Der Urlaubs-Pilzticker: Pilzfotos und Pilz-
nachrichten aus der schönsten Zeit des Jahres



Der Urlaubs-Pilzticker




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Übersicht aller bisherigen Urlaubspilzticker




Mit dem Wohnmobil auf Nordost-Tour

Sechs Tage lang ging es in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fast nur um Pilze


Foto: Diese Rotkappen, von Kristina und Rainer am Partwitzer See gesammelt, bekam die Mutter einer Mitcamperin auf dem Campingplatz in Bronkow.

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Kristina schreibt am 17. September 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

wie immer Anfang September starten wir mit dem Wohnmobil in die Natur. Unsere Route in diesem Jahr:

Partwitzer See (Sachsen)

Oranienburg mit Zwischenstopp in Bronkow (Brandenburg)

Wablitzer See (Mecklenburg-Vorpommern)

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)

Achterwasser (Mecklenburg-Vorpommern)

Helenesee (Brandenburg)

Partwitzer See mit Zwischenstopp in Bronkow (Sachsen, Bronkow ist noch Brandenburg)

Rückreise mit nochmaligem Stopp in Bronkow

Unser Pilzfundresümee für den Zeitraum 04.09. bis 16.09.2021:

Partwitzer See 04.09. bis 09.09.: junge frische Butterpilze mit einigen wenigen ersten Rotkappen und Birkenpilzen, allesamt nicht madig und kaum Schneckenfraß (leider Bilder vergessen). Besonders beeindruckend war jedoch die Schwemme an Parasolpilzen. Wir haben die Pilzschnitzel sehr genossen und reichlich an unsere Mitcamper abgegeben.

Bronkow 09.09.: Erste Rotkappen, einige wenige Pfifferlinge, Birkenpilze und jede Menge Butterpilze, alle einwandfrei. Wir fanden auch gut 15 Steinpilze, konnten davon aber nur 2 Kappen retten. 2 Gefrierbeutel voll (Foto unten) sind es dennoch geworden. Diese haben wir vorbildlich an unseren Sohn in Rostock abgegeben.

Wablitzer See 10.09.: viele Butterpilze, einige Birkenpilze, aber viele davon schon überständig – also wanderten nur zwei Birkenpilze zum Trocknen mit.

Helenesee 13.09.: Butterpilze; viele jedoch schon zu alt; 3 Steinpilze und einige erste Maronen, jede Menge Mücken, und zum Schluss eine schöne Krause Glucke (reichlich 1 Kilo). Leider auch hiervon keine Bilder, wir haben direkt alle an ein sehr nettes älteres Dauercamperpaar abgegeben.

Der Helenesee ist von zwei schweren Katastrophen gebeutelt: Strand die komplette Saison gesperrt wegen eines Abrutsches (ehemaliger Tagebau) und die afrikanische Schweinepest, weshalb das komplette Areal zusätzlich eingezäunt werden musste. Der See, die Betreiber und viele dort ansässige Dienstleister (Gastronomen und Tauchschulen) stehen kurz vor dem Ruin. Ich war dort schon als Kind mit meinen Großeltern im Urlaub. Hoffentlich gibt es bald einen Rettungsanker für die Betriebe. Im Moment denkt die Politik wohl nur an die Coronapandemie.

Zurück in Bronkow 14.09.: unser bekannter Pilzkorb war in einer Stunde voll. Jede Menge Rotkappen, Birkenpilze, einige Pfifferlinge, aber hauptsächlich Maronen fanden ihren Weg in den Korb. Wie bereits zuvor geschildert, hatten wir kaum Madenprobleme oder Schneckenfraß. Ausnahme waren wieder die Steinpilze: Von 12 Funden konnten wir nur 3 Kappen retten. 

Partwitzer See 15.09.: Rotkappen satt, die Mutti einer befreundeten Mitcamperin hat sich sehr darüber gefreut. Sie sind auf dem Aufmacherfoto oben zu sehen. Die Parasolschwemme ist vorbei, nur noch wenige alte Exemplare standen am Weg.

Bronkow 16.09.: Diesmal brauchten wir keine Stunde für einen vollen Korb. Neben nachgewachsenen Rotkappen und Birkenpilzen fanden zwei Reizker und viele, viele Maronen den Weg in den Korb. Ein stattlicher Steinpilz, äußerlich tipptopp, war völlig vermadet.

Liebe Grüße von den nach Mittelsachsen heimgekehrten Exurlaubern

Rainer und Kristina"

(3 Fotos © Kristina)

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Südtirol: Die Hallimasche wollen hoch hinaus




Foto rechts: Das sieht man auch nicht alle Tage. Es ist ein efeuberankter und mit Hallimaschen überwachsener alter, kranker Baumstamm. Pilzfreund Fritz aus dem Bodensee-Kreis hat die Kletterkünstler, die wir üblicherweise an Baumstümpfen sehen, in seinem Urlaub in Südtirol fotografiert, und zwar bei der Buschenschenke Haidenhof bei Marling.




