Pilzticker Thueringen 4:
Funde vom 16.06.2013 - 14.07.2013



Pilzticker Thueringen 4




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Thüringer Wald: Der Mohrenkopfmilchling - ein seltener Gaumen- und Augenschmaus


Foto: Schön zeigt Villa auf diesen Fotos die von ihr beschriebene Charakteristik des Mohrenkopf-Milchlings. Es fällt vor allem der Farbwandel des Stieles auf (Collage/Fotos © Villa/Jenalebt).


Villa schreibt am 14. Juli 2013:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

heute möchte ich einen Fund aus dem bodensauren Fichtenwald im Thüringer Wald zeigen.

Der Mohrenkopf-Milchling (Lactarius lignyotus) ist ein Gaumen- und Augenschmaus. Mit seinem samtigen Hut und den schneeweißen Lamellen sieht er wunderschön aus. Die Milch und der Stiel verfärben sich nach einiger Zeit rosa.

Seine Zeit reicht gewöhnlich von August bis Oktober. Aber in diesem Jahr ist wohl alles etwas anders. Der Volksmund nennt ihn auch Schornsteinfeger oder Essenkehrer. In einigen Bundesländern steht er auf der Roten Liste, deshalb habe ich nur ein Exemplar aus dem Wald mitgenommen.

Sommergrüße von Villa" 

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Michael fragt: Wann hätte ich kommen müssen, um diesen Steinpilz im guten Zustand vorzufinden?


Foto: Ein Sommersteinpilz. Wie viele Tage früher hätte man kommen müssen, um ihn im Bestzustand anzutreffen? Ist er bereits ungenießbar - oder kann man ihn noch verwerten? (Foto © Michael Z.)

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Michael schreibt am 5. Juli 2013:

"Hallo Herr Bertram,

heute hat es mich wieder in die Wälder westlich von Jena gezogen. Leider war nicht viel zu finden, obwohl es gut geregnet hatte und schön warm war in der Region.

Finden konnte ich zumindest drei Sommersteinpilze, die allerdings schon komplett verwurmt waren (siehe Bild). Wie alt sind die wohl gewesen? Da hätte ich wohl vor zwei Tagen gehen müssen. Ansonsten gab es noch einen Hexenröhrling zu finden.

Viele Grüße, Michael Z."



Hallo Michael,

eine sehr interessante Frage! Wie alt der hier abgelichtete Pilz ist, kann man nur schwer beantworten; das hängt von der vorherigen Witterung ab.

Die felderig aufgesprungene Huthaut deutet auf sonnig-warmes Wetter hin, dem er ausgesetzt war. Das bedeutet schnelleres Wachstum als bei kühlem Wetter. 

Interessant in diesem Zusammenhang ist die von Dir schon angedeutete Frage: Wann hätte ich kommen müssen, um diesen Pilz im Bestzustand anzutreffen? Wegen der offensichtlich vorhandenen Sonne und Wärme, der er ausgesetzt war, würde ich sagen: Man hätte ihn vor zwei bis drei Tagen finden müssen. Wegen des in die Huthaut eingebrannten Sonnenzeugnisses im Zweifelsfall schon vor drei Tagen.

Der hier gezeigte Pilz sieht auf den ersten Blick eventuell sogar noch verwertbar aus. Die felderige Huthaut bedeutet ja nicht, dass der Pilz madig ist.

Der Eine reagiert sehr empfindlich auf Verwurmung, andere Pilzfreunde überhaupt nicht. Leicht verwurmte trockne ich, in dünne Scheibchen geschnitten, in Alu-Grillschalen in der Sonne, da sind die Würmchen in kürzester Zeit hinüber. Sind die Stückchen getrocknet, noch einmal kräftig schütteln bzw. rütteln.

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm







Antwort von Michael am 6. Juli 2013:

"Vielen Dank für die Antwort. Die Steinpilze waren leider nicht mehr zu verwerten, das war fast nur noch matschige Konsistenz. Bei einem von den Dreien war es gar so, dass die Haut schon bis zum Boden herunter hing.

Ich vermute mal, der starke Regenguss vom 30.5. und das anschließend relativ warme Wetter (ca. 23-25°C) haben die drei Exemplare sprießen lassen. Also nach dem nächsten Regenguss nur 2-3 Tage warten, keine 5-6.

Nochmals herzlichen  Dank!

Viele Grüße, Michael"

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Staatsforst Ziegelroda: Die Pilzschwemme blieb aus, Perlpilze und Stockschwämmchen retten Rainers Sammlerehre


Rainer schreibt am 4. Juli 2013:

"Hallo Herr Bertram,
Die Pilzschwemme, u. a. mit Steinpilzen, kann ich aktuell nicht nachvollziehen. Hier, in diesem Fall im Staatsforst Ziegelroda, herrscht sie jedenfalls nicht.

