Pilzticker Bawue 170: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 10.04.2019 - 11.04.2019



Pilzticker Bawue 170




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Ein kleiner Morchelkurs mit Oliver, mit erneut traumhaften Funden aller Art


Foto: Dass in diesem Landschaftsabschnitt Morcheln wachsen, vorzugsweise Speisemorcheln, ist keine Überraschung. Denn Speisemorcheln »fliegen« auf offene, kahle Böden. Im Jahr nach einer Bodenstörung (Aufriss der Oberfläche) kann es zu einem Massenwuchs kommen. (12 Fotos © Oliver)

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Breisgau, 11. April 2019

Im Breisgau gibt es ein Rekordjahr an Morcheln. Was Oliver seit zwei Wochen an Morchelaufkommen entdeckt und ernten kann, schlägt alle Rekorde. Heute vermittelt er uns einen Eindruck davon, wie seine Morchelernteplätze aussehen.

Solche gut tragenden Stellen garantieren natürlich nicht jedes Jahr Ernteergebnisse wie anno 2019, denn dazu muss alles stimmen: Schneeschmelze und Niederschlag (und zwar schon ein paar Wochen im voraus(!) plus die dann Wachstum auslösenden Regenfälle), Temperaturen (im größeren lokalen Raum und beim Kleinklima, das sich auf nur wenige Quadratmeter beschränken kann), Windverhältnisse, Luftfeuchtigkeit.

Bei den hier gezeigten Fotos stimmte alles, vor allem die Feuchtigkeit: »Diese Morcheln sind nach den Regenfällen in den letzten Tagen gekommen«, so Oliver. Wichtig: Morcheln mögen keine Staunässe, das Regenwasser muss gut versickern können.

Das erste Hochformatfoto rechts zeigt uns auf den ersten Blick nichts weiter als den begrasten Randstreifen einer mit alten Obstbäumen bestandenen Wiese. »Das Gras stand voller Morcheln«, so Oliver, der deshalb dieses Foto schoss. Es ist Pflicht für jeden Morchelfan, Landschaften dieser Art (vernachlässigte Kulturlandschaften) zu inspizieren. Wobei eines feststeht: Sobald hier Düngemittel gespritzt werden, ist es aus mit der Morchelherrlichkeit.

Hat man erst einmal den Blick für ertragreiche Morchelplätze gewonnen, so weiß man, wo man für potentielle neue Fundstellen nachsehen muss. Wie im Fall des zweiten Hochformatfotos rechts: »Ich kannte diese Fundstelle bislang nicht, habe mit meinem Erfahrungsschatz auf gut Glück nachgesehen«, so Oliver. So stieß er auf ein Nest von sieben fetten Gelben Speisemorcheln, eine schöner als die andere.

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Foto: Die sieben fetten Gelben Speisemorcheln (eine ist verdeckt), zeigen sich hier noch einmal in der Froschperspektive von Nahem.

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Foto: Käppchenmorcheln wie diese sind anspruchsloser als Speisemorcheln. Sie wachsen auch unter Pappeln und Weißdorn und im Rindenmulch, nicht selten mit Spitzmorcheln zusammen.


Foto: Oliver fand beide Arten reichlich (und nicht nur sie). Dabei heraus kam auch dieses Foto, das freilich nur eine Zwischenbilanz seines Gesamtfundes zeigt.


Foto: Ganz ähnlich dieses Bild, das von Käppchenmorcheln dominiert wird, denen sich Speisemorcheln und Morchelbecherlinge hinzugesellen. Welch eine Morcheltour, welch ein Pilzerlebnis im Frühjahr!

4 Fotos: Wir sehen links oben eine »Gänseblümchenmorchel«, die natürlich eine Speisemorchel ist; rechts daneben einen Morchelbecherling, ebenfalls ein köstlicher Speise- und Würzpilz, und zwar direkt neben einer kleinen Speisemorchel; unten links eine Käppchenmorchel und rechts daneben eine Spitzmorchel, erkennbar an den langen Längsrippen.

