Pilz-Ticker-RP (Rheinland-Pfalz)



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Pilze Wohlrab.

Ein bayerisches Familienunternehmen.





Ein Schwarzschneidiger Dachpilz verabschiedet die Pilze in den Sommerurlaub


Foto: Ein dunkel getönter schöner Schwarzschneidiger Dachpilz. Mit seiner Geschmacksqualität ist er eine prima Ergänzung für Mischpilzgerichte. Das 2. Foto zeigt schön die schwarzen Schneiden (Lamellenkanten), die der Pilzart ihren Namen gaben. (6 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 5. August 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ganz ohne Erwartungen, war ich gestern, am heißesten Tag der Woche, für eine gute Stunde in den Wäldern Rülzheims unterwegs. Und konnte feststellen: selbst bei knapp 40° Celsius wächst noch der ein oder andere essbare Pilz. Man muss ihn nur finden, was im mittlerweile fast schon pilzleeren Wald allerdings nicht mehr so einfach ist.

Nach wie vor dominieren ganz klar die Schuppigen Sägeblättlinge, die hier immer noch sehr zahlreich zu finden sind, wovon ich aber nur zwei schöne Exemplare mitgenommen habe. Hinzu kam noch ein wunderschöner Schwarzschneidiger Dachpilz, damit zumindest ein bisschen was für die Pfanne zusammenkam.

Das war aber dann fast schon alles, was sich bei dieser Hitze noch finden ließ. Kurz vor Ende meiner Runde ließ sich dann doch noch ein Harter Zinnobertäubling finden, der selbstverständlich auch noch mitkam. Zusammen mit ein paar eingefroren Pioppinos (Südlichen Ackerlingen) vom letzten Jahr ergaben auch diese wenigen Pilze ein leckeres Abendessen.

Ein sehr interessanter Fund war ein Pilz, der direkt aus dem Stamm einer Hainbuche wuchs. Zuerst dachte ich an einen Scheidling, was sich aber bei genauerem Hinsehen ganz klar als ein junger Grüner Knollenblätterpilz erwies, den ich so wachsend auch noch nicht gefunden hatte.

Auch hier verabschieden sich die Pilze nun definitiv in ihren Sommerurlaub. Ohne Regen werden sie auch nicht mehr so schnell zurückkommen.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Foto: Sie kamen in den Korb: der Schwarzschneidige Dachpilz und zwei schöne Schuppige Sägeblättlinge. 

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Foto: Einer der zwei Schuppigen Sägeblättlinge, die ein Rekordjahr erleben. So viele über einen längeren Zeitraum kamen Thomas in 30 Jahren Pilzsuche noch nicht zu Gesicht. 

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Foto: Der Harte Zinnobertäubling kam auch mit.


Foto: Ein Kuriosum. Es ist weder ein Scheidling noch ein Porling, sondern ein Grüner Knollenblätterpilz, der hier aus dem rissigen Stamm einer Hainbuche wächst. Wir Pilzfreunde können nicht achtsam genug sein! 


Was man als Pilzfreund nicht alles erlebt

Wie Thomas den Ausbruch eines Waldbrandes bei Rülzheim verhinderte


Thomas schreibt am 31. Juli 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gleich am Anfang unseres Campingurlaubs gibt es schon wieder eine ganze Menge aus dem Rülzheimer Wald zu melden.

Heute war ich ohne große Erwartungen auf Pilzfunde auf einer kleinen Runde mit dem Fahrrad im Wald bei Rülzheim unterwegs, primär in der Hoffnung, eventuell noch ein paar schöne Fotomotive mit dem Schuppigen Sägeblättling zu finden, denn in so einer Menge wie in diesem Jahr konnte ich ihn noch nie in über dreißig Jahren finden.

In sehr heißen und trockenen Jahren, wie wir es hier auch 2018 schon mal hatten, war es selbstverständlich, dass man den Schuppigen Sägeblättling hin und wieder antrifft, aber das, was ich in diesem Jahr bisher finden konnte, stellt alles in den Schatten. Alleine am letzten Wochenende waren es geschätzte einhundert Exemplare.

Auch heute sah es nicht viel anders aus. Wenn man sich vorstellt, dass vielleicht ein bis maximal drei Fruchtkörper an einen Stumpf zu finden waren, kann man sich ungefähr ausrechnen, wieviel Stümpfe das wohl gewesen sein mögen. Ich kann nur sagen, es ist der absolute Wahnsinn!

