Rohlands Pilztouren 5:
Funde des Pilzberaters vom 24.10.2014 - 31.10.2014



Rohlands Pilztouren 5




Alle Funde des Pilzberaters ab dem 08.02.2014:

Hier geht's zum Pilztagebuch von Peter Rohland





Peter Rohland auf Tour

Ein Pilz zum Färben von Violetttönen und einer in großer Kolonie gegen Heuschnupfen und andere Allergien





Peter Rohland schreibt am 31. Oktober 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich habe die Graukappenoma am Wochenanfang erlöst und noch einmal schön die Scheidlinge geknipst.


Foto: Der Parasitische Scheidling (ungenießbar) zum dritten. Er ist jetz beinahe so groß wie sein Wirtspilz, eine Nebelkappe. Damit soll's für diesen Schmarotzer denn auch gut sein.


Im Leipziger Auewald gibt es weiterhin Stockschwämmchen und Hallimasch. Außerdem den allgemein als "ungenießbar" eingestuften, jedoch essbaren Orangeseitling (ein Kollege hat ihn getestet). Auch wächst derzeit der einzige giftige Baumpilz, der Zimtfarbene Weichporling, mit dem man Wolle violett färben kann. Auch der Winterhelmling ist bereits da. 


Foto: Er ist essbar, auch wenn er in vielen Pilzbüchern als "Ungenießbar" klassifiziert wird. Allerdings ist er von minderwertigem Geschmack.



Foto: Aus dem giftigen Zimtfarbenen Weichporling lässt sich Wolle violett färben. Wie das geht, beschreibt Rita Lüders in ihrem empfehlenswerten Buch "Pilze zum Genießen. Das Familienpilzbuch für Küche, Kreativität und Kinder".


2 Fotos: Dieses und das nächste Foto zeigen Winterhelmlinge. Sie sind ungenießbbar.


Rohlands Pilztouren 5



Auf dem Südfriedhof stehen nach wie vor viele Röhrlinge wie Butterpilz*, Lärchenröhrling, Herbstrotfußröhrling und noch ein Steinpilz.


Foto: Herbstrotfußröhrlinge haben  einen für diese "Kleinen Röhrlinge" auffallend kräftigen Stiel. Sie sind essbar.


Ähnlich gut sah es in der neuen Harth aus. An Röhrlingen gibt es viele Rotkappen, Birkenpilze und Goldröhrlinge. Neben den Ritterlingen fand ich hier erstmals auch den Brotpilz (Heideschleimfuß).


Foto: Der Heideschleimfuß oder Brotpilz sieht zwar ein wenig furchterregend aus, ist aber ein durchaus brauchbarer Speisepilz. Er beansprucht saure, sandige Böden und ist ist an die Birke oder an Nadelbäume gebunden.







Heute früh konnte ich den einzigen essbaren braunen Ritterling, den Pappelritterling, finden. Er besitzt auch Heilkräfte gegen Allergien. Ich fand seine stattliche Kolonie am Eingang vom Zeltplatz am Kulkwitzer See.


Foto: Pappelritterlinge sind essbar. Will man sie als klassisches Pilzgericht essen, sollte man sie frühzeitig abschmecken: schon jung können sie mitunter sehr bitter schmecken. Die Bitternote ist vermutlich abhängig von der Bodenmineralisierung. Sie enthalten ausgezeichnete Wirkstoffe gegen den Heuschnupfen und andere Allergien.

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Foto: Ein weiterer interessanter Speisepilz soll hier mit dem Kupferroten Gelbfuß vorgestellt werden. Man findet ihn nicht selten in größeren Gesellschaften. Er ist an Kiefern gebunden, sein Fleisch läuft beim Braten kupferrot an. Die dicken Lamellen des Pilzes laufen kurz am Stiel herab.

(9 Fotos © Peter Rohland)







Bis nächste Woche, Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Spätlese an herrlichen Rotkappen und ein Speisepilz, den ab sofort keiner mehr essen darf





Alle Fotos von Peter Rohland

Peter Rohland schreibt am 24. Oktober 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

gestern war ich noch einmal bei der Pilzoma Graukappe, die ihr Päckchen zu tragen hat. Die lästigen drei Parasitischen Scheidlinge werden der drei Wochen alten Graukappenoma langsam zu viel.


Foto: Parasitische Scheidlinge (Ungenießbar) auf einer Graukappe - Graukappen haben eine beachtliche Rate an individueller Unverträglichkeit. Die Pilze enthalten das hitzestabile Gift Nebularin, das zu heftigen Irritationen des Magen-Darm-Traktes führen kann. 

