Pilz-Ticker-RP (Rheinland-Pfalz)



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Mit getrockneten Spitzmorcheln veredeln wir unsere Pilzsoßen und überhaupt Pilzgerichte unnachahmlich!

Wir kaufen sie natürlich in bester Bio-Ware beim Pilzversand und Pilzhandel

Pilze Wohlrab.

Ein bayerisches Familienunternehmen.





Günstige Vorzeichen bei Traben-Trarbach

»...dass es ab dem kommenden Wochenende so richtig losgeht mit den Steinpilzen«


Foto: Nach Wochen, in denen Jürgen und Beatrice vermadete Steinpilze ohne Ende gefunden hatten, sieht es jetzt sichtlich besser aus: die Steinpilze sind endlich von ansprechender Qualität, desgleichen die Maronenröhrlinge und Pfifferlinge. Doch ausgerechnet jetzt, da sich wohl alles zum Guten wendet, steht ihnen der Umzug bevor... (2 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 10. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

mitten im Umzugsstress hat es mir heute keine Ruhe gelassen und ich musste unbedingt nach den Steinpilzen im Hochwald schauen. Übrigens ziehen wir nur ca. 30 Kilometer weiter, in Richtung Cochem/Zell. Damit geben wir unsere Pilzreviere bei Traben-Trarbach natürlich nicht auf und hoffen insgeheim, sogar noch weitere zu entdecken. 

Bei 3 Grad Celsius ging es also los, was nicht gerade motivierend war. Und es begann, wie es zuletzt geendet hatte, nämlich mit teils überständigen, teils vollkommen vermadeten Steinpilzen. 


Foto: Das ist doch endlich einmal ein großes Foto wert! Nach unersprießlichen Pilzgängen, bei denen sie hunderte hinfälliger Steinpilze rechts- und linksseitig der Mosel bei Traben-Trarbach gefunden hatten, ist endlich die ersehnte Topqualität da. Und Jürgen rechnet mit dem "Ausbruch" der Steinpilze zum kommenden Wochenende. 

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Wenige Maronen und Pfifferlinge machten uns dann Hoffnung. Und bald fanden wir an unseren Stammstellen tatsächlich madenfreie Steinpilze, junge und mittelalte Exemplare; einigen hatten allerdings die Schnecken bereits kräftig zugesetzt. 

Einen Teil der Pilze gibt es heute mit einem Entrecôte-Braten und Wildreis; der Rest wandert in den Dörrautomaten. 

Nun wage ich noch einen Ausblick. Ich bin, wie einige andere hier auch, der Meinung, dass es ab dem kommendem Wochenende so richtig losgeht mit den Steinpilzen - wahrscheinlich auch mit den Maronen. Und die Pfifferlinge halten ja auch immer noch fröhlich mit, und das seit vielen Wochen. 

Nur werden wir davon nicht viel haben, denn wie gesagt: unser Umzug steht an. Aber klammheimlich hoffen wir, dass sich die eine oder andere Stunde trotz der Beanspruchung finden lässt. 

Allen Sammlern viel Pilzglück!

Beatrice & Jürgen"

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Es bleibt spannend: Der vielfältige Pilzherbst hält an


Foto: Thomas hätte noch viel mehr Pilze mitnehmen können, sammelte aber, wie hier zu sehen, nur die qualitativ besten. Es war wieder eine sehr schöne, vielfältige Herbstmischung. (15 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 10. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern waren wir noch einmal auf dem Campingplatz in Rülzheim, um letzte Arbeiten zum Saisonende zu tätigen. Anschließend ging es wieder über die Wiesen und in den Wald.

Nach längerer Abwesenheit sind sie nun auch wieder da, die Weißen Riesen auf Rülzheim's Wiesen.

Zuerst fiel mir ein Riesenbovist ins Auge, der aber leider schon etwas zu weich war und somit stehen bleiben durfte, um seine unzähligen Sporen zu verteilen. Dann entdeckten wir noch drei Schafchampignons, wovon der größte gute 20 Zentimeter im Durchmesser hatte. Obwohl auch die beiden großen Exemplare noch recht festfleischig waren, haben wir lediglich den kleinsten mitgenommen. Aber Vorsicht! Auch die Karbolchampignons wachsen derzeit wieder wie verrückt an den gleichen Standorten.

