Doris Pilzpost: Über die Freude, Pilze
zu sammeln und Neues zu lernen



Doris Pilzpost vom 3. Februar 2016

»Hallo Herr Bertram,

nachdem ich seit einigen Jahren mit regem Interesse Ihre Pilzseite verfolge, möchte ich mich heute auch einmal zu Wort melden.

Ich, 68 Jahre, bin erst vor ca.10 Jahren auf das Pilzesammeln gekommen. Mit einem jagenden Mann und zur Zeit zwei bewegungsfreudigen Jagdhunden war ich immer schon sehr gerne im Wald unterwegs. Pilze, finde ich, sind etwas Wunderbares. Oft sehr schmackhaft, aber immer sehr toll anzuschauen.


Irgendwann traf ich jemanden, der sich ein wenig auskannte und meine gefundenen Pilze bestimmen konnte. So ging es Schritt für Schritt weiter. Das erste Bestimmungsbuch wurde gekauft, im Internet recherchiert, wobei ich auch auf Ihre Website stieß. Ein Segen für eine ziemlich ahnungslose, aber interessierte Pilzsucherin.

Ich lernte mit der Zeit, Waldstücke einzuschätzen. Welche Bäume stehen dort, welche Pflanzen kommen vor, wie ist der Boden beschaffen, in welche Richtung ist ein Hang geneigt etc. Einige Male verzweifelte ich schier: Warum wachsen an dieser - in meinen Augen so tollen - Stelle nicht die von mir vermuteten Pilze?


Ich nervte meinen Mann mit der Frage nach bestimmten Bäumen, nach saurem oder kalkhaltigem Boden. Aber das Allerwichtigste war und ist: Vom Sofa aus lerne ich die Natur nicht kennen. Ich muss sie mir erlaufen. Da ich das gerne mache, stellen sich auch Aha-Erlebnisse ein. Mit unserer alten Hündin ziehe ich los und freue mich riesig, wenn ich Neues entdecke.

Gestern habe ich mich zum Beispiel königlich über einen einzigen Samtfußrübling gefreut, der genau in dem Bereich stand, den ich passend für ihn fand. Austernseitlinge stehen noch auf meiner Wunschliste. Vielleicht treffen wir uns noch irgendwann. Oder im Frühjahr die Morcheln. Bislang fand ich nicht eine. Mal sehen, was dieses Frühjahr bringt.


Auf jeden Fall sollte man auch zu dieser Jahreszeit in den Wald gehen. Ich denke, es ist die beste Zeit, um ein unbekanntes Gebiet einschätzen zu lernen. Später, wenn alles grünt und blüht und üppig wächst, kann ich nicht mehr so leicht in den Wald hineinschauen. Auf jeden Fall macht schon alleine das Suchen der Pilze enorm Spaß. Um so schöner, wenn man/frau auch noch fündig wird.

Ihnen, Herr Bertram, herzlichen Dank für diese Homepage, die mir immer wieder Freude bereitet und weiterhilft in meinem Bemühen, mehr über Pilze zu erfahren.

Ich grüße Sie und wünsche Ihnen eine gute Zeit.

Doris K.«


Liebe Doris,

vielen Dank für soviel Lob - vor allem aber für soviel Begeisterung, die Sie für das Pilzesammeln haben.

Ja, es ist nicht selten so, dass vermeintlich ideale Waldstellen unverständlicherweise nicht das an Pilzen hervorbringen wollen, was nach unserer Meinung genau dort hingehört. Keiner hat dies mit wenigen Worten besser beschrieben als Pilzberater Hans-Heinrich Kunde aus Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern: »Die Natur tritt nicht auf unseren Pfiff an.« Um korrekt zu zitieren, hat er gesagt: »Ich finde es gut, dass die Natur nicht auf unseren Pfiff antritt.«

Genau deshalb ist das Pilzesammeln ein lebenslanges Lernen, was uns bei beharrlicher Disziplin bis ins höchste Alter neue Erkenntnisse bringt. Und, vielleicht, die Weisheit, dass der Weg das eigentliche Ziel ist.

Bewahren Sie sich Ihre Begeisterung und Ihre Gesundheit, damit Sie noch recht oft Ihre geliebten Wald- und Erkenntnisgänge machen können, liebe Doris!

Mit herzlichen Grüßen Heinz-W. Bertram

Ende Doris Pilzpost



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(Foto © Fotolia)

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