Der Urlaubs-Pilzticker: Pilzfotos und Pilz-
nachrichten aus der schönsten Zeit des Jahres



Der Urlaubs-Pilzticker




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Übersicht aller bisherigen Urlaubspilzticker




Auf den Märkten in Kaunas und Riga stehen Pilze hoch im Kurs

Die Schale Hexeneier gibt es für 18 Euro, ein Kilo schönster Pfifferlinge für 6 Euro


Markus schreibt am 18. September 2022:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

Meinen Bruder Thomas hat es vor ein paar Wochen dienstlich nach Litauen verschlagen. Was er in Kaunas, der diesjährigen Europäischen Kulturhauptstadt, und auf der Rückreise in Riga, der Hauptstadt Lettlands, auf den Märkten entdeckt hat, ist vielleicht eine Erwähnung im Urlaubs-Pilzticker wert.

Die Marktmütterchen verkaufen Pilze & Gemüse voller Würde

Massen an Pfifferlingen allerbester Qualität werden dort feilgeboten, und zwar sowohl von professionellen Händlern als auch von Frauen und Mütterchen, wie wir beide die manchmal hoch betagten Frauen liebevoll nennen, denen wir seit unseren ersten Reisen nach Osteuropa zu Beginn der 1990er Jahre immer wieder begegnen: arm sind sie, aber würdevoll.

Und sie wissen noch zu würdigen, was die Natur zu bieten hat. Für ein paar Groschen verkaufen sie auf dem örtlichen Markt, am Straßenrand und vor dem Bahnhof, was sie im eigenen Bauergarten und auf dem Feld geerntet oder in den tiefen Wäldern gesammelt haben. So finden sich Stachelbeeren neben Pfifferlingen, Gurken neben Täublingen, Heidelbeeren neben Rotkappen und so weiter ...

Die Hexeneier sind gefragte Heil- und Marktpilze 

Interessant ist, dass Pfifferlinge im Baltikum quasi literweise verkauft werden, also in Behälter abgefüllt und nicht gewogen. Sie werden z. B. als "Halber Liter" deklariert (2. Foto rechts). Aber es gibt auch einen Kilopreis, und der lag bei bester Qualität, Sauberkeit und Frische (siehe 3. Foto rechts) bei rund 6 Euro.

Auch Birkenpilze, Rotkappen, Reizker und Täublinge hat Thomas bei seiner Reise Anfang August auf den Märkten gesehen; es war wohl gerade keine Steinpilz-Zeit. Eine Kuriosität sind "Hexeneier", also die "ungeschlüpften" Stinkmorcheln, welche als Heilmittel zu einem vergleichsweise hohen Preis von 18 Euro die Schale angeboten werden.

Viele Grüße Markus"

Anmerkung: Die Brüder Thomas & Markus berichten oft in den Pilztickern BaWue und Rheinland-Pfalz von ihren Funden



2 Fotos: Eine Schale mit Hexeneiern kostet 18 Euro. Sie scheinen sich zu verkaufen, sonst hätten die Marktfrauen sie nicht im Angebot. Eine Augenweide sind die Beerenschalen mit Blaubeeren, gelben und roten Johannisbeeren und Stachelbeeren. (5 Fotos © Thomas H.)

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Piemont: Der Koch weigerte sich, Flockis und Anhängselröhrlinge zuzubereiten


Bea schreibt am 18. September 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren eine Woche als siebenköpfige Wandergruppe im Val Stura (südwestliches Piemont) stationiert. Erstaunlich, in welcher Höhe (teils über 2400 m) hier noch Pilze wachsen. Wir fanden sehr viele Goldröhrlinge und gleich daneben Hohlfußröhrlinge (die ich persönlich noch nie gefunden hatte).

Ich konnte einige meiner Mitwanderer fürs Pilze suchen begeistern, und so sammelten wir an einem Tag eine paar Steinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge und Anhängselröhrlinge. Der Koch des Hotels weigerte sich jedoch, etwas anderes als Steinpilze zu verwerten. Mir blutete das Pilzerherz!

Dafür tischte er uns jeden zweiten Tag Riesenbovist in verschiedenen, jedoch stets etwas schwammigen Zubereitungsarten auf. Für mich bestätigte sich einmal mehr, dass Italiener grundsätzlich nur auf Funghi Porcini, also Steinpilze, aus sind.

