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Foto: Sie machten für Martin den Anfang der Saison: Vier Steinpilze und zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge aus der Voreifel.
Martin schreibt am 9. September 2026:
"Guten Abend lieber Heinz-Wilhelm,
nach der extremen Dürre und den verheerenden Waldbränden in unserer Eifel-Region bin auch ich heute in die neue Pilzsaison gestartet. Da es vor ca. drei Wochen das ein oder andere Mal geregnet hat, war es an der Zeit, nach dem Rechten zu sehen.
Besucht habe ich den Buchenwald mit eingelagerter Fichtenstelle. Gefunden habe ich zwei Hexenröhrlinge und vier brauchbare Steinpilze. Vier weitere waren verwurmt. Sie wuchsen alle in dem Fichtenbestand, was ich so nicht erwartet hatte. Außerdem habe ich noch vier mir unbekannte Lamellenpilze gesehen. Sonst wächst nichts. Wenn wir nicht endlich Regen bekommen, sieht es für die weitere Saison nicht gut aus.
Auch dem Garten hat die Hitze und Trockenheit zu schaffen gemacht. Allerdings nicht in allen Bereichen. Gurken, Tomaten, Kürbisse und vor allem die Wassermelonen, 13 Stück zwischen 3,5 und 6,5 Kilo, gedeihen immer noch gut. Beim Rest sieht es eher bescheiden aus. Eine gesunde Mischung werden wir wohl nicht mehr erleben.
Liebe Grüße aus Eschweiler und hoffentlich bis bald mal wieder!
Martin"
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2 Fotos: Je ein Vertreter der zwei gefundenen Pilzarten: Ein Flockenstieliger Hexenröhrling (links) und ein Steinpilz (rechts). (3 Fotos © Martin)


Michael schreibt am 22. Juni 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
gestern früh bin ich mit Elijah (2. Foto rechts, mit Pfifferlingen) in den Wald der Balver Höhen gezogen. Es hatte bei uns tüchtig gewittert, aber die abnormale Wärme der letzten Tage hat den Wald enorm ausgetrocknet.
Es war nicht viel, was wir an wenigen ausgesuchten, schattigen, noch restfeuchten Stellen fanden, aber es hat gereicht (1. Foto rechts). Schöne Echte Pfifferlinge auf Rührei, mit Schalotten und Bacon zu frischem Graubrot gab es dann.
Ich muss mir jetzt gesundheitsbedingt eine vorübergehende Auszeit nehmen, hoffe aber, dass ich ab September, wenn die Steinpilze bei uns hochkommen, wieder fit und am Start im Wald bin.
Grüße Michael"
(2 Fotos © Michael)
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Michael schreibt am 3. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
über das, was ich am Sonntag erlebt habe, musste ich erst einmal eine Nacht lang schlafen.
Weil Elijah mich bat, auch noch einmal mit ihm in den Steinpilzwald mit den Tannen gehen zu dürfen, sind wir am Sonntag bei schönstem Herbstwetter losgezogen und fanden erste, schöne Steinpilze. Aber nach kurzer Zeit, vernahmen wir oben im Hochwald zahlreiche laute Stimmen, Geschrei und Pfiffe, dort, wo sich sonst kein Mensch aufhält.
Zwei Lieferwagen und ein Pkw - voller rausgerissener Steinpilze
Fast ganz oben auf der Bergkuppe standen mitten im Wald zwei Lieferwagen. Ein geschlossener, einer mit offener Pritsche, und dazu noch ein PKW. Was ich dann gesehen habe, kannte ich bisher nur aus Presseberichten. Die Schiebetür des blauen Lieferwagens stand offen und der Ladeboden war voll mit Steinpilzen, die achtlos aus der Erde gerissen wurden. Hunderte! Auf der Ladefläche des Pritschenwagens, auf der diverse Sporttaschen standen, quollen auch Steinpilze. Und auch der Kofferraum des PKW war voll mit übergroßen Einkaufstaschen voller Pilze. Sollte ich alles zusammen schätzen, waren das über 75 Kilo.

