Pilzticker ST 21 (Sachsen-Anhalt 21):
Funde vom 08.11.2016 - 05.08.2017



Pilzticker ST 21




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Unterharz: Als Kurt Kunde von Steinpilzen bekommen hatte, gab es kein Halten mehr


Foto: Diesen schönen Fund hat Kurt im Unterharz gemacht. Ihm war zugetragen worden, dass es Steinpilze geben würde. Er ist zuversichtlich, dass es eine Pilzschwemme geben könnte.

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Kurt schreibt am 5. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

auch im Unterharz hat die Pilzsaison nun begonnen. Nachdem ich in der Nähe meines Heimatortes am 1.August zwei Riesenboviste  gefunden hatte, fand ich keine Ruhe mehr und musste mich in den Wäldern rund um den Birnbaumteich nahe Neudorf mal näher umsehen.

Im ersten Suchgang landeten Ockertäublinge, Grasgrüne Birkentäublinge und Verblassende Täublinge, ZiegenlippenAnisegerlinge, Perlpilze, Riesenschirmlinge, Safranschirmlinge und eine kleine Rotkappe im Korb, die ein schönes Abendessen garantierten.

Heute früh habe ich noch eine Runde in einem nahen undurchdringlichen Fichtenwaldstück gemacht, und zwar nachdem ich Kunde von gefundenen Steinpilzen erhalten hatte.

Und siehe da, ich konnte meinen Korb mit Steinpilzen füllen, wobei bei den größeren leider die Maden gewonnen hatten. Auch einige Pfifferlinge und Flockenstielige Hexenröhrlinge landeten mit im Korb.

Ich glaube, dass bei diesem durchwachsenen nassschwülen Sommerwetter noch eine Pilzschwemme zu erwarten ist.

Gruß von Kurt aus Köllme«

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Foto: Eine Schüssel Mischpilze, eine mit Parasole und ein Schälchen mit Heidelbeeren. So schön kein ein Waldgang aussehen! (2 Fotos © Kurt)





Im Hochharz sieht es für die Steinpilze schon jetzt besser aus als 2016


Foto: Die Körbe füllen sich mehr und mehr. Nachdem das vergangene Steinpilz-Jahr im Hochharz nahezu ausgefallen war, sieht es dieses Jahr besser aus. Vor allem scheinen die Pfifferlinge erneut eine starke Saison zu haben. (Foto © Klaus B.)

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Klaus schreibt am 2. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren am Wochenende im Bereich Drei Annen Hohne im Oberharz unterwegs.

Mit unserer Ausbeute waren wir zufrieden. Wir trafen viele Sammler, die doch einige kleine Steinpilze in den Körben hatten. Da lohnt es sich, am Freitag erneut loszugehen.

Klaus«


Goitzschewald: Ein Glückstag für Andreas mit massenhaft Butterpilzen und Erbsenstreulingen

Andreas schreibt am 24. Juli 2017:

»Ein Glückstag für mich!

Ich war heute mal im Goitzschewald im ehemaligen Bitterfelder Braunkohlerevier unterwegs, erkunden, ob das Pilzwachstum begonnen hat.

Teilweise ist es doch noch recht trocken, doch Butterpilze gibt es massenhaft. Und ich fand seit Jahren einmal wieder Erbsenstreulinge, 355 Gramm! Alle in bester Qualität.«


Elbingerode: Im Oberharz sind die ersten Steinpilze in Sicht


Foto: Immerhin, die ersten Steinpilze aus dem Oberharz sind eingesackt. Auch einige Pifferlinge und Maronen landeten in Klaus' Korb.

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Klaus schreibt am 22. Juli 2017:

»Hallo Heinz Wilhelm,

gestern waren wir in Elbingerode im Oberharz unterwegs. Die Ausbeute war recht bescheiden. In drei Stunden haben wir die abgebildeten Pilze gefunden und auch schon verzehrt. An den Stellen, wo wir vor zwei Jahren große Mengen Pfifferlinge fanden, war, von vereinzelten Pfifferlingen abgesehen, nichts zu finden.

Klaus«


Foto: Ähnliche Anblicke wünscht sich Klaus in den nächsten Wochen und Monaten noch öfter. Aber der Anfang ist mit diesen zwei Steinpilzen gemacht. (2 Fotos © Klaus B.)

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Kurt und das spannende Zuchtexperiment mit der Böhmischen Trüffel


Kurt schreibt am 22. Juli 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich im Unterharz noch keine große Pilzausbeute ernten konnte, habe ich mich mal in meinem Revier des Erbsenstreulings, auch Böhmische Trüffel geannt, in einer slillgelegten Tongrobe in der nähe von Röblingen am See umgesehen.

Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass ich zu spät gekommen bin. Die bei weitem meisten waren bereits hinübe, mir blieb nur, was auf dem Foto zu sehen ist. 

Dazu eine Frage:

In meiner Nähe habe ich ebenfalls einen stillgelegten Tontagebau mit Birken und Kieferbewuchs. Kann ich die sporenden Pilze dort gezielt verteilen oder eingraben und hoffen, dass sie sich auch dort ausbreiten? Oder ist das zwecklos?

Viele Grüße, Kurt aus Köllme«

(Foto © Kurt)

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Hallo Kurt,

unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen ist, dass nicht bereits andere Pilzarten Dein ins Auge gefasstes Revier besiedeln. Der Erbsenstreuling ist ein kompromissloser Pionierpilz und duldet keine einzige weitere Pilzart neben sich. Er wird sonst nicht fruktifizieren.

Er ist zwar ein Partnerpilz, der streng an Kiefern und Birken gebunden ist, der aber beide zum Leben (d. h. zum Ausbilden von Fruchtkörpern) nicht braucht. Er gedeiht auch ohne sie, sofern, wie gesagt, kein weiterer Pilz angesiedelt ist und die Bodenverhältnisse stimmen. Er ist sozusagen vor den Bäumen da. Der Boden muss sehr nährstoffarm, sandig und sauer sein.

Auf solchen Böden - eben die der Braunekohleabbau-Folgelandschaft oder Ton- und Schiefergruben - wachsen als Erstbäume Waldkiefern und Birken. Sie sind sozusagen ganz verrückt nach Erbsenstreulingen, weil diese sie an den Baumfeinwurzeln mit lebenswichtigen Nährstoffen konzentiert versorgen. Aber nur junge Bäume!

Ideal für Dein Experiment wäre also eine Landschaft, die entweder noch ganz frei von Bäumen ist, oder in der möglichst ausschließlich sehr junge Kiefern und Birken stehen (dann ist der Pioniercharakter einer sich neu bildenden Waldlandschaft gegeben). 

Hier könnte es sich tatsächlich lohnen, sporende Erbsenstreulinge bei den Bäumen vorsichtig nur knapp unter der Oberfläche (Feinwurzeln nicht zerstören!) zu vergraben, und zwar in genau der Entfernung vom Stamm, die der Länge ihrer längsten Zweige entspricht.

Nach einer Faustregel reicht das Wurzelwerk eines Baumes nämlich so weit wie die längsten Zweigenden reichen. An den Wurzelenden befinden sich die Feinwurzeln, die für die Fruchtkörperbildung von Pilzen ideal sind. Das Regenwasser wird Deine ausgebrachten Sporen an die tiefer liegenden Feinwurzeln spülen.

Vielleicht gibt es in Deiner Nähe auch eine Baumschule. Es könnte sich lohnen, dort nachzufragen, ob sie Waldkiefern mit den Sporen des Erbsenstreulings impft. Da könntest Du noch zusätzlich Tipps bekommen. Oder Du kaufst Dir einige geimpfte Waldkiefern und pflanzt sie auf Deinem Gelände.

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Magdeburger Börde: Sehr gutes Pilzaufkommen dank ergiebiger Regenfälle


Foto: Franks jüngster Fund datiert von gestern. Es gab schöne Pfifferlinge, Maronen- und Filzröhrlinge.

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Frank J. schreibt am 20./21. Juli 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm, liebe Pilzfreunde,

die guten Funde mit für die Jahreszeit bereits großem Artenreichtum setzt sich in den Wäldern in der Börde und im Ostharz fort. So habe ich getern im Ostharz wieder schöne Pfifferlinge gefunden.

Neben ihnen gab es in bereits beachtlicher Menge Maronen, Hainbuchenraufußröhrlinge, Hexenröhrlinge, Birkenpilze, Graue Wulstlinge, Scheidenstreiflinge und Täublinge in beachtlicher Artenvielfalt. Auch Graue Leistlinge waren schon im Frühangebot. Der Regen der letzten Wochen hat wahre Wunder vollbracht.

Allen Pilzfreunden wünsche ich ebenfalls einen guten Saisonstart!

Grüße aus Magdeburg, Frank«


Foto: Bereits tolle Sammelergebnisse erzielte Frank in »seinen« Wäldern der Magdeburger Börde und im Ostharz. Im Vordergrund sehen wir verschiedene Röhrlingsarten, links in der Schale diverse Täublinge, darüber Pfifferlinge, ganz oben wohl Scheidenstreiflinge und rechts davon noch einmal (große) Pfifferlinge. Das Bild entstand am 16. Juli 2017. (2 Fotos © Frank J.)





