Stefan im ZDF Fernsehgarten über seine
Pilzpassion: Ein Blick hinter die Kulissen

Mittendrin, super spannend, toll beschrieben


(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Stefan vom Pilz-Ticker Hessen berichtet am 13. September 2021 von seinem Auftritt im ZDF-Fernsehgarten einen Tag zuvor

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

die vergangenen 14 Tage wurde es etwas ruhiger um mich im Pilzticker-Hessen. Was sich dahinter verbarg, möchte ich dir und allen Pilzfreunden heute gerne mit noch warmen Eindrücken schildern.

Bereits am 12. August 2021 erhielt ich die Anfrage einer lieben ZDF-Redakteurin, ob ich mir vorstellen könnte, live im ZDF-Fernsehgarten auf dem Mainzer Lerchenberg zum Thema „Wald und Berge" aufzutreten. Ich sollte das Thema "Pilze sammeln" abdecken.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)

Über die anfängliche Freude legte sich aber erstmal eine gesunde Skepsis, denn wie oft habe ich es schon erlebt, dass gerade im Herbst, also der Hochsaison für Pilze, sowohl im Fernsehen als auch in den Printmedien das Thema einfach nur ein Lückenfüller ist.

Es kommt gerne verstaubt und langweilig daher oder es wird jemand für einen alten, schon angegammelten Riesensteinpilz in den Himmel gelobt für seinen vermeintlichen Prachtfund.

Bitte keinen klischeehaften Beitrag!

All das wollte ich keinesfalls dargestellt wissen und genau das sprach ich auch im ersten Telefonat mit der Redakteurin direkt an.

Es stellte sich aber recht schnell heraus, dass sowohl die Redakteurin als auch die Moderatorin des ZDF Fernsehgartens, Andrea Kiewel (Spitzname Kiwi), gerne Pilze sammeln gehen und dem Thema mit einer vertiefenden Sichtweise sehr aufgeschlossen gegenüber stehen.

Die erste Idee war, einen kleinen Dreh vorab in Mainz zu machen, genauer im Ober-Olmer Wald. Der jedoch ist ausgewiesenes Naturschutzgebiet, unterliegt also dem Sammelverbot, so dass dieses Vorhaben schnell erledigt war.



Leserreaktion von Heike vom Pilz-Ticker Thüringen zu Stefans Fernsehgarten-Auftritt: 

"Jetzt konnten wir den Stefan auch einmal in Realität sehen. :). Sehr schöner Bericht." 

Leserreaktion von Martin vom Pilz-Ticker Schweiz zu Stefans Fernsehgarten-Auftritt: 

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe gerade Stefans ausführlichen Bericht auf deiner Seite gelesen und mir seinen Auftritt im Fernsehen angeschaut.

Ich ziehe den Hut! Das hat er echt super gemacht.

Falls du ihm Glückwünsche weiterleitest, kannst du meine gerne mit anhängen.

Seine Passion, Pilze zu sammeln, kommt im TV sehr gut rüber, und dass er für die Pilzticker-Leserschaft einen so ausführlichen  Bericht verfasst hat...

Danke Stefan, es war eine tolle Abendlektüre!

Gruss aus der Schweiz, Martin"

13. September 2021

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)




Er wollte gerne an seinen angestammten Pilzplätzen drehen

Ich war nicht wirklich böse darum, denn in meinen bekannten Wäldern fühle ich mich ohnehin sicherer und wohler. Ich kenne meine Plätze gut und kann besser einschätzen, wann ich was an Pilzen erwarten darf. Andererseits wollte ich aber auch meine Plätze nicht preisgeben, was alles in allem ein paar zu klärende Punkte mit sich brachte.

Das Team, bestehend aus Redaktion, Kamera und Ton, musste in den Spessart kommen, das Budget musste genehmigt, ein Termin festgelegt werden. Wo wir genau hingehen würden, blieb ein Geheimnis.

Bis zum vereinbarten Tag, nämlich am Samstag, den 4. September 2021, hatte ich mit der zuständigen Redakteurin dann noch mehrere Telefonate, unter anderem auch ein sehr nettes Telefoninterview, um etwas Futter für die Sendung zu haben und um die einzelnen Themen herauszuarbeiten.




