Pilzticker RP 30 (Rheinland-Pfalz 30):
Funde vom 26.06.2016 - 20.08.2016



Pilzticker RP 30




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz




Südliche Weinstraße: Fast ein Korb voll Flockies und ein weißer Birkenpilz


Foto: Der junge weiße Birkenpilz liegt oben. Flockenstielige Hexenröhrlinge dominieren die Pilzgesellschaft, die noch einige hier nicht sichtbare Pfifferlinge ergänzten. (Foto © Stephan)

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Stephan und Annette schreiben am 20. August 2016:

»Hallo Pilzticker,

bei unserer zweieinhalbstündigen Pilzwanderung im Pfälzerwald, Bereich Landkreis Südliche Weinstrasse, fanden wir eine schöne Sammlung an Flockenstieligen Hexenröhrlingen.
Zehn kleine Pfifferlinge und ein junger weißer Birkenröhrling haben unsere Suche gekrönt.

Viel Spaß allen beim Pilzesuchen!

Stephan und Annette aus Edenkoben«





Obermoschel: Abschied vom Sommersteinpilzwald - ab jetzt geht's in die Fichtensteinpilze


Julia und Tobi schreiben am 5. August 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir grüßen Dich und alle Pilzfreunde aus der schönsten und kleinsten Stadt der Nordpfalz, aus Obermoschel.

Heute entschlossen sich mein Mann und ich, vorerst einen letzten Blick in unseren geliebten Laubwald bei Feilbingert zu werfen. Obwohl er uns in den letzten Wochen viele Sommersteinpilze beschert hat, fielen die letzten Besuche eher bescheiden aus.

Doch heute, nach dem Regen, beschenkte er uns wieder mit frischen Sommersteinpilzen und zwei Pfifferlingen, zu sehen auf dem Foto rechts.

Ab jetzt widmen wir uns der Fichtensteinpilzsuche!

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße von Julia und Tobi«

(Foto © Julia)

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200 Kilometer in den Soonwald für eine Handvoll Perlpilze

Jürgen W. schreibt am 4. August 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war heute mal im Soonwald, um nach den Pilzen zu sehen. Der Wald war zwar feucht, aber Pilze wollen nicht rauskommen. Es gab für mich ein paar Perlpilze und außer einigen unbrauchbaren Samtfußkremplingen nichts.

Wenn die Kremplinge wachsen und sonst nichts, dann ist das ein sicheres Zeichen für einen zu trockenen Wald.

Also mal wieder 200 Kilometer für nichts - leider.

Viele Grüße Jürgen W.«

Blau = ungenießbar

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Nordpfalz: Die Gallenröhrlinge wollten sich als Steinpilze ins Pilzgericht einschleichen


Julia und Tobi schreiben am 16. Juli 2016:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm, hallo an alle Pilzfreunde,

wir grüßen Euch aus der Nordpfalz, und zwar aus der schönsten und kleinsten Stadt dort, nämlich aus Obermoschel.

Eigentlich hatten wir es auf Pfifferlinge abgesehen, fanden aber nebenbei Rotkappen, Birkenpilze und auch Sommersteinpilze im Laub- und Mischwald in der Nähe des schönen Ortes Feilbingert in der Pfalz. Das liegt im Landkreis Bad Kreuznach. Die Pilze sind auf unserem Foto zu sehen.

Ein paar Gallenröhrlinge täuschten uns vor, Steinpilze zu sein. Wir ließen sie besser in Frieden, um unser Pilzgericht nicht zu ruinieren. 

Am Sonntag zieht es uns sicher wieder dorthin. Über das Ergebnis informieren wir euch dann weiter mit Bildern.

Grüße aus Obermoschel in der Nordpfalz, Julia und Tobi«

(Foto © Julia)

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Zu Hause in der Eifel warteten erstmals auf Margret die herrlichen Milchbrätlinge


Foto: Unverkennbar ein Milchbrätling oder Bratling. Er ist von stämmiger Statur, ein Prachtexemplar! Diese Pilze kann man roh essen. Die Waldarbeiter im Bayerischen Wald wussten es noch. Für sie war der »Millibratling«, frisch zur Brotzeit genossen, eine Delikatesse. 

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Margret schreibt am 5. Juli 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

eigentlich sende ich Dir Meldungen aus Hessen. Am Wochenende waren wir aber zu Hause in der Eifel und natürlich auch in einigen Wäldern unterwegs.

 Wir fanden sehr viele schöne helle Pfifferlinge. Höhepunkt aber waren einige Exemplare vom Milchbrätling (Lactarius volemus), die wir im Buchenwald fanden. Diesen Pilz habe ich noch nie gefunden. Fundort war das Nitztal bei Mayen.

Bei Verletzung des Pilzfleisches rat weißmilchiger, mild schmeckender Saft aus. Unverkennbares Merkmal des Brätlings ist jedoch sein heringsähnlicher Geruch. 

Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, so dass ich mich mit der Zusendung von »Küchenfotos« begnügen muss.

Mit freundlichen Grüßen Margret

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Foto: Schön kommt hier der dicke, fleischige Stiel zur Geltung, der an der Basis nach einem markanten geschlossenen Abschluss strebt. Er ist zwischen haselnussbraun und, wie hier, blass ockerbräunlich, nicht selten bereift.Für viele Pilzfreunde ist er ein Gourmetpilz. Siehe dazu das Kapitel »Der Brätling ist eine Delikatesse« sowie die Rezeptseite über Brätlinge. (2 Fotos © Margret)







Obermoschel/Nordpfalz: »Die Sommersteinpilze winkten uns beim Gassigehen zu«


Foto: »Nicht du suchst die Pilze, die Pilze suchen dich!« Von der Weisheit des alten Tiroler Waldsprichwortes konnten sich Julia und Tobi aufs Schönste überzeugen. Die Sommersteinpilze winkten ihnen während ihres Hundespazierganges sozusagen zu. (Foto © Julia)


Julia und Tobi schreiben am 3. Juli 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm und ein herzliches Hallo an alle Pilzfreunde,

wir grüßen Euch aus der Nordpfalz, und zwar aus der schönsten und kleinsten Stadt dort, nämlich aus Obermoschel.

Wir hatten heute ein wunderbares Erlebnis, das uns ein vielversprechendes Pilzjahr 2016 prophezeit; da sind wir uns sicher.

Wir schlenderten unsere Gassigehstrecke mit den Hunden entlang und dachten ausnahmsweise mal nicht ans Pilze sammeln, doch dann sah mein Mann sie. Sie winkten uns förmlich zu aus dem dunklen Laubwald! Bis zu diesem Moment gingen wir eigentlich davon aus, dass Sommersteinpilze viel Licht benötigen. Doch dieser Fund belehrte und eines Besseren.

Sommersteinpilze in ganz untypischer Umgebung

Aus einem dunklen Laubwald bei Feilbingert zeigte uns ein wunderschönes Prachtexemplar den Weg zu seinen Brüdern und Schwestern. Der Wald war klein und so unheimlich dicht bewachsen, das wir an dieser Stelle nie im Leben mit Sommersteinpilzen gerechnet hätten.

Wer weiß, was mit ihnen passiert wäre, hätten sie uns nicht gefunden? :) Vermutlich wären sie nie entdeckt worden. Sie wuchsen an einer wirklich untypischen Stelle, die allen Regeln dieser Pilze trotzt.

Wir also mit Hunden - dafür ohne Pilzkorb - in den dicht bewachsenen Wald hinein. Unser Pilzmesser haben wir zum Glück immer dabei. Leider kann man damit aber keine Pilze transportieren.

So mussten wir schweren Herzens viele zurücklassen, die wir aber morgen ohne Hunde, dafür mit Pilzkörben, noch holen werden. Wir hoffen, dass sie dann noch dastehen. Dann werden wir auch die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen.

Der Pilzverzehr macht Lust auf mehr

Unser erster Pilzsuchtag 2016 kam also so zustande: Ungeplant, überraschenderweise haben die Pilze uns gefunden und gesucht. Hoffen wir, dass sie das zukünftig immer tun!

Die Pilze, die Ihr auf dem Foto seht, haben wir bereits mit Genuss verzehrt. Das machte Lust auf mehr!

Da passt es gut, dass wir bald sechs Wochen Urlaub haben. Dann werden wir uns natürlich viel im Wald aufhalten. Vielleicht sieht man sich ja?!

Wir wünschen allen Schwammerlfreunden ein erfolgreiches Steinpilzjahr 2016! Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Beste Grüße Julia und Tobi«








Dahn/Pfalz: Junge Pfifferlinge, Goldröhrlinge und ein kaiserlicher Riesenegerling


Foto: Er ist's! Der (Braunschuppige) Riesenegerling, hier typischerweise lebhaft ins Goldbraun laufend, ist mit seinen Ausmaßen und seinem Geschmack nach Mandeln und Anis ein Riese. Dieses Exemplar ist bereits 21 Zentimeter hoch, wie Angelika maß. Weil er der Kaiser unter den Champignons ist, heißt er fast wie Kaiser Augustus: Agaricus augustus. (2 Fotos © Angelika)


Angelika schreibt am 28. Juni 2016:

»Hallo miteinander,

heute war ich in der benachbarten Pfalz bei Dahn unterwegs und habe etwa ein Pfund junge Pfifferlinge gefunden. Außerdem Goldröhrlinge, Trompetenpfifferlinge, einiges an Unbekanntem, darunter vermutlich einen Braunschuppigen Riesenegerling (Agaricus augustus), dessen Unterseite rechts im Bild zu sehen ist. 

