Pilzticker Schweiz 20:
Funde vom 26.04.2019 - 25.05.2019



Pilzticker Schweiz 20




Übersicht aller bisherigen Pilzticker Schweiz




So legt Pietro seine Maipilze süß-sauer ein: Er verwendet zwei Arten Sud - Das Einfüllen muss flink von der Hand gehen




Pietro schreibt am 25. Mai 2019:

Lieber Heinz-Wilhelm,

ich schicke dir heute das Rezept »Maipilze süss-sauer eingelegt«. 

Erforderlich:

Einmachgläser ca. 0,5L

4 kg Mairitterlinge (am besten junge)

Ich lege sie auf zweierlei Art ein:


Sud 1:

1/2 l Wasser

1/2 l Weinessig weiss

1/2 l Weisswein

1/2 l Olivenöl

1 Löffel Salz

2 Löffel Zucker

1 Löffel Senfkörner

1 Teelöffel Pfefferkörner schwarz

1 Teelöffel Wacholderkörner

5 Lorbeerblätter


Sud 2

2 Zwiebeln streifen schneiden

1 Paprika rot, spitz, in Runden schneiden (wer scharf liebt auch 1 Chili in runden)

5 Knoblauch Zehen, halbieren 


Zubereitung:

1) Pilze rüsten (sorgfältig säubern und ggf. klein schneiden)

2) Wasser aufkochen, salzen, Pilze 2 bis 3 Minuten kochen, in ein Sieb gießen, abkühlen lassen

3) Einmachgläser mit der Öffnung nach unten in den Ofen stellen, auch Deckel. Ofen auf 110 Grad einstellen

4) Für den Sud 1 alle Zutaten aufkochen, Pilze hinzufügen, erneut aufkochen. Sud 2 hinzufügen, köcheln.

Jetzt möglichst schnell!

5) Heiße Einmachgläser aus dem Ofen eines nach dem anderen auf Bast-Untersetzer stellen, die Pilze und Aromen mit Suppenkelle in die Gläser einfüllen, Pilze mit dem Griff der Kelle pressen; wenn voll, Pilze, mit Sud randvoll füllen, immer gut mischen, um nicht nur das Oel zu nehmen, sofort mit heißen Deckel verschliessen und auf den Kopf stellen

Wichtig: Das Abfüllen muss so schnell wie möglich erfolgen, damit alles steril bleibt. 

Ich lasse auch die Kelle und einen eventuell verwendeten Trichter im köchelndem Sud!«

(2 Fotos © Pietro)

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Pietros Pilzspaziergang auf 1600m üNN

Maipilz-Vorrat en masse und beginnende Morchelernte im Oberland


Foto: Wenn das kein Vorrat ist! Pietro hat seine Maipilze in Gläsern süß-sauer eingelegt und mit dem Tagesdatum 22.5.19 beschriftet. Es sind 17 Gläser - da steht die Pilzwelt, wie man sieht, kopf!

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Pietro schreibt am 24. Mai 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

es ist schon eine Weile her, dass ich dir Neuigkeiten aus der Schweiz geschickt habe. Jetzt, nach einer ausgezeichneten Morchelsaison, sende ich dir neue Nachrichten.

Gestern bin ich im Berner Oberland spazieren gegangen, um meine Märzellerlingsplätze zu überprüfen, aber leider noch nichts. Aber ich hatte doch Glück, weil ich einen neuen Platz mit einem kleinen Pilznest entdeckt habe.

Dazu habe ich auch frische Spitzmorcheln gefunden, ich glaube, sie fangen jetzt an auf dieser Höhe. Rundum und nur ein bisschen höher lag noch Schnee.

Im Berner Jura gibt es aktuell die letzten Morcheln und sehr viele Mairitterlinge. Auf den Fotos ein Beispiel, wie ich die Mairitterlinge süss-sauer vorbereite. Das Rezept kann ich schreiben, wenn jemand interessiert ist.

Liebe Grüße aus der Schweiz, Pietro«

(5 Fotos © Pietro)


Foto: Maipilze, kiloweise. Pietro hat sie in der hellen und in der dunkleren Variation im Berner Jura gefunden.

