Pilz-Ticker-RP (Rheinland-Pfalz)



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz





Mit getrockneten Spitzmorcheln veredeln wir unsere Pilzsoßen und überhaupt Pilzgerichte unnachahmlich!

Wir kaufen sie natürlich in bester Bio-Ware beim Pilzversand und Pilzhandel

Pilze Wohlrab.

Ein bayerisches Familienunternehmen.





Bitte auch lesen weiter unten:

Rolf führt interessierte Pilzfreunde gerne durch sein Paradies der Leistlinge an der Südlichen Weinstraße



Pilzsensation im Nahe-Land

Oliver entdeckt etliche Kaiserlinge - an gleich zwei voneinander getrennten Plätzen!


Foto: Es ist der erste gemeldete Fund von Kaiserlingen, seit passion-pilze-sammeln.com 2009 online ging. Oliver vom Pilzsuchteam Nahe-Land ist der glückliche Erstmelder dieser hoch edlen Pilze, die schon für die antiken Römer die Pilzdelikatesse schlechthin neben echten weißen Trüffeln war. Er versichert: "Kaiserlinge schmecken wie Steinpilze, nur noch nussiger und viel edler." (6 Fotos © Margit)

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Foto: Junge Kaiserlinge nach Längsschnitt. Typisch ist der gelbe bis rötlich-orangene Farbstreifen unter der Huthaut. Fundorte dieser Pilzart liegen dicht an den früheren Routen der Römer, die diese Delikatesspilze vermutlich in den germanischen Raum mitbrachten und ausbrachten. Das 1. Foto rechts hierunter zeigt den glücklichen Finder Oliver.


Margit und Oliver schreiben am 21. Juli 2021:

"Servus Heinz-Wilhelm,

heute Morgen hatte ich überhaupt keine Lust, auf die Pilzpirsch zu gehen, aber Margit wollte unbedingt. Wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, war ihr Drängen unser großes Glück.

Zuerst fuhren wir ein Waldstück an, das am Rande einer Heidelandschaft liegt. Es hat eine leichte Hanglage mit eng stehenden Eichen mittleren Alters. Zwischen dem tiefen Laub entdeckte Margit die ersten knackigen Butterfässchen von Sommersteinpilzen.

Später fanden wir wieder super knackige, gelbleuchtende Ziegenlippen ohne Wurmbefall. Es gesellten sich dann noch weitere Steinpilze und Frauentäublinge hinzu. Nach etwa zwei Stunden mühseliger Suche ruhten wir uns auf einer Sitzbank unter schattenspendenden Laubbäumen aus und erfreuten uns an unseren Funden.

Danach fuhren wir weiter und besuchten noch einen flachen, relativ neu angelegten Eichenwald, in welchem wir schon letztes Mal Sommersteinpilze und Hexenröhrlinge gefunden hatten. So kam es auch diesmal wieder.

Ein Traum ging in Erfüllung

Im letzten Drittel dieses pilzträchtigen Waldes erfüllte sich ein Traum, den wohl jeder Pilzsucher hat. Schon immer wollte ich wenigstens ein Mal einen Kaiserling finden. Und heute Mittag war es soweit: drei herrliche Exemplare von ausgewachsenen Kaiserpilzen standen vor mir und ich durfte sie ernten.

Wir fanden noch viele geschlossene Exemplare, von denen ich ein paar mitnahm, aber nicht alle, denn ich denke an die Zukunft dieser Pilze und möchte sie noch weitere Jahre ernten, vorausgesetzt, sie bleiben von der Konkurrenz unentdeckt.

Wir wechselten nochmals den Waldabschnitt und besuchten einen älteren Eichenwald, wo wir einige Bronzeröhrlinge (ein besonders schöner siehe 3. Foto rechts), Sommersteinpilze und zu meinem Erstaunen noch zwei weitere Kaiserlinge im geschlossenen Wachstumsstadium fanden. Aber auch diese ließen wir stehen.

Margit entdeckte dann noch einen schönen Riesenbovist (4. Foto rechts) mit etwa zehn Zentimetern Durchmesser, ideal zum Trocknen.

Nun zu der ersten spontanen Geschmacksprobe unseres Kaiserfundes. Die jungen, noch nicht entpuppten Kaiserlinge schmecken auch roh sehr gut; einen habe ich direkt im Wald verputzt. Sie schmecken roh ähnlich wie ein Steinpilz, nur noch nussiger und viel edler.

Am Abend befüllten wir wieder zwei Dörrgeräte mit allen gefundenen Pilzen, inklusive den Kaiserlingen. Margit hat auch wieder Bilder für den Pilzticker abgelichtet.

Das war es für heute wieder vom Pilzsuchteam Olli und Margit aus dem Nahe-Land"







Die Dörrautomaten im Nahe-Land laufen schon wieder auf Hochtouren - sogar für Griechenland


Foto: Dieser Korb zeigt einen Gesamtfund für sich, das 2. Foto einen weiteren geschlossenen Gesamtfund.

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Margit und Oliver schreiben am 19. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

diesmal waren wir in den Laubwäldern in der Nähe von Bingen und Umgebung unterwegs. An Hang eines lichtdurchfluteten Eichenwaldes fanden wir wunderschöne Steinpilze (2. Foto rechts ein Sommersteinpilz), Filzröhrlinge, Perlpilze, Maronenröhrlinge, Birkenpilze Frauentäublinge und Parasole.

Nach etwa drei Stunden Suchmarathon wechselten wir das Gebiet, indem wir etwa einen Kilometer mit dem Auto weiterfuhren und noch gut dieselbe Strecke zu Fuß weitermarschierten. Im Gebiet angekommen, suchten wir noch weiterere anderthalb Stunden, wobei wir trotz intensiver Suche nicht an den Erfolg des Morgens anknüpfen konnten.

Es gesellten sich noch weitere Filzröhrlinge und zum Schluss ein herrlicher Herrenpilz, den sie an der äußersten Ecke einer Waldspitze fand, in Margits Korb hinzu.

Am späten Nachmittag trockneten wir unseren Fund in unseren Dörrgeräten. Auf diese Weise konnten wir schon in den vergangenen Tagen unser Trockenpilzdepot wieder auffrischen. Heute gingen gleich zwei volle Gläser Trockenpilze nach Peleppones in Griechenland, zu unseren Freunden, die jedes Jahr für drei Monate hier in Deutschland in ihrem Waldhäuschen Urlaub machen und auch Pilzsucher sind.

Im Korb sieht man einen Gesamtfund für sich, die Pilze auf der blauen Folie sind ebenfalls ein geschlossener Fund für sich.

Das war es wieder vom Pilzsuchteam Margit und Olli aus dem Nahe-Land"

(5 Fotos © Margit)

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2 Fotos: Der Parasol (links) scheint auf etwas wackeligem Beinchen zu stehen. Die zwei schönen Riesenegerlinge stehen dagegen auf sichtlich stabilerem Fuße.

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Ein seltenes Angebot:

Rolf führt interessierte Pilzfreunde gerne durch sein Paradies der Leistlinge an der Südlichen Weinstraße


Foto: Die Milchbrätlinge waren für Rolf ein Erstfund. Er räumt ein, dass es mit ihrer optimalen Zubereitung noch nicht so recht klappte. (5 Fotos © Rolf)

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Foto: Auch die Samtigen Pfifferlinge fand Rolf zum ersten Mal überhaupt. Wegen ihres intensiven Gelbs, das leicht ins Orangene geht, hielt er sie zunächst für Falsche Pfifferlinge. Auf dem nächsten Foto rechts sind sie noch einmal in groß zu sehen. Das 2. Foto rechts zeigt vorne Pfifferlinge, rechts zwei Blasse Pfifferlinge und hinten Samtige Pfifferlinge.

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Rolf reicht Funde vom 14. bis 18. Juli nach:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich bin gerade voll im Pilzfieber. Durch den anhaltenden Regen über eine relativ lange Zeitdauer zeigen sich Pilze, die ich schon lange nicht mehr oder noch gar nicht gesehen habe. Insbesondere finde ich derzeit allerlei Arten von Leistlingen, die meist unter Esskastanien wachsen.

Neu ist für mich der Samtige Pfifferling, den ich aufgrund seiner intensiven orangenen Farbe zunächst für einen Falschen Pfifferling gehalten hatte. Er ist aber kompakter, hat einen dickeren Stiel und deutliche hellere Leisten.

