Der Urlaubs-Pilzticker
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Übersicht aller bisherigen Urlaubspilzticker

Foto rechts: Pilzfreund Frank aus Halle/Saale ist wieder einmal zu Besuch bei Schwiegermama Nadja in Babrujsk im Osten von Weißrussland, unweit der Großstadt Mogilev. Hier war sie heute wieder in den Pilzen. Zirka fünf Kilo an Rotkappen, Birkenpilzen, Sandröhrlingen und Butterpilzen hat sie mit nach Hause gebracht. Gleich geht es an den weniger schönen Teil des Sammelns, das Putzen. Aber Frank hat sicher gerne geholfen. (Foto © Frank/Privat)
12. Oktober 2026
Der Urlaubs-Pilzticker
Corinna vom Pilzticker Bayern schreibt am 22. September 2026:
"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,
hier ist Corinna, die begeisterte Pilzfreundin, die normalerweise den Steigerwald auf der Suche nach den dunkelhütigen Steinpilzen unsicher macht. Ich habe lange nichts von mir hören lassen, was aber nicht dem Mangel an Pilzinteresse zuzuschreiben war.
Voriges Jahr und leider auch in diesem ging ich bislang komplett leer aus. Da ich in der wohl trockensten Gegend Frankens wohne und auch noch in der "sommerlich heißesten" Region Deutschlands (Kitzingen, mehrmals deutscher Hitzemeister mit bis zu 42 Grad), war an Pilze hier nicht mal zu denken. Wir hatten dieses Jahr im Landkreis Neustadt-Aisch afrikanische Verhältnisse mit keinem Tropfen Regen über Monate.


Genau vor einem Jahr haben wir ein Ferienhaus in der Normandie (Nord-Westfrankreich) gekauft, und zwar im Küsten-Département Seine-Maritime. Auch hier war der Sommer extrem heiß und es herrschte ebenfalls eine lange Dürre. Hier werden überwiegend Kartoffeln angebaut, für die Herstellung von Pommes frites. Als ich Anfang August heimgefahren bin nach Deutschland, sah es düster aus für die Bauern hier. Alles vertrocknet.
Als ich vor fünf Tagen wieder in der Normandie eintraf, traute ich meinen Augen nicht: saftiggrüne Wiesen, alles gedieh voller Kraft, unser Rasen im Garten war Wimbledon-tauglich.
Ein wunderbarer Buchenwald
Der Wald Forêt indivise d’Eu ist ein bedeutendes, rund 9.300 Hektar großes Waldgebiet ganz in meiner Nähe, zwischen den Tälern der Bresle und der Yères. Ein wahnsinnig toller Buchenwald mit vielen Wanderwegen.
Los geht´s also, ab in den Wald. Wie habe ich das vermisst seit zwei Jahren. Ob ich was finden würde?
Nach zehn Minuten die ersten Pilze, viele Täublinge, Stockschwämmchen. Ein gutes Zeichen! Ich also losmarschiert, obwohl ich in diesem Wald keinen Meter kenne. Immer wieder habe ich zurückgeschaut, mir die Lichtverhältnisse angesehen, versucht, mir markante Punkte für meinen Rückmarsch zu merken.
Tja, nach eineinhalb Stunden war es so weit, ich hatte komplett die Orientierung verloren. Passend dazu stand mein Handy-Akku auf 18 %. :-( Gegen 16.30 Uhr hieß es für mich nur noch raus aus dem Wald, versuchen eine Straße zu finden.
Nach weiteren eineinhalb Stunden Umherirren, ohne eine Straße gefunden zu haben, hörte ich auf einmal Glocken und Trompeten. Sollten das Kühe oder Ziegen sein? Dann entdeckte ich orangerote Westen, eine Meute Hunde… :-) Oh, war ich glücklich!
So hilfsbereite, so nette normannische Jäger!
Es waren Jäger auf Treibjagd. Mein Französisch lässt zu wünschen übrig, geht eher gegen Null, und Englisch haben sie nicht verstanden. Aber wir konnten uns über den Handy-Übersetzer verständigen. Und sie haben gesehen, dieses Mädel braucht Hilfe. Die ganze Jägertruppe hat mich dann aus dem Wald geführt zu ihrem Startstandort, wo etwa zehn Jeeps mit Hundeanhängern standen.
Alle waren so wahnsinnig nett und hilfsbereit! Ich kann nur sagen, die Normannen sind so wahnsinnig hilfsbereit, ultrafreundlich und nett. Danke!
Zurück zu den Pilzen, die fast zur Nebensache wurden. Ich bin auf ein Meer an Flockenstieligen Hexenröhrlingen gestoßen (z. B. 1. Foto links), von den unzähligen habe ich aber nur ein paar mitgenommen, da ich noch nicht so sicher bin mit dieser Pilzart. Dazu kamen - leider - nur ein paar tolle kleine Steinpilze (2. Foto links). Aber ich war begeistert, überhaupt solche schönen Pilze gefunden zu haben.
Sorry für meinen Roman.
Liebe Grüße Corinna aus Normandie"
Der Urlaubs-Pilzticker