Riesenboviste, die ich lieber fotografiere als esse, trafen wir auf unseren Wanderungen auch an. Sie wuchsen inmitten steiniger, baumloser Umgebung zahlreich und einmal sogar in etwa 2100m üNN.

Herzliche Grüsse, mittlerweile wieder aus der Schweiz, Bea"

(Foto © Bea/Privat)

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Sehr lesenswert!

Andreas' große Balkan-Tour mit türkischer Ägäis, Bulgarien, Rumänien und Mazedonien

Besuch in der zentralen Sammelstelle für Steinpilze in Nordmazedonien

Andreas vom Pilzticker Bayern schreibt am 1. September 2022:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

nach langer Pause melden wir uns mal wieder. Wir sind seit längerem im südöstlichen Europa unterwegs (Elternzeit macht's möglich) und natürlich ist unser Interesse an Pilzen stets mit dabei.

Wir haben die letzten Monate die türkische Ägäis, Bulgarien und Rumänien bereist und sind jetzt in Mazedonien angekommen. Für den Urlaubsticker wollte ich dir gerne einige Eindrücke schicken.

An der türkischen Ägäis war im Juni/Juli pilztechnisch ‚tote Hose'. Auch Ausflüge ins bergige Hinterland waren zwar sehr interessant, aber es gab keinerlei Pilze zu entdecken. Ob es in diesen Gegenden normalerweise nennenswertes Pilzaufkommen gibt, weiß ich nicht, aber es war so knochentrocken, dass ich mir das zu dieser Jahreszeit kaum vorstellen kann.

Im Juli haben wir uns hauptsächlich in Bulgarien (Strandscha-Nationalpark, Zentralbalkan-Gebirge, Donauebene) aufgehalten. Dort das gleiche Bild. Obwohl wir ausgiebige Spaziergänge in Wald und Wiese unternommen haben, haben wir keinen Pilz erspähen können. Und weiterhin war es in allen Gegenden knochentrocken und teils sengend heiß. Wir hatten zu dem Zeitpunkt seit zwei Monaten keinen Tropfen Niederschlag miterlebt.

Der Robinien-Schwefelporling blieb unangetastet

Seit Anfang August waren wir in Rumänien unterwegs. Und dort wurden wir endlich fündig, und zwar ganz unerwartet. An einer Robinie mitten in der Innenstadt von Hermannstadt/Sibiu wuchs ein Schwefelporling (2. Foto). Trotz besten Alters blieb er am Baum, denn mir ist bekannt, dass Baumpilze möglicherweise Gifte ihrer Wirtsbäume aufnehmen können und dies bei der Robinie auch diskutiert wurde. Da eine schnelle Internet-Recherche hier keine eindeutigen Ergebnisse lieferte, blieb der Pilz eben an Ort und Stelle. Keine Experimente!

Auch Mitte August war es weiterhin sehr trocken, allerdings stießen wir durch Zufall auf ein Pilznest. Wir überquerten die Transfagarasan, eine der weltweit schönsten Passstraßen, und beim Abstieg an der Südseite machten wir Rast an einem breiteren Bach. Und tatsächlich blitzte es am bewaldeten Ufer gelb. Schnell durch den Bach gewatet und eine Gruppe von Pfifferlingen war gefunden.

Wir suchten daraufhin natürlich den Bachlauf ab und hatten an mehreren anderen Stellen weitere Erfolge. Stolz zeigt unsere Maja auf dem 1. Foto unser Fundergebnis. So gab es zum Abendessen Pfifferlinge und einen Flockenstieligen Hexenröhrling. Hier hat uns sicher die Feuchtigkeit des Bachs geholfen, denn geregnet hatte es an diesem Ort sicher auch länger nicht.

Auf Du und Du mit Bären 

Bemerkenswert war auch, dass im Fagarasan-Gebirge Bären leben und tatsächlich entdeckten wir auch deren Kothaufen entlang einer deutlichen Wildfährte am Bachufer. Und bei der Weiterfahrt am späten Abend standen dann tatsächlich an drei Stellen Bären am Straßenrand. Zweimal eine Mama mit je 2 bzw. 3 Jungen und ein einzelnes Männchen. Hat zwar nicht direkt etwas mit Pilzen zu tun, war aber ein tolles Erlebnis, vor allem für die Kinder, die vom sicheren Beifahrersitz schauen durften (siehe nächstes Foto).

