Pilzticker Brandenburg 15:
Funde vom 04.03.2016 - 07.06.2016



Pilzticker Brandenburg 15




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Brandenburgs



Oderland: Über 20 Sommersteinpilze und drei Flockis warteten brav in Gerds Pilzversteck


Foto: Ein doppelhütiger Sommersteinpilz. Er lebt auf ziemlich dicken Fuß.

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Gerd schreibt am 7. Juni 2016:

»Hallo Herr Bertram,

schön, was Sie so aus unseren Zuschriften zaubern! Muss viel Arbeit drinstecken. Vielen Dank und weiter so!

Nun zum heutigen Tag: Die Ernte ist eingebracht, die Fotos im Kasten. Alle Pilze stehen angebraten im Kühlschrank,die Schwefelporlinge sind blanchiert. Morgen gibt´s entsprechend der Witterung etwas Mediterranes wie Pilzrisotto oder Teigwaren mit Pilzen in Sahne-Tomatensauce. Ein schöner Rosé-Wein könnte das Ganze noch abrunden. Mal sehen was meine Frau aus diesen herrlichen Zutaten zaubert.

Die Ernte heute erfolgte in letzter Minute. Nach der Heimkehr erfuhren wir, dass das Verlassen der Wege wegen Waldbrandgefahr im Oderland untersagt ist. Was für ein 7. Juni!

Die Ausbeute: Über 20 Sommersteinpilze, drei Hexi-Flockis, ein Speisetäubling, zwei Ziegenlippen, einige Pfifferlinge und zwei herrliche junge und »taufrische« Schwefelporlinge. Von den beiden Schwefelporlingen habe ich nur zwei Drittel abgeschnitten; ich will versuchen, das folgende Wachstum weiter zu beobachten.

Eine interessante Erkenntnis aus meiner Aktion mit Laubtarnung ist, dass sich Sommersteinpilze innerhalb von 24 Stunden bei den jetzigen Temperaturen in der Größe fast verdoppeln, während die Flockis nur etwa 20% zulegen und die Pfifferlinge nur etwa 10%. Die Steinpilze waren übrigens stark von Schnecken traktiert, ihre Stiele waren fast alle madig.

Alle Anzeichen deuten auf Vertrocknen und eines schnellen Endes dieses Pilzschubes hin, sollte nicht kurzfristig Regen einsetzen.
Viele Grüße und Gute Nacht, Herr Bertram! Ich muß noch schnell unter die Dusche, hab wohl wieder eine Zecke aus dem Wald mitgebracht.«

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Foto: Ein größerer Sommersteinpilz. Fast alle Stiele der über 20 gefundenen Exemplare waren vom Schneckenfraß heimgesucht.

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Foto: Der Schwefelporling war noch sehr jung und sonderte Gutationstropfen ab.



Foto: Ein schöner junger Flockenstieliger Hexenröhrling stand auch im Moos.


Foto: An die 25 Sommersteinpilze konnte Gerd nach Hause transportieren. Eine tolle Ernte für den Saisonbeginn

(5 Fotos © Gerd)







Sommersteinpilze, gut versteckt im Oderland, und Erinnerungen an Blaubeeren und Pfifferlinge


Foto: Sie waren jung und schön, die Schwefelporlinge - und unerreichbar. Denn die alte Weide stand mitten im Morast.


Gerd schreibt am 6. Juni 2016:

»Hallo Herr Bertram,

Brandenburg ist auch noch mit dabei!

Wir haben in den letzten Monaten still und etwas neidvoll die Morchel- und Maipilzfunde registriert, konnten aber wegen extremer Frühjahrstrockenheit nicht aktiv mitwirken.

So mussten wir uns mit Baumpilzen wie Judasohr und Schwefelporling begnügen. Die zwei diesbezüglichen Fotos sind auf der polnischen Seite der Oder entstanden, die Weide stand im hüfthohen Morast und ich kam nicht dichter heran, was schade war, denn es waren schöne große junge Pilze.

Die anderen beiden Fotos zeigen meine ersten gefundenen Maipilze überhaupt. Ich fand sie im Urlaub im Mai auf Rügen, dicht am Ufer des Greifswalder Boddens bei einem Spaziergang.







Foto: Und noch einmal Schwefelporlinge.


Dazu muß ich bemerken, daß das Pilzesuchen im Frühling eigentlich nicht in mein "Jagdschema" passt, aber der Pilzticker tut halt auch was dazu. Im Frühling ist der Garten mit Frühjahrsbestellung dran, Kartoffeln legen, Tomaten und Gurken pflanzen, Bohnen legen usw..

In meiner Kindheit ging´s mit den Pilzen beim Blaubeerpflücken im Juli los. Eher zufällig wurden dann die ersten Pfifferlinge entdeckt, meist von jemandem, dem der Rücken schmerzte bzw. von den Männern, denen die Pflückerei zu eintönig wurde. Das war dann natürlich eine willkommene Abwechslung!

Ich ließ augenblicklich die Blaubeerkanne stehen und ging auf Pfifferlings- und Birkenpilzsuche. Von Sommersteinpilzen wußte mein Opa wohl kaum etwas.