Foto: Die Retter sind da! Sie kamen in orangeroten Leuchtwesten und waren Jäger, die mit ihrer Hundemeute unterwegs waren. Sie geleiteten Corinna zurück aus dem Wald. (3 Fotos © Corinna)

Heiko schreibt am 26. August 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
für Deinen Urlaubsticker schicke ich Dir einen kleinen Pilzgruß aus Jerup in Nordjütland, nur wenige Kilometer von Skagen, der Nordspitze Dänemarks.
Auch hier macht sich die Trockenheit der letzten Wochen und Monate deutlich bemerkbar. Sobald aber, wie Samstagnacht, Regen fällt, zeigen sich auch zügig erste Pilze in der herrlichen Heidelandschaft Skandinaviens.
Eine schöne junge Heiderotkappe, die botanisch identisch mit der Birkenrotkappe ist, machte direkt auf unserem gemieteten Grundstück den Anfang. Sie wächst gerne bei Birken in sandiger Heidelandschaft mitten im Heidekraut, wie auf dem Foto rechts. 😉
Herzliche Grüße
Pilzfreund Heiko"
(Foto © Heiko)
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Martina vom Pilzticker Niedersachsen schreibt am 23. Juni 2026 zu diesem Foto:
"Lieber Heinz Wilhelm, liebe Pilzfreunde,
unsere ersten Pilzfunde in diesem Jahr machten wir in unserem Urlaub hier auf Usedom. Am Waldrand im Lieper Winkel (Gemeinde Rankwitz, Achterland) standen diese schönen frischen Parasole. Wir werden sie teils panieren und teils mit Speck und Ei braten. Lecker!
Liebe Urlaubspilzgrüße
Achim und Martina"
(Foto © Martina)
Der Urlaubs-Pilzticker



