Pilzticker Schweiz 17:
Funde vom 14.09.2018 - 22.09.2018



Pilzticker Schweiz 17




Übersicht aller bisherigen Pilzticker Schweiz




Philipp schwärmt: »Ein tolles Steinpilzjahr im Appenzellerland«


Foto: Die Steinpilze waren zum großen Teil überständig, dennoch fanden sich genügend junge für die Verwertung. Philipp spricht von einem »tollen Steinpilzjahr« im Appenzellerland. (3 Fotos © Philipp)

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Philipp schreibt am 22. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm

gestern mit den Kindern und der Schwiegermutter und heute mit einem Freund, den vor einer Woche die Pilzsucht gepackt hat: Streifzüge durch das Appenzellerland sind derzeit einfach toll.

Gesehen haben wir Steinpilze, Maronen, Flockis, endlich Semmelstoppelpilze, Eierschwämme, Violette und Rote Lacktrichterlinge, Birkenpilze, Reizker, Goldröhrlinge, Schopftintlinge, Kupferrote Gelbfüße, Samtfußkremplinge und Habichtspilze gefunden. Und überall standen die Fliegenpilze.

Die Steinpilze waren meistens schon überständig, so dass wir viele stehen lassen mussten. Trotzdem kamen noch einige zusammen. Allgemein scheinen die Steinpilze eine Pause einzulegen und auf Regen zu warten.

Grundsätzlich kann man bei uns im Appenzeller Land von einem tollen Steinpilzjahr sprechen. Für die Eierschwämme gilt das leider ganz und gar nicht. Ob die noch so richtig durchstarten?

Herzliche Grüße, Philipp«

Ergänzung: Sonntag Mittag war ich erneut los: zwei tolle Steinpilze und eine Handvoll Semmelstoppelpilze entdeckte ich. Und zwei Slowaken in unseren Wäldern. Was man nicht alles findet ;-).«


2 Fotos: Der schöne Steinpilz links zählte garantiert zu den gerne mitgenommenen, wie auch der junge Birkenpilz (rechts), dessen Stiel noch jungfräulich unbeschuppt ist bezieungsweise dessen weiße Schuppen auf dem weißen Grund nicht erkennbar sind.

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Ein Dutzend Steinpilze verlangte von Felix den Aufstieg auf 1200 Höhenmeter im Höhronen


Felix schreibt am 21. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

gestern wanderte ich im Gebiet des Höhronen, das ist eine Hügelkette der Voralpen zwischen Schwyz, Zug und Zürich.

Da der Ausgangpunkt der Wanderung ein Südhang war, rechnete ich mir dort nicht allzu viele Chancen auf Pilze aus. Dennoch waren viele Arten zu sehen, darunter Hallimasche, Flockenstielige Hexenröhrlinge und Fliegenpilze. Viele Exemplare waren jedoch bereits im fortgeschrittenen Wachstum und in der Regel auch mehr oder weniger angefressen von Schnecken.

Nach etwa zweistündigem Aufstieg von 850 auf 1200 Meter hatte ich 12 Steinpilze gefunden und ich rechnete mit weiteren auf der Nordseite. Jedoch: keine Spur von irgendwelchen Pilzen - mit einer Ausnahme: ich entdeckte ein kräftiges Büschel Violettschuppiger Pfifferlinge, die ersten in diesem Jahr. Alle Pilze sind auf dem Foto rechts zu sehen.

Die Wetterprognosen verheißen immerhin eine Abkühlung bei uns, Niederschlag ist leider weiter nicht in Sicht.

Beste Grüße und weiterhin gut Pilz!

Felix«

(Foto © Felix)

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Endlich wieder ein Waldgang ohne Frevlerspuren, dafür mit guter Pilzvielfalt für Philipp


Foto: Ein kleines Nest der gerne gesellig wachsenden Flockenstieligen Hexenröhrlinge. Am vorderen Pilz hat ein kleiner Waldnager seinen Hunger gestillt. Es ist erstaunlich, dass Nager, eigentlich alle Säugetiere nur die Hüte der Pilze bevorzugen. (3 Fotos © Philipp)

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Philipp schreibt am 20. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

die Pilzvielfalt, die ich heute in einem neu erkundeten Wald oberhalb von St. Gallen entdeckt habe, ist ganz erstaunlich!

Maronen, Flockis, Steinpilz, Scheidenstreifling, Aniszählinge, Eierschwämme, Reizker und Täublinge fand ich dort.

Auffallend in diesem Jahr sind auch einmal wieder die schönen Fliegenpilze.

Die Trockenheit nimmt bereits wieder zu, aber es wird ja glücklicherweise Regen für unsere Region angekündigt.

Herzliche Grüße Philipp«


2 Fotos: Dieser schöne Steinpilz (links) wartete ebenso auf Philipp wie der Graue oder Graubraune Scheidenstreifling rechts im Bild. Wegen der Trockenheit hat er den Hutrand aufgeschlagen. Alle Scheidenstreiflinge sind essbar.