Foto rechts: So kennt man ihn: Stefan in voller Aktion bei der Steinpilzernte im Fichtenhochwald. Wenn es um seine geliebten Pilze geht, robbt er auch ohne zu zögern über den Waldboden.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)




Es stellte sich mehr und mehr heraus, dass wirklich Aufwand betrieben wird, um einen schönen knackigen Beitrag zu erstellen und ich merkte auch, wie man mir das Vertrauen schenkte, dass ich eine gute Grundlage liefern werde, sowohl was die Vielfalt der Pilze angeht, aber auch eine schöne Kulisse für den Dreh des Einspielers.

Dass mir soviel Vertrauen entgegengebracht wurde, fühlte sich toll an, aber gleichzeitig stieg auch der Druck auf mich, denn ich war abhängig von der Laune der Natur und nicht zuletzt auch davon, ob andere Pilzsammler nicht bereits vor mir da waren. Ich selbst war bis dahin einige Wochen nicht an meinen Plätzen im Spessart gewesen, was es nicht einfacher machte. 

Der erste Dreh im Fichtenhochwald im Spessart dauerte 4 Stunden

Ich überlegte mir Alternativen und musste mich damit anfreunden, mich auf mein Gespür zu verlassen und dass es schon klappen werde.

Am vereinbarten Samstag ging es dann in aller Frühe los. Mia, die mich begleitete, und ich packten reichlich Proviant ein und machten uns auf Richtung Spessart zum vereinbarten Treffpunkt.

Die Sonne schien, es lag noch etwas Nebel in den Wäldern und es war herrlich ruhig.

Die geplante Runde ging durch einen moosbedeckten Fichtenhochwald, die Sonne stand noch tief und wir hatten eine wundervolle Kulisse für die ersten Szenen, die wir drehten. Das übernächste Hochformatfoto vermittelt einen Eindruck von der herrlichen Waldkulisse und Morgenstimmung.

Es dauerte einige Zeit, bis wir an einem meiner Plätze ankamen und sich meine Aufregung endlich legen konnte, denn immer noch wusste ich nicht, ob wir Pilze finden würden. Und wenn ja, in welchem Zustand sie sein würden. Drohte womöglich ein Reinfall?

Verschiedene Szenen wurden mehrfach gedreht, Kameraobjektive immer wieder gewechselt, der Blickwinkel verändert, und nicht zuletzt musste ich auch immer wieder darauf achten, wie ich die Pilze richtig halte, wo ich hinsehe und hinspreche, denn wie das Ergebnis sein wird, ein Einspieler mit oder ohne Ton, war bis dahin noch nicht klar.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Foto: Stefan bei den Dreharbeiten im Spessart am 4. September 2021. In der Mitte in Bückhaltung der Kameramann, ganz rechts der Mann vom Ton. Stefan: "Der liebe Tonmann trug auch noch eine Tasche auf dem Rücken, was bei den warmen Temperaturen und dem teils unwegsamen Gelände sicher nicht gerade komfortabel war."

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


4 Stunden Dreharbeiten für einen 60-Sekunden-Einspieler

Insgesamt waren wir vier Stunden unterwegs, fanden vor allem Pfifferlinge, Goldröhrlinge, Birkenpilze, einen ersten jungen Fichtensteinpilz und auch ein Kuhmaul.

Es war nicht die Artenvielfalt, die wir uns erhofft hatten, dennoch kam dabei ein schöner Einspieler von etwa 60 Sekunden Länge heraus. Die gefundenen Pilze überließen wir gerne den zwei jungen Männern, die für Kamera und Ton verantwortlich waren, worüber sie sich sichtlich freuten.

Im Anschluss ging ich zusammen mit Mia noch an unsere weiteren Plätze und wir unterhielten uns noch mit einem der Waldbesitzer, der den Dreh mitbekommen hatte.

Er erzählte uns davon, wie er nun nach und nach einzelne Fichten herausnehmen werde, um weitere Bäume, vermutlich Laubbäume, mit einzustreuen, die den steigenden Durchschnittstemperaturen besser standhalten könnten. Und wie geschädigt die Wälder teils auch im Spessart infolge der vergangenen drei Dürrejahre seien.

