Pilzticker Sachsen 20:
Funde vom 12.07.2014 - 19.07.2014



Pilzticker Sachsen 20



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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Kulkwitzer See: Die köstliche Böhmische Trüffel wartete schon am Steilhang





Foto: Der Erbsenstreuling, auch Böhmische Trüffel genannt, ist ein deutschlandweit seltener, jedoch in den Braunkohlefolgelandschaften recht häufiger Pilz. Er benötigt extrem trockene und warme Sonderstandorte, wie es eben sonnenverwöhnte Bergbauhalden sind. Er ist ein so genannter Pionierpilz, also ein Erstpilz in Landschaften, die neu entstehen. Sind die Bäume erst einmal so weit herangereift, dass Folgepilze fruktifizieren können, verschwindet der Erbsenstreuling umgehend. Er kann sich gegenüber keinem Konkurrenzpilz durchsetzen. 

In den sonnigen Südstaaten der USA werden Jungkiefern vor Pflanzung in Baumkulturen mit Sporen vom Erbsenstreuling geimpft. Weil die Pilze die Bäume über deren Feinwurzeln optimal ernähren, erhöht sich deren Anwuchschance stark. So ist der Erbsenstreuling zu einem herausragenden Anwuchspartner von Kiefern in trocken-heißen Regionen mit sandigen Böden geworden. (Foto © Peter Rohland)

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Pilzberater Peter Rohland schreibt am 19. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

neben tausenden Sonnenanbetern und Badefreudigen war ich heute rund um den Kulkwitzer See unterwegs. In Steilhanglage fand ich den Erbsenstreuling, auch Böhmische Trüffel genanntin verschiedenen Altersstufen.

Man kann ihn als Würzpilz und kleine Stückchen zum Färben von Hühnchengerichten verwenden. Er steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste. Deshalb sollte man ihn stehen lassen, wo er ist.

Freundliche Grüße, Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Köstliche Champignons, sehr viele Boviste - und ein tückischer Mörder auf der Streuobstwiese







Foto rechts: Zwei Anischampignons. Obwohl der rechte Pilz ein nicht mal stecknadelkopfkleines Pünktchen Gelb am Hutrand zeigt, sind es keine Karbolegerlinge. Gelbfärbung am Hut gehört zu Anisegerlingen, Gelbfärbung an Stielknolle und Stiel zu Karbolegerlingen. 




Pilzberater Peter Rohland schreibt am 18. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

das Pilzwachstum ist derzeit zwar nicht besonders artenreich, aber Feuchtigkeit ist hier noch genug im Boden. 

Bei uns in Großzschocher gibt es eine von Naturschützern gepflegte Streuobstwiese. Ein kleiner Baum hing weiter oben noch voll leckerer blauer Hauspflaumen. Als ich diese gestern pflückte, entdeckte ich zum ersten Mal überhaupt einen Pflaumenfeuerschwamm.

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Die vom Wind verstreuten Sporen dieses Pilzes - siehe Foto links - bilden in Wundstellen alter Pflaumenbäume einen Fruchtkörper. Damit ist das Schicksal unseres Pflaumenbaumes besiegelt: es gibt keine Heilung mehr, der Pilz zersetzt das Holz von innen her. Tröstlich: der Baum stirbt sehr langsam, mindestens noch zehn Jahre nach Fruktifikation des stillen Mörders wird sein Besitzer Pflaumen wie gehabt ernten können. 

Bei der Firma Technische Gase in der Schönauer Straße fand ich heute früh noch einige Wiesencham-pignons. Als ich dort einen halben Eimer Brombeeren erntete, war das Gras noch platschnass. 

In der Robert-Koch-Klinik stand gelangweilt ein kleiner Karbolegerling herum. Im Wohngebiet am Kaufland Großzschocher fand ich dann noch zwei Anischampignons. Ja, es waren welche, auch wenn der kleinere am Hut einen flüchtigen Karbolfleck zu haben scheint. Ich kenne die Stelle gut, weiß, was da wächst.