Wie bei den Champignons, durften auch von den Schopftintlingen nur die ganz jungen mit in den Korb. Die großen Exemplare blieben stehen. Und dass wir hier auf überwiegend kalkreichem Boden unterwegs waren, zeigen mitunter auch die schönen, aber ungenießbaren Spechttintlinge an.


Foto: Schafegerlinge haben einen seidigen, leicht flockig-feinschuppigen Hut.

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Foto: Die giftigen Karbolegerlinge mischen auch wieder mit. Sie wachsen gerne in Büscheln oder gesellig. 

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Foto: Ungenießbar, aber hübsch anzuschauen. Spechttintlinge sind Kalkanzeiger - und seltener als die anderen Tintlingsarten. 

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In den Wäldern bot sich dann aber ein sehr ähnliches Bild wie noch vor einer Woche. Semmelstoppel und Stoppelpilze ohne Ende! Und wie man auf dem Foto sieht, können auch die Rotgelben Stoppelpilze zum Teil enorme Ausmaße erreichen. Immer wieder zeigten sich sehr viele schöne junge Flaschenstäublinge, wovon ich wie Du, Heinz-Wilhelm, den ein oder anderen schon roh im Wald verspeise.

Gefreut haben wir uns auch über eine Handvoll Bereifter Pfifferlinge, über die wiederkehrenden Hainbuchenraufüße, wie auch über eine ordentliche Anzahl Edelreizker  und über die von mir hoch geschätzten Kupferroten Gelbfüße.

Des Weiteren wanderten einige Parasole, Violette und Rötliche Lacktrichterlinge, Goldröhrlinge, Rotfußröhrlinge, ein Brauner Filzröhrling, ein Kleiner Waldchampignon, ein Grüngefelderter Täubling, je zwei Papageientäublinge und Frauentäublinge, ein Wechselblauer EdelreizkerSaitenstielige Knoblauchschwindlinge zum Würzen wie auch ein erster Schwarzfaseriger Ritterling in das Körbchen. Da wir bis dahin schon genug gesammelt hatten, ließen wir etliche Elfenbeinschnecklinge (essbar) an Ort und Stelle stehen.


Foto: Die Rotgelben Stoppelpilze fielen nicht nur ihrer Farbe, sondern auch ihrer gehörigen Größe wegen auf. 


Foto: Einen jungen, reinweißen Flaschenstäubling kann man unterwegs ruhig frisch verzehren. 


Foto: Über die Bereiften Pfifferlinge hat sich Thomas besonders gefreut. Oft wird man sie in diesem Jahr nicht mehr sehen. 


Foto: Die Edelreizker wachsen bei Kiefern und Föhren, wie an den langen Paarnadeln erkennbar ist. 


Foto: Bei diesem Edelreizker sind die typischen Grübchen am Stiel gut erkennbar. 


Foto: Kupferrote Gelbfüße wachsen meist in kleinen Gruppen in Symbiose mit Kiefern. Hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit sind sie anspruchslos. Sie schmecken ähnlich wie Violette Rötelritterlinge leicht parfümiert. 


Zwei Trompetenpfifferlinge nahm ich mal für einen direkten Vergleich mit dem Grüngelben Gallertkäppchen mit.

Zusätzlich habe ich noch eine Gegenüberstellung vom Frauentäubling (links) und dem Papageientäubling (rechts) fotografiert, da sich die beiden optisch sehr ähnlich sind und viele Papageientäublinge abgeschnitten auf dem Boden lagen, weil sie wegen ihrer spröden Lamellen wohl nicht erkannt wurden.

Wie vor knapp drei Wochen fanden wir auch heute wieder etliche tödliche Giftpilze wie Grüne Knollenblätterpilze, viele verschiedene Risspilze und erneut einige abgeschnittene Riesenrötlinge vor. Allerdings lagen diesmal die Köpfe der Rötlinge zum Glück noch da.

Sehr schön zum Ansehen, aber nichts für den Sammelkorb sind auch immer wieder die Violettseidigen Risspilze, deren Verzehr eine starke bis tödliche Muskarinvergiftung verursachen würde.

Wie man sieht, nimmt der Herbst immer mehr Fahrt auf und es bleibt weiterhin spannend.

