Pilzticker Hessen 94: Pilzfunde im
Bundesland Hessen vom 28.04.2019 - 18.05.2019



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Main-Kinzig-Kreis: Stefans erste wilde Spitzmorcheln, noch dazu aus dem Laubwald


Stefan schreibt am 18. Mai 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ursprünglich hatte ich heute Morgen das Haus mit dem Vorhaben verlassen, mal nach dem Rechten an meinen Pfifferlingsplätzen zu sehen und vielleicht den einen oder anderen Flocki zu finden. Ich sollte aber feststellen, dass sich allerhand getan hatte in der letzten Waldwoche.

Wir haben hier seit gut drei Wochen immer wieder Niederschläge, teils anhaltend und kräftig. Zudem sind die Temperaturen diese Woche wieder in den zweistelligen Bereich geklettert. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung verstecken sich die Pfiffers nach wie vor.

Was mir auffällt, vermutlich auch wegen des trockenen und pilzfreien letzten Jahres, ist die dicke Laubschicht. Das macht die Pilzsuche im allgemeinen und vor allem nach Pfiffern nicht einfacher.


2 Fotos: Ein angeknabberter FLockenstieliger Hexenröhrling (links) und zwei Hochgerippte Becherlorcheln, die nach intensiver Garung zwar essbar, aber zäh sind.

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Meine Runde war die gleiche wie vergangene Woche, am Wegesrand waren heute aber immer wieder Voreilende Ackerlinge zu finden, sie dominieren aktuell. An der Stelle, wo die Flockenstieligen Hexenröhrlinge meist zuerst kommen, habe ich dann Hochgerippte Becherlorcheln gefunden. Ein persönlicher Erstfund, und das, obwohl das Waldstück zu meinen regelmäßig aufgesuchten Plätzen zählt.

Anschließend gesellten sich noch ein kleiner Bovist und ein Laubholzknäueling* zu den Funden. Einen jungen Laubholzknäueling hatte ich übrigens vor vier Jahren schon einmal gefunden. Ich hielt ihn anfangs für ein Schweinsohr, woraus aber leider nichts wurde.

Auf etwa halber Strecke fanden sich dann vorwiegend bei Eichen büschelweise Glimmertintlinge und auch ein erster Täubling. Es dürfte ein Frauentäubling sein, der allerdings stehen blieb, da es ein Einzelner war.


2 Fotos: Ein erster Frauentäubling (links) und zwei Laubholzknäuelinge (rechts), die durchaus einen Verzehrversuch wert sind.

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Bis dahin hatte lediglich ein Flocki den Weg in meinem kleinen Stoffbeutel gefunden, den ich für glückliche Notfälle immer dabei habe.

Gegen Ende meiner Runde folgt noch ein kleiner Mischwald, mit Buchen, Eichen und Kiefern. Mein Blick war auf die kleinen Hänge am Wegesrand gerichtet, aber im Augenwinkel gewahrte ich etwas längst Abgeschlossenes: ich war doch tatsächlich an einigen wunderschönen Spitzmorcheln vorbeigelaufen.

Ich war völlig von der Rolle, denn es waren meine ersten wilden Spitzmorcheln, und das auch noch in dem Wald, den ich seit dem ersten Tag meiner Pilzgänge aufsuche, mein Hauswald sozusagen. Was mich weiterhin überraschte, war, dass es weit und breit keine Fichten gab, nur Laubbäume und Kiefernnadeln.**

So beendete ich sehr zufrieden meine Runde, die mich so früh im Jahr mit erstaunlicher Vielfalt überraschte.

Ganz liebe Grüße, Stefan«

*Laubholzknäuelinge gelten als ungenießbar, schmecken aber jung »wirklich lecker«, so Michael vom Pilzticker Bawue am 22. Mai 2017

**Zur Wachstumsumgebung von Wildspitzmorcheln siehe hier

(5 Fotos © Stefan)

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Der erste Steinpilz 2019 kommt aus dem Main-Kinzig-Kreis


Stefan schreibt am 12. Mai 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich kann heute den ersten Steinpilzfund des Jahres bekanntgeben. Und ich freue mich, dass damit dieses Jahr Hessen an der Reihe ist.

Ich bin heute Morgen im Landkreis Main-Kinzig auf einen Sprung in den Wald, um mal nach meinen Pfifferlingsplätzen zu sehen. Und musste feststellen, dass sich dort noch nichts rührt.

