Pilzticker RP 126
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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz

Foto: Ein halbes Körbchen Totentrompeten, gesammelt mit gefrorenen Fingern im Schneegriesel. Die letzte Lese der wohlschmeckenden Würzpilze war für Jürgen kein Zuckerschlecken. Schöner Trost: 1,5 Kilo Reinpulver von Herbsttrompeten sind als Vorrat insgesamt zusammengekommen. (Foto © Jürgen)
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Jürgen schreibt am 21. November 2025:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
eigentlich wollte ich heute überhaupt nicht in den Wald gehen, doch Bea meinte, sie würde die Hunde an die Leine nehmen und ich sollte sammeln. So sind wir gegen 13 Uhr doch noch einmal in die Wälder oberhalb von Bruttig gefahren, ins Gebiet der Herbsttrompeten. Die vergangenen Nächte mit -1 Grad sollten die Pilze doch wohl überstanden haben.
Schon nach 20 Minuten kamen mir meine Finger trotz Sonnenscheins bei nur einem Grad Celsius wie abgestorben vor. Nach 40 Minuten anstrengenden Sammelns war mein Korb schon halb voll, alle Pilze waren von guter Qualität. Während meiner Lese hatten die Hunde mit meiner Frau viel Spaß.
Während ich die Pilze wieder zum Trocknen vorbereite, ziehe ich Bilanz: Von den gesamten Totentrompeten, die wir seit Tagen bei Bruttig gelesen haben, konnten wir 1,5 Kilo Reinpulver gewinnen. Zwei Teelöffel davon haben wir bereits in Rahmgeschnetzeltem mit Pasta verwendet, was ausgezeichnet harmonierte.
Damit schließen wir nun das am Ende doch nicht völlig verkorkste Pilzjahr 2025 ab. Immerhin haben wir neben den Totentrompeten einen schönen Vorrat an Mischpilzen, Steinpilzen und Rotkappen angelegt. Und auch unsere Nachbarn mit dem einen oder anderen Pilzgeschenk erfreut.
Da die Wälder dort oben hauptsächlich aus Buchen bestehen und allerhand Totholz rumliegt, haben wir die Hoffnung, in diesem Winter zum ersten Mal Austernseitlinge zu finden. Wir werden uns Mühe geben.
Wir wünschen Dir und allen Lesern schon einmal eine schöne Vorweihnachtszeit. Halt die Ohren steif und bleib gesund!
Liebe Grüße
Beatrice und Jürgen sowie Kassie und Lenny"
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Foto: Im Reich der Herbsttrompeten. Wo die alten Rotbuchen ihr Laub und totes Gezweig abgeworfen haben, wachsen sie, die köstlichen Würzpilze. Die angeleinten Hunde hatten hatten mehr Spaß als Jürgen mit seinen steifgefrorenen Fingern bei der Lese. (Foto © Beatrice)
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Oliver schreibt am 19. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
das letzte Mal für dieses Jahr besuchte ich die Rheinhöhen des Hunsrück, um Pilze zu finden. Dafür rechnete ich mir viele Pilzfunde aus und sah schon den vollen Pilzkorb mit vielen verschiedenen Arten vor meinem geistigen Auge.
Als ich morgens losfuhr, schien noch die Sonne und je höher ich in den Hunsrück fuhr, desto mehr verdichteten sich die Wolken. Die Temperatur fiel und es fing an zu regnen. Glücklicherweise hörte es in jenem Moment auf, als ich mein Ziel erreichte.

