Pilzticker Hessen 1:
Funde vom 03.08.2012 bis 22.09.2012



Pilzticker Hessen 1





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Übersicht aller bisherigen Hessen-Pilzticker




Aar-Höhenweg, Rheingau-Taunus-Kreis

Wieland schreibt am 22. September 2012:

"Hallo,

leider noch nicht viel los im Rheingau-Taunus-Kreis. Auf unserer heutigen Wanderung auf dem Aar-Höhenweg haben wir so gut wie nichts gefunden. Nur ein paar Nebelgraue Trichterlinge kündigen den frühen Herbst an."


Foto: Nebelgraue Trichterlinge im herbstlichen Wald. Sie sind, wie Wieland schreibt, unter den Pilzen die ersten Herbstverkünder. Häufig wachsen sie, wie hier, in (großen) Hexenringen oder in einer Reihen.

Sie enthalten Lektine, die zur Zerklumpung und Zersetzung von roten Blutkörperchen führen können. Bei gründlichem Abkochen zerfallen sie jedoch in harmlose Bestandteile.

Dennoch: Die Nebelkappe, wie sie auch heißt, wird nicht von jedermann vertragen, kann auch trotz Abkochens individuell zu Erbrechen und Übelkeit führen. Ob Karl Berchtold aus Gauting/Obb. hier deshalb so kritisch schaut? Nein, er mustert die Bäume ringsum. Nebelgraue Trichterlinge wachsen - siehe Foto - vorzugsweise bei Rotbuchen.

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Reinhardswald, Fuldatal, Nordhessen

Joachim schreibt am 18. September 2012:

"Hallo,

heute war ich an "meiner" Stelle im Reinhardswald/Nordhessen. Da stehen in der Saison die Steinpilze, Maronen, Hexenröhrlinge und auch Gallenröhrlinge für gewöhnlich mitten auf den bemoosten Brandschneisen - also mitten auf dem Weg.

Heute gerade mal zwei Steinpilze. Ein kleiner unter Moos und ein großer mitten in einer Erika-Pflanze. Ich schätze, es ist trotz Regens letzte Woche und viel Bodennebels noch zu trocken."

Hallo Joachim,

Vielen Dank für die Meldung. Ich sehe es genauso. Wir hatten hier in der Leipziger Tieflandsbucht vor eineinhalb Wochen auch ein paar Stunden Regen - das war zu wenig. Am nächsten Tag ein bisschen Wind - und der Boden war gleich wieder knochentrocken. Es fehlen derzeit die ergiebigen Herbstschauer - und nachfolgend milde Tage. Aber es kommt!

In diesem Sinne viele Grüße von

Heinz-Wilhelm

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Hohe Wurzel, 618m-Berg des Untertaunus, Rheingau-Taunus-Kreis

Wieland schreibt am 17. September 2012:

"Hallo,

im Bereich der Hohen Wurzel/Untertaunus haben wir vier frische Netzstielige Hexenröhrlinge gefunden, aber das war auch schon alles. Wir hoffen auf die nächsten Wochen.

Viele Grüße aus dem Rheingau-Taunus-Kreis!"


Foto: Wahre Prachtknubbel von Netzstieligen Hexenröhrlingen (Boletus luridus), einer davon in der typischen Blaufärbung. Wie die Steinpilze, so machen auch sie sich im jungen Pilzherbst noch rar.


Hallo Wieland,

vielen Dank. Es fällt auf, dass in diesem Pilzherbst die Röhrlinge bisher mehr oder weniger nur Einzelfunde ergeben, in ganz Deutschland. Die Steinpilzschwemme in Oberbayern vor eineinhalb, zwei Wochen war ja noch mehr oder weniger in den Sommer gefallen.

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Bad Homburger Hardtwald, Ausläufer des Taunusgebirges

Lenka schreibt am 14. September 2012:

"Vielen Dank für diese Pilzseite!

Ich dachte, ich sei die einzig Pilzinfizierte; wie schön, es gibt ganz viele von uns!

