Pilzticker Schweiz 40:
Funde vom 31.07.2021 - 08.08.2021



Pilzticker Schweiz 40




Übersicht aller bisherigen Pilzticker Schweiz




Kleine und grosse Pfifferlinge für eine feine Pilzrahmsauce zu Spaghetti


Foto: Ein goldgelbes Leuchten, das Aleks' Herz schneller schlagen liess: Von den herrlichen Pfifferlingen und einigen Lila Lacktrichterlingen gab es zum Abend eine feine Pilzrahmsauce zu Spaghetti. Seit vier Jahren geht Aleks mit seinem Freund Mirco in die Pilze bei St. Gallen. (3 Fotos © Aleks)

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Aleks schreibt am 8. August 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm, 

mein Freund Mirco und ich sammeln seit ca. 4 Jahren Pilze, vorwiegend im Kanton St. Gallen. Dein Forum kennen wir seit einigen Jahren. Danke, dass du es erstellt hast; für mich ist es das beste Pilzforum weit und breit ;).

Heute gingen wir ca. 2 Stunden durch den Wald und besuchten die Pilzplätze, die wir nun seit einigen Jahren kennen. Leider konnten wir keine Steinpilze finden. Nur Gallenröhrlinge, die wir aus bekanntem Grunde stehen gelassen haben.

Wir fanden aber wunderschöne kleine und grosse Pfifferlinge an alten, aber auch an neuen Plätzchen. Zudem gab es auch noch wenige Violette Lacktrichterlinge. Einige Pfifferlinge fanden wir am Waldrand, die meisten aber im steilen Gelände im Wald selbst. Einige haben wir auch stehen gelassen, weil sie sich nach dem vielen Regen zu sehr mit Wasser vollgesogen hatten.

Heute Abend gibt es natürlich eine feine Pfifferlingsrahmsauce mit Spaghetti. Mmmh, darauf freue ich mich schon.

Liebe Grüsse an alle Pilzfans!

Aleks & Mirco"

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2 Fotos: Kleinere, blasse Pfifferlinge im Wald und drei große dottergelbe in der Hand. Fotos mit Hand und Fingern wollen wir nach Möglichkeit vermeiden, viel schöner und aussagestärker ist es, die Pilze auf einen Baumstumpf nebst Messer für den Maßstabsvergleich zu legen. 

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Den Amethystschuppigen Pfifferlingen inmitten der Wildrauke fehlte nur noch das Salatdressing


Martin schreibt am 7. August 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

heute Morgen ging ich wieder einmal durch die St. Galler Mischwälder vor meiner Haustüre.

Ich fand im Wald viele Frauentäublinge, welche hier allerdings mit Schnecken geboren werden. Alle waren unbrauchbar. Die Totentrompeten und die Krausen Leistlinge, von denen ich heute einige neue Stellen entdeckte, sind weiter auf dem Vormarsch. Leider waren alle nass.

Auch die Trompetenpfifferlinge wachsen fleissig, sind aber noch klein. Sie wachsen ebenfalls an neu entdeckten Plätzen. Den Tagessieg im Wald errangen allerdings ganz klar die Violetten Lacktrichterlinge (2. Foto rechts). Sie wachsen zur Zeit üppig auf grossen Flächen.

Den heutigen Höhepunkt setzten allerdings die Amethystschuppigen Pfifferlinge (1. Foto rechts), die ich an den Waldrändern in den Wiesen fand. Sie waren alle noch jung und knackig und wuchsen büschelweise. Ein Büschel wuchs inmitten einer wilden Rauke. Hier fehlte nur noch das Salatdressing. Aber nach einer Geschmacksprobe liess ich den bitterscharfen Salat lieber stehen.

Interessant war für mich, dass an allen mir bekannten Pfifferlingsstellen gar nichts los war. Ich fand die Pilze durchweg an neuen Stellen an südlichen Waldrändern. Meine bisher bekannten Stellen befanden sich alle an Waldrändern mit nördlicher Ausrichtung.

Einen Teil der schönen Pfifferlinge bekamen unsere lieben Nachbarn Heidi und Hans. Der Grossteil wird dann morgen unseren Besuch beglücken.

Für mich war das einer der schönsten Pfifferlingsfunde, die ich je hatte. Und zahlreiche Nachwuchspilzchen liess ich noch stehen...