Bis zum moosbewachsenen Tannenwald waren es aber noch etwa zwei Kilometer strammer Fußmarsch. Bei leichtem Regen im ersten Waldabschnitt angekommen, suchte ich fieberhaft nach Röhrlingen. Ich fand nur wenige noch gut erhaltene Maronenröhrlinge, aber keinen einzigen Steinpilz mehr. Selbst alte Exemplare waren wie vom Erdboden verschluckt. Damit war klar: die Zeit der Steinpilze ist vorbei.
So besuchte ich mehrere Wälder und fand noch einige junge knackige Perlpilze in geschlossenem Zustand sowie Trompetenpfifferlinge, die aber auch schon langsam ihr Wachstum einstellen.
Es gesellten sich doch noch einige junge Maronenröhrlinge und noch mehrere Hexenröhrlinge sowie ein Waldegerling hinzu. Am Fuße einer Tanne fand ich noch eine Krause Glucke. Insgesamt aber war das nur noch der wachhabende Rest der Pilzgemeinschaft.
Meine Suche wurde dann durch ein kurzes, aber heftiges Schnee- und Graupelgewitter abrupt beendet. Die Temperatur fiel auf Null Grad Celsius und so beendete ich meinen Pilzgang schnellen Schrittes mit dem Gang zurück zu meinem Auto.
Mein Trost ist es, das demnächst die Winterpilze ihr Stelldichein geben werden. Wir dürfen auf keinen Fall den Zeitpunkt der Ernte verpassen! Er könnte sich aufgrund der Witterung früher einstellen als sonst.
Das war's aus den tiefen Wäldern von Rheinland-Pfalz. Vom Inhalt des Korbes (Foto rechts) hat Margit dann ein herrliches Pilzgericht mit Fleisch und Gemüse zubereitet, von dem sechs ausgehungerte Leute satt wurden!
Viele Grüße von Margit und Oliver vom Pilzsuchteam Nahe-Land"
(Foto © Oliver)
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Foto: Ruckzuck waren die zwei Körbe wieder voll von Totentrompeten. 45 Minuten benötigten Beatrice und Jürgen für das Sammeln. Jürgen schätzt, dass das Putzen dieser Pilze mehr als zehn(!) Stunden beansprucht. (3 Fotos © Jürgen)
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Jürgen schreibt am 15. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
nachdem wir gestern in den trostlosen Wäldern oberhalb von Morbach unterwegs waren (die Hunde haben es genossen), sind wir heute gegen 8:45 Uhr erneut zu den Totentrompeten bei Bruttig gefahren, diesmal ohne Hunde.
Diesen Gang wollen wir morgen Früh wiederholen, denn ab Montag sollen die Temperaturen rapide in den Keller gehen. Ab Mittwoch ist Nachtfrost vorhergesagt, tagsüber soll es bei höchstens 2 Grad ersten Schneefall geben.
Für das auf dem Foto gezeigte Sammelergebnis in den zwei Körben benötigten wir gerade einmal 45 Minuten. Nach meiner Einschätzung stehen noch mindestens zehn weitere Körbe Totentrompeten im Wald.
Unser herzlicher Dank richtet sich an unsere Bekannte Manuela, denn ohne ihre Mithilfe wären wir nie dorthin gefahren. Für uns waren diese Pilze ja Erstfunde. Was uns am meisten erstaunt hat, sind allerdings die Massen, in denen sie zu finden sind.
Nach dem morgigen Ausflug werden wir das Pilzjahr 2025 beschließen, denn durch den Frost wird es nicht mehr viel Verwertbares geben. Oder sollten wir vielleicht mit Austernseitlingen Glück haben, die wir ebenfalls noch nie gefunden haben?
Nun ist erst einmal wieder Vorbereiten fürs Trocknen angesagt. Das ist ziemlich aufwendig: 45 Minuten Sammeln stehen mindestens zehn Stunden Säubern gegenüber.
Allen eine schöne Zeit und Dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße Beatrice Jürgen"
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Foto: Die Herbsttrompeten drängen aus dem dicken, dichten Laub, wo auch immer man hinsieht.

Foto: Überall quirlen, wuseln und wimmeln die schwarzen Trompeten aus dem Laub hervor. Es wachsen noch so viele, dass Beatrice und Jürgen sie vor dem Wintereinbruch unmöglich alle einlesen geschweige denn verarbeiten können.
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Jürgen schreibt am 11. November 2025 zu diesen 3 Fotos:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute Morgen kurz nach 9 Uhr haben Beatrice und ich in den Laubwäldern oberhalb von Bruttig erneut Totentrompeten gesammelt.