Wir wünschen ein schönes Restwochenende!

Viele liebe Grüße, Thomas und Familie"

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Foto: Vergleich zwischen Grüngelbem Gallertkäppchen (links) und zwei Trompetenpfifferlingen (rechts)

Foto: Der Frauentäubling (links) und der Papageitäubling (rechts) sind sich sehr ähnlich. 


Foto: Die Lamellen des Papageitäublings (rechts) sind spröder als die das Frauentäublings. 

Foto: Vor Rötlingen im Herbst ist äußerste Vorsicht geboten, vor allem vor dem großen, kräftigen Riesenrötling. Ein Warnzeichen sind die typischen rosarötlich schimmernden Lamellen. 


Foto: Lustige Spitzhütchen, gefährliche Pilze! Die Lilaseidigen Risspilze sind sogar tödlich giftig. 





Rülzheim/Herxheim: Die Artenvielfalt schießt noch einmal so richtig hoch


Foto: War das wieder ein Fund! Thomas ist begeistert von der herbstlichen Vielfalt, die bei Rülzheim und Herxheim in den letzten Tagen wieder deutlich zugenommen hat. Er schwärmt: Ein Pilzjahr, das vom Winter her bis in den jetzigen Herbst hinein so viele Arten hervorbrachte, habe es lange nicht mehr gegeben. (11 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 4. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern Morgen mussten wir kurz nach Rülzheim auf den Campingplatz, um so langsam mal alles winterfest zu machen. Das haben wir dann noch mit einer knapp dreistündigen Runde durch die Wälder bei Rülzheim und Herxheim verbunden.

Überall schießen dort die Pilze geradeso aus dem Boden. Die Artenvielfalt hat wieder enorm zugelegt. Auch verschiedene Röhrlinge schließen sich nun wieder mit an. Nur Steinpilze fanden wir noch keine. Das mag aber auch daran liegen, dass ich in diesen Wäldern - speziell in der Herbstsaison - noch nicht lange sammle. Letztes Jahr konnte ich zwei Stellen entdecken, wo aber bislang noch nichts zu finden war.

In geradezu mächtiger Überzahl, teilweise zu Hunderten in metergroßen Hexenringen, wachsen derzeit aber die Semmelstoppelpilze wie auch die Rotgelben Stoppelpilze. So füllte sich nach und nach ein kompletter Korb mit den schönsten Exemplaren.


Foto: Die Semmelstoppelpilze wachsen momentan zu Hunderten, oft in Hexenringen.

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Foto: Hier sind sie größer zu sehen. 

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Foto: Diese Rotgelben Stoppelpilze heben sich deutlich von den Semmelstoppelpilzen ab. 

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Gestern begegneten uns ein älteres Sammelpärchen und ein Pilzsammler mit Hund, die sich mit fast leeren Körben nur über das ach so schlechte Pilzjahr beschwerten. Dabei kann ich mich nicht erinnern, wann und wo es in diesem Jahr in dieser Region mal schlecht gewesen sein soll.

Schon der Winter war sehr spendabel mit seinen Winterpilzen. Zugegeben musste man auf einige Arten etwas länger warten, wie zum Beispiel auf die Morcheln und ihre Verwandtschaft. Dennoch wurde es vielerorts zu einem wahren Rekordjahr.

Im Frühsommer folgten dann auch etwas verspätet die Sommersteinpilze und Pfifferlinge mit Massen, wie es sie die letzten Jahre nicht mehr gab. Auch die Perlpilze und diverse Täublinge wuchsen beziehungsweise wachsen wie lange nicht mehr. Und jetzt ist ja erst mal noch der Oktober dran, der auch hier in der Region nicht selten der ertragreichste Monat ist.


Foto: Ein schöner exemplarischer Kupferroter Gelbfuß. 


Foto: Ein schmucker Frauentäubling. 


So, jetzt geht's aber weiter mit dem gestrigen Tag. Zu den zweierlei Stoppelpilzen kamen noch einige Pfifferlinge, Eselsohren, mehrere schöne Kupferrote Gelbfüße, ein Wechselblauer Edelreizker, farbenfrohe Frauentäublinge, ein Grüngefelderter Täubling, Harte Zinnobertäublinge und Buckeltäublinge, denen die Schnecken allerdings ihre fleischigen Buckel weggefressen hatten.