Er wächst oft in freundlicher Eintracht mit dem Blassen Pfifferling und dem gewöhnlichen Pfifferling. Gefunden habe ich ihn bei Burrweiler und Elmstein.

Weitere Erstfunde für mich sind die Krause Kraterelle und der Graue Leistling. Erstaunlicherweise wuchsen sie auf einem Waldstück von ca. 30 x 30 Metern, flächendeckend! Ihre Tarnung ist derart perfekt, dass oft nur im Knien der gesamte Umfang ihrer Ausbreitung sichtbar wurde.





Foto: Krause Kraterellen wie diese haben im Gegensatz zu den Grauen Leistlingen eine braune Grundfarbe und gewellte Hutränder. Beide sowie Herbsttrompeten wachsen nicht selten im gleichen Habitat.

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Möglicherweise wachsen beide Arten nebeneinander. Einerseits sind es eher einzelne Exemplare mit dunklem Hut und grauen Leisten, andererseits wachsen büschelig eher braune Gesellen, die sich am Hutrand kräuseln. Gefunden habe ich beide bei Rhodt unter Rietburg.

Im gleichen Habitat fand ich zum ersten Mal in meiner langen Pilzsammellaufbahn den Brätling! Ein ganz markanter Pilz in schönen Farben und stolzer Wuchsform. Er sondert weiße Milch ab, riecht nach Hering und bräunt bei Verletzungen: eindeutig der Milchbrätling. Ich gebe zu, dass unsere Art der Zubereitung wegen fehlender Erfahrung dem Potential des Pilzes nicht gerecht wurde. Ich bin aber lernwillig

  • Falls einer der Cracks, auch aus Baden-Württemberg, Interesse am einen oder anderen Fund hat, bin ich gerne bereit, durch meine Fundstellen zu führen.

Ganz herzliche Pilzgrüße, Rolf"

(Pilznachricht nachgereicht am 22. Juli 2021)

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Markus und Thomas sind begeistert von der Pilzvielfalt im Rhein-Hunsrück-Kreis


Markus und Thomas schreiben am 17. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern haben wir einen Ausflug ins Obere Mittelrheintal gemacht, das zum Weltkulturerbe zählt, und immer einen Besuch wert ist.

Bei der Gelegenheit schauten wir in den Wäldern des Rhein-Hunsrück-Kreises nach Pilzen und waren begeistert von der Vielfalt: Unzählige Täublinge jeglicher Sorte, Größe und Farbe, Perlpilze, Pfifferlinge, Sommer- und Fichtensteinpilze, Rotkappen, Birkenpilze, Parasole, Hainbuchenröhrlinge, Ziegenlippen, Hexenröhrlinge, Schönfußröhrlinge und viele weitere Arten.

Besonderes Glück hatten wir mit dem Fund von vier(!) Eichhasen, die in einem nassen und dunklen Hainbuchen-Eichenwald aus dem Boden wuchsen.

Außerdem sammelten wir Stinkmorcheleier, von denen zwei, die beim Sammeln noch komplett geschlossen waren, auf der Rückfahrt aus dem Ei brachen und sich zu ausgewachsenen Stinkmorcheln entwickelten. Das war wie aus einem Alien-Film.

Viele Grüße, Thomas und Markus"

(4 Fotos © Thomas H.)

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Foto: Eines der Hexeneier, die Markus und Thomas gesammelt haben. Aus zwei von ihnen schlüpfte während der Heimfahrt eine Stinkmorchel.





Flughafen Hahn und Traben-Trarbach: Auch ohne Steinpilze gibt es leckere Pilzgerichte


Foto: Der Fund vom Donnerstag am Flughafen Hahn wurde von Pfifferlingen dominiert. Was Beatrice und Jürgen fehlte, waren Steinpilze. (2 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am Samstag, 17. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

am Donnerstag waren wir noch einmal in den Wäldern am Flughafen Hahn. Wie auf dem Foto zu sehen ist, haben wir viele Pfifferlinge, Maronen, Ziegenlippen, Rotkappen, Birkenpilze und Anisegerlinge gefunden. Jedoch mangelt es nach wie vor an Steinpilzen.

Heute waren wir im Buchenmischwald oberhalb von Trarbach unterwegs. Unser Fund war zwar nicht üppig, reicht jedoch für eine Mischpfanne; dazu gibt es Bratkartoffeln und Lammrücken.

Morgen wollen wir unser Glück nochmals im Hochwald versuchen.

Alles Liebe und gute Pilzgänge, Beatrice & Jürgen"


Foto: Und hier der Fund vom heutigen Samstag oberhalb von Trarbach aus dem Buchenmischwald. Es gab davon eine schöne Mischpilzpfanne mit Bratkartoffeln und Lammrücken.


Volle Körbe, voller Ersatzstoffbeutel: Der vordere Hunsrück ist ein Pilzeldorado


Margit und Oliver schreiben am 17. Juli 2021:

"Servus Heinz-Wilhelm,

wir waren wieder in den vorderen Wäldern des Hunsrücks unterwegs, um Pilze zu sammeln.

Selbst in einem jungen Eichenwald fanden wir viele Pilzarten, was uns besonders freute. Es wimmelte dort förmlich von Täublingen verschiedener Art und wir konnten uns an herrlichen Sommersteinpilzen erfreuen.

Mit der Zeit füllten sich unsere Körbe mit Flockenstieligen Hexenröhrlingen, Frauentäublingen, Perlpilzen, Parasolen, Birkenröhrlingen, Champignons, Ziegenlippen, Sommersteinpilzen. Und ganz zuletzt gab es obendrauf noch einen Maronenröhrling, den Margit entdeckt hatte.

Die Körbe reichten nicht mehr aus (Foto rechts), aber ich hatte vorsorglich einen Stoffbeutel mitgenommen, für alle Fälle. So fanden einige große Steinpilze doch noch Platz für den Abtransport.

Das war es für heute aus dem Pilzeldorado des Nahe-Landes"

(3 Fotos © Margit)

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2 Fotos: Zwei Arten Champignons, beide von vorzüglichem Geschmack. Links ein prächtiger Riesenegerling, rechts einige Schiefknollige Anisegerlinge.





Der beste Pilzsommer, den Margit und Oliver im Nahe-Land je erlebten


Margit und Oliver schreiben am 15. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren erneut in den Wäldern vom Nahe-Land unterwegs, um Pilze zu suchen. Wir fanden herrliche Wiesenegerlinge, Waldegerlinge, Frauentäublinge, Bronzeröhrlinge, Sommersteinpilze, Ziegenlippen und herrliche Perlpilze.

Durch den vielen Regen bei uns im Nahe-Lnd sprießen diese Walddelikatessen momentan wie verrückt. Es kommt uns beinahe vor wie in einem russischen Märchen. Da der Platz in den Körben nicht ausreichte, putzte ich die ersten zwei Körbe schon im Wald, dadurch reduzierte sich der Inhalt und Margit suchte währenddessen fleißig weiter. Sie sagte ganz begeistert: "Es ist bis jetzt unser bester Sommer zum Pilze sammeln."

Margit hat wieder einige schöne Fotos für den Pilz-Ticker-RP geknipst, diesmal hat sie sogar mich mit draufgekriegt... (1. Foto rechts).

Bis demnächst!"

(4 Fotos © Margit)

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2 Fotos: Wir sehen links zhwei schöne Netzstielige Hexenröhrlinge, rechts einen nicht minder schönen Sommersteinpilz. Ein oder zwei Bronzeröhrlinge sind im Übrigen auf dem Foto mit Oliver zu sehen; sie liegen oben auf dem roten Korb.





Eine Flocki-Familie und eine würdevolle Laubwaldrotkappe aus dem Landauer Wald


Annette schreibt am 14. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzticker-Freunde,

bei unserem heutigen Pilzgang im Landauer Wald wurden wir mit einer schönen Pilzmischung belohnt. Flockenstielige Hexenröhrlinge (z. B. 1. Foto rechts), Sommersteinpilze, Goldröhrlinge, einige Pfifferlinge und eine würdevolle Laubwaldrotkappe (2. Foto rechts) landeten im Korb.

Bereits vor einigen Tagen war uns aufgefallen, dass ungewöhnlich viele Schönfußröhrlinge wachsen

Viele Grüße aus der Südpfalz, Annette und Stephan"

(2 Fotos © Annette)

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Warum denn Pilze suchen, wenn man sie bequem abholen kann


Foto: Thomas sucht dieser Tage kaum noch Pilze, er holt sie einfach ab. Wie diese vier Riesenboviste, Perlpilze, Rotfußröhrlinge und Nelkenschwindlinge. (4 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt nochmals am 12. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

hier sind die nächsten wunderschönen Perlpilze.

