Pilz-Ticker-Thueringen



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Thüringens




Bad Lobenstein: Rotkappen mit Turbo, Perlpilze zu Tausenden und ein sehr seltener Speisepilz an einer Rosskastanie


Foto: Aus der kleinen Runde wurde eine große, aus dem leichten Pilzkorb schnell ein schwerer. Wolfgang hat Pilze über Pilze gefunden. Am auffälligsten sind die für die Jahreszeit unzähligen Maronenröhrlinge. Ein Gesamtfund, fast wie im hohen Herbst!  (4 Fotos © Wolfgang)

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Wolfgang schreibt am 5. Juli 2020:

»Guten Abend Heinz Wilhelm,

gestern wollte ich eigentlich nur einen kleinen Kontrollgang an meine Rotkappenstelle bei Bad Lobenstein machen. Aber aus der geplanten kleinen Runde ist dann doch eine große Sammeltour geworden.

Bei den Rotkappen hat der Turbo gezündet, der ganze Fleck stand voll, die ganz kleinen blieben stehen, ich werde sie Anfang der Woche nachlesen.

Einmal auf den Geschmack gekommen, war ich neugierig, was an meinen anderen Pilzstellen los sein würde und begann eine große Runde. Nach zwei Stunden war ich wieder am Auto - und der Korb voll.

Die Perpilze wachsen zu Tausenden, und in einem Fichtenwald standen auf engstem Raum Maronen, viele jung und kerngesund. Zwischendrin Graue Wulstlinge, ein paar Pfifferlinge und einige Speisetäublinge.

Dann kamen auch die ersten Steinpilze dazu, leider trotz ihrer Jugend schon verdorben.

Dann überraschend ein Fleck mit Kupferroten Gelbfüßen, die es sonst eigentlich erst ab August gibt. Die Rotfußröhrlinge sind allesamt total vermadet, die Flockis hatten alle schon reichlich Schneckenbesuch.

Zum Schluss noch die letzten Reifpilze in den Korb - und zurück ging’s zum Auto.

Liebe Grüße aus Bad Lobenstein von Wolfgang«

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Sehr selten: Wollige Scheidlinge





Foto: Einen sehr seltenen Fund hat Wolfgang in Ebersdorf, ein Ortsteil der Stadt Saalburg-Ebersdorf im Saale-Orla-Kreis, gemacht: am Stumpf einer Rosskastanie entdeckte er einige Wollige Scheidlinge.

Diese essbaren Totholz- oder Lebendholzverzehrer (nur an Laubbäumen) sind stark gefährdet. Sie gehören zur Gattung der Scheidlinge (Volvariella) innerhalb der Familie der Dachpilzverwandten (Pluteaceae).

Ihre weißen Hüte sind, wie auf dem ersten Foto rechts zu sehen, schön regelmäßig kegelig und mit radialen, weißwolligen Fasern dicht bedeckt. Der Stiel steckt in einer Basalknolle, die außen dunkler ist als die Stielfarbe. Ihr Myzel ist sehr widerstandsfähig gegen Fröste.

Der Geruch und Geschmack dieser Pilze ist leicht rettichartig. Mehr über diesen seltenen Pilz hier, hier und hier.

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Foto: Hier sind die Wolligen Scheidlinge noch einmal komplett am Stumpf der Rosskastanie zu sehen. Die Pilze greifen bevorzugt geschwächtes Lebendholz an, wachsen meist aus Infektionsstellen wie Stammwunden oder Astabbrüchen, weshalb sie ebenso im höheren Bereich eines geschwächten Laubbaumes auftauchen.

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Jürgen & Thomas: Getrennt sammeln für gemeinsame Freude an den Pilzen


Jürgen schreibt am 3. Juli 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute hat es endlich mal geklappt mit einem Pilzausflug in die Wälder von Bad Blankenburg auf Einladung meines Kumpels Thomas. Der Regen der letzten beiden Tage hat offensichtlich Wirkung gezeigt, wie unsere heutige Ausbeute belegt.*

Bei Thomas (1. Foto rechts) umzingeln die Rotkappen die Steinipilze, den Sandpilz, einen Flocki, die Marone und zwei kleine Pfifferlinge.

Dem Steinpilz (2. Foto rechts) hatte es scheinbar auf unserer Erde nicht so recht gefallen, denn nachdem er die Erde durchbrochen hatte, überlegte er es sich anders und wuchs mit der Kappe wieder in den Boden zurück.

Ich selbst war mit meiner Ausbeute (Foto unten) ebenso zufrieden. Neben den Rotkappen fand ich noch einige kleine Pfifferlinge, einen Sandpilz, einige Perlpilze sowie einen Steinpilz. Der große auf dem Bild genoss scheinbar ungestört sein Rentnerdasein.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«

(2 Fotos © Thomas)

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* Das Wachstum von Waldpilzen wird nach Regen erst nach einer Dauer von acht bis 12 Tagen in Gang gesetzt. Die hier gefundenen Pilze gehen demnach auf frühere Regenschauer zurück. Mehr dazu hier.


Foto: Auch Jürgen, der für Kumpel Thomas stets die Durchgabe seiner Funde an unsere Internetseite übernimmt, war mit diesem seinem Fund mehr als zufrieden. (Foto © Jürgen)

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Eine tolle Nachlese in der Eisenacher Drachenschlucht


Foto: Eine stolze Nachlese von Sommersteinpilzen in der Drachenschlucht bei Eisenach hielten Stefanie und Moritz. In einem anderen Wald fanden sie später noch Hainbuchenraufüße und Pfifferlinge. Es war erneut ein toller Waldtag! (3 Fotos © Stefanie)

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Stefanie schreibt am 1. Juli 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute waren Moritz und ich mit unserem Hund Ali unterwegs, zwecks Nachlese an den Steinpilzplätzen. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Zwar war die Ausbeute in der Drachenschlucht nicht so üppig wie vergangene Woche, dafür wuchs aber die Vielfalt im Korb.

