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Ein unerwarteter Fund für Martin in der Voreifel - und endlich der heiß erwartete Regen


Korb voller Maronen u. Steinpilze; Foto Martin 8.10.26
Steinpilz im Unterstand; Foto Martin 8.10.26

Martin schreibt am 8. Oktober 2026:

"Guten Tag lieber Heinz-Wilhelm,

gestern habe ich nochmal eine Inspektionsrunde durch mein Revier in der Voreifel gemacht. Zuerst bin ich die Furchen und Lichtungen abgegangen, wo ich letztesmal auch Pilze gefunden habe. Hier war allerdings schon jemand vor mir fündig geworden, sodass nur ein paar wenige Steinpilze in meinem Korb landen konnten, u. a. der in seinem Unterstand, siehe 2. Foto links.

Also weiter zum "Steinpilzeldorado". Dieses hatte sich allerdings, neben ein paar schönen Steinpilzen, zu einem Maronenhotspot verändert. Sie füllten mir schließlich den gesamten Korb (1. Foto links), was ich so nicht erwartet hatte.

Hexenröhrlinge gab es dagegen keine und es ist, abgesehen vom Tau, immer noch sehr trocken im Wald. Von gestern Abend bis heute Mittag haben wir dann aber doch mal einen guten Klatsch Regen abbekommen. Es besteht also noch Hoffnung auf einen guten Saisonausklang und bleibt spannend.

Schöne Grüße aus Eschweiler

Martin"

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Kerniger Steinpilz; Foto Martin 8.10.26
Zwei stramme Steinpilze; Foto Martin 8.10.26

2 Fotos: Es war nicht die Masse, aber es war herrlich, wie die kernigen Steinpilze dastanden für Martin in Moos und Gras! (4 Fotos © Martin)





Die beiden Krausen Glucken blieben im Wald


Krause Glucke; Foto Sepp 3.10.26

Foto: Das gibt es auch: Antonio ließ diese und eine weitere Krause Glucke, die er im Wiehengebirge fand, kurzerhand stehen. "Mir ist das Putzen zu aufwendig", schreibt er und tröstet sich damit, dass sich vielleicht ein anderer daran erfreue. Vermutlich eine hungrige Schnecke… (Foto © Antonio)

3. Oktober 2026

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Porta Westfalica: Zu Antonios Überraschung waren bei den zwei Steinpilzen etliche neue nachgewachsen


Antonios Fund mit Steinpilzen (li.), Flockenstieligen Hexen (re.) und Täublingen (oben re.); Foto Antonio 26.9.26
Zwei Steinpilze; Foto Antonio 26.9.26

Antonio schreibt am 27. September 2026:

"Hallo Heinz Wilhelm,

ich hatte am Donnerstag bei Porta Westfalica zwei kleine Steinpilze stehen lassen und wollte am heutigen Samstag nachschauen, ob sie vielleicht erntereif sind. Ich staunte nicht schlecht, denn es sind etliche weitere dazugekommen. Ein untrügliches Zeichen für nachlassende Sehschärfe.* Die Flockenstieligen Hexenröhrlinge reichen mir für dieses Jahr, mindestens ein Dutzend habe ich stehen lassen. Für meine Frau nehme ich wie gewohnt die Täublinge mit, die sie scharf angebraten mag.

Ein einziger Reizker zeigte sich ebenfalls. Ich habe mir die Stelle gemerkt und werde nach dem Regen wieder nachschauen.

Gruß

Antonio"

(2 Fotos © Antonio)

* Nein, die Hinzugekommenen waren am Donnerstag sicher noch nicht zu sehen. Unter optimalen Bedingungen können sie in zwei Tagen gut vier Zentimeter Hutdurchmesser hinzugewinnen. 

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Voreifel: Nur wo der Regen durchkam, wachsen jetzt die Röhrlinge


Korb mit Röhrlingen; Foto Martin 26.9.26
Steinpilz im Zweigversteck; Foto Martin 26.9.26

Martin schreibt am 26. September 2026:

"Guten Abend Heinz-Wilhelm,

gestern hat es mich mal wieder in den Wald gezogen. Ich war zwar in meinem Stammrevier unterwegs, habe aber die ein oder andere Abweichung zu meiner normalen Route hinzugenommen.

