Pilzticker NRW 8:
Funde vom 03.10.2014 - 19.10.2014



Pilzticker NRW 8




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Bergisches Land: Im neu entdeckten Wald warteten die Pfifferlinge kiloweise auf Jochen


Foto: Stimmung am Waldrand vor dem Pilzgang. In diesem Postkartenidyll parkt Jochen immer sein Auto, bevor er in seine Pilzreviere geht. Wer würde nicht gerne dabeisein?

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Jochen schreibt am 19. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

hier meine wöchentliche Pilzpost aus dem Bergischen Land.

Ich konnte es nicht lassen, also bin ich am Samstag wieder in aller Hergottsfrühe los. Kein anderer Pilzssammler weit und breit. Das ist gut, denn im Wald bin ich lieber allein. Ich war zwar in meinem Stammgebiet, habe aber heute ausgenutzt, dass meine Regierung bis 14 Uhr arbeiten musste, indem ich meine Gebiete ausgedehnt habe.

Es hat sich gelohnt! In meinen Stammgebieten stehen jetzt wieder junge knackige Maronen (siehe nächstes Foto), wenn zum Teil auch schon verwurmt. Denn es sind auch gänzlich unversehrte dabei.


Im Mischwald aus Fichten und Rotbuchen machen es sich neben den Fliegenpilzen  die Pfefferröhrlinge bequem; von Steinpilzen aber, dem eigentlich Dritten im Bunde, fehlt derzeit leider jede Spur. 

Die Anisegerlinge wachsen dieses Jahr ganz zuverlässig jede Woche aufs Neue. Am Fuße meines besten Maronenhanges ist es sehr feucht und moosig, was hunderte Trompetenpfifferlinge oder Gelbe Kraterellen zum imposanten Auftritt nutzen. Ich bin mir hier nicht ganz sicher, weil die Stiele für Trompetenpfifferlinge eigentlich zu gelb sind. So habe ich mir nur einige wenige mitgenommen, um sie näher zu bestimmen. Auf jeden Fall sind sie essbar, denn ich lebe noch.

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Nun zu meinen neuen Gebieten. In einem recht moosigen Mischwald aus Fichten und verschiedenen Laubbäumen stellte sich beachtlicher Erfolg ein. Es gab Pfifferlinge und Samtige Leistlinge in Hülle und Fülle. Von beiden Sorten habe ich lediglich für den Frischverbrauch am Wochenende geerntet. Ergo habe ich viel für den Pilznachwuchs getan. Ich denke, dass noch einige Kilo Pfifferlinge stehen.


Foto: Diese herbstliche Pilzernte ist für Jochen herausgesprungen. Imponierend ist zum Teil die Größe der Pfifferlinge. Kilo von ihnen, vermutet Jochen, stehen noch im Wald - für seinen nächsten Gang. (3 Fotos © Jochen O.)



Aus den Pfifferlingen wurde dann ein herrliches Schweinefilet-Gericht mit Pfifferlings-Sahne-Soße zubereitet. Lecker!

Ich hoffe, nächste Woche noch einen weiteren Gang machen zu können, denn danach bin ich im Urlaub und mit Sicherheit ist die Hauptsaison Ende November vorbei. Obwohl ich mittlerweile glaube, dass in diesem Pilzjahr alles möglich ist.

Liebe Grüße aus Leverkusen, Jochen"

Hallo Jochen,

Deine namentlich gesuchten Pilze sind Gelbstielige Trompetenpfifferlinge. Es gibt bei den Trompetenpfifferlinge fünf sehr schwer voneinander zu unterscheidende Variationen, die zu unserer Freude allesamt essbar sind.

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Wachtendonk: Ein Steinpilz-Rekord aus dem Straßengraben


Foto: Welch ein Trümmer von einem Steinpilz! Man sieht dem Kilo-Goliath seine Unversehrtheit fast an. Glückwunsch zu diesem wirklich respektablen Fund! (Foto © Familie B./Privat)


Ulrike schreibt am 15. Oktober 2014:

"Liebe Pilzfreunde,

Neues aus Wachtendonk am Niederrhein an der Grenze zu Holland:

Zufallsfund im Straßengraben! Gestern fand mein Mann bei einer Fahrradtour einen wirklich gigantischen Steinpilz. Gewogen und vermessen, brachte er 1046 Gramm auf die Waage, war 22 cm hoch und hatte einen Hutdurchmesser von 24 Zentimetern.