Neben Sommersteinpilzen fanden wir Pfifferlinge, Schwarzblauende Röhrlinge, einen Netzstieliegen Hexenröhrling und zwei Frauentäublinge. Nachdem Moritz die Täublinge perfekt zuhause bestimmte, landeten sie zum ersten Mal auf unserem Teller (als Topping zu selbstgemachten Spaghetti, umhüllt von Portwein-Sahne-Soße mit leckeren Waldpilzen).

Später ging es dann noch in unserem Lieblingswald am Rande von Eisenach. Hier war im Fichtenwald noch gähnende Leere, jedoch ließen uns die Sommersteinpilze nicht im Stich. Eine erneut stattliche Anzahl wurde direkt am Bach gefunden und vor Ort geputzt.

Auf dem Rückweg begegneten uns noch eine Handvoll Pfifferlinge für das morgendliche Omelett, circa 15 Hainbuchenraufüße und ein Birkenpilz.

Anhand der Steinpilzbilder kann man schön die beiden bevorzugten Baumarten - Buche (1. Foto rechts) und Eiche (2. Foto rechts) - erkennen.

Wir hoffen nun auf erneuten Regen und lesen begeistert die anderen Artikel aus ganz Deutschland.

Liebe Grüße, Steffi, Moritz und Ali«


Da staunt Jürgen: Bei Bad Blankenburg rennen die Rotkappen seinem Kumpel Thomas hinterher


Foto: Der beste Fund des Jahres bislang für Thomas! Auch seine Pilzplätze, an denen er in den vergangenen zwei Jahren ohne Erfolg blieb, meinen es dieses Jahr gut mit ihm. »Die Rotkappen scheinen ihm richtig nachzurennen«, urteilt sein Kumpel Jürgen mit Blick auf das zweite Foto. Sollten es vielleicht sogar die sehr seltenen Fichtenrotkappen sein? (2 Fotos © Thomas)

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Jürgen schreibt am 30. Juni 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war ich selbst einmal in meinem Revier nahe Stadtilm, nachdem ich im Ticker die Funde der anderen, besonders den letzten von Heike aus dem Eichsfeld, verfolgt habe.

Doch zu meinem Erstaunen fand ich bis auf einen Pfifferling, eine Marone, zwei Hexen und zwei Perlpilzen absolut nichts!

Deswegen staune ich über die Ausbeute meines Kumpels Thomas aus Bad Blankenburg. Er war heute an seinen Stellen, die er die letzten Jahre öfter inspiziert hatte, ohne dort 2018 und 2019 irgend etwas gefunden zu haben. Ganz anders dieses Mal!

Die Rotkappen (Foto rechts) scheinen ihm richtig nachzurennen! Auch der Rest kann sich sehen lassen: es gab für ihn einige Steinpilze, drei Sandpilze, zwei Flockis und die ersten Pfifferlinge.

Jetzt fehlt aber schon fast wieder der Regen, aber der soll ja diese Woche laut Wettervorschau noch kommen.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«


Bitte beachtet auch die am 29. Juni 2020 nachgereichte Nachricht von Steffis Sommersteinpilz-Funden vom 25. Juni 2020 weiter unten


Ein Traum von einem Fund nach zwei totalen Ausfalljahren:

Die Sommersteinpilze standen da wie gesät: »Eine große Freude für uns!«


Foto: Ein geradezu poetischer Anblick nach zwei komplett ausgefallenen Pilzjahren im nördlichen Eichsfeld ist dieser Prachtteller (50cm Durchmesser!) voller Sommersteinpilze. Heike hat sie gestern mit Dieter gefunden, musste wegen der Menge sogar noch einmal nach Hause und einen Korb nachholen. Das Bild zeigt nur einen Teil aller gefundenen Sommersteinpilze! (5 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 29. Juni 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

gestern früh sind wir auf eine kleine Runde in den Wald gegangen. Wir hatten ja vor genau 2 Wochen ein paar wenige Gewittergüsse, die sich nun ausgezahlt haben.

Was soll ich sagen? De Sommersteinpilze sind da! Sie standen gestern früh wie gesät (z. B. wie auf dem Foto rechts). Nach der ausgefallenen Morchelsaison ist dies natürlich eine große Freude für uns gewesen.

Wo man auch hinsah, überall schauten sie aus dem Buchenlaub hervor, versteckt im dunklen dichten Buchenjungaufwuchs. Dabei sind sie erst an wenigen meiner Topstellen aufgetreten, sondern fanden sich auch an Flecken, wo in den letzten Jahren kein einziger zu finden war.

Lernen für den Jagdschein erschwert die Nachlese

Unser Problem: ich hatte nur einen Stoffbeutel dabei. Der war schnell voll. Also ging es noch einmal nach Hause, um einen Korb zu holen. Nun muss ich zusehen, dass ich noch einmal zur Nachlese auf die Schnelle dort hinkomme.

Leisten kann ich es mir derzeit eigentlich nicht. Ich lerne nämlich jede freie Minute für den Jagdschein. Aber ich werde schauen, wenn unser kleiner Spatz da ist, also unser Enkel, dann wird es irgendwie passen. Dann gehen wir in den Wald. Da läuft dann nämlich eh nichts mit Lernen.


Foto: Welch ein wunderschönes Stillleben, welch ein herrliches Quartett! Lange, lange haben Heike und Dieter auf einen Anblick wie diesen warten müssen. Die zweieinhalb Jahre anhaltende Trockenheit hat das nördliche Eichsfeld schwer getroffen, ganze ausgedehnte Waldlandschaften müssen neu aufgeforstet werden.

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Neben den Sommersteinpilzen fanden sich erste Blasse Laubwaldpfifferlinge, die leider, kaum schauen sie aus dem Laub heraus, direkt vertrocknen. Daneben gab es Riesenscheidenstreiflinge, Lungenseitlinge, erste Frauentäublinge und einige Perlpilze.

An meiner Eichhasenstelle ist noch nichts sichtbar. Es sollte seit Samstag bis heute jeden Tag Gewitter geben. Es gab natürlich mal wieder keinen einzigen Tropfen. Dabei wäre Wasser so dringend nötig. Ich hoffe sehr, dass es bald mal wieder regnet.

Auf dem Foto mit dem großen Präsentierteller von über 50 Zentimetern Durchmesser sind nur einige Steinis von unserem wirklich tollen Fund zu sehen.  