Mein "Jagdrevier" ist der Bad Homburger Hardtwald. Dort sprießen allmählich meine Steinpilze, allesamt im Rotbuchenbestand; auch Flockenstielige Hexenröhrlinge gibt es viele, und Filzröhrlinge aller Art haben wir auch. Sogar den Bereiften Rotfußröhrling (Xerocomus pruinatus) und den Blutroten Filzröhrling (Xerocomus rubellus).

Die Maronenröhrlinge lassen sich noch nicht wieder blicken, im Juli hatten sie einen kurzen Auftritt. Totentrompeten habe ich dieses Jahr noch gar nicht gesichtet (die Lieblingsbuche steht unter Beobachtung). Auch die Violetten Lacktrichterlinge lassen noch auf sich warten.

Goldröhrlinge gab's schon im Juli, auch sie sind noch nicht wiedergekommen. Heute habe ich erstmals einen Täubling mitgenommen - und kann ihn leider nicht genau bestimmen: Frauentäubling oder Grüngefeldeter Täubling? Schmeckt mild und riecht gut, aber bevor er in die Pfanne wandert und ich mich von dieser Welt verabschiede, wollte ich für die tolle Website gedankt haben! :)

Herzliche Grüße

Lenka Odemer"

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Hallo Lenka,

ein nicht alltägliches, sehr lesenswertes Pilzgemälde hast Du uns da geschickt! Es zeigt sehr gut, was derzeit so im Anmarsch auf den Pilzherbst ist, und dazu hast Du Deine Angaben in schöne Worte verpackt. Man glaubt, Deinen Wald zu sehen und die Pilze zu riechen. Vielen Dank dafür!

Weiterhin guten Erfolg und viele Grüße

Heinz-Wilhelm

Wiesbadener Stadtwald: Steinpilze im Anmarsch

Anna schreibt am 9. September 2012:

"Hallo,

ich war heute ohne viel Hoffnung im Wald und wurde überrascht von einer kleinen Fülle:

Es gab etliche wunderbar kleine junge Steinpilze, kleine Hexenröhrlinge, viele frische Grünfelderige Täublinge, andere gelbe, grüne, rosarote milde Täublinge (es ist so schwer, sie zu identifizieren), dazu Rotfußröhrlinge, Maronen, Blutrote Röhrlinge.

Das macht doch Hoffnung!

PS: Es war heiß und trocken, aber es scheint, dass die kühlen, feuchten Nächte das Pilzwachstum fördern.

Liebe Grüße

Anna"

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Wiesbadener Stadtwald


Anna schreibt am 2. September 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern am 01.09.2012, war ich in "meinem" Wald und hatte eine mittlere Ausbeute:

Etliche Grüngefelderte Täublinge sowie einige milde gelbe Täublinge, drei Gelbe Raufüsse, kleine Maronenröhrlinge, Behangene Faserlinge, wenige Rote Lacktrichterlinge, einige Pfifferlinge und einen Semmelstoppelpilz sowie eine schöne Ziegenlippe.

Dazu zum Anschauen diverse Rüblinge, viele Gelbe Knollenblätterpilze, Duftstachelinge, Boviste und Stinkmorcheln. Insgesamt ein schöner Tag, sonnig und mild nach einigen Regenschauern.

Viele Grüße, Anna"

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Rüsselsheim, Mönchbruch

Angelika schreibt am 24. August 2012

"Hallo aus Mainz!

Heftige Regenfälle und Gewitter (ich konnte kaum schlafen, unsere Hunde saßen auf uns drauf und wollten getröstet werden, während das Gewitter unsere Bude wackeln ließ) ;O)))...

Also, der Wald vorwiegend Buche mit Kiefer, ein paar Eichen; überall Wühlspuren von Wildwutzen...

Frauentäublinge ohne Wurm- und Fraßspuren, grüne Hüte, zwei Parasolen (ich bin immer noch Kind genug, um mich über den verschiebbaren Ring zu freuen ;O); Sklerotien-Stielporlinge an mehreren gesägten bzw. gefallenen Buchenästen u. -stämmen.

Angeblich riechen sie wenig bis gar nicht - aber sie haben genug nach "Pilz" gerochen, dass ich vom Weg herunter ins Totholz gegangen bin und sie gefunden habe...

Sonst aktuell nix, leider...

