Pilz-Ticker-RP (Rheinland-Pfalz)



Pilz-Ticker-RP




Hier geht's zur

Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz





Mit getrockneten Spitzmorcheln veredeln wir unsere Pilzsoßen und überhaupt Pilzgerichte unnachahmlich!

Wir kaufen sie natürlich in bester Bio-Ware beim Pilzversand und Pilzhandel

Pilze Wohlrab.

Ein bayerisches Familienunternehmen.





Sogar die Lilastieligen Rötelritterlinge haben einen guten Rutsch gehabt


Margit und Oliver schreiben am 1. Januar 2022:

"Auf den Rheinhöhen gibt es auch im neuen Jahr noch oder schon wieder einige Bodenpilze.

Nachdem wir unsere Pilzsaison vor drei Monaten auf den Rheinhöhen jäh beenden mussten, waren wir jetzt erneut an unseren dortigen Plätzen. Steinpilze und Reizker fanden wir zwar keine mehr, dafür aber noch frische Trompetenpfifferlinge und sogar ein paar Lilastielige Röttelritterlinge. Die Freude über unseren Fund war groß!

Ein gutes Pilzjahr 2022 wünschen allen Pilzfreunden Margit und Oliver vom Pilzsuchteam Nahe- Land"

(Foto © Margit)

Hallo Heinz-Wilhelm,

Thomas schreibt am 2. Januar 2022:

"Liebe Margit, lieber Oliver alias Pilzsuchteam Nahe-Land,

welcome back beim Pilzticker Rheinland-Pfalz.

Es freut mich sehr, wieder von Euch zu lesen und dass der Trümmerbruch bei Margit ausheilen konnte. Ich sorgte mich im Herbst schon, dass irgendetwas passiert sein muss, da ich eine Weile lang Alleinunterhalter im Pilzticker RP war. Umso mehr freut es mich, dass Ihr nun wieder mit dabei seid.

Auf tolle Funde und herzlichste Grüße, Thomas"

Pilz-Ticker-RP






Nach dem Trümmerbruch geht es für Margit und Oliver endlich wieder auf die Pilzsuche im Nahe-Land


Margit und Oliver schreiben am 30. Dezember 2021:

"Hallo Heinz Wilhelm,

nach einer fast dreimonatigen Zwangspause suchten wir einige uns bekannte Wirtsbäume nach Austernseitlingen ab und wurden auch rasch fündig. Solange der Wirtsbaum noch lebt und eine Rinde besitzt, trägt er höchstwahrscheinlich jedes Jahr getreu zur gleichen Zeit die begehrten, wohlschmeckenden Baumpilze.

Jetzt kurz zu unserer Zwangspause. Anfang Oktober stürzte meine liebe Margit bei einer Pilzexkursion so schwer, dass sie sich einen komplizierten Trümmerbruch am linken Handgelenk zuzog. So war die Herbstpilzsaison für uns mit einem Schlag zu Ende, obwohl sie für uns sehr gut angefangen hatte. Nun geht es ja langsam wieder bergauf.

Zurück zu unseren aktuellen Funden. Zwei alte, verletzte Rotbuchen trugen Austernseitlinge (z. B. Foto rechts). Die Pilze waren vom Dauerregen durchweicht, aber noch genießbar. In einem moorähnlichem Waldgebiet mit sehr vielen moosbegrünten Birkenbäumen fanden wir fünf junge Schiefe Schillerporlinge und sehr viele Birkenporlinge.

Beide Pilzarten werden ja in der Homöopathie zu Heilzwecken genutzt. Wir nahmen allerdings lediglich einige Birkenporlinge mit und selbstverständlich auch Austernseitlinge.

Margit hat wie üblich wieder Fotos für den Pilzticker geknipst. Durch den Dauerregen wurden sie leider nicht besser... Soviel für heute vom Pilzsuchteam Olli und Margit aus dem Nahe-Land.

Bis zum nächsten Mal!"

(3 Fotos © Margit)

Pilz-Ticker-RP


2 Fotos: Im Dauerregen fotografierte Margit die Austernpilze (links) und den Schiefen Schillerporling (rechts). Erst wenn man die äußere schwarze Kruste entfernt und dann auf eine dunkelbraunes, rötlichbraunes bis kastanienbraunes Fleisch stößt, weiß man sicher, dass es der Schiefe Schillerporling ist. 

Pilz-Ticker-RP


»Ein toller Herbstfund mit leckeren Speisepilzen«


Foto: Ein zusammengenommener Fund aus Rülzheim und Karlsruhe. Die länderübergreifende Pilzsuche brauchte Thomas auch diesmal einen schönen Fund zusammen. (6 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Foto: Diesmal glänzten die Hüte der Südlichen Ackerlinge. 

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 1. November 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

angekommen in Rülzheim, ging es natürlich gleich als erstes zu meiner Pappel mit den Südlichen Ackerlingen, an der ich sie nun schon seit Mai im vierwöchentlichen Rhythmus ernten konnte.

Mit der Beute im Korb (1. Foto rechts), ging es dann noch kurz und wirklich auch nur auf einen Sprung in den Wald, um zu sehen, wie sich das Pilzaufkommen hier entwickelt.

Unverändert in großen Mengen wachsen Butterpilze, Edelreizker und Stoppelpilze. Wobei die Rotgelben Stoppelpilze noch stärker vertreten sind als die Semmelstoppelpilze. Etwas nachgelassen haben die Kupferroten Gelbfüße. Dafür legen aber die Buckeltäublinge und die Trompetenpfifferlinge noch einmal nach, was dann zu einem doch recht ordentlichen Teilfund führte (2. Foto rechts).

Zusammen mit den Birkenpilzen und den Reiftäublingen aus Karlsruhe ergab es dann wieder einmal einen tollen Herbstfund mit leckeren Speisepilzen.

Viele liebe Grüße, Thomas"

Pilz-Ticker-RP





Foto: Buckeltäublinge färben im Pilzgericht schnell violett. Es empfiehlt sich deshalb, die Huthaut abzuziehen. 


Foto: Wohlschmeckende Pilze, vor allem in Suppen und Soßen, sind die Trompetenpfifferlinge. Sie kommen mit kühlen Temperaturen gut zurecht und haben jetzt ihre Zeit. 


»Es gibt genügend Arten, die den Steinpilz geschmacklich übertreffen«


Foto: Die Schnecken waren sichtlich schon da, doch zu Norberts Freude waren die Maronenröhrlinge allesamt wurmfrei. Rechts im Korb liegen die Rauchblättrigen Schwefelköpfe. (Foto © Norbert)

Pilz-Ticker-RP


Norbert schreibt am 31. Oktober 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

am Samstag habe ich kurzerhand meine heimischen Wiesbadener Wälder verlassen, um mich doch noch einmal der Mission „Maronenröhrlinge“ zu widmen. Da dieser in unseren Hochlagen aufgrund der abgestorbenen und vielerorts bereits abgeholzten Fichten praktisch nur noch in Spuren existent ist, habe ich mich für eine Wandertour im Hunsrück entschieden und dabei natürlich den Pilzkorb nicht vergessen.