Herzliche Grüße an Dich, lieber Heinz-Wilhelm, und an alle Pilzsammler!

Heike und Dieter«

Stefan vom Pilz-Ticker Hessen schreibt spontan:

»Ich freue mich, von Heike und ihrem prächtigen Fund zu lesen! Gestern habe ich noch an sie gedacht. Super! ;-)«

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Foto: Was mag in Heike wohl vorgegangen sein, als sie nach ihren Ausfalljahren der Pilze plötzlich wieder solche herrlichen Motive wie dieses entdeckte?

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Foto: Und weil's so schön war, noch einmal ein Stillleben mit elf Sommersteinpilzen im Laub. Diesen Fund gönnen wir Heike nach ihrer langen Leidenszeit von Herzen!

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Fast täglich holt Thomas schöne Röhrlinge aus seinen Bad Blankenburger Wäldern ab


Foto: Ein schöner Röhrlingsfund für Thomas: wir sehen links junge knackige Rotkappen, rechts nicht minder schöne Sandröhrlinge und unten eine kernige Flockenstielige Hexe. (Foto © Thomas)

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Jürgen schreibt am 29. Juni 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

jetzt zieht es den Thomas fast täglich hinaus in den Wald. Sein hier gezeigter Fund aus den Wäldern bei Bad Blankenburg kann sich sehen lassen; die Rotkappen scheinen sich momentan so richtig wohlzufühlen.

Ich selbst würde auch gerne mal losgehen, habe aber leider zu wenig Zeit.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«


Bad Lobenstein: Erstaunlich frühe Vielfalt, bereichert durch Reifpilze


Foto: Ein beachtlicher Fund für Wolfgang, den er bei Bad Lobenstein machte. Neu für dieses Jahr ist der Fund von Reifpilzen, die wir oben rechts in der Ecke sehen. (2 Fotos © Wolfgang)

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Wolfgang schreibt am 26. Juni 2020:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

heute habe ich wieder zwei Streifzüge durch mein Revier um Bad Lobenstein gemacht.

Morgens fand ich am Wegesrand einen wunderschönen Kiefernsteinpilz, gleich daneben noch zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge. Dann hat mich ein Telefonat aus dem Wald vertrieben.

Nachmittags bin ich noch eine gute Stunde durch den Wald gestreift, um einige meiner Lieblingsplätze aufzusuchen. Schon der erste Standort, ein schattiger Waldweg, trug mir einige junge Flockis, dazu den ersten Fichtensteinpilz und einige Speisetäublinge ein.
Die Perlpilze hingegen waren bereits überständig.

Besser sah es an meinem Rotkappenplatz aus, wo alle Exemplare in einem guten Zustand waren (z. B. Foto rechts). Viele Graue Wulstlinge und Perlpilze fanden ebenfalls Platz im Korb.

Auf dem Weg zurück zum Auto sollte es noch eine Überraschung geben. Wie schon im vergangenen Jahr stieß ich hier erneut auf eine Gesellschaft von cirka 50 Reifpilzen, von denen die meisten allerdings schon zu alt waren.

Ansonsten gab es Maronen, Pfifferlinge, Rotfußröhrlinge, Orangerote Graustieltäublinge, die ausgesprochen wohlschmeckende Nadelwaldpilze sind, einen Pfefferröhrling und einen letzten Mairitterling.

Zwei Pappelraufüße hatten neben meinem Besuch bereits den von Schnecken gehabt, waren aber noch zu gebrauchen.

Die Vielfalt so zeitig im Jahr lässt auf ein gutes Pilzjahr hoffen!

Liebe Grüße aus Thüringen von Wolfgang«




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Überraschung in der Eisenacher Drachenschlucht


Foto: Mit so vielen guten Sommersteinpilzen hatten Steffi, Moritz und Thomas niemals gerechnet. Sie waren gar nicht auf Pilzfunde eingestellt. (4 Fotos © Stefanie)

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Stefanie über ihren Fund vom 25. Juni 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nach dem trockenen Frühling freuten sich Moritz und ich sehr über den teilweise sehr ergiebigen Regen Anfang Juni.

Nachdem die ersten beiden Pilzgänge noch wenig erfolgreich waren, fanden wir in der letzten Woche unsere ersten Pfifferlinge an einer neuen Stelle in unserem Lieblingswald.

Vielleicht lag es auch an unserem Glücksbringer Thomas, der uns für drei Tage besuchte. Am Donnerstag spazierten wir zu Dritt durch die Eisenacher Drachenschlucht. Gar nicht auf Pilze eingestellt und daher ohne Korb und Messer, jedoch immer mit Stoffbeutel unterwegs, trauten wir beim Abstieg von der Hohen Sonne unseren Augen kaum.


Foto: 3 schöne Sommersteinpilze im Familienverband.


Die Sommersteinpilze schienen förmlich zu sprießen. Es war kein Pilze sammeln, sondern ein Pilze einsammeln. Direkt am Weg, in Grüppchen von vier bis zu neun Pilzen, fanden wir in kürzester Zeit über 30 Sommersteinpilze. Wie bei den anderen Funden schon zu lesen war, waren auch bei uns, bis auf wenige Ausnahmen, die Stiele leider alle madig. Abgerundet wurde unsere Pilztour noch durch eine Handvoll Schwarzblauende Röhrlinge und einige Rotfüße.

Wir werden die nächsten Tage diese neue Goldgrube nochmals inspizieren und natürlich auch unseren Lieblingspilzplatz wieder besuchen.

Liebe Grüße an alle Sammler, Steffi und Moritz

PS: Wir freuen uns sehr über Heikes tolle Funde!«

(Nachgereicht am 29. Juni 2020)

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Foto: Diese Pfifferlinge stammen von Steffis und Moritz' neuer Lieblingsstelle. Sie hatten sie in der 25. Kalenderwoche des Jahres gefunden.

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Bad Blankenburg: Endlich die ersehnten Steinpilze für Thomas


Foto: Thomas konnte sich an seinem Röhrlingsplatz bei Bad Blankenburg endlich über seine ersten Steinpilze (vorne) freuen. Die zwei Senioren im Hintergrund hätten sich aus Altersgründen vielleicht den Verbleib im Wald verdient gehabt. Ansonsten eine schöne Sammlung! (Foto © Thomas)

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Jürgen schreibt am 25. Juni 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

Thomas war heute wieder im Wald, es scheint jetzt in der Gegend um Bad-Blankenburg richtig loszugehen.