Foto: Und diese Safranschirmlinge fand er auf einer Autobahnraststätte während der Rückfahrt aus dem Urlaub nach Deutschland. (2 Fotos © Fritz)

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Ernte vieler Herbsttrompeten bei strömendem Regen in der Woiwodschaft Niederschlesien


Christian schreibt am 29. September 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nach dem Frust in der Schorfheide haben wir einen Kurzurlaub Niederschlesien eingelegt.

Wir waren auf Totentrompeten aus - und konnten reichlich ernten. Der erste Pilzgang brachte zudem noch gute Hexenröhrlinge und ein paar Pifferlinge und Steinpilze zum Vorschein. Wegen dem Dauerregen mussten wir allerdings überall den Schwamm entfernen.

Liebe Grüße aus Kłodzko/Polanica Zdrój, ehemals Altheide Bad im Kreis Glatz in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Christian«


2 Fotos rechts: Hoffentlich hat Christian diese vielen Totentrompeten nicht getrocknet, denn so durchnässt, wie sie sind, unterliegen sie der sehr großen Gefahr, Schimmel anzusetzen oder faul zu werden. Nasse Pilze eignen sich nicht zum Trocknen. (2 Fotos © Christian)

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Täglich reichlich Pfifferlinge im schönen Småland in Südschweden für Helga und Detlef


Helga und Detlef schreiben am 30. August 2020:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem es hier im schönen Småland geregnet hat, haben wir fast täglich Pfifferlinge. Sie wachsen fast überwiegend an bemoosten Wegrändern zwischen Heidekraut und Blaubeersträuchern (2. Foto rechts). Die Wälder, die wir betreten, sind bis auf wenige Täublinge und Kremplinge fast pilzleer.

Die Pfifferlinge schmecken und die Blaubeeren erst recht. Unsere Hoffnung, in Schweden andere, unbekannte Pilzarten kennenzulernen, erfüllt sich bislang nicht. 

Herzliche Grüße aus Schweden, Helga und Detlef vim Brandenburger Pilzticker«

(2 Fotos © Detlef)

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Sehr lesenswert!!

Unvergessliche Pilzabenteuer am Balaton mit 3 Trüffelhunden, Burgundertrüffeln, Nelkenschwindlingen und schönsten Marktpilzen





Foto links: Thomas, der sonst im Pilzticker Baden-Württemberg berichtet, und die Trüffel-Supernase Gomboc, ein Ungarischer Vizsla, haben sich auf Anhieb angefreundet. Die Leidenschaft für Pilze verbindet! (Foto © Miki)

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Foto: In dieser Landschaft, in diesen Wäldern ging Thomas mit auf die - erfolgreiche - Suche nach den Burgundertrüffeln. Jede Nacht gab es Gewitter, so dass die in Ungarn sehr beliebten Nelkenschwindlinge auf den Wiesen prächtige Wachstumszeiten hatten. (9 Fotos © Thomas)

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Markus schreibt am 25. August 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachfolgend ein Text und einige Fotos von meinem Bruder Thomas von seinem Urlaub in Ungarn:

'Ein kurzer Urlaub am Plattensee (Balaton) in Ungarn versprach Pool, Wein, viel Schlaf und gutes Essen. Aber es wurde noch ein bisschen mehr daraus, nämlich meine erste  Trüffelsuche und Erkenntnisse über den ungekrönten Nationalpilz Ungarns: den Nelkenschwindling (2. Foto rechts, Angebot auf dem Markt in Kaptalantoti). Mehr zu diesem herrlich pilzig schmeckenden Pilz weiter unten. 

Nach mehr als 30 Jahren »in den Pilzen« habe ich endlich die ersten Trüffel erschnüffelt oder besser gesagt erschnüffeln lassen. Hündin Gomboc (d. h. Knödel) und ihre Kolleginnen und Kollegen haben ganze Arbeit geleistet.

Für mich war das eine recht entspannte Angelegenheit; ich war mehr staunender Beobachter denn Akteur. Interessant ist das Zusammenspiel von Hund und Mensch: die Erfahrung macht's. Und die Mischung aus Charakteren: Drei Hunde waren meiner »Schicht« zugeteilt (Miki, der Besitzer, hat acht Hunde).

In Kürze reichlich 200 Gramm Burgundertrüffeln erschnüffelt

Während der kleine schwarze ungarische Hirtenhund gerne in der Nähe seines Herrchens blieb, dafür aber den dichtesten Unterwuchs durchstreifte, war Gomboc, ein ungarischer Vizsla, deutlich großräumiger und mit viel Wegstrecke unterwegs. Beide sind auf dem 4. Foto rechts mit 5 Burgundertrüffeln zu sehen.

Alle drei Hunde (3. Foto rechts, mit Herrchen Miki) haben massenhaft minderwertige Hirschtrüffeln ausgegraben (übrigens heißen Trüffel auf Ungarisch Szarvasgomba, also wörtlich Hirschpilze) - aber eben auch binnen kürzester Zeit reichlich 200 Gramm Burgunder- bzw. Sommertrüffeln. Auf dem 6. Foto rechts ist eine besonders fette zu sehen.

