Pilzticker Schweiz 29:
Funde vom 25.08.2020 - 07.09.2020



Pilzticker Schweiz 29




Übersicht aller bisherigen Pilzticker Schweiz




Recht hat der Martin:

»Schnell panieren, in die Pfanne hauen und genießen - das liegt immer drin«


Martin schreibt am 7. September 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm

eute Abend hatte ich eine schöne Waldrunde im Zürcher Oberland. Die Pilze standen zwar nicht massenhaft im und um den Wald, aber dafür in ansprechender Artenvielfalt.

Ich fand viele Frauentäublinge und Semmelstoppelpilze, einige Speisetäublinge, Parasole, Flockis und Steinpilze. Auch eine schöne gelbe Koralle und zwei leider schon alte Milchbrätlingsriesen konnte ich entdecken.

An Giftpilzen sah ich drei wunderschöne Schönfussröhrlinge und zwei Weisse Knollenblätterpilze.

Ausser vier schönen Parasole und dem einzigen schönen Steinpilz (1. Foto rechts) blieb alles im Wald, auch die Semmelstoppelpilze (2. Foto rechts) ließ ich stehen. Denn wenn ich um 20.30 Uhr nach Hause komme, mag ich nicht mehr gross kochen. Schnell panieren, in die Pfanne hauen und geniessen liegt aber immer drin.

Schöne Grüsse an alle, Martin«

(4 Fotos © Martin)

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2 Fotos: Sehr giftig ist der seltene Weiße Knollenblätterpilz (links). Oft wird der Grüne Knollenblätterpilz für diesen gehalten, weil ihm der Grünton bis zum vollständigen Verblassen abhanden gekommen ist. Rechts ein Schönfußröhrling, dessen Giftgrad umstritten ist. Es gibt Menschen, die ihn vertragen, andere klagen über erhebliche Magen-Darm-Schmerzen nach seinem Verzehr.

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St. Gallen: Warum denn in die Ferne schweifen, das Pilzglück liegt so nah...


Foto: Im fernen Kanton Schwyz wollte es kaum klappen mit den Pilzfunden, daheim in Martins Zauberwald bei St. Gallen lief es besser. Hier fand er diese Pfifferlinge, einige Frauentäublinge und einen Grünfelderigen Täubling. Und abends auf der Hunderunde kamen noch weitere Pfifferlinge hinzu. (3 Fotos © Martin)

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Martin schreibt am 6. September 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

gestern fuhr ich eineinhalb Stunden in den Kanton Schwyz, weil ich am Mittag meinen Sohn vom Trainingslager abholen musste. Ich fuhr natürlich schon früh los, um in den dortigen wunderschönen Fichtenwäldern die Steinpilze zu ernten. Im Traum sah ich mich die Pilze schon in Massen aus dem Wald tragen.

Leider sah die Realität anders aus. Es war kaum ein Pilz zu sehen. Fünf Steinpilze, von denen lediglich zwei brauchbar waren (z. B. 1. Foto rechts), und je eine Handvoll Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze waren meine magere Ausbeute. Und das bei gut drei Stunden Aufenthalt im Wald.

In eineinhalb Stunden wäre ich auch in Günzburg gewesen (leider habe ich keine  Schubkarre) oder im Hochschwarzwald, zwei Lokalitäten, wo die Steinpilze ja derzeit regelrecht aus dem Boden schießen.

Der Rasenmäher, Feind aller Pilzsammler

Die heutige Runde in meinem »Zauberwald« bei St. Gallen war auch nicht so zauberhaft. Ein paar Frauentäublinge, ein Grüngefelderter Täubling und ein paar Pfifferlinge (2. Foto rechts; die meisten hatte der Bauer leider gemäht) waren alles an Verwertbarem.

Dafür war die abendliche Runde mit dem Hund recht erfolgreich. Hier hatte der Bauer den Waldrand noch nicht gemäht, so dass sich doch einige schöne Pfifferlinge ernten ließen.

Insgesamt ist das Pilzwachstum hier in der Ostschweiz noch recht verhalten, aber beschweren muss ich mich ja auch nicht.

