Pilzticker Hessen 87:
Funde vom 21.10.2018



Pilzticker Hessen 87




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Darmstadt-Eberstadt: Die Idee vom Bach führte auch Tobias an einen tollen Steinpilzplatz


Foto: Welch ein Anblick ist das doch, wenn man einen Steinpilz nach langer Durststrecke so dastehen sieht im gefallenen Laub! Ob im grünen Hintergrund der kleine Bach fließt, der Tobias' rettender Gedanke war? (4 Fotos © Tobias)

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Tobias schreibt am 21. Oktober 2018:

»Einen schönen guten Abend Heinz-Wilhelm,

heute war ich auch mal wieder im Wald bei Darmstadt-Eberstadt unterwegs. Ausnahmsweise bin ich mal zu Fuß von zu Hause los, bewaffnet mit Körbchen und Taschenmesser.

Am Anfang sah es recht mau aus. Hier und da ein Parasolpilz und einige Wiesenchampignons, da Fliegenpilze. Alle sahen sie schon halb verdurstet aus. Was ich an essbaren Pilzen sah, ließ ich wie immer zunächst stehen, da ich grundsätzlich meine Route so gestaltete, dass ich sie bei Bedarf eventuell noch auf dem Rückweg einsammeln kann.


Foto: Ein besonders schönes Exemplar ist dieser kernige Steinpilz mit Grautönen auf dem Hut und einem horizontal gemaserten Stiel, sichtbare Anzeichen dafür, dass er sich auf seinem Weg nach oben durch einschnürendes Wurzelwerk arbeiten musste. Ein Kleinkind folgt ihm nach.

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Ich wünschte mir dieses Vorgehen auch bei anderen Sammlern, aber nach meiner Beobachtung schmeißen sie vermeintlich minderwertige Pilze dann wieder achtlos in den Wald, wenn sie meinen, höherwertigere gefunden zu haben. Traurig!

Nach ungefähr drei Stunden und einigen Bemerkungen von Spaziergängern, mein Korb sei aber noch reichlich mit Luft gefüllt, war ich schon ein wenig genervt. »Die Hoffnung stirbt zuletzt«, entgegnete ich.

Dann fiel mir ein, dass Marcel und Sofia aus Wiesbaden im Pilzticker Hessen darauf hingewiesen hatten, dass sie ihre Steinpilze und Rotkappen dieser Tage an einem kleinen Bach finden würden. Eine ähnliche Gelegenheit bot sich nun mir; ich hatte an einem wasserführenden Bachlauf, gar nicht weit entfernt, vor einigen Jahren mal zwei Steinpilze gefunden.


Foto: Dieses schon etwas reifere Exemplar hätte vermutlich keine ein, zwei Tage mehr durchgehalten und konnte von Tobias gerade noch für die Verwertung »gerettet« werden.


Es war genau die richtige Entscheidung! Da standen die Steinpilze auf einmal in Hülle und Fülle, nur sie, dann tatsächlich war nicht eine einzige weitere Pilzart zu entdecken. Etliche waren leider schon zu alt, ich hätte diesen Platz schon zwei, drei Tage früher besuchen sollen. Dennoch hat es für uns und meine Freunde, die schon die ganze Zeit auf »ihre« Pilze warteten, gut gereicht.

Auf dem Nachhauseweg haben die Leute nun nicht mehr spöttisch in meinen Korb geschaut. Nun durfte gestaunt werden. Auf die Frage eines Spaziergängers, wo ich denn die ganzen herrlichen Pilze gefunden hätte, antwortete ich trocken: »Im Wald.«

Danke Euch beiden noch mal herzlich, Marcel u Sofia, für den tollen Tipp mit dem Bach!

Ich wünsche allen Sammlern, dass sie auch noch Glück und vielleicht sogar einen Bach oder Graben in ihrem Pilzwald haben in dieser regenarmen Saison.

Mit freundlichen Grüßen, Tobi aus Eberstadt«

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Foto: So sah Tobias' »Körbchen« auf dem Rückweg aus. Die Waldspaziergänger lachten nun nicht mehr über zuviel Luft im Korb, wie noch auf dem Hinweg.