Dabei hielt ich mich weitestgehend an die Wanderwege und richtete meinen Blick stets auf die Moos bewachsenen Wegeränder und Böschungen. Dies hat gelangt, um meinen Korb mit meinem gewünschten Abendessen zu füllen. Außerdem war noch eine stattliche Anzahl Rauchblättriger Schwefelköpfe dabei, einige Hexenröhrlinge, junge Hallimasche und einige Pfifferlinge.

Zwar hatten die Maronenröhrlinge zumeist schon Schneckenbesuch, waren aber allesamt in gutem Zustand und völlig madenfrei. Es war ein schönes Erlebnis, wieder einmal durch halbwegs gesunden Fichtenhochwald zu streifen und den Blick auf die Früchte des Herbstes zu richten.

Ortsansässige Pilzsammler, mit denen ich eine interessante Unterhaltung hatte, bestätigten mir meine persönliche Erfahrung dieses Pilzherbstes. Der Steinpilz ist zwar hin und wieder zu finden, legt aber wohl allgemein ein Ruhejahr ein. Insgesamt war der Herbst relativ pilzarm, jedoch war gleichzeitig ein hohes Aufkommen bestimmter Arten zu verzeichnen, die sonst nicht so oft anzutreffen sind.

Sollten die folgenden Wochen frostfrei bleiben, rechne ich dennoch mit Einzelfunden, wenn auch nicht mit der Anzahl, in der wir in den letzten Jahren „verwöhnt“ wurden. Es hat auch sein Gutes. Es gibt genügend Arten, die ihn zumindest geschmacklich übertreffen und die Suche insgesamt vielfältiger gestalten.

Liebe Grüße, Norbert aus Wiesbaden"

Pilz-Ticker-RP





Die kleinen Pioppinos bei Rülzheim nehmen sich diesmal alle Zeit der Welt


Foto: Für Thomas zählen die Südlichen Ackerlinge zum Besten, was überhaupt an Pilzen zu ernten ist. Er hat die alte morsche Pappel, an der sie schon seit Monaten gedeihen, stets im Auge. Auch diesmal konnte er zu seiner Freude wieder etliche der Pilze mit dem wunderschönen warmen Braunton der Hüte mitnehmen. (2 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 26. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

der erste kleine Vorgeschmack auf den wohl letzten Schub meiner hoch geschätzten Südlichen Ackerlinge in diesem Jahr ist eingekorbt.

Diesmal nehmen sich die Pioppino piccolinis aber alle Zeit der Welt. Was bei den letzten Schüben in fünf, sechs Tagen schon wieder vorbei war, dauert nun schon eine ganze Woche an. Die kleinen Stöpsel haben in dieser Zeit nur wenige Zentimeter an Größe zugelegt und auch der Ertrag wird bei Weitem nicht mehr so üppig ausfallen wie die letzten Male.

Dennoch nahm ich mir schon mal einige brauchbare der Pilzchen mit und werde die restlichen noch weiter im Auge behalten. Ich hoffe, dass sie auch im nächsten Jahr wieder erscheinen.

Liebe Grüße, Thomas"

Pilz-Ticker-RP


Foto: Es kommt noch einiges nach. Die kleinen Südlichen Ackerlinge wachsen für Thomas der Ernte entgegen; es dürfte mit einiger Sicherheit der letzte von sieben(!) Schüben in diesem Jahr sein. 


Rülzheim nach dem Sturm: Es blieb nicht bei der geplanten Inspektion der Steinpilzplätze


Foto: Nach den Aufräumarbeiten auf dem Campingplatz, die der Sturm nötig gemacht hatte, ging es für Thomas noch auf einen Sprung in den Wald. Wie man sieht, blieb es nicht bei der Inspektion ausschließlich der Steinpilzstellen. (9 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Foto: Vor dem Pilzgang hatte sich Thomas um die Schäden gekümmert, die das Sturmtief Ignaz auf dem Rülzheimer Campingplatz angerichtet hatte. 

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 22. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute zwang uns Sturm Ignatz zu einem sehr frühen Feierabend und zur Schadensbegrenzung auf den Campingplatz nach Rülzheim.

Einen unserer zwei Pavillons hat der Sturm komplett zerlegt und das Dach samt Gestänge lag gute 30 Meter weit von unserem Platz entfernt. Und obwohl der zweite Pavillon mit Seilen sehr stabil abgespannt war, hat es ihn einmal komplett herumgedreht. Dabei kam auch unsere Satellitenschüssel etwas in Mitleidenschaft. Auch unsere Hollywoodschaukel hielt nur noch durch einige Schrauben zusammen. Aber zum Glück hat der Wohnwagen und das Vorzelt nichts abbekommen.

Nach den Aufräumarbeiten, ging es für mich dann nochmal schnell in den Wald, in dem Ignatz auch ganz schön kräftig gewütet hatte. Einige umgerissene Bäume lagen quer über den Wegen, so dass ich mit dem Fahrrad mehrfach einen Umweg nehmen musste.

Eigentlich wollte ich nur nochmal an meine Steinpilzstellen und alles andere stehen lassen, aber es kam dann doch noch einiges mehr mit in den Korb.

Gesammelt habe ich wieder einige Kupferrote Gelbfüße, Edelreizker, Spangrüne Kiefernreizker, Buckeltäublinge, Schopftintlinge, Krause Kraterellen, eine kleine Krause Glucke, Herbstrotfüße, Violette Rötelritterlinge, ein kleiner Parasol, ein Perlpilz, ein Kleiner Waldchampignon, Büschelige Raslinge und Steinpilze.

Stehen gelassen habe ich hingegen viele schöne Netzstielige Hexenröhrlinge. Massenweise treten momentan auch die Gemeinen Erdritterlinge auf, die aber ähnlich wie der Grünling nicht mehr zum Verzehr freigegeben werden.

Meine Südlichen Ackerlinge benötigen aber noch drei, vier Tage bis sie erntereif sind. Vielleicht schaue ich am Wochenende noch einmal nach ihnen.

Viele liebe Grüße, Thomas"

Pilz-Ticker-RP


Foto: Die orangebraunen Hüte im Zusammenspiel mit den gelborangenen Stielen sind immer wieder eine farbliche Wucht bei den Kupferroten Gelbfüßen, die ausgezeichnete Speisepilze sind. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Diese drei Edelreizker waren natürlich ein Muss für den Pilzkorb. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Diese Krause Glucke ließ es sich an dem übermoossten Kiefernstumpf gut gehen. Bis Thomas kam. 


Foto: Violette Rötelritterlinge haben einen leicht parfümierten Geschmack. Manchem Pilzfreund sind sie deshalb begehrte Essigpilze. 


