Pilzticker Hessen 82:
Funde vom 15.04.2018 - 05.05.2018



Pilzticker Hessen 82




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Stefan: »Speisemorcheln sind doch nur Fabelwesen«


Collage: Neben einem - essbaren - Sklerotienporling (zwei Fotos links) war auch ein erster junger Flocki (rechts) mit von der Partie. (Collage/4 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 5. Mai 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem mir die Pilze 2017 schon früh fast ins Körbchen gefallen sind, heißt es 2018 für mich wohl vorerst, Geduld zu haben.

Ich habe die letzten 2-3 Wochen immer mal wieder nach Speisemorcheln gesucht. Vergeblich. Lediglich hier und da gab es eine Trost-Spitzmorchel aus dem Mulchbeet für mich.
Aber es scheint allgemein eher ein morchelarmes Jahr zu sein. Also habe ich auch mein drittes Jahr ohne Speisemorcheln abgehakt.

So sind wir heute mit anderer Zielsetzung auf einen Spaziergang in unseren Hauswald bei Freigericht gegangen.

Vergangenes Jahr reckten hier die Pfifferlinge bereits Mitte Mai die Köpfchen aus der Erde; gleichzeitig kommen bei uns dann in aller Regel auch die Flockenstieligen Hexenröhrlinge.

Insgesamt ist es im Wald noch sehr trocken - von Pfifferlingen keine Spur. Aber die Flockenstieligen Hexenröhrlinge trauen sich tatsächlich bereits hervor. Einen schönen kleinen am Fuße einer Eiche habe ich fotografiert.

Desweiteren hat Dani noch einen Erstfund gemacht, zu Hause konnte ich den Pilz als einen Sklerotienporling identifizieren.

Eventuell gehe ich morgen, sollte die Lust mich noch einmal packen, doch noch mal in meine neue Flussaue und schaue nach Speisemorcheln. Ehrlich gesagt, verspreche ich mir aber für dieses Jahr nicht mehr viel. Wer weiß, vielleicht sind Speisemorcheln doch nur Fabelwesen; ich jedenfalls habe noch keine einzige gesehen. ;-)

Liebe Grüße Stefan & Dani«

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Foto: Die Röhren des Sklerotienporlings sind eckig und haben keine Gelbtöne, während die des Schuppigen Porlings ins Gelbe gehen. Vor allem ist der Sklerotienporling weit zierlicher als sein nächster Verwechslungspilz; die umliegenden Blätter auf den zwei kleineren Fotos oben verdeutlichen die geringe Größe des Fruchtkörpers.






Diemelstadt: Die Speisemorcheln lassen Jürgen weiterhin zappeln


Foto: Über einen üppigen Maipilzfund konnte sich Jürgen erneut freuen. In hellen Scharen fand er sie im verwelkten Laub vor, wie das zweite Foto zeigt. 

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Jürgen schreibt am 2. Mai 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

auch heute war ich wieder im Wald. Leider musste ich feststellen, dass die Speisemorcheln, die ich vergangenes Jahr so reichlich fand, immer noch auf sich warten lassen.

So bin ich erneut auf die Suche nach Maipilzen gegangen. Es dauerte auch nicht lange und ich hatte knapp 1,5 Kilo im Korb. Einige sind sofort in der Pfanne gelandet, der Rest im Dörrgerät.

Liebe Grüße Jürgen«

(2 Fotos © Jürgen)

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Diemelstadt: Jürgen ist wieder gesund auf der Waldbühne zurück - und holt gleich mal ein Kilo Maipilze ab


Jürgen S. schreibt am 29. April 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute möchte ich mich aus der Versenkung zurückmelden. Leider konnte ich letztes Jahr wegen langer Krankheit nicht in die Pilze. Aber jetzt geht es endlich wieder los.

Heute war ich wieder draußen und habe die ersten Maipilze gefunden, wie immer an den gleichen Stellen (erstes Foto). So konnte ich das erste Kilo mit nach Hause nehmen und habe sie auch gleich geputzt (Foto darunter), und ruckzuck, waren sie in der Pfanne.

Nun hoffe ich, dass endlich die ersehnten Speisemorcheln kommen, an der Stelle, wo ich sie vergangenes Jahr, als ich noch gesund war, nach einem gut gemeinten Tipp so zahlreich ernten konnte.

So hoffe ich, dass ich mich alsbald mit guten Funden melden kann.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße Jürgen«

(2 Fotos © Jürgen)

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Bad Vilbel: Die Maipilze sind da, die Speisemorcheln sind nach wie vor nicht auszumachen


2 Fotos: Wenigstens die Maipilze sind da, wenn für Stefan schon keine Speisemorcheln wachsen wollen. Er sollte mit der Lese aber nicht zu lange warten, denn Maipilze sind bei Gewürm ausgesprochen begehrt.

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Stefan schreibt am 21. April 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Morgen nach dem Frühstück ging es los Richtung Bad Vilbel. Der dortige Stadtwald grenzt an die Nidda und ist für sein großflächiges Bärlauchaufkommen bekannt. Gefühlt könnte sich hier ganz Frankfurt mit Bärlauch versorgen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Kilometerweit, soweit das Auge reicht - aber keine einzige Speisemorchel.

Drei Stunden waren wir im Wald,unter den Eschen habe ich immer wieder gesucht, es war alles voller Weinbergschnecken, der Aronstab wuchs, im großen und ganzen gute Voraussetzungen, denke ich.

Zum Ende hin habe ich noch einen kleinen Bachlauf abgesucht und bin auf eine größere Gruppe junger Mairitterlinge gestoßen. Zumindest gehe ich davon aus, dass es welche sind, ich habe sie bisher noch nicht gesammelt und auch noch nicht gefunden. Ich habe sie stehen lassen und werde nächste Woche nochmal nach Ihnen sehen, wenn sie größer sind.

Nun wird erstmal der Bärlauch geputzt und zu Pesto verarbeitet. Morgen wird dann noch Ciabattabrot damit gebacken.

Bezüglich der Speisemorcheln hoffe ich weiterhin, das ich dieses Jahr vielleicht doch noch fündig werde. Es bleibt spannend ;-)

Liebe Grüße Stefan«

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2 Fotos: Der Bärlauch wächst wie verrückt. Stefan verarbeitet ihn zu Pesto, das auch ins Ciabattabrot eingebacken wird. (4 Fotos © Stefan)






Freigericht: Eine einzige Spitzmorchel reichte Stefan für ein schönes Pilzabendessen


Collage: Buschwindröschen (Hochfoto) sind keine Morchelanzeiger, doch wenn sie blühen, ist auch die Zeit der Morcheln da. Rechts oben hat es sich die einzige Spitzmorchel, die Stefan fand, im Bärlauchbett bequem gemacht. Rechts unten zeigt er uns sein leckeres Pilzabendbrot. (