Das Wetter im Spessart verhinderte eine größere Artenvielfalt

Im Gespräch kam dann noch ein weiterer Mann dazu, sie bestaunten unsere Funde und zeigten sich sehr erfreut darüber, dass es noch oder wieder junge Leute gäbe, die sich für die Natur und auch das Pilze sammeln begeistern könnten.

So endete ein langer, spannender, aber sehr schöner Tag zusammen mit dem Fernsehteam im wunderschönen Spessart. 

Eine warme und regenfreie Woche lag nun hinter uns und eine weitere stand uns bevor. 

Meine Aufgabe war es nun, für die Livesendung am 12.September 2021 eine schöne Auswahl an Pilzen zu finden.

Durch das warme Wetter zeichnete sich allerdings ab, dass das aktuelle Pilzaufkommen zurückging. Erschwerend hinzu kam, dass ich nicht zu früh sammeln durfte, denn ich musste dafür Sorge tragen, dass die Pilze am Sonntag zur Sendung noch frisch und ansehnlich sein würden.

Ich ging im Laufe der Woche immer wieder an meinen Plätzen nachsehen, wie sich das Pilzaufkommen entwickelte. Ich beschloss, am Donnerstag und Freitag Abend in die Pilze zu gehen, also so richtig auf Ausbeute. Anschließend gingen alle gesammelten Pilze auf kürzestem Wege bei 4 °C in den Kühlschrank.

Erst Kühltransport, dann ein Extra-Kühlschrank vom ZDF für die Pilze

Die fragileren Pilze wie die Knollenblätterpilze, die Scheidenstreiflinge oder auch die Krause Glucke holte ich erst am Freitag, denn sie würden das sonst nicht überstehen.

Am Samstag, den 11. September 2021, ging es für Mia und mich bereits morgens Richtung Mainzer Lerchenberg, also zum ZDF. Im Laufe des Tages standen eine erste Probe und am Nachmittag eine Generalprobe auf dem Programm.

Die gesammelten Pilze waren Sommersteinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze, Fichtensteinpilze, Herbsttrompeten, Scheidenstreiflinge, Espenrotkappen, ein Birkenpilz, ein Pappelraufuß, eine Krause Glucke, ein Birkenporling und an Giftpilzen ein Grüner und ein Gelber Knollenblätterpilz, dazu als Ungenießbare zwei Gallenröhrlinge, die ja Verwechslungspartner der Steinpilze sind.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Foto: Als diese Pilze heranwuchsen, konnten sie noch nicht ahnen, dass sie auserwählt waren, einem Millionenpublikum vorgestellt zu werden. Stefan fotografierte diese Auswahl an Speisepilzen im eigenen Garten, bevor sie in der gut gekühlten Thermobox zum ZDF fuhren. Es sind Flockenstielige Hexen, ein Birkenporling, eine Krause Glucke (obere Reihe), Semmelstoppelpilze, Pappelraufuß, Birkenpilz, Espenrotkappen (mittlere Reihe), Totentrompeten, Pfifferlinge sowie drei Steinpilze und darunter drei Sommersteinpilze (untere Reihe)

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Alle Pilze habe ich durchgehend gekühlt in einer Thermobox transportiert und vor Ort gleich wieder in den Kühlschrank gepackt, den mir das Team freundlicherweise organisiert hatte.

Um die Pilze zu schonen, wurden in der Generalprobe Fotos verwendet

Für die Proben haben wir dann mit Ausdrucken der Pilze gearbeitet, um sie weiterhin zu schonen.

Nun ging es langsam ans Eingemachte, Mia und ich wurden eingewiesen, natürlich auch auf Corona getestet, bekamen unsere Ausweise und haben die Kulisse für den Dreh am Sonntag gezeigt bekommen.

Mein Auftritt fand im Gartenstudio statt, hier waren verschiedenste Kräuter gepflanzt, es standen Feigen und Zitrusbäume überall, es roch wunderbar frisch und mediterran und auch das Set zur Präsentation der Pilze sah wunderschön aus.