P.S.: Mein erhofftes grosses Konzert der Totentrompeten scheint auszubleiben. Es kommt nichts nach... Ich bin nun schon 50 Jahre alt und suche seit ca. 45 Jahren Pilze. Aber manchmal denke ich: Das Einzige, was ich über die Pilze gelernt habe ist, dass ich nichts über sie weiss...

Schöne Grüsse an alle Pilzfreunde!

Martin«

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Laufental/Basel: Die Steinpilze lassen den Hexenröhrlingen noch den Vortritt


Foto: ...es rappelt in der Kiste. Linus hat sie gut gefüllt, und zwar mit einer Menge Flockenstieliger Hexenröhrlinge aus dem Laufental bei Basel. (2 Fotos © Linus)

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Linus schreibt am 2. September 2020:

»Guten Tag zusammen,

heute steht auch das Laufental bei Basel den anderen Pilzgebieten in nichts nach.

Zwar sind die prestigeträchtigen Steinpilze noch nicht so stark vertreten wie andernorts, jedoch sind ihre nahen Verwandten, die Flockenstieligen Hexenröhrlinge, eine kleine Pilztour durch die moosbewachsenen Kiefernwälder allemal wert.

Ich wünsche allen viel Erfolg bei der weiteren Jagd nach den Hutträgern.

Freundliche Grüsse Linus«

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Foto: Diese zwei ausgewachsenen Hexen hat Linus im Mischwald gefunden, wie zu erkennen ist.

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Wallis: Geschenke von der Natur für Gunter, aber auch für italienische Kleinpilzgourmets


Foto: Die Steinpilze versuchten, sich im Gesträuch der Blaubeeren zu verstecken, doch Gunter, der mit seinem Wohnmobil unterwegs ist, hat sie erwischt. (Foto © Gunter)

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Gunter schreibt am 25. August 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

auf unserer Fahrt über den Grimselpass, der das Berner Oberland mit dem Wallis verbindet, haben wir in der Nähe des Gasthauses »Rhonequelle« einige Steinpilze unter den Blaubeerbüschen gefunden. Auch zwei Flockis mussten mit.

Die meisten Steinpilze waren noch sehr klein, wurden aber trotzdem von italienischen Sammlern mitgenommen*; schade.

Am nächsten Tag haben wir auf dem Simplonpass im Kanton Wallis viele Heidelbeeren gesammelt.

Die Natur beschenkt uns!

Liebe Grüße Gunter«

* Das waren ganz gewiss Pilze für die in der italienischen Küche hochbegehrten »Funghi porcini sott'olio«, Steinpilze in Olivenöl. Sie sollen möglichst klein sein.

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Appenzellerland: Steinpilze mit Charakter auf 1200 Metern über dem Meeresspiegel


Cesare schreibt am 25. August 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

trotz der trockenen Böden in der Ostschweiz habe ich mich vergangenes Wochenende auf rund 1'200 M.ü.M. im Appenzellerland auf die Pilzsuche gemacht.

Schon nach wenigen Minuten habe ich das erste Exemplar – einen jungen Steinpilz – gefunden. In den nächsten Minuten sind mir die Steinpilze förmlich zugeflogen und auch zwei Flockenstielige Hexenröhrlinge wollten mit zu mir nach Hause.

Die Pilze wuchsen hauptsächlich in moosigem Terrain. Schon nach weniger als einer Stunde machte ich mich auf den Weg in die Küche, um aus dem Fund ein leckeres Menü zu zaubern.

Liebe Grüsse, Cesare«

(3 Fotos © Cesare)

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3 Fotos rechts: Alle hier gezeigten Pilze, neben den neun Steinpilzen auch die Flockenstieligen Hexenröhrlinge, sind, jeder für sich, starke Charaktere in Form, Farbe und Aussage. Sie erzählen Geschichten von Wettergerbung, von zähem Widerstand gegen Sonneneinstrahlung und Nachtkälte, gegen Regen und Stürme. In ihrem Widerstand gegen die Unbilden des Wetters sind sie knorrig, trotzig, knüppelhart geworden. Steinpilze mit ablesbarem Charakter. Himmlisch müssen sie geschmeckt haben!

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