Foto: Das Werk der Schnecken blieb auch diesem Steinpilz nicht erspart. 


Foto: Die schön anzuschauende Familie der Netzstieligen Hexenröhrlinge ließ Thomas stehen. 


Foto: Gemeine Erdritterlinge galten lange als essbar. Erst in jüngster Zeit wurde nachgewiesen, dass sie - wie der Grünling - ein Gift enthalten, das Muskelzersetzung (Rhabdomyolyse) bewirkt.


Rülzheim: Faszinierende Entdeckungen bei der Suche nach Totentrompeten 


Foto: Dieser imposante Fund kam zusammen, als Thomas losmarschiert war, um lediglich neue Stellen mit Totentrompeten zu entdecken. Dass er damit Erfolg hatte, sehen wir an der linken Flanke des Pilzmosaiks. Die lange Reihe ganz unten besteht aus Krausen Kraterellen. (12 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 18. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich ausnahmsweise mal am Nachmittag für knapp drei Stunden wieder in den Wäldern bei Rülzheim auf Achse. Diesmal beschäftigte ich mich mehr mit dem Erkunden weiterer Pilzstellen, da ich in diesen Wäldern erst seit drei Jahren auf Pilzsuche bin. Eben so lange, wie wir dort unseren Campingplatz haben.

Speziell im Herbst, wenn die Campingsaison zu Ende geht, zog es mich meist dann doch wieder in den Nordschwarzwald, Pfälzer Wald, oder in den Hardtwald bei Karlsruhe und in die Wälder um Ettlingen. Erst nachdem ich im letzten Jahr so viele gute Ecken entdecken konnte, entschied ich für dieses Jahr, dass dieser Wald zu einem meiner Stammwälder werden muss.


Foto: Erdmuschelinge sind passable Speisepilze, die sich in einer Mischpilzpfanne gut machen. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Die heranwachsenden Parasole - Paukenschlegel genannt - waren gewiss für die Tochter bestimmt. 

Pilz-Ticker-RP


Und ich denke, auch der Fund von gestern zeigt wieder ganz klar, warum das so ist. Für die erfolgreiche Pilzsuche ist es wichtig, viele verschiedene Wälder und ihr Pilzaufkommen zu kennen, um bei ungünstigen Wetterverhältnissen immer Ausweichgebiete in anderen Regionen zu haben. Ich habe oft das Problem, dass ich mich nicht vierteilen kann und somit auch mal Stellen für ein ganzes Jahr unbesucht bleiben. So können sich die Wälder aber auch regelmäßig wieder (von mir) erholen.

Arten wie zum Beispiel Pfifferlingen, Lacktrichterlingen oder Täublingen schenkte ich gestern mal überhaupt keine Beachtung, obwohl ich auch hiervon wieder viele hätte sammeln können.

Nachdem die Pfifferlinge an meinen Plätzen im Nordschwarzwald die Forstarbeiten im letzten Jahr recht gut verkraftet haben, konnte ich bislang nur sehr wenige Totentrompeten an meinen Stellen finden. Also begab ich mich hier mal auf die genauere Suche nach Totentrompeten.

Viele Babies bei den Edelreizkern und Kupferroten Gelbfüßen

Zu Beginn wanderten aber doch erst einmal wieder einige alt Bekannte in den Korb. Dazu zählten Rötliche Stoppelpilze, an denen ich momentan noch nicht einfach nur vorbei laufen kann, wieder einige Erdmuschelinge, Büschelige Raslinge, Herbstrotfüße, Butterpilze, Goldröhrlinge und einige schöne Parasols. Sowohl schöne junge Paukenschlägel als auch drei aufgeschirmte Exemplare für ein Papa-, ein Mama- und ein Kinderschnitzel.

Edelreizker und Kupferrote Gelbfüße dürfen momentan natürlich nicht fehlen, wovon auch noch viele kleine Babies in den Startlöchern stehen.


Foto: Die köstlichen Edelreizker...


Foto: ... und die schön anzuschauenden Kupferroten Gelbfüße belegen mit ihrem Nachwuchs, dass sie noch einiges vorhaben in dieser Saison. 

Pilz-Ticker-RP


Die Wege sind derzeit gesäumt von Hunderten, gar tausenden Horngrauen Butterrüblingen und Fuchsigen Röteltrichterlingen. Auch die Herbstlorcheln, die keine Speisepilze sind, Tonblasse Fälblinge sowie Große RettichfälblingeBittere Schleimköpfe und diverse Risspilze stehen überall. Sehr stark vertreten sind zur Zeit auch die essbaren Buchenschleimrüblinge, die ich für gewöhnlich aber stehen lasse.

Dann kam ich in einen mir noch unbekannteren Bereich des Waldes, wo sich auch meine zwei Steinpilzstellen befinden, die ich im letzten Jahr entdeckt habe. An der ersten Stelle war außer vielen SchwefelritterlingenWohlriechenden Gürtelfüßen und natürlich wieder Stoppelpilzen noch nichts zu finden.

Plötzlich breiteten sich die seltenen Krausen Kraterellen aus

Also sah ich mich im erweiterten Umfeld um. Hier stehen mehrere mächtige alte Rotbuchen auf sehr humusreichem, von Bucheckern übersätem Boden, mit vielen Kiefern, einigen Eichen und Hainbuchen und teilweise sehr dichtem Bewuchs aus ganz jungen Rotbuchen. Und genau hier wurde ich fündig, aber nicht mit Steinpilzen, sondern mit scharenweise Krausen Kraterellen.


Foto: Sieht ein bisschen aus wie ein Engel, doch damit ist es nicht viel. Lange galten Herbstlorcheln als gute Speisepilze. Doch das ist vorbei. Warum sie heute nicht mehr als Speisepilz freigegeben wird, ist hier zu lesen, Tageseintrag vom 17. November 2012.

Pilz-Ticker-RP


Foto: Buchenschleimrüblinge sind essbar, doch wer hat sie schon probiert? Viel besser geeignet sind sie als Fotomotiv, vor allem im Gegenlicht, weil ihre Hüte zu den Rändern hin durchscheinend sind. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Krause Kraterellen findet man im kalk- und basenreichen Laubwald, hauptsächlich bei Buchen. Mit starker Rückzugstendenz wegen industriell bedingten Nährstoffeintrages gibt es sie nur noch verstreut bis selten. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Krause Kraterellen alias Krause Leistlinge wachsen in Jahren der Totentrompeten und der Grauen Leistlinge gerne mit ihnen räumlich zusammen. Sie erinnern stark an kleine Graue Leistlinge, die durch einen Sturm zerzaust wurden. 