Es bestand aus unterschiedlich hohen Holzstämmen, alles wurde liebevoll mit Moos ausgelegt und zur Ablage obendrauf wurde ein sehr schönes Olivenholzbrett benutzt.


Foto: Das Set mit den wunderschön drapierten Pilzen. Holzstuken, Moos und Baumgrün sowie ein Olivenholzbrett für die Ablage liefern eine wald- und naturnahe Szenerie. Die hübschen Namensschildchen für die einzelnen Pilzarten waren eine tolle Idee. Sie waren für die Fernsehzuschauer prima lesbar. Der Dialog zwischen Andrea Kiewel und Stefan war traulich, locker und informativ und eine Einladung, einfach mal in den Wald zu gehen und nach Pilzen zu schauen. Das nächste Foto zeigt, wie harmonisch sich das Set in die herrliche Gartenlandschaft einfügt. 

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Viel Zeit verging nicht, dann musste ich auch schon zum Ton, wurde verkabelt und die erste Probe stand an.

Hier wurde teils mit Doubles der gesamte Ablauf in verkürzter Form einmal durchgespielt.

Ich nutzte die erste Probe um überhaupt erstmal warm zu werden, denn um einen herum sind überall Scheinwerfer, Bildschirme, ganz viele Kameras und natürlich Leute, die alles koordinieren.

Das hat mich im ersten Moment erschlagen, ich war sehr steif und überfordert, aber das gesamte Team war super locker, sehr einfühlsam und professionell.

Nach der ersten Probe bekam ich dann von der Regie noch einige Anweisungen zur Verbesserung und auch ich hatte nun einen guten Eindruck bekommen, wo die Reise hingehen würde.

Die tolle Idee mit den Namensschildern für die Pilze

Bis zur Generalprobe waren es noch ein paar Stunden, und ich konnte mir eine Vorstellung davon machen, wie ich das Thema rüberbringen möchte, konnte teils den Künstlern, die auftreten würden, bei ihren Proben zusehen und die Arbeit hinter den Kulissen beobachten.

Es war sehr eindrucksvoll, wie viele Menschen hinter den Kulissen tätig sind, wie alles für eine solche Livesendung koordiniert wird und wie gut das läuft. Es ist ein wenig vergleichbar mit einem Ameisenhaufen, was auf den ersten Blick sehr durcheinander aussieht, aber in Wirklichkeit ein super Zusammenspiel aller Beteiligten ist.

Mit diesen Eindrücken ging ich dann in die Generalprobe. 

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


2 Fotos: Andrea Kiewel wollte wissen, wie denn so eine Krause Glucke von innen aussähe. Stefan schnitt sie kurzerhand durch. "Sieht aus wie ein Blumenkohl." Auch den Flockenstieligen Hexenröhrling, dessen Signalfarben gewiss so manchen Fernsehzuschauer abschreckten, schnitt Stefan längs durch. Und zeigte, wie er sofort heftig blauschwarz anlief. 

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


2 Fotos: In einem frühherbstlichen Pilzbouquet durften eine Espenrotkappe mit ihrem warmen Rotorange und ein schöner Sommersteinpilz (rechts) natürlich nicht fehlen. 

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Das war meine letzte Möglichkeit, mich nochmal auszuprobieren, aber auch, um das Set gegebenenfalls noch einmal durchzusprechen: wo was liegt, was wie präsentiert wird. Hier kam dann die wirklich tolle Idee auf, kleine Namensschilder für die einzelnen Pilze aufzustellen, die auch die Zuschauer gut lesen könnten, so dass sie gleich wüssten, welcher Pilz dieser oder jener sei. 

Die Redakteurin, die diese Idee hatte, kümmerte sich für den nächsten Tag darum und hat auch hier wieder viel Leidenschaft bewiesen.

Nach einem eindrucksvollen und langen Tag ging es für Mia und mich ins Hotel, wo wir übernachteten, und natürlich auch nochmal nach Mainz, um bei bestem Wetter und einem tollen Abendessen den Tag ausklingen zu lassen.

