Pilzticker Bawue 35 (Baden-Württemberg 35):
Funde vom 20.10.2014 - 28.10.2014



Pilzticker Bawue 35 (Baden-Württemberg 35)




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Baden-Württembergs




Taubertal: Schön anzuschauen ist er bisweilen, der Tod aus dem Nadelwald





Foto rechts: Was hier so farbenfroh aussieht, ist mit ziemlicher Sicherheit der Tod: Diese fünf unschuldig anmutenden Pilze sind mit großer Wahrscheinlichkeit Nadelholz- oder Gifthäublinge. Dafür sprechen, so der Pilzsachverständige Peter Rohland, die durchscheinenden Lamellen ebenso wie die Velumreste am Hut. Außerdem finden wir hier Hinweise auf den Nadelwald: Fichtenäste und einen Fichtenzapfen. Weit seltener kommen sie gebunden an tote Laubbäume vor. (Foto © Wiltrud)




Wiltrud schreibt am 28. Oktober 2014:

"Lieber Heinz Wilhelm,

ich kann es einfach nicht lassen und war heute nochmals im Wald.

Viel ist da nicht mehr los, was die Speisepilze betrifft. Einige Rotfuß- und Goldröhrlinge, sowie Schwefelköpfe. Doch da ich nicht sicher zwischen den einzelnen Arten - Grüne, Ziegelrote, Gesellige oder Rauchblättrige - unterscheiden kann, habe ich mich lieber nur an dem schönen Anblick erfreut.

Da nun die Hauptsaison vorbei ist, nutze ich die Zeit mit meinen verschieden Pilzbüchern. Denn bei den Pilzen lernt man nicht aus.

Auch Deinen klasse Pilz-Ticker werde ich oft besuchen.

Viele Grüße Wiltrud aus dem Taubertal"

Pilzticker Bawue 35



Immer noch beachtliche Steinpilzfunde für Michael und Edith in den Kronauer Wäldern


Foto: Dafür, dass  es sich neigt, kann sich Michaels Fund immer noch sehen lassen. Wer wäre in diesen Tagen nicht glücklich, solche Steinpilze und Krause Glucken zu finden. (2 Fotos © Michael)


Michael schreibt am 27. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

langsam aber sicher werden auch hier in meiner Region die Pilze weniger. Trotzdem war ich zusammen mit meiner Freundin heute in den Kronauer Wäldern auf Pilzsuche.

Unser Ergebnis war ein schöner gemischter Herbstpilzkorb bestehend aus knackigen jungen Steinpilzen, Maronen, Schwarzblauenden Röhrlingen, Semmelstoppel, Pfifferlingen, Goldröhrlingen, einem Butterpilz, einem Herbstrotfuß, zwei Lila Lacktrichterlingen und zwei mittlegroßen Krausen Glucken.

Mein kleines Zwischenfazit: einige Arten, u. a. Edelreizker, Parasole und Maronen, waren dieses Jahr kaum vertreten. Pfifferlinge, Täublinge aller Art und vor allem Schwarzblauende Röhrlinge traten hingegen treu und kräftig auf.

Ach ja, normalerweise verschone ich "Babypilze". Im vorliegenden Fall des Steinpilzdrillings ließ sich das nicht vermeiden, da die beiden Kleinen sich vom Großen nicht trennen wollten; siehe Foto rechts.

Viele Grüße Michael und Edith"

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Rhein-Neckar-Region: Mit einer herrlichen Röhrlingsparade geht's in die Winterpause


Foto: Ein toller Röhrlingsfund zum Saisonende: Claus und Angi präsentieren in schöner Aufmachung vier prächtige Steinpilze, die zwei linken vermutlich Sommersteinpilze, zwei knorrige Flockenstielige Hexenröhrlinge und einen Schwarm Maronen. Dazwischen versteckt eventuell auch zwei Rotfüßchen. (2 Fotos © Claus)


Claus und Angi schreiben am 27. Oktober 2014:

"Hallo,

hier noch Grüße aus dem Rhein-Neckar-Raum.

Auch wir haben noch ein paar Funde von Maronen, jungen Rotfüßen, Flockenstieligen Hexenröhrlingen und Steinpilzen zu melden. Vermutlich haben wir auch Parasole gesehen, ließen sie aber, da wir uns nicht sicher waren, vorsichtshalber stehen.