Noch viel besser als Faust aufs Auge oder Deckel auf Eimer passt in diesem Jahr: Schupigger Sägeblättling auf Waldbrand. Man könnte fast meinen, Massen an Schuppigen Sägeblättlingen sagen Waldbrände voraus, wie es gerade auch deutschlandweit und auch über die Grenzen hinaus in ganz Europa zu beobachten ist.


4 Fotos vom Schuppigen Sägeblättling - dann zählte nur noch das Feuer





(4 Fotos © Thomas)

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Brandgeruch mitten im Wald - da waren die Sägeblättlinge schnell vergessen

Eigentlich wollte ich mit vielen schönen Fotos die Massen an Sägeblättlingen belegen, die hier momentan zu finden sind, jedoch zu mehr als vier Fotos kam ich nicht mehr. Und das nicht etwa, weil nicht mehr zu finden waren, sondern weil ich plötzlich stechenden Brandgeruch gewahrte. Im fast schon menschenleeren Wald folgte ich dem Geruch.

So konnte ich die Brandstelle schnell ausfindig machen. An zwei total ausgetrockneten Latten des Geländers einer Holzbrücke über dem Rottenbach nahe dem Dieterskirchel loderten bereits kleinere Flammen. Womöglich ausgelöst durch die direkte Sonneneinstrahlung auf komplett ausgetrocknetes Moos.

Kurze Zeit nach mir, kamen auch zwei ältere Walkerinnen vorbei, die ich umgehend bat, die Notrufnummer 112 zu wählen. Ich versuchte derweil, mein T-Shirt irgendwie im Bach zu nässen, aber alle Versuche, das Wasser zu erreichen, blieben erfolglos. Normalerweise bilden sich in dem Bereich vor und hinter der Brücke zwei Tümpel, die aber in diesem Jahr überhaupt nicht vorhanden waren.

Auf beiden Seiten des Baches war die Erde so extrem sumpfig und matschig, dass ein Herankommen an das Wasser unmöglich war. Also füllte ich einige Male meine Hände mit nassem Matsch und drückte ihn auf das brennende Holz, um dem Feuer somit etwas den Sauerstoff zu nehmen, was auch recht gut funktioniert hat.

Verdiente Dusche mit dem Löschschlauch

Ich verbrannte mir zweimal richtig gut die Pfoten und der Wind hat es mir auch nicht gerade leichter gemacht, aber die Sirenen der Feuerwehr waren dann recht schnell zu hören. Mit einem großen Behälter voll Wasser, verschafften sie sich zumindest ein bisschen Zeit, um Weiteres in die Wege zu leiten. Der Rest war dann reine Routine für die Freiwillige Feuerwehr Rülzheim. Nach einem großen Dankeschön durfte ich mir am Löschfahrzeug dann noch den Matsch vom Körper und den Klamotten waschen.

Da sieht man auch mal wieder, wer oft im Wald unterwegs ist, kann so einiges erleben. Bandenmäßige rumänische Pilzsammler, Waffenfunde, schwere Militärmunition wie Handgranaten, tote Tiere, oder auch aus aufgebrochenen Autos entwendete Handtaschen und geknackte Zigarettenautomaten wie letztes Jahr in dem gleichen Wald, sind nur einige Beispiele, bei denen ich schon die Polizei direkt in den Wald rufen musste. Aber das war das erste Mal, dass ich helfen konnte, einen Waldbrand zu verhindern.

Auch wenn der Korb diesmal komplett leer geblieben ist, war das Erfolgsgefühl am Ende des Tages nicht viel kleiner, als wäre ich mit einem Behältnis feinster Speisepilze nach Hause gekommen.

Ich wünsche uns allen endlich den ersehnten Regen für die Pilze, aber auch, damit die Waldbrandgefahr wieder sinkt.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Kein Witz, sondern ein toller Tipp:

Warum das Fahrrad verrät, ob es sich lohnt, in die Pilze zu gehen


Foto: Drei Grünfelderige Täublinge, ein Fleischroter Speisetäubling und darunter ein Frauentäubling, ein großer und ein kleiner Perlpilz, darunter drei Sägeblättlinge und acht schöne Harte Zinnobertäublinge fand Thomas diesmal. Trotz hartnäckiger Trockenheit ergab das eine schöne Mischpilzpfanne. (8 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 25. Juli 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

immer wenn mein Fahrradsattel und die Lenkergriffe in der Nacht beziehungsweise am frühen Morgen mit viel Tau bedeckt sind, weiß ich, dass es sich lohnt, auch bei Trockenheit noch in die Pilze zu gehen.