Damit bin ich beim Auslöser meiner Mail, Herr Bertram. Seit heute Nachmittag weiß ich nämlich: Sie wachsen im Oderland wieder!! 6 Sommersteinpilze, ein herrlicher Hexenröhrling, einige Frauentäublinge und etliche Pfifferlinge im Jugendstadium habe ich entdeckt! Alle wurden sorgsam mit Laub getarnt, um sie morgen oder übermorgen zu ernten oder wenigstens für den Pilzticker zu  fotografieren.







Foto: Dies waren die ersten Maipilze überhaupt, die Gerd fand. Er entdeckte sie am Greifswalder Bodden auf Rügen.

(3 Fotos © Gerd)


Nachdem es vor 10 Tagen, bedingt durch die Unwetter, auch bei uns endlich mal geregnet hat (ca. 25 Millimeter Niederschlag), beschlich mich in den letzten Tagen das Gefühl, dass ich mal gucken müsste. Nicht dass noch ein Konkurrent die Beute macht!

Heute konnte ich meine Frau zu einem Waldspaziergang überreden und in pilzträchtige Gebiete lenken. Alles andere ging von allein. Sie entdeckte die ersten Pfifferlinge und den schönen Hexenröhrling. Auf dem Heimweg dann am Wegesrand noch die Sommersteinis.

Morgen gibt's dann mit dem richtigem Schuhwerk und Fotoapparat frische Infos.

Also nochmals viele Grüße, Herr Bertram, an Sie sowie an alle Brandenburger Pilzsammler!

Eine tolle Website! Eigentlich würde ich es ja lieber geheimhalten, aber nun schreibe ich es:

Sie wachsen wieder!

Gerd aus dem Oderland«







Lausitz: Ein sonntäglicher Pilzgang mit vier Kilo Butterpilzen und einem bizarren Exoten


Foto: In solcher Landschaft, Nachfolgegebiet des Braunkohleabbaus, wachsen nicht selten erlesene Pilzspezialitäten wie Morcheln oder Böhmische Trüffeln. Und in den dort  aufgeforsteten Jungwäldern Steinpilze und Rotkappen. Und, wie Thomas herausfand, ein  Pilzexot namens Weißdorngitterrost. Mehr dazu weiter unten. (5 Fotos © Thomas)


Foto: Es sind wohl Ringlose Butterpilze, die Thomas am Sonntag im brandenburgischen Braunkohlegebiet gefunden hat. Was den Fund von Butterpilzen am sächsischen Markkleeberger See am gleichen Tag eindrucksvoll bestätigt.

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Thomas schreibt am 19. April 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich will kurz von meinem Sonntagsausflug in die Lausitzer Braunkohlefolgelandschaft berichten.

Eigentlich war ich auf der Suche nach Morcheln, denen ich seit nunmehr fünf Jahren erfolgslos hinterherlaufe. Leider war auch dieser Gang nicht von Erfolg gekrönt.

Was wir aber gefunden haben, hat mir die Sprache verschlagen: Innerhalb von zwei Stunden haben wir volle vier(!) Kilo Butterpilze zusammengetragen. Die gehören ja mit Sicherheit nicht in den April. So etwas habe ich noch nicht gehört. Ist wohl eine Klimaanormalität oder eine Folge der »gestörten Bodenverhältnisse« in der Braunkohlefolgelandschaft.


Sie wuchsen da, wo ich sie auch im Spätherbst suchen würde, nämlich an jungen Kiefern im niedrigen Gras.

Neben der giftigen Frühjahrslorchel (siehe Foto) haben wir noch einen ausgesprochen bizarren Pilz gefunden, der in einer Art Zypresse wuchs, vermutlich ein Wacholderstrauch. Beide sind auf den Fotos weiter unten zu sehen. 

Also, Pilzsuche lohnt sich in diesen Tagen. In der Lausitz dürfte man bei jungen Kiefern auch weiterhin Butterpilze finden. Die Regenfälle vom vergangenen Donnerstag haben immerhin etwas eingebracht.

Ein schönes Jahr und viel Pilzerfolg!

Beste Grüße Thomas«

Wolfgang schreibt dazu am 27. April 2016:

»Der exotische Pilz an Wacholder ist der Weißdorngitterrost (Gymnosporangium clavariforme).

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2 Fotos: Der unbekannte exotische Pilz (links) am Wacholderstrauch (rechts) erwies sich als Weißdorn- bzw. Wacholdergitterrost. Der arme Waldolderstrauch ist damit dem langsamen, aber sicheren Tod geweiht.

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Neuenhagen: Die ersten Winterpilze kamen zum Frühlingsbeginn


Foto: Die ersten Winterpilze zum Frühlingsbeginn fand Grufti, wie praktisch, in seinem Garten: Samtfußrüblinge. (Foto © Grufti)



Grufti schreibt am 4. März 2016:

»Hallo Pilzfreunde,

ich habe in unserem Garten in Neuenhagen bei Berlin an einem vor zwei Jahren abgesägten Hibiskusstubben meine ersten Winterpilze gefunden: Samtfußrüblinge

Liebe Grüße Grufti

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