Pilz-Ticker-RP (Rheinland-Pfalz)



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Mit getrockneten Spitzmorcheln veredeln wir unsere Pilzsoßen und überhaupt Pilzgerichte unnachahmlich!

Wir kaufen sie natürlich in bester Bio-Ware beim Pilzversand und Pilzhandel

Pilze Wohlrab.

Ein bayerisches Familienunternehmen.





Der Eichhase am 5. Tag - da hat ihn Maria geerntet


Foto: Reif für die Ernte. Maria brachte den fünf Tage lang beobachteten und fotografierten Eichhasen im Topzustand nach Hause. Er wog 1,8 Kilogramm. (3 Fotos © Maria)

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Maria schreibt am 27. Juni 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

erneut ging ich heute sorgenvoll zum Fotoshooting, hatten doch gestern die Nacktschnecken versucht, mein Gemüse zu fressen. Und ja, auch am Eichhasen habe ich wieder zwei ertappt. Nach einer großen Runde durch den Wald beschloss ich, ihn heute auf dem Rückweg zu ernten. 😊

1,8 Kilogramm in 5 Tagen - es war ein wunderbares Erlebnis, diese Bilder machen zu können. Nun genießt der Gaumen!

Herzliche Grüße Marie"




Foto: Ein letztes Mal von oben fotografiert. Damit war die sehr interessante Fotodokumentation mit vier verschiedenen Wachstumsstadien beendet. Und wir bedanken uns bei Maria für die hoch interessante und aufschlussreiche Studie!





65 Liter auf den Quadratmeter: Die ideale Regenmenge verheißt gutes Pilzwachstum in der Region Rülzheim


Foto: Zwei Harte Zinnobertäublinge, deren Fleisch für uns ungewöhnlich hart ist, zwei Hände voll Pfifferlinge und zwei Fleischrote Speisetäublinge (von links). Nach optimalen Regenmengen in den letzten Tagen kommt das Pilzwachstum bei Rülzheim und Herxheim in Schwung. (7 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 27. Juni 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

da ich gestern auch mal wieder eineinhalb Stunden Zeit hatte, ging es natürlich wieder in die Wälder um Rülzheim und Herxheim, um diesmal gezielt nur meine besten Wäldchen aufzusuchen.

So langsam bewegt sich hier was bei den Pilzen. Reicht die Feuchtigkeit, sprießen die Pilze. Wo an Fronleichnam noch rein gar nichts stand, konnte ich gestern schon viele, viele Samtfußkremplinge finden. Da ich ein Gewitter aber lieber am Himmel beobachte, anstatt es im Magen zu haben und auch keine Lust auf Küchenakrobatik habe, wobei ohnehin nichts Brauchbares dabei heraus käme, durften alle stehen bleiben.

in dem Eichenwäldchen, wo ich am 16. Juni erfreulicherweise einige Sommersteinpilze gefunden hatte, standen nun die ersten, teils schon ausgewachsenen Pfifferlinge. Wie man sieht, ist auch Nachwuchs im Anmarsch. Steinpilze ließen sich keine mehr finden.


Foto: Zu 90 Prozent besiedelt er Fichtenstümpfe am Höhepunkt ihrer Vermorschung und dort sollten wir den Samtfußkrempling auch stehen lassen. Er schmeckt säuerlich-muffig und abweisend. Wer ihn sich trotzdem geschmacksverträglich zubereiten will und kann, zählt zu den ganz großen Entdeckern der Pilzwelt, möge aber diese Auszeichnung und die Rezeptur in vorbildlicher Bescheidenheit bitte für sich behalten. 

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Foto: Bei den Pfifferlingen fehlte es weder an erntereifen ausgewachsenen noch an jungen nachwachsenden Exemplaren. 

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Stattdessen jeweils zwei wunderschöne Harte Zinnobertäublinge, die wie zwei kleine Äpfel aussahen, wie auch zwei schöne Fleischrote Speisetäublinge. Im gleichen Wald fand ich noch zwei kleine Rotbraune Scheidenstreiflinge und zwei Wurzelnde Schleimrüblinge. Diese Vier blieben aber im Wald.

Das letzte Foto gibt einen guten Eindruck von einem meiner Wäldchen, in dem es jetzt hoffentlich so richtig losgeht. Auch in der vergangenen Nacht regnete es über diesen Wäldern gute 45 Liter auf den Quadratmeter. Die Summe der letzten Tage ergab somit etwa 65 Liter pro Quadratmeter - genau richtig für das Fruktifizieren der Pilze.

Dir und allen Pilzfreunden eine schöne Woche und liebe Grüße, Thomas"


Foto: Die wunderschönen Harten Zinnobertäublinge lagen wie zwei Äpfelchen da. Geschmacklich ist ihnen allerdings...


Foto: ...dieser Fleischrote Speisetäubling überlegen. 


Foto: Allein der stark geriefte Rand weist auf einen Scheidenstreifling hin, in diesem Fall ein Rotbrauner. 


Foto: Wie die Scheidenstreiflinge, so blieben auch diese Wurzelnden Schleimrüblinge im Wald. 