Die Pilze auf dem Foto stammen alle von dem Platz, wo er bereits vor drei Tagen erfolgreich war. Neu im Sortiment sind erfreulicherweise die ersten Steinpilze, die vorne im Bild zu sehen sind. Auch ein Pärchen ist dabei. Rechts die Gruppe sind Sandpilze, bei denen man allerdings auf Madenbefall achten muss. Der Rest sind Rotkäppchen - vom Wolf aber keine Spur.

Mit freundlichen Grüßen«


Goldgräberstimmung auf dem Rudolstädter Hainberg:  Da hatten Jürgen und seine Frau aber zu schleppen!


Foto: Ein großer Teller voller herrlicher Mischpilze. Besonders zu beachten ist die Größe der Nelkenschwindlinge (unten links). Was Jürgen wohl aus all dem gezaubert hat? (2 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 24. Juni 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nach meinem gestrigen, vier Stunden und 12 Kilometer langen Spaziergang mit meiner Frau auf dem Hainberg über Rudolstadt lässt sich sagen: Der Regen war goldrichtig und Gold wert.

Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir fanden jede Menge Goldröhrlinge, aber auch die ersten Pfifferlinge, einige Frauentäublinge, sehr schöne und große Nelkenschwindlinge, zwei Elfenbeinröhrlinge, einen knackigen Pfefferröhrling, zwei Perlpilze, die ersten Butterröhrlinge, Sandpilze (Sandröhrlinge) und einen guten Sommersteinpilz. So kann es weitergehen.

Beste Grüße aus Rudolstadt, Jürgen«


Foto: Ein für den Juni gewaltiger Fund! Wir sehen im Vordergrund unzählige Goldröhrlinge, hinten den oben gezeigten Teller voller Mischpilze. Mengenmäßig ist es der in diesem Jahr bislang größte Fund auf dieser Website. Respekt, Jürgen!





Die schönen Rotkappen und Sandpilze hatten sich alle zusammen auf einem Waldplatz versammelt


Jürgen schreibt am 22. Juni 2020:

»Hallo Heinz- Wilhelm,

heute zog es Thomas aus Bad-Blankenburg wieder in den Wald.

Der Wald ist  schon wieder sehr trocken, nur an einer einzigen, scharf umrissenen Stelle fand er seine Pilze, schöne Rotkappen und Sandpilze (Sandröhrlinge), siehe das Foto rechts. Wäre er an diesem Platz, cirka 100 Quadratmeter groß, vorbeigelaufen, so hätte er garantiert nichts gefunden.

Von Hexenröhrlingen, die er noch in der Vorwoche ernten konnte, keine Spur mehr. Und von den langersehnten Pfifferlingen noch keine Spur.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«

(Foto © Thomas)

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Aufmarsch der Röhrlinge bei Bad Blankenburg


Jürgen schreibt am 16. Juni 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

der Regen  der vergangenen Tage in Verbindung mit den feuchtwarmen Temperaturen hat den Pilzen in unseren Thüringer Wäldern sichtlich gutgetan, wie das Foto von Thomas aus Bad-Blankenburg zeigt. Wir sehen Rotkappen, Sandröhrlinge, Flockenstielige Hexenröhrlinge und wohl einen Birkenpilz (im Uhrzeigersinn).

Es fehlen eigentlich nur noch die Steinpilze und Pfifferlinge, um das Pilzglück vollends werden zu lassen, aber die werden bestimmt auch bald zum Vorschein kommen, das Wetter soll ja mitspielen.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«

(Foto © Thomas)

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Zwei sehr schöne Flockis für Thomas auf seiner ersten Jahresrunde bei Bad Blankenburg


Foto: Immerhin, zwei sichtlich knackige Flockenstielige Hexenröhrlinge hat Thomas bei seinem ersten Inspektionsgang um Bad Blankenburg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gefunden. (Foto © Thomas)

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Jürgen schreibt am 9. Juni 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

mein Freund Thomas aus Bad Blankenburg war heute das erste Mal zu einem Kontrollgang in seinem Revier um Bad Blankenburg. Obwohl es die letzten Tage immer mal etwas geregnet hatte, ist es relativ trocken im Hochwald.

Deshalb beschränkte er seine Suche mehr auf die Waldwege, doch auch hier war kaum etwas zu finden - außer zwei schönen Flockenstieligen Hexenröhrlingen, die das Foto zeigt.

Es müsste jetzt mal anhaltend und durchdringend regnen, damit die frühen Röhrlinge ihren Durchbruch haben.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen«


Die ostthüringer Maipilze haben es sich dieses Jahr lange überlegt


Foto: Sie sind sehr spät dran in Ostthüringen, die Maipilze. Doch immerhin sind sie überhaupt gekommen. Nicht nur in weiten Teilen Thüringens, allgemein blieben sie dieses Jahr wegen der Trockenheit aus. (Foto © Wolfgang)

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Wolfgang schreibt am 28. Mai 2020:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

die Morchelsaison ist aufgrund der Trockenheit zumindest in Ostthüringen ausgefallen. Nach den Regenfällen in der letzten Woche habe ich beschlossen, einen Blick auf meine Maipilzstelle zu werfen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Sie standen in kleinen Gruppen, von ganz jung bis überständig. Ein Teil war leider schon vermadet, trotzdem blieb noch ein leckeres Abendessen für drei Personen übrig.

Letztes Jahr gab es an gleicher Stelle auch Schlehenrötlinge, von denen aber bislang jede Spur fehlt. Einzig ein schon stark verwurmter Birkenpilz, der sehr zeitig im Jahr antrat, und ein winziger Schmutziger Rötelritterling standen noch am Waldrand.

Ansonsten bleibt nur zu hoffen, das der gestrige und heutige Regen die Rotkappen und Hexenröhrlinge zum Wachsen ermuntert.