Fündig wurde ich mit einigen Steinpilzen in super Qualität, allerdings auch überständigen, vielen sehr knackigen Maronen und ein paar wenigen Hexenröhrlingen. Komisch fand ich allerdings, dass der Grossteil der Funde, an Lichtungen, alten Furchen und Wegen, die sich durch den Wald ziehen, wuchsen. Im Wald an sich habe ich nur sehr wenige Pilze gefunden*.

Das Aufkommen an Lamellenpilzen hat stark zugenommen. Alle Pilze habe ich im Übrigen im Fichtenwald gefunden. In den Buchen, die ich auch durchquert habe, habe ich noch nichts gefunden.*

Liebe Grüße aus Eschweiler

Martin"

* Anmerkung: Im Buchenwald ist der Regen nach der langen Trockenheit wegen des Blätterdachs und des Laubteppichs noch nicht ausreichend bis in den Waldboden durchgedrungen. Auf Lichtungen, Wald- und Wirtschaftswegen und in Furchen erreicht er den Boden dagegen ungehindert. Fast immer findet man die ersten Pilze nach langer Trockenheit und einsetzendem Regen auf Lichtungen sowie auf und an Wegen. 

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Steinpilze am Waldrand; Foto Martin 26.9.26
Freiligende Waldfläche; Foto Martin 26.9.26

2 Fotos: An solch freiliegenden Wald(rand-)flächen, wo der Regen ungehindert den Boden erreicht, wachsen nicht nur Steinpilze, sondern auch andere Arten am ehesten, wenn es zuvor lange trocken war und erster Regen niedergegangen ist. (4 Fotos © Martin)





Jetzt geht es mit den Steinpilzen auch in den Balver Höhen los


Sechs Steinpilze; Foto Anke 26.9.26

Foto: Ein halbes Dutzend bester Steinpilze haben Anke und Dirk in den Balver Höhen gefunden. Der Steinpilzgreis auf dem 2. Foto (links) war leider schon überständig. (2 Fotos © Dirk)


Steinpilzgreis; Foto Anke 26.9.26

Anke schreibt am 26. September 2026:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren bei herrlichstem Wetter vor ein paar Tagen in den Balver Höhen unterwegs und haben sechs junge madenfreie wunderschöne Steinpilze gefunden. Leider war der größte, der 800 Gramm wog (Foto links), nicht mehr gut, das haben wir erst zu Hause bemerkt.

Etliche Hexenröhrlinge und einige Maronen haben wir dagegen stehen gelassen. An hilfreichen Wegweisern für die Steinpilze, nämlich wunderschöne Fliegenpilze, hat es nicht gefehlt.

Ich freue mich auf weitere Pilzfänge. Wir sind stets im schönen Sauerland unterwegs, mal hier, mal dort.

Ich warte schon, dass Michael und Elijah sich bald genesen zurückmelden, die beiden sind stets ein guter Hinweisgeber für meinen Mann und mich, wann wir losmaschieren sollten zum Pilze sammeln.

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Elf Steinpilze, vier Flockis und sieben Frauentäublinge für Antonio & Frau, alle aus dem Wesergebirge


Frauentäublinge, Steinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, ein Falscher Pfifferling; Foto Antonio 21.9.26

Antonio schreibt am 21. September 2026:

"Guten Tag Heinz Wilhelm!

Ich bin heute wieder im Wesergebirge bei Porta unterwegs gewesen, weil ich im östlichsten Zipfel des Wiehengebirges kein Sammlerglück hatte. Anders im etwas östlicher gelegenen Wesergebirge.

Dort fand ich elf Steinpilze ohne Maden und vier Flockenstielige Hexenröhrlinge, außerdem sieben schöne Frauentäublinge für meine Frau.

Einen Falschen Pfifferling habe ich nur deshalb mitgenommen, weil ich mir die Merkmale gut einprägen will. Ich möchte ihn auf Anhieb vom Ölbaumtrichterling unterscheiden können.

Einen schönen Gruß dir und allen Pilzfreunden! ich lerne durch eure Beiträge immer noch dazu.

Antonio"

(Foto © Antonio)

Hallo Antonio, 

der sehr giftige Ölbaumtrichterling ist meines Wissens in NRW noch nicht aufgetaucht, er ist ja ein Pilz der südeuropäischen Gefilde. Sein nördlichstes Vorkommen liegt etwa auf der Höhe von Kassel (Nordhessen). Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal vom Falschen Pfifferling ist, dass der Ölbaumtrichterling so gut wie immer büschelig wächst, und zwar direkt an Totholz. Der zierlichere Falsche Pfifferling wächst in Nadelstreu, er ist zudem elastisch-biegsam, während der kräftigere Ölbaumtrichterling fest, zäh und faserig ist. 