Nachdem ich die schönsten davon eingesammelt hatte und noch viele weitere kleine Büschel zum Wachsen stehen ließ, ging es weiter an meine zweite Steinpilzstelle. Und hier stand er dann: ein überaus prächtiger, wunderhübscher und knackiger Steinpilz. Nicht eine Made und nur der geringste Schneckenfraß. Genau so findet man ihn am liebsten, auch wenn es wie hier, leider erstmal nur bei diesem Einen blieb.

Auch hier, sah ich mich noch weiter um und fand eine Stelle, ähnlich wie die der Krausen Kraterellen, mit schönen, teils überdimensionierten Totentrompeten. Somit war mein selbst gestecktes Ziel für gestern mehr als nur erreicht und ich konnte mich auf den Rückweg machen.


Foto: Er musste einfach sein. Der schön ebenmäßige Steinpilz stand wie stellvertretend für seine Artgenossen da, als wolle er deren baldiges Kommen ankündigen. 


Foto: Gesucht und gefunden. Beim Anblick dieser Totentrompeten war Thomas endlich am Ziel seines Pilzganges angekommen. Auf sie hatte er es abgesehen. 


Bevor ich aber nach Karlsruhe zurückfuhr, schaute ich noch einmal schnell bei meiner Pioppinopappel vorbei. Die Anzeichen stehen sehr gut, dass ich hier in den nächsten Tagen erneut Südliche Ackerlinge ernten kann. Es wäre somit der sechste Schub in diesem Jahr!

Zum Schluss noch ein Foto von einem sehr schönen und interessanten Pilz aus der Gattung Spinellus (Schimmelpilze), dem Helmlingsschimmel.

Dieser unscheinbare Pilz macht aus einem ungenießbaren Helmling, wie hier dem Grauen Nitrathelmling, einen potentiell tödlichen Giftpilz, der sich sogar über die Atemwege den Weg in den menschlichen Körper suchen kann. Also ähnlich wie der Gemeine Spaltblättling, ein nicht zu unterschätzender Pilz, an dem man niemals riechen sollte.

Ich wünsche Dir und allen Pilzfreunden weiterhin eine tolle Herbstsaison.

Viele Grüße, Thomas"


Foto: Der Helmlingsschimmel ist ein hoch gefährlicher Schimmelpilz. Weitere Informationen zu diesem Giftigel gibt es hier, siehe Tageseintrag vom 15. November 2020. 





Günstige Vorzeichen bei Traben-Trarbach

»...dass es ab dem kommenden Wochenende so richtig losgeht mit den Steinpilzen«


Foto: Nach Wochen, in denen Jürgen und Beatrice vermadete Steinpilze ohne Ende gefunden hatten, sieht es jetzt sichtlich besser aus: die Steinpilze sind endlich von ansprechender Qualität, desgleichen die Maronenröhrlinge und Pfifferlinge. Doch ausgerechnet jetzt, da sich wohl alles zum Guten wendet, steht ihnen der Umzug bevor... (2 Fotos © Jürgen)

Pilz-Ticker-RP


Jürgen schreibt am 10. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

mitten im Umzugsstress hat es mir heute keine Ruhe gelassen und ich musste unbedingt nach den Steinpilzen im Hochwald schauen. Übrigens ziehen wir nur ca. 30 Kilometer weiter, in Richtung Cochem/Zell. Damit geben wir unsere Pilzreviere bei Traben-Trarbach natürlich nicht auf und hoffen insgeheim, sogar noch weitere zu entdecken. 

Bei 3 Grad Celsius ging es also los, was nicht gerade motivierend war. Und es begann, wie es zuletzt geendet hatte, nämlich mit teils überständigen, teils vollkommen vermadeten Steinpilzen. 


Foto: Das ist doch endlich einmal ein großes Foto wert! Nach unersprießlichen Pilzgängen, bei denen sie hunderte hinfälliger Steinpilze rechts- und linksseitig der Mosel bei Traben-Trarbach gefunden hatten, ist endlich die ersehnte Topqualität da. Und Jürgen rechnet mit dem "Ausbruch" der Steinpilze zum kommenden Wochenende. 

Pilz-Ticker-RP


Wenige Maronen und Pfifferlinge machten uns dann Hoffnung. Und bald fanden wir an unseren Stammstellen tatsächlich madenfreie Steinpilze, junge und mittelalte Exemplare; einigen hatten allerdings die Schnecken bereits kräftig zugesetzt. 

Einen Teil der Pilze gibt es heute mit einem Entrecôte-Braten und Wildreis; der Rest wandert in den Dörrautomaten. 

Nun wage ich noch einen Ausblick. Ich bin, wie einige andere hier auch, der Meinung, dass es ab dem kommendem Wochenende so richtig losgeht mit den Steinpilzen - wahrscheinlich auch mit den Maronen. Und die Pfifferlinge halten ja auch immer noch fröhlich mit, und das seit vielen Wochen. 

Nur werden wir davon nicht viel haben, denn wie gesagt: unser Umzug steht an. Aber klammheimlich hoffen wir, dass sich die eine oder andere Stunde trotz der Beanspruchung finden lässt. 

Allen Sammlern viel Pilzglück!

Beatrice & Jürgen"

Pilz-Ticker-RP






Es bleibt spannend: Der vielfältige Pilzherbst hält an


Foto: Thomas hätte noch viel mehr Pilze mitnehmen können, sammelte aber, wie hier zu sehen, nur die qualitativ besten. Es war wieder eine sehr schöne, vielfältige Herbstmischung. (15 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 10. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern waren wir noch einmal auf dem Campingplatz in Rülzheim, um letzte Arbeiten zum Saisonende zu tätigen. Anschließend ging es wieder über die Wiesen und in den Wald.

Nach längerer Abwesenheit sind sie nun auch wieder da, die Weißen Riesen auf Rülzheim's Wiesen.

Zuerst fiel mir ein Riesenbovist ins Auge, der aber leider schon etwas zu weich war und somit stehen bleiben durfte, um seine unzähligen Sporen zu verteilen. Dann entdeckten wir noch drei Schafchampignons, wovon der größte gute 20 Zentimeter im Durchmesser hatte. Obwohl auch die beiden großen Exemplare noch recht festfleischig waren, haben wir lediglich den kleinsten mitgenommen. Aber Vorsicht! Auch die Karbolchampignons wachsen derzeit wieder wie verrückt an den gleichen Standorten.

Wie bei den Champignons, durften auch von den Schopftintlingen nur die ganz jungen mit in den Korb. Die großen Exemplare blieben stehen. Und dass wir hier auf überwiegend kalkreichem Boden unterwegs waren, zeigen mitunter auch die schönen, aber ungenießbaren Spechttintlinge an.


Foto: Schafegerlinge haben einen seidigen, leicht flockig-feinschuppigen Hut.

Pilz-Ticker-RP


Foto: Die giftigen Karbolegerlinge mischen auch wieder mit. Sie wachsen gerne in Büscheln oder gesellig. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Ungenießbar, aber hübsch anzuschauen. Spechttintlinge sind Kalkanzeiger - und seltener als die anderen Tintlingsarten. 