Der Eichhase am 4. Tag


Maria schreibt am 26. Juni 2022 zu diesem Foto:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich gestern, Samstag, wegen Dienstes leider nicht in den Wald konnte, bin ich heute Morgen voller Sorge sofort los. Am Freitag hatte ich vor dem Foto zwei riesige Nacktschnecken vom Eichhasen gepflückt und fürchtete schon um seine Vernichtung.

Um so erfreulicher war die heutige Betrachtung! Die umliegenden Buchenblätter sind als Größenvergleich inzwischen untauglich, daher jetzt das Messer. Es ist schon magisch, einem Waldbewohner so direkt beim Wachsen zuzusehen! 😀👌

Viele Grüße, Marie"

(Foto © Maria)

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Der Eichhase am 2. Tag






Foto rechts: Das Bild zeigt den Eichhasen einen Tag nach seiner Entdeckung, also am Freitag, 24. Juni 2022(Foto © Maria)

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Ein nicht alltäglicher Fund im Landkreis Neuwied

Ein noch ganz junger Eichhase, der sich ab sofort der fotografischen Betreuung erfreut





Foto rechts: Einen überaus prächtigen, noch ganz jungen Eichhasen, auch Ästiger Büschelporling genannt, hat Maria Im Puderbacher Land im Landkreis Neuwied gefunden. Nach dem Laub zu urteilen wächst der Folgezersetzer an einer Buche. Der Vitalpilz soll das Tumorwachstum bei einigen Krebsarten vermindern.

Die zeitige Entdeckung ermuntert sie zur täglichen Beobachtung, was fotografisch aufschlussreich und alles andere als alltäglich sein dürfte. 

Das Foto entstand am Donnerstag, 23. Juni 2022

(Foto © Maria)

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Bei Rülzheim: 3 Dünnbeine, 6 Dickfüße und ein hier seltener Holzbewohner 


Foto: Drei dünnbeinige Lulatsche mit Wurzel, sechs Dickröhrlinge und eine gute Handvoll Baumbewohner: Thomas fand bei seinem Rundgang Wurzelnde Schleimrüblinge (links), ein halbes Dutzend Sommersteinpilze (hinten rechts) sowie einen kleinen Rotfußröhrling und Lungenseitlinge (unten rechts)(10 Fotos © Thomas)

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Thomas vom Pilz-Ticker BaWue schreibt am 17. Juni 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich das erste Mal in diesem Jahr für knapp zweieinhalb Stunden wieder in meinen Wäldern um Rülzheim unterwegs.

Auch hier staubt der Boden regelrecht vor Trockenheit. An meiner Pioppino-Pappel tut sich momentan überhaupt nichts mehr. Im Wald sieht es nicht viel besser aus. Nur an ganz wenigen Stellen zeigt sich hin und wieder ein Pilz.

Den Anfang machte ein kleiner Rotfußröhrling, der noch schön fest und vor allem madenfrei war. An meiner ersten Sommersteinpilzstelle, konnte ich außer einigen alten Spindeligen Rüblingen nichts finden.

Dann folgte erstmal eine Weile überhaupt nichts. Nach gut einer Stunde fand ich mit ein paar Wurzelnden Schleimrüblingen dann endlich mal wieder was fürs Körbchen. Die waren auch nicht zu übersehen, mit etwa fünfzehn Zentimeter Hutdurchmesser, die der größte von ihnen hatte.


Foto: Der Hut des Rotfußröhrlings reißt im späteren Stadium auf; Sonneneinstrahlung und Hitze beschleunigen das. Dieses Exemplar war trotzdem noch schön fest und ohne Maden. 

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Foto: Nach einer Stunde Wanderung, in der er nicht einen Pilz entdecken konnte, fand Thomas diese drei Wurzelnden Schleimrüblinge. Sie sind Restholzverzehrer. 


Foto: Und haben, wie dieses Foto zeigt, ausladende Hüte. Der größte hatte einen Durchmesser von fast 15 Zentimetern.

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Foto: Und hier sehen wir auch, welch lange, tief gründende Wurzeln Wurzelnde Schleimrüblinge haben. Nomen est omen, der Name sagt's. 


In meinem zweiten Eichenwäldchen wendete sich dann das Blatt und meine Suche wurde mit einigen schönen Sommersteinpilzen belohnt. Wie in den Jahren zuvor sind auch in diesem Jahr die Sommersteinpilze wieder erst einige Zeit später dran als im Karlsruher Raum, obwohl es Luftlinie nicht weit auseinander liegt.

Sandhaltiger Boden lässt die Pilze langsamer wachsen

Der Grund dafür ist unter anderem, dass die Böden hier überwiegend aus kiesführendem und kalkhaltigem Schwemmsand sowie aus Flugsand gebildet wurden und Sandböden generell erst etwas später Pilze hervorbringen.

So war ich denn auch nicht überrascht, dass auch an meinen Pfifferlingsstellen in diesem Gebiet noch rein gar nichts zu sehen ist.




