Pilzticker Hessen 88: Pilzfunde im Bundesland Hessen vom 22.10.2018 - 27.10.2018



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Tobias hatte es geahnt - und holt erneut herrliche Steinpilze aus seinem Eberstädter Revier ab


Foto: Da darf ruhig gestaunt werden. In solch toller Qualität und behangen mit drei Wassertropfen, die gut den nächtlichen Regen wiedergeben, präsentierte sich dieser Top-Steinpilz Tobias bei seinem Samstagmorgengang. (4 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 27. Oktober 2018:

»Einen schönen guten Tag Heinz-Wilhelm,

ich konnte heute Morgen einfach nicht widerstehen, noch einmal an meinen Steinpilz-Fundort vorzulaufen. Und perdauz, auch dieses Mal hat sich mein Aufwand wieder richtig für mich gelohnt!

Teilweise standen die Steinis da wie im Bilderbuch - welch ein schöner Anblick nach den vielen, vielen Wochen von Trockenheit, Dürre und pilzleeren Wäldern. Dazu lachen fleißig die Fliegenpilze aus dem Laub. Ein gutes Zeichen, wo sich doch Steinpilze und Fliegenpilze so gut verstehen.

Schön ist auch, dass es bei uns heute Nacht mal ein wenig geregnet hat. So bin ich sehr gespannt, was die nächsten Tage noch so bringen.

Viele Grüße, Tobi aus Eberstadt«

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Foto: Das hätte Tobias wohl nicht gedacht, dass er dieses Jahr noch so spät so schöne Steinpilze finden würde. Die lange Dürre schob Wachstum und Ernte so weit in den Herbst, dass viele Pilzfreunde schon gar nicht mehr damit rechneten, jetzt noch so gute Funde zu machen. Die Besucherzahlen auf dieser Website haben sich seit dem September halbiert. Viele Pilzfreunde wissen somit gar nicht, dass es immer noch eine gute Zeit für Steinis ist.

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2 Fotos: Zu schade wäre es gewesen, wenn Tobias den schönen Steinpilz (links) vor einer Hainbuche nicht rechtzeitig abgeholt hätte und er dem Verderben anheim gefallen wäre. Die Fliegenpilze zeigen, dass es derzeit in den Eberstädter Wäldern immer noch eine gute Zeit für die beiden gegenseitigen Zeigerpilze ist.






Superleckere Spitzmorchel-Burger trösten Stefan über den pilzarmen Freigerichter Wald hinweg


Foto: Ein Pilztrösterli in schwachen Zeiten. Da es im immer noch grünen Wald (siehe das zweite Foto) mit den Pilzen entweder noch nicht oder nicht mehr klappt, halfen sich Stefan und seine Frau mit einem super leckeren Spitzmorchel-Burger über den Freitag hinweg. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 26. Oktober 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nach getaner Arbeit bin ich heute mal kurz in unseren Freigerichter Wald, um noch vor dem Wochenende und der möglichen Konkurrenz den Bachlauf nach weiteren Steinpilzen zu inspizieren.

Leider war dort außer einem nachgewachsenen, leider unerreichbarem Flockenstieligen Hexenröhrling, zwei Butterpilzen und nach wie vor viel Hallimaschen nichts fürs Körbchen dabei.

Meine Frau war zeitgleich und beruflich in Bad Orb unterwegs und ist in einer kurzen Pause auch mal in den Wald. Das Pilzaufkommen dort sieht schon besser aus und es scheint sich so spät doch langsam etwas zu regen in den hessischen Wäldern, wenn auch zögerlich.

Sie fand leider nicht mehr verwertbare Parasole und Hainbuchenraufüße sowie Fliegenpilze. Wir werden die Tage aber sicherlich mal unsere Stellen im Spessart bei Bad Orb unter die Lupe nehmen.

Um den Tag nicht ganz pilzfrei zu beenden, trösteten wir uns mit einem sehr leckeren Pilzburger - mit gegrillten Spargelspitzen, karamellisierten Zwiebeln, Parmesancrème und gebratenen Spitzmorcheln.

Ganz liebe Grüße, Stefan & Dani«

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Sehr lesenswert!

Eine tolle Pilzernte einschließlich riskanter Erstfunde für Anfänger Lars im Taunus


Foto: Erst im vergangenen Jahr, genau gesagt am 27. August 2017, hatte Lars zaghaft mit dem Hobby Pilze sammeln begonnen. Und nun dieser hervorragende Fund u. a. mit Steinpilzen, Rauchblättrigen Schwefelköpfen und Stockschwämmchen. Da muss sich ein Anfänger erst einmal dranwagen, auch wenn die Pilzberaterin zur Seite stand, was immer wieder begrüßenswert ist. (3 Fotos © Lars)

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Lars reicht einen Fund vom 23. Oktober 2018 nach:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde,

auch bei mir ging das Rezept auf, wegen der hartnäckigen Trockenheit Pilze an Bachläufen des Taunus zu suchen.

