Pilz-Ticker-ST (Sachsen-Anhalt)



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Sachsen-Anhalts




Getrocknete Steinpilze

der Spitzenklasse adeln exklusive Gerichte.

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Landkreis Mansfeld-Südharz: Frank bleibt trotz seines Kleinfundes Optimist


Frank schreibt am 17. Oktober 2018:

»Hallo Heinz Wilhelm,

ich wollte bei meinem Pilzgang im Landkreis Mansfeld-Südharz eigentlich schon aufgeben, als ich ganz unverhofft doch noch einen Birkenpilz-Drilling (Foto rechts) fand. Es ist leider einfach zu trocken für Pilzwuchs wie in einem normalen Jahr.

Außer Fliegenpilzen und Birkenreizkern sah ich nichts. Ich bin aber trotz der Trockenheit weiterhin optimistisch.

Mit freundlichen Grüßen Frank«

(Foto © Frank)

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Klietz, Landkreis Stendal: Carsten wird von jungen knackigen Maronen überrascht


Foto: Carsten fand sogar mehr als die hier zu sehenden Maronenröhrlinge, die sich jung, frisch und knackig zeigen. In etlichen Regionen scheint derzeit ein kräftiger Schub an jungen Maronen einzusetzen. (Foto © Carsten)

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Carsten schreibt am 16. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm und Foristen,

nachdem ich die Tage nach mehr oder weniger vergeblicher Suche in den hiesigen (Kiefern-)Wäldern die Hoffnung auf ein Pilzgericht für dieses Jahr schon aufgegeben hatte, traf mich heute ein schöner Maronen-Fund quasi zufällig und unvorbereitet.

Denn ich hatte zwar ein Messer, aber kein Transportbehältnis dabei, als ich bei Klietz im Landkreis Stendal Halt machte und ein paar Schritte in den Wald ging. So musste die Jacke herhalten und ich konzentrierte mich auf die schönsten Exemplare.

Standort war  ein lockerwüchsiges, mehr oder weniger monotones Schwarzkiefer-Revier, in dem vereinzelt auch Birken, Traubenkirschen und Stieleichen standen und recht viel Moos in der Krautchicht.

Fast alle Maronen, auch die größeren, zeigten sich fast komplett maden- und insektenfrei und (logischerweise) ziemlich trocken. Nun wandert der erste Teil mit Kartoffeln, Ei, Speck und Zwiebeln in die Pfanne.

Herzliche Grüße Carsten«






So gut wie nichts bei Stolberg

Thomas schreibt am 11. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm und Pilzfreunde,

wir waren gestern in der Region Stolberg im Harz und fanden lediglich eine große Marone, einige Hallimasch und zwei Edelreizker

Viele Grüße Thomas«


Ellbingerode: Außer Hallimasch fanden Klaus und Arnold nicht einen anderen Pilz


Foto: Waldszene bei einer Hallimaschlese. Da hat Klaus noch eine Menge zu tun, um die ganzen Pilze einzusacken. Am Ende waren alle Körbe und Stoffbeutel voll. (Foto © Arnold Sch.)

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Klaus schreibt am 7. Oktober 2018:

»Guten Morgen Heinz-Wilhelm,

wir waren am Samstag wieder im Harz bei Elbingerode. Außer den vielen Hallimaschen gab es für uns nichts. Uns ist aufgefallen, dass es innerhalb eines Waldstücks den Honiggelben und den dunklen, Gewöhnlichen Hallimasch gab.

Wir fanden tatsächlich nicht einen anderen Pilz! Es ist schon wieder trocken. Auch für die nächsten Tage ist leider kein Regen, nur Sonne angesagt.

Klaus«


Foto: Die vollen Körbe sind gut zuhause angekommen. Das gab gewiss wieder ein frisches Nudel-Pilzgericht im Hause Klaus. (Foto © Klaus)


»Der Hallimasch ist einer meiner
bevorzugten Pilze zu Spaghetti«

Der italienische Spitzenkoch Antonio Carluccio  (* 19. April 1937 Salerno; † 8. November 2017) zählte den Hallimasch zu den 20 besten Küchenpilzen. In seinem großartigen Kochbuch Pilze für Feinschmecker, 100 ganz besondere Pilzrezepte, erinnert er sich auf fast rührende Weise:

»An Hallimasche habe ich mich schon als Achtjähriger herangewagt. Dieser Pilz wächst in kleinen, dichten »Familienverbänden« und trägt daher auch die lokale Bezeichnung »famigliola«.(...)