Kleine Parade von Sommersteinpilzen









Auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz kam dann noch eine Handvoll Lungenseitlinge mit hinzu, die hier eher selten sind, weil diese Wälder sehr sauber bewirtschaftet werden und geschwächte oder gar gestürzte Rotbuchen nicht lange liegen bleiben.

So war es am Ende dann doch noch ein schönes Ergebnis. Und jetzt ist erst einmal das große Schwitzen im Großraum Karlsruhe angesagt.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Foto: In einem forstwirtschaftlich "sauberen" Wald haben Lungenseitlinge Seltenheitswert, weil die Forstwirtschaft umgestürzte Bäume zur Restverwertung in der Regel entsorgt. 

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Richtig entschieden: Der alte Schwefelporling blieb an Ort und Stelle


Johanna schreibt am 28. Mai 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich schaue schon lange in den Pilzticker, habe jedoch noch nie etwas beigetragen. Die Seite ist super und ich gucke regelmäßig rein, um mich zu informieren, ob vielleicht schon Pilzarten wachsen, die ich kenne, um dann selbst loszuziehen.

Seit fünf Jahren gehe ich nun auf die Pilzpirsch. Bislang war ich immer sehr erfolgreich hinter den Röhrlingen her, auch hinter Steinpilzen. Vergangenes Jahr war in meinen Pilzwäldern allerdings kaum einer zu finden. Dafür gab es massenhaft Trompetenpfifferlinge.

Nun versuche ich, meine Pilzkenntnis zu erweitern und habe mittlerweile auch andere Arten im Auge. Was ich jedoch nicht eindeutig bestimmen kann, lasse ich generell stehen oder zeige die Pilze einem Sachverständigen. Meine Leber und die Nieren sind mir dann doch lieb und teuer. 

Gestern war ich an den Rheinauen in der Nähe von Bingen und wollte eigentlich nur Giersch holen. An einigen Weiden fand ich dann mittelgroße Schwefelporlinge, die aber, wie das Foto zeigt, sichtlich schon zu alt für den Verzehr waren und an Ort und Stelle blieben.

Grüße aus Mainz, Johanna"

(Foto © Johanna)

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Die Hitze und die Schnecken setzen den Pilzen arg zu


Foto: Da der Riesenbovist alles andere als ein Riese war, durfte er im Wald bleiben. (4 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 22. Mai 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

mangels Zeit gibt es von mir diesmal nur eine kleine Zusammenfassung der letzten paar Tage.

Die vier, fünf Sommersteinpilz-Winzlinge, die ich am 15. Mai bei Karlsruhe gefunden habe und noch für einen Schluck Regen stehen ließ, wurden von Maden und Schnecken  dermaßen hingerichtet, dass am 17. Mai fast schon nichts mehr davon zu sehen war.

Am Freitag Morgen ging es dann wieder auf unseren Campingplatz nach Rülzheim. Und auch hier war es bei den Südlichen Ackerlingen, die ich am 14. Mai auch in diesem Jahr wieder finden konnte, der gleiche Anblick wie bei den Sommersteinpilzen. Alles weggeschmatzt!

Zudem war es die letzten Tage aber auch viel zu heiß und zu trocken, so dass gar keine Fruchtkörper mehr nachwachsen konnten. Ansonsten waren es am Freitag lediglich ein kleiner Riesenbovist, der aber auch bereits am Vertrocknen war und ein älterer Pantherpilz, der mich mit seinem frühen Auftritt sogar ein bisschen überrascht hat. Normalerweise kommt er hier erst nach den ersten Grauen Wulstlingen, die in etwa zeitgleich mit den Perlpilzen wachsen.


Foto: Extremwetter wie lange Trockenheit können das Aussehen der Pilze erheblich verändern, in diesem Fall die hellbraune Farbe des Pantherpilzes, der somit in Richtung eines Perlpilzes weist. Die anderen Unterscheidungsmerkmale wie Manschette, Riefung und Schuppenbildung sind damit um so wichtiger. 

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Gestern war dann mit wenigen Stadtchampignons zumindest auch mal wieder etwas Essbares dabei. Allerdings durften auch diese wenigen Pilze stehen bleiben.

Sehr gefreut habe ich mich über einen hier sehr seltenen Schuppigen Sägeblättling, der, ganz im Gegensatz zu seinem Nässe liebenden Gattungsverwandten, dem Getigerten Sägeblättling, die Trockenheit und Hitze liebt. Aber auch dieser durfte wie alle anderen Pilze in seinem Habitat verbleiben.

Damit das Wachstum der Pilze hier mal richtig Schwung aufnehmen kann, sollte es bald mal wieder regnen. Man darf aber nicht vergessen, wir haben gerade mal den 22. Mai und da liegt die Pilzsaison noch fast in ganzer Länge vor uns.

Viele liebe Grüße, Thomas"

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Foto: Auch diesen Stadtchampignon ließ Thomas an Ort und Stelle stehen. 


Foto: Den Schuppigen Sägeblättling ließ Thomas, obwohl jung essbar, vor allem wegen seiner Seltenheit unbehelligt. 


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