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Sehr lesenswert!

Wird der Tulpenbaum die neue Esche für die Speisemorchel?


Thomas vom Pilz-Ticker BaWue zur Pilznachricht von Florian vom 3. Mai 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Deinen Ausführungen möchte ich noch eine Kleinigkeit hinzufügen, obwohl Du eigentlich schon alle wichtigen Details aufgeführt hast.

Nach meiner Erfahrung kommen zu Deinen aufgeführten Sträuchern, die in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit der Speisemorchel stehen, noch einige weitere und wichtige Pflanzen hinzu.

Zuerst sei die große Familie der Rosengewächse erwähnt, wozu auch der Weißdorn, die Schlehe, die Hundsrose (Hagebutte), Himbeeren und Brombeeren zählen.

Des Weiteren gehören auch Obstbäume wie zum Beispiel Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und einige mehr zur Familie der Rosengewächse. Nicht zu vergessen ist eben auch der Kirschlorbeer, der in der gleichen Familie zuhause ist, in dessen Nähe ich auch schon vereinzelte Funde von Speisemorcheln machen konnte. Allerdings haben sich in den Folgejahren diese Funde in den wenigsten Fällen wiederholt.


Foto: Zwei Speisemorcheln in der Nähe einer Esche. Thomas beobachtet, dass der nordamerikanische Tulpenbaum eine ähnliche Anziehungskraft für diese Pilzart hat wie die vom Aussterben bedrohte Esche. Das Foto vom 11. Mai 2021 verdanken wir Pilzfreund Arnold aus Hannover. (Archivfoto © Arnold)

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Das Gleiche gilt auch für Speisemorcheln, die ich unter oder bei Forsythien und Flieder finden konnte, wobei diese wiederum zur Familie der Ölbaumgewächse gehören. Das bekannteste Mitglied dieser Familie ist wohl der Olivenbaum, aber auch unsere heimische Esche gehört dazu. Selbst in Olivenbaum-Plantagen im warmen Spanien oder Griechenland lassen sich bei ausreichend Feuchtigkeit Morcheln finden.

Weiter zu erwähnen sind auch die Magnoliengewächse, unter denen sich die Speisemorcheln auch nicht selten wohl fühlen. Zu dieser Familie gehört zum Beispiel der Tulpenbaum aus Nordamerika, der bis zur letzten Eiszeit auch bei uns heimisch war und wieder vermehrt in Deutschland angepflanzt wird. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit und der Tatsache dass die Morchel sehr gut mit ihm kann, wird er vielleicht unsere Esche der Zukunft.

Was die unterschiedlichen Böden betrifft, möchte ich noch anmerken, dass ich auch nach Fertigstellung größerer Baustellen - ohne jegliche Bepflanzung(!) - schon Speisemorcheln finden konnte. Auch Aufschüttungen für Brücken oder Straßenzu- und abfahrten können mitunter sehr interessant sein.

Ich hoffe, ich konnte auch noch etwas zur Aufklärung der rätselhaften Morchel beitragen.

Herzliche Grüße, Thomas"

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Bonn: Eine einsame Speisemorchel, die auf ihre Lieblingssträucher und -bäume pfeift


2 Fotos: Wo ist ihr Lieblingsstrauch, ihr Lieblingsbaum? Keiner der infrage kommenden Bevorzugten ist in Sicht. Womit diese einsame Speisemorchel Rätsel aufgibt. Ein Spiel, das ihr ausgesprochen gut gefällt! (2 Fotos © Florian)

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Florian schreibt am 3. Mai 2022:

"Hallo lieber Pilz-Ticker,

heute habe ich im Bonner Stadtgebiet einen Fund gemacht, zu dem ich um Erfahrungen bzw. Meinungen von erfahrenen Sammlern dankbar wäre.

Am Rande einer Straße fand ich eine Speisemorchel. Auffällig daran war, dass die einzigen Pflanzen im weiten Umkreis ein Ahorn (auf den Bildern nicht sichtbar, oben rechts außerhalb des Bildes), Kirschlorbeer (sichtbar) sowie im Kirschlorbeer ein kleiner Haselstrauch waren.