3 Fotos: Standen alle an ein- und demselben Platz: Käppchenmorchel (halbiert, links), Fingerhutverpel (Mitte) und Böhmische Verpel (rechts). (3 Fotos © Rolf)
Rolfs und Renates Ostersuche vom 5./6. April 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
über Ostern haben Renate und ich mal wieder nach Morcheln gesucht. Diesmal waren wir bei Lauterbourg im Elsass am Rhein, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland, im Dreiländereck Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Elsass.
Wir kennen dort eine Stelle mit Käppchenmorcheln, Fingerhutverpeln und Böhmischen Verpeln.
Nach dem Putzen und Aufschneiden war klar, dass es sich bei den mitgenommenen Pilzen - von je einer einzigen Fingerhutverpel und einer Käppchenmorchel abgesehen - ausnahmslos um Böhmische Verpeln handelte.
Je einen Ast mit einem Kastanienbraunem Stielporling und einem Schuppigen Porling haben wir auch gefunden.
Ganz liebe Grüße
Renate & Rolf"
(Nachgereicht am 8. April 2026)
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Frank vom Pilz-Ticker Sachsen-Anhalt (ST) schreibt am 22. November 2025:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
mein letzter Pilzgang 2025 fand in Belarus, früher Weißrußland, statt. Ich war mit meiner Frau in ihrer Heimat in Babrujsk im Osten des Landes, unweit der Großstadt Mogilev.
Das Foto vom 8. November 2025 zeigt meine Schwiegermutter Nadja nach der Hallimasch-Suche. Ich übertreibe nicht, wenn ich versichere, dass man die Pilze mit einem Lkw hätte abholen können, so voll stand der Wald von diesen Pilzen.
Die Ausbeute wurde nach dem Säubern zu einem Teil eingekocht, zum anderen abgekocht und eingefroren. Es ist ein hoch willkommener Winter- und Frühlingsvorrat.
Ich kam dieses Jahr mangels Zeit nicht so zum Pilze sammeln wie sonst. So melde ich mich für dieses Jahr ab und wünsche Dir ein gutes Jahresende und Gesundheit.
Dein Pilzfreund aus Halle, Frank"
(Foto © Frank)
Lieber Frank,
damit verabschiedest Du Dich mit einem Paukenschlag von diesem Pilzjahr! Ein wunderschönes Fotomotiv, das uns von den Massen an Pilzen ahnen lässt, die es in osteuropäischen oder russischen Wäldern gibt. Auch ich wünsche Dir einen vor allem gesunden und erholsamen Jahresausklang und freue mich auf ein Wiederlesen kommendes Jahr.
Herzlichst Heinz-Wilhelm
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Foto: Steinpilze mit Bergblick. Heiko und Familie erfreuen sich in Südtirol ihrer Wanderungen - mit zahlreichen Pilzfunden vielerlei Art. (4 Fotos © Heiko)
Der Urlaubs-Pilzticker
Heiko schreibt am 6. und am 3. September:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
seit Samstag. d. 30. August, verweilen wir (meine Frau, unsere Merle und ich) im Gsieser Tal, ein nördlicher Seitenarm des Pustertals in Südtirol, das zur italienischen Provinz Bozen-Südtirol gehört.
Unsere Tage sind von herrlichen Wanderungen geprägt, wo uns dann über saftige Wiesen hinweg und entlang unzähliger Wald- und Trampelwege unweigerlich auch herrliche Pilzfunde erfreuen.
So entdeckten wir bereits Schweinsohren, Saftlinge, Pfifferlinge, Fichtensteinpilze, Goldröhrlinge, Schafporlinge, die eventuell auch Semmelporlinge waren, Milchbrätlinge und verschiedenste Täublinge.
Viele Grüße aus Südtirol
Merle, Kerstin und Heiko"

Foto: Schafporlinge oder Semmelporlinge? In Deutschland darf man sie nicht entnehmen, sie sind unter Androhung hoher Strafe streng geschützt. In Italien kenne ich ihren eventuellen Schutzstatus nicht. Schafporlinge, auch Schafeuter genannt, färben sich bei Erhitzen neongelb, Semmelporlinge leicht rosa. Beide Arten wachsen bei Fichten und Kiefern, Schafporlinge allerdings auf kalkreichen, Semmelporlinge auf sauren Böden.
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2 Fotos: Hier sehen wir zwei Saftlingsarten, links den Stumpfen oder Gelben Saftling, rechts den Kegeligen oder Schwärzenden Saftling. So wird er auch genannt, weil er sich auf Druck und im Alter tief schwarz verfärbt. Alle Saftlingsarten sind in Deutschland ebenfalls streng geschützt und dürfen nicht gelesen werden, weil sie Anzeiger nährstoffarmer, ungestörter Lebensräume sind.

Gunter schreibt am 15. August 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde,
nachdem wir mit dem Wohnmobil seit über zwei Wochen in der Schweiz unterwegs sind, möchte ich von einem größeren Fund berichten. Bisher waren es nur vereinzelte Pilze, die wir gefunden hatten - nicht der Rede wert.
Aber gestern am Jaunpass wurden wir überrascht. Direkt neben dem Weg an einem Waldstück entdeckten wir einen Sommersteinpilz. Natürlich ist dann das Sammelfieber ausgebrochen und wir haben einige Sommer- und Fichtensteinpilze gefunden (Foto rechts), in 1700 M. ü. NHN. Das gab ein leckeres Abendessen!
Trotz der Trockenheit gibt es noch was zu finden. Viele der Sommersteinpilze sind sehr trocken. Ich wünsche euch allen viel Glück bei der Suche.
Gunter"
(Foto © Gunter)
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Liepaja (Lettland) - Bevor Heidrun in Liepaja die Fähre in Richtung der deutschen Heimat bestieg, ging es noch einmal in die Pilze. Pfifferlinge habe sie nicht suchen müssen, "ich hole eben noch mal welche", hieß es eher. Sie wuchsen und wachsen massenhaft. Ferner habe sie eine Grubenlorchel, Dauerporlinge, Stinktäublinge und Perlpilze gefunden.
"Nun bin ich natürlich gespannt, wie sich meine "Jagdgründe" zu Hause rund um Brandenburg an der Havel entwickelt haben.
Gruß Heidrun"
(Foto © Heidrun)
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Blau = ungenießbar
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2 Fotos: Der Gelbe Frauenschuh (links), eine der attraktivsten Orchideenarten des europäischen Kontinents, ist eine stattliche Blume, die bis zu 60 Zentimeter hoch werden kann. In der Gattung der Frauenschuhe ist sie die Typusart. Rechts im Bild sehen wir Pilz- und Naturfreundin Heidrun, die seit einiger Zeit fleißig im Pilzticker Brandenburg über ihre Funde berichtet. Dafür an dieser Stelle vielen Dank, liebe Heidrun!
Der Urlaubs-Pilzticker