Soweit eine kleine Vergleichsübersicht. 

Herzliche Grüße 

Heinz-Wilhelm 

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Nur der aufgeschnittene Steinpilz und die Flockenstieligen Hexen bleiben für Antonio


Zwei Steinpilze; Foto Antonio 20.9.26

Antonio schreibt am 20. September 2026:

"Hallo Heinz Wilhelm, 

am Samstag habe ich einen kleinen Ausflug nach Porta Wesfalica gemacht und dort im Wesergebirge eine Wanderung mit der Pilzsuche verbunden.

Endlich hatte ich dieses Jahr die ersten Pilze im Korb. Einige musste ich zurücklassen, weil sie zu stark vermadet waren. Aber am Ende konnte ich mich über sieben Steinpilze, fünf Flockenstielige Hexenröhrlinge und einen Birkenpilz freuen. 

Die sechs schönsten Steinpilze werde ich verschenken, ich behalte den aufgeschnittenen und die Flockenstieligen Hexen, weil sich meine Freunde vor den roten Röhren fürchten.

Daraus macht meine Frau für mich und meine Schwiegertochter eine leckere Lasagna.

Dir und allen Pilzfreunden einen Gruß

Antonio"

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Steinpilz; Foto Antonio 20.9.26
Flockenstieliger Hexenröhrling; Foto Antonio 20.9.26

2 Fotos: Einer von sieben mitgenommenen Steinpilzen (links). An die Flockenstieligen Hexenröhrlinge (z. B. rechts) trauen sich Antonios Freunde noch nicht heran. Die roten Röhren schrecken sie ab. (3 Fotos © Antonio)





Nach zähem Beginn war Martin am Ende doch noch zufrieden in der Voreifel


Steinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronenröhrlinge; Foto Martin 18.9.26

Foto: Im letzten Fichtenwäldchen gab es für Martin und Begleitung doch noch einige Steinpilze, Flockenstieligen Hexenröhrlinge und Maronenröhrlinge, die den bis dahin spärlichen Fund - es waren wenige vereinzelte Pilze (siehe Foto Nr. 2 links) - noch zu aller Zufriedenheit ergänzten. 


Steinpilz; Foto Martin 18.9.26

Martin schreibt am 18. September 2026:

"Guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich habe gestern zusammen mit dem Cousin meines Schwiegervaters mein Revier unsicher gemacht. Auf dem Parkplatz war so einiges los. Auch die Sammelkonkurrenz, die ausschließlich Steinpilze sammelt und nur unterwegs ist, wenn es auch Steinpilze gibt, war schon vor Ort . Also waren unsere Erwartungen sehr gross.

In zwei Fichtenbeständen, zu denen auch unser Steinpilzeldorado gehört, waren bis auf sechs Hexenröhrlinge, zwei Steinpilze und fünf Maronen nur noch ein paar Fliegenpilze zu finden. Sonst keine anderen Pilzarten. Womit uns die Ernüchterung voll erwischt hatte. Das war schon sehr merkwürdig, da diese Stellen sonst sehr ertragreich sind.

Weil wir noch Zeit hatten, fuhren wir zum Buchenwald, den ich bereits letzte Woche aufgesucht hatte. Im reinen Buchenteil fanden wir nur ein paar Hexenröhrlinge. Im kleinen Fichtenbestand dann aber einige schöne Steinpilze, Hexenröhrlinge und auch Maronen. Hier sah es, was die Artenvielfalt betraf, viel besser aus. Eigentlich ist das Wachstum speziell hier eher verhalten. So konnten wir nach zirka vier Stunden doch noch zufrieden nach Hause fahren.

Schöne Grüße aus Eschweiler

Martin"

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Steinpilz mit Korb; Foto Martin 18.9.26

Foto: Leerer Korb neben Steinpilz. Da ist noch Luft noch oben, wie das Behältnis andeutet. (3 Fotos © Martin)





Ein etwas zäher Anfang in der geplagten Voreifel: Vier Steinpilze und zwei Flockis für Martin


Vier Steinpilze, zwei Flockis; Foto Martin 9.9.26

Foto: Sie machten für Martin den Anfang der Saison: Vier Steinpilze und zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge aus der Voreifel. 