Und das Schönste: Er war madenfrei und voll verwertbar!

Grüße an alle Pilzfreunde!"

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Ein Dutzend bester Steinpilze beim Schloss Bensberg in Bergisch-Gladbach


Peter schreibt am 14. Oktober 2014:

Hallo Pilzfreunde,

ja, es gibt sie noch, die Steinpilze, wenn auch nicht in Mengen. Dafür sind sie voll und ganz verwendbar, ohne Würmer und Maden. Ich habe noch einiges Anderes an Pilzen gesehen, überwiegend Semmelstoppeln.

Das Foto zeigt nur den halben Fund meiner Steinpilze, aufgenommen zu Beginn. Zum Schluss waren 12 Stück beizusammen, allesamt gefunden in einem Buchenwäldchen hinter dem Bensberger Schloss in Bergisch Gladbach.

Viele Grüße Peter aus Köln" 

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Jochen ist immer noch sehr zufrieden: "Man muss halt mal länger suchen"


Foto: Eine schöne Ernte dafür, dass Jochen den Kopf freikriegen wollte. Semmelstoppelpilze, Anischampigons und Maronenröhrlinge dominieren den Fund.

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Jochen schreibt am 11. Oktober 2014:

"Leverkusen - Burscheid

Hallo Heinz-Wilhelm,

mal wieder ich, beste Grüße aus Leverkusen.

Nach einem harten Dienst vergangenes Wochenende inkl. Feiertag und der sich anschließenden Woche wollte ich mal wieder raus, um den Kopf freizukriegen. Am besten geht das im Wald.

So bin ich heute früh los, es war 7:15 Uhr und im Wald noch stockfinster. Ich also mit Messer, Korb und guter Laune los. Mein Parkplatz liegt an einer Pferdeweide, zwei Tiere begrüßten mich. Im Tal dräute der Nebel, bei 9 Grad war die Luft angenehm frisch. Da es die letzten Tage gut geregnet hatte, lag dieser besondere Frischeduft in der Luft. Wie immer um diese Uhrzeit war kein Mensch unterwegs und ich habe auch keinen während der gesamten Pilzwanderung gesehen.


2 Fotos: Maronenröhrlinge wie im linken Foto und Anisegerlinge (rechts) zählten hauptsächlich zu Jochens Ernte.


Erst mal ab zu meinen Steinpilzstellen. Wegen der noch schlechten Lichtverhältnisse habe ich lange und mit Argusaugen gesucht; bis auf zwei Goldröhrlinge Fehlanzeige. Also weiter, und siehe da, die Feuchtigkeit und die relativ milden Temperaturen haben auch das Pilzwachstum gefördert.

An einer meiner Lieblingsplätze, bei jetzt guten Lichtverhältnissen, dann endlich Fliegenpilze (siehe Foto unten) und zwei Pfefferröhrlinge. Beide weisen sie ja auf gute Verhältnisse für Steinpilze hin. Doch nicht einen fand ich.


Dafür wachsen aber wieder die Maronen, von denen ich einige schöne fand, auch wenn ich feststellen musste, dass es ab sofort wieder "Pilze suchen" und nicht "Pilze sammeln" heißt. Doch ich will nicht klagen, denn in den vergangenen Wochen wurde ich ja beinahe mit "Pilze abholen" verwöhnt, so herrlich standen sie in diesem Jahr da.

Mein dreistündiger Gang ergab am Ende doch eine gute Ausbeute mit einigen Maronen, zwei Goldröhrlingen, zwei Pfefferröhrlingen und jeder Menge Semmelstoppelpilze, wovon ich dieses Mal 20 besonders schöne junge Exemplare mitgenommen habe. Weiterhin gab es einige Anisegerlinge sowieTrompetenpfifferlinge.