Pilz-Ticker-RP


In den Wäldern bot sich dann aber ein sehr ähnliches Bild wie noch vor einer Woche. Semmelstoppel und Stoppelpilze ohne Ende! Und wie man auf dem Foto sieht, können auch die Rotgelben Stoppelpilze zum Teil enorme Ausmaße erreichen. Immer wieder zeigten sich sehr viele schöne junge Flaschenstäublinge, wovon ich wie Du, Heinz-Wilhelm, den ein oder anderen schon roh im Wald verspeise.

Gefreut haben wir uns auch über eine Handvoll Bereifter Pfifferlinge, über die wiederkehrenden Hainbuchenraufüße, wie auch über eine ordentliche Anzahl Edelreizker  und über die von mir hoch geschätzten Kupferroten Gelbfüße.

Des Weiteren wanderten einige Parasole, Violette und Rötliche Lacktrichterlinge, Goldröhrlinge, Rotfußröhrlinge, ein Brauner Filzröhrling, ein Kleiner Waldchampignon, ein Grüngefelderter Täubling, je zwei Papageientäublinge und Frauentäublinge, ein Wechselblauer EdelreizkerSaitenstielige Knoblauchschwindlinge zum Würzen wie auch ein erster Schwarzfaseriger Ritterling in das Körbchen. Da wir bis dahin schon genug gesammelt hatten, ließen wir etliche Elfenbeinschnecklinge (essbar) an Ort und Stelle stehen.


Foto: Die Rotgelben Stoppelpilze fielen nicht nur ihrer Farbe, sondern auch ihrer gehörigen Größe wegen auf. 


Foto: Einen jungen, reinweißen Flaschenstäubling kann man unterwegs ruhig frisch verzehren. 


Foto: Über die Bereiften Pfifferlinge hat sich Thomas besonders gefreut. Oft wird man sie in diesem Jahr nicht mehr sehen. 


Foto: Die Edelreizker wachsen bei Kiefern und Föhren, wie an den langen Paarnadeln erkennbar ist. 


Foto: Bei diesem Edelreizker sind die typischen Grübchen am Stiel gut erkennbar. 


Foto: Kupferrote Gelbfüße wachsen meist in kleinen Gruppen in Symbiose mit Kiefern. Hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit sind sie anspruchslos. Sie schmecken ähnlich wie Violette Rötelritterlinge leicht parfümiert. 


Zwei Trompetenpfifferlinge nahm ich mal für einen direkten Vergleich mit dem Grüngelben Gallertkäppchen mit.

Zusätzlich habe ich noch eine Gegenüberstellung vom Frauentäubling (links) und dem Papageientäubling (rechts) fotografiert, da sich die beiden optisch sehr ähnlich sind und viele Papageientäublinge abgeschnitten auf dem Boden lagen, weil sie wegen ihrer spröden Lamellen wohl nicht erkannt wurden.

Wie vor knapp drei Wochen fanden wir auch heute wieder etliche tödliche Giftpilze wie Grüne Knollenblätterpilze, viele verschiedene Risspilze und erneut einige abgeschnittene Riesenrötlinge vor. Allerdings lagen diesmal die Köpfe der Rötlinge zum Glück noch da.

Sehr schön zum Ansehen, aber nichts für den Sammelkorb sind auch immer wieder die Violettseidigen Risspilze, deren Verzehr eine starke bis tödliche Muskarinvergiftung verursachen würde.

Wie man sieht, nimmt der Herbst immer mehr Fahrt auf und es bleibt weiterhin spannend.

Wir wünschen ein schönes Restwochenende!

Viele liebe Grüße, Thomas und Familie"

Pilz-Ticker-RP


Foto: Vergleich zwischen Grüngelbem Gallertkäppchen (links) und zwei Trompetenpfifferlingen (rechts)

Foto: Der Frauentäubling (links) und der Papageitäubling (rechts) sind sich sehr ähnlich. 


Foto: Die Lamellen des Papageitäublings (rechts) sind spröder als die das Frauentäublings. 

Foto: Vor Rötlingen im Herbst ist äußerste Vorsicht geboten, vor allem vor dem großen, kräftigen Riesenrötling. Ein Warnzeichen sind die typischen rosarötlich schimmernden Lamellen. 


Foto: Lustige Spitzhütchen, gefährliche Pilze! Die Lilaseidigen Risspilze sind sogar tödlich giftig. 





Rülzheim/Herxheim: Die Artenvielfalt schießt noch einmal so richtig hoch


Foto: War das wieder ein Fund! Thomas ist begeistert von der herbstlichen Vielfalt, die bei Rülzheim und Herxheim in den letzten Tagen wieder deutlich zugenommen hat. Er schwärmt: Ein Pilzjahr, das vom Winter her bis in den jetzigen Herbst hinein so viele Arten hervorbrachte, habe es lange nicht mehr gegeben. (11 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 4. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern Morgen mussten wir kurz nach Rülzheim auf den Campingplatz, um so langsam mal alles winterfest zu machen. Das haben wir dann noch mit einer knapp dreistündigen Runde durch die Wälder bei Rülzheim und Herxheim verbunden.

Überall schießen dort die Pilze geradeso aus dem Boden. Die Artenvielfalt hat wieder enorm zugelegt. Auch verschiedene Röhrlinge schließen sich nun wieder mit an. Nur Steinpilze fanden wir noch keine. Das mag aber auch daran liegen, dass ich in diesen Wäldern - speziell in der Herbstsaison - noch nicht lange sammle. Letztes Jahr konnte ich zwei Stellen entdecken, wo aber bislang noch nichts zu finden war.

In geradezu mächtiger Überzahl, teilweise zu Hunderten in metergroßen Hexenringen, wachsen derzeit aber die Semmelstoppelpilze wie auch die Rotgelben Stoppelpilze. So füllte sich nach und nach ein kompletter Korb mit den schönsten Exemplaren.


Foto: Die Semmelstoppelpilze wachsen momentan zu Hunderten, oft in Hexenringen.

Pilz-Ticker-RP


Foto: Hier sind sie größer zu sehen. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Diese Rotgelben Stoppelpilze heben sich deutlich von den Semmelstoppelpilzen ab. 

Pilz-Ticker-RP


Gestern begegneten uns ein älteres Sammelpärchen und ein Pilzsammler mit Hund, die sich mit fast leeren Körben nur über das ach so schlechte Pilzjahr beschwerten. Dabei kann ich mich nicht erinnern, wann und wo es in diesem Jahr in dieser Region mal schlecht gewesen sein soll.

Schon der Winter war sehr spendabel mit seinen Winterpilzen. Zugegeben musste man auf einige Arten etwas länger warten, wie zum Beispiel auf die Morcheln und ihre Verwandtschaft. Dennoch wurde es vielerorts zu einem wahren Rekordjahr.

