Volkstuemliche Steinpilznamen

Kapitel Volkstuemliche Steinpilznamen



Volkstuemliche Steinpilznamen:

  • Steinpilz, Steinkopf: Wegen seines "steinharten" Fleisches und seines steinähnlichen Aussehens als junger Pilz.

  • Herrenpilz: Weil im Mittelalter der arme dritte Stand (Bauern und Handwerker) Steinpilze unter Androhung von Strafen angeblich bei den grundbesitzenden Herren (Fürsten, Adel, Geistlichkeit) abzuliefern hatte.

  • Dobernigl, Dobernigel, Doberling: "Guter Pilz" heißt er noch heute in Böhmen; geht auf das tschechische "dobry" = "gut" zurück und stammt aus der K.u.K.-Zeit.




Foto: Da freut sich das Sammlerherz: Drei stramme Sommersteinpilze. Sie sind erkennbar an dem erhabenen, also beinahe tastbaren weißlich-hellbraunen Netz über den ganzen Stiel. Zur Stielspitze hin verdichtet sich das Netz zu einem geschlossenen Hellbraun (© mascfoto - Fotolia.com)






  • Pülzl, Pülzling, Bülzl, Bülzling, Bülstling: Bayerisch, vermutlich oberpfälzisch; hergeleitet von "Boletus" über das Althochdeutsche "buliz" und das mittelhochdeutsche "bulz" und "bulez".
  • Porcino: Ital. für Steinpilz; geht auf das lat. Porcus = Schwein zurück. Was aber hat das Schwein mit dem Schweinpilz oder Steinpilz zu tun?




  • Gschlachter: Synonym für "Schelm"; nach "Eine Kinderlehre auf dem Lande von einem Dorfpfarrer, München 1782, Verlag Johann Baptist Strobel. Denkbar ist, dass dem Steinpilz wegens seines dickbäuchigen Stieles ein schelmenhafter Zug zugeschrieben wurde.
  • King bolete: "König Röhrling", so ehrerbietig würdigen ihn namentlich die Amerikaner.
  • Woidzerl oder Woazerl sind ebenfalls volkstümliche Steinpilznamen. So nennen ihn bis heute die Einheimischen in der Region Gräfling im Bayerischen Wald. Die Wörter gehen zurück auf "Weizling" und bedeuten: Wenn der Weizen geerntet wird, im Hochsommer, ist es auch eine gute Zeit für die Steinpilzernte.

Zum Namen des Steinpilzes

Der Begriff "Steinpilz" ist ein Sammelbegriff für einige sich stark ähnelnde Röhrlinge (Boletaceae) mit den Merkmalen brauner bis beinahe schwarzer Hut, weiße Röhren im Jungstadium, Dickbäuchigkeit, Festfleischigkeit.

Die bekannteste Art ist der Steinpilz oder Fichtensteinpilz (Boletus edulis). Weitere Arten sind: Sommersteinpilz (Boletus aestivalis o. reticulatus, siehe Foto oben), Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus) sowie Schwarzhütiger oder Schwarzer Steinpilz (Boletus aereus).



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