Des Weiteren kamen mit: eine kleine Krause Glucke, ein kleiner Parasol, ein Perlpilz, junge Lungenseitlinge, ein Violetter Lacktrichterling und ein kleines Sträußchen Rötliche Lacktrichterlinge, drei Europäische Goldblätter, Goldröhrlinge, Gemeine und Bereifte Rotfußröhrlinge wie auch einige schöne Butterpilze und vier Körnchenröhrlinge.


Foto: Junge Goldröhrlinge, streng gebunden an Lärchen. 


Foto: Butterpilze haben fast durchweg Kiefern als Partnerbäume, wie hier an den langen Doppelnadeln zu erkennen ist. 


Foto: Butterpilze schmecken vor allem frittiert hervorragend. Manch einer verträgt sie allerdings im Magen nicht, was auf eine allgemeine Unverträglichkeit von Schmierröhrlingen hinweisen könnte. 


Foto: Von allen Schmierröhrlingen sind Körnchenröhrlinge, ebenfalls Kiefernbegleiter, die unverträglichsten. 


Die verträgt allerdings nicht jedermann gut und es empfiehlt sich, diese Pilze allgemein nur in ganz kleinen Mengen zu verspeisen, auch wenn sie geschmacklich top sind. Und zu guter Letzt gab es noch zwei junge Birkenporlinge, die ich aber im Auto vergessen hatte und die deshalb nicht auf dem Gesamtfund zu sehen sind.

Aufgrund der schon gesammelten Menge haben wir viele junge Schopftintlinge und Stockschwämmchen stehen gelassen. Desgleichen auch ein Büschel vom Honiggelben Hallimasch, dessen Pilze allerdings schon zu alt waren.

Dem älteren Pärchen zeigten wir dann noch eine der Semmelstoppelstellen und erklärten ihnen, wo sie die Schopftintlinge und weitere Butterpilze finden können.

Selbstverständlich dürfen sich auch einige unserer Freunde wieder über diesen Fund freuen.

Dir und allen Pilzfreunden einen schönen Pilzherbst"

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Foto: Für Honiggelbe Hallimasche gilt das Gleiche wie für den Gemeinen oder Dunklen Hallimasch: sie sollten gut abgekocht werden. Es gibt allerdings auch Pilzfreunde, die sie generell gleich braten und keinerlei Schwierigkeiten mit diesen Pilzen haben. Wichtig ist, sie 20 Minuten lang auf hoher Flamme durchzugaren. 






Die zinnoberroten Leuchtkörper sorgen für den gewissen Biss im Mischpilzgericht


Foto: Wir sehen Semmelstoppelpilze, Trompetenpfifferlinge, Pfifferlinge und Harte Zinnobertäublinge (oben von links) sowie einen Riesenchampignon, vier Kupferrote Gelbfüße und ein Büschel Braune Raslinge (Büschelige Raslinge) unten von links. (Foto © Thomas)

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Thomas schreibt am 25. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute waren wir eigentlich nur auf dem Campingplatz in Rülzheim, um 240 Betonplatten von A nach B zu transportieren.

Im Anschluss fuhr ich trotzdem noch kurz mit dem Fahrrad ein paar meiner Stellen ab, um nur mal schnell nach dem Rechten zu sehen. Auch auf die Schnelle konnte ich wieder so einiges Leckeres mitnehmen.

Alle eingesammelten Pilze bekam heute unsere lieben Nachbarn Andreas und Susanne aus Emmendingen-Teningen. Sie durften sich freuen über einige Semmelstoppelpilze, Pfifferlinge, Trompetenpfifferlinge, einen Hut vom Riesenchampignon, Kupferrote Gelbfüße, die meist zu den Vorboten für die Röhrlinge gehören, und ein kleines Büschel Braune Raslinge. 

Richtig kräftige Farbe in den Korb brachten einige Harte Zinnobertäublinge, die gerade in jeder Ecke im Wald aus dem Boden drücken. Allerdings taugen sie geschmacklich nicht unbedingt für ein Sologericht, aber durch ihre feste Konsistenz verleihen sie jedem Mischpilzgericht den gewissen Biss.