Im Frühsommer folgten dann auch etwas verspätet die Sommersteinpilze und Pfifferlinge mit Massen, wie es sie die letzten Jahre nicht mehr gab. Auch die Perlpilze und diverse Täublinge wuchsen beziehungsweise wachsen wie lange nicht mehr. Und jetzt ist ja erst mal noch der Oktober dran, der auch hier in der Region nicht selten der ertragreichste Monat ist.


Foto: Ein schöner exemplarischer Kupferroter Gelbfuß. 


Foto: Ein schmucker Frauentäubling. 


So, jetzt geht's aber weiter mit dem gestrigen Tag. Zu den zweierlei Stoppelpilzen kamen noch einige Pfifferlinge, Eselsohren, mehrere schöne Kupferrote Gelbfüße, ein Wechselblauer Edelreizker, farbenfrohe Frauentäublinge, ein Grüngefelderter Täubling, Harte Zinnobertäublinge und Buckeltäublinge, denen die Schnecken allerdings ihre fleischigen Buckel weggefressen hatten.

Des Weiteren kamen mit: eine kleine Krause Glucke, ein kleiner Parasol, ein Perlpilz, junge Lungenseitlinge, ein Violetter Lacktrichterling und ein kleines Sträußchen Rötliche Lacktrichterlinge, drei Europäische Goldblätter, Goldröhrlinge, Gemeine und Bereifte Rotfußröhrlinge wie auch einige schöne Butterpilze und vier Körnchenröhrlinge.


Foto: Junge Goldröhrlinge, streng gebunden an Lärchen. 


Foto: Butterpilze haben fast durchweg Kiefern als Partnerbäume, wie hier an den langen Doppelnadeln zu erkennen ist. 


Foto: Butterpilze schmecken vor allem frittiert hervorragend. Manch einer verträgt sie allerdings im Magen nicht, was auf eine allgemeine Unverträglichkeit von Schmierröhrlingen hinweisen könnte. 


Foto: Von allen Schmierröhrlingen sind Körnchenröhrlinge, ebenfalls Kiefernbegleiter, die unverträglichsten. 


Die verträgt allerdings nicht jedermann gut und es empfiehlt sich, diese Pilze allgemein nur in ganz kleinen Mengen zu verspeisen, auch wenn sie geschmacklich top sind. Und zu guter Letzt gab es noch zwei junge Birkenporlinge, die ich aber im Auto vergessen hatte und die deshalb nicht auf dem Gesamtfund zu sehen sind.

Aufgrund der schon gesammelten Menge haben wir viele junge Schopftintlinge und Stockschwämmchen stehen gelassen. Desgleichen auch ein Büschel vom Honiggelben Hallimasch, dessen Pilze allerdings schon zu alt waren.

Dem älteren Pärchen zeigten wir dann noch eine der Semmelstoppelstellen und erklärten ihnen, wo sie die Schopftintlinge und weitere Butterpilze finden können.

Selbstverständlich dürfen sich auch einige unserer Freunde wieder über diesen Fund freuen.

Dir und allen Pilzfreunden einen schönen Pilzherbst"

Pilz-Ticker-RP


Foto: Für Honiggelbe Hallimasche gilt das Gleiche wie für den Gemeinen oder Dunklen Hallimasch: sie sollten gut abgekocht werden. Es gibt allerdings auch Pilzfreunde, die sie generell gleich braten und keinerlei Schwierigkeiten mit diesen Pilzen haben. Wichtig ist, sie 20 Minuten lang auf hoher Flamme durchzugaren. 






Die zinnoberroten Leuchtkörper sorgen für den gewissen Biss im Mischpilzgericht


Foto: Wir sehen Semmelstoppelpilze, Trompetenpfifferlinge, Pfifferlinge und Harte Zinnobertäublinge (oben von links) sowie einen Riesenchampignon, vier Kupferrote Gelbfüße und ein Büschel Braune Raslinge (Büschelige Raslinge) unten von links. (Foto © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 25. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute waren wir eigentlich nur auf dem Campingplatz in Rülzheim, um 240 Betonplatten von A nach B zu transportieren.

Im Anschluss fuhr ich trotzdem noch kurz mit dem Fahrrad ein paar meiner Stellen ab, um nur mal schnell nach dem Rechten zu sehen. Auch auf die Schnelle konnte ich wieder so einiges Leckeres mitnehmen.

Alle eingesammelten Pilze bekam heute unsere lieben Nachbarn Andreas und Susanne aus Emmendingen-Teningen. Sie durften sich freuen über einige Semmelstoppelpilze, Pfifferlinge, Trompetenpfifferlinge, einen Hut vom Riesenchampignon, Kupferrote Gelbfüße, die meist zu den Vorboten für die Röhrlinge gehören, und ein kleines Büschel Braune Raslinge. 

Richtig kräftige Farbe in den Korb brachten einige Harte Zinnobertäublinge, die gerade in jeder Ecke im Wald aus dem Boden drücken. Allerdings taugen sie geschmacklich nicht unbedingt für ein Sologericht, aber durch ihre feste Konsistenz verleihen sie jedem Mischpilzgericht den gewissen Biss.

Von mir aus könnte es auch bis zum Saisonende noch so weitergehen. Die Steinpilze vermisse ich jedenfalls in diesem Jahr überhaupt nicht.

Leider hatte ich mein Handy auf dieser Runde nicht mit dabei, weshalb es diesmal auch nur ein Foto vom Gesamtfund gibt. Wobei man aber eher Teilfund sagen kann, da der Gesamtfund noch im Wald steht.

Viele liebe Grüße an Dich, an alle Pilzfreunde und natürlich an Susanne und Andreas.

Thomas"





Thomas macht eine kuriose Entdeckung bei Rülzheim

Wer Pilze sucht, der ruft auch mal die Polizei in den Wald 


Foto: Gelb ist seit längerem die dominierende Farbe bei den Speisepilzen. Selbst nach Monaten geben die Pfifferlinge mit scheinbar nie versiegendem Nachwuchs nicht nach. (11 Fotos © Thomas)

Pilz-Ticker-RP


Thomas schreibt am 20. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ob Pfifferlinge oder Semmelstoppelpilze, die dominierende Farbe bleibt momentan nahezu gleich.

Um das schöne Wetter noch auszunutzen, waren wir von Samstag auf Sonntag mal wieder auf unserem Campingplatz in Rülzheim. Wenn der Kinderflohmarkt nicht gewesen wäre, wären wir am Freitag schon gefahren. Dann hätte ich mit meiner Tochter aber auch nicht die Trompetenpfifferlinge für den Dörrautomat sammeln können.

Selbstverständlich ging es am Samstag gleich als erstes wieder zu meiner Pioppinopappel. Da die Südlichen Ackerlinge bislang alle vier bis sechs Wochen fruktifiziert haben, hatte ich das ungute Gefühl, wieder zu spät zu sein.