Zurück in Bulgarien, besuchten wir das Rila-Gebirge. Hier war der Boden feuchter und ich konnte an einem Nachmittag bei einem kurzen Sprung in den Wald ein wahres Pilzmeer entdecken. Mit Janosch auf dem Arm konnte ich allerdings nur sieben schöne Steinpilze mitnehmen.

Das gibt's doch nicht: Ein Kofferraum voller Steinpilze!

Daneben gab es Unmengen Täublinge, Semmelstoppelpilze, einzelne Pfifferlinge und unzählige, nicht näher bestimmte Lamellenpilze, einen Schönfußröhrling und viele Korallenpilze. All dies in einem dichten Fichtenwald auf ungefähr 1600m üNN. In einem Tal tiefer im Rila-Gebirge gab es für mich eine bisher unbekannte Zusammenkunft: In einem Mischwald auf über 1500m üNN fand ich in nächster Nachbarschaft einen Steinpilz, einen Parasol und Pfifferlinge; das hatte ich bisher so nicht erlebt.

Mittlerweile sind wir in (Nord-)Mazedonien angekommen und waren in Delchevo, in der Nähe der bulgarischen Grenze, auf einem Spaziergang zu einem kleinen Kloster. Da fährt ein alter Jeep vorbei und ich denke mir: Das gibt's doch nicht, der Kofferraum ist doch voll mit Steinpilzen!

Aber auch hier ist es knochentrocken, es scheint seit Wochen nicht geregnet zu haben, so dass die Familie überzeugt davon war, dass ich mich verschaut hatte. Doch dann auf dem Weg zurück in die Stadt entdecken wir am Stadtrand den Jeep an einer Abladestation eines Pilzhändlers.

Und tatsächlich, die einzige Ware, die dort angeliefert wird, sind Steinpilze. Alle recht alt und an den Hüten mit deutlichen Rissen. Jetzt wissen wir immerhin, dass es Pilze gibt, wenn man wie die Einheimischen weiß, wo man suchen muss. Und es wird auch einmal mehr klar, wo die Pilze in Massen kommerziell geerntet werden.

Männer mit riesigen Plastiksäcken voller Pfifferlinge auf dem Rücken

In den nächsten Tagen geht es weiter in den Pelister-Nationalpark in Mazedonien, wo wir vor 5 Jahren ebenfalls eine Begegnung mit professionellen Pilzsammlern hatten. Dort kamen uns im Nationalparkgebiet bei einer Wanderung ein halbes Dutzend Männer entgegen, jeder mit einem riesigen Plastiksack voller Pfifferlinge auf dem Rücken.

Mal schauen, was wir dieses Jahr sehen. Immerhin haben jetzt die Gewitter eingesetzt und es hat lokal heftig geregnet. Also sollte es jetzt passen, auch wenn wir im Nationalpark natürlich alles stehen lassen, wie es das Gesetz vorschreibt.

Liebe Grüße nach Deutschland und allen Pilzliebhabern einen erfolgreichen Pilzherbst!

Ich habe den Pilztickern Bayern und Baden-Württemberg entnommen, dass bisher aufgrund Niederschlagmangels eher Flaute war.

Viele Grüße Andreas mit Familie"

Foto rechts: Die zentrale Sammelstelle für Steinpilze. Obwohl die Pilze sichtlich alt, trockenheits- und hitzegeschädigt sind, gestattete der Betreiber Andreas ein Foto. Vielen Dank für diesen seltenen Einblick! 

(4 Fotos © Andreas G.)

Lieber Andreas,

vielen Dank für diese wirklich spannenden und lebhaften Schilderungen! Einfach einmalig, dass wir Leser so nah dran an Euren Abenteuern rund um Pilze und Bären sein dürfen!

Im Namen der hier versammelten Pilzfreunde wünsche ich Euch noch einen weiterhin erlebnisreichen und gesunden Urlaub!