Ohne die Belohnungswürstchen geht es nicht

Mindestens so wichtig, wie das Pilzmesser und den Stab zum Graben dabei zu haben, sind die Würstchen in der Gürteltasche von Herrchen Miki. Es gibt sie zur Belohnung für die emsigen Tiere.

Miki, der Hundeflüsterer, dessen Freundin, die schon als Kind in die Pilze ging, und die Tiere sind ein perfekt eingespieltes Team, das kaum besser harmonieren könnte. Ohne die Würstchen als Belohnung neigen die vierbeinigen Supernasen dazu, die edlen Pilze dem unmittelbaren Eigenverzehr zuzuführen. Hat ein Hund eine Trüffel gefunden, muss er schon mal energisch beiseite gedrückt werden, damit er sie nicht ratzfatz verputzt (5. Foto rechts).

Man möchte es ihnen gönnen, muss es aber doch verhindern, schließlich sollen die köstlichen Trüffeln am Abend aufgetischt werden. Was der Koch in dem Weingut in der Kali-Region am Nordufer des Balaton, wo ich in wunderbarem Ambiente wohnte, dann auch umgesetzt hat:

Zur hausgemachten Tagliatelle gab es reichlich Burgundertrüffeln, die weniger intensiv schmeckten, als sie rochen, was Miki mir schon angekündigt hatte. Eine tolle Pilzerfahrung und ein kulinarisches Erlebnis war meine Trüffelsuche in den Laubwäldern Ungarns!

Die Sommersteinpilze auf dem Markt sind eine Schau

Miki habe ich auf dem Liliom-Piac, dem Lilienmarkt, in der Ortschaft Kaptalantoti kennengelernt, wo unter den ganz hervorragenden Produkten örtlicher Bauern und Bio-Produzenten vor allem der ortstypische Sirup aus beispielsweise Lavendel, Muskatellersalbei oder Himbeeren zu empfehlen ist. Und wo zwischen Paprika, Langosch, Blaufränkischem und Honig was feilgeboten wurde? Richtig, Pilze.

Auch die Grüngefelderten Täublinge sind Marktpilze

Nicht nur wunderbare Sommersteinpilze in ihrer herrlich anzuschauenden vielfach rostroten Variante, sondern auch Pfifferlinge, Perlpilze, Burgundertrüffeln und Täublinge, darunter gesondert die erlesenen Grünfelderigen sowie schönste Fleischrote Speisetäublinge (1. Foto rechts) waren in bester Sortierung zu finden. Und dann der Brot- und Butterpilz der Ungarn: der Nelkenschwindling. Auf ungarisch Mezei Szegfügomba, wörtlich übersetzt: Wiesennelkenpilz.

Man findet ihn überall auf den Wiesen, auf dem Rasen in den Gärten, in Parks, in lichten Wäldern und an Waldrändern, und schon morgens kurz nach Sonnenaufgang sieht man - vor allem ältere - Leute langsamst gebeugt über die Wiesen schreiten und sich permanent und teils für längere Zeit nach diesen ausgezeichnet schmeckenden Pilzen bücken.

Taupilz lautet denn auch einer der ungarischen Zweitnamen dieses beliebten Würzpilzes. Die Ungarn essen Nelkenschwindlinge übrigens bevorzugt kurz angebraten im Frühstücks-Rührei oder in der Suppe. Auch im Pilzpaprikasch oder Pörkelt (was wir als Gulasch kennen) finden sie Verwendung. In meinen Tagen in Ungarn hat es jede Nacht gewittert, und so waren nach reichlich Regen überall massenhaft Nelkenschwindlinge zu finden. Und Menschen, die sie sammeln. Und solche, die sie kaufen.

Viele Grüße an dich und alle Leser des Tickers, Thomas'

Viele Grüße auch von mir, Markus«

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Blau = ungenießbar

Reaktionen

Stefan vom Pilz-Ticker Hessen kommentiert am 27. August 2020:

»Ein kräftiges 'Danke!' für diesen tollen Bericht! Wirklich eine tolle Geschichte, tolle Eindrücke und auch Bilder. Es hat richtig Freude gemacht, den Bericht zu lesen.
Einen lieben Gruß an Thomas und seinen Bruder Markus!«

Nora vom Pilz-Ticker Österreich kommentiert am 27. August 2020:

»Dieser Beitrag ist sehr schön und interessant!«

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2 Fotos: Ich habe Nelkenschwindlinge schon oft als hervorragende Speisepilze, vor allem als Suppenpilze, gewürdigt. Aus der ungarischen Küche ist dieser »Nationalpilz« nicht wegzudenken, findet vielfache Verwendung. Lateinisch heißen sie Marasmius oreades. Oreaden sind in der griechischen Mythologie die Bergnymphen; dem Artnamen oréades liegt der Vergleich des hellen, zierlichen Pilzfruchtkörpers mit dem vorgestellten Erscheinungsbild der Oreadennymphen zugrunde.

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