Das relativ warme Wetter und immer wieder Regen lassen die Pilze hier sprießen. Leider wird einer unserer Steinpilzplätze gerade etwas durch die Holzernte dezimiert. Aber Gott sei Dank kommen die Waldarbeiter nicht mit den großen Maschinen. Auch hier ließen sich noch Steinpilze finden. Ein stattlicher Steinpilzopa verabschiedete uns in unser persönlich gewähltes Saisonende. Er war leider total madig und zerfressen, durfte also stehenbleiben.

So geht für uns eine schöne Saison mit einem leckeren Korb zu Ende.

Leider haben wir uns diese Saison auch einen Korb mit einem Gallenröhling vermiest, aber ok, man lernt draus. Man, war das bitter.

Vielen Dank für diese tolle Homepage, die einen immer wieder ins Träumen und Staunen versetzt.

Claus und Angi"

Blau = Ungenießbar

Hallo Ihr Zwei,

ein wirklich toller Fund zum Saisonausklang! Es war richtig, die vermeintlichen Parasolpilze im Wald zu lassen, denn was man nicht kennt, hat im Wald zu bleiben. Es sei denn, man nimmt Pilze zum Bestimmen in einem Sonderkörbchen mit.

Ja, ein einziger Gallenede liefert eine ganze Pilzpfanne in die Biotonne. Vier solcher Fälle haben die ehrlichen "Finder" dieses Jahr dieser Website gemeldet. Aber man lernt draus - und so lange es "nur" Gallenröhrlinge sind...

Einen schöne ruhige Zeit wünscht Euch, bis zum nächsten Jahr,

mit besten Grüßen Heinz-Wilhelm

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Ein letzter Fund 2014 für Torben - und das Pilzkörbchen wird nun eingemottet

Torben schreibt am 27. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm, liebe Pilzfreunde,

der Pilzherbst neigt sich jetzt doch seinem Ende zu. Bei Bad Herrenalb war der Wald schon fast leer. Neben ein paar vereinzelten Nachzüglern wie Pifferlingen und  Hexenröhrlingen gab es noch einige Violette Rötelritterlinge, Herbstrotfüße und Trompetenpifferlinge. Alles in allem kam aber kaum mehr als ein Kilo zusammen.

Da die Saison besonders mit den Pfifferlingen in Deutschland und den Steinpilzen in Schweden richtig toll war, fällt es mir jetzt auch nicht schwer, das Pilzkörbchen für dieses Jahr einzumotten.

Allen, die mehr Ausdauer haben, wünsche ich noch viel Erfolg.

Bis zum nächsten Jahr, Torben"

Lieber Torben,

vielen Dank für Deine netten Worte und noch mehr für Dein einmaliges Mitwirken als Skandinavien-Pilzkorrespondent in diesem Jahr. Das war exklusiv und klasse!

Ich wünsche Dir eine schöne ruhige Zeit und freue mich im Namen der Pilzfreunde schon jetzt darauf, im kommenden Jahr wieder von Deinen Pilzwanderungen zu lesen.

Herzlichst Heinz-Wilhelm

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Es darf gestaunt werden: Im Rhein-Neckar-Raum wachsen sogar noch die Sommersteinpilze!


Foto: Hervorragende Ernte im späten Oktober: Oliver konnte sich über Steinpilze, Pfifferlinge, eine Parasole und einen Rotfußröhrling freuen.

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Foto rechts: Welch ein Anblick im hohen Herbst! Drei Steinpilze auf engstem Raum, eine kleine Familie. In wärmebegünstigten Regionen wie dem Rhein-Neckar-Raum darf man dort noch auf Steinpilze hoffen, wo sie in diesem allgemein starken Steinpilzjahr noch gar nicht oder nur spärlich wuchsen.




Oliver schreibt am 26. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

hier ist wieder Oliver aus dem Rhein-Neckar Raum.

Ich komme gerade mit meinem Vater aus dem Wald, diesmal nahe Oftersheim, Baden-Württemberg. Die Steinpilze sind noch immer da! Dazu fanden wir Pfifferlinge, Butterpilze und einen schönen Parasol.

Wir ließen viele kleine Steinpilze stehen, denken, dass es noch mindestens diese Woche mit unseren Lieblingspilzen weitergeht.

Der Madenbefall scheint weniger zu werden, die Pilze sind schön kräftig und fest. Anbei einige Bilder.

Viele Grüße Oliver

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2 Fotos: So standen sie da, die schönen Exemplare, als willkommene Vertreter ihrer Art. Links eine junge Parasole, ein so genannter Schlegel, rechts ein junger Steinpilz.