Herzliche Grüße Angelika«

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Das schmeckt Pilzfreunden an Hitzetagen:

»Sommerpilzpfanne klassisch«




Foto: Wer will da nicht augenblicklich zubeißen? Margits und Ollis Sommerpilzpfanne lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. (Foto © Margit Lindemann)


Margit und Olli schreiben am 27. Juni 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute senden wir Dir ein Rezept aus unserer Pilzküche zu, und zwar unsere

»Sommerpilzpfanne klassisch«


Zutaten für 2 Personen:

  • 1Kg Mischpilze (z. B. Echte Pfifferlinge, Sommersteinpilze, Ziegenlippe),
  • 1 Große Zwiebel,
  • 1 Kleines Bund Petersilie.
  • 1 paar Blätter Liebstöckl (Maggikraut)
  • 100 Gramm gute Butter,
  • Schwarzer Pfeffer,
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Die Röhrenpilze mit einem feuchten Tuch abreiben und die Pfifferlinge in Wasser reinigen und abtropfen lassen. Nun die Röhrenpilze formschön in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln in Würfel schneiden und die Kräuter klein hacken, sodass diese ihr Aroma in der Pilzpfanne gut entfalten können. Nun die Butter in die leicht erhitzte Pfanne geben und die Zwiebeln goldgelb anschwitzen lassen.

Danach die frischen Pilze in die Pfanne geben und etwa 10 bis 12 Minuten anbraten lassen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Zum Schluss die kleingehackten Kräuter kurz untermischen und etwa 1 Minute zum Geschmack einwirken lassen. Auf den Tellern servieren, dazu gibt es frisches, knuspriges Bauernbrot. 

Als Getränk eignen sich entweder ein feinherbes Pils, oder ein Halbtrockener Riesling. Bon appétit!

Viele Grüße von Margit und Olli«

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Der schönste Sommersteinpilz landete roh auf einem Camembert-Butterbrot


Foto: Dieser herrliche Sommersteinpilz landete - roh - auf einem mit französischem Camembert belegten Butterbrot, das Olli auf der Arbeit zum Frühstück aß. Steinpilze eignen sich zum Rohverzehr. (2 Fotos © Olli Lindemann)


Olli schreibt am 27. Juini 2016:

»Grüße Dich, Heinz-Wilhelm,

am Sonntagmorgen hielt mich nichts zu Hause, deshalb fuhr ich alleine, ohne meine liebe Margit, in den Obermoscheller Wald. Und zwar an eine Stelle, wo ich im letzten Jahr herrliche Lungenseitlinge gefunden hatte. Doch an ihrer statt fand ich Tintenfischpilze, eine eingeschleppte Art aus Australien und Tasmanien, die sich rasant verbreitet und so langsam zu einer Plage wird.

Sie sehen zwar exotisch aus, stinken aber äußerst übel, nach verfaultem Fleisch oder so ähnlich wie Stinkmorcheln. Im Gegensatz zu den Stinkmorcheln, deren Hexeneier ja ausgesprochen köstlich sind, kann man die Hexeneier der eingeschleppten roten Stinker aber nicht essen.

Danach fuhr ich weiter nach dem Weinort Feilbingert, in dessen Wäldern man oft gute Überraschungen findet. Und das war tatsächlich so, denn dort strecken sich im Moment herrliche Sommersteinpilze allerbesten Geschmacks der Sonne entgegen.


Foto: Dieser Perlpilz war, im Gegensatz zu etlichen seiner Artgenossen, in gutem Zustand.


Den Prachtburschen oben auf dem Foto habe ich heute morgen auf der Arbeit zum Frühstück auf einem Butterbrot, belegt mit hervorragendem französischen Camembert, verputzt, und zwar roh. 

Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit waren viele Ziegenlippen und Perlpilze schon in unbrauchbarem Zustand; die Schnecken hatten ihnen noch den Rest besorgt. Nach einer Weile entdeckte ich auch einige tellergroße Parasolpilze, die wegen der günstigen Witterung dieses Jahr früh dran sind und, wie ich mir vorstellen kann und hoffe, ein artenreiches Pilzjahr ankündigen.

Bis bald und noch schöne Pilzfunde und Geschichten für den Pilzticker!«

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Pfälzer Wald: Die Pfifferlinge warteten ganz oben an einem Südwesthang

Holger schreibt am 26. Juni 2016:

»Hi,

habe heute im Pfälzerwald in einer guten Stunde 2 Kilo Pfifferlinge in allen Größen gesammelt. Danke für den Tipp mit dem Hang. Meine standen oben an einem Südwesthang. Wir brieten sie pur mit Butter.

Morgen gibt's Pilzpasta, den Rest trocknen wir  für schlechte Zeiten ;-).

Liebe Grüße Holger«

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