Dem Jungen von damals machte es großen Spaß, von Baum zu Baum zu gehen, die Körbe mit Pilzen zu füllen und mit dem stolzen Gefühl heimzukehren, zur Ernährung der Familie beizutragen. Meine Mutter bereitete aus den Funden immer die köstlichsten Mahlzeiten.(...)

Im Herbst werden die preiswerten »famigliole« in Frankreich und Italien auf allen Gemüsemärkten angeboten - Seite an Seite mit den kostbaren Steinpilzen, Kaiserlingen und Trüffeln.(...)

Der Hallimasch ist einer meiner bevorzugten Pilze zu Spaghetti. Vorzüglich schmeckt er in Butter mit Knoblauch gebraten, ausgezeichnet auch in Eintöpfen und Suppen oder zusammen mit anderen Pilzen.«


Carluccio mahnt, Hallimasche mindestens 5 Minuten auf hoher Flamme abzukochen und das Kochwasser wegzuschütten.

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Junge knackige Hallimasche aus dem Oberharz, zum Verschenken und zum Sofortverzehr


Foto: Körbe voller Hallimasch aus dem Oberharz. Klaus hat sie zum Teil verschenkt. Der Rest wurde frisch zubereitet und verzehrt. (2 Fotos © Klaus)

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Klaus schreibt am 30. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

für uns stand wieder einmal ein Ausflug in den Oberharz auf dem Programm. Wir hofften nach dem ergiebigen Regen vor einer Woche, einiges an Steinpilzen und Pfifferlingen zu finden.

Und was fanden wir? Vollkommene Leere im Wald, nicht ein Pilzchen. Dabei haben wir unsere sichersten Stellen aufgesucht. Nach drei Stunden sind wir dann durch den Hochwald zurück zu unserem Pkw.

Wie auch schon vor einer Woche berichtet, fanden wir Hallimasch in größeren Mengen. Die Pilze waren jung und knackig, im Top-Zustand (Foto rechts). Und wie beim letzten Mal, so haben wir sie auch diesmal wieder aufgeteilt.

Ich habe die Pilze cirka zehn Minuten bei schwacher Hitze gekocht und danach mit Zwiebeln und Butter angebraten. Dann wurden sie mit Nudeln serviert. Es hat allen geschmeckt, nichts ist übrig geblieben.

Nun hat es bei uns am Samstag und Sonntag Reif auf den Autos und Hausdächern gegeben.
Wir werden sehen, wie das Pilzwachstum damit zurechtkommt.

Klaus«


Die ersten Steinpilze und Pfifferlinge im Oberharz sind da


Frank schreibt am 29. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war mein Freund im Oberharz in den Pilzen und hat die ersten Steinpilze gefunden, wenn auch wenige. Sie hätten bei Fichten im Moos gestanden. Auch kleine Pfifferlinge seien im Anmarsch.

Da ich mit Fieber flachliege und selbst nicht loskann, hat er mir einen schönen Steinpilz und eine kleine Marone geschenkt (siehe das Foto).

Mit freundlichen Grüßen Frank«

(Foto © Frank)

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Oberharz: Nicht ein Steinpilz, aber junge Hallimasche in Hülle und Fülle


Foto: Sie retteten im Fichtenhochwald unterhalb des Brockens die Ehre der Pilze: junge Hallimasche wie diese wuchsen im Überfluss. Heute gibt es sie bei Klaus zu Schnitzeln. (2 Fotos © Klaus B.)

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Klaus schreibt am 17. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern waren wir im Bereich Elbingerode im Harz. Bei uns hat es über Wochen nur sehr geringe Niederschläge gegeben. Der Wald ist ausgetrocknet und die Waldbrandgefahr anhaltend sehr hoch. Es standen auch keine Pkw an den bekannten Stellen und andere Pilzsammler trafen wir auch keine.