Diese Woche gab und gibt es sehr viele essbare Boviste in und um Leipzig. Lecker! Siehe Foto rechts.

Nun, vielleicht erwische ich bei der Windstille und Restfeuchtigkeit im Boden noch etwas Schönes. Alle Aufnahmen von heute habe ich ohne Stativ im Automatikmodus gemacht.

Freundliche Grüße von Euerm Peter Rohland aus Leipzig"

(3 Fotos © Peter Rohland)

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Aktion Eichhörnchen: Die köstlichen Stockschwämmchen sind schon der nächste Wintervorrat





Foto: Stockschwämmchen in Nahaufnahme. Nachstehend beschreibt Pilzberater Peter Rohland ihre vier wichtigsten Merkmale.  


Pilzberater Peter Rohland schreibt am 15. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich war heute im Südlichen Auewald auf der Suche. Die Nelkenschwindlinge haben sich verdoppelt und man sollte es kaum glauben: Ein Kilo beste Stockschwämmchen überraschten mich. 

Die Merkmale des Stockschwämmchens sind deshalb so wichtig, weil sie uns diese sehr guten Speisepilze von ihrem hoch giftigen Doppelgänger, dem Nadelholzhäubling oder Gifthäubling, unterscheiden lassen.

Hier also die wichtigsten Merkmale des Stockschwämmchens:

  • Unterhalb des Ringes ist der Stiel fein braun geschuppt
  • Oberhalb vom Ring ist der Stiel hell und längsgerieft
  • Der Hut hat ein kreisförmiges Hell-Dunkel-Muster, bedingt durch die unterschiedlichen Feuchtigkeitssstadien. Das nennt man "hygrophan".
  • Stockschwämmchen duften angenehm nach frisch gesägtem Holz

Ich werde meine gefundenen Stockschwämmchen als Wintervorrat - ich nenne es "Aktion Eichhörnchen" - einfrieren.

Viele Grüße an alle - und bis demnächst!

Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Foto: Und noch einmal der Gesamtanblick der Stockschwämmchen. Eine wirklich respektable Menge, die Peter Rohland da in den Frost einlagern konnte. (2 Fotos © Peter Rohland)


Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Die Nelkenschwindlinge retten in diesen Tagen die Ehre der Pilze 





Foto: Nelkenschwindlinge sind hervorragende Würz- und Soßenpilze. Weil sie einen flüchtig-feinen Mandelgeschmack haben, werden sie in der kanadischen Pilzküche aber auch für Gebäck und Plätzchen verwendet. (Foto © Peter Rohland)


Pilzberater Peter Rohland schreibt am 12. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

auf meiner täglichen Morgensportrunde auf die Halde Großzschocher - sie bietet einen herrlichen Blick über Leipzigs Westen - entdeckte ich heute nach beträchtlicher Pilzflaute die ersten Nelkenschwindlinge.

Der Nelkenschwindling hat weiße, immer abwechselnd kurze und lange Lamellen, wächst in der Wiese und hat einen charakteristischen Bittermandelgeruch, der beim Erhitzen verschwindet.

Kochtipp: Rührei mit Nelkenschwindlingen schmeckt sehr lecker!

Noch etwas zum botanischen Namen des Nelkenschwindlings. Lateinisch heißt er Marasmius oreades. Der Name geht zurück auf den Mykologen James Bolton (1750 - 1799) aus Halifax/Neuschottland, Kanada, der eines der ersten farbigen Pilzbücher überhaupt verfasste. Weil der Pilz gerne in Ringen wächst, gab Bolton ihm das Beiwort (Epitheton) "oreades". Die Oreaden sind nach der griechischen Mythologie die den Reigen tanzenden Bergnymphen. 

Nach diesem kleinen Ausflug noch kurz eine Einschätzung: Die größeren Pilze, das heißt Champignon & Co. brauchen wohl noch ein paar Tage.

War anschließend noch im Auewald, in der Neuen Harth und im Mühlenpark, aber überall noch Flaute.

Viele Grüße, Euer Peter Rohland"

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