Liebe Grüße aus Bad Lobenstein von Wolfgang«


Nördliches Eichsfeld: Heikes Hindernisparcour im Land der Schwefelporlinge


Heike schreibt am 13. Mai 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

da bin ich wieder. Seit gestern hat uns der volle Alltag wieder. Es gibt viel zu tun. 

Auf dem Weg zu einem Kundentermin blitzte mich rechter Hand aus dem Augenwinkel wieder einmal etwas Knallgelbes an. An dieser Stelle fahre ich fast täglich vorbei. Aber noch nie siedelte an dieser Weide ein Schwefelporling!

Ich erfüllte zunächst meine berufliche Pflicht und hielt auf dem Rückweg in der Nähe des Standortes an. Aber Scheibenkleister - ein Bach, der mich vom Baum trennte, war nicht zu überwinden. Na gut, ein Stück weitergefahren und in Richtung des Baumes gelaufen. Ca. 10 Meter vor dem Ziel sah ich meinen anvisierten Pilz schon leuchten. Problem: der nächste Bach als Naturhindernis!

Es gab aber eine einzige Stelle, an der ich über einige Steine trockenen Fußes ans andere Ufer gelangen konnte. Dann musste ich dieses wahre Prachtexemplar (Foto rechts) erst einmal bewundern.

Sie wachsen an unzähligen Bäumen

Der Pilz prangte an einer alten, prächtigen Weide. Ein riesiger Schwefelporling war das, rund 1,50 Meter hoch wuchs er, seine breitesten Partien maßen wohl gut 60 Zentimeter. An weiteren Stellen des Baumes, die ich nicht fotografisch festhielt, quellen weitere Fruchtkörper hervor.

Das Omen nimmt seinen Lauf, denn die Schwefelporlinge quellen hier derzeit an unzähligen Bäumen hervor. Das habe ich in solcher Quantität noch nie erlebt.

Übrigens, von dem viel versprochenem Regen am Wochenende haben wir 13 Millimeter Niederschlag abbekommen. Ich bin gespannt, ob die ersehnten Frühpilze reagieren werden. Anbei ein Foto des selten schönen Schwefelporlings. 

Herzliche Grüße Heike & Dieter«

(Foto © Heike)

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Reichlich bester Schwefelporling, Bärlauchbutter und Grüner Spargel - der Frühling bittet Heike & Dieter zu Tisch


Foto: Welch ein leckerer Frühling! Die Nuggets vom Schwefelporling, schön dekoriert mit Grünem Spargel, Ei, Bärlauchbutter und -blüten sowie mit Drillingen, also Kartoffeln von nur geringer Größe. (2 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 6. Mai 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute möchte ich mich auch einmal wieder melden. Leider sind der März und April bei uns im Eichsfeld staubtrocken geblieben. Im April fielen ganze 5 mm Niederschlag.

Somit fiel auch in diesem Jahr die Morchelsaison aus. Es gab jedoch einige Böhmische Verpeln Anfang April, die noch vom Niederschlag im Februar und Anfang März profitieren konnten. 

Am Wochenende machten wir uns auf, um noch einmal Waldmeister, Bärlauchblüten und einiges weitere an Kräutern zu sammeln. Mit auf dem Plan standen auch diverse Bäume, die den Schwefelporling tragen.


Foto: Ein prachtvoller Schwefelporling, noch jung, zart und frisch, dabei schon ausgesprochen üppig. So möchte man ihn für die Küchenverwertung finden!


Gleich der erste aufgesuchte Baum bescherte uns Erfolg. Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen, was man ihm bekanntlich ja nachsagt. Der Schwefelporling hatte eine beachtliche Größe, er war nämlich über 60 Zentimeter breit. Noch jung und frisch, quoll er voller Kraft aus dem Baum heraus. Circa die Hälfte ernteten wir, was stolze drei Kilogramm ergab. Allein zwei Kilo bekam unser Nachbar ab. 

Der Schwefelporling wurde in Panko (Paniermehl nach asiatischer Art) paniert und zu Nuggets ausgebacken. Dazu gab es einfach grünen Spargel, Ei, Drillinge und Bärlauchblütenbutter. Lecker war es!

Herzliche Grüße aus dem Eichsfeld und einen guten Start in die neue Pilzsaison 

wünschen Dir, lieber Heinz-Wilhelm, und allen Lesern 

Heike & Dieter«

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Der Rudolstädter April verabschiedet sich mit Stockschwämmchen


Jürgen schreibt am 30. April 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

der April in Rudolstadt verabschiedete sich mit den ersten knackigen Stockschwämmchen an einem Eschenstumpen im Auwald der Saale.

Einen schönen Mai wünscht Dir Jürgen«

(Foto © Jürgen)

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Und wieder erstaunen Jürgen drei Märzschnecklinge


Jürgen schreibt am 19. April 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

trotz großer Trockenheit habe ich bei meinem gestrigen Abendspaziergang am Hain wieder drei Märzschnecklinge (Foto rechts) gefunden. Der Standort: alter, lichter Kiefernwald und eine ca. zwei Meter hohe Abbruchkante zu einem Steilweg mit Lehm, Sand und Moos.

Einen Pilz fand ich tatsächlich, nachdem ich ein lockeres Stück Moos angehoben habe, d.h., der Pilz wäre ansonsten nicht zu entdecken gewesen. Exakt an dieser Stelle finde ich ziemlich regelmäßig vom Spätsommer bis in den ganz späten Herbst hinein viele Butterröhrlinge (Butterpilze). Vielleicht ist das ja ein Hinweis für andere Interessenten an Märzschnecklingen.

Beste Grüße aus Rudolstadt, Jürgen«

(Foto © Jürgen)

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Rudolstadt/Hain: Ein einsamer Frühaufsteher aus dem Reich der Röhrlinge

Jürgen schreibt am 15. April 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war gestern wieder mal auf Pirsch, aber ohne jede Erwartung, weil es bei uns seit vier Wochen nicht mehr geregnet hat und es vor zwei Wochen mehrere Tage hintereinander nochmals richtig strenge Frostnächte mit bis zu minus 8 Grad gegeben hat.

Umso erstaunter war ich über den gestrigen einzigen Fund: mitten auf einem sonnigen Waldweg auf dem Hain, dies ist der Berg, auf dem die Heidecksburg steht, stand ein stattlicher Butterröhrling (Butterpilz). Und zwar gesund, knackig und als buchstäblicher Frühstarter.

