Pilzticker Hessen 75:
Funde vom 26.08.2017 - 03.09.2017



Pilzticker Hessen 75




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Eberstadt/Darmstadt: Einzig die Herbsttrompeten halten derzeit die Stellung


2 Fotos: Die jungen Herbsttrompeten sind noch blass, währen die älteren ihrem zweiten Namen, Totentrompeten, mit ihrem tiefen Schwarz alle Ehre machen. (2 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 3. September 2017:

»Einen schönen guten Tag Heinz-Wilhelm,

ich war heute mal wieder in meinen Wäldern unterwegs. Zu meinem Bedauern musste ich leider feststellen, dass es wieder mal zu trocken ist. An manchen Stellen kommen junge Täublinge und andere Pilze, die ich jedoch nicht kenne.

Die einzigen Speisepilze, die sich derzeit überzeugend anbieten, sind die Herbsttrompeten. Und die lassen wir uns heute Abend genüsslich schmecken.

Viele Grüße, Tobi aus Eberstadt/Darmstadt«

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Vorderer Spessart: Der kleine Pilzner lernt gut dazu und Papa findet zwei Pilzraritäten


Stefan schreibt am 2. September 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir haben heute Morgen mit unserem kleinen Nachwuchspilzner unseren Hauswald abgesucht. Es kamen noch eine gute Portion Pfifferlinge, ein paar Totentrompeten und einige Krause Kraterellen zusammen, aber insgsamt ist es rückgängig und die Pfifferlinge waren teils schon rascheltrocken. Das Foto links zeigt unseren Nachwuchspilzner nach halber Strecke. Er hat sein Körbchen schon beachtlich gefüllt.

Für die nächsten Tage sind kühlere Temperaturen und auch wieder etwas Regen angesagt, vielleicht gibt es ja nochmal einen Schub.

Bis dahin werde ich die Zeit mit deinem Buch  »Pilzsammler« und den tollen Geschichten darin überbrücken. :-)

Bereits am Freitag war ich nach Feierabend auf einen Abstecher in einen schönen Laubwald gegangen. Für das Abendessen waren nach 30 Minuten ein paar einzelne Totentrompeten und vier Grüngefelderte Täublinge gefangen. Nicht viel, aber dafür sehr lecker.


Foto: Immer wieder ein Schlager sind Grüngefelderte Täublinge. Rechts sehen wir ein typisches Exemplar mit den patinaähnlichen grünen Flecken. Ein Speisepilz der Spitzenklasse!

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Zudem habe ich wohl auch zwei recht seltene Gäste des Waldes getroffen. Einmal den Hasenröhrling, er stand einzeln zwischen Buchen. An einem Eichenstamm entdeckte den Eichenleberreischling oder die Ochsenzunge, wie man auch sagt.

Beide sind wohl essbar, wobei letzterer geschmacklich eher minderwertig sein soll, optisch jedoch sehr interessant.

Bei uns drückt es seit gut einer Woche den Gelben Knollenblätterpilz vermehrt heraus;  auch der Grüne Knollenblätterpilz war heute wieder häufig zu sehen. Im letzten August-Drittel hatte es ja bei uns in Frankfurt leider einen tragischen Vergiftungsfall gegeben, bei dem sich ein Vater und drei Kinder, es handelt sich um eine syrische Flüchtlingsfamilie, lebensbedrohend vergiftet hatten. Sie liegen bis heute in drei Krankenhäusern, allen Vieren droht eine Lebertransplantation.  

Liebe Grüße Stefan, Dani und der kleine Nachwuchspilzner«


2 Fotos: Der Hasenröhrling (links) fällt mit seinem Kontrast - lebhaft brauner Stiel und cremeweiße, wattig wirkende Röhren - unter den Röhrlingen auf. Er kann Magen- und Darmbeschwerden auslösen. Im Gegensatz zu dem Pilz auf dem rechten Foto, der Leberreischling oder Ochsenzunge heißt. Besonders im jungen Zustand wie hier schmeckt er nach meiner Erfahrung ausgezeichnet. Und ist ohne Nebenwirkungen. (4 Fotos © Stefan B.)