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Heute hätte ich einen Umweg fahren müssen, denn mein Radweg ist ca. 80 cm hoch überflutet. Ich bin dann ein paar Meter mit Gummistiefeln rein und habe geknipst, damit man einen Eindruck vom Hochwasser bekommt. Gut, dass es die neue Brückenstraßenbrücke gibt. Liebe Vogtländer, es war ein wenig zuviel des Guten, was ihr uns die Weiße Elster runtergeschickt habt.

Auf den Magerwisen des Leipziger Südfriedhofes und des Küchenholzes standen allerhand kleine Glöcklinge, Korallen und ein paar wenige frische Blauende Kahlköpfe. Man vergleiche ihn einmal mit dem Gifthäubling und seinen Verwandten! Beide riechen nach Mehl und sind miteinander verwandt, nur ist der eine tödlich und der andere halluzinogen, also Finger von beiden!


Foto: Junge Blauende Kahlköpfe - Giftig, halluzinogen


Foto: Gift- oder Nadelholzhäublinge. Wie der Grüne Knollenblätterpilz enthalten sie das tödlich giftige Amanitin. Gut 100 Gramm frischer Gifthäublinge töten einen Menschen.


Meine heutige Exkursion führte in die Neue Harth, es gab viele Espenrotkappen und Birkenpilze und vereinzelt Goldröhrlinge. Im schönsten Park der Welt in Großzschocher gab es frische Fahle Röhrlinge und einen Heringstäubling.


Foto: Herrliche Espenrotkappen, und das Ende Oktober! Sie landeten - zusammen mit Birkenpilzen und Anisegerlingen - an der Seite von Pellkartoffeln auf dem Teller des Pilzberaters.

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Für mich war es ein Rekordjahr der Röhrlinge von Anfang Mai bis voraussichtlich in den November, denn solange die Temperatur nicht unter minus drei Grad sinkt, wird es nach meinen Erfahrungen bei dem Pilzaufkommen bleiben.

Heute erhielt ich von der DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)die Mitteilung, dass der Gemeine Erdritterling von der Liste des essbaren Pilze gestrichen wurde. Ich habe ihn und alle anderen Erdritterlinge bis zuletzt an hunderte von Leuten freigegeben, ohne dass sich auch nur geringste Probleme ergeben hätten. Selbst bei kleinen Kindern nicht.


Foto: Gemeiner Erdritterling - Giftig. Aufgrund sich häufender Meldungen von Gifterscheinungen hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) nun von der Liste der essbaren Pilze genommen.


Ab heute werde ich ihn also nicht mehr freigeben.

Nur gut, dass es auch noch Pilze gibt, die nicht auf dem Index stehen. Zum Beispiel  Rotkappen, Birkenpilze und Anisegerlinge, die es heute bei mir mit Rührei und aufgestreutem Schnittlauch zu Pellkartoffeln gibt.

Bei mir in Leipzig hält bereits der Vorfrühling Einzug, jedenfalls botanisch. Jetzt blüht auch bereits der Echte Jasmin (Winterjasmin), und zwar auf dem Gelände vom Kaufland in Großzschocher, an der Ecke  bei der Baustelle.

Euer Peter Rohland aus Leipzig"


Weitere interessante Pilzfunde von Peter Rohland:


Foto: Juchtenellerlinge - Essbar. Sie sind sehr selten, besiedeln magere Trockengrasareale und reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihres Standortes, besonders auf selbst geringste Düngung. Diese empfindlichen Pilze sollte man unangetastet lassen. Ein Foto mit Seltenheitswert!


Foto: Aniszählinge - Essbar. Sie riechen stark, beinahe penetrant nach Anis. Der Geruch verschwindet aber beim Braten. Der Pilz gibt jedem Mischpilzgericht eine willkommene Note. Er ist auch ein guter Würzpilz.

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Foto: Buckeltäublinge - Essbar. Sie sind, wie man hier an den Nadeln erkennt, strenge Kiefernbegleiter. Da sie jedoch fade sind und außerdem im Mischpilzgericht (leicht) rotviolett färben, stehen sie in Deutschland nicht auf der Liste der Speisepilze. In der Ukraine werden sie teils in Massen gesammelt und verzehrt.


Foto: Riesenporling - Essbar. Nur ganz jung sind sie wirklich essbar, denn sie werden rasch säuerlich. Junge Pilze eignen sich auch gut, um eine Pilzbrühe zu kochen, die vielfältig verwendet werden kann.

(9 Fotos © Peter Rohland)


Viel Spaß beim Betrachten der Fotos! 

Und seid bitte auf der Hut, die Mörder im Wald sind derzeit allgegenwärtig!

Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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