Mein Tagesmarsch - cirka zehn Kilometer - brachte Folgendes ein: Perlpilze, Graue Wulstlinge (Fichtenwald), überraschenderweise immer wieder Stockschwämmchen (Buchen- und Eichenwald), ab und zu Hexenröhrlinge, meist jedoch nicht mehr zu verwerten; das war's dann auch. Der Wald riecht noch nicht nach Pilzen!

Übrigens, das Gericht gestern mit Pifferlingen, Steinpilz und Grauem Wulstling mit neuen Kartoffeln aus dem eigenen Garten hat meiner Frau überraschenderweise sensationell geschmeckt - mir natürlich auch.

Gruß Rainer" (Foto © Rainer L.).

Hallo Rainer,

auch hier in Sachsen blieb die große Schwemme weitgehend aus. Ich fand an einer exponierten Sommersteinpilzstelle in einem Leipziger Stadtpark vor einer Woche (28. Juni) geschnippelte vermadete Reste von Sommersteinpilzen in beachtlicher Menge. Es dürften 12 bis 15 Pilze gewesen sein. Da war ich cirka fünf Tage zu spät dran.

Die "große" Zeit steht aber ohnehin noch bevor!

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm

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Östliches Kyffhäusergebirge: Mischpilze in schönster Qualität für Rainer


Rainer schreibt am 3. Juli 2013:

"Hallo,

ich war im östlichen Teil des Kyffhäusergebirges unterwegs und habe Einiges gefunden:

Herrliche Pifferlinge, drei Rotkappen, einen Sommersteinpilz, der trotz seiner stattlichen Größe nicht madig war. Außerdem habe ich mal den Grauen Wulstling mitgenommen, möchte ihn mal im Mischgericht probieren.

Darüber hinaus waren noch überständige Speisetäublinge sowie der Grasgrüne Täubling anzutreffen.

Gruß aus Thüringen von

Rainer" (Foto © Rainer L.).

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Jena: Der Violette Kronenbecherling und Safrangelbe Saftlinge erfreuten Villa besonders



Villa schreibt am 16. Juni 2013:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

die Steinpilze halten sich um Jena noch vornehm zurück. Perlpilze, Butterpilze und Rotfußröhrlinge gibt es vereinzelt.

Aber ein paar besonders schöne Pilzfunde möchte ich dir noch zeigen. Der Violette Kronenbecherling war früher bei uns ein Marktpilz, gilt heute aber als giftig. Wunderschön leuchtet der Safrangelbe Saftling im Wald. Er steht wie alle Saftlinge unter Naturschutz. Beide Funde haben mein Sammlerherz höher schlagen lassen.

Höchst erfreut

Villa" (Collage/Fotos © Villa/Jenalebt).

Hallo Villa,

vielen Dank für diese Bereicherung! Alles rund um Marktpilze - hier der Violette Kronenbecherling - ist auf dieser Website immer besonders willkommen. Weil es zeigt, was einmal zur Esskultur in unserer Heimat gehörte und heute nicht mehr ist. Andererseits sind solche Geschichten immer auch Hinweis auf fortgeschrittenen Naturschutz oder auf neue Erkenntnisse in der Giftforschung.

In diesem Sinne viele Grüße von

Heinz-Wilhelm

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Artern: Rainer findet köstliche Stockschwämmchen und Graublättrige Schwefelköpfe


Rainer schreibt am 16. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Im Suchgebiet Staatsforst Ziegelroda traf ich auf ca. 200 umgestürzte bzw. bereits tote stehende Bäume. Entsprechend vorherrschend waren die Baumpilze.

So habe ich cirka 30 bis 40 alte, nicht mehr brauchbare Birkenporlinge gefunden. Meine Hoffnung, in einem anderen Fall könnte es ein Schiefer Schillerporling sein, erfüllte sich leider nicht; es war eine täuschend ähnliche Verwachsung einer Birke. Bei den Schmetterlingstrameten bin ich mir noch nicht ganz sicher; ihnen fehlte die weiße Unterseite.

Ich konnte dann schöne junge Flockenstielige Hexenröhrlinge (erstes Foto) ernten,; einige waren allerdings schon madig. Die Parasolen waren leider schon überständig. Gut zu gebrauchen waren hingegen Stockschwämmchen (Foto rechts), Graublättrige Schwefelköpfe, Safranschirmlinge und sogar schon junge Hallimasch, allerdings nur vereinzelt.

In Parkanlagen in Artern fand ich Schuppige Porlinge, Netzstielige Hexenröhrlinge und in Massen Birkenspeitäublinge (erstes Foto) sowie Karbolegerlinge.

Gruß Rainer" (2 Fotos © Rainer L).

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