Pilzticker BaWue 264: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 29.09.2020 - 04.10.2020



Pilzticker BaWue 264




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Baden-Württembergs




520 schönste Wiesenchampignons und eine Schüssel voller Nelkenschwindlinge


Foto: Ein voller Korb von der Pferdeweide. Michael und Suri haben schönste Wiesenchampignons auf den örtlichen Wiesen geerntet. Das zweite Foto zeigt, dass den Pilzen der trockene Rasen kaum etwas ausmacht. Heißt, hier haben auch geringe Niederschläge und Nachtfeuchte zum Fruktifizieren gereicht.

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Michael schreibt am 4. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wie schon seit Jahren, so stehen auch in diesem Jahr wieder die hiesigen Wiesen in der Region Kronau voller Wiesenchampignons und Nelkenschwindlinge. Ihre Anzahl bewegt sich geschätzt im Tausenderbereich.

Suri und ich ernteten genau 520 der schönsten Champignons und eine Schüssel voller Nelkenschwindlinge. Ein Essen am Abend - Poulet à la crème - und 4 große Beutel Champignons für die Gefriertruhe blieben bei uns, der Rest wurde verteilt an meine Eltern, Suris Eltern sowie meinen Bruder und dessen Freundin.

Viele Grüße Michael und Suri«

(3 Fotos © Michael)

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Foto: Dies könnte auch ein Puzzle sein, ist aber ein abermals gemäldehaftes Foto à la Michael, der hier gewiss in Zusammenarbeit mit Suri 520 Wiesenchampignons für den Pilz-Ticker ausgelegt hat. Sagenhaft! Dazu gibt es noch eine Schüssel Nelkenschwindlinge. Solch einem fulminanten Schub von Wiesenpilzen sollten alsbald die Waldpilze auf dem Fuße folgen.

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So manche Pilzart bequemt sich im Landkreis Calw nach dem Regen wieder aus dem Waldboden


Foto: Sie sind wieder da! Nach längerer trockenheitsbedingter Pause hat Heiko diese ersten jungen Steinpilze bei Calw gefunden. Nach den Regenfällen könnten sie den Beginn eines ersten Oktoberschubes anzeigen. (4 Fotos © Heiko)

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Heiko schreibt am 2. Oktober 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

am heutigen Freitagvormittag habe ich mich zu einem erholsamen Spaziergang in meine Stammwälder bei Calw aufgemacht.

Nach der fast zweiwöchigen Ruhephase im Nordschwarzwald und den etwas regnerischen Tagen Ende September scheinen sich nun manche Speisepilze wieder ganz behutsam aus dem Erdreich zu bequemen.

Ich entdeckte Amethystschuppige Pfifferlinge, schöne Lachsreizker, Rötliche Gallerttrichter sowie ein junges Geschwisterpaar vom Fichtensteinpilz

Sicherlich fehlen noch einige Tage, bis der Wald wieder richtig liefert, aber so langsam rührt sich was.

Ich bin auch mal auf mögliche Einträge und Funde von Mona und Martin gespannt, die ja die gleiche Ecke ansteuern. Grüße an dieser Stelle.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße Heiko«

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Foto: Dies sind Lachsreizker oder besser Weißtannenreizker. Diese sehr wohlschmeckende Reizkerart ist stark an Weißtannen gebunden. Da Weißtannen eine Baumart der Alpen und der höheren Mittelgebirge sind, findet man Lachsreizker fast ausschließlich in montanen Regionen. Weißtannen spielen in der Gestaltung unserer zukünftigen Wälder eine wichtige Rolle. Sie sind trockenheits- und hitzeunempfindlicher als Fichten, wurzeln tiefer und können so schwerere Böden zu ihrer Versorgung erschließen.

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2 Fotos: Schöne Amethystschuppige Pfifferlinge hat Heiko ebenso gefunden wie Rötliche Gallerttrichter (rechts), die sich roh oder leicht überbrüht als Salatpilze eignen.

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Eine Jus mit Zwetschgenwein und Büschelraslingen zu Roastbeef vom Emsrind und gebackenen bunten Gartenkartoffeln




Michael schreibt am 2. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern stellte ich fest, dass Büschelige Raslinge sich nicht nur gebraten auf Brot, sondern auch sehr gut in einer Soße machen.

Zubereitet habe ich ein schönes Stück Roastbeef vom Emsrind (28 Tage gereift), gebackene bunte Gartenkatoffeln und eine Jus aus Zwetschgenwein mit den Büscheligen Raslingen.

Meine »Grundjus« aus Rindsknochen halte ich immer portionsweise eingefroren bereit. Ich habe sie mit Zwetschgenwein, Gewürzen, Gelee der Schwarzen Nüsse, Butter und den kross gebratenen Raslingen fertiggestellt.

Bis auf das Stück Fleisch war wieder alles aus der Selbstversorgung.  

Viele Grüße Michael«

(Foto © Michael)

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Michael auf Achse

Eine Radtour ins fremde Revier der Krausen Glucken


Michael schreibt am 1. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich die tollen Funde von Thomas und Markus gesehen hatte, dachte ich mir, auch mal den Hardtwald um Karlsruhe aufzusuchen. Da ich zentral wohne, habe ich es zum Hardtwald nur ca. 10 Km weiter als in meine Kronauer Wälder. Also, ab aufs Rad und rein in ein neues Waldgebiet.

Ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil. Gefunden habe ich sehr viele Krause Glucken, zwei Steinpilze, einen Flocki, Büschelige Raslinge, Kupferrote Gelbfüße, diverse Täublinge, Flaschenstäublinge und Pfifferlinge, siehe das Foto rechts.

Vor die Kamera kamen mir am Wegrand noch ein paar der giftigen Spitzschuppigen Schirmlinge.
 
Viele Grüße Michael«

(5 Fotos © Michael)

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Foto: Die Krausen Glucken wuchsen reichlich, sogar mehrere an einem Kiefernfuß.

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2 Fotos: Die Chance auf Büschelige Raslinge (links) lässt sich Michael natürlich nicht entgehen. Und auf einen schönen Steinpilz (rechts) natürlich auch nicht.

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Foto: Und sie bleiben bitte alle unangerührt. Spitzschuppige Schirmlinge, auf dieser Website erstmals vorgestellt, sind sehr giftig. Am besten sind diese Pilze, die eine imposante Größe von bis zu 18cm Durchmesser erreichen können, an ihrem widerlich stechenden gasartigen Geruch zu erkennen. Im jungen Stadium haben sie braune Stacheln auf hellem Grund, die aber später abflachen. Spitzschuppige Schirmlinge sind sehr stark magen-darm-giftig, im Zusammenwirken mit Alkohol sollen sie sogar lebensbedrohlich sein.

Im Gegensatz zum Parasol oder Riesenschirmling ist ihr Stiel nicht genattert. Und ihr Ring (nicht selten vergänglich) ist nicht verschiebbar. Alle essbaren Riesenschirmlinge haben einen verschiebbaren Ring.

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Kreationen von Schopftintlingen, Büschelraslingen & Co.

Erst eine Klare Pilzessenz, dann Spaghetti ai funghi




Michael schreibt am 30. September 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

einen Teil der neulich gesammelten Pilze bereitete ich gestern Abend zu einem gelungenen Essen zu.

Aus den Schopftintlingen gab es zur Vorspeise eine »Klare Pilzessenz« (2. Foto rechts). Den Fond hierzu hatte ich bereits eingefroren und aus Pilzresten und Abschnitten hergestellt.

»Spaghetti ai funghi« nach meiner Art, mit Krauser Glucke, Büscheligem Rasling, Kupferrotem Gelbfuß, Flocki und Rotkappe bildete die Hauptspeise (1. Foto rechts). Auch hier war, bis auf wenige Komponenten, alles gesammelt oder aus dem eigenen Garten. Geschmeckt hat es letztendlich allen.

Viele Grüße Michael«

(2 Fotos © Michael)

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Raslinge, Schwindlinge, Tintlinge:

Michaels Festtage der Außenseiterpilze


Foto: Seit jeher weiß Michael die Vielfalt der Speisepilze überaus zu schätzen und setzt sie in der Küche je nach Art harmonisch kombiniert mit allen erdenklichen Beilagen und Zutaten ein. Deshalb erfreuen ihn Nelkenschwindlinge (in der Schüssel), Schopftintlinge (darunter) oder Büschelige Raslinge (daneben), an denen manch anderer achtlos vorübergeht, genauso wie ein Fund von prächtigen Sommersteinpilzen oder Morcheln. Das ist absolut vorbildlich! (4 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 29. September 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

unsere gestrige Pilztour bei Kronau - ich war mit Yoga auf den umliegenden Wiesen und in Wäldern - war ein schöner Erfolg! Besonders erfreulich: die Vielfalt nimmt zu.

Gesammelt haben wir Nelkenschwindlinge, Krause Glucken, Büschelige Raslinge, Kupferrote Gelbfüße, zwei Flockis, eine Rotkappe, zwei Edelreizker und einige Schopftintlinge, die trotz ihrer Größe - man beachte zum Maßstabsvergleich die Salatschleuder - noch reinweiß waren.

Viele Grüße Michael und Yoga«

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Foto: Die Büschelraslinge oder Büscheligen Raslinge machen hier ihrem Namen alle Ehre. Es sind ausgezeichnete Speisepilze mit einem festeren Biss und einem mild-würzigen Geschmack. »Ein nicht zu unterschätzender Speisepilz«, so bewertet die lexikographische Website 123pilzsuche.de diese Pilzart und gibt ihr - zu Recht - die Schulnote 1. Außerdem schön, dass Büschelige Raslinge nicht selten in großen, gar riesigen Mengen wachsen.

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Foto: Diese schönen Schopftintlinge wachsen büschelig. Es ist eine von sechs Wuchsformen, die Pilze haben können. Weitere sind: einzeln, gruppenweise, gesellig, rasig oder dachziegelig. Schopftintlinge sind hervorragende Speisepilze und schmecken besonders gut auf Butterbrot, nachdem sie in Butter gebraten wurden.

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Foto: Nach dem Regen wachsen die Nelkenschwindlinge, die stets auf Rasenflächen zu finden sind. Auch sie sind köstliche Suppen-, Soßen- und Würzpilze.

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