Wir sind mit einem kleinen Korb und einer Reservetasche zu den Steinpilzstellen gegangen.
Nicht ein einziger Pilz wuchs dort. Daraufhin versuchten wir unser Glück am Rand eines Bachlaufes. Auch hier war nichts zu finden, der Bach war trocken gefallen.

Auf dem Rückweg gingen wir durch einen Fichtenhochwald. Hier haben wir uns verwundert die Augen gerieben, denn es standen Hallimasch in großen Mengen.

Wir haben ungefähr acht Kilo bester Qualität mitgenommen, also alles junge Pilze, um den Großteil an Bekannte weiterzugeben. Den Rest haben wir gesäubert und dann 10 Minuten gekocht. Heute werden wir sie dann zubereitet zu Schnitzel essen.

Hoffentlich schmecken sie nicht bitter. Ich habe vor einigen Jahren an einer Kiefer im Hainberg den Honiggelben Hallimasch gefunden, die gesamte Pfanne mussten wir damals entsorgen.

Die Aussichten für unsere Region sind schlecht, kein Niederschlag, die Pegel der Talsperren sinken dramatisch. Die Okertalsperre ist nur noch zu einem Drittel gefüllt.

Wir geben aber die Hoffnung nicht auf.

Gruß Klaus«


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Foto: So kennen wir sie: Hallimasche befallen lebendes oder, wie hier, totes Holz. Sie sind somit der Schrecken der Forstwirtschaft. Andere hingegen lieben ihn regelrecht - am Gaumen. So der international bekannte Spitzenkoch Antonio Carluccio:






Den Prachtkerl von einem Schwefelporling hat Kurts Frau paniert und ausgebacken


Kurt schreibt am 11. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm, liebe Pilzfreunde,

im Unterharz ist nach langer Durststrecke endlich etwas Regen gefallen, die höchste Waldbrandgefahrenstufe wurde aufgehoben.

Nachdem fast zeitgleich aus Sachsen und Thüringen schöne Pilzfunde gemeldet wurden, hoffe auch ich nun auf erstes zaghaftes Wachstum.

Heute habe ich hier im Flachland in der Nähe von Schochwitz im schönen Salzatal an einem uralten Kirschbaum einen ganz jungen saftigen Schwefelporling von 1,6 kg gefunden.

Dank der Kochkünste meiner Frau wird er unserer ganzen Familie und den Nachbarn heute Abend sicherlich vorzüglich schmecken.

Liebe Grüße, Kurt aus Köllme«

(2 Fotos © Kurt)

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Foto rechts: Besser kann ein Schwefelporling für die Verwertung kaum sein. Noch kein Tüpfelchen Orange hat sich in den zitronengelben Fruchtkörper gemischt, ein Hinweis darauf, dass er zart und perfekt für ein wohlschmeckendes Pilzgericht ist. Jedenfalls sehen die Pilzschnitzel auf dem obigen Foto, die Kurts Frau zubereitet hat, superlecker aus.









Ein goldgelber Funken Pilzhoffnung am Regenstein bei Blankenburg


Klaus schreibt am 20. August 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

am Regenstein bei Blankenburg habe ich diesen Schwefelporling (Foto rechts) entdeckt. Ich hoffe, er war ein Signal für den Start in den Pilz-Spätsommer.

Viele Grüße Klaus«

(Foto © Klaus B.)

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Hexen, Perlpilze und Pfifferlinge bei Ilsenburg im Oberharz

Ellen schreibt am 25. Juni 2018:

»Hallo,

wir haben im Oberharz Nähe Ilsenburg auf unserer gestrigen Wanderung einige Hexenröhrlinge am Wegesrand gefunden. Die vielen Perlpilze waren leider überwiegend madig. Außerdem gab es ein paar Pfifferlinge.

Liebe Grüße aus Nordhausen von Peter und Ellen«


Burgenlandkreis: Auch bei 27 Grad wachsen die Speisemorcheln hervorragend nach


Foto: Sieben auf einen Streich! Die Suche nach den herrlichen Speisemorcheln war für Felix das reinste Vergnügen. Auf den Dörrgittern (zweites Foto) präsentiert er die gesamte Ausbeute. (2 Fotos © Felix B.)