Die Laubmischwälder - Buchen, Eichen, Birken, vereinzelt Lärchen - stehen noch voll mit diesen schmackhaften Pilzen. Nach gut einer Stunde haben wir uns mit zwei vollen Körbchen wieder auf den Heimweg gemacht. Das Sammeln ging Ruckzuck, denn pro Nest finden sich meist 20 bis 30 Pilze.
Das gleiche werden wir morgen und am Freitag erneut machen, bevor das Wetter zum Wochenende kippen soll. Nachts sollen die Temperaturen nur noch knapp über Null Grad, tagsüber höchstens 4 Grad betragen, dazu sind Regen und Schneeregen angekündigt.
Nun wird geputzt und fürs Trocknen vorbereitet; ein kleiner Teil wandert zudem in die Soße vom Schulterkrustenbraten.
Allen Sammlern bzw. Lesern noch viel Erfolg und Dir eine schöne Woche mit hoffentlich noch vielen lesenswerten Beiträgen.
Liebe Grüße
Beatrice und Jürgen"
(3 Fotos © Jürgen)
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Oliver schreibt am 10. November 2025:
"Servus Heinz-Wilhelm,
heute war ich seit nunmehr zwei Jahren das erste Mal wieder auf den Rheinhöhen bei Kastellaun im Hunsrück.
Würde ich dort, da die Hochzeit der Pilze bereits vorüber ist, dort noch etwas finden? Gegen 10 Uhr morgens fuhr ich los, die Strecke beträgt gut 50 Kilometer. Bei uns herrschte dichter Nebel, das Thermometer zeigte 5 Grad plus an.
Je höher ich in den Hunsrück fuhr, desto mehr löste sich der Nebel auf und die Temperatur stieg auf 9 Grad an; ideales Wetter zum Pilze suchen.
Ich suchte direkt die mir gut bekannten Pilzwälder auf, was noch einmal gut eineinhalb Kilometer Fußweg bedeutete. Während der Etappe fand ich schon mal eine knackige Marone und Lungenseitlinge. Sie wuchsen direkt aus der Erde hervor, scheinbar auf einem Stück Holz oder altem Baumstumpf, der sich unter der Erde verbarg.
Nach einer Weile erreichte ich den ersten Nadelwald, mit dick bemoosten Moosteppichen, ideales Habitat für gute Speisepilze. Der Waldboden war teilweise übersät mit verschiedenen Pilzen, u. a. mit vielen Maronenröhrlingen in unterschiedlichen Wachstumsphasen. Am liebsten sind mir da die kleinen knackigen Butterfäschen, wie sie Margit immer nennt. Also die mit besonders dicken, fassähnlichen Stielen.
Zu meinem Erstaunen fand ich einen herrlichen Steinpilzdrilling in stattlicher Größe (2. Foto rechts), ganz ohne Madenbefall. Dann gab es Anisegerlinge und knackige Fichtenreizker, alle ohne Maden. Leider hatte ich beim ersten Pilzgang nur einen Korb dabei, denn ein zweiter wäre dort locker auch noch voll worden.
Egal welche Waldabschnitte ich auch besuchte, überall fand ich heute Trompetenpfifferlinge, die sehr gesund und vitaminreich sind. Auch einige sehr gute Flockenstielige Hexenröhrlinge und junge knackige Filzröhrlinge landeten in meinem Korb.
Es folgte ein zweiter Pilzgang in einem rund drei Kilometer entfernten Waldgebiet. Nach fünf Stunden schöner Pilzsuche hatte ich einen komplett vollen und einen teilgefüllten Korb.
Die Wälder bei Kastellaun befinden sich in einem hervorragenden Zustand, was darauf zurückzuführen ist, dass dort keinerlei Spuren von Harvestern zu sehen sind. Das ist heutzutage selten genug und ich kann nur hoffen, dass das so bleibt.
Margit hat die schönsten Fotos für den Pilzticker ausgesucht.
Noch gute Pilzfunde Dir und allen Pilzfreunden und alles Gute von
Margit und Olli aus dem Nahe-Land"
(4 Fotos © Oliver)
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2 Fotos: Die Filzröhrlinge waren jung und knackig (links), der Korb dank des Steinpilzdrillings randvoll.

Foto: Körbchen und Beutel sind nach 45 Minuten bereits gut gefüllt, die Lese der vielen Totentrompeten in den Buchenwäldern bei Bruttig ging gut von der Hand. (Foto © Jürgen)
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Jürgen schreibt am 8. November 2025:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
wie angekündigt, sind wir heute gegen 10 Uhr bei nebeligen 2 Grad in den Laubwäldern mit unserer Pilzinformantin oberhalb von Bruttig unterwegs gewesen.
Es gab Totentrompeten in Massen. In gut zweieinhalb Stunden waren die zwei Körbe unserer Bekannten, unsere zwei Körbe sowie zwei Stoffbeutel prall gefüllt. Das Foto entstand nach 45 Minuten im ersten Waldabschnitt. Mich erinnerte das Szenario an das vergangene Jahr mit den Pfifferlingen, nur dass wir Totentrompeten bis zu diesem Herbst noch nie gefunden hatten. An Röhrlingen gab es übrigens nicht einen verwertbaren.
Bei den angekündigten milden Temperaturen für die kommende Woche werden wir erneut sammeln gehen, denn es gab noch so viele Nester mit kleinen Pilzen.
Nun geht es ans Vorbereiten für das Trocknen. Das ist ziemlich aufwendig. Noch kurz zur Kulinarik: Wir haben Totentrompeten in einem toskanischen Ofengericht zu Putenoberkeule mit Zucchini, Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Fond und Weißwein mit verarbeitet, was ein voller Erfolg war.
Allen Lesern und Pilzsammlern noch viel Freude und Glück in der kommenden Woche. Es geht noch was!
Dir alles Gute und ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße Beatrice und Jürgen, diesmal ohne die Hunde"
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Sep 15, 26 12:21 PM
Sep 15, 26 09:42 AM
Sep 15, 26 02:24 AM
Sep 14, 26 11:49 AM
Sep 14, 26 11:15 AM
Sep 14, 26 02:47 AM
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Trockene Wälder, wochenlang kaum oder gar keine Pilze... Das muss nicht sein! Mit der vorzüglichen Pilzbrut von Hawlik hat das ein Ende. Wie wäre es zum Beispiel mit köstlichen Limonenpilzen ?
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