(Stefan im ZDF-Fernsehgarten)

Die Live-Ausstrahlung: Mit Chris de Burgh im Gästebereich

Am Sonntag Morgen um 07:00 Uhr hieß es raus aus den Federn, fertig machen, frühstücken, auschecken und wieder zum Mainzer Lerchenberg.

Um kurz vor 12:00 Uhr beginnt die Show und ich musste noch in die Garderobe, in die Maske und zum Ton, um verkabelt zu werden.

Bald kamen die ersten Zuschauer auf das Gelände. Im Gästebereich traf ich dann einfach mal auf Menschen wie Chris de Burgh, der ebenfalls einen Auftritt an diesem Tag hatte.

Das macht etwas mit einem und hilft nicht zwingend dabei, ruhiger zu werden. ;-) 

Wir haben dann in einer gemütlichen kleinen Ecke im Gästebereich beim Kaffee zu weiteren Personen, die dort ihre Wald- und Bergthemen präsentieren, guten Kontakt bekommen. So haben wir mit einer Expertin, die das Thema Wald präsentierte, noch ein wenig über den Zustand des Waldes, die Herausforderungen im Umbau des Waldes, die verschiedenen Interessen zwischen Naturschutz und der Holzwirtschaft und natürlich auch über das Thema Pilze gesprochen.

Hier wurde mir abermals klar, vor welcher Herausforderung wir als Gesellschaft stehen und auch, dass es vermutlich mehrere Generation dauern wird, ehe wieder widerstandsfähige gesunde Wälder stehen. 

Wer kommt dafür auf? Wie gestalten sich Anreize, diesen Umbau zu vollziehen? Macht jeder, was er für richtig hält, oder wird professionell beraten? Wie sieht Holzwirtschaft in der Zukunft aus, wie nachhaltig wird sie gestaltet? All diese Fragen stehen im Raum und müssen möglichst rasch beantwortet werden.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Foto: Den Gallenröhrling (links) stellte Stefan als den großen Gegenspieler des Steinpilzes, vor allem des Sommersteinpilzes, vor. Einer von ihm in der Mischpilzpfanne, und das ganze Gericht ist für die Biotonne, so bitter ist er. Auf dem Bild rechts dürfen wir uns nicht täuschen lassen. Der Gelbe Knollenblätterpilz liegt links und nicht, wie zu vermuten, rechts. Der Gelbe hat eine scharf abgerandete Knolle. Die Basis des giftigeren Grünen Knollenblätterpilzes (rechts) ist dagegen zwiebelhäutig.

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Für 11:30 Uhr war dann geplant, dass meine Betreuerin mich abholen und über das Gelände hin zum Set führen würde.

Das Gelände ist sehr weitläufig und eine Betreuerin macht das deshalb, dass nicht irgendwer plötzlich in der Sendung durch die Kamera läuft, denn es wird immer wieder an verschiedenen Sets und auf verschiedenen Bühnen gedreht.

Ich war zu diesem Zeitpunkt relativ entspannt, auch dank der tollen Gespräche im Gästebereich, die wir hatten. So ging dann alles ganz schnell.

Ich war bald dran, in zügigen Schritten ging es nochmal zur Regie, ich wurde erneut gepudert. Sitzt alles, passt alles? Und ab, rüber zum Gartenstudio.

Ich kam nochmal richtig ins Schwitzen. Am Gartenstudio angekommen, wurden gerade die letzten Pilze schön dekorativ angerichtet. Ich überprüfte nochmal die sehr schmucken Namensschilder, die ich hier dann auch zum ersten Mal zu Gesicht bekam, wurde ein letztes Mal gepudert, und dann kam auch schon das gesamte Kamerateam mit der Moderatorin Kiwi in zügigen Schritten am Set an.

Kiwi begrüßte mich sehr herzlich, freudig und lautstark, wir wechselten kurz ein paar Worte, und dann gab es im Hintergrund auch schon die ersten Handzeichen, dass es losgeht.

Was dann kommt, könnt ihr euch gerne in der ZDF Mediathek ansehen.