Dem war leider auch so. Es erwartete mich der gleiche Anblick mit deutlich überständigen Pilzen wie nach unserem Kurzurlaub im Bayerischen Wald vor genau vier Wochen. Nachdem ich in diesem Jahr aber schon mehr als genug davon ernten konnte, war die Enttäuschung nicht all zu groß und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie es vielleicht Mitte Oktober nochmal schaffen könnten.

Also ging es gestern früh am Morgen mal wieder in die Wälder um Rülzheim. Und der Tag sollte auch gleich zu Beginn mit etwas Spannung starten. Nachdem ich an meiner ersten Stelle zwei Harte Zinnobertäublinge und einen Grüngefelderten Täubling einsammeln konnte, fuhr ich mit dem Fahrrad auf einem der Hauptwege weiter, um meine anderen Stellen aufzusuchen.


Foto: Ein Grünfelderiger Täubling, hier sehr gut zu bestimmen am kleinfelderig aufgesprungenen Hut. Nicht immer ist dieser Spitzenspeisepilz so gut erkennbar. 

Pilz-Ticker-RP


Auf dem Weg dorthin sah ich auf einmal ein paar Schritte im Wald vor lagernden Kiefernstämmen einen aufgebrochenen Zigarettenautomaten liegen. Und hinter den Stämmen befand sich die Kassette. Allerdings war sie leider leer und Geld war auch keins mehr da.

Nein Spaß, ich habe das alles fotografiert, den Standort auf meiner App markiert und die Polizei angerufen. Da sie eh mit einem Streifenwagen gerade durch die Ortschaft fuhren, sollte ich vor Ort bleiben und warten, aber es dauerte keine vier Minuten bis sie eintrafen. Nachdem sie meine Personalien aufgenommen hatten und mich befragten, ob ich noch weitere Beobachtungen gemacht habe, durfte ich mich dann wieder den Pilzen widmen.


2 Fotos: Automatenknacker auf den Spuren der Pilzsammler - und umgekehrt. Diesen geklauten Zigarettenautomaten und die dazugehörige Kassette fand Thomas bei der Pilzsuche. Er rief die Polizei herbei, die sich des Falles annahm. Aktenzeichen XY im Wald - so spannend kann die Pilzsuche sein!

Pilz-Ticker-RP




Entlang der Wege fand ich immer wieder Büschelinge Raslinge, die ich aber nur dann mitnehme, wenn ich sie an Forstwegen finde, da sie an den Hauptwegen oft im Hundepippi und Hundestinkerbereich wachsen. Gestern hatte ich Glück und fand auch welche etwas abseits von Wegen.

Des Weiteren fand ich wieder einige Erdmuschelinge, wovon hier an mehreren Stümpfen immer mal wieder drei bis fünf Exemplare stehen. In ihrer Konsistenz und auch geschmacklich, sind sie den Austernseitlingen sehr ähnlich. Deshalb nehme ich gerne ein, zwei Exemplare mit, wenn sie in einer größeren Anzahl vorhanden sind. Anderen Sammlern fallen sie meist erst gar nicht auf, oder sie können sie nicht zuordnen.

Zudem kamen nochmals Zinnoberrote Täublinge (= Harte Zinnobertäublinge, wie oben), wie auch ein schöner Frauentäubling, einige Violette Lacktrichterlinge und eine Handvoll Pfifferlinge hinzu, wovon es sich bei den beiden großen Exemplaren um Bereifte Pfifferlinge handelt.

Doch am häufigsten von allen Arten waren die Semmelstoppelpilze vertreten, von denen ich noch eine große Anzahl stehen gelassen habe. Am Ende meiner Tour fand ich noch einen Netzflockigen Rosatäubling, oder noch schöner gesagt, einen Morgenrottäubling. Leider wurde ich in der Zeit über WhatsApp dermaßen mit Nachrichten und Fotos bombardiert, dass mein Akku leer war und ich den Morgenrottäubling nicht mehr fotografieren konnte.


Foto: Die Büscheligen Raslinge nimmt Thomas nur mit, wenn sie eindeutig hundepippifrei sind. Direkt am Wegrand ist dies eher nicht der Fall. Diese aber wuchsen abseits der Wege. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Ein schöner Frauentäubling in seinen typischen olivgrün-violetten Grundfarben in Pastellausführung. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Ein Bereifter Pfifferling, erkennbar an seiner neblig überhauchten Hutmitte und dem milchigen Streifen am Hutrand.

Pilz-Ticker-RP


Foto: Die Semmelstoppelpilze wachsen derzeit mit den Pfifferlingen um die Wette - und haben die Oberhand.

Pilz-Ticker-RP


Aber auch auf meiner Tour konnte ich noch viele schöne Bilder machen. Wie zum Beispiel einen mächtigen Stamm einer umgestürzten Rotbuche, an dem unzählige Grünblättrige Schwefelköpfe ein Dach für drei Rehbraune Dachpilze bilden.

Aber auch unschöne oder sogar beängstigende Beobachtungen konnte ich machen. Nämlich viele, viele Grüne Knollenblätterpilze entlang der Wege, was erstmal nichts Schlimmes ist, aber ich fand so viele abgeschnittene junge Stiele vor, die noch in der Erde steckten und von den Hüten war weit und breit keine Spur.

Das gleiche konnte ich bei einem riesengroßen Hexenring mit Riesenrötlingen beobachten. Viele abgeschnittene Stiele und die Fruchtkörper fehlten. Auffällig war, dass nur junge Exemplare mitgenommen wurden und die älteren unberührt blieben. Ich hoffe, derjenige ist damit zu einer Pilzberatungsstelle gegangen und hat sie nicht gleich verspeist.

Wenn der Sammler das hier lesen sollte und sich wieder erkennt, bitte nicht essen und wenn es doch schon geschehen ist, bitte die jeweilige Vorwahl und 19240 wählen.

Nun aber genug mit Horrorgeschichten. Ich wünsche allen Pilzfreunden eine schöne Herbstsaison mit vielen tollen essbaren Funden.

Herzliche Grüße, Thomas"


Foto: Ein Dach für die Rehbraunen Dachpilze bilden hier die jungen Büschel Grünblättriger Schwefelköpfe. Selbst wenn man ihre grünschimmernden Lamellen nicht sieht, sind sie oft schon an den gelblichen bis schwefelgelben Stielen erkennbar, die beim essbaren Rauchblättrigen Schwefelkopf gedämpfter sind und ins Schmutzigweiße gehen. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Von den vielen Grünen Knollenblätterpilzen standen nur noch die älteren und alten Exemplare, während den jüngeren die Hüte abgeschnitten waren. Das kann durchaus als böses Vorzeichen gewertet werden. 