Beste Grüße aus Rudolstadt, Jürgen«


2 Fotos: Butterpilze wie dieser sind bekannt für ihre Ungeduld. Sie erscheinen nicht selten sehr früh im Jahr. Diese hier (Tageeintrag 18. April) erschienen z. B. vor vier Jahren fast auf den Tag wie der hier gezeigte, zwei Jahre zuvor hatte Pilzberater Peter Rohland in der letzten April-Woche ein ganzes Nest von ihnen (Tageseintrag 26.4.2014) in der Dübener Heide entdeckt. (2 Fotos © Jürgen)

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Ein sehr seltener, vielleicht einzigartiger Fund des Märzschnecklings bei Rudolstadt


Foto: Ein wahrhaft seltener Fund der legendären Märzschnecklinge (Märzellerlinge, Schneepilze) gelang Jürgen bei Rudolstadt. So weit nördlich ist dieser südliche lichtscheue Pilz extrem selten! Die Pilzart schmeckt, wie Jürgen treffend beschreibt, ausgezeichnet.

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Jürgen meldet am 3. April 2020 einen Fund vom 24. März 2020:

»Sehr geehrter Heinz-Wilhelm,

ich besuche Deine Webseite seit gut einem Jahr ziemlich regelmäßig und mit großem Vergnügen und Zugewinn an Wissen. So hatte ich zum Beispiel vom Schneepilz oder Märzschneckling noch nie etwas gehört.

Das dürfte auch daran liegen, weil ich vor dem Fund Deiner Seite im Frühling oder Winter nie einen Gedanken an Waldpilze verschwendet habe. Nun in den Corona-Zeiten darf man ja eigentlich nur noch in den Wald, weil dort Massenansammlungen von Menschen eher die Ausnahme als die Regel sind.

Und was soll ich sagen: Ich habe doch am 24. März an zwei Stellen fünf Märzschnecklinge gefunden und drei Tage später nochmal zwei Exemplare. Die Fundorte sahen genauso aus wie die mir bekannten Bilder. Die Pilze waren vollkommen unter Kiefernnadeln verborgen, nur ein Kopfteil, das ich zuerst für ein grauschwarzes Birkenblatt gehalten habe, war zu sehen.


Foto: Und hier sehen wir die fünf gefundenen Exemplare von oben. Meist zeigen sie sich in lebhaft unterschiedlichen Grau-Braun-Schwarz-Tönen, seltener weißlich. (2 Fotos © Jürgen)


Zum Fundstandort lässt sich sagen: Rudolstadt, Roter Berg, ca. 450 üM, alter lichter Kiefernwald, durchsetzt mit einigen wenigen Birken, Muschelkalk, Südhanglage. Geschmeckt haben die Pilze sehr gut - bissfest und an Steinpilze erinnernd.

Beste Grüße aus Rudolstadt, Jürgen«


Lieber Jürgen,

das ist ja mal eine Pilznachricht! Vor allem deshalb, weil nach meinem Wissensstand europaweit Plauen im Vogtland als der nördlichste Standort des Märzschnecklings (Märzellerlings) gilt. Rudolstadt aber liegt gut 20 Kilometer nördlicher. Auf jeden Fall ist dieser Fund eine mindestens kleine mykologische Sensation! Glückwunsch - und den Platz für die Folgejahre bitte gut merken.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Markanter Beginn der Winterpilzsaison in Heikes Eichsfelder Wäldern


Foto: Mit diesem schönen Fund bester Austernpilze und einer Handvoll Samtfußrüblinge ist in Heikes Wäldern die Saison der Winterpilze eröffnet. Dass viele der im Eichsfeld infolge Trockenheit abgestorbenen Laubbäume nun potentielle Wirte für diese Pilzarten sind, ist allerdings nur ein kleiner Trost. (4 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 17. November 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ja, heute ging es noch einmal in den Wald der Sommersteinpilze und Herbsttrompeten & Eichhasen. Wir wollten schauen, ob eventuell doch noch Semmelstoppelpilze gekommen sind.

Leider nicht, sie blieben dieses Jahr - bis auf einen einzigen im Sommer - aus. Die Herbsttrompeten haben sich auch nicht mehr gezeigt. Auf dem Weg zu den Semmelstopplern begegnete mir doch wohl ein Büschel Samtfußrüblinge. Kurz daneben am selben Stamm konnte ich einige alte vergangene Austern entdecken, darunter allerdings auch zwei ganz winzige frische. 

Wir reagierten umgehend: auf, zurück zum Auto, um knapp 10 Kilometer entfernt an einem traditionell gut tragenden Baum nachzuschauen. Und jawoll! Eine wunderbare Konsole von Austernseitlingen im besten Stadium erwartete uns. Wir haben nur an zwei uns bekannten Bäumen nachgeschaut. Es war jedoch nur einer von ihnen mit den Pilzen besetzt.

Im Sommer hatten wir auch diesen Wald, den wir eigentlich ausschließlich im Winter begehen, etwas tiefgründiger abgelaufen. Es gibt hier viele, viele kranke Bäume, was ja gute Voraussetzungen für Austernpilze sind. Deshalb werde ich zusehen, dass wir dieses Territorium in den nächsten drei Wochen einmal weitläufiger nach ihnen absuchen können. Im Sommer sah es gar nicht schlecht aus.

Eigentlich wollten wir heute auch noch einmal nach Maronen schauen. Das hatte sich aber mit den bereits alten »Austern« und dem spontanen Aufbruch zu dem ergiebigen Fundort erledigt. Anbei wieder einige Fotos vom heutigen Pilztag.

Herzliche Grüße Heike & Dieter«


Foto: Die kräftigen orangegelben Farben der Samtfußrüblinge (Winterrüblinge) kontrastieren stark zu dem novemberlich stumpfen Graubraun der Austernpilze.


