sie schmecken dann abstoßend aasartig, bis hin zu urinartig.

Foto: Unreifer Wacholderbusch an der Isar. Die grünen Beeren sind ungenießbar. Sie benötigen drei Jahre bis zu Reife. Reife Beeren, die streng botanisch Zapfen sind, sind tief blauschwarz und oft von einer hellblauen, wachsartigen Schicht überzogen. Sie zu pflücken ist nicht angenehm: die starren, spitzen Blätter stechen wie Dornen und hinterlassen so manchen blutigen Pieks an Fingern und Händen.


Matthias aus Happurg schreibt am 21. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
ich war vergangenes Wochenende mehrmals auf kürzeren Streifzügen im Happurger Umland. Im Nadelwald sind die Brätlinge (Fundfoto rechts, mit Frauentäubling) jetzt voll da und drücken an quasi all meinen Plätzen aus dem Boden. Hin und wieder gesellen sich noch vereinzelt Frauentäublinge dazu, die aber leider meist komplett vermadet sind.
Auch Pfifferlinge konnte ich endlich vereinzelt finden. Ihnen fehlt dieses Jahr wohl bislang die konstante Feuchtigkeit für ihr Wachstum. Dagegen fehlen die Röhrlinge momentan noch gänzlich.
Im Kalkbuchenwald habe ich noch einen einzelnen Täubling gefunden, den ich so bislang noch nicht bewusst wahrgenommen hatte. Geruch, Aussehen und die bräunlichen Verfärbungen am Stiel, welche auf meinem Foto leider nicht zu sehen sind, lassen mich auf den Buchenheringstäubling* schließen, siehe 2. Foto rechts.
Geschmacklich erstklassig
Auffällig war auch, dass er im Anschnitt leicht feucht wurde, fast so, als wolle Milch austreten. Geschmacklich war er jedenfalls erstklassig, eine Mischung irgendwo zwischen Brätling und Frauentäubling.
Ich wünsche weiterhin einen schönen Pilzsommer!
Liebe Grüße
Matthias aus Happurg"
(2 Fotos © Matthias/Happurg)
* Mehrere Heringstäublingsarten sind aufgrund ihrer farblichen Übereinstimmungen mitunter sehr schwer voneinander zu unterscheiden. Ihr fischartiger Geruch, mal schwach, mal ausgeprägt, verfliegt beim Erhitzen. Alle Heringstäublinge sind gute Speisepilze.
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Foto: Endlich etwas in die Pfanne! Lange hat Sepp in diesem Jahr warten müssen, ehe ihm mit diesen acht Flockenstieligen Hexenröhrlingen und einem Perlpilz Ess- und Zählbares in den Korb ging. In Kürze geht er in 1300 Metern Höhe auf Steinpilze, Reifpilze und Pfifferlinge. (Foto © Sepp)
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Sepp schreibt am 20. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
nach einigen Tagen mit schweren Gewittern und starken Regenfällen machte ich mich heute voller Hoffnung auf den Weg zu einem kleineren Waldgebiet bei Miesbach.
Meine Erwartung auf Funde von Speisepilzen wurde nach der langen Trockenheit
mehr als erfüllt. Nach rund eineinhalb Stunden Suche lagen acht Flockenstielige Hexenröhrlinge und ein junger knackiger Perlpilz im Korb. Zirka ein Dutzend Flockis ließ ich stehen, weil sie bereits überständig waren. Andere Pilzarten waren allerdings noch nicht zu sehen.
Als nächstes werde ich Plätze auf 1300 M. ü.NHN im Bayerisch-Tiroler Grenzgebiet
aufsuchen. Dort oben hoffe ich in erster Linie auf Pfifferlinge, Reifpilze und Fichtensteinpilze.
Herzliche Grüße aus Bayern
Pilzfreund Sepp"