LG, Angelika"

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Wie bereitet man Grünfelderige Täublinge zu?

Anna fragt am 3. August 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

die Grünfelderigen Täublinge gibt es bei uns recht häufig, aber leider sind sie sehr oft von Maden heimgesucht. Wie bereitest Du sie denn zu?

Gruß Anna"



Zwei Rezepte mit Grünfelderigen Täublingen





Grünfelderige oder Grüngefelderte Täublinge zählen zu den wohlschmeckendsten Täublingen; für nicht wenige Pilzfreunde sind sie sogar die besten aller Täublinge. In der französischen Spitzenküche stehen sie auf einer Ebene mit der Périgordtrüffel (Tuber melanosporum Vitt.)

Hier stelle ich zwei Rezepte vor: 

1. Vorspeise von Forellen und Grünfelderigen Täublingen


Zutaten: 2 große Forellen, 4-5 große Grüngefelderte Täublinge, 1 Knolle Sellerie, der Saft von 2 Zitronen, 3, 4 Blätter Rucola, 200 Gramm Parmesan, Olivenöl, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Die Forellen reinigen, waschen und mit einem Geschirrtuch bzw. Küchenpapier trocken. Die Fische ganz lassen und im Dampf garen. Wenn gegart, vorsichtig Haut, Gräten und Innereien entfernen. Das übrig gebliebene Fleisch kommt, möglichst in groben Stücken, in eine Schüssel.

Den Sellerie reinigen und in dünne Scheiben schneiden oder raspeln und in eine zweite Schüssel geben. Die Täublinge ebenfalls in Scheiben schneiden und zu den Selleriescheiben geben. Gehobelten Parmesan darüber.

Dann wird eine Soße durch Mixen des Olivenöls mit dem gefilterten Saft der Zitrone, Salz und Pfeffer und den feingehackten Rucolablättern hergestellt. Die Soße an den Sellerie-Pilz-Parmesan-Mix geben. Sehr umsichtig umrühren und auf kleiner Stufe einige Minuten köcheln lassen.

Danach über die Forellenstücke geben und vor dem Servieren abkühlen lassen.

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Foto rechts: Ein Grüngefelderter Täubling. Die tastbaren Flecken in von Pilz zu Pilz unterschiedlichen Grüntönen - von blassem Grün über Grasgrün bis hin zu Patina- oder Spangrün - sind sein dominierendes Merkmal. Er liebt Rotbuchen- und Eichenwälder, bisweilen auch Hainbuchen. Meist wächst er im Gras. Dass er in vielen Wäldern nie vorkommt, hat einen Grund: Er mag keine Kalkböden (Foto © Paffka)




2. Grünfelderige Täublinge an Spinatsalat

Zutaten: 300 Gramm frischen, jungen, zarten Spinat, 300 Gramm Grüngefelderte Täublinge, 1 kleine rote Zwiebel, 1 große Knoblauchzehe, möglichst frischen Thymian, 70 Gramm würziger Gorgonzola, Extra natives Olivenöl, Weißweinessig, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Den Spinat gründlich waschen und abtropfen lassen und in einer Salatschüssel auslegen. Zu große Blätter durch Zupfen zerkleinern. Die Täublinge in mundfertige Scheiben schneiden und umsichtig unter die Spinatblätter mischen.

Die Rote Zwiebel in dünne feine Ringe schneiden und in eine zweite Schüssel geben. Den Gorgonzola darüber zerbröckeln. Das Native Olivenöl mit Essig, Salz und Pfeffer gut durchmixen, dann fein gehackten Knoblauch und Thymian dazugeben. Die Soße auf den Spinat und die Täublinge geben.

Vorsichtig umrühren und auf kleiner oder kleinster Stufe ein paar Minuten köcheln lassen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.

Tipp 1: Mit genau den gleichen Zutaten - der Spinat wird nur durch Feldsalat ersetzt - lässt sich auch prima ein Salat aus Feldsalat und Grünfelderigen Täublingen zubereiten. Er wird natürlich nicht erhitzt, ebenso die Pilze nicht:

Tipp 2: Grünfelderige Täublinge sind zum Rohverzehr geeignet.

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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