Östliches Kyffhäusergebirge: Der feuchte Boden trieb einen Frauentäubling zum Riesen


Foto: Der Frauentäubling ist ist ein wahrer Riese, der nur mitleidig auf die Knirpspfifferlinge herabsehen kann. Links von ihm sehen wir einen Fleischroten Speisetäubling. (Foto © Rainer Luis)


Rainer schreibt am 18. Juni 2017:

»Hallo Heinz-Wilhem, hallo Pilzfreunde,

es geht langsam los. Im östlichen Kyffhäusergebirge fand ich einige überständige Steinpilze, Pfifferlinge und Frauentäublinge.

Der Frauentäubling auf dem Foto ist ein wahres Prachtrexemplar, wie ich es selten gefunden habe. Der Waldboden ist nach einigen Regenfällen schön feucht.

Herzliche Grüße Rainer«

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Lieskau: Die lange erhofften Maipilze kommen ausgerechnet zum Urlaub im Süden


Foto: Die langerhofften Maipilze sind endlich da! Und ausgerechnet jetzt fliegt Kurt in den Süden. (Foto © Kurt)


Kurt schreibt am 12. Mai 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nach dem kalten und trockenen Vorfrühling habe ich in meinem Maipilzrevier zwischen Lieskau und Köllmedie ca. 5 Kilometer westlich von Halle/Saale nun doch noch die erhofften Maipilze gefunden. Leider kann ich keine Nachlese abhalten, da heute um 14.45 Uhr mein Flieger in den Süden geht.

Ich denke aber, dass es nach den nun vorhergesagten Gewittern zum Wachstum kommt und ich nach dem Urlaub noch ernten kann.«





Artern: Der vergeblichen Suche in den Auewäldern folgte der Morchelfund mitten im Ort


Rainer schreibt am 3. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe endlich einmal ein paar Morcheln gefunden. Nachdem ich am Wochenende in Auewäldern wenig erfolgreich war, wurde ich heute in Artern doch noch fündig.

Es sind Spitzmorcheln (Foto rechts, bei blühendem Osterkaktus). Sie standen auf Rindenmulchabdeckungen in Städtischen Grünanlagen. 2016 ausgebracht, erwiesen sie sich als guter Nährboden.

Ansonsten ist das Frühjahr wiederum sehr trocken, was leider auch für dieses Pilzjahr keinen guten Start bedeutet.

Grüße von Rainer L.«

(Foto © Rainer L.)

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Die milderen Temperaturen treiben die Winterrüblinge wieder im Wachstum an


Foto: Diese schönen Winterrüblinge hat Karl-Heinz beim Spaziergang gefunden. Die milderen Temperaturen nach dem Dauerfrost lassen sie wieder wachsen. (Foto © Karl-Heinz)

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Karl-Heinz schreibt am 2. Februar 2017:

»Bei meinem heutigen Spaziergang in Bernburg-Baalberge habe ich die schönen Winterrüblinge auf dem Foto entdeckt.

Ob sie eine gute Pilzsaison ankündigen?

Mit freundlichen Grüßen, Karl-Heinz aus Bernburg«





Muldeaue bei Dessau-Rosslau: Judasohren und Winterrüblinge für Jens, »als es noch mild war«

Jens schreibt am 5. Januar 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde, 

vorige Woche, als es noch mild war, habe ich hier bei uns in der Muldeaue zwischen Dessau-Rosslau und Bitterfeld-Wolfen einige Judasohren und Winterrüblinge entdeckt. Sie wachsen hier fast nur an »ihren« angestammten Plätzen.

Viele Grüße und auf ein gutes neues Pilzjahr 2017!

Jens«

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Siegfried sucht Pilzbuchautor aus Halle/Saale und ein Pilzbuch unter Mitwirkung seiner Mutter aus den 60er Jahren

Siegfried schreibt am 12. Dezember 2016:

»Hallo,

meine längst verstorbene Mutter Eveline Müller hat in den 50er und 60er Jahren als Pilzsachverständige in Stolberg/Harz mit einem Botaniker von der Universität Halle an einem Pilzbuch gearbeitet.

Ich würde mir dieses Buch gerne kaufen, weiß aber nicht, wie der Mann hieß. Kann mir vielleicht jemand weiterhelfen?«


Elbingerode: Der Prachtkerl von Steinpilz bildete den krönenden Abschluss


Monika und Gerald schreiben am 8. November 2016:

»Hallo,

am Sonntag waren wir ohne große Erwartungen noch einmal nach Pilzen schauen, und zwar bei Elbingerode im Oberharz.

Bei Temperaturen um 1 Grad fanden wir noch einige Maronen mit großenteils leider schon vermadeten Stielen - und schließlich einen Prachtkerl von Steinpilz. Er brachte 364 Gramm auf die Waage und war der krönende Abschluss.

Viele Grüße Monika und Gerald«

(Foto © Monika)

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