Martin schreibt am 9. September 2026:

"Guten Abend lieber Heinz-Wilhelm,

nach der extremen Dürre und den verheerenden Waldbränden in unserer Eifel-Region bin auch ich heute in die neue Pilzsaison gestartet. Da es vor ca. drei Wochen das ein oder andere Mal geregnet hat, war es an der Zeit, nach dem Rechten zu sehen.

Besucht habe ich den Buchenwald mit eingelagerter Fichtenstelle. Gefunden habe ich zwei Hexenröhrlinge und vier brauchbare Steinpilze. Vier weitere waren verwurmt. Sie wuchsen alle in dem Fichtenbestand, was ich so nicht erwartet hatte. Außerdem habe ich noch vier mir unbekannte Lamellenpilze gesehen. Sonst wächst nichts. Wenn wir nicht endlich Regen bekommen, sieht es für die weitere Saison nicht gut aus.

Auch dem Garten hat die Hitze und Trockenheit zu schaffen gemacht. Allerdings nicht in allen Bereichen. Gurken, Tomaten, Kürbisse und vor allem die Wassermelonen, 13 Stück zwischen 3,5 und 6,5 Kilo, gedeihen immer noch gut. Beim Rest sieht es eher bescheiden aus. Eine gesunde Mischung werden wir wohl nicht mehr erleben.

Liebe Grüße aus Eschweiler und hoffentlich bis bald mal wieder!

Martin"

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Flockenstieliger Hexenröhrling; Foto Martin 9.9.26
Fichtensteinpilz: Foto Martin 9.9.26

2 Fotos: Je ein Vertreter der zwei gefundenen Pilzarten: Ein Flockenstieliger Hexenröhrling (links) und ein Steinpilz (rechts). (3 Fotos © Martin)





Ein schöner Schwung Pfifferlinge aus den trockenen Balver Höhen


Pfifferlingsfund; Foto Michael 22.6.26
Elijah findet Pfifferlinge; Foto Michael 22.6.26

Michael schreibt am 22. Juni 2026:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern früh bin ich mit Elijah (2. Foto rechts, mit Pfifferlingen) in den Wald der Balver Höhen gezogen. Es hatte bei uns tüchtig gewittert, aber die abnormale Wärme der letzten Tage hat den Wald enorm ausgetrocknet.

Es war nicht viel, was wir an wenigen ausgesuchten, schattigen, noch restfeuchten Stellen fanden, aber es hat gereicht (1. Foto rechts). Schöne Echte Pfifferlinge auf Rührei, mit Schalotten und Bacon zu frischem Graubrot gab es dann.

Ich muss mir jetzt gesundheitsbedingt eine vorübergehende Auszeit nehmen, hoffe aber, dass ich ab September, wenn die Steinpilze bei uns hochkommen, wieder fit und am Start im Wald bin.

Grüße Michael"

(2 Fotos © Michael)

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Das hätte auch anders ausgehen können für Michael und Elijah in den Balver Höhen

Gefährliche Begegnung mit einem südosteuropäischen Steinpilzraubtrupp


Michael schreibt am 3. November 2025:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

über das, was ich am Sonntag erlebt habe, musste ich erst einmal eine Nacht lang schlafen.

Weil Elijah mich bat, auch noch einmal mit ihm in den Steinpilzwald mit den Tannen gehen zu dürfen, sind wir am Sonntag bei schönstem Herbstwetter losgezogen und fanden erste, schöne Steinpilze. Aber nach kurzer Zeit, vernahmen wir oben im Hochwald zahlreiche laute Stimmen, Geschrei und Pfiffe, dort, wo sich sonst kein Mensch aufhält.

Zwei Lieferwagen und ein Pkw - voller rausgerissener Steinpilze

Fast ganz oben auf der Bergkuppe standen mitten im Wald zwei Lieferwagen. Ein geschlossener, einer mit offener Pritsche, und dazu noch ein PKW. Was ich dann gesehen habe, kannte ich bisher nur aus Presseberichten. Die Schiebetür des blauen Lieferwagens stand offen und der Ladeboden war voll mit Steinpilzen, die achtlos aus der Erde gerissen wurden. Hunderte! Auf der Ladefläche des Pritschenwagens, auf der diverse Sporttaschen standen, quollen auch Steinpilze. Und auch der Kofferraum des PKW war voll mit übergroßen Einkaufstaschen voller Pilze. Sollte ich alles zusammen schätzen, waren das über 75 Kilo.