Der Link führt direkt zur Sequenz mit mir: 

https://www.zdf.de/show/zdf-fernsehgarten/210912-pilze-fsg-100.html

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


Persönliche Bilanz und Ausblick


Ich muss sagen, dass die Moderatorin Andrea Kiewel es einem wirklich einfach macht, Themen locker und frisch anzugehen. Es ging mir unbedingt darum, mehr Menschen für die Natur zu begeistern, hinauszugehen und die Natur zu erleben, denn nur so entsteht überhaupt ein nachhaltiges Bewusstsein für unsere Natur.

In der Großstadt oder im heimischen Wohnzimmer ist das Thema schnell wieder beiseite geschoben und wir als Gesellschaft stehen hier vor einer sehr großen Herausforderung, und und das nicht nur in Deutschland, wenn man sich alleine die jüngsten Ereignisse ansieht.

Begeisterung für den Wald wecken, statt immer den Zeigefinger zu erheben

Es macht in meinen Augen wenig Sinn, zu wissenschaftlich an dieses Thema heranzutreten, denn das hängt den normalen Naturfreund ab oder überfordert uns. Genauso wenig Sinn macht es in meinen Augen, ständig den Zeigefinger zu heben. Es ist wichtig, Begeisterung zu wecken, denn wer in der Natur unterwegs ist, wird sie über kurz oder lang wahrnehmen, die Vorzüge verstehen und selbstständig einen gesunden Respekt entwickeln.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Beitrag zum Thema Pilze, Pilze sammeln und Pilzkulinarik ein kleines bisschen dazu beitragen, ein modernes Bild über uns Naturliebhaber und Pilzfreunde zu schaffen.

In Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, Österreich oder auch der Schweiz hat das Thema Natur, Pilze sammeln, Kulinarik einen anderen, einen höheren, einen respektableren Stellenwert als bei uns.

Ein Pilzsammler in jenen Ländern steht hier für jemanden, der sich auskennt in der Natur, höchsten Respekt für sie hat, dem Genuss wichtig ist und der kulinarische Finesse besitzt, Tradition und Kultur bewahrt und weitergibt.

Wenn man bei uns junge knackige Steinpilze sammelt, um sie in Öl einzulegen, was eine wundervolle Antipasti ergibt und ein kulinarischer Hochgenuss der Extraklasse ist, kommt ganz sicher jemand mit dem Zeigefinger um die Ecke, der einen darauf aufmerksam macht, dass der Pilz noch viel zu klein sei und dass das sehr, sehr schädlich für den weiteren Bestand der Pilze ist.

Die Speisepilze erhielt zum Schluss die fleißige Redakteurin Dominique

Dass in der Realität zum Ausgleich alte, überständige Pilze stehen bleiben, zieht man gar nicht erst in Betracht.

Wie folgenreich das sogenannte Abernten von Pilzen wirklich ist, zeigt sich in vielen Ländern um uns herum und wurde auch schon mehrfach wissenschaftlich untermauert. Es schadet nämlich der betroffenen Pilzart überhaupt nicht. 

Somit auch hier wieder mein Appell zum Schluss, doch endlich einmal entspannt an das Thema heranzugehen und sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren, sonst können wir unseren Kindern und deren Kindern den Wald bald auf Bildern, aber sicher nicht mehr in seiner schönsten Form, nämlich live zeigen. Wer die schrecklichen Bilder z.B. aus dem Harz kennt, weiß was ich meine.

Ganz liebe Grüße an dich, lieber Heinz-Wilhelm, für die Plattform und für das Herstellen des Kontaktes und natürlich auch an alle Pilzfreunde. 

Ich wünsche uns allen noch eine wunderschöne Hauptsaison der Pilze in diesem endlich wieder herrlichen Pilzjahr.

Beste Grüße, Stefan

PS: Die mitgebrachten Pilze bekam die pilzbegeisterte Redakteurin, die täglich 10 bis 12 Stunden gearbeitet hat und stets in engem, ausgesprochen nettem Kontakt mit mir stand. Die Giftpilze nahm ich mit und habe sie entsorgt."

(9 Fotos © Stefan und Mia), (4 Fotos © Dominique S.: Stefan am Set, Set in der Gartenlandschaft, Stefan bei Dreharbeiten im Wald, Fichtenhochwald am Morgen)

(Stefan im ZDF Fernsehgarten)


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