2020 war ja ein recht mageres Jahr in Sachen Perlpilz. Seinen richtigern Durchbruch hatte er erst spät im Jahr. So stark wie in diesem Jahr war er schon lange nicht mehr vertreten. Alleine die Perlpilze, die ich um Rülzheim gesammelt habe, übersteigen bei Weitem das, was ich im kompletten letzten Jahr finden konnte.

Aber es blieb heute nicht nur bei den Perlpilzen. Im näheren Umfeld des Friedhofs sammelte ich nochmal ein paar Nelkenschwindlinge, Rotfußröhrlinge die hier erstaunlicherweise zu 100% madenfrei sind, und vier Riesenboviste, die ich gleich mitgenommen habe, weil sie zu gut sichtbar in der Landschaft standen. Zwei jüngere Exemplare ließ ich mal noch stehen.

Liebe Grüße, Thomas"


Foto: Die Perlpilze wachsen dieses Jahr wie lange nicht mehr. Und schön schauen sie auch noch aus.


Foto: Natürlich kam Thomas an diesen köstlichen Nelkenschwindlingen nicht vorbei. Momentan gilt: vorsorglich immer eine Schere mit sich führen. Das vereinfacht und verkürzt die Erntezeit erheblich.


Foto: Jetzt kommt langsam die hohe Zeit der Riesenboviste. Thomas nahm diese vier mit, weil sie zu gut einsehbar auf dem halbnackten Boden wuchsen. Riesenboviste sind Stickstoffliebhaber, wie Brennesseln, in deren Gebüsch sie nicht selten wachsen.





Die Freude, köstliche Pioppinos gedeihen zu sehen und sie zu ernten


Foto: Ein ganzer Korb voller Pilzgenuss! Thomas hat mehrmals versichert, dass die Südlichen Ackerlinge mit zum Besten zählen würden, was Pilze in Deutschland geschmacklich zu bieten hätten. Es fällt auf, dass die Pioppinos sehr saubere Pilze sind und praktisch pfannenfertig geerntet werden können. Wie Zuchtpilze. (8 Fotos © Thomas)

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Foto: Aufgetischt! Ohne putzen zu müssen, hat Thomas seinen nunmehr dritten Fund der Südlichen Ackerlinge in diesem Jahr schön dekorativ ausgelegt.

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Thomas schreibt am 12. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wie ich am Samstag schon angekündigt hatte, habe ich mir am gestrigen Sonntag nochmal einen kräftigen Nachschub meiner geliebten Pioppinos geholt, wie die Italiener die Südlichen Ackerlinge nennen. In knapp einer halben Stunde war mein Korb voll mit erstklassigen Exempl. Diesmal wuchsen sie allerdings im ausgehöhlten Stamm tiefer als ich greifen konnte.

Und wie die Fotovergleiche von Samstag zu Sonntag (3. und 4. sowie 5. und 6. Foto) zeigen, war es gestern genau der richtige Zeitpunkt für die Ackerlinge. Und mindestens die gleiche Menge steht noch vor ihrem Zenit oder schlummert noch unter der Rinde und wird heute oder in den nächsten Tagen erntereif sein. Zu ihnen zählen die Pilz, die auf dem 7. Foto zu sehen sind.

Immer wenn ich auf den Pappelstumpf zulaufe und sehe die Fruchtkörper schon oben drauf wachsen (8. Foto), weiß ich, mich erwartet eine reiche Ernte. Momentan reicht es bei Weitem nicht aus, seine Plätze nur ein Mal am Wochenende aufzusuchen, denn da kann alles schon wieder durch sein.

Da wir gestern erst recht spät Richtung Karlsruhe losfuhren, werde ich die Perlpilze vom Friedhof eventuell heute nach Feierabend holen.

Die Natur bietet uns derzeit so viel Schönes und Leckeres an, man muss nur zugreifen.

Viele liebe Grüße an Dich und an alle Pilzfreunde

Thomas"

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Foto 3: So sahen sie am Samstag aus...


Foto 4: Und so am Sonntag.


Foto 5: Und so sahen diese noch am Samstag aus...


Foto 6: ... und so am Sonntag. Die Fotos machen deutlich, dass der Sonntag der ideale Tag zu ihrer Ernte war.


Foto 7: Sie sind als Nächste erntereif.


Foto 8: Schon wenn sich Thomas seinem Pappelstumpf nähert und die Südlichen Ackerlinge obenauf thronen sieht, schlägt sein Herz höher.


Im Nahe-Land gedeihen jetzt die Speisepilze prächtig, nur die Pfifferlinge sind noch winzig


Margit und Oliver schreiben am 11. Juli 2021:

"Servus Heinz Wilhelm,

heute waren wir wieder unterwegs in den Feilbingerter Laubmischwäldern, nachdem ich mich zuvor noch mit einer gut gefüllten Mischpilzpfanne vom gestrigen Fund auf dem Kuhberg bei Bad Kreuznach gestärkt hatte.

Zur Zeit wimmelt es in fast allen Wäldern im Raum Bad Kreuznach nur so von essbaren Pilzen. Sehr häufig wachsen jetzt die Ziegenlippen in trauter Gemeinschaft mit den Sommersteinpilzen. Wir fanden auch die herrlichsten Perlpilze (z. B. 2. Foto rechts) und nicht selten auch  stämmige Hexenröhrlinge und meine geliebten Frauentäublinge.

Mit gutem Gewissen können wir verkünden, dass die Körbe in diesen Tagen meist schon nach einer Stunde reichlich gefüllt sind, was auf dem 1. Foto rechts zu sehen ist.

Pfifferlinge finden sich auch schon ein im Nahe-Land, aber sie sind noch klein und brauchen noch etwas Zeit. Hin und wieder findet man auch vereinzelt Waldegerlinge.

Margit hat wieder einige Fotos für den Pilzticker geknipst.

Bis zum nächsten Mal!"

(4 Fotos © Margit)

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2 Fotos: Sie wachsen derzeit im gesamten Nahe-Land zur Freude von Margit und Oliver üppig: Flockenstielige Hexen (z. B. links) und Sommersteinpilze (z. B. rechts).


Typischer Pilzalltag in Traben-Trarbach:

Das Reinigen der Pfifferlinge war elend, die Omeletts danach schmeckten vorzüglich


Foto: Da lacht das Herz! Der Korb mit Pfifferlingen war fast voll, das hat es für Beatrice und Jürgen schon lange nicht mehr gegeben. Es gab sie abends frisch auf Omeletts. Sie schmeckten hervorragend. (3 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 11. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wie angekündigt, waren wir gestern in den Wäldern rund um den Flughafen Hahn. In einem vielversprechenden alten, lichten Eichen-Buchenmischwald gab es zu unserer Enttäuschung erst einmal nichts.

Danach gingen wir zum bereits bekannten alten Fichtenbestand mit angrenzender Birkenschonung. Kaum an den Birken angekommen, fanden wir die ersten Pfifferlinge, die dann nahezu einen Korb füllten. Dazu gab es noch Rotkappen, einen Fichtensteinpilz sowie vier Anisegerlinge.

Im alten Fichtenbestand standen geschätzt cirka 100 Gallenröhrlinge; in dieser Menge haben wir sie schon lange nicht mehr gesehen.

Es gab dann nach der elenden Säuberungsaktion der Pfifferlinge Omeletts mit eben diesen, was vorzüglich schmeckte und den Tag schön abrundete.

Heute waren wir im Hochwald oberhalb von Morbach, und zwar fast ausschließlich im Nadelwald. Auch hier gab es eine Schwemme der Gallenröhrlinge. Dennoch haben wir einen schönen Korb voll mit Mischpilzen gesammelt: einen Steinpilz, diverse Hexenröhrlinge, fünf Pfifferlinge sowie etliche Maronen und Perpilze und einen Anisegerling.

Wir hoffen nun, dass dies alles die Vorboten der Steinpilze sein werden; das Wetter spielt ja nach wie vor mit: es ist warm und feucht.

Allen eine schöne Woche!

Beatrice & Jürgen"

Blau = ungenießbar

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Foto: Zu den Pfifferlingen gab es noch vier Anisegerlinge, deren typische gelbe Flecken man hier gut sieht, einige Rotkappen sowie einen Steinpilz und einen Maronenröhrling.