Foto: Leckerbissen im Hochsommer: Brätlinge halten der Hitze gut stand. "Wenn der Weizen gedroschen ist, sind sie da", sagte die Brätlingsliebhaberin Veronika Roider aus dem Bayerischen Wald in unserem Interview am 9. August 2002. In den heißeren Regionen Deutschlands ist die Weizenernte derzeit in vollem Gange - und schon findet Matthias zu seiner Freude die überaus köstlichen Pilze. (3 Fotos © Matthias/Happurg)
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Matthias aus Happurg schreibt am 13. Juli 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
ich war heute bei 33 Grad im knochentrockenen Wald. Die Brätlinge sind endlich da! Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie diese wunderbaren Pilze bei solchen Witterungsverhältnissen an genügend Wasser kommen. Für die Ausbeute auf dem Teller war ich ca. zwei Stunden im Fichten- und Kiefernwald unterwegs. Gelohnt hat es sich für diese Delikatessen aber allemal!
Es ist leider so, dass in den letzten zwei Jahren ca. 2/3 meiner Brätlingsplätze, darunter auch der ergiebigste, der extensiven Forstwirtschaft zum Opfer gefallen sind. Umso erfreulicher, dass ich heute endlich mal wieder eine neue Stelle entdecken konnte. Die Brätlinge scheinen hier gerade erst loszulegen. Wir hatten gestern beim Gassigehen auch schon Minifruchtkörper entdeckt, die erst noch ein bischen wachsen dürfen.
Viele Grüße und hoffentlich bis bald mit etwas mehr Regen
Matthias aus Happurg"

Foto: Drei wunderschöne Milchbrätlinge. Da ist Matthias sozusagen gerade im richtigen Moment gekommen.

Foto: Und dieser versucht sich unter Laub und Gezweig dürftig zu verstecken.

Sepp schreibt am 13. Juli 2026 zu dieser Collage:
"Hallo lieber Heinz-Wilhelm und Pilzfreunde,
leider ist bei der großen anhaltenden Hitze ohne erwähnenswerte Niederschläge momentan an Speisepilzen im Landkreis Miesbach absolut nichts zu finden.
Heute machte ich mich auf den Weg nach Gmund amTegernsee, um verschiedene Blattflechten zu fotografieren. Zufällig kam ich an dem alten Baumstumpf vorbei, wo ich am 18. Mai Schuppige Porlinge aufgenommen hatte und auch abgerissene und zertretene Fruchtkörper beklagen musste.
Heute jedoch war die große Anzahl von Fruchtkörpern sehr erfreulich, und fast nichts zerstört, siehe bei Fotocollage das Bild rechts oben.
Viele liebe Grüße aus Bayern,
Sepp"
(Collage/3 Fotos © Sepp)
Anmerkung: Schuppige Porlinge ernähren sich von krankem oder geschwächtem Holz bzw. deren Bestandteilen Zellulose und Lignin. Die Pilze sind damit kaum von Regenfällen abhängig.
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Foto: Frauentäublinge satt für Matthias. Er hat recht damit, dass sie hervorragende Speisepilze sind und sich sehr gut in diversen Salaten machen. (4 Fotos © Matthias/Happurg)
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Matthias aus Happurg schreibt am 21. Juni 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
wir haben Anfang vergangener Woche bei einer Gassirunde mit unserem Hund Malte eine Handvoll schöner Frauentäublinge gefunden.
Ich bin deshalb die Woche noch mehrmals los und habe sämtliche Plätze abgesucht. Wir haben hier einige Stellen mit Kalkbuchenwald, teilweise diverse Nadelgehölze, Eichen und Hainbuchen eingestreut, generell eher West- bis Nordhanglage. Meist waren es lichtere Stellen, wo ich überwiegend Frauentäublinge finden konnte.
Am Samstag gelang mir der größte Fund, siehe dazu das Bild mit den zwei überfüllten Tellern. Das Pilzvorkommen im Wald war deutlich größer. Ich musste wegen Madenbefall, Schneckenfraß und Trockenschäden allerdings stark aussortieren.
Täublinge sind einfach wunderbare Bratpilze und passen, scharf angebraten, aufgrund ihrer knackigen Konsistenz auch super auf grüne Salate.
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2 Fotos: Frauentäublinge decken eine große Farbpalette ab, wie das gilbende Exemplar links beweist. Rechts ein von den hohen Temperaturen und der Trockenheit aufgerissener Hut eines Frauentäublings. Ein durchaus häufiges Motiv, denn viele Täublingsarten sind Hochsommerpilze und somit der Hitze besonders stark ausgesetzt.
Andere Pilzarten habe ich übrigens wenige gesehen. Ein paar Wulstlinge und Dachpilze waren dabei und auch winzige Pfifferlinge, die aber bei der bevorstehenden Hitzewelle wohl keine Chance haben werden.
Vorhin beim Joggen auf der Houbirg* habe ich die ersten Pfeffermilchlinge gesehen. Diese sind bei uns eigentlich immer kurz vor den Milchbrätlingen da. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen kommt.
Viele Grüße und einen schönen Pilzsommer
Matthias aus Happurg"
* Bis zu 661m hoher Berg bei Happurg mit teilweise erhaltener, bis zu 10m hoher Wallanlage

Foto: Vierbeiner Malte gibt bei der Täublingswacht Meldung an den Vorgesetzten Matthias.

