Pilzticker Bawue 94: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 25.06.2017 - 16.07.2017



Pilzticker Bawue 94




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Bad Herrenalb: Die Pfifferlinge dem Urlaubsheimkehrer vor der Nase weggeschnappt


Svenja und Andreas schreiben am 16. Juli 2017:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

endlich können auch wir den ersten Fund in 2017 melden. Nachdem bisher weder Zeit noch Niederschlag vorhanden waren, ging es einige Tage nach ergiebigem Regen diesen Sonntag zum ersten Mal gezielt Richtung Schwammerl.

Wir ließen die Landesgartenschau in Bad Herrenalb links liegen und marschierten vom Waldparkplatz »Am Wurstberg« entlang des Albtalweges zur Plotzsägmühle. Von dort weiter Richtung Döbel und zurück nach Bad Herrenalb.

Wir fanden eine wunderschöne Breitblättrige Glucke (Foto rechts), einen Netzstieligen Hexenröhrling und immer mal wieder vereinzelt Pfifferlinge. Aus Versehen entriss ich dem Wald auch einen Schönfußröhrling oder Satanspilz, bin da nicht sicher und kann auch keine genauen Angaben zum pH-Wert des Standortes machen. Unterhalb der Skiwiese gab es zusätzlich ein paar Champignons.

Als wir fast wieder am Parkplatz waren, traf uns fast der (Pfiffer-)Schlag. Direkt an der Straße am Ortsrand war der Hang voll mit besten Pfifferlingen. Wir machten uns also an die Ernte, während unser Wachhund die Beute hütete.

Sogleich gesellte sich eine Anwohnerin zu uns und erklärte, dass normalerweise ihr Nachbar hier fleißig erntet, dieser aber erst im Laufe des Abends aus dem Urlaub zurückkäme. Wir ließen jedoch genügend Winzlinge und Jungexemplare stehen, sodass für Nachschub gesorgt ist. Gratis gab es noch einen Tipp für eine tolle Steinpilzstelle direkt in der Nähe (für den Herbst).

Abends gab es dann ein tolles Essen. Die Glucke wurde paniert und gebraten und konnte neben den Pfiffern sogar als Solo-Gericht beeindrucken. Ich habe allerdings erst jetzt bei der gründlichen Nachrecherche festgestellt, dass die Breitblättrige Glucke recht selten ist, es war selber mein erster Fund. In Zukunft werde ich sie daher wohl im Wald lassen, auch wenn sie geschmacklich wirklich 1A war.

Allen Pilzfreunden eine fröhliche und erfolgreiche Suche!

Svenja und Andreas mit Vlore«

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Foto: Pass schön auf! Die Pfifferlinge sind vorübergehend in bester Obhut, so dass Svenja und Andreas entspannt weitersuchen können. (3 Fotos © Svenja)

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Kronau: Ein Rotkäppchen und Pilze, die den Butterpreis erhöhten


Foto: Das Rotkäppchen, das aus Michaels Fund heraussticht, dürfte ein Apfeltäubling sein, der zu den besten Täublingsarten zählt. (2 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 15. Juli 2017:

Hallo Heinz-Wilhelm,

nach langer Trockenheit regnete es vor drei Tagen endlich mal wieder so richtig. Es war zwar noch etwas zu früh, aber ich begab mich heute trotzdem in den Wald.

Und tatsächlich bewegte der Regen einige Pilze dazu, an die Oberfläche zu kommen. Ich erntete verschiedene essbare Täublinge, Rotfuß- und Filzröhrlinge und Pfiffers. Das reichte allemal für ein köstliches Pilzomelett.

Außerdem konnte ich einige Gestreifte Teuerlinge (Foto rechts) ablichten. Ob diese mir wohl einen satten Geldsegen vorhersagen?

Gruß Michael«

Lieber Michael,

ich fürchte eher das Gegenteil: Man sagt, wenn man Teuerlinge findet, wird alles teurer. Vermutlich standen sie schon da, als vor einer Woche der Butterpreis auf 1,79 Euro für 250 Gramm stieg...

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Ein schöner Eichhase für Nicole aus dem Taubertal


Nicole schreibt am 12. Juli 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde,

ein wahres Prachtstück von einem Eichhasen (Foto rechts) fand ich heute bei einer kurzen Stippvisite in einem Bestand mit jungen Eichen.