Pilzticker Bawue 35






Foto links: Weil sie so schön sind, zeigen wir auch noch diese herbstlichen Edelpilze. Die große Überraschung: Die drei Steinpilze sind lupenreine Sommersteinpilze, zu erkennen an ihren bräunlichen Stielen mit der feinen Netzzeichnung. Wer diese sehr schmackhaften Exemplare jetzt noch findet, ist einer von ihnen, nämlich ein Glückspilz! (5 Fotos © Oliver H.)





Rainers kleines, aber feines Alltagsrezept

Geröstetes Bauernbrot mit ein paar Tropfen Steinpilzöl und geriebenen Totentrompeten



Rainer schreibt am 22. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

hier im Schurwald scheinen sich die Röhrlinge in den Winterschlaf zu verabschieden. Sehr vereinzelt ein paar Maronen und ein kleiner Steinpilz, der offenbar keine Lust hat, jetzt schon ins Bett zu gehen. Ab und an einige Parasole und Schopftintlinge. Die große Party scheint vorbei zu sein.

Egal, die Vorräte an getrockneten Pilzen sind gesichert. Gläserweise Totentrompeten, Maronen, Steinpilze, Semmelstoppeln und andere versprechen leckere Mahlzeiten.

  • Wobei mir ja ein geröstetes Bauernbrot mit ein paar Tropfen Steinpilzöl und ein paar geriebenen Totentrompeten am liebsten ist.

Doch so ganz geben die Pilze noch nicht auf. Die Trompetenpfifferlinge - oder doch Gelbe Kraterellen? - gibt es noch zuhauf. 

Lieben Gruß Rainer"

Lieber Rainer,

Dein hier vorgestelltes geröstetes Bauernbrot schmeckt bis nach Leipzig; mir tropft der Zahn!

Herzliche Grüße nach Esslingen, Heinz-Wilhelm

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Kronach-Karlsdorf: Herrliche Esskastanien und Herbstpilze in Perfektion für Michael


Foto: Welch ein schönes Herbstmotiv von Michael mit Pilzen und Esskastanien! Maroni können - besonders nach Pilzgerichten - als Dessert eine kulinarische Krönung sein. Mehr dazu weiter unten.


Michael schreibt am 20. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich in meinem Karlsdörfer Waldstück zum Maroni sammeln, Esskastanien also, keine Pilze. Die herrlichen Maroni sind immer wieder eine große Bereicherung für die Herbstküche und für den Genuss besonders an kalten Tagen.

Naja, ganz ohne Pilze konnte ich dann doch nicht, so dass ich, trotz einsetzender Dämmerung, noch geschwind zu den Pferdekoppeln fuhr. Dort fand ich dann nahe der Birken sehr schöne Birkenpilze, Wiesenchampignons und einen Parasol. Dann wurde es auch schon dunkel.


Heute suchte ich erneut die Pferdekoppeln auf und fand noch einige perfekte Wiesenchampignons, Birkenpilze und kleine Parasole (siehe Foto rechts).

Alle auf den zwei Fotos gezeigten Pilze waren in einem außergewöhnlich guten Zustand!

Viele Grüße Michael"

(2 Fotos © Michael)

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Kleiner Exkurs Maroni (Esskastanien)

Der für seine Pilzküche international bekannte Starkoch Antonio Carluccio, geboren 1937, stellt in seinem grandiosen Buch "Pilze für Feinschmecker - 100 ganz besondere Pilzrezepte" zwei außergewöhnliche Dessert-Rezepte mit Maroni vor (bei ihm heißen sie "Maronen"): "Glacierte Maronen" und den "Genueser Maronenkuchen" (Seite 111).  Dabei schwelgt er in Kindheitserinnerungen im Piemont:

« Im Oktober und November lockten uns die Maronen hinaus in die Hügel, wo wir unsere Jagd- und Sammelleidenschaft ausleben konnten und zugleich das Gefühl hatten, etwas zum Wohl der Familie beizusteuern. Manchmal fanden wir, als zusätzliche Belohnung, auch Pilze.

Wieder zu Hause, rösteten wir Kinder einen Teil der Kastanien über dem Feuer und nutzten die Gelegenheit zu einem kleinen fröhlichen Fest. »


Tipp!
Carluccios "Pilze für Feinschmecker" ist ein MUSS für jeden kochbegeisterten Pilzfreund. Es lohnt sich, immer mal wieder nach dem nur noch antiquarisch erhältlichen Meisterwerk zu googeln . Derzeit ist es nicht für unter 119 Euro zu haben. Manchmal aber hat man Glück - und bekommt es für 10 bis 15 Euro.

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