Pilzticker Bawue 148: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 15.09.2018 - 16.09.2018



Pilzticker Bawue 148




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Calw: Eine Steinpilzvesper, von der auch die Rinder etwas hatten


Heiko schreibt am 16. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

die Trockenheit im Nördlichen Schwarzwald ist zurück, das Pilzwachstum ist ins Stocken geraten. Beim sonntäglichen Spaziergang in der Nähe von Calw blieb der schöne Steinpilzfund wie auf dem Foto durch unsere Kinder eher die Ausnahme.

Deshalb teilten wir unsere Vesper mit den Angusrindern, die allerdings nichts aus unserem Korb, sondern Grasbüschel von den Kindern bekamen. Das schmeckte ihnen offenbar so gut, dass zumindest das Tier auf dem Foto einen ganz langen Hals und eine noch längere Zunge machte... :-))

Grüße und guten Wochenstart, Heiko«

(2 Fotos © Heiko)

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Ein überfälliges Lob den Krausen Glucken, von Thomas und Markus zubereitet im köstlichen Spaghetti-Gericht


Foto: Sie sind Spitzenspeisepilze, wie Markus und Thomas völlig zu Recht schreiben. Mancher Pilzsammler jagt einer Krausen Glucke ein ganzes Leben lang vergeblich nach, oftmals, weil in seinen Wäldern keine Kiefern stehen, die für die »Forlhasen«, wie man im Raum Karlsruhe auch sagt, unerlässlich sind. Hier sehen wir einen ganzen Karton mit gut einem Dutzend junger 1A-Exemplare.

Das zweite Foto spricht für sich: Im Spaghettigericht sind sie eine Wucht und man kann sich leicht ausmalen, dass solch eine Speise wie auf dem Foto in der italienischen Gastronomie überaus beliebt wäre. Ich hatte schon öfter darauf aufmerksam gemacht, dass sie wegen ihres feinnussigen Geschmacks auch zu den besten Würzpilzen zählen. Insgesamt ein toller Beitrag von Markus und Thomas! (2 Fotos © Markus)

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Thomas und Markus schreiben am 16. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

aktuell beschränken wir uns auf das »Abarbeiten« des durch einen kleinen Schauer verursachten Wachstums von Krausen Glucken.

Natürlich warten wir auch auf die Steinpilze, sind aber trotzdem dankbar für die Krausen Glucken, gehören sie doch für uns neben Speisemorchel, Klapperschwamm und Parasol zu den wohlschmeckendsten Pilzen.

Auf den Fotos sind einige Glucken zu sehen, und wie wir sie gerne essen: fein gedünstet mit Zwiebeln und Kräutern zu Pasta! Wir zeigen nur eine kleine Auswahl, obwohl die Krause Glucke als Lebendholzersetzer zumindest aus Sicht der Waldbewirtschafter keine Schutzwürdigkeit hat.

Viele Grüße an alle Steinpilzsammler im Schwarzwald, das sind tolle Bilder, die Ihr da sendet!

Thomas und Markus«






Das historische Steinpilzjahr im Schwarzwald

Zwei Hessen im Obersimonswald: »Das Pilzaufkommen dort ist eine wahre Pracht«


Collage: Einen Eindruck, wie und in welcher Waldlandschaft die Pilzlese von Stefan und Fabiano im Obersimonswald, der noch zum Südschwarzwald gehört, verlief, vermitteln diese Fotos. Alle, ob Steinpilze, Flocki, Birkenporling oder Espenrotkappe, zeigen sich in absoluter Topform. Da liegt es auf der Hand, dass es Stefan vor Freude schon mal umhaut, wie das zweite Foto zeigt. (Collage/7 Fotos © Stefan),  (1 Foto © Fabiano)

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Stefan schreibt am 15. September 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wenn die Pilze nicht nach Hessen kommen, fahren die Hessen eben zu den Pilzen. So haben Fabiano und ich Anfang der Woche begonnen, einen Ausflug in den Schwarzwald zu planen.
Gut vorbereitet und mit ausreichend Proviant ging es heute morgen um 05:30 Uhr los.

Gegen 09:00 Uhr sind wir im Schwarzwald angekommen und haben uns einen ersten Überblick verschafft.

Zunächst überprüften wir einen Osthang, der sich jedoch als zu trocken erwies. Also sind wir direkt gegenüber in den Westhang gewechselt, was sich als gute Entscheidung herausstellte.
Dort waren schnell gut 30 Steinpilze zu finden, die aber fast alle schon grenzwertig waren.

Dann sind wir auf gut 600 Höhenmeter gefahren und haben uns dort zwischen Wald und Weide aufgehalten. Und hier standen sie endlich, die jungen knackigen Steinpilze, mal auf der Wiese, mal im Fichtenwald.