Die Frage, was sie da machen, konnte ich mir (leider) beim besten Willen nicht verkneifen. Der Redeführer der Bande, stellte sich zunächst dumm, forderte mich dann aber in sehr schlechtem Deutsch und aggressivem Ton auf, ich solle besser verschwinden, sie würden dort arbeiten. Was ich für Blödsinn erklärte und so benannte, was es ist.
15 Mann umzingelten Michael und Elijah
Im Nu waren wir daraufhin von 15 Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren umringt. Alle waren insgesamt sehr ungepflegt, sichtbar schwer tätowiert, mit Hautkunst der Marke Knast und do it yourself. So viel wie ich aus dem lautstarken Gerede untereinander verstanden habe, waren die Männer bulgarischer oder rumänischer Herkunft.
Angesichts der akuten Bedrohung habe ich mit dem Jagdausübungsberechtigten, der für das Revier tätig ist, telefoniert, ihm laut die Autokennzeichen durchgegeben und ihn darum gebeten, dass er sich mit Verstärkung einiger Jagdgenossen auf den Weg zu uns macht, damit wir uns dort vor Ort treffen und die Situation gemeinsam auflösen können.
Den üblen Gesellen habe ich zeitgleich noch gezeigt, dass mein Hosengürtel bestückt ist, mit einem Schneidwerkzeug aus Solingen, mit dem man auch bequem Wild abfangen kann, was den Kreis zum Glück aufgelockert hat und weiter werden ließ. So habe ich mit Elijah, den es besonders zu schützen galt, den strategischen Rückzug angetreten. Ein Stück den Weg lang und dann außerhalb direkter Sichtweite, ab ins dichte Unterholz, wo wir erst mal Beobachtungs- und Horchposten bezogen haben.
Sie wurden von sechs Männern verfolgt
9 Männer bestiegen die Fahrzeuge und verschwanden darin, 6 machten sich auf den Weg in unsere Richtung und teilten sich dabei in 3 Gruppen auf. Sie blieben aber zunächst auf dem Weg und am Waldsaum, gestikulierten ins Unterholz, schienen abzuwägen und abzusprechen, wie sie weiter vorgehen sollten. Was immer sie auch genau im Sinn hatten, Gutes war es sicher nicht.

Also zogen wir uns hangabwärts tiefer den Wald hinein zurück, in den sie mittlerweile lautstark auf Äste tretend und untereinander rufend eingedrungen waren. Was uns dabei half, immer genau zu wissen, wo und wie weit entfernt sie waren.
Eiljah, der ganz blass war und zitterte, blieb dennoch ruhig und tapfer an meiner Seite. Wir haben die Verfolger in einem weiten Bogen hangaufwärts umgangen, sind zurück über die Kuppe die wir auf auf dem Hinweg überquert hatten, und bewegten uns wieder hinunter, in Richtung Tal und Heimweg. In sicherer Distanz, weit weg und unterhalb der Plünderer, die uns noch auf der anderen Seite des Berges vermuteten, haben wir Pause gemacht, den Puls sich beruhigen lassen, erst mal fünf Minuten lang ganz tief durch geatmet. So dass wir unbehelligt noch einige schöne Steinpilze fanden.
Die Jäger kamen hinzu
Auf dem weiteren Heimweg trafen und besprachen wir uns mit den Jägern, von denen einer den Waldbesitzer kennt und spontan mit ihm telefonierte. Dieser sagte, er hätte Lohnarbeiter im Einsatz, die dort oben Bäume schlagen und Tannengrün schneiden sollten. Und für ihn wäre es doch in Ordnung, wenn sie Steinpilze in haushaltsüblicher Menge mitnähmen.
Ich habe das erst einmal so stehen gelassen, bin mir aber noch unschlüssig, wie ich damit unter dem Strich umgehen werde. Privatwald hin oder her, das Erlebte ist mit dem Naturschutz so gar nicht vereinbar. Das war ein organsierter Raub im großen Stil. Dass in keinem Fahrzeug ein einziger grüner Tannenzweig zu sehen war, geschweige denn ein Tannenbaum, versteht sich insoweit.