Auf etwa 700 Metern Höhe fand ich mit meiner Mitsammlerin im Nadelwald erstmals Rauchblättrige Schwefelköpfe. Auch kleinere Hallimaschgesellschaften boten sich zum Mitnehmen an. Es gesellten sich ein Stück eines Birkenporlings und drei Miniaturausgaben des Parasols hinzu, vermutlich Zitzenriesenschirmlinge.

Da die Funde recht überschaubar waren, versuchten wir es talwärts an einem Bachlauf. Und hier sollte uns der große Coup gelingen.

Begrüßt wurden wir zunächst von Hallimaschen, die beinahe den Korb füllten. Weiter ging es mit einigen Austernseitlingen, die teilweise abenteuerlich von über den Bach umgestürzten Buchen geerntet werden mussten.

An einem Laubholzstumpf erspähten wir sodann Stockschwämmchen mit beachtlichem Aufkommen - mein zweiter Erstfund für diesen Tag.

Dann gab es einige alleinstehende Pilze, nämlich zwei Maronen, einen Flocki, einen Hainbuchenröhrling, Lila Lacktrichterlinge, einen Anisegerling und einen Rotfußröhrling.

Das Highlight des Ausflugs folgte erst zum Schluss. Ein Fliegenpilz an einer Bachböschung wies uns den Weg zu einer Familie von absolut bilderbuchreifen Steinpilzen. Einen Eindruck davon vermittelt das Foto rechts.

Dass in diesem trockenen Jahr noch ein solch grandioser Fund möglich war, hat uns die Sprache verschlagen. So wurde unser Pilzgang noch zu einem unvergesslichen Ausflug.

Die DGfM-Pilzberaterin half

Anmerken möchte ich noch, dass ich meine beiden Erstfunde - die Rauchblättrigen Schwefelköpfe und die Stockschwämmchen - sicherheitshalber von einer DGfM-Pilzberaterin gegenchecken ließ. Vergessen wir nicht, dass beide mit dem Nadelholzhäubling einen tödlich giftigen Doppelgänger haben. Zu meiner Freude hat die Experterin den gesamten Korb zum Verzehr freigegeben. 

Mit einer kleinen Ausnahme: einige der Stockschwämmchen hatten einen derart kurzen Stiel, dass er nicht zur zweifelsfreien Bestimmung taugte. Sie haben wir vorsorglich aussortiert.

Für mich als Anfänger war es schön, mein angelesenes Wissen im Wald angewandt und mich mit einem tollen Fund hinsichtlich Artenvielfalt, Quantität und Qualität belohnt zu haben. Es war ein rundum gelungener Pilzgang, der mich in einem mauen Pilzjahr nachhaltig motivierte. 

Allen pilznärrischen Hessen kann ich nur empfehlen, ebenfalls den Bachläufen in der Umgebung zu folgen.

Beste Grüße Lars«

(Nachgereicht am 30. Oktober 2018)

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Foto: Junge knackige Hallimasche in korbfüllender Menge fand Lars ebenfalls. Vorbildlich, dass er als Anfänger offen für soviel Vielfalt ist - und nicht nur Steinpilze und Maronenröhrlinge mit nach Hause nahm.

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Darmstadt-Eberstadt: Matthias sucht Pilzfreunde

Matthias sucht Pilzfreunde zum Mitsammeln


Rosbach v. d. Höhe: In Andreas' Korb leuchtete es so wunderschön herbstlich


Foto: Herbstlich geschmückt schaut er aus mit seinen roten, gelben und braunen Tönen, der Pilzkorb von Andreas. Neben zwei Steinpilzsenioren stand eine ganze Familie schönster Flockis für ihn bereit, als er den Wald beinahe schon wieder verlassen wollte. (3 Fotos © Andreas)

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Andreas schreibt am 22. Oktober 2018:

»Einen guten Abend Heinz-Wilhelm,

nachdem ich die ersten Funde in Hessen am Wochenende mitverfolgen konnte, musste ich in meine Gebiete bei Rosbach vor der Höhe am Rande des Taunus, um die Lage zu sondieren. Ich wollte auch einem Bachlauf folgen, der war aber leider komplett ausgetrocknet. Doch immerhin führte er mich zu einigen schönen Funden, die mich für 1 ½ Stunden Suche entlohnten.

Denn als ich schon fast wieder aus dem wunderschönen Buchenwald raus war, sah ich auf einmal die fantastischen Flockenstieligen Hexenröhrlinge in einer kompletten Familie vereint. Super frisch und ohne Schädlinge.

In meinem Korb leuchteten sie so wunderschön herbstlich, dass ich schon jetzt zufrieden war. Dann wurde ich aber auch noch mit zwei älteren Steinpilzmodellen belohnt, die ebenfalls ganz madenfrei waren. Das trockene, aber kühle Wetter hat auch so seine Vorteile.

Heute gibt es zur Belohnung Rinderfilet mit einer satten Pilzdeko, da freue ich mich drauf!

Bis bald - und liebe Grüße an alle Pilzfreunde! Es geht voran!

Andreas«


2 Fotos: Der Flockenstielige Hexenröhrling (links) präsentiert sich in Topform, während der Steinpilz (rechts) schon leicht ins Alter vorgerückt war. So schnell geht es oft, gerade wenn man so lange auf die Pilze warten musste.

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