Pilz-Ticker-RP


Foto: Riesenrötlinge sind sehr giftig. Sie wachsen bei Laubbäumen auf gehaltvollen Böden mit Kalk- und Lehmanteilen. Während diese ausgewachsenen Exemplare die Pilzsammler wohl überwiegend abschrecken, können die jüngeren mit noch geschlossenen oder halb geschlossenen Hüten auf unerfahrene Pilzsammler verlockend wirken. 





Die nicht untypische Lücke zwischen Spätsommer und Herbst:

Auch auf den Rheinhöhen gönnen sich die Steinpilze erst einmal eine Pause


Foto: Es fällt auf, dass nur ein einziger Steinpilz den Korb von Margit und Oliver ziert. Das ist beim Übergang von Spätsommer zu Frühherbst nicht ungewöhnlich. Die Steinpilze werden ihre Zeit noch haben. Auf dem 2. Foto sehen wir den von Oliver angesprochenen Strubbelkopfröhrling, ein fade bis leicht muffig schmeckender Pilz, den man in schlechten Zeiten aß. (2 Fotos © Margit)

Pilz-Ticker-RP


Oliver schreibt am 17. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren erneut in die Wälder auf den Rheinhöhen gefahren, um Steinpilze zu finden.

Zuerst suchten wir den Waldrand eines Mischwaldes nach Rotkappen ab und wurden auch schnell fündig. Danach suchten wir Nadelwälder mit tiefen, regengetränkten Moosteppichen auf. Dort fanden wir Maronen, knackige Fichtenreizker und junge Anisegerlinge. Aber von unseren erhofften Steinpilzen war weit und breit nichts zu sehen.

An einer Tanne fand ich einen großen sehr dunklen Schirmling, mit dick gepanzertem Schuppenhut. Ein nicht so oft anzutreffender Strubbelkopfröhrling (Foto rechts).

Nach dieser zweistündigen Tour fuhren wir mit dem Auto weiter in einen Nachbarort mit sehr viel Waldbestand. In den Mischwäldern dort fanden sich nur Parasole und an den Wegesrändern die ein oder andere Rotkappe und auch mal vereinzelt einen Birkenröhrling.

In einem Fichtenwald fanden wir erneut Maronen und Fichtenreizker. Ganz zum Schluss fand ich doch noch einen Steinpilz, der erste in diesem sonst sehr ertragreichen Pilzeldorado der letzten Jahre.

Nach etwa fünf Stunden Pilzmarathon war unsere Suche beendet. Wir hatten ungefähr eineinhalb Körbe voll, haben aber nur Margits Korb fotografiert.

Das war es einmal wieder vom Pilzsuchteam Olli und Margit aus dem Nahe- Land"





Die Steinpilzfriedhöfe lösten sichtlich Trauer bei Beatrice aus


Foto: Mitgenommen, was noch halbwegs brauchbar schien, und dennoch dürfte sich diese Ausbeute zuhause noch erheblich reduziert haben. Im Korb rechts sind in den Fraßstellen schon Wurmlöcher zu erkennen, die Schnittfläche des Stieles des unteren Steinpilzes in der Mitte zeigt, soweit zu sehen, ebenfalls Wurmgänge. Dagegen nahm sich der Steinpilz auf dem zweiten Foto noch vielversprechend aus - zumindest dem Anschein nach. (2 Fotos © Jürgen)

Pilz-Ticker-RP


Jürgen schreibt am 13. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern früh waren wir drei Stunden in den verbliebenen fünf Waldstücken oberhalb von Morbach bei Traben-Trarbach unterwegs.

Meiner Frau stand schon nach kurzer Zeit die Trauer ins Gesicht geschrieben angesichts der vielen Steinpilzleichen. Es mochten zwischen 200 und 250 Stück gewesen sein, die zum Teil auf engstem Raum standen. Der Frust darüber weitete sich dann auch auf ihre Sammellust aus, sehr zu meinem Bedauern. Da waren wir leider deutlich einige Tage zu spät gekommen.

Letztendlich fanden wir dennoch zwei Körbe Steinpilze, darin auch einige Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronen und Pfifferlinge. Einen Korb haben wir an unsere Nachbarn verschenkt, der andere landete im Dörrautomaten. 

Die kommenden drei Tage soll es bei uns regnen, was dem Pilzwachstum zuträglich sein sollte. Ab dem kommenden Wochenende habe ich vier Wochen Urlaub, da werden wir viel unterwegs sein. 

Allen Pilzfreunden weiterhin viel Erfolg und eine gute Zeit.

Beatrice & Jürgen"


Zur Pilz-Ticker-Übersicht

Von Pilz-Ticker-RP zurück zu Passion Pilze sammeln Home Page


Das Neueste

  1. Pilz-Ticker-Hessen

    Jan 23, 22 07:30 AM

    Pilz-Ticker-Hessen: Das aktuelle Pilzwachstum im Bundesland Hessen

    mehr »

  2. Pilz-Ticker-Bawue (Baden-Wuerttemberg)

    Jan 22, 22 09:01 AM

    Pilz-Ticker-Bawue: Aktuelle Pilzfunde in Baden-Württemberg

    mehr »

  3. Stefans Pilzkueche: Leckere Rezepte zum Mitkochen

    Jan 17, 22 08:26 AM

    Stefans Pilzkueche - Heute: Zürcher Geschnetzeltes mit Spitzmorcheln

    mehr »

  4. Pilz-Ticker-NRW

    Jan 10, 22 09:47 AM

    Pilz-Ticker-NRW: Welche Pilze derzeit in Nordrhein-Westfalen wachsen

    mehr »



Ein toller
Blog von

Ausgefallene Pilzgerichte wie Kaffee mit Reishi, Steinpilze im Kichererbsen- und Kartoffelpürree, Sammel- und Gesundheitstipps und vieles, vieles mehr. Hier geht's zum Stöbern in Wohlrabs Pilzreich



Pilzbücher



Meine ersten 10 Pilze genau kennenlernen

Mit Gütesiegel und empfohlen für Einsteiger von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM)




Mit Pilzsammlern
in Deutschland unterwegs


14 Reportagen von der Pilzsuche aus Wäldern, Feldern und in Wohnnähe




Pilze, Holzkasten, Bollerwagen


Meine Kindheit im Dorf der 60er Jahre, als die Selbstversorgung noch den Alltag bestimmte




Sehr lehrreich, gründlich und liebevoll!


Ein außergewöhnliches und mitreißendes Pilzbuch! Toll für den Einstieg in die Pilzpassion, ideal für junge Pilzfreunde!




Jürgen Guthmanns Enzyklopädie der Heilpilze


DIN-A-4-Format; 425 Seiten; Darstellung von über 100 Heilpilzen mit ihren bioaktiven Inhaltsstoffen; Liste: Für welche Krankheiten sich die 16 gebräuchlichsten Heilpilze eignen; 250 Farb- und 230 Strichbilder; 1600 Zitate aus der Originalliteratur.

Zur Buchbesprechung