Foto: Tags darauf gab es einen schönen Mischpilzkorb, diesmal aus dem Hochwald oberhalb von Morbach.





Augen auf bei den Friedhofswulstlingen, Schmunzeln bei zwei putzigen Einzelgängern, Freude über nachwachsende Südliche...


Foto: Die Sommersteinpilze vom Friedhofsgrün sind verschwunden, in der Mehrzahl haben jetzt verschiedene Täublingsarten und Perlpilze die Vorherrschaft übernommen. Einem der Perlpilze hat Thomas für den Rötungstest teilweise die Huthaut abgezogen. (9 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 10. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Pilze, Pilze, Pilze - und keiner will'se. So kommt man sich momentan vor, bei dieser Schwemme an Pilzen.

Unter der Woche hatte ich leider keine Zeit, um für die Friehofs-Sommersteinpilze von Karlruhe nach Rülzheim zu fahren. Heute stand, wie zu erwarten, keiner der stehen gelassenen Winzlinge mehr da. Lediglich zwei kleine und zwei etwas angefressene Exemplare ließen sich noch finden.

Stattdessen präsentiert sich jetzt dort eine Unmenge an Wulstlingen. Das Foto rechts zeigt ein recht makaberes Szenario: etliche Pantherpilze, also der Pilztod, befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gräbern. Und in direkter Nachbarschaft zu den Pantherpilzen laden viele kleine und köstliche Rötende Wulstlinge (Perlpilze) zum Sammeln ein.

Wer hier nicht aufmerksam bleibt, kann sich gleich eines der freien Gräber aussuchen. Auf dem vierten Foto sehen wir gleich eine ganze Ansammlung von jungen knackigen Perlpilzen, wovon ich aber vorerst nur ein paar mitnahm und viele Zwerge noch zum Wachsen stehen gelassen habe, die ich mir eventuell am Sonntag vor der Heimfahrt holen werde.




Foto: Bei diesem Pantherpilz sind die konzentrischen Kreise der Schüppchen ausgezeichnet zu erkennen. Der Ring hängt schlaff herab und ist ungerieft.

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Auf dem Rückweg fand ich wieder mal unter einer Linde eine große Gruppe Netzstielige Hexenröhrlinge. Mit ihrer extrem ausgeprägten Netzzeichnung am Stiel und ihrem komplett unversehrtem Äußeren, gehören diese Exemplare mit zu den schönsten Pilzen, die ich je gefunden habe (5. Foto). Allesamt durften aber stehen bleiben.

Da meine beiden Frauen heute ins Schwimmbad gefahren sind, machte ich noch einen Abstecher in den hiesigen Täublingswald. Dort konnte ich viele Frauentäublinge, sowohl die violette, als auch einige der grünen Variante (6. Foto) finden. Hinzu kamen noch Fleischrote Speisetäublinge, zwei Papageientäublinge und drei Grasgrüne Täublinge. Ein kleiner Brauner Filzröhrling und ein Vielverfärbender Birkenpilz sprangen dann auch ins Körbchen.

Ein weiterer schöner Fund war ein Wurzelnder Schleimrübling und ein Erdmuscheling, die direkt nebeneinander wuchsen.


Foto: Ein Netzstieliger Hexenröhrling mit markanter Netzzeichnung.

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Foto: Frauentäublinge mit so starken Grünanteilen sieht man seltener als die mit violetter Farbdominanz.

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Foto: Jetzt wird's ein wenig putzig. Wir sehen links einen Wurzelnden Schleimrübling und rechts einen Erdmuscheling - ein Name zum Schmunzeln. Beide haben einen Hang zum Einzelgänger. Der Muscheling ist relativ selten. 

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Foto: Dem Erdreich entnommen und aus der Nähe betrachtet, sehen wir, dass der Schleimrübling eine Wurzel hat, die länger als sein Stiel ist. Der Erdmuscheling steht hingegen auf kurzem Bein, hat aber dafür lang herablaufende Lamellen. Was beide gemeinsam haben? Ihren mittelmäßigen Geschmack, denn beide sind essbar. 


Des Weiteren zeigen sich an vielen verrotteten Kiefernstümpfen schöne knackige Samtfußkremplinge, Aber es ist ja nicht so, als ob wir es bei der Auswahl an schmackhaften Pilzen nötig hätten, auf einen Kriegspilz zurückzugreifen.

Zum Schluss lief ich wieder an meine geliebte Stelle mit den Südlichen Ackerlingen. Der dritte Schub in diesem Jahr hat gerade wieder begonnen. An vielen Stellen der Pappel, wie auch wieder im ausgehöhlten Kern, wachsen viele kleine Ackerlinge heran. Auch hier werde ich morgen nochmal Nachschlag nehmen.


Foto: Der Samtfußkrempling ist im Gegensatz zu dem tückischen Kahlen Krempling (bei ihm macht die Dosis das Gift, bis hin zum Tod) nicht giftig, schmeckt aber ausgesprochen muffig. Wer ihn sich dennoch antun will, muss ihn gut durchgaren, weil nur dann die giftigen Inhaltsstoffe in ihre harmlosen Ausgangsstoffe zerfallen. Sonst rumpeltl es gehörig im Magen und Darm.


Foto: Dieser Anblick löste Freude bei Thomas aus. Seine geliebten Südlichen Ackerlinge, die hervorragende Speisepilze sind, wachsen nun schon mit ihrem dritten Schub nach. Das wird bald wieder einen köstlichen Schmaus geben!


Übrigens, für die, die sich noch nicht so recht an den Perlpilz heran trauen: Auch wenn ein Exemplar mal kaum bis gar keine Rottöne aufweist, kann er seine Identität nicht ganz verstecken. Denn unter der Huthaut, wird sich fast jeder Perlpilz verraten. Dazu einfach ein Viertel oder mehr der Huthaut abziehen, da man sie zuhause eh abziehen sollte, und man wird eine rötliche Stelle finden.

Auf meinem Gesamtfund zeige ich es an einem Exemplar. Ist hier alles Reinweiß, sollten die Alarmglocken angehen. Im Zweifel solche Exemplare immer stehen lassen.

Wobei es sich aber mal sehr empfiehlt, mit Perlpilz, Pantherpilz und Grauem Wulstling, am besten mit allen drei zusammen, zu einem Pilzsachverständigen zu gehen und sich alle Merkmale genauestens zeigen lässt. Und ihr werdet mit ein bisschen Erfahrung sehen, dass der Perlpillz eine von den leichter zu erkennenden Pilzarten ist.

Allen Pilzliebhabern viel Erfolg und Spaß beim Pilze suchen.

Herzliche Grüße Thomas"





Traben-Trarbach: Die roten Nacktschnecken setzen den Pilzen und Jürgen zu


Foto: Einen üppigen Fund machte Jürgen auf den Höhen über Traben-Trarbach. Es ist leider zu sehen, dass es ein Wettrennen gegen die Schnecken war. (Foto © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 9. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

da ich heute beruflich nicht ausgelastet war, sind Bea und ich gegen 10 Uhr in unseren Wald oberhalb von Traben-Trarbach aufgebrochen.

Unser vielfältige Fund füllt den Dörrautomaten komplett: Pfifferlinge, Birkenpilze und eine weitere Raufußart, Rotkappen, Steinpilze und Flockis. Die roten Nacktschnecken sind im Wald zuhauf anzutreffen, was man den Pilzen auch ansieht. Geschmacklich aber sind sie prima.

Morgen Vormittag geht's zum Flugplatz Hahn. Vor zehn Tagen hatten wir dort nur Perlpilze und Gallenröhrlinge gefunden; wir hoffen diiesmal auf mehr.

Liebe Grüße aus Traben-Trarbach, Beatrice & Jürgen"


Traben-Trarbach: Ein kleiner Pfifferlingsfund machte Lust auf mehr


Jürgen schreibt zu diesem Foto am 6. Juli 2021:

"In der Mittagspause fanden wir in einem Laub-Nadel-Mischwald  bei Traben-Trarbach doch tatsächlich einige Pfifferlinge. Da ich grundsätzlich Messer und Stoffbeutel ab einer gewissen Jahreszeit dabei habe, konnten wir den Fund auch mitnehmen. Dadurch angestachelt, suchten wir weiter und es kamen noch vier Flockenstielige Hexenröhrlinge und ein Sommersteinpilz dazu.

Nun werden wir kommendes Wochenende trotz angekündigtem 'Schietwetter' in den Hochwald fahren, um zu schauen, ob sich da in den vergangenen zwei Wochen etwas getan hat. Wir sind da guten Mutes, da ja Feuchtigkeit und Wärme des Pilzes Gedeihen fördert.