Steinpilzparade; Foto Michael 2.11.25

Die Frage, was sie da machen, konnte ich mir (leider) beim besten Willen nicht verkneifen. Der Redeführer der Bande, stellte sich zunächst dumm, forderte mich dann aber in sehr schlechtem Deutsch und aggressivem Ton auf, ich solle besser verschwinden, sie würden dort arbeiten. Was ich für Blödsinn erklärte und so benannte, was es ist.

15 Mann umzingelten Michael und Elijah

Im Nu waren wir daraufhin von 15 Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren umringt. Alle waren insgesamt sehr ungepflegt, sichtbar schwer tätowiert, mit Hautkunst der Marke Knast und do it yourself. So viel wie ich aus dem lautstarken Gerede untereinander verstanden habe, waren die Männer bulgarischer oder rumänischer Herkunft.

Angesichts der akuten Bedrohung habe ich mit dem Jagdausübungsberechtigten, der für das Revier tätig ist, telefoniert, ihm laut die Autokennzeichen durchgegeben und ihn darum gebeten, dass er sich mit Verstärkung einiger Jagdgenossen auf den Weg zu uns macht, damit wir uns dort vor Ort treffen und die Situation gemeinsam auflösen können.

Den üblen Gesellen habe ich zeitgleich noch gezeigt, dass mein Hosengürtel bestückt ist, mit einem Schneidwerkzeug aus Solingen, mit dem man auch bequem Wild abfangen kann, was den Kreis zum Glück aufgelockert hat und weiter werden ließ. So habe ich mit Elijah, den es besonders zu schützen galt, den strategischen Rückzug angetreten. Ein Stück den Weg lang und dann außerhalb direkter Sichtweite, ab ins dichte Unterholz, wo wir erst mal Beobachtungs- und Horchposten bezogen haben.

Sie wurden von sechs Männern verfolgt

9 Männer bestiegen die Fahrzeuge und verschwanden darin, 6 machten sich auf den Weg in unsere Richtung und teilten sich dabei in 3 Gruppen auf. Sie blieben aber zunächst auf dem Weg und am Waldsaum, gestikulierten ins Unterholz, schienen abzuwägen und abzusprechen, wie sie weiter vorgehen sollten. Was immer sie auch genau im Sinn hatten, Gutes war es sicher nicht.

Elijah und der Kleine Oschi; Foto Michael 2.11.25

Also zogen wir uns hangabwärts tiefer den Wald hinein zurück, in den sie mittlerweile lautstark auf Äste tretend und untereinander rufend eingedrungen waren. Was uns dabei half, immer genau zu wissen, wo und wie weit entfernt sie waren.

Eiljah, der ganz blass war und zitterte, blieb dennoch ruhig und tapfer an meiner Seite. Wir haben die Verfolger in einem weiten Bogen hangaufwärts umgangen, sind zurück über die Kuppe die wir auf auf dem Hinweg überquert hatten, und bewegten uns wieder hinunter, in Richtung Tal und Heimweg. In sicherer Distanz, weit weg und unterhalb der Plünderer, die uns noch auf der anderen Seite des Berges vermuteten, haben wir Pause gemacht, den Puls sich beruhigen lassen, erst mal fünf Minuten lang ganz tief durch geatmet. So dass wir unbehelligt noch einige schöne Steinpilze fanden.

Die Jäger kamen hinzu

Auf dem weiteren Heimweg trafen und besprachen wir uns mit den Jägern, von denen einer den Waldbesitzer kennt und spontan mit ihm telefonierte. Dieser sagte, er hätte Lohnarbeiter im Einsatz, die dort oben Bäume schlagen und Tannengrün schneiden sollten. Und für ihn wäre es doch in Ordnung, wenn sie Steinpilze in haushaltsüblicher Menge mitnähmen.

Ich habe das erst einmal so stehen gelassen, bin mir aber noch unschlüssig, wie ich damit unter dem Strich umgehen werde. Privatwald hin oder her, das Erlebte ist mit dem Naturschutz so gar nicht vereinbar. Das war ein organsierter Raub im großen Stil. Dass in keinem Fahrzeug ein einziger grüner Tannenzweig zu sehen war, geschweige denn ein Tannenbaum, versteht sich insoweit.


Kleiner Oschi und Max; Foto Michael 2.11.25

Foto: Die beiden Größten der gesammelten Steinpilze waren der "Kleine Oschi" (links) und der "Dicke Otto" (rechts). 