Ein Freudenschrei am Freigerichter Waldbach: Die erhofften Steinpilze sind endlich da!


Foto: Der Freude über den ersehnten Steinpilzfund in Stefans Hauswald wurde zuhause tatkräftig nachgeholfen. Es gab ein Steinpilz-Carpaccio und dazu einen halbierten gegrillten Steinpilz. Und, wie das letzte Foto zeigt, natürlich noch ein wenig mehr. (7 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 21. Oktober 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

was soll ich sagen? Juhu! Es gibt endlich Grund zur Freude!

Meine Frau und ich waren heute in unserem Freigerichter Wald. In den letzten Wochen waren wir dort des Öfteren unterwegs und haben auch mal ein neues Laubwaldstück, dominiert von Eichen, in Augenschein genommen. Vor allem aber gibt es dort einen kleinen Bachlauf.

Heute sind wir erneut in dieses Gebiet gegangen und zum Ende unserer Runde sind wir den Bach abgelaufen. Plötzlich rief meine Frau: »Ich habe einen, ich habe einen!« Und tatsächlich, endlich, endlich sahen wir mal wieder einen kleinen knackigen Steinpilz in unserem Hauswald!



4 Fotos: So viel Freude über diese fünf Nachwuchssteinpilze gab es wohl lange nicht mehr bei Stefan. Endlich wachsen nun auch in seinem Hauswald bei Freigericht die Steinpilze. Dass sie noch so jung waren, ist vielversprechend, deutet einen neuen Schub an.

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Bis zum Ende unserer Runde fanden wir noch weitere vier Steinpilze im besten Zustand, komplett wurmfrei. Der Hallimasch war recht häufig vertreten. Ich habe dazu ein Foto mit wie vergoldeter Herbststimmung gemacht (Hochformatfoto oben rechts). Auch Flockenstielige Hexenröhrlinge fanden wir. Sie wuchsen allerdings so tief unten am Bach, dass ein Herankommen ohne nasse Füße unmöglich gewesen wäre.

Wieder zuhause, wurden die kleinen Steinpilze direkt zu Carpaccio verarbeitet und der mittlere gegrillt. Der große wanderte in das Dörrgerät.

Ich bin gespannt, ob es bei uns doch noch ein kleines Pilz-Happy-End gibt.

Ganz liebe Grüße, Stefan & Dani«


Foto: Es ist angerichtet. Stefan und seine Frau ließen sich die knackigen Jungsteinpilze zu Gegrilltem und Grünem Spargel richtig gut schmecken.

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Geröstete Steinpilze aus dem Eichenwald nach Tiroler Art, mit Böhmischen Knödeln und Schweinebraten


Foto: Die Steinpilzscheiben sind nach Tiroler Art (allerdings ohne Mehl-Ei-Semmelbrösel),  knackig geröstet, Böhmische Knödel und Schweinebraten stehen bereit. Ein Festschmaus dank herrlicher Waldgeschenke!

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Marcel schreibt am 21. Oktober 2018:

»Hallo,

heute sind Sofia (Foto rechts mit vollem Pilzkorb) und ich wieder in Wiesbadens Wäldern unterwegs gewesen. Wir haben uns extra für einen Eichenwald entschieden, da wir auf Steinpilzsuche wollten.

Der Wald ist zwar extrem trocken, aber die Steinpilze trotzen der Trockenheit und standen prächtig. Das beste war jedoch, das kein einziger Wurm in den Pilzen war, was der längsgeschnittene Steinpilz gut veranschaulicht.

Sieben Tüten haben wir eingefroren, damit wir in den Wintermonaten noch was Leckeres als Beilage haben.

Einen Teil haben natürlich auch gleich gegessen. Dabei haben wir die Steinpilze längs in Scheiben geschnitten und bei mittlerer Hitze in Butter gebraten. Salz und Pfeffer gebe ich immer erst nach dem Braten dazu. Sonst würde das Salz den Pilzen beim Braten das Wasser rausziehen und die Pilze werden weich statt knusprig und saftig.

Dazu gab es noch Böhmische Knödel und Reste vom gestrigen Schweinebraten. Einfach nur lecker!

Viele Grüße Marcel und Sofia«

(4 Fotos © Marcel)

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