Allen gute Pilzgänge wünschen Beatrice & Jürgen aus Traben-Trarbach"

(Foto © Jürgen)

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Ein kleiner Pilzlehrgang und Selbstversorgung mit köstlichen frischen Pilzen auf dem Campingplatz


Foto: Wir sehen einen Teil der Nelkenschwindlinge, die Thomas mit seiner Tochter "mal eben" gesammelt hat. (6 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 6. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

als ich am Sonntag gegen Mittag wieder aus dem Nordschwarzwald auf dem Campingplatz in Rülzheim ankam und unsere Nachbarn die schönen Pilze sahen, bekamen auch sie ganz große Lust auf eine Pilzmahlzeit.

Nachdem die Pilze erstmal im Kühlschrank untergebracht waren, schnappte ich mir noch schnell ein großes Sieb und meine Tochter und wir liefen nochmal über die hiesigen Wiesen, um Nelkenschwindlinge für den Vorrat zu sammeln.

In kürzester Zeit war unser Sieb randvoll und wir brachen an der Stelle ab. Das Aufmacherfoto zeigt nur einen Teil der Pilze. Ich habe sie portionsweise zu 200 Gramm eingefroren. Ein weiterer Teil wird getrocknet und der Rest wird gleich verspeist.


Foto: Fünf Portionen à 200 Gramm, also 1 Kilo Nelkenschwindlinge sehen wir hier. Das muss man bei dem geringen Gewicht der Pilze erst einmal zusammensuchen!

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Auf dem Rückweg "säuberte" ich noch den Spielplatz des Campingplatzes, weil hier sehr, sehr viele Karbolchampignons (Foto rechts) direkt am Spielplatz wachsen.

Diese Pilze zeigten erneut keinerlei Gelbfärbung als Folge von Druck auf den Hut und am Stiel. Sie hatten auch keinen besonders starken Karbol- oder Tintengeruch. Allein die kastenförmig-klobige Hutform und die gilbende Stielbasis verraten den Karbolegerling. Hätte man sie unterhalb des Hutes abgeschnitten, wäre auch das Merkmal der Stielbasis verloren gegangen.

Am Nachmittag wollte ich unseren Nachbarn einen Teil der Nelkenschwindlinge abgeben, die sie beide bislang nicht kannten. Als ich sagte, dass sie zu meinen Top 5 gehören, wollte er wissen, wo diese Pilze zu finden seien.

Nachdem ich ihm ein paar Tipps gab, wie und wo er sie finden könnte, zogen wir beide einfach spontan nochmal los. Natürlich wollte meine Tochter auch diesmal wieder mit. Ich nahm also schnell den Popcorneimer, den wir bei dem enttäuschenden Spiel Deutschland gegen England voller Frust leergefuttert hatten und drei Scheren - und los ging's.

Auch dieser Eimer war in nicht einmal einer Stunde voll bis oben hin (2. Foto rechts). Nun musste ich ihnen gar nichts von meinen Nelkenschwindlingen abgeben, weil sie den ganzen Eimer behalten durften und eine Handvoll Pfifferlinge gab es noch obendrauf.

Eine kurze geführte Runde über die Wiesen reichte aus, dass Andreas die Nelkenschwindlinge nun sicher erkennen und von Ackerlingen und Düngerlingen unterscheiden kann.

Bei uns gab es abends einen Teil der Schwindlinge einfach nur im Sahnesößchen mit Pfannkuchen.

Unsere Nachbarn ließen sich die Pfifferlinge einfach nur gebraten zu etwas Rührei schmecken. Aus den Nelkenschwindlingen bereiteten sie ein französisches Omelett zu. Beiden hat es sehr lecker geschmeckt.

Insgesamt waren es allein an diesem Wochenende weit über vier Kilogramm bester Nelkenschwindlinge. Und die Wiesen stehen immer noch voll davon.

Herzliche Grüße aus Rülzheim senden die Camper aus Karlsruhe"

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Foto: Ein einfaches, köstliches Essen: Pfannkuchen mit Nelkenschwindlingen in Sahnesauce.

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Foto: Auch bei den Nachbarn duftete und schmeckte es ausgezeichnet. Hier gab es frische Pfifferlinge zu Rührei.





Montabaur: Zwei Eichhasen, die eher "Buchenhasen" waren


Marie schreibt am 5. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe heute auf der Montabaur Höhe zwei Eichhasen gefunden. Eigentlich "Buchenhasen", denn sie wuchsen unter Rotbuchen. Ein älterer und ein jüngerer. Das Wetter scheint ihnen zu behagen, denn es sind nicht meine ersten Funde dieser Pilzart in diesem Jahr. Der Kleinere wurde bereits verputzt...

Viele Grüße, Marie"

(Foto © Marie)

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Sehr lesenswert!

Muskulöse Friedhofswächter, ein trauernder Einsiedler und ein leidenschaftliches Plädoyer für einen unterschätzten Spitzenpilz


Foto: Sommersteinpilze, vier Arten Champignons, Waldfreundrüblinge und eine kleine Badewanne voller Nelkenschwindlinge. Sie alle beweisen, dass man nicht in den Wald gehen muss, um herrliche Pilze zu finden. (11 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 3. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

das Überangebot an Nelkenschwindlingen bei Rülzheim geht fröhlich weiter. Teilweise wachsen sie schneller, als man sie ernten könnte und verschiedene Champignons stellen sich auch wieder mit ein. 

Gesammelt haben wir die Pilze heute zum Teil wieder auf der Camperwiese sowie auf den Wiesen im und um das Strandbad Rülzheim.

Neben den unzähligen Nelkenschwindlingen waren mit den Braunschuppigen Egerlingen, einer Varietät des Wiesenchampignons, sowie Weißschuppigen Blutegerlingen, den Stadtchampignons und einem Schafchampignon, der allerdings schon durchweg madig war und zum Aussporen dort bleiben durfte, gleich vier verschiedene Arten Champignons zu finden.

Da ich auch ein großer Waldfreund bin, durften ein paar schöne Waldfreundrüblinge natürlich nicht fehlen.


Foto: Weil Thomas ein großer Waldfreund ist, mussten natürlich auch einige Waldfreundrüblinge mit in den Korb.

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Anschließend lief ich mit meiner Frau und unserer Tochter noch über den hiesigen Friedhof. Hier hatte ich schon länger einen vielversprechenden Bereich im Visier, wo ich den ein oder anderen Pilz vermutete. Und mein Gefühl und meine Nase funktionieren noch richtig gut, denn wir wurden fündig: unter einer Eiche und einer Linde auf gerade mal 12 Quadratmetern standen viele muskulöse Friedhofswächter in Form von schönen knackigen Sommersteinpilzen.


Foto: Doppelt hält besser. Zwei prächtige Sommersteinpilze. Sie wachsen bei einer Eiche und einer Linde. Sommersteinpilze können mitten in der Stadt unter Linden wachsen, sofern die Bäume mindesten um 100 Jahre alt sind.

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2 Fotos: Prächtige Funde abseits der Gräber: Thomas hatte diesen Platz schon länger als gut tragende Pilzstelle im Verdacht.

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Einige Winzlinge ließen wir zum Wachsen stehen, damit sie noch ein bisschen Muskulatur aufbauen können. Mittendrin stand noch ein einsamer trauernder Rotfußröhrling, der natürlich auch noch mitdurfte.

Des Weiteren wachsen dort auf einer Wiese in Begleitung einer Linde massenweise junge Camembert-Täublinge, die im allgemeinen recht selten sind, hier aber in Trupps mit mehreren Exemplaren stehen. Leider gehören sie zu den ungenießbaren und scharfen Täublingen und durften auch wegen ihres unangenehmen Geruches stehen bleiben.

Das heutige Sammelergebnis zeigt doch recht gut, dass man nicht einmal in den Wald gehen muss, um ordentliche Funde mit nach Hause zu bringen. Vor allem, wenn die Wiesen wie derzeit voll stehen mit köstlichen Nelkenschwindlingen die, wie ich finde, viel mehr Beachtung in Deutschland verdient hätten. Sie eignen sich perfekt zum Kurzbraten, lassen sich ausgezeichnet ohne Vorbehandlung einfrieren und auch zum Trocknen sind sie bestens geeignet. So hat man das ganze Jahr über leckerste Pilze auf Vorrat.