Von mir aus könnte es auch bis zum Saisonende noch so weitergehen. Die Steinpilze vermisse ich jedenfalls in diesem Jahr überhaupt nicht.

Leider hatte ich mein Handy auf dieser Runde nicht mit dabei, weshalb es diesmal auch nur ein Foto vom Gesamtfund gibt. Wobei man aber eher Teilfund sagen kann, da der Gesamtfund noch im Wald steht.

Viele liebe Grüße an Dich, an alle Pilzfreunde und natürlich an Susanne und Andreas.

Thomas"





Thomas macht eine kuriose Entdeckung bei Rülzheim

Wer Pilze sucht, der ruft auch mal die Polizei in den Wald 


Foto: Gelb ist seit längerem die dominierende Farbe bei den Speisepilzen. Selbst nach Monaten geben die Pfifferlinge mit scheinbar nie versiegendem Nachwuchs nicht nach. (11 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 20. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ob Pfifferlinge oder Semmelstoppelpilze, die dominierende Farbe bleibt momentan nahezu gleich.

Um das schöne Wetter noch auszunutzen, waren wir von Samstag auf Sonntag mal wieder auf unserem Campingplatz in Rülzheim. Wenn der Kinderflohmarkt nicht gewesen wäre, wären wir am Freitag schon gefahren. Dann hätte ich mit meiner Tochter aber auch nicht die Trompetenpfifferlinge für den Dörrautomat sammeln können.

Selbstverständlich ging es am Samstag gleich als erstes wieder zu meiner Pioppinopappel. Da die Südlichen Ackerlinge bislang alle vier bis sechs Wochen fruktifiziert haben, hatte ich das ungute Gefühl, wieder zu spät zu sein.

Dem war leider auch so. Es erwartete mich der gleiche Anblick mit deutlich überständigen Pilzen wie nach unserem Kurzurlaub im Bayerischen Wald vor genau vier Wochen. Nachdem ich in diesem Jahr aber schon mehr als genug davon ernten konnte, war die Enttäuschung nicht all zu groß und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie es vielleicht Mitte Oktober nochmal schaffen könnten.

Also ging es gestern früh am Morgen mal wieder in die Wälder um Rülzheim. Und der Tag sollte auch gleich zu Beginn mit etwas Spannung starten. Nachdem ich an meiner ersten Stelle zwei Harte Zinnobertäublinge und einen Grüngefelderten Täubling einsammeln konnte, fuhr ich mit dem Fahrrad auf einem der Hauptwege weiter, um meine anderen Stellen aufzusuchen.


Foto: Ein Grünfelderiger Täubling, hier sehr gut zu bestimmen am kleinfelderig aufgesprungenen Hut. Nicht immer ist dieser Spitzenspeisepilz so gut erkennbar. 

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Auf dem Weg dorthin sah ich auf einmal ein paar Schritte im Wald vor lagernden Kiefernstämmen einen aufgebrochenen Zigarettenautomaten liegen. Und hinter den Stämmen befand sich die Kassette. Allerdings war sie leider leer und Geld war auch keins mehr da.

Nein Spaß, ich habe das alles fotografiert, den Standort auf meiner App markiert und die Polizei angerufen. Da sie eh mit einem Streifenwagen gerade durch die Ortschaft fuhren, sollte ich vor Ort bleiben und warten, aber es dauerte keine vier Minuten bis sie eintrafen. Nachdem sie meine Personalien aufgenommen hatten und mich befragten, ob ich noch weitere Beobachtungen gemacht habe, durfte ich mich dann wieder den Pilzen widmen.


2 Fotos: Automatenknacker auf den Spuren der Pilzsammler - und umgekehrt. Diesen geklauten Zigarettenautomaten und die dazugehörige Kassette fand Thomas bei der Pilzsuche. Er rief die Polizei herbei, die sich des Falles annahm. Aktenzeichen XY im Wald - so spannend kann die Pilzsuche sein!

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Entlang der Wege fand ich immer wieder Büschelinge Raslinge, die ich aber nur dann mitnehme, wenn ich sie an Forstwegen finde, da sie an den Hauptwegen oft im Hundepippi und Hundestinkerbereich wachsen. Gestern hatte ich Glück und fand auch welche etwas abseits von Wegen.