Für uns Pilzsammler muss neben dem Niederschlag, der auch mal für längere Zeit ausbleiben kann, nämlich auch die relative Luftfeuchtigkeit von sehr großer Bedeutung sein, da warme Luft viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.

Deshalb kann die Luftfeuchtigkeit infolge eines Gewitters mit einem kurzen Schauer oder einer kühlen Nacht mit einem Temperatursturz von über dreißig Grad auf unter zwanzig Grad schnell mal auf einhundert Prozent ansteigen. Und über das überschüssige Wasser freuen sich natürlich auch die Pilze.

Eine wachsende Artenkenntnis, wie es gerade auch bei Martin aus der Schweiz zu sehen ist, lässt die Chancen auf tolle Speisepilze selbstverständlich noch mal steigen. Ein großes Kompliment an dieser Stelle an Martin.

Bevor wir unseren gestrigen Sonntag im erfrischenden Wasser im Schwimmbad verbracht haben, ging es für mich am Morgen noch auf eine gut eineinhalbstündige Runde durch die Wälder bei Rülzheim und Herxheim. Und immer noch trotzen einige Täublinge der Trockenheit und zeigen sich mitunter in ihren schönsten Farben.

Nach wie vor haben die Harten Zinnobertäublinge ganz klar das Sagen. Momentan könnte man sogar von einem Massenaufkommen sprechen. Da ich aber nur mit meinem kleinen Körbchen unterwegs war, nahm ich diesmal auch nur einige der Allerschönsten mit. Nachdem der Schuppige Sägeblättling nun auch an vielen weiteren Stümpfen zu finden war, nahm ich auch hiervon mal drei schöne jüngere Exemplare für die Mischpilzpfanne mit. Da sie recht zäh sind und auch nicht besonders geschmacksintensiv, taugen sie nicht wirklich für ein Sologericht.


Foto: Ein schöner Harter Zinnobertäubling, der zeigt, dass sein Stiel im jungen Stadium nicht selten noch fast rein weiß ist,...

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Foto: ...während ältere Exemplare mehr zu einem rötlich überhauchten Stiel neigen. 


Foto: Von den Schuppigen Sägeblättlingen gab es so viele, dass Thomas drei der seltenen Holz bewohnenden Pilze mitnahm. Sie wachsen an Nadelholz, meist Totholz. 

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Zu den Täublingen gesellten sich dann noch ein wunderschöner Frauentäubling, ein Fleischroter Speisetäubling und ein paar Grüngefelderte Täublinge, sowie einige Mandeltäublinge, die zwar superlecker riechen, wenn man ihre Lamellen in Ruhe lässt, aber schon aufgrund ihrer leichten Giftigkeit und ihres ekelhaften Geschmacks absolut nichts für die Panne sind und deshalb auch stehen bleiben durften.

Und endlich, das Wunder im Jahr 2022 ist geschehen: die ersten zwei Perlpilze, wovon einer ein richtiger Brummer war (9. Foto), durften nach langer Durststrecke mit ins Körbchen wandern - und das sogar absolut madenfrei!

Allen Pilzfreunden wünsche ich weiterhin viel Glück bei ihrer Suche.

Mit lieben Grüßen, Thomas"

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Foto: Ein schöner junger Frauentäubling. 


Foto: Ein kräftiger junger Grünfelderiger Täubling. 


Foto: Ein giftiger Mandeltäubling. Er hat einen starken bis aufdringlichen Marzipangeruch, was ihn von ähnlich aussehenden Stinktäublingen deutlich unterscheidet. Er wächst vornehmlich bei Eichen, Hainbuchen, Buchen und Birken. Sein Stiel ist kammerartig hohl - ein wichtiges Merkmal. 

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Foto: Und der erste küchentaugliche Perlpilz, den Thomas in diesem Jahr fand. Und gleich so ein Riese.


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