Wir wünschen Dir und allen Pilzfreunden noch ein angenehmes Restwochenende und viele schöne Funde.

Herzliche Grüße, Thomas und Familie"

Blau = ungenießbar

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Foto: Die Nelkenschwindlinge wachsen derzeit wie verrückt. Völlig zu Recht findet Thomas sie überaus köstlich. Sie sind sehr vielseitig verwendbar und gut konservierbar.

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Vier Arten essbare Champignons


Foto 1: Braunschuppige Egerlinge


Foto 2: Weißschuppige Blutegerlinge


Foto 3: Stadtchampignons


Foto 4: Schafchampignon




Foto: Camemberttäublinge





Rülzheim: Sehr leckere und ausgesprochen gefährliche Wiesenpilze


Thomas schreibt am 28. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

die Nelkenschwindlinge wachsen derzeit wieder wie verrückt.

Gestern Nachmittag ging es zur großen Ernte in das Strandbad Rülzheim und anschließend noch auf die Camperwiese. Die weniger genutzten Liege- und Stellflächen sind hier Jahr für Jahr ein Eldorado für Nelkenschwindlinge. Aber auch vor dem Strandbad zeigen sich viele dunkle Stellen im Gras, in denen sich noch etliche kleine Nachkömmlinge verstecken.

Obwohl sich der Himmel am frühen Abend zuzog und es leicht zu regnen begann, warteten wir mit dem Ernten, bis die meisten Badegäste weg waren, damit uns keine Kinder dabei beobachten. Denn auch Nelkenschwindlinge haben ihre Verwechslungspartner, wovon hier auch einige vorhanden sind. Teilweise wachsen sie in ähnlichen Trupps und mitunter auch direkt zwischen den Schwindlingen.

Behangene Faserlinge sind tolle Suppen- und Würzpilze

Einer der harmloseren Doppelgänger ist der Raustielige Ackerling (Foto rechts), der (nur) als ungenießbar gilt. Die etwas fatalere Verwechslung wäre mit verschiedenen psilocybinhaltigen Düngerlingen, wie zum Beispiel dem Heudüngerling (Foto unten). Allerdings haben beide schon früh eine viel dunklere bis tiefbraune Lamellenfarbe. Außerdem ist der Geruch der Nelkenschwindlinge fast unverwechselbar.

Am Rande des Geländes des Badesees sammelten wir auch noch einige schöne Behangene Faserlinge (Foto unten) die geschmacklich richtig gute Speise-, Suppen- und Würzpilze sind. Nachteil ist, dass sie sehr schnell vergänglich sind. Aufgrund seines dünnen und weichen Fleisches darf man in Sachen Bissigkeit auch keine Wunder erwarten. Aber auch in der Gattung Psathyrella, der die Faserlinge angehören, gibt es viele ähnliche und auch ungenießbare Arten.

Aus den Faserlingen zusammen mit einigen Nelkenschwindlingen (siehe 1. Foto) als Einlage zauberten wir am Abend eine sehr leckere Pilzcremesuppe.

Ganz herzliche Grüße, Thomas und Familie"

(4 Fotos © Thomas)

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Foto: Heudüngerlinge sind halluzinogene Pilze. Vor ihrem Genuss ist zu warnen, weil diese Pilze leicht mit starken bis sehr starken Psilocybinpilzen verwechselt werden können.

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Foto: Behangene Faserlinge sind meist an ihren häutigen Velumresten als Behang am Hutrand. Sie wachsen im Mischwald, im Kulturbereich auf Rasenflächen in Gärten, Wiesen und Weiden. Hut und Stiel sind wegen der Dünnfleischigkeit brüchig.

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Herxheim: Ein entspannter Waldspaziergang ohne Sammelambition


Foto: Sehr viele Netzstielige Hexenröhrlinge, alle mit gelben Hüten, gehörten mit zu den Funden. Thoams ließ sie alle stehen, er und seine Familie sammelten bei diesem Waldgang ausnahmsweise mal keine Speisepilze. (7 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 27. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute stand bei einem großen Spaziergang bei Herxheim mit der Familie die Erholung im Vordergrund und die Speisepilze waren einmal nur Randfiguren. Trotzdem konnten wir viele interessante Funde machen. Am Ende gaben wir dieser Tour den Namen „Gelb und Blau ergibt Grün", da wir überwiegend Pilze in diesen Farben fanden.

Den Anfang machte ein winzig kleiner Goldmistpilz mit gerade mal eineinhalb Zentimetern, der etwas untypisch an einem morschen Ast wuchs, den ich zuerst für einen klein geratenen Löwengelben Dachpilz hielt. Da aber auch noch viele weitere Fruchtkörper im Umkreis typisch im Moder und Häcksel standen, sprach alles für den Goldmistpilz.

Nicht weit davon entfernt wuchsen, erneut im Holzhäcksel, die selteneren Olivfarbenen oder auch Verschiedenfarbigen Mistpilze. Sie unterscheiden sich vom Goldmistpilz durch ihre olivgelbe bis olivgrüne Farbe und die leicht aderige Hutmitte.


2 Fotos: Der Goldmistpilz wurde hin und wieder auf dieser Website vorgestellt. Er ist ungenießbar. Ein ausgezeichneter Speisepilz ist hingegen der Frauentäubling, der sich auf dem Foto rechts in hellem Fliederlila zeigt.

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Foto: Markantes Äußeres, nichts für die Pfanne: Olivfarbene oder Verschiedenfarbige Mistpilze sind ungenießbar.

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Auch in diesen Wäldern sind die Narzissengelbe Wulstlinge, die weitaus giftiger sind als der Gelbe Knollenblätterpilz, sehr stark vertreten. Des Weiteren fanden wir einen sehr schönen Sklerotienporling, auch Kleiner Schuppenporling genannt, der in jungem Zustand essbar ist und nicht einmal schlecht schmeckt.

Entlang eines Bachlaufes unter Lärchen entdeckten wir noch einige etwas ins Alter gekommene Goldröhrlinge. An diesem Bachlauf wuchsen auch sehr viele Netzstielige Hexenröhrlinge, die allesamt eine gelbe Hutfarbe aufwiesen, was vielleicht das Rätsel der (Gelben Flockenstieligen Hexenröhrlinge) von Erwin aus dem Pilzticker Hessen löst.


Foto: Der Narzissengelbe Wulstling ist giftiger als der Gelbe Knollenblätterpilz. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch nach Kartoffeln oder Kartoffelkeller bei Gelben Knollenblätterpilzen. Narzissengelbe Wulstlinge haben keinen nennenswerten Geruch.

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Foto: Ein Sklerotienporling am Baumholz ist eher außergewöhnlich. Die Pilze stehen fast immer auf dem Waldboden. Ihr Stiel verlängert sich um einen vom Myzel stark durchwachsenen erdigen Klumpen, das so genannte Sklerotium, in dem oft Steinchen eingeschlossen sind. Die Römer entnahmen dieses Sklerotium und verpflanzten es in ihren Garten, um Jahr für Jahr davon die Fruchtkörper ernten zu können.

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Im weiteren Verlauf übernahm dann die Farbe Blau in Form von vielen Blau-Violett-Grünen Frauentäublingen, um zum Schluss die Farbe Grün zu erreichen.

Für die Farbe Grün standen dann eine sehr große Ansammlung von Gesäten Tintlingen direkt am Wasser, die im Einzelnen zwar grau sind, aber in diesem Umfeld sehr grün erschienen.

Den Abschluss machte dann noch ein etwas älterer Sommersteinpilz, der mich eventuell nochmal zur Nachschau verleitet.


Foto: Gesäte Tintlinge sind, wie ihre Artverwandten auch, in Verbindung mit Alkohol giftig. Aber auch so sind die zartgliederigen Pilzzwerge für die Pilzküche unergiebig.


Da diese Tour überwiegend der Erholung und dem Erkunden der hiesigen Wälder diente, durften auch alle Speisepilze stehen bleiben.

Auch wenn ich heute kein Sammelergebnis vorweise, zeigt es doch, dass in den richtigen Wäldern so einiges wächst.

Nun bleibt zu hoffen, dass der starke Regen der vergangenen acht Tagen sich nicht negativ auf das Pilzwachstum auswirkt. Insgesamt kamen um Rülzheim wie auch in der Heimatgegend Karlsruhe, in dieser Woche stellenweise an die 90-100 Liter Wasser pro Quadratmeter herunter, was schon ein sehr kritischer Wert für das Fruktifizieren der Pilze ist.