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Diemelstadt: Jürgen hat sich mal den Wald auf der anderen Dorfseite vorgeknöpft


Jürgen S. schreibt am 31. August 2017:

"Guten Abend Heinz-Wilhelm,

heute bin ich nachmittags mal wieder raus und konnte einen schönen Fund machen.

Bin diesmal auf der anderen Seite des Dorfes im Wald gewesen und konnte dort 1020 Gramm Semmelstoppelpilze (Foto rechts) einsammeln. Auch waren noch einige schöne Totentrompeten dabei. Ich wünsche noch einen schönen Abend.

Liebe Grüße Jürgen"

(Foto © Jürgen S.)

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Diemelstadt: Wenn schon in den Wald, dann wenigstens richtig


Jürgen S. schreibt am 29. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wie immer in der letzten Zeit komme ich selten raus. Aber wenn, dann soll es sich auch lohnen.

Wie Du siehst, sind im Korb (Foto rechts) verschiedene essbare Pilze. Alles gefunden in meinem Wald bei Diemelstadt. Im Korb liegen Steinpilze, Maronen, Totentrompeten, Anisegerlinge, Fichtenreizker, Trompetenpfifferlinge, Grüne Anistrichterlinge, ein paar Pfifferlinge, Violette Lacktrichterlinge, Semmelstoppelpilze und Seitenstielige Knoblauchschwindlinge.

Für mich war das ein toller Fund.

Bis zum nächsten Mal mit lieben Grüßen, Jürgen«


2 Fotos: Auch in Jürgens Wäldern sind nun die Totentrompeten (links) da. Und auf dem rechten Bild nähert sich eine Schnecke im Wahnsinnstempo ihrem Festmahl. Doch die Rechnung hatte sie ohne Jürgen gemacht. So blieb ihr wohl nichts anderes, als das karge Ersatzmahl rechts ums Eck anzuknabbern. (3 Fotos © Jürgen S.)





Auf einen Sprung in den Wald, um das Abendessen zu holen


Foto: Dies war das Ergebnis von Stefans Pilzlese in einem nahezu unbekannten Wald im Spessart. Links sehen wir Reifpilze, die meist in großen, manchmal in riesigen Gesellschaften wachsen. (2 Fotos © Stefan B.)


Stefan schreibt am 28. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

dieses Pilzjahr 2017 geht für mich jetzt schon in die Geschichte ein.

Nach Feierabend schreibt mir meine Freundin, dass es heute Brotzeit zum Abendessen gibt.
Kurzerhand entscheide ich auf der Heimfahrt, in einem mir nahezu unbekannten Wald zu halten, um Pilze für das Abendbrot zu holen.

Mit Notfalltasche und ohne Messer sprang ich für knapp 30 Minuten in den Wald und kam mit einer Mischung aus besten Speisepilzen - Reifpilze, Totentrompeten, Krause Glucke, Grüngefelderte Täublinge, Steinpilz, Pfifferlingen und Rotkappe - wieder raus.

Du kannst dir sicher vorstellen, was das für ein Gefühl und vor allem Genuß der pilzbelegten Brotscheiben (rechts) war!

Mit den besten Grüßen, Stefan«





Vorspessart: Der kleine Pilzner lernt unter bewährter Anleitung, wie man richtig Pilze sammelt


Foto: Pfifferlinge und Krause Kraterellen, beides Leistlinge, begleiten Stefan schon seit Wochen treu bei seinen Pilzgängen im Vorspessart. (2 Fotos © Stefan B.)

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Stefan schreibt am 27. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem wir eben auf dem Geburtstag der Uroma waren, sie ist 90 Jahre geworden, sind wir nochmal kurz mit beiden Kindern in unseren Hauswald gefahren.

Wir dachten, nach 14 Tagen könnten wir mal wieder anfangen, die Pfifferstellen von vorne abzulaufen. Unterwegs sind dann noch Krause Kraterellen und ein Steinpilz ins Körbchen gehüpft.