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Tolles Zusammenspiel zwischen Pilzsammlern und Hotelküche

»Anerkennende Blicke und nette Gespräche der Hotelgäste über unser exklusives Pilzessen«


Foto: Einen Teil der Pilze, in 1000 Metern Höhe gesammelt, gab es knackfrisch zu Antipasti. Stefan schreibt dazu: "Hierzu habe ich die Pilze abkühlen lassen und nochmal kurz mit Salz und Pfeffer in Olivenöl eingelegt." (4 Fotos © Stefan)

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Foto: Die köstliche Pasta in Weißweinsauce mit Garnelen, verfeinert mit dem zweiten Teil der frisch gesammelten Pilze. Ein sichtlich tolles Zusammenspiel zwischen Pilzfreunden und der gegenüber Pilzen sehr aufgeschlossenen Hotelküche nebst Hoteleigentümer!

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Stefan vom Pilz-Ticker Hessen schreibt am 22. August 2022:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich melde mich noch einmal aus dem wunderschönen Kärnten.

Dani und ich waren gestern Nachmittag nochmal in den Pilzen und tags zuvor auch, allerdings talwärts, auf etwa 500 Metern üNN.

Im Tal war es sichtlich zu warm; viele der gefundenen Pilze hatten Trockenschäden. Deshalb versuchten wir unser Glück dann gestern nochmals in den Bergen.

Hier war das Pilzaufkommen gut. Allerdings war es zeitlich eng, so dass wir leider nur eingeschränkt etwas für unseren Pilzvorrat zu Hause tun konnten.

Da ich den Besitzer des Hotels mittlerweile wirklich gut kenne, hatte er mir angeboten, meine Pilze zu trocknen, zu blanchieren und auch schockzufrosten. Entsprechend hatte ich meine Becher, gute Kühlakkus und auch eine Kühltasche parat.

Für Pfifferlinge, Steinpilze und Herbsttrompeten wäre ich also bestens vorbereitet gewesen.

Die Steinpilze drücken allerdings gerade erst aus dem Waldboden, ebenso die Pfifferlinge. Wir freuten uns, dass wir den uns bekannten Platz der Herbsttrompeten wieder ausfindig machen konnten, wurden dann allerdings enttäuscht, denn es war noch kein einziges Exemplar zu finden. 


Foto: Das Sammelergebnis. Ganz links Steinpilze, daneben Pfifferlinge, darunter drei Edelreizker und rechts Semmelstoppelpilze.


Foto: Alles geputzt und küchenfertig. Stefan: "Ich möchte an dieser Stelle auch einmal erwähnen, was Lijan, unser Sohnemann, mit seinen 8 Jahren mittlerweile für ein Pilzliebhaber geworden ist. Er ist richtig pilzverrückt und liebt es, wenn ich mit Pilzen nach Hause komme. Und noch mehr, wenn es neu entdeckte Pilzarten zum erstmaligen Probieren gibt. Er hat diese Schüssel hier in die Küche gebracht und konnte den ersten Bissen kaum erwarten, vor allem wegen der Edelreizker." 😊

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Somit entschlossen wir uns, gezielt für ein weiteres Abendessen zu sammeln. Denn das Risiko, die zahlreich wachsenden Semmelstoppelpilze blanchiert und gefrostet mit nach Hause in den Main-Kinzig-Kreis zu nehmen, erschien uns zu groß. Da genossen wir sie lieber abends im Hotel. Anders mit den Pfifferlingen, bei denen ich mit dem Blanchieren und Frosten schon gute Erfahrung gemacht habe. 

So kamen für unser Abendessen wieder eine gute Portion bester Semmelstoppelpilze, ein paar Pfifferlinge, Steinpilze und Edelreizker zusammen, die nach dem Putzen wie gehabt direkt in die Küche gingen und dann zu einer leckeren Pasta in Weißweinsauce mit Garnelen und zu Antipasti genossen wurden.

Es war ein toller Gaumenschmaus! Wobei uns nicht verborgen blieb, dass unser exklusives Mahl von den Nachbartischen anfangs etwas kritisch, bald aber durchaus anerkennend begutachtet wurde. Nicht selten kommt es dann zu netten Gesprächen, die zum Ausdruck bringen, wie toll und faszinierend andere Gäste es finden, dass wir vor Ort Pilze sammeln, die dann von der Küche mit sichtlicher Hingabe zubereitet werden. 

Auch ich möchte hier gerne nochmal meinen Dank aussprechen, denn selbstverständlich ist das nicht, zumal die Unterstützung von Seiten des Hotelbesitzers noch deutlich größer wäre, wenn es das Sammelergebnis hergeben würde.