Nachdem wir die Ränder abgelaufen hatten, sind wir ein gutes Stück tiefer in den Obersimonswald gegangen. Das Pilzaufkommen dort ist eine wahre Pracht, der Waldboden strotzte nur so vor Steinpilzen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen. Zu finden waren außerdem noch schöne Espenrotkappen, Birkenrotkappen, Maronen, Parasole und ein schöner Birkenporling.

Gut vertreten waren ebenfalls viele Täublinge, Schönfußröhrlinge und Falsche Pfifferlinge.
Was mich etwas verwundert, es gab nicht einen einzigen Pfifferling - diesbezüglich bin ich bei uns im Spessart deutlich verwöhnter.

Es ist ein anderes Sammeln in einer deutlich anderen Umgebung, verglichen mit dem Spessart. Es ist steiler, feuchter und steiniger - mir brennen die Füße. ;-)

Nun sind wir wieder auf der Heimreise, es war ein erfolgreicher und wunderschöner Tag im Schwarzwald für uns.

Mit ganz lieben Grüßen an alle Pilzsammler, heute vor allem an die Schwarzwälder, verabschieden wir uns und kehren geschafft nach Hessen zurück.

Stefan und Fabiano«

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Endlich Steinpilze bei Leonberg - und eine seltene Art der Hexenröhrlinge


Foto: Lange genug hat Felix in der Region Leonberg auf Steinpilze warten müssen - nun sind sie endlich da, Sommersteinpilze (rechts) - und ein Fichtensteinpilz. Dazu gab es eine Handvoll Goldröhrlinge.


Felix schreibt am 15. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nach der langen Sommerpause wachsen endlich wieder Pilze im Wald bei Leonberg.

Gleich zu Beginn meiner Suche begrüßten mich zwei ältere Sommersteinpilze. Offensichtlich war ich ein paar Tage zu spät unterwegs, denn viele weitere Exemplare - meistens Röhrlinge - waren ebenfalls schon zu alt.

Aber mein Körbchen füllte sich dann doch noch mit fünf Sommersteinpilzen, einem Fichtensteinpilz, ein paar Goldröhrlingen und... 

Ja, das ist ei Rätsel. Zunächst glaubte ich, einen Flockenstieligen Hexenröhrling vor mir zu haben, aber dafür ist der Stiel zu gelb und hat nur einen leicht rötlichen Schimmer. Und die ganz feinen Flocken sind eher schwärzlich, eine Netzzeichnung erkenne ich gar nicht. Die Röhren sind orange und nicht rot. Was meinst Du - ist es vielleicht ein Glattstieliger Hexenröhrling?

Viele liebe Grüße, Felix«

(2 Fotos © Felix)

Hallo Felix,

ja, das ist ein lupenreiner Glattstieliger Hexenröhrling; er ist viel seltener als seine Netz- und Flockenstieligen Brüder. Du hast den Pilz - bis auf die schwarzen Flöckchen - gut beschrieben. Flocken hat er gar nicht: glattstielig ist er. Die ztronengelbe Farbe des Stieles kommt hier aufgrund der Belichtungsverhältnisse vermutlich nicht zum Ausdruck.

Beim Querschnitt durch den Hut sind die Röhren von der Huthaut her zunächst zitronengelb bis goldgelb, erst zum Ende hin werden sie orange. Der essbare Pilz riecht leicht fruchtig, sein Geschmack ist etwas säuerlich.

Ein sehr schöner Fund! Präge Dir seinen Wuchsort für die nächsten Jahre ein!

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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48 Kilometer mit dem Rad für Parfumpilze, Steinpilze und Flockis


Foto: Michael machte eine kleine Radtour, bei der er so ganz nebenbei eine sehr, sehr schöne Pilzmischung fand. Interessante Pilze sind die im Block ganz rechts, die Kupferroten Gelbfüße. Sie schmecken etwas parfümiert, ungefähr wie Violette Rötelritterlinge. Sie sind ausgezeichnete Speisepilze, die einst als Marktpilze einen guten Ruf besaßen. Sie wachsen fast ausschließlich bei Kiefern. (Foto © Michael)

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Michael schreibt am 15. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern suchte ich ein paar meiner anderen Pilzstellen im Bereich Kirrlauch auf und wurde fündig.

Eine Glucke, Fichtensteinpilze, Flockis, Butterpilze, einen Hainbuchenraufuß und Kupferrote Gelbfüße landeten im Körbchen. Und nach der Pilzour standen plötzlich 48 Kilometer mehr auf meinem Radtacho.

Viele Grüße Michael«


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