Foto: Voreilende Ackerlinge wachsen gerne in Nadel- und Holzstreu. Sie sind Folgezersetzer, schmecken bitterlich und können Magen-Darmbeschwerden hervorrufen.
Sepp schreibt am 15. Juni 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
angeregt von einigen Pilzfunden in anderen Bundesländern, machte ich mich heute zuversichtlich auf zu einem Kontrollgang in einem kleineren Mischwald in der Nähe von Miesbach.
Hier sind im ausgehenden Frühjahr erwartungsgemäß einige Täublingsarten wie Frauentäubling, Speisetäubling und verschiedene Ledertäublingsarten sowie Perlpilze, Flockis
und Lilaschuppige Pfifferlinge zu finden. Noch war von ihnen allerdings nichts zu sehen. Doch der Waldboden war gut durchnässt, so dass es bei entsprechendem Sonnenschein in etwa zwei Wochen losgehen könnte. Das hoffe ich jedenfalls.
Immerhin konnte ich zwei Nester mit jungen, allerdings minderwertigen Voreilenden Ackerlingen sowie einen Breitblättrigen Holzrübling (unverträglich, leicht giftig)
finden, die ich fotografiert hat.
Viele Grüße
Sepp aus Hausham"

Foto: Der Breitblättrige Holzrübling wird von der DGfM nicht für den Verzehr freigegeben, weil auch von ihm Fälle von Magen- und Darmproblemen bekannt sind. Mancher Pilzfreund verträgt ihn, wie er nach vorsichtiger Kostprobe weiß, und isst ihn folgenlos. Der häufige Pilz wächst - ebenfalls als Folgezersetzer - an bereits verrotteten Holzstümpfen oder an vergrabenem Totholz. (2 Fotos © Sepp)
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Matthias aus Happurg schreibt am 12. Juni 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute vor der Arbeit habe ich noch einen kleinen Abstecher in meinen Lieblings-Mischwald Nähe Grafenbuch gemacht. Es ist jetzt doch schon eine Weile feucht genug für Pilzwachstum. Gefunden habe ich zuerst einen Schwefelporling an einem alten Baumstumpf. Das Substrat war leider nicht mehr eindeutig zu bestimmen, es könnte sogar Fichte und damit der hier eher seltene Nadelholz-Schwefelporling gewesen sein. Die Fruchtkörper waren aber sowieso schon zu alt.

Neben einigen Scheidenstreiflingen und nicht mehr zu identifizierenden Täublingen habe ich auch noch Maipilze gesehen. Diese waren aber, obwohl noch festfleischig und madenfrei, leider schon etwas verfärbt und innen glasig. Nur der frische Gurkengeruch war noch vorhanden. Ich habe sie dann lieber im Wald gelassen.
Zu guter Letzt fand ich noch zwei schon etwas angefressene, aber noch feste Flockenstielige Hexenröhrlinge (Foto rechts). Die wird es heute Abend gut durchgebraten auf Butterbrot geben.
Auf dem Rückweg hat noch ein schönes Grüppchen von Helmlingen auf einem Buchenast auf mich gewartet. Ich musste sie natürlich unbedingt fotografieren, weil sie so unglaublich schön aussahen. Ich bin mit Helmlingen noch nicht so sattelfest, würde aber auf Gelbstielige Nitrathelmlinge tippen.
Vielleicht zeigt sich ja bei diesen noch nicht so sommerlichen Wetterbedingungen bald noch etwas mehr Pilzvielfalt.
Viele Grüße
Matthias aus Happurg"
Blau = ungenießbar
(3 Fotos © Matthias/Happurg)
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Foto: Wegen ihres Geruches nach Nitrat heißen diese gelbstieligen Helmlinge Gelbstielige Nitrathelmlinge. Sie wachsen als Folgezersetzer auf Totholz und sind ungenießbar.

Foto: Hier beobachtet der Trupp Gelbstieliger Nitrathelmlinge die lichte Waldrandpartie vom toten Buchenast aus.

Foto: Schwer zu sagen, an welcher verrottenden Baumart die Lungenseitlinge hier fröhlich und üppig wachsen. Matthias war das egal. Hauptsache, er fand im Holzstoß nebenan eine alte Plane, damit er die Pilze bei seinem Waldlauf abtransportieren konnte, siehe das Foto rechts.