Philipp auf den Spuren der Wald- und Pilzfrevler


2 Fotos: Den Flockenstieligen Hexenröhrling (links) haben wir schon oft vorgestellt. Der Elfenbeinröhrling (rechts) ist viel seltener. Er ist ein kleiner Röhrling und zählt zu den Schmierröhrlingen (wie Goldröhrlinge, Kuhröhrlinge oder Butterpilze), die grundsätzlich an Nadelbäume gebunden sind. Hier sehen wir gut seinen fein geschuppten Stiel. Der Elfenbeinröhrling ist kein »Europäer«; dieser gute Speisepilz wurde mit fünfnadeligen Importkiefern aus Nordamerika »eingebürgert«. (2 Fotos © Philipp)

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Philipp schreibt am 18. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute war ich ganz kurz in einem Wald nahe St. Gallen, um kurz nachzusehen, was so wächst. Mitgenommen habe ich nichts, da ich genug Pilze vom letzten Wochenende habe.

Den ausgerissenen Flockis nach zu schließen, muss auch in diesem Wald ein Wüstling sein Unwesen getrieben haben. Aber immerhin standen die meisten Pilze noch.

Gesehen habe ich sehr viele Flockis, Maronen, Rotfüßchen, Elfenbeinröhrlinge (kannte ich nicht), Safranschirmlinge, Falsche Pfifferlinge, Schönfußröhrlinge und einen mir unbekannten Schüppling.

Herzliche Grüße Philipp«


Appenzellerland: Schandtat im Beet der Steinpilze und Anhängselröhrlinge


Philipp schreibt am 17. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

mit dem Ziel, frische Steinpilze für eine Suppe abzuholen, habe ich mich gestern mit meinem Sohn in die Wälder zwischen Rheintal und Appenzellerland begeben.

Eigentlich wollte ich mich auf Steinpilze beschränken, konnte aber den schönen Maronen im ersten Waldabschnitt nicht widerstehen. Auch ein Eierschwamm kam mit.

In meinem Steinpilzabschnitt musste ich leider das Werk eines Frevlers vorfinden. Steinpilze waren wahllos ausgerissen oder niedergetrampelt worden, Anhängselröhrlinge lagen in große Stücke geschnitten auf dem Boden verstreut. Einfach eine Sauerei! Wer so mit unserer Natur umgeht und von Pilzen keine Ahnung hat, sollte einen Kurs besuchen oder besser zu Hause bleiben!

Wenigstens ein Steinpilz hatte sich gut versteckt retten können. Im dritten und letzten Teil  konnten wir endliche schöne, unbelästigte Steinpilze finden. Den Steinpilzfriedhof mit 15 verwesenden Leichen haben wir unangerührt so belassen.

Dazwischen standen Massen von Hallimasch. Wie auch Parasole, Netzstielige Hexen, Reizker, Semmelstoppelbabys und Fliegenpilze haben wir sie unangetastet gelassen.

Herzliche Grüße Philipp«

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2 Fotos: Ein unbelästigter Steinpilz erfreut sich - noch - seines unbeschwerten Lebens (links). Rechts auf dem Bild sehen wir Hallimaschbüschel, die auf dem Steinpilzfriedhof wuchsen. (3 Fotos © Philipp)

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Appenzeller Voralpen: »Steinpilze suchen« war gestern, »Steinpilze aussuchen« ist heute


Philipp schreibt am 15. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich muss die Begriffe präzisieren: das »Steinpilze suchen« ist bei uns in den Appenzeller Voralpen zum »Steinpilze aussuchen« geworden.

Gestern war ich mit meiner Tochter auf 1000 Meter Höhe unterwegs. Wir haben herrliche Steinpilze in solchen Mengen zusammengetragen (Foto rechts), dass ich die schönen Flockis und Goldröhrlinge stehen liess, um das Sammellimit von 2 kg pro Person und Tag nicht zu überschreiten. Dazu habe ich einen ganzen Wald voller Fliegenpilze entdeckt.

Heute beim Angeln kamen zur schönen Bachforelle noch tolle Eierschwämme hinzu. Sie wuchsen treu an der letztes Jahr entdeckten Stelle. Auf dem Rückweg habe ich dann noch kurz einige Steinpilze und Maronen »ausgesucht«, die das zweite Foto zeigt.

Welch ein Überfluss!

Herzliche Grüße Philipp«

(2 Fotos © Philipp)

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Zürcher Weinland: Die Fliegenpilz-Autobahn führte Felix direkt zu den Steinpilzen


Foto: Ein Fichtensteinpilz im Buchenwald, das kommt oft vor. Dennoch hat Felix auch diesmal die meisten seiner Steinpilze ihrem Namen gemäß im Fichtenrevier gefunden. Auf dem Hochformatbild sehen wir eine Fliegenpilz-Autobahn, die Felix geradewegs zu der größten Steinpilzgruppe führte. (2 Fotos © Felix)

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Felix schreibt am 14. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nun wurde ich das erste Mal etwas näher an meinem Wohnort fündig. Bei einer kleinen Wanderung im Zürcher Weinland zwischen 400 und 600 Höhenmetern fand ich ca. 1kg schöne frische Steinpilze. Auch andere, mir leider noch unbekannte Arten waren zu sehen, darunter vermutlich Goldröhrlinge, Fichtenreizker, Täublinge und Hexenröhrlinge.

Fundort war dieses Mal ein Buchenwald, die zahlenmässig größte Steinpilzgruppe war jedoch einmal mehr in einem Waldstück mit Fichten zu finden. Erneut galt die Regel »Wo Fliege, da Stein«, die Fliegenpilze auf dem Foto zeigten vom Wanderweg die Spur zur Steinpilzfamilie.

Beste Grüße und weiterhin gut Pilz!

Felix«

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