Dafür fand ich unweit davon meinen ersten Flockenstieligen Hexenröhrling des Jahres, ein von der Sonne verwöhntes, sehr schönes Exemplar. Mit ihm im Stoffbeutel bin ich dann meine Runde weitergelaufen, bis mir drei ältere Männer entgegenkamen.

Etwas besorgt fragten sie: »Hast du etwa unseren Steinpilz gefunden?« Da bekam ich natürlich Ohren wie Rhabarberblätter. Ruhig entgegnete ich, dass sich nichts weiter als ein Flocki in meinem Beutel befände. So kamen wir ins Gespräch und schließlich nahmen mich die drei freundlichen Männer mit, um mir den Steinpilz zu zeigen. Da sie noch weitergehen wollten, ohne ihn mitzunehmen, hatten sie ihn nämlich im Laub versteckt.

Ich erzählte ihnen kurz vom Pilzticker, für den ich gerne ein Foto von diesem Jahreserstfund machen würde. Gerne lenkten sie ein. Und erzählten mir noch, dass der Pilz - es war, wie nicht anders zu erwarten, ein Sommersteinpilz - unter einer jungen lichten Eiche gestanden hatte. Er ist auf dem Foto rechts zu sehen.

Für unsere Region ist es ungewöhnlich, dass der Sommersteinpilz vor den Pfifferlingen kommt. Um so mehr freue ich mich, dass es nun in unserer Region losgeht.

Das bestätigte sich auch dadurch, dass ich zum Ende meiner Runde noch zwei Baby-Flockis fand, die natürlich noch einige Tage weiterwachsen dürfen.

Mit besten Grüßen, Stefan, der heute allen Müttern einen schönen Muttertag wünscht«

(3 Fotos © Stefan)

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Anmerkung: Im vergangenen Jahr hatte uns Pilzberater Christian Olsson den ersten Sommersteinpilz aus dem sächsischen Vogtland gemeldet, und zwar am 5. Mai.


2 Fotos: Stefan konnte sich auch über diese beiden Flockigen Hexen freuen, ein strammer Bursche und ein Babypilz, der noch Schonzeit bekam.

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Main-Kinzig-Kreis: Die Spitzmorchel-Nachlese in den Mulchrabatten ergab viel mehr, als Stefan gehofft hatte


Foto: Das war noch einmal eine tolle Nachlese! Stefan schritt am Sonntag erneut alle seine Fundplätze mit Spitzmorcheln ab - und brachte diese fast 500 Gramm mit nach Hause. (3 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 28. April 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war heute Mittag unterwegs, um noch einmal nach den Spitzmorcheln zu sehen.

Ich habe alle Plätze, an denen ich bisher Erfolg hatte, nochmal sorgsam inspiziert. Von dem Ergebnis - es kamen knapp 500 Gramm zusammen - war ich überrascht, so dass ich mit meiner Nachlese sehr zufrieden war.

Es war brutto sogar noch mehr nachgewachsen, doch der Regen hatte so einiges verrotten lassen.

Nun bin ich sehr gespannt, ob der Regen sogar für einen nochmaligen Schub Spitzmorcheln sorgt. Das wäre ja was, denn ich war schon geneigt, die Morchelsaison für beendet zu erklären.

Ganz liebe Grüße, Stefan«


2 Fotos: Diese zwei Spitzmorcheln waren besonders schöne Exemplare, die Stefan bei seiner Sonntagslese fand.

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Diemelstadt: 40 ganz saubere Waldspitzmorcheln und 2.250 Gramm schönster Maipilze


Jürgen S. schreibt am 28. April 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, 

es morchelt fröhlich weiter bei uns in Diemelstadt. Ich habe heute erneut wunderschöne, ganz saubere Spitzmorcheln (erstes Foto rechts) gefunden. Bin heute früh bei leichtem Regen raus. Die Niederschläge der letzten drei Tage machten es möglich, dass wieder knapp 40 Stück in meinen Beuteln landeten.

Danach bin ich in den anderen Wald gegangen, zu meiner Maipilz-Stelle. Es war mein erster Besuch dort in diesem Jahr und es war eine Freude zu sehen, dass sie auch dieses Jahr wieder ganz pünktlich und in toller Qualität da sind. Ich musste aber genau hinschauen, da sie noch unter dem Laub versteckt sind. Aber die akribische Suche hat sich gelohnt (2. Foto rechts).

Geputzt brachten die Georgsritterlinge genau 2250 Gramm auf die Waage (3. Foto rechts). So kann es gerne weitergehen!

Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße von Jürgen aus Diemelstadt«

(3 Fotos © Jürgen)

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