Es ist demnach auch klar, warum man nach der Konfrontation mit dem Vergehen trotz Überzahl das Feld geräumt und die Beute weg geschafft hat. Man wusste ganz genau, was man tat und dass das nicht in Ordnung ist. Und auch wenn dem StGB nach mangels Konkretisierung keine Bedrohung vorlag, so habe ich diese dennoch empfunden. Auch das, sollte so nicht sein. Obwohl ich das Ganze mit meiner verbalen Unbeholfenheit ja erst ins Rollen gebracht habe. Wegschauen ist nicht meins, nichts dazu sagen noch weniger. Ich arbeite daran.

Warum auch unter Blautannen Steinpilze wachsen

Beim Grübeln durch die dem folgende, schlaflose Nacht, ist mir übrigens eingefallen, warum unter Blautannen eben doch Fichtensteinpilze gut wachsen. Die von den meisten Menschen so genannte Blautanne, ist doch botanisch die Stechfichte, Picea pungens. Die wohl wegen des dichten Wuchses und der intensiven Farbe irgendwann mal als Blautanne eingebürgert wurde.

Definitiv ist das Pilzjahr 2025 nach dieser Aufregung für mich zu Ende. Alle Vorräte sind beisammen und Elijah fand den größten und schwersten Steinpilz dieses Jahres mit 1,27 Kilo Gewicht.

Auf dem Foto links hält er den "Kleinen Oschi", der in der Pilzparade (1. Foto, oben rechts) in der obersten Reihe in der Mitte zu sehen ist. Rechts daneben liegt der noch deutlich größere und schwerere "Dicke Otto". Er war zu voluminös und zu schwer, um ihn in einer Hand zu präsentieren.

Liebe Grüße

Michael und Elijah"

Anmerkung: Das vorgeschriebene Sammellimit, in der Regel 1 bis 2 Kilo Pilze pro Tag und Person ("Eigenbedarf"), gilt auch für Waldbesitzer in ihrem eigenen Wald. Bei der hier geschätzten Steinpilzmenge ("...über 75 Kilo") liegt demnach ein klarer Verstoß gegen das Sammellimit vor, was in Richtung gewerbliches Sammeln deutet. 


Steinpilze, Schalotten, Gnocchi, Salat; Foto Michael 2.11.25

Foto: Abends gab es Steinpilze zu Gnocchi und buntem Salat und "auf den Schrecken im Wald einen extra großen Schluck Chardonnay", schreibt Michael. (4 Fotos © Michael)

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Antonio unterwegs im Teutoburger Wald

Freude über einen bescheidenen Fund und Wiedersehen mit einem alten Bekannten aus der italienischen Heimat


Fund mit Steinpilzen, Maronen und Flocki; Foto Antonio 1.11.25
Junger Leberreischling; Foto Antonio 1.11.25

Antonio schreibt am 1. November 2025:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war heute zum Einkaufen in Bielefeld und habe anschließend einen Pilzgang im Teutoburger Wald gemacht. Bei uns im Wiehengebirge habe ich dieses Jahr kaum Pilze gefunden, so habe ich mich über den heutigen bescheidenen Fund sehr gefreut: vier Steinpilze, drei knackige Maronen und ein Flockenstieliger Hexenröhrling.

Außerdem habe ich einige Büschel Gemeine Erdritterlinge fotografiert, aber nicht mitgenommen. Diese Pilze haben wir früher in den Pinienwäldern und in der Macchia in Italien im Winter gesammelt, sie galten als gute Speisepilze. Damals wusste ich noch nicht, dass sie sehr giftig sind (ihr Gift baut Muskeln ab) und sie zu allem Übel auch noch mit dem ebenfalls sehr giftigen Tigerritterling verwechselt werden können.

Eine junge Ochsenzunge mit noch gelblichen Röhren (2. Foto rechts) habe ich stehen lassen, weil sie selten, schön und schonenswert ist.

Dir und allen Pilzfreunden noch ein schönes Wochenende wünscht

Antonio"

(4 Fotos © Antonio)

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Gemeine Erdritterlinge 1; Foto Antonio 1.11.25
Gemeine Erdritterlinge 2; Foto Antonio 1.11.25

2 Fotos: Die unscheinbaren Gemeinen Erdritterlinge, hier auf beiden Fotos zu sehen, galten früher auch in Deutschland als brauchbare Speisepilze im Mischpilzgericht. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass sie über das gleiche Gift wie Grünlinge verfügen, ist noch jung. Es bewirkt die Zersetzung der Muskeln. Man nennt diesen folgenschweren Prozess Rhabdomyolyse. 


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