Mit den besten Grüßen aus Kärnten, Stefan & Dani"

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Pilzvergnügen in Kärnten am Jahrestag der Hochzeit

»Von welcher Köstlichkeit Edelreizker doch sind«


Foto: Vorspeise zum Jahrestag der Hochzeit: zum Rindercarpaccio mit Rucola und Parmesan gesellten sich die frisch gefundenen Pilze... (4 Fotos © Stefan)

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Foto: ...namentlich Steinpilze, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze und Edelreizker. Es gibt sie trotz der katastrophalen Trockenheit also tatsächlich noch, die lieben Pilze. Man muss ihnen nur weit genug hinterherfahren. 

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Stefan vom Pilzticker Hessen schreibt am 18. August 2022:

"Hallo lieber Heinz Wilhelm,

Dani, Lijan und ich sind momentan wieder in Kärnten im Urlaub.

Während unserer Anreise vor zwei Tagen hatte ich bereits einen 15-minütigen Inspektionsgang unternommen, um nachzusehen, ob meine Erwartungen an das vorherrschende Pilzwachstum auch passen würden. Es sah erfreulicherweise ganz danach aus, konnte ich bei dieser kleinen Spritztour doch schon Steinpilze, Semmelstoppelpilze und Pfifferlinge finden. Auch verschiedene Arten von Korallenpilzen zeigten an, dass ausreichend Feuchtigkeit vorhanden war.

Für den heutigen Donnerstag war dann ein ausgedehnterer Gang in die Pilze geplant. Allerdings schlägt hier in den Alpen das Wetter sehr schnell und nicht selten heftig um, so dass unser Vorhaben, zu unserem Hochzeitstag ein sehr leckeres Essen im Hotel mit verschiedenen Pilzen zu genießen, mehrfach auf der Kippe stand.

Aber am Ende hat uns das Wetter ein Eineinhalb-Stunden-Fenster geschenkt, um auf knapp 1300 Metern in die Pilze zu springen.

Die Steinpilze haben schon einen Schub hinter sich und starten gerade erneut, denn entweder waren ältere bis überständige oder kleine und junge zu finden.

Die Pfifferlinge hatten hier wohl bereits einen großen Auftritt, kommen aber ebenfalls gerade wieder.

Die Semmelstoppelpilze bereiten offensichtlich einen strammen Aufmarsch vor; sie kommen überall zum Vorschein. Am meisten gefreut haben wir uns über einige der überaus köstlichen Edelreizker

Verschiedenste Täublinge in allen Altersstufen waren ebenfalls zu finden, blieben aber ebenso stehen wie drei prächtige Breitblättrige Glucken, die für uns einen Erstfund bedeuteten. 


2 Fotos: Kaum zu glauben, aber wahr: es wachsen noch Pilze. Zum Beispiel ein Steinpilz unterm Stein. Und drei Breitblättrige Glucken am Fuße vermutlich einer Lärche. Üblicherweise bevorzugen sie jedoch Laubbäume als Baumpartner. Geschmacklich sind sie der Krausen Glucke unterlegen. 

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Da wir erst sehr spät los konnten, haben wir uns etwas gesputet, denn wir wollten die gesammelten Pilze zu unserem Abendessen genießen. 

Zurück im Hotel, bin ich gleich in die Küche zum Küchenchef rein, um ihn um die baldige Zubereitung der Pilze zu bitten. Dann ging es flott hoch aufs Zimmer, die Steinpilze, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze und die Edelreizker putzen und küchenfertig machen. Danach machten wir uns frisch und gingen wieder runter zum Abendessen an unserem Hochzeits-Jahrestag.

Zur Vorspeise gab es ein Rindercarpaccio mit Rucola und Parmesan, wozu sich die Pilze hervorragend gemacht haben.

Es war wirklich ein wunderbarer Genuss, den Dani, Lijan und ich uns da gönnen konnten. Und ich durfte einmal mehr vergnügt feststellen, von welcher Köstlichkeit Edelreizker doch sind. Leider habe ich bei uns zuhause keinen Platz, an dem ich sie sicher finde. Das möchte ich dringend ändern.

Gegen Urlaubsende werden wir versuchen, nochmal einen ausgedehnteren Gang zu machen, um bei optimalem Fund unsere Pilzvorräte eventuell etwas aufzustocken. 