Wir wünschen Dir und allen Pilzfreunden, eine weiterhin so tolle Pilzsaison.

Liebe Grüße, Thomas und Familie"





Husarenpfanne mit Sommersteinpilzen: »Da war die Platte geputz




Margit und Oliver schreiben am 26. Juni 2021:

"Servus Heinz Wilhelm, 

wir waren gestern in den Eichenwäldern der Verbandsgemeine Langenlohnsheim Pilze sammeln.

Nachdem wir zunächst einen Buchenwald mit großen gesunden Bäumen erfolglos abgesucht hatten, beschlossen wir, das Gebiet zu verlassen und uns gezielt nach älteren Eichenbaumbeständen umzusehen. Auf dem Weg dorthin,durchschritten wir einen neu angelegten Wald mit jungen Eichen im Alter von etwa 12 bis 15 Jahren.

Hin und wieder fanden wir bereits überständige Ziegenlippen, aber keinen Steinpilz. Von Mücken geplagt, wurden wir in einem alten Eichenwald mit leichter südlicher Hanglage fündig. Da stand nun der erste Sommersteinpilz, erkennbar an seinem sandsteinfarbenen Hut, endlich vor uns. Es gesellten sich noch einige weitere mit ins rote Körbchen, was nach  und nach voll wurde. Wir entdeckten auch noch einige Frauentäublinge und Perlpilze.  

Am Abend versuchte ich es mal mit einer Husarenpfanne mit Sommersteinpilzen (siehe das 1. Foto). Dazu gab es Schaukelbraten (Schwenkbarten) mit Basmatireis. Hier das Rezept:

Zutaten für für 3 - 4 Personen:

750 Gramm Sommersteinpilze

60 Gramm Ingwer

1 Knolle Knoblauch

1 Bund Liebstöckel

1 rote Spitzpaprika

1 grüne Paprika

1 Banane

2 große Zwiebeln

1 gehäufter Teelöffel Curry

100 - 150 ml süßsaure Soße 

50  ml Apfelsaft 100 %

Gutes Bratöl


2 Fotos: Auch diese zwei Sommersteinpilze landeten in der köstlichen Husarenpfanne für Margit, Oliver und Sohnemann Jens. (4 Fotos © Margit)

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Zubereitung:

Die Sommersteinpilze putzen und in Scheiben schneiden. Den Ingwer schälen und in ganz dünne Scheiben schneiden.

Die Paprika putzen und in mittelgroße Stücke schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und ganz lassen.

Die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Die Banane schälen und in Scheiben schneiden.

Nun eine Wokpfanne auf die Herdplatte stellen, gut erhitzen, dann erst das Öl in die Pfanne und nach etwa 5 Sekunden die Pilze in die Pfanne geben und scharf anbraten. Nachdem einige Pilze schon etwas angebraten sind und dadurch ihr Aroma entfallten können, den Ingwer, die Zwiebeln und den Knoblauch dazugeben und unter ständigem Umrühren anschmoren.

Nach etwa 5  Minuten die Banane und den kleingehackten Liebstöckel und den Teelöffel Curry hinzugeben. Zum Schluss die süßsaure Soße in die Wokpfanne geben und einen kleinen Schluck Apfelsaft dazu. Nun den Deckel drauf und mit geringer Hitze schonend garen, bis alle anderen Komponenten fertig sind.

In der Zwischenzeit wird der Basmatireis im Reiskocher gegart (Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten).

Nun den Schaukelbraten grillen.

Jetzt alles auf Tellern anrichten und ein Getränk nach Wahl aussuchen.

Unser jüngster Sohn Jens war zu Besuch da und ich kann Dir sagen, Heinz-Wilhelm, die Platte war anschließend geputzt.

Steinpilze mal ganz anders, ohne Sahne, aber dafür mit exotischen Gewürzen und süßsauer angerichtet.

Margit knipste auch wieder das ein oder andere Foto für den Pilzticker.

Soviel für heute aus dem Nahe-Land.

Herzliche Grüße, Margit und Olli"

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Willkommene Nelkenschwindlinge, schade um die köstlichen Südlichen Ackerlinge


Foto: Diese Nelkenschwindlinge waren Thomas und seiner Tochter hoch willkommen. Kein Wunder, schmecken sie doch ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang ist der Nelkenschwindlings-Klassiker vom 25. August 2020 aus Ungarn, wo diese Pilzart regelrecht  Nationalpilz ist, immer wieder lesenswert. (2 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 26. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem wir vergangenes Wochenende aufgrund des Deutschlandspieles, das wir zuhause mit Freunden geschaut haben, nicht auf dem Campingplatz waren, sind wir dieses Wochenende wieder in Rülzheim.

Mein erster Weg war natürlich gleich zu den Südlichen Ackerlingen, aber leider habe ich den zweiten Schub verpasst. Der komplette Stumpf der Pappel war wieder voll mit Pilzen, aber alle waren bereits am vergammeln. Wegen des vielen Regens wuchsen sie einfach viel zu schnell.

Also lief ich mit meiner Tochter kurz über die Kurzzeit-Camperwiese. Hier sammelten wir im Traufenbereich von Eichen, Linden und Eschen ein paar Nelkenschwindlinge für das Abendessen, die momentan wieder richtig gut wachsen.

Auf dieser Wiese standen auch eine Vielzahl von Perlpilzen und auch einige Frauentäublinge, die aber alle leider schon madig und nicht mehr zu gebrauchen waren, obwohl sie äußerlich noch ganz annehmbar aussahen. So blieb es heute mal bei den Nelkenschwindlingen, die aber immer sehr willkommene Pilze sind.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Foto: Hier stehen die Nelkenschwindlinge noch im Gras und verdeutlichen, dass es mehr oder weniger kurz zuvor geregnet haben muss.

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Landau: Schöne Sommersteinpilze und drei Arten Pfifferlinge erfreuen Rolf


Rolf schreibt am 24. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

derzeit gibt es um Landau an der Südlichen Weinstraße, wozu auch Teile des Pfälzerwaldes gehören, viele schöne und feste Sommersteinpilze (2 Fotos rechts) und Pfifferlinge.

Bei den Pfifferlingen handelt es sich überwiegend um Blasse Pfifferlinge, aber auch  um Violettschuppige Pfifferlinge und gewöhnliche Pfifferlinge.

Herzliche Grüße Rolf"

(3 Fotos © Rolf)

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Foto: Nicht nur in der Region Kronau in Baden-Württemberg, sondern auch an der Südlichen Weinstraße wachsen die Pfifferlinge zur Freude von Rolf prächtig. Er sammelte gleich drei verschiedene Arten.





Die Glücks-Marie: Noch nie hat sie so früh einen Eichhasen gefunden


Marie schreibt am 21. Juni 2021:

"Guten Abend Heinz-Wilhelm,
nachdem ich die letzten Tage immer wieder von Pfifferlingsfunden las, habe ich heute voller gespannter Vorfreude eines meiner Gebiete am Dernbacher Kopf im Westerwald aufgesucht.

Trotz konzentrierter Suche ließ sich nichts Erhofftes entdecken. Dafür gab es Unmengen an überständigen Perlpilzen.

Ich beschloss, meine Runde zu verlängern, um einem bestimmten Baum meine Aufwartung zu machen - und traute meinen Augen nicht: noch nie habe habe ich so früh einen Eichhasen gefunden! Das war für heute genug des Glücks!

Herzliche Grüße, Marie"

(Foto © Marie)

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»Die Lungenseitlinge hatten einen sehr guten Geschmack«


Foto: Knackfrische Lungenseitlinge mit Curry und Liebstöckel: das hat Margit und Oliver ausgezeichnet gemundet. (2 Fotos © Margit)

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Margit und Oliver schreiben am 19. Juni 2021:

"Servus Heinz Wilhelm,

in einem gemischten Laubwald mit gesunden Buchen und Eichen,in leichter Südhanglage haben wir einige herrliche Lungenseitlinge an einem relativ frisch abgeschnittenen Baumstumpf gefunden (Foto rechts).

Da wir eigentlich gar nicht so auf Pilze aus waren, wanderten sie in eine Stofftasche, die  Margit dabei hatte. Von den ebenfalls entdeckten Sommersteinpilzen war leider nur noch einer brauchbar.

Zum Mittagessen gab es dann eine Pfanne Mischpilze mit den zwei gefundenen Pilzarten. Die Lungenseitlinge hatten einen sehr guten Geschmack, sie waren schön bissfest, aber nicht zäh, absolute Spitzenklasse.