Vereinzelt habe ich von Berichten aus Bayern gelesen, dass graue Speisemorcheln bei Hasel gefunden wurden, ohne jegliches Mitwirken von Eschen. Würdet Ihr dies auch so deuten, dass hier der Symbiosepartner der Haselstrauch ist? Die Entfernung vom Hasel zum Fruchtkörper sind ca. 1,5 Meter, eigentlich getrennt durch den Kirschlorbeer. Werden solche Funde häufiger gemacht? Mein Verständnis war immer, dass Speisemorcheln mit ganz wenigen Ausnahmen Eschen als Partner benötigen.

Vielen Dank im Voraus und Grüße aus Bonn, Florian"

Hallo Florian, 

der Haselstrauch ist kein Symbiosestrauch der Speisemorchel. Es wird bis heute davon ausgegangen, dass sie mit gar keinem Strauch oder Baum eine Mykorrhiza eingeht. Allerdings hat sie eine Vorliebe für bestimmte Sträucher. Dies sind der über ganz Europa weit verbreitete Schwarze Holunder, Hartriegel, Pfaffenhütchen und der Gewöhnliche Schneeball. Alle vier sind Sträucher von Auenlandschaften. 

Die hier gezeigte Speisemorchel könnte die Nähe von im Erdreich verborgenem Wurzelwerk einer der aufgezählten Sträucher oder eines Baumvertreters des typischen Auwaldes, also dominant Esche, ferner, Erle, Pappel, Ulme, Weide oder Kirschbaum, gesucht haben. 

Das muss aber nicht sein! Speisemorcheln sind dafür bekannt, in vielen, ganz unterschiedlichen Milieus gut zurecht zu kommen. 

In der Bergbaufolgelandschaft begnügen sie sich mit nachhaltig gestörtem (gegrabenem oder aufgeschüttetem) Erdreich, in dem sie überaus üppig wachsen können. Sie lieben Wunden in Böden und benötigen dann zu ihrem Wachstum keine bestimmte Strauch- oder Baumart. Auch aus der Regel, humusreiche, kalkhaltige (basische) Böden zu bevorzugen, springen sie nicht selten mühelos heraus und gedeihen munter auf sauren Böden. 

Deine einsame Speisemorchel hinterlässt also durchaus Rätsel. 

Viele Grüße, Heinz-Wilhelm

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Zeigerpflanze Pestwurz: 27 wild wachsende Spitzmorcheln an einem Bach im Fichtenwald bei Schmallenberg


Michael schreibt am 2. Mai 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem wir vor ca. drei Wochen eine einzige Spitzmorchel gefunden hatten, entdeckten wir heute bei Schmallenberg gleich 27 Stück (Foto rechts)!

Das opulente Pestwurzaufkommen am Wegesrand ließ uns etwas genauer hinschauen. Und tatsächlich: direkt neben einem Bachlauf konnten wir an diesem sonnigen Fichtenwaldrand recht schnell ein halbes Dutzend Spitzmorcheln ausfindig machen.

Wir benötigten dann eine gute Viertelstunde, bis wir auf diesen wenigen Quadratmetern vermeintlich alle Exemplare geerntet hatten.

Aus dem wunderbaren Buch von Heinz Gerber "Faszination Morchel" (siehe rechte Spalte) - die Empfehlung habe ich von Dir - habe ich gelernt, dass man bei der Morchelsuche viel Geduld haben und die Stellen akribisch absuchen sollte. Außerdem rät er dazu, die Perspektive zu ändern, indem man in die Hocke geht.

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut sich Morcheln verstecken können.

Noch ist ja genügend Zeit, um weitere Spitzmorcheln finden zu können. 

Liebe Grüße senden Anja, Ella und Michael"

(Foto © Michael)

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Das sieht lecker aus: Austernpilze, paniert und knusprig gebraten


Kerstin schreibt am 9. Januar 2022 zu diesem Foto:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

dir und allen Pilzfreunden ein gutes und gesundes Neues Jahr.

Bei meinem gestrigen Spaziergang habe ich eine neue Stelle mit Austernseitlingen gefunden. Einen Stoffbeutel für Zufallsfunde habe ich immer dabei nur mein Erntewerkzeug, eine Teleskopstange aus dem Malerbedarf mit daran befestigtem angeschliffenen Spachtel, stand zuhause. Mit einem abgebrochenen Ast gelang die Ernte dann doch noch.

Heute gab es die Kleineren paniert und knusprig gebraten (siehe Foto) als Beilage. Die Großen sind direkt zum Trocknen geputzt und verarbeitet worden.

Viele Grüße, Kerstin aus Bielefeld"

(Foto © Kerstin)

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