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Foto: Auch ein kleines Nest von Märzellerlingen hat Pietro entdeckt, und zwar im Berner Oberland, auf 1500 bis 1600 Metern üNN. Während sie im mitteleuropäischen Flachland bereits im Januar/Februar zu finden sind, verschiebt sich mit zunehmender Höhe ihr Erscheinen immer weiter nach hinten. Um 2000 Meter wachsen sie mitunter erst im August.


Foto: Hier sehen wir die Märzellerlinge, an denen fast immer Erdboden haftet, gewaschen und gereinigt.


Foto: Auch eine gute Handvoll Spitzmorcheln konnte Pietro finden. Während sie in tiefer gelegener Landschaft bereits durch sind, beginnt, so vermutet er, ihr Wachstum im Oberland gerade erst.





Immer noch schöne frische Speisemorcheln an der Sitter für Philipp





Foto rechts: Die Schuppigen Porlinge muss Philipp nicht stehen lassen. Kocht man sie, klein geschnitten, aus, so erhält man eine ausgezeichnete würzige Pilzbrühe, die man einfrieren und später für Pilzsuppen oder -soßen verwenden kann. Pürierte Schuppige Porlinge ergeben außerdem eine ausgezeichnete Füllmasse, aus denen man zusammen mit Morcheln oder im späteren Saisonverlauf mit Steinpilzen super leckere Pilzklopse (Tageseintrag 6. April 2016) machen kann. Die Edelpilze sollten anteilig 3/4, die Porlinge 1/4 ausmachen.




Philipp schreibt am 9. Mai 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

es morchelt immer noch entlang der Sitter in St. Gallen, auch wenn die Schnecken sich schon reichlich ausgebreitet haben. Ich fand schöne frische Speisemorcheln in bester Qualität.

Auch die Schuppigen Porlinge wachsen jedes Jahr zuverlässig an demselben Baum. Auch wenn ich sie jeweils stehen lasse, so sind sie doch ein schöner Anblick.

Herzliche Grüße, Philipp«

(3 Fotos © Philipp)

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2 Fotos: Sie sind jung, frisch und schön, die nachgewachsenen Speisemorcheln entlang der Sitter, die Philipp in diesem Jahr schon seit längerem dort findet. Die Sonne, nächtliche Kühle und die Feuchtigkeit scheinen optimal zu sein.

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Sarganserland: Auf der Verdachtsstrecke wuchsen die Morcheln für Larissa wie erträumt


Larissa schreibt am 26. April 2019:

»Gestern, am 25. April, ging ich das dritte Mal in diesem Jahr auf die Morchel-Jagd.

Schon seit langem fahre ich an einem Ort vorbei, an dem ich schon immer mal nachschauen wollte. Da war ich noch nie. Dieses Mal hatten meine Tochter und ich ein wenig Zeit, gingen also zu diesem Örtchen, und innert fünf Minuten wurden wir auf das Schönste fündig. Auf einer Strecke von 600 Metern sammelten wir gut 500 Gramm Morcheln. Ein Traum! Dazu machte ich das Foto rechts.

Wir mussten dann abbrechen, da wir leider keine Zeit mehr hatten. Die Fundstrecke geht noch ein ganzes Stück weiter, da werden wir in Kürze wieder hinschauen.

Ich denke, dass ich hier noch nachernten kann, zumal wir uns ja erst am Anfang der Saison befinden.

Ende März hatte ich an anderer Stelle noch keinen Erfolg, es war gewiss noch zu früh. Vor einer Woche, beim zweiten Versuch, fand ich dann aber auch hier schon einige Morcheln, die allerdings noch klein waren und noch einige Tage benötigen.

Fundort war im Sarganserland, eine Untereinheit des Kantons St. Gallen. Dieses Jahr haben wir bereits Speisemorcheln verschiedener Farben (2. Foto rechts), Spitzmorcheln und sogar Käppchenmorcheln gefunden.«

(2 Fotos © Larissa)

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