Des Weiteren fand ich wieder einige Erdmuschelinge, wovon hier an mehreren Stümpfen immer mal wieder drei bis fünf Exemplare stehen. In ihrer Konsistenz und auch geschmacklich, sind sie den Austernseitlingen sehr ähnlich. Deshalb nehme ich gerne ein, zwei Exemplare mit, wenn sie in einer größeren Anzahl vorhanden sind. Anderen Sammlern fallen sie meist erst gar nicht auf, oder sie können sie nicht zuordnen.

Zudem kamen nochmals Zinnoberrote Täublinge (= Harte Zinnobertäublinge, wie oben), wie auch ein schöner Frauentäubling, einige Violette Lacktrichterlinge und eine Handvoll Pfifferlinge hinzu, wovon es sich bei den beiden großen Exemplaren um Bereifte Pfifferlinge handelt.

Doch am häufigsten von allen Arten waren die Semmelstoppelpilze vertreten, von denen ich noch eine große Anzahl stehen gelassen habe. Am Ende meiner Tour fand ich noch einen Netzflockigen Rosatäubling, oder noch schöner gesagt, einen Morgenrottäubling. Leider wurde ich in der Zeit über WhatsApp dermaßen mit Nachrichten und Fotos bombardiert, dass mein Akku leer war und ich den Morgenrottäubling nicht mehr fotografieren konnte.


Foto: Die Büscheligen Raslinge nimmt Thomas nur mit, wenn sie eindeutig hundepippifrei sind. Direkt am Wegrand ist dies eher nicht der Fall. Diese aber wuchsen abseits der Wege. 

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Foto: Ein schöner Frauentäubling in seinen typischen olivgrün-violetten Grundfarben in Pastellausführung. 

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Foto: Ein Bereifter Pfifferling, erkennbar an seiner neblig überhauchten Hutmitte und dem milchigen Streifen am Hutrand.

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Foto: Die Semmelstoppelpilze wachsen derzeit mit den Pfifferlingen um die Wette - und haben die Oberhand.

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Aber auch auf meiner Tour konnte ich noch viele schöne Bilder machen. Wie zum Beispiel einen mächtigen Stamm einer umgestürzten Rotbuche, an dem unzählige Grünblättrige Schwefelköpfe ein Dach für drei Rehbraune Dachpilze bilden.

Aber auch unschöne oder sogar beängstigende Beobachtungen konnte ich machen. Nämlich viele, viele Grüne Knollenblätterpilze entlang der Wege, was erstmal nichts Schlimmes ist, aber ich fand so viele abgeschnittene junge Stiele vor, die noch in der Erde steckten und von den Hüten war weit und breit keine Spur.

Das gleiche konnte ich bei einem riesengroßen Hexenring mit Riesenrötlingen beobachten. Viele abgeschnittene Stiele und die Fruchtkörper fehlten. Auffällig war, dass nur junge Exemplare mitgenommen wurden und die älteren unberührt blieben. Ich hoffe, derjenige ist damit zu einer Pilzberatungsstelle gegangen und hat sie nicht gleich verspeist.

Wenn der Sammler das hier lesen sollte und sich wieder erkennt, bitte nicht essen und wenn es doch schon geschehen ist, bitte die jeweilige Vorwahl und 19240 wählen.

Nun aber genug mit Horrorgeschichten. Ich wünsche allen Pilzfreunden eine schöne Herbstsaison mit vielen tollen essbaren Funden.

Herzliche Grüße, Thomas"


Foto: Ein Dach für die Rehbraunen Dachpilze bilden hier die jungen Büschel Grünblättriger Schwefelköpfe. Selbst wenn man ihre grünschimmernden Lamellen nicht sieht, sind sie oft schon an den gelblichen bis schwefelgelben Stielen erkennbar, die beim essbaren Rauchblättrigen Schwefelkopf gedämpfter sind und ins Schmutzigweiße gehen. 

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Foto: Von den vielen Grünen Knollenblätterpilzen standen nur noch die älteren und alten Exemplare, während den jüngeren die Hüte abgeschnitten waren. Das kann durchaus als böses Vorzeichen gewertet werden. 