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Felix schreibt am 22. April 2018:

»Liebe Pilzfreunde,

trotz sommerlicher Hitze und Trockenheit wollte ich es nochmals wissen und habe meine Morchelplätze im Burgenlandkreis erneut aufgesucht. Und es ist einiges nachgewachsen seit vergangenem Mittwoch. Junge, frische Speisemorcheln, trotz 27 Grad.

Mein Tipp: Nicht bei jeder Esche wächst eine Morchel, aber bei jeder Morchel gab es Eschen.

Fundgebiet war der Burgenlandkreis unweit der Saale, aber nicht die Saale-Auen, sondern in den Hügeln.

Ich bin gespannt, ob der angekündigte Regen einen nochmaligen Schub bringt.

Herzliche Grüße und viel Glück!

Felix«

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Burgenlandkreis/Saaleauen: In der halben Dunkelheit fand Felix endlich »seine« Speisemorcheln


Felix B. schreibt am 19. April 2018:

»Hallo Pilz-Ticker,

ich oute mich jetzt auch mal als ein eifriger Leser Ihres Blogs. Tolle Sache, vielen Dank! Hiermit möchte ich meinen Betrag leisten.

Seit etwa zwei Wochen verfolge ich hier die Morchelfunde im Süden. Meine Reviere liegen in Sachsen und Sachsen-Anhalt, ich war auch schon ein paar Mal auf der Pirsch, aber dieses Jahr lassen sich die Speisemorcheln Zeit.

Heute war ich wieder unterwegs. Und schon wieder: An keiner der Stellen vom letzten Jahr zeigte sich etwas. Ich war mir sicher, dass das wieder nichts werden würde. Doch dann bin ich fast auf ein klitzkleines Speisemorchelchen am Wegesrand getreten. Da wusste ich: Es gibt also doch welche! Nur wo? 

Ich begann zu suchen. Die Sonne war schon weg, es war gegen 20 Uhr, da fand ich endlich eine Stelle: Eine Böschung am Rand einer Wiese, nach Süden ausgerichtet, dicht bewachsen mit jungen Eschen und allerlei Sträuchern, da stand ein gutes Dutzend schöner, frischer Speisemorcheln der Varietät Rundmorcheln (Morchella esculenta var. rotunda).300 Gramm brachten sie auf die Waage (Foto rechts).

Sie waren perfekt getarnt, wirklich schwer zu entdecken. Umso größer war die Freude. Wenn es nicht dunkel geworden wäre, ich hätte sicher noch mehr gefunden. 

Der Fundort befindet sich im Burgenlandkreis, unweit der Saale.

Die Saison ist damit eröffnet! 

Beste Grüße!

Felix«

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Foto: Eine verbuschte Landschaft mit blühenden Schwarzdornsträuchern und erheblichem Trockengrasanteil und - hier nicht zu sehenden - Eschen - war das Habitat, in dem Felix seine Speisemorcheln fand. (2 Fotos © Felix B.)

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Was sich Heike vom Chaga erhofft, wie sie ihn endlich fand, wie sie ihn verarbeitete


Foto: In einem mit einer Folie ausgelegten Karton schlug Heike die groben Stücke vom Schiefen Schillerporling auf einem Holzklotz klein.

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David Wolfe: Chaga - König der Heilpilze. München 2014.

Der Großmeister der amerikanischen Heilpilz-Experten stellt den Schiefen Schillerporling mit allen Aspekten auf 224 Seiten im Taschenbuchformat vor.

Ein praktischer Ratgeber mit vielen nützlichen Tipps und Rezepten.

Ein Buch für unter 10 Euro, das hält, was der Name David Wolfe zum Thema Heilkost verspricht.