Viele Grüsse an dich, Heinz-Wilhelm, und an alle passionierten Pilzesammler!

Martin"

(4 Fotos © Martin)

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2 Fotos: Die Trompetenpfifferlinge (links) wuchsen in der Nadelstreu, während sich die Amethystschuppigen Pfifferlinge (rechts) auf der Wiese am Waldrand wohlfühlten. 

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Roman freut sich über den Fund seiner ersten Schweinsohren


Foto: Erst seit drei Jahren sammelt Roman Pilze. Dafür kann sich sein Fund sehen lassen. Jetzt hat er sogar seine ersten Schweinsohren entdeckt. Auf dem 1. Foto sind sie unten rechts, auf dem 2. noch einmal gesondert zu sehen. 

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Roman schreibt am 3. August 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm, 

erst mal möchte ich dir zu deiner gelungenen Seite gratulieren. Ich verfolge deinen Pilzticker-Schweiz nun seit 3 Jahren. Ich habe damals mit der aktiven Pilzsuche begonnen; mittlerweile ist sie zur Sucht geworden.

Ich habe heute meine ersten Schweinsohren gefunden. Jedenfalls binich mir zu 100% sicher, dass es welche sind. Es wäre schön, wenn Du dies bestätigen könntest.

Nebst den Schweinsohren durfte ich 3 Maronenröhrlinge, 3 super knackige Steinpilze, 3 Semmelstoppellinge und eine schöne Portion Pfifferlinge in mein Körbchen packen.

Herzliche Grüsse aus der Westschweiz, Roman"

(2 Fotos © Roman)

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Erst staunen über die seltsamen krausen Totentrompeten, dann eine leckere Pilzcrèmesuppe gezaubert


Martin schreibt am 31. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

heute Morgen versuchte ich in einigen Buchenwäldern mein Glück.

Steinpilze konnte ich keinen einzigen entdecken. Dafür gab es einiges an Pfifferlingen. Das Problem hier rund um St.Gallen ist einfach, dass es fast täglich regnet, meist viel. Pilze, die nach ihrem Alter noch gut wären, saugen sich mit Wasser voll und werden so unbrauchbar. Nur ganz junge Exemplare oder solche, die unter einem besonders dicken Blätterdach wachsen, taugen zu Speisezwecken. 

Dieses Problem hatte ich bereits vergangenen Dienstag im "Gämsenwald". Dort standen noch gut 50 Steinpilze, die Hälfte im mittleren Alter. Doch sie waren wie vollgesaugte Schwämme. Und die Schnecken feiern eine riesige Orgie! Sie brauchen sich nicht einmal tagsüber vor der Sonne zu verstecken, sondern fressen rund um die Uhr. So war der ganze Wald ein riesiges Schlachtfeld.

Zurück zum heutigen Samstag. Ich konnte schlussendlich gut zwei Hände voll Blasse Pfifferlinge von guter Qualität mitnehmen.

Heute Abend schaute ich noch in dem Wald vorbei, in dem hier meistens die ersten Totentrompeten wachsen. An der ersten Stelle fand ich seltsame Totentrompeten vor. Eine kurze Recherche auf "123Pilze"ergab, dass es sich um Krause Leistlinge (1. Foto rechts) handelte. Sie sind zwar nicht selten, dennoch schwer zu finden. Also nahm ich sie mit, zumal noch viele Winzlinge nebenan standen. Ein Erstfund für mich.

Ein paar Meter weiter stand dann ein ganzes Trompetenorchester bei Fuss. Es schaut gut aus für reichlich Totentrompeten (2. Foto rechts) in diesem Jahr.

Da die Pilze halt doch etwas feucht waren, wollte ich sie nicht trocknen*, sondern ich kochte zusammen mit den Pfifferlingen eine Pilzcremesuppe

Als Beifang gab es heute einen Semmelstoppelpilz, einen Perlpilz, zwei Frauentäublinge und zwei Violette Lacktrichterlinge.

Viele Grüsse an alle!

Martin"

(2 Fotos © Martin)

* Absolut richtig gehandelt, lieber Martin! Für eine langfristige Konservierung wäre das nichts geworden. Man trocknet nur trockene Pilze. Eine Pilzcrèmesuppe daraus zu machen, war die beste Entscheidung. 

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