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Foto: In Olivers Küche sah es am Ende so aus. Ob er für heute Abend schon wieder Gäste eingeladen hat? Eines steht fest: soviel Arbeit im Frühjahr hatte sein Dörrautomat noch nie.






Ein Käppchenmorchel-Baum von und für Gerlinde und Heinz


Gerlinde und Heinz schreiben am 11. April 2019:

»Guten Morgen Heinz Wilhelm,

nach längerem Suchen - wir haben noch nie Morcheln gefunden - haben wir gestern in den Rheinauen endlich einmal Käppchenmorcheln entdeckt. Einen Teil haben wir sofort zubereitet, den anderen getrocknet. Nn hoffen wir, dass wir noch weitere finden werden.

Warum werden die Stiele bei den Morcheln nicht mit verwendet? Auf verschiedenen Seiten im Internet wurde geschrieben, dass man sie abschneiden soll.

Viele Grüße aus Wiesental senden dir und allen Pilzfreunden

Gerlinde und Heinz aus Wiesental/Waghäusel«

Liebe Gerlinde, lieber Heinz,

die Stiele von Käppchenmorcheln schneidet der ein oder andere eher deshalb ab, weil sich in ihnen gerne Sand sammelt, da sie hohl sind. Kulinarisch gesehen schmecken die Stiele von Morcheln nahezu so gut wie ihre Hüte, so dass es eine Sünde wäre, sie zu entsorgen. Ich persönlich finde jede einzelne Morchel viel zu kostbar, um sie zur Hälfte oder mehr zu entsorgen. Wichtig ist es, Morcheln intensiv durchzubraten oder -zukochen, da sie roh giftig sind.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Foto: Einen ganz schönen Haufen haben Gerlinde und Heinz zusammengetragen, ehe sie den Fund zu einem Käppchenmorchel-Baum figuriert haben, den das Foto oben zeigt. (2 Fotos © Gerlinde)

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Bretten: Der Wechsel von den Wildplätzen in die Mulchbeete war für Sven von Erfolg gekrönt


Foto: Nach seinen ersten Funden von Wildmorcheln knüpfte sich Sven jetzt die Mulchbeete im Landkreis Karlsruhe vor. Wie man sieht, mit gutem Erfolg. Auch an beachtlicher Größe fehlte es so manchem Exemplar nicht. (2 Fotos © Sven)

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Sven schreibt am 10. April 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich möchte an dieser Stelle mal kurz allen Morchelsammlern und -findern gratulieren. Ich gebe zu, ich bin immer wieder ein bisschen neidisch auf die tollen Bilder.

Heute hielt ich anfangs an einem Bachufer im Landkreis Karlsruhe nach den begehrten Zipfelmützen Ausschau. Gleich zu Beginn fand ich zwei Käppchenmorcheln. Nach einer dreivietel Stunde verlor ich jedoch die Lust, da Brennnesseln und Bärlauch undurchdringlich waren und ich nicht alles kaputttreten wollte.

So beschloss ich, auch in Mulchbeeten zu suchen. Dazu musste ich erst einmal Mulchbeete finden. Und gleich im ersten hatte ich Erfolg. Anständig, wie ich bin, klingelte ich natürlich und fragte höflich, ob ich mir die Pilze abschneiden dürfte. Obwohl die Eigentümer sichtlich irritiert über meine Frage oder mein Erscheinungsbild waren, willigten sie ein.

Bei den nachfolgenden Besitzern der mit Spitzmorcheln bestandenen Mulchbeete klingelte ich nicht mehr. Bei einigen war offenbar sowieso niemand zu Hause und irgendwie hatte ich den Verdacht, dass es eh niemanden interessieren würde, ob ich mir die Pilze holen würde oder nicht.

Wieviele Exemplare es am Ende waren, weiß ich nicht, denn zum Zählen war ich zu ungeduldig. Die Küchenwaage zeigte mir, dass es über 1900 Gramm waren.

Liebe Grüße aus Bretten, Sven«

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