Ganz liebe Grüße aus Kärnten, Stefan & Dani"

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Pilze 2. Wahl auf dem Bauernmarkt am Balaton


2 Fotos: Diese Motive sandte uns Ingeborg vom Pilzticker Thüringen vom Balaton in Ungarn zu.

Auch wenn sie "das Angebot dieser herrlichen Pfifferlinge" auf dem Hevizer Bauernmarkt rühmt: diese Pilze sind keineswegs "frisch und in bestem Zustand", wie sie meint. Denn wer sie mit den Fundfotos auf den Pilztickern BaWue und Hessen der letzten Wochen vergleicht, dem wird die leuchtende goldene Frische sofort fehlen. Hier sind die Farben bereits verblasst und stumpf und die Pilze sichtlich angetrocknet.

Die Sommersteinpilze, so berichtet sie, "waren schon im Stielansatz von Maden durchzogen. Dies schien die Kauflust der Marktbesucher abzuschrecken. Ich konnte nämlich wenig später auf dem Dach eines Autos flache Holzstiegen entdecken, die zum Trocknen geschnittener Steinpilze benutzt wurden." Etwa 17 Euro seien für beide Pilzarten pro Kilo verlangt worden. 

Die Meldung ist insofern interessant, als Thomas vom Pilzticker BaWue vor einiger Zeit darauf hingewiesen hatte, dass Marktpilze im südlichen europäischen Ausland nicht selten eben nicht frisch, teils sogar überständig oder gar madig seien (Stefans Pilzküche, Tageseintrag vom 9. Mai 2022). Das ist aber durchaus legitim, wenn es darauf einen entsprechenden Preisnachlass für die weniger zahlungskräftige Kundschaft gibt.

(2 Fotos © Ingeborg)

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Mit dem Wohnmobil auf Nordost-Tour

Sechs Tage lang ging es in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fast nur um Pilze


Foto: Diese Rotkappen, von Kristina und Rainer am Partwitzer See gesammelt, bekam die Mutter einer Mitcamperin auf dem Campingplatz in Bronkow.

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Kristina schreibt am 17. September 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

wie immer Anfang September starten wir mit dem Wohnmobil in die Natur. Unsere Route in diesem Jahr:

Partwitzer See (Sachsen)

Oranienburg mit Zwischenstopp in Bronkow (Brandenburg)

Wablitzer See (Mecklenburg-Vorpommern)

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)

Achterwasser (Mecklenburg-Vorpommern)

Helenesee (Brandenburg)

Partwitzer See mit Zwischenstopp in Bronkow (Sachsen, Bronkow ist noch Brandenburg)

Rückreise mit nochmaligem Stopp in Bronkow

Unser Pilzfundresümee für den Zeitraum 04.09. bis 16.09.2021:

Partwitzer See 04.09. bis 09.09.: junge frische Butterpilze mit einigen wenigen ersten Rotkappen und Birkenpilzen, allesamt nicht madig und kaum Schneckenfraß (leider Bilder vergessen). Besonders beeindruckend war jedoch die Schwemme an Parasolpilzen. Wir haben die Pilzschnitzel sehr genossen und reichlich an unsere Mitcamper abgegeben.

Bronkow 09.09.: Erste Rotkappen, einige wenige Pfifferlinge, Birkenpilze und jede Menge Butterpilze, alle einwandfrei. Wir fanden auch gut 15 Steinpilze, konnten davon aber nur 2 Kappen retten. 2 Gefrierbeutel voll (Foto unten) sind es dennoch geworden. Diese haben wir vorbildlich an unseren Sohn in Rostock abgegeben.

Wablitzer See 10.09.: viele Butterpilze, einige Birkenpilze, aber viele davon schon überständig – also wanderten nur zwei Birkenpilze zum Trocknen mit.

Helenesee 13.09.: Butterpilze; viele jedoch schon zu alt; 3 Steinpilze und einige erste Maronen, jede Menge Mücken, und zum Schluss eine schöne Krause Glucke (reichlich 1 Kilo). Leider auch hiervon keine Bilder, wir haben direkt alle an ein sehr nettes älteres Dauercamperpaar abgegeben.