Heidrun schreibt am 4. Juli 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
in Lettland gab es schon feine Pfifferlinge (z. B. Foto rechts) für mehrere Pfannen, in Estland Birkenpilze, madige Perlpilze und etwas, das ich für eine Gelbliche Barttrüffel halte, siehe weiter unten. Besonderes Glück war mir hold, als ich einen Gelben Frauenschuh entdeckte und fotografieren konnte.
Außerdem gab es erste Blaubeeren und reichlich Walderdbeeren. Da lacht das Herz der Sammlerin.
Pfifferlinge, Perlpilze und die Barttrüffel fand ich in der Gegend um Kap Kolka, welches die Landspitze der Rigaer Bucht ist. Weitere Pfifferlinge und Birkenpilze wuchsen zuhauf auf den estnischen Inseln Saaremaa und Hiiumaa fast überall in den Wäldern.
Gruß Heidrun"
(5 Fotos © Heidrun)
Der Urlaubs-Pilzticker
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2 Fotos: Gelbe oder Gelbbräunliche Wurzeltrüffeln oder Barttrüffeln (2 Fotos oben) gibt es häufig, nur bekommen wir sie, im trockenen sandigen Boden liegend und allenfalls einmal schüchtern mit dem Scheitel hervorlugend, kaum einmal zu Gesicht. Sie werden nicht nur von Wildschweinen und Rehwild, sondern durchaus auch von Pilzsammlern geschätzt: auf der Kanarischen Insel La Palma sind sie als "Nacidas" eine Delikatesse.
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Foto: Damit war das Abendessen gesichert: auf dem Plateau des Mille Étangs (Plateau der 1000 Teiche) in Ost-Frankreich gefundene Steinpilze. Gunter ist seit Jahren während der Herbstsaison der Pilze mit seinem Wohnmobil in Europa unterwegs und schätzt es sehr, immer mal wieder in den Wald zu springen, um nach Pilzen für ein köstliches Gericht zu suchen. (2 Fotos © Gunter)
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Gunter schreibt am 10. Oktober 2024:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
wir haben schon lange nichts mehr von uns hören lassen, lesen aber immer den Pilzticker, um uns inspirieren zu lassen.
Wir sind gerade mit dem Wohnmobil auf dem Weg nach Spanien und fahren über die Vogesen nach Burgund. Auf dem Plateau des Mille Étangs haben wir schöne Steinpilze, Maronen, Flockis und Parasolen gefunden. Aber nicht nur deshalb wollen wir dieses Gebiet empfehlen, es ist einfach beeindruckend.
Im Schönbuch bei Tübingen haben wir dieses Jahr übrigens auch mit den Enkeln viele Steinpilze, Flockis, Herbsttrompeten, Semmelstoppelpilze und Parasolen gesammelt.
Liebe Grüße an alle Pilzfreunde
Gunter"

Foto: Herrlich anzuschauen, wie dieser wunderschöne Steinpilz mit seinem prangenden Ockergelb am moosbehangenen Baumstumpf im feuchten Laub steht.
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Nov 02, 26 12:36 PM
Nov 02, 26 09:32 AM
Nov 02, 26 03:19 AM
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Nov 01, 26 09:04 AM
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