Hier noch kurz das Rezept und ein Vorschlag zum Zubereiten.

Für die Pfanne hatten wir etwa 600 Gramm Mischpilze:

2 Knoblauchzehen

Ein Bund Liebstöckel

1 Teelöffel Curry

Eine Prise Salz

Spezielles hocherhitzbares Bratöl mit Olivengeschmack

Die Pilze putzen und in Streifen schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und in Scheiben schneiden, dann den Liebstöckel klein hacken. In eine tiefe Pfanne Öl geben und gut erhitzen, danach die Pilze hineingeben und gut anbraten. Nun den Knoblauch und Liebstöckel hinzugeben und mit anbraten, damit die Würze in die Pilze zieht. Jetzt das Curry dazu. Ganz zum Schluss dann das Salz zu dem Gemenge, damit die Pilze nicht soviel Wasser ziehen und kurze Zeit später servieren.

Dazu gab es noch leckere Frikadellen und den am Morgen zubereiteten Pfälzer Kartoffelsalat mit Speck und frischen verschiedenen Kräutern. Für die Frikadellen gab es dann noch einen selbst kreierten Dip, mit Kidneybohnen, Spitzpaprika, Radieschen, gehackten Tomaten und einer süsssauren Soße. Dazu ein geflegtes Bierchen."


Geruch und Geschmack der von der Sonne gedörrten Sommersteinpilze sind vorzüglich


Marie schreibt am 17. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem die ersten Sommersteinpilze im Breitenauer Forst/Westerwald total madig waren, wagte ich schon gar nicht mehr, auf Besserung zu hoffen. Ermuntert durch eine Freundin, bin ich heute doch noch einmal zu meiner Fundstelle gegangen - und konnte tatsächlich beglückt einsammeln.

Sie waren zwar dem Naturdörrautomaten ausgesetzt, aber Geruch und Geschmack sind vorzüglich! Jetzt hoffe ich auf Regen und Pfifferlinge.

Herzliche Grüße, Marie"

(Foto © Marie)

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Es waren eine Zweifarbige Hexe und Bleigraue Zwergboviste

Thomas korrigiert am 15. Juni 2021 seine Nachricht vom 13. Juni 2021 wie folgt:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich muss mich bei zwei Pilzen aus meinem Beitrag "Südliche Pfalz: Selten gesammelte Lamellenpilze in der Mischpilzpfanne" korrigieren.

Nach näherer Untersuchung des mutmaßlich (Gelben) Hexenröhrlings und der kleinen Boviste stellte sich heraus, dass es sich bei der Hexe dann doch wieder um einen lupenreinen Zweifarbigen Hexenröhrling handelte. Und die kleinen Boviste erwiesen sich nach Durchschneiden eindeutig als Bleigraue Zwergboviste.

Herzliche Grüße Thomas"


Südliche Pfalz: Selten gesammelte Lamellenpilze in der Mischpilzpfanne


Foto: Die Hexenröhrlinge hatten die Oberhand, an Lamellenpilzen gab es für die Mischpilzpfanne u. a. Voreilende Ackerlinge, Hellhütige Waldfreundrüblinge sowie Gelbblättrige Rüblinge. (8 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 13. Juni 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nun wachsen die Flockenstieligen Hexenröhrlinge auch in den Wäldern der Südpfalz im Landkreis Germersheim. Und zwar einer schöner als der andere. Der größtenteils unversehrte Zustand zeigt, dass die Schnecken hier nicht ganz so hungrig sind wie in vielen anderen Regionen. Oder sie haben einfach noch nicht mitbekommen, dass die Pilze sprießen.

Unter den schönen Hexenröhrlingen kam ein Exemplar ganz ohne Rottöne aus. Es weist durchweg gelbe Röhren auf. Damit handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen  Falschen Schwefelröhrling, auch Gelber Hexenröhrling* genannt.

* Er erwies sich bei näherer Bestimmung als Zweifarbiger Hexenröhrling, siehe Thomas' Pilznachricht vom 15. Juni


Foto: Dies ist nicht, wie zunächst vermutet, ein Gelber Hexenröhrling oder Falscher Schwefelröhrling, sondern ein Zweifarbiger Hexenröhrling. Auch er ist ein ausgezeichneter Speisepilz.

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Foto: Einer der schönen Flockis, von denen Thomas einige gefunden hat. Sie waren alle madenfrei, mindestens aber madenarm. Das ist mal eine andere Nachricht in diesen Tagen.

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Neben den Hexenröhrlingen wanderten noch zwei einwandfreie Perlpilze in den Korb. Sie sind mittlerweile über den ganzen Wald verbreitet. Kaum anders die Grauen Wulstlinge und die Narzissengelben Wulstlinge. Ein paar Perlpilzhüte kamen auch noch mit, da der Großteil bereits stark madig war.

Auch einer der ersten Pfälzer Goldröhrlinge, sowie zwei betagtere Rotfußröhrlinge und ein älterer, aber noch verwertbarer Frauentäubling sprangen noch ins Körbchen. Bei den Frauentäublingen kam ich leider ein wenig zu spät. Alle waren bereits im weit fortgeschrittenen Alter.

Auf einem Forstweg, auf dem mir gerade zwei Jäger in einem SUV entgegen kamen, wuchsen direkt neben der Fahrspur viele Mini-Riesenboviste*. Da sie hier wohl nicht lange überleben werden, nahm ich mir die mit, die am gefährdetsten standen. Bei dem Rest hoffe ich, dass sie noch wachsen und nicht unter die Räder kommen.

* Sie erwiesen sich bei eingehender Bestimmung als Bleigraue Zwergboviste


Foto: Zwei der kleinen mutmaßlichen Riesenboviste am Wegrand. Thomas, der sie mitnahm, um ihnen den "Reifentod" zu ersparen, identifizierte sie zuhause als Bleigraue Zwergboviste.

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Des Weiteren sammelte ich auf der Waldwiese noch zwei Schafchampignons und eine Handvoll Nelkenschwindlinge.

Ein bisschen Beifang in Form von Frühlingsackerlingen, Hellhütigen Waldfreundrüblingen und Gelbblättrigen Rüblingen die auch zu den Waldfreundrüblingsverwandten gehören, kamen als Pfannenfüller oder als Beigabe zu den Nelkenschwindlingen noch mit.

Zum Schluss fand ich noch einen kleinen Orangegelben Scheidenstreifling, der aber stehen bleiben durfte.

Schade ist, dass ich derzeit neben meiner Arbeit und dem Campingplatz nur sehr wenig Zeit habe, meine Stellen im nördlichen Schwarzwald abzusuchen. Speziell meine im letzten Jahr durch massive Forstarbeiten ruinierten Pfifferlingswälder erfordern dieses Jahr mehr Zeit. Übrigens habe ich auch wie Michael aus Kronau, der seine Pfifferlinge "Pfiffers" nennt, seit meiner Kindheit den Namen "Fiffies" für sie.

Dir und allen Pilzfreunden wünsche ich weiterhin eine so tolle Pilzsaison.

Liebe Grüße Thomas"

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Foto: Ergänzung für die Mischpilzpfanne: Voreilende Ackerlinge, auch Frühlings- oder Frühe Ackerlinge genannt.


Foto: Die Hellhütigen Waldfreundrüblinge sind hygrophane Pilze, deren Hüte je nach Feuchtigkeit und Wasser kontrastierende Hell-Dunkel-Töne bilden.


Foto: Die Gelbblättrigen Rüblinge sind bis auf die kräftig gelben Lamellen fast identisch mit Waldfreundrüblingen.


Foto: Der Orangegelbe Scheidenstreifling gibt sich an seiner markanten Scheide, der ausgeprägten Riefung und nicht zuletzt an seinem typischen Farbton zu erkennen.





Unbrauchbare Sommersteinpilze: Schon die kleinen Stöpsel sind komplett vermadet

Marie schreibt am 12. Juni 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe gestern, am Freitag, im Breitenauer Staatsforst/Westerwald an seit Jahren sicherer Stelle Sommersteinpilze (Foto rechts) gefunden, nachdem ich bereits am vergangenen Dienstag die ersten entdeckt hatte.

Leider waren alle, selbst die kleinsten Stöpsel, komplett madig. Vielleicht geht es dem einen oder anderen Pilzgänger ähnlich, dann könnte ich mich ein wenig trösten mit der Weisheit: geteilte Enttäuschung halbiert den Frust.

Viele Grüße Marie"

(Foto © Marie)

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