Wie Ihr seht, wuchs das schöne Stück allerdings auf einem alten, schon reichlich übermoosten Eichenstumpf.

Aus dem Taubertal grüßt Euch Nicole«

(Foto © Nicole)




Landkreis Emmendingen: Olivers Freude über »gut versteckte Pfifferlinge« und einige Hexeneier


Oliver schreibt am 10. Juli 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

die Hauptzeit beginnt besser als im vergangenen Jahr, wo es bei uns im südwestlichen Schwarzwald nur ganz wenige Pilze gab. Immerhin gab es für mich heute gut versteckte Pfifferlinge (Foto rechts) sowie einige Hexeneier

(Foto © Oliver)








Schwäbische Alb: Ein einsamer Gelbporiger Raufuß rettet die Ehre der gesamten Speisepilze


Christian schreibt am 1. Juli 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern fand ich auf meinem Spaziergang einen seltenen Gelbporigen Raufußröhrling.

Diese Pilzart hat oft eine faserig-rissige Huthaut, die auf dem Foto gut zur Geltung kommt. Ich habe noch ein zweites Bild beigefügt, um auch seine gelben Röhren zu zeigen, die häufig ins Olivgelbe gehen.

Bei uns auf der Alb ist es immer noch viel zu trocken.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende von Christian«

(2 Fotos © Christian M.)

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Taubertal: Trotz der Trockenheit fanden sieben verschiedene Speisepilzarten Platz im Korb

Nicole schreibt am 29. Juni 2017:

»Hallo Pilzfreunde, hallo Heinz-Wilhelm,

trotz der Trockenheit gingen wir, meine Mutter und ich, vorgestern im Taubertal Pilze sammeln.

Wir machten reichlich Strecke und füllten unsere Körbchen mit einer ansehnlichen Auswahl an leckeren Pilzen. Das waren im Einzelnen Lungenseitlinge, Perlpilze, Steinpilz, Pfifferlinge, Speisetäublinge, schöne fleischige Frauentäublinge sowie ein Hexenröhrling. 

Grüße aus dem Taubertal an alle Pilzfreunde von Nicole«

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Mühlacker/Ötisheim: Seitlinge mit selten dicken Stielen


Achim schreibt am 25. Juni 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich verfolge begeistert regelmäßig die aktuellen Pilztickermeldungen und habe gedacht, auch einmal etwas beizusteuern. Besondere Freude bereitet es mir, wenn ich eine neue Art das erste Mal entdecke oder eine, die ich bisher nur von Bildern kannte.

Heute machten wir uns mit einer kleinen Gruppe von 13 Leuten auf eine ca. dreieinhalbstündige Wanderung im Raum Mühlacker/Ötisheim entlang der Eppinger Linie.

Unsere Erwartungen bei bestem Wetter waren aufgrund der langen Trockenheit nicht allzu groß; wohlweislich hatte ich dennoch eine kleine Papiertüte im Rucksack dabei. 

Meine Frau entdeckte die schönen Exemplare, die auf den zwei Fotos zu bestaunen sind, als erste. Da ich nur Hobbypilzsammler bin, konnte ich sie zwar als Seitlinge identifizieren, nahm sie jedoch zur genauen Bestimmung mit nach Hause.

Auf dem weiteren Weg begegneten uns noch zwei Dutzend vertrocknete Artgenossen. Handelt es sich wohl um Lungenseitlinge oder Rillstielige Seitlinge?

Herzliche Pilzgrüße aus dem Süden, Achim«

(2 Fotos © Achim)

Hallo Achim,

leider fehlen Angaben zum Namen des Baumwirtes und zum Geruch, die wichtig wären. Mit dem Pilzsachverständigen Christian Olsson aus dem Vogtlandkreis/Sachsen komme ich überein, dass es sich tendenziell um Lungenseitlinge mit imposant dicken Stielen handelt.

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

Achim erwidert am 26. Juni 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

Wirtsbaum war Buche (am Totholz), der Geruch war angenehm pilzig. Leider haben die Maden sich auch schon drüber hergemacht, allerdings nur im Hut, nicht im Stiel, die kärglichen Reste haben wir umso mehr genossen - absolut lecker!

Herzliche Grüße Achim & Christiane«

Hallo Achim,

Buchentotholz als Substrat spricht deutlich für den Lungenseitling. Und ja, er ist ein Speisepilz der Spitzenklasse!

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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