Der Helenesee ist von zwei schweren Katastrophen gebeutelt: Strand die komplette Saison gesperrt wegen eines Abrutsches (ehemaliger Tagebau) und die afrikanische Schweinepest, weshalb das komplette Areal zusätzlich eingezäunt werden musste. Der See, die Betreiber und viele dort ansässige Dienstleister (Gastronomen und Tauchschulen) stehen kurz vor dem Ruin. Ich war dort schon als Kind mit meinen Großeltern im Urlaub. Hoffentlich gibt es bald einen Rettungsanker für die Betriebe. Im Moment denkt die Politik wohl nur an die Coronapandemie.

Zurück in Bronkow 14.09.: unser bekannter Pilzkorb war in einer Stunde voll. Jede Menge Rotkappen, Birkenpilze, einige Pfifferlinge, aber hauptsächlich Maronen fanden ihren Weg in den Korb. Wie bereits zuvor geschildert, hatten wir kaum Madenprobleme oder Schneckenfraß. Ausnahme waren wieder die Steinpilze: Von 12 Funden konnten wir nur 3 Kappen retten. 

Partwitzer See 15.09.: Rotkappen satt, die Mutti einer befreundeten Mitcamperin hat sich sehr darüber gefreut. Sie sind auf dem Aufmacherfoto oben zu sehen. Die Parasolschwemme ist vorbei, nur noch wenige alte Exemplare standen am Weg.

Bronkow 16.09.: Diesmal brauchten wir keine Stunde für einen vollen Korb. Neben nachgewachsenen Rotkappen und Birkenpilzen fanden zwei Reizker und viele, viele Maronen den Weg in den Korb. Ein stattlicher Steinpilz, äußerlich tipptopp, war völlig vermadet.

Liebe Grüße von den nach Mittelsachsen heimgekehrten Exurlaubern

Rainer und Kristina"

(3 Fotos © Kristina)

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Südtirol: Die Hallimasche wollen hoch hinaus




Foto rechts: Das sieht man auch nicht alle Tage. Es ist ein efeuberankter und mit Hallimaschen überwachsener alter, kranker Baumstamm. Pilzfreund Fritz aus dem Bodensee-Kreis hat die Kletterkünstler, die wir üblicherweise an Baumstümpfen sehen, in seinem Urlaub in Südtirol fotografiert, und zwar bei der Buschenschenke Haidenhof bei Marling.




Foto: Und diese Safranschirmlinge fand er auf einer Autobahnraststätte während der Rückfahrt aus dem Urlaub nach Deutschland. (2 Fotos © Fritz)

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Ernte vieler Herbsttrompeten bei strömendem Regen in der Woiwodschaft Niederschlesien


Christian schreibt am 29. September 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nach dem Frust in der Schorfheide haben wir einen Kurzurlaub Niederschlesien eingelegt.

Wir waren auf Totentrompeten aus - und konnten reichlich ernten. Der erste Pilzgang brachte zudem noch gute Hexenröhrlinge und ein paar Pifferlinge und Steinpilze zum Vorschein. Wegen dem Dauerregen mussten wir allerdings überall den Schwamm entfernen.

Liebe Grüße aus Kłodzko/Polanica Zdrój, ehemals Altheide Bad im Kreis Glatz in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Christian«


2 Fotos rechts: Hoffentlich hat Christian diese vielen Totentrompeten nicht getrocknet, denn so durchnässt, wie sie sind, unterliegen sie der sehr großen Gefahr, Schimmel anzusetzen oder faul zu werden. Nasse Pilze eignen sich nicht zum Trocknen. (2 Fotos © Christian)

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Täglich reichlich Pfifferlinge im schönen Småland in Südschweden für Helga und Detlef


Helga und Detlef schreiben am 30. August 2020:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem es hier im schönen Småland geregnet hat, haben wir fast täglich Pfifferlinge. Sie wachsen fast überwiegend an bemoosten Wegrändern zwischen Heidekraut und Blaubeersträuchern (2. Foto rechts). Die Wälder, die wir betreten, sind bis auf wenige Täublinge und Kremplinge fast pilzleer.

Die Pfifferlinge schmecken und die Blaubeeren erst recht. Unsere Hoffnung, in Schweden andere, unbekannte Pilzarten kennenzulernen, erfüllt sich bislang nicht. 

Herzliche Grüße aus Schweden, Helga und Detlef vim Brandenburger Pilzticker«

(2 Fotos © Detlef)

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