Foto: Die beiden Größten der gesammelten Steinpilze waren der "Kleine Oschi" (links) und der "Dicke Otto" (rechts).
Es ist demnach auch klar, warum man nach der Konfrontation mit dem Vergehen trotz Überzahl das Feld geräumt und die Beute weg geschafft hat. Man wusste ganz genau, was man tat und dass das nicht in Ordnung ist. Und auch wenn dem StGB nach mangels Konkretisierung keine Bedrohung vorlag, so habe ich diese dennoch empfunden. Auch das, sollte so nicht sein. Obwohl ich das Ganze mit meiner verbalen Unbeholfenheit ja erst ins Rollen gebracht habe. Wegschauen ist nicht meins, nichts dazu sagen noch weniger. Ich arbeite daran.
Warum auch unter Blautannen Steinpilze wachsen
Beim Grübeln durch die dem folgende, schlaflose Nacht, ist mir übrigens eingefallen, warum unter Blautannen eben doch Fichtensteinpilze gut wachsen. Die von den meisten Menschen so genannte Blautanne, ist doch botanisch die Stechfichte, Picea pungens. Die wohl wegen des dichten Wuchses und der intensiven Farbe irgendwann mal als Blautanne eingebürgert wurde.
Definitiv ist das Pilzjahr 2025 nach dieser Aufregung für mich zu Ende. Alle Vorräte sind beisammen und Elijah fand den größten und schwersten Steinpilz dieses Jahres mit 1,27 Kilo Gewicht.
Auf dem Foto links hält er den "Kleinen Oschi", der in der Pilzparade (1. Foto, oben rechts) in der obersten Reihe in der Mitte zu sehen ist. Rechts daneben liegt der noch deutlich größere und schwerere "Dicke Otto". Er war zu voluminös und zu schwer, um ihn in einer Hand zu präsentieren.
Liebe Grüße
Michael und Elijah"
Anmerkung: Das vorgeschriebene Sammellimit, in der Regel 1 bis 2 Kilo Pilze pro Tag und Person ("Eigenbedarf"), gilt auch für Waldbesitzer in ihrem eigenen Wald. Bei der hier geschätzten Steinpilzmenge ("...über 75 Kilo") liegt demnach ein klarer Verstoß gegen das Sammellimit vor, was in Richtung gewerbliches Sammeln deutet.

Foto: Abends gab es Steinpilze zu Gnocchi und buntem Salat und "auf den Schrecken im Wald einen extra großen Schluck Chardonnay", schreibt Michael. (4 Fotos © Michael)
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Antonio schreibt am 1. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
ich war heute zum Einkaufen in Bielefeld und habe anschließend einen Pilzgang im Teutoburger Wald gemacht. Bei uns im Wiehengebirge habe ich dieses Jahr kaum Pilze gefunden, so habe ich mich über den heutigen bescheidenen Fund sehr gefreut: vier Steinpilze, drei knackige Maronen und ein Flockenstieliger Hexenröhrling.
Außerdem habe ich einige Büschel Gemeine Erdritterlinge fotografiert, aber nicht mitgenommen. Diese Pilze haben wir früher in den Pinienwäldern und in der Macchia in Italien im Winter gesammelt, sie galten als gute Speisepilze. Damals wusste ich noch nicht, dass sie sehr giftig sind (ihr Gift baut Muskeln ab) und sie zu allem Übel auch noch mit dem ebenfalls sehr giftigen Tigerritterling verwechselt werden können.
Eine junge Ochsenzunge mit noch gelblichen Röhren (2. Foto rechts) habe ich stehen lassen, weil sie selten, schön und schonenswert ist.
Dir und allen Pilzfreunden noch ein schönes Wochenende wünscht
Antonio"
(4 Fotos © Antonio)
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2 Fotos: Die unscheinbaren Gemeinen Erdritterlinge, hier auf beiden Fotos zu sehen, galten früher auch in Deutschland als brauchbare Speisepilze im Mischpilzgericht. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass sie über das gleiche Gift wie Grünlinge verfügen, ist noch jung. Es bewirkt die Zersetzung der Muskeln. Man nennt diesen folgenschweren Prozess Rhabdomyolyse.
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Sep 15, 26 12:21 PM
Sep 15, 26 09:42 AM
Sep 15, 26 02:24 AM
Sep 14, 26 11:49 AM
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Sep 14, 26 02:47 AM
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Trockene Wälder, wochenlang kaum oder gar keine Pilze... Das muss nicht sein! Mit der vorzüglichen Pilzbrut von Hawlik hat das ein Ende. Wie wäre es zum Beispiel mit köstlichen Limonenpilzen ?
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