Nach zwei ausgefallenen Pilzjahren wollte es Heike rustikal: »Schnitzel mit Pilzen und schönen dicken Pommes«


Foto: Ein schöner später Pilzfund, den Heike und Dieter ganz bodenständig zu »Schnitzel mit Pilzen und schönen dicken Pommes« verzauberten. Ein einfaches, rustikales Gericht. »Es war so lecker«, befand Heike. (3 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 12. November 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

am Wochenende ging es nur auf einen ganz kleinen Sprung in den Wald. Ich habe leider Gottes massive Rückenprobleme derzeit.

Nichtsdestotrotz musste ich los. Natürlich nicht ohne meinen Mann. Also auf in den Wald. Ja, gleich an einer ersten bekannten Stelle für Steinpilze, noch in einem Mischwaldbereich, entdeckten wir tatsächlich, ähnlich wie vergangene Woche, einige Steinpilze.

Leider waren sie herausgerissen und verbissen. Am Biss ließ sich gut das Rehwild festmachen. Dies mussten wir bereits in der Vorwoche an etlichen Steinpilzen feststellen. Ja, Rehe wissen, was schmeckt und nahrreich ist und genießen im November die frisch herausgetriebenen Pilze.

Dennoch kamen einige Steinis zusammen. Dazu eine Handvoll fester Maronen, und siehe da, erstmals dabei war auch eine Handvoll Herbstrotfüße. Ich nehme sie gerne, da sie fest und dickfleischig sind im Gegensatz zum normalen Rotfußröhrling.

So kam wieder eine prima Mahlzeit zusammen. Es gab Schnitzel mit Pilzen und schönen dicken Pommes. Es war so lecker!

Herzliche Grüße Heike & Dieter«

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Foto: Unter Fichten und Birken wuchsen diese zwei schönen Steinpilze. Die Wärme soll ja zurückkommen. Ob Heike solch einen Anblick noch einmal erlebt in diesem Jahr?

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Foto: Dieses Foto ist von starker Aussagekraft. Es ist ein Steinpilz mit Rehverbiss. Er zeigt, dass Rehe - wie auch Wildschweine und Kühe (z. B. auf der Alm) - die Hüte der Steinpilze klar den Stielen vorziehen. Die Hüte sind die Fortpflanzungsträger der Steinpilze. Sie sind nahrreicher als die Stiele. Kranke Wildtiere wissen ganz genau, welche Pilzart für sie heilsam ist - und dass es die Hüte sind, die sie fressen müssen.


»Es war ein super, unvergesslicher Pilzherbst bei uns im Thüringer Vogtland«


Monika schreibt am 8. November 2019:

»Guten Abend lieber Heinz-Wilhelm,

für den heutigen zeitigen Vormittag hatte ich mich mit Antje verabredet, um im Dittersdorfer Wald nach Restpilzen zu suchen. Einfach mal schauen, was es noch so gibt. Eine Stunde waren wir im Wald - und wurden wieder reichlich belohnt.

Wir fanden - immer noch - schöne Steinpilze und herrliche kleine Maronen. Ein frischer kleiner Pfefferröhrling und vier Fichtenreizker durften uns ebenfalls mit nach Hause begleiten. Auf dem Foto rechts sieht man die Pilze auf meinem Gartentisch. Ich habe sie gleich großzügig geputzt und aussortiert, denn in den Steinpilzen hatten sich Maden versteckt, die wir im Wald nicht entdeckt hatten.

Auffällig war, dass heute wieder mehr frisch gewachsene kleine Kahle Kremplinge dastanden. Viele große, alte Fichtenreizker und andere große Herbstpilze, die ich nicht kenne, standen noch in voller Pracht.

Im Garten habe ich knackige bunte Möhren sowie frischen Pflücksalat und junge Spinatblätter geerntet. Zusammen mit den schönen Pilzen (Foto rechts) ein freudiges Erntefest für Antje und mich. Wir haben uns alles geteilt.

Seit heute Nachmittag regnet es und es soll wieder kälter werden. Vielleicht waren wir heute das letzte Mal für dieses Jahr Pilze suchen. Genau wissen wir es aber noch nicht.

Es war ein super, unvergesslicher Pilzherbst bei uns im Thüringer Vogtland.

Lieber Heinz-Wilhelm, ganz herzlichen Dank nochmals für die schönen Pilzberichte und die tollen Fotos dazu. Ich werde auch weiterhin die Pilzticker-Seiten besuchen, denn ich bin stets neugierig, was woanders noch so wächst.

Ganz herzliche Grüße an alle Pilzesucher von Monika, Bernd und Antje aus dem Thüringer Vogtland«

(Foto © Monika)

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Sehr lesenswert!

Auf Erkundungsgang im Eichsfeld mit Stracke, tiefgefrorenen Steinpilzen und Maronen


Foto: Die im Wald tiefgefrorenen Steinpilze erwiesen sich nach dem Auftauen als fest und vorzüglich. Außerdem fanden Heike und Dieter bei ihren Erkundungsgängen viele Maronen. (4 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 5. November 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

am Donnerstag und am Sonntag ging es wieder auf Pilzpirsch mit Stracke (eine Wurstspezialität aus dem Eichsfeld) und Brot.

Am Donnerstag erhoffte ich mir nicht viel Gutes, da es minus 4 Grad waren. Aber wir wollten bereits einfach für das nächste Jahr ein neues Gebiet, etwas entfernt von uns, erkunden. Ja, das erste Teilgebiet war auch ein Volltreffer. Die Maronen standen wie gesät. Von ganz winzig bis uralt. Es schien, als ob kein Mensch in diesen Gebieten unterwegs war.

Da die Maronen komplett tiefgefroren waren, ließen wir sie stehen und erforschten etwas großräumig diesen Wald. Am Mittag ging es in ein weiteres benachbartes Gebiet. Auch hier gab es zahlreiche Maronen und einige Steinis. Einige Maronen und 2 Flockis wanderten in das Körbchen. Die Steinpilze waren noch tiefgefroren.


Foto: Einige der Steinpilze - die mit den dunklen Stielen - dürften sogar noch Sommersteinpilze sein, die dieses Jahr in etlichen Regionen noch sehr spät zu finden sind.

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Wir nahmen sie jedoch mit in der Hoffnung, dass der Frost sie nicht allzu geschädigt hat. Ich war erstaunt, als die Steinis aufgetaut waren. Sie waren allesamt durch die Reihe schön fest. Da habe ich mich sehr gefreut. Nächstes Jahr werden wir diese Gebiete weiter erforschen, wenn die Tage wieder lang sind.