Matthias aus Happurg schreibt am 4. Juni 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
die Zeit der Maipilze ist bei uns mittlerweile vorbei. Pfifferlinge und Hexenröhrlinge habe ich noch keine gefunden.
Heute beim Joggen auf einem unserer "Berge" habe ich ein schönes Vorkommen von Lungenseitlingen entdeckt. Die Pilze waren schon kurz davor, Trockenschäden zu erleiden. Ein Transportgefäß hatte ich leider nicht dabei. Es war also improvisieren angesagt, zumal sich gerade eine Schlechtwetterfront näherte.
Ich habe zum Glück ein Stück alte Kunststoffplane an einem vermoderten Holzstoß gefunden. So ist der Wald jetzt wieder ein winziges Stückchen sauberer und ich konnte die Pilze unversehrt mit nach Hause nehmen.
Liebe Grüße
Matthias aus Happurg"
(3 Fotos © Matthias/Happurg)
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Foto: Diese Perspektive vermittelt einen prima Eindruck, wie viele Lungenseitlinge an dem an dieser Seite bemoosten Stamm wuchsen.

Foto rechts: Ein nicht alltäglicher Anblick sind Stücke vom frischen jungen, panierten Schwefelporling auf dem Grill. Die leuchtend gelbe Schwefelfarbe verrät das noch junge Stadium der Schnitzel. Pilzfreund Stefan und seine Victoria bereiten sie hier zünftig zu. Ein toller Anblick!
Er entstammt einer wahren Pilz-Dynastie: der Vater und die Opas seien ebenso begeisterte Schwammelsucher gewesen wie sein Onkel, der Pilzberater ist. Und ein weiterer Onkel gehe ebenfalls leidenschaftlich zum "Büz suacha". Der Dialekt entstammt dem Landkreis Aichach-Friedberg, dem östlichsten im Regierungsbezirk Schwaben. Bei dem Fluss im Hintergrund könnte es sich demnach um die 134km lange Paar handeln, ein rechter Nebenfluss der Donau. Das Foto entstand am 23. Mai 2026.
Am 31. Mai hatte Stefan nochmal einen kapitalen Schwefelporling an einer Weide entdeckt, der aber leider schon überständig gewesen sei.
(Foto © Stefan)
1. Juni 2026
Hinweis: Wegen meiner zwischenzeitlich urlaubsbedingten Abwesenheit geht die Nachricht erst heute online (hwb)
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Foto: Diese Schuppigen (Stiel-)Porlinge waren kaum des Mitnehmens wert. Zu ihrem Speisewert gibt es hier mehr (Tageseintrag 29.4.2025 von Michi). (2 Fotos © Sepp)
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Sepp schreibt am 18. Mai 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute machte ich mich trotz bedrohlicher Regenwolken in Richtung Gmund am Tegernsee auf, um bei einem großen toten, abgebrochenen Baumstamm nach Schuppigen
Porlingen zu sehen. Ich wurde auch fündig (siehe Foto), aber leider lag am Boden schon ein erheblicher Haufen von zusammengetretenen Fruchtkörpern. Es liegt auf der Hand, dass es das Werk von Kindern vom nahe liegenden Spielplatz war.
Ich konnte noch ein Foto von einer außergewöhnlich dekorativen Flechte machen, vermutlich eine Lindenschüsselflechte, die rosettenförmig den Stamm einer Kiefer umschloss.
Übrigens, die sehr kleinen Mairitterlinge im Friedhof beim Brunnen sind leider alle verkümmert!
Liebe Grüße
Sepp"

Foto: Eine ausgesprochen schöne Flechte am Stamm einer Kiefer ist höchstwahrscheinlich diese Lindenschüsselflechte.

Foto: Ein kleines Zwischenlager für Maipilze, das Matthias außerhalb der Hecke, in der er sie gefunden hat, eingerichtet hat. Das 2. Foto zeigt einen Teil des beschriebenen Hexenringes; in dem bemoosten Baumstumpf steht noch ein weiterer Maipilz. (3 Fotos © Matthias aus Happurg)
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Matthias aus Happurg schreibt am 17. Mai 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
seit einer Woche sind endlich die Maipilze da. Ich hatte schon befürchtet, dass sie dieses Jahr ganz ausbleiben. Aber seit knapp drei Wochen ist das Wetter nun eher durchwachsen und hat endlich den sehnlichst erwarteten Schub ausgelöst.
Eine meiner besten Stellen, am Rande einer Streuobstwiese, bildet immer einen halben Hexenring aus. Das Problem ist nur, dass besagter Hexenring Jahr für Jahr immer weiter ins Gebüsch wandert. Ich musste dieses Jahr schon auf dem Bauch liegend ernten und außerhalb der Hecke eine Sammel- und Putzstelle einrichten.
Auch die Pilzmaden starten allmählich in die Saison und wollen ihren Anteil. Am Ende gab es aber über das verlängerte Wochenende trotzdem zwei ordentliche Pilzmahlzeiten.
Wenn das Wetter so weitermacht, gibt es bei uns sicherlich auch bald die ersten Hexenröhrlinge, Täublinge und Pfifferlinge. Ich bin gespannt.
Liebe Grüße
Matthias aus Happurg"