Jeder Pilzgang versorgt mich mit ausreichend Frischpilzen, so dass die eingefrorenen unangetastet bleiben.

Mein Fazit lautet, die "Überschusssaison" ist vorbei, es herrschen jetzt wieder Verhältnisse wie in normalen Pilzjahren. Man muss halt mal länger suchen.

Bis demnächst, Jochen"

(4 Fotos © Jochen O.)

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Herscheid: Ein ganz unplanmäßiger rekordträchtiger Pilzgang mit 50-Meter-Reihen köstlicher Semmelstoppelpilze

Foto: Das goldige Ergebnis eines Waldganges, der eher dazu dienen sollte, den Kopf freizukriegen. Wir sehen von links zwei Mal Semmelstoppelpilze, einen Korb Pfifferlinge, eine Krause Glucke und rechts unten drei Sorten Röhrlinge.  (Foto © Wolf)


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Wolf schreibt am 6. Oktober 2014:

"Hallo liebe Pilzfreunde,

ich war heute noch einmal in "meinem" Revier nahe Herscheid.

Vorrangig wollte ich im Wald mal den Kopf richtig frei bekommen von viel zu viel Arbeit. Mit neuen Fruchtkörpern hatte ich nicht mehr gerechnet.

Zwei Stunden später hatte sich in meinem bei Waldspaziergängen dann doch obligatorischen Einkaufsnetz allerhand eingefunden:

Drei schöne Krause Glucken mit 700 Gramm Gesamtgewicht, drei knackige Espenrotkappen, die größte von 480 Gramm, zwei kleine Maronen und drei Birkenpilze.

In meinem T-Shirt lagerten 600 Gramm Pfifferlinge und in meiner Weste noch zwei Kilo Semmelstoppelpilze!

Die waren heute übrigens in Massen zu finden. Grob geschätzt, bin ich an weiteren 15 Kilo, teilweise in Hexenringen von bis zu zehn Metern Durchmesser, und an zweispurigen Pilzstraßen über 50 Meter in Reihe am Hang vorbei gelaufen. Wahnsinn!

Es hat sich also heute einmal mehr, wenn auch völlig unerwartet, voll gelohnt. Kopf frei und diverse Vorratsbehälter rappelvoll! 

Liebe Grüße aus dem Ruhrpott, Wolf

P.S.: Die Semmelstoppelpilze finde ich übrigens echt klasse, die haben hier heute in der Pfanne Premiere. Die in 30 Jahren ebenfalls noch nie gefundene Krause Glucke schmeckt irgendwie nach... gar nix. Außer nach guter Panade und guter Butter."

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Bergisches Land: Es sind noch gute Speisepilze in den Wäldern, sogar junge Steinpilze


Foto: In den Wäldern des Bergischen Landes gibt es noch gute Speisepilze, wenn auch nicht mehr in den großen Mengen wie vor einem Monat. Jochen konnte sich über eine schöne Mischpilzpfanne freuen. 


Jochen schreibt am 6. Oktober 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich hatte am Donnerstag frei und bin los in "meine" Reviere.

Es gibt noch Speisepilze in den Wäldern von NRW. Wenn auch nicht in der Hülle und Fülle wie vor vier Wochen, aber es sind noch gute Pilze da. Neben zwei großen und zwei kleinen Steinpilzen, einer frischer Marone, einigen Pfifferlingen und Perlpilzen hatte ich noch relativ gute Ausbeute an frischen Anisegerlingen.

Alles in allem eine schöne Mischpilzpfanne.

Liebe Grüße Jochen"

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Leider keine Speisepilze mehr in den Wäldern des Bergischen Landes

Buddhist schreibt am 3. Oktober 2014:

"Seit vielen Tagen sind bei uns im Bergischen Land, Großraum Wuppertal, die Wälder so gut wie leer von Speisepilzen.

Wir gehen davon aus, dass die Pilzsaison bei uns gelaufen ist."


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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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