Am Sonntag waren wir dann wieder in unseren heimischen Wäldern unterwegs. Ich hoffte noch einmal auf einige Maronen, es gab aber nur wenige. Dafür beglückten uns einige Steinpilze.

Die wanderten am Abend auch gleich in die Pfanne und es gab ganz einfach nur Kartoffeln und Steinpilze. Was für ein Träumchen. Mal schauen, ob wir noch einmal loskommen. Das Wetter muss in der knappen Freizeit passen. Anbei von Donnerstag und Sonntag einige Bilder.

Herzliche Grüße an Dich, lieber Heinz-Wilhelm, und an alle Pilzsammler,

Heike & Dieter«


Foto: So standen sie da in der Fichtennadelstreu - und waren bei minus 4 Grad hart gefroren. Und somit ganz frisch. Wichtig ist, dass solche Funde möglichst schnell verzehrt werden.

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Foto: Nach dem Auftauen hat Heike die Pilze gleich geschnitten und es gab sie direkt zu Kartoffeln. Nach so langer Ausfallzeit der (Stein-)Pilze im Eichsfeld ganz sicher ein festlicher Schmaus!

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Immer noch und wieder knackige tolle Steinpilze und Maronen im Thüringer Vogtland


Monika schreibt am 3. November 2019:

»Guten Abend lieber Heinz-Wilhelm,

heute nach dem Mittagessen, es hatte aufgehört zu regnen, sind wir, Bernd, unser Enkel und ich, in den Dittersdorfer Wald gefahren, um etwas zu laufen, die Natur zu genießen - und um natürlich ein wenig nach Pilzen zu schauen.

Wir waren richtig begeistert von den herrlichen Herbstmaronen und den schönen Steinpilzen, die wir trotz drei Frostnächten heute noch fanden. Es gibt nun nicht mehr diese Massen an Pilzen, man muss sie jetzt wieder suchen. Dennoch wurde es wieder ein wirklich toller Fund.

Du siehst die Pilze auf dem Foto rechts auf meinem Küchentisch; zu den Steinpilzen und Maronen, alle in sehr gutem Zustand, kamen noch drei Fichtenreizker. Das Foto darunter zeigt unseren Enkel, wie er ganz stolz einen Teil der Steinpilze zeigt, die er selbst gefunden hat.

Heute waren es über 10 Grad. Auch die Nächte sind jetzt nicht mehr so kalt, so dass die Pilze sicher noch weiterwachsen werden. Man sieht es ja schon auf den Waldwegen, wo sich viele bunte Pilzarten tummeln, die ich aber nicht alle kenne.

Herzliche Grüße an alle Pilzesucher aus dem Thüringer Vogtland,

Monika und Bernd«

(2 Fotos © Monika)

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Selbst nach drei Frostnächten standen noch viele gute Steinpilze und Maronen - Der Waldpächter will Falschparker blockieren


Foto: Diese erneut herrlichen Pilze haben Monika und Antje bereits am Dienstag gefunden, also am 29. Oktober. Bei ihrem letzten Waldgang am 1. November (Freitag) vergaß sie, ein Foto mit den Pilzen im Kofferraum zu schießen. (Foto © Monika)

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Monika schreibt am 1. November 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

in den vergangenen drei Nächten hatten wir im Thüringer Vogtland Frost zwischen minus 3 und minus 4 Grad. Da ich mich aber bereits vor den Frostnächten mit Antja zum Pilze sammeln verabredet hatte, sind wir heute - trotz der für Pilze sehr kalten Nächte - wieder in den Wald gegangen.

Es war ein schöner Spaziergang mit überraschend herrlichen Pilzfunden. Meine Freundin war richtig glücklich über die schönen Steinpilze und knackigen kleinen Maronen, deren ungeschützte vom Waldrand noch gefroren waren.

Die schönsten Pilze nimmt sie morgen mit nach Erfurt, um ihren Kindern eine Freude zu machen. Ich selbst habe mir heute nur ganz wenige mit nach Hause genommen, habe den Großteil gleich im Wald verschenkt.

Den herrlichen frisch gewachsenen knackigen Fichtenreizkern, die meine Freundin nicht kennt, konnte ich nicht widerstehen, meine Freundin kennt sie nicht. Eine Handvoll Trompetenpfifferlinge fand ich auch. Leider habe ich vergessen, unseren Fund im Kofferraum zu fotografieren.

Der Waldpächter kündigt harte Maßnahmen für Falschparker an

Erwähnen möchte ich noch ein hoch interessantes Gespräch im Wald. Wir trafen einen Bekannten, der sein von Borkenkäfern befallenes Holz nach Hause fahren wollte. Dabei kamen wir auch auf die Frechheit von Waldfrevlern zu sprechen, die Pilze umtreten und zertreten, egal ob Speisepilze oder Giftpilze.

Er erzählte uns auch von Pilzesuchern, die ihre Autos in verbotenen Waldwegen parkten und somit die Zufahrtswege für die Waldarbeiter behinderten und, dass sie, zur Rede gestellt, auch noch frech geworden seien. Denen werde er zukünftig beikommen: er werde ab jetzt dicke Holzstämme vor und hinter falsch parkende Autos legen, dann könnten sie zusehen, wie sie da rauskommen.

Zu den Pilzen auf dem Foto: die haben Antje und ich am Dienstag gefunden, also noch knapp vor dem ersten Frost. Bei herrlichem Sonnenschein waren wir drei Stunden im Wald und konnten viele schöne Steinpilze, herrliche Maronen, Pfefferpilze und frische knackige Fichtenreizker mitnehmen. Alle Pilze waren nahezu ohne Maden. 

Nun sind die Frostnächte erst einmal wieder vorbei, seit heute Nachmittag regnet es und es soll die nächsten Tage wieder wärmer werden und weiterregnen. Das sind doch gute Aussichten für die Natur und weiteres Pilzwachstum! Ich bin sehr gespannt.

Ganz herzliche Grüße aus dem Thüringer Vogtland von Monika und Bernd«

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