Foto: Zwei schöne, hochgewachsene Maipilze mit leicht gerilltem Stiel.

Foto: Sie sind erst ein bis zwei Zentimeter groß, die Maipilzwinzlinge, die Sepp am Brunnen auf dem Friedhof entdeckt hat. (Foto © Sepp)
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Sepp schreibt am 12. Mai 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
seit Anfang Mai habe ich bisher vergeblich meine Plätze nach Mairitterlingen abgesucht. Heute bin ich bei greislichem Wetter wie im vorigen Jahr auf unserem Haushamer Friedhof in in der Nähe vom Brunnen fündig geworden. Ich konnte einige Nester von noch sehr winzigen Fruchtkörpern mit einer Größe von ein bis zwei Zentimetern entdecken.
Ich bin gespannt, ob die Winzlinge noch weiter wachsen bei der Kälte, die momentan herrscht.
Liebe Grüße an Dich und alle Pilzfreunde
Sepp"

Foto rechts: Zufallsfunde von gleich mehreren Schwefelporlingen an diversen Weiden hat Peter gestern in den Isarauen bei Freising gemacht - und sich am größten Exemplar bedient. "Ein Spektakel fürs Auge und für den Gaumen", schreibt er dazu. (Foto © Peter)
11. Mai 2026
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Armin schreibt am 27. April 2026:
"Servus Heinz-Wilhelm,
heute ging ich (1. Foto rechts, Selfie mit Speisemorchel) auf die letzte Morcheltour des Jahres, und zwar erneut in einem Flussauengebiet im Landkreis Rottal-Inn, das ich noch nicht kannte.
Die meisten Speisemorcheln, die ich fand, waren entweder schon vertrocknet, schimmelig oder voller Maden; dazu unten ein Extra-Foto. Einen kleinen Teil an makellosen Speisemorcheln konnte ich dennoch mitnehmen (2. Foto rechts).
Gruß Armin"

2 Fotos: Die letzten schönen Speisemorcheln für dieses Jahr. Die Morchelsaison in den Inn-Auen ist so gut wie beendet. Es war ein sehr gutes Morcheljahr für Armin.

Foto links: Hier sehen wir schon deutlich überständige, teils schimmelige, durchweg gammelige Speisemorcheln. Pilze in diesem Stadium stinken stark nach Verwesung, was man meist schon riecht, wenn man sich ihnen nähert. (5 Fotos © Armin)
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Matthias aus Happurg schreibt am 25. April 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute war ich mit einem Freund, der unbedingt einmal mit zum Morcheln suchen mitkommen wollte, an einem Nordhang unterwegs. Der Erfolgsdruck war somit gegeben.

Zum Glück wurden wir tatsächlich an mehreren Stellen fündig. Am Wegrand an einem Gartengrundstück und auf einer Wiese mit eingestreuten Eschen und Obstbäumen fanden wir vorwiegend gelbe Speisemorcheln, die teilweise schon Trockenschäden hatten und angefressen waren.
In einer Art offenem Auwald mit Eschen, Eichen, Ahorn und Weißdorn gab es noch einmal eine gute Portion von überwiegend grauen Morcheln in deutlich besserem Zustand. Die Sonne kam hier einfach noch nicht so stark am Boden an. Es sind fast immer die Stellen weit oben am Berg, wo das Wasser aus den Hängen drückt und der Boden dadurch einigermaßen feucht ist.
Nach wieder gut zwei Dutzend Speisemorcheln und drei weiteren neuen Fundstellen kann die Morchelsaison nun gerne ausklingen.
Liebe Grüße
Matthias aus Happurg"
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2 Fotos: Etwas dunklere Speisemorcheln aus einem andeutungsweise offenen Auwald (links), die einen frischen Eindruck machen. Rechts hellere Speisemorcheln von einer Streuobstwiese, die mehr dem Sonnenlicht und den Schnecken ausgeliefert waren. (3 Fotos © Matthias/Happurg)
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