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Foto: Riesenrötlinge sind sehr giftig. Sie wachsen bei Laubbäumen auf gehaltvollen Böden mit Kalk- und Lehmanteilen. Während diese ausgewachsenen Exemplare die Pilzsammler wohl überwiegend abschrecken, können die jüngeren mit noch geschlossenen oder halb geschlossenen Hüten auf unerfahrene Pilzsammler verlockend wirken. 





Die nicht untypische Lücke zwischen Spätsommer und Herbst:

Auch auf den Rheinhöhen gönnen sich die Steinpilze erst einmal eine Pause


Foto: Es fällt auf, dass nur ein einziger Steinpilz den Korb von Margit und Oliver ziert. Das ist beim Übergang von Spätsommer zu Frühherbst nicht ungewöhnlich. Die Steinpilze werden ihre Zeit noch haben. Auf dem 2. Foto sehen wir den von Oliver angesprochenen Strubbelkopfröhrling, ein fade bis leicht muffig schmeckender Pilz, den man in schlechten Zeiten aß. (2 Fotos © Margit)

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Oliver schreibt am 17. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren erneut in die Wälder auf den Rheinhöhen gefahren, um Steinpilze zu finden.

Zuerst suchten wir den Waldrand eines Mischwaldes nach Rotkappen ab und wurden auch schnell fündig. Danach suchten wir Nadelwälder mit tiefen, regengetränkten Moosteppichen auf. Dort fanden wir Maronen, knackige Fichtenreizker und junge Anisegerlinge. Aber von unseren erhofften Steinpilzen war weit und breit nichts zu sehen.

An einer Tanne fand ich einen großen sehr dunklen Schirmling, mit dick gepanzertem Schuppenhut. Ein nicht so oft anzutreffender Strubbelkopfröhrling (Foto rechts).

Nach dieser zweistündigen Tour fuhren wir mit dem Auto weiter in einen Nachbarort mit sehr viel Waldbestand. In den Mischwäldern dort fanden sich nur Parasole und an den Wegesrändern die ein oder andere Rotkappe und auch mal vereinzelt einen Birkenröhrling.

In einem Fichtenwald fanden wir erneut Maronen und Fichtenreizker. Ganz zum Schluss fand ich doch noch einen Steinpilz, der erste in diesem sonst sehr ertragreichen Pilzeldorado der letzten Jahre.

Nach etwa fünf Stunden Pilzmarathon war unsere Suche beendet. Wir hatten ungefähr eineinhalb Körbe voll, haben aber nur Margits Korb fotografiert.

Das war es einmal wieder vom Pilzsuchteam Olli und Margit aus dem Nahe- Land"





Die Steinpilzfriedhöfe lösten sichtlich Trauer bei Beatrice aus


Foto: Mitgenommen, was noch halbwegs brauchbar schien, und dennoch dürfte sich diese Ausbeute zuhause noch erheblich reduziert haben. Im Korb rechts sind in den Fraßstellen schon Wurmlöcher zu erkennen, die Schnittfläche des Stieles des unteren Steinpilzes in der Mitte zeigt, soweit zu sehen, ebenfalls Wurmgänge. Dagegen nahm sich der Steinpilz auf dem zweiten Foto noch vielversprechend aus - zumindest dem Anschein nach. (2 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 13. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern früh waren wir drei Stunden in den verbliebenen fünf Waldstücken oberhalb von Morbach bei Traben-Trarbach unterwegs.

Meiner Frau stand schon nach kurzer Zeit die Trauer ins Gesicht geschrieben angesichts der vielen Steinpilzleichen. Es mochten zwischen 200 und 250 Stück gewesen sein, die zum Teil auf engstem Raum standen. Der Frust darüber weitete sich dann auch auf ihre Sammellust aus, sehr zu meinem Bedauern. Da waren wir leider deutlich einige Tage zu spät gekommen.

Letztendlich fanden wir dennoch zwei Körbe Steinpilze, darin auch einige Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronen und Pfifferlinge. Einen Korb haben wir an unsere Nachbarn verschenkt, der andere landete im Dörrautomaten. 

Die kommenden drei Tage soll es bei uns regnen, was dem Pilzwachstum zuträglich sein sollte. Ab dem kommenden Wochenende habe ich vier Wochen Urlaub, da werden wir viel unterwegs sein. 

Allen Pilzfreunden weiterhin viel Erfolg und eine gute Zeit.

Beatrice & Jürgen"


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