Auf dem Foto (rechts) ist zu sehen, wie unser kleiner Pilzner an der Hand seiner großen Schwester das fachgerechte Sammeln lernt.

Die Steinpilze bereiten mir hier aktuell nur wenig Freude. Sie sehen von außen meist gut aus, sind tatsächlich aber stark verwurmt. Es ist wohl zu warm und die Maden fühlen sich entsprechend wohl.

So hoffe ich auf die kältere Jahreszeit und ebensoviele Steinpilze.

Liebe Grüße, Stefan & Familie«

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Sehr lesenswert!

Vorbildlich: Wie akribisch Anfänger Lars neue Pilzarten kennenlernt

Lars schreibt am 27. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe heute an einer geführten Pilzwanderung im Kreis Offenbach teilgenommen. Sehr lehrreich, absolut empfehlenswert! Vor allem deshalb, weil man viele unbekannte Pilzarten in ihrem Habitat erklärt bekommt. Ich hoffe, dass zukünftig vor allem mehr Täublinge den Weg in meinen Pilzkorb finden.

Allerdings war der Korb nach der Führung dann doch nicht mit der erhofften Menge gefüllt. Immerhin gab es für mich einen Erstfund von Semmelstoppelpilzen, Flockis und Ziegenlippen; auch einige Perlpilze und Rotfußröhrlinge wurden gefunden.

Gepackt vom Sammelfieber, bin ich dann nochmal im Alleingang in unbekannten Wäldern auf dem nach Hauseweg losgezogen. Ich wurde auch direkt belohnt mit einem Parasol, den ich im Augenwinkel am Straßenrand erspäht und für den ich extra dafür gewendet habe. Auch dieser Pilz war für mich ein Erstfund.

In den Waldgebieten im Anschluss fand ich noch folgende Arten: Maronen, weitere Rotfußröhrlinge und Perlpilze, zwei Krause Glucken, einen Minisommersteinpilz und Violettstielige Pfirsichtäublinge. Zudem entdeckte ich viele Lärchenröhrlinge, deren überwiegende Anzahl allerdings schon stark überständig war.

Alles in allem war es ein sehr lehrreicher Tag mit vielen neuen Arten - und am Ende auch in der Quantität deutlich zufriedenstellend.

Beste Grüße Lars«

(Foto © Lars)

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Spessart: Blitz und Donner und Leistlingsstudien


2 Fotos: Es sind eindeutig Graue Leistlinge, wie Stefan und seine Pilzberaterin herausgefunden haben. Krause Kraterellen gehen hingegen ins Bräunliche und haben Gelbtöne. (Collage/2 Fotos © Stefan B.)

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Stefan schreibt am 26. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem Fabiano und mich gestern Abend ein Gewitter in den Spessart verfolgt hat, konnten wir leider nicht wie gewohnt nach den Steinpilzen sehen.

So bin ich heute mit meiner Freundin und unserem kleinen Nachwuchspilzner kurz nach Gelnhausen gefahren, um nach den Totentrompeten sehen. Anschließend sind wir in unserem Hauswald noch eine Runde gelaufen.

Wir haben auch unbekannte Gebiete erkundet und Anischampignons, ein paar Steinpilze, Pfifferlinge, Herbsttrompeten und Graue Leistlinge gefunden.

Zusammen mit meiner Pilzberaterin kam ich bei der Bestimmung dann überein, dass meine bisherigen vermeintlichen Grauen Leistlinge wohl Krause Kraterellen waren.

So sind in meiner Collage diesmal eindeutig Graue Leistlinge zu sehen. Zusammen mit den Totentrompeten standen sie, ebenfalls mit hohlem Stiel, aber deutlich kräftiger im Fleisch als die Krause Kraterelle, die gelbbraune Farbtöne haben.

Alle Drei sind hervorragende Speisepilze. Es ist interessant, sie mal gegenübergestellt zu sehen.

Liebe Grüße, Stefan, Dani & der kleine Nachwuchspilzner«

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