Heike schreibt am 6. März 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

Du fragst, warum ich dem Schiefen Schillerporling (Chaga) so unnachgiebig nachgestellt bin. Deshalb hier:

Erhoffte Heilwirkungen vom Chaga

Da mit zunehmendem Alter allgemein auch die Beschwerden zunehmen, möchte ich mal den Chaga einsetzen und schauen, wie er wirkt. Er ist ja ein universales Heilunikum: 

Seine Magen- und Darmheilwirkungen sind ja am bekanntesten. Desweiteren soll er gegen Arthrose helfen und die Schilddrüse stärken. Besonders gespannt bin ich darauf, ob er positive Wirkungen an meinem früher einmal verletzten Sprunggelenk zeigt, wo es Bänderabrisse mit Folgeschäden gab. Auch möchte ich ihn - präventiv - im Einsatz gegen Infekte testen.

Ich werde auch eine Salbe herstellen und will mal sehen, ob er nicht die Schuppenflechte eindämmt. Auch werde ich diverse Tinkturen ansetzen, mit Rum, mit Wodka. Die kann man, nachdem sie 6 Wochen gezogen sind, etwas verdünnen, je nachdem, wie hochprozentig der Rum oder Wodka ist.

Man kann die Tinktur dann innerlich oder äußerlich anwenden, z. B. bei allen schmerzenden Gelenken, bei rheumatischen oder arthrotischen Problemen und so weiter. Auch bei Entzündungen des Nagelbettes und ganz allgemein bei verletzungsbedingten Wunden soll der Chaga super sein.


2 Fotos: Hier ist der Chaga nach Vorarbeit in groben (links) und mittelgroben Stücken (rechts) zu sehen. Auf dem Foto hierunter sehen wir in der blauen Schüssel beinahe schon feines Schrot vom Chaga. Es eignet sich zum Beispiel für einen Chaga-Tee. Lies hierzu auch die spannende Post von Auswanderin Gerlinde, die in Nordnorwegen lebt: »Wie die Samen in Lappland den Chaga-Tee herstellen und trinken.«

(4 Fotos © Heike)


Wo der Chaga wächst

Nach ganz vielen Recherchen bin ich zu dem Schluss gekommen, das der Chaga sehr gerne in wenigen Metern Höhe über dem Meeresspiegel wächst. An Flüssen, Seen, Teichen, Mooren, gerne in Tälern. Aufsteigender Dunst aus feuchten Gebieten in den Morgenstunden begünstigt meiner Meinung nach ebenfalls das Erscheinen des Pilzes. Am liebsten wächst er an alten angeschlagenen Birken.

Dieser Hinweis ist, so banal und nebensächlich er klingen mag, sehr wichtig: wir hatten ihn an der Bitterfelder Seenplatte vergeblich lange an zu jungen Birken gesucht! An den jungen Seen sind auch die Birken noch jung, da gab es nichts. In einem entfernteren Gebiet fanden wir dann einen gestandenen Birkenwald mit alten Birken - und da wuchs endlich der Chaga.

Die Verarbeitung vom Chaga

Die geernteten Pilzstücke wurden in einem großen Pappkarton, der mit Folie ausgelegt wurde, mit einem Beilchen auf einem Klotz zerkleinert. Alles was sich zu klein abspaltete, konnte dann direkt von der Folie in eine Schüssel geschüttet werden. Gemahlen habe ich die kleinen Stücke nicht extra. Das Konzentrat koche ich aus den kleinen Stücken. Aus dem Konzentrat stelle ich dann Tinkturen und Salben her.

Herzliche Grüße Heike«

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Die abenteuerliche Suche nach dem Chaga in der Wildnis der Bitterfelder Seenplatte


Foto: 14,9 Kilogramm vom Schiefen Schillerporling (Chaga) hat Heike nach Jahren vergeblicher Suche endlich ernten können. Der Chaga gilt als sehr heilstarker Pilz selbst für schwere Magen-Darm-Krankheiten, für die Stärkung des Immunsystems und für das Herz. In Sibirien findet er seit Jahrhunderten Verwendung. In seinem Buch »Heilende Pilze: Die wichtigsten Arten der Welt im Porträt« beschreibt Jürgen Guthmann den Chaga und seine Heilwirkungen exzellent.

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Heike schreibt am 5. März 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

am Freitag nach der Arbeit ging es in meine Heimat Sachsen-Anhalt. Für zwei Tage wurde ein Hotel gebucht, mitten in der Bitterfelder Seenplatte.

Ziel war es, den Chaga, also den Schiefen Schilerporling, zu finden. Im Eichsfeld gibt es ihn  nicht. Nach drei Jahren intensiver und doch erfolgloser Suche im kompletten Eichsfeld - sogar noch außerhalb des Eichsfeldes, nämlich bis nach Sondershausen - fand ich keine Spur von ihm. Mein Ziel aber war es, ihn unbedingt zu entdecken. 

Am Samstag begaben wir, also mein Mann und ich, uns zuerst an die mir noch bekannten, schon älteren Seen. Bei minus 11 Grad und scharfem Ostwind ging die Suche los. Über 8 Stunden sind wir bei klirrender Kälte unterwegs gewesen. Und fanden wieder - nichts.

Als Grundlage für unsere Rundgänge dienten uns ausgedruckte Pläne über Google Maps und vom Tour Explorer. Ich war komplett frustriert.


Foto: Hier ein Chaga-Erntestück mit der Sicht auf das von der schwarzen Außenschicht eingefasste innere Fruchtfleisch.


Foto: Einer der gefundenen Schillerporlinge. Die äußere Schicht des Fruchtkörpers wirkt wie aufgesprungen und verkohlt; typisch ist das Orangebraun des hier teilweise offenliegenden Fruchtfleisches, um das es für die Verwendung geht.

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Am nächsten Tag bin ich in eine Tankstelle rein und habe eine Wanderkarte gekauft, da die ausgedruckten Pläne bereits abgearbeitet waren. Ich hatte noch ein Gebiet im Kopf, das ich aber auf keinen Fall blind ohne Wanderkarte betreten wollte, weil die Gefahr zu groß ist, sich dort in der Wildnis verhängnisvoll zu verlaufen.

So sind wir entlang der Landesgrenze zwischen Sachsen Anhalt und Sachsen gegangen. Uns blieben nur noch gute vier Stunden zur Suche bis zur Heimfahrt. Denn ab Sonntag Nachmittag müssen wir »heeme« sein, da schreit die Arbeit nach uns. Punkt 9 Uhr waren wir an einem Abstellplatz angelangt. Keine fünf Minuten im Wald, entdeckte ich den ersten Chaga. 


Foto: Hier ist die verkrustete Außenhaut besonders gut zu sehen. Mancher Pilzfreund ist gewiss schon achtlos an den knolligen, bröckeligen Auswüchsen vorübergegangen, weil er sie für eine Form von Baumkrankheit hielt. Bei den beiden hier gezeigten Fotos handelt es sich um die so genannte imperfekte oder Nebenfruchtform des Schiefen Schillerporlings. Die erst nach etlichen Jahren nachfolgende Hauptfruchtform des Chaga ist extrem unscheinbar und wird nur bei genauester Suche entdeckt.

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Und so setzte sich das fort. Nach dreineinhalb Stunden waren wir den ausgesuchten Weg abgelaufen und hatten 14,9 kg Chaga im Rucksack! Jetzt heißt es: trocknen, trocknen trocknen. Dieser Pilz bedarf etwas längerer Trockenzeiten.

Dutzende Bilder könnte ich senden, es war schlichtweg ein Wahnsinn. Die Landschaft war geprägt von abertausenden Birken, was ich hier zu Hause nicht kenne. Wunderschön anzusehen! Das war ein richtiges kleines Abenteuer. Vor meinem geistigen Auge sah ich in diesem Gebiet diverse Röhrlinge. Und, natürlich, Birkenporlinge.

Auf d en Fotos sind die Resultate von einen wirklich abenteuerlichen Wochenende zu bewundern.

Herzlichste Grüße, Heike und Dieter«

Pilz-Ticker-Thueringen


Foto: Heikes Mann inspiziert den Birkenwald. Der Schiefe Schillerporling wächst an Laubbäumen mit starker Tendenz zu Birken. Er ist ein Pilz des Nordens, der die Kälte mit Wassernähe (Seen, Flüsse, Gräben) liebt. Die Birkenwälder Russlands, Finnlands und des Baltikums sind seine hauptsächlichen Verbreitungsgebiete. In Deutschland ist er selten, jedoch dort häufig, wo er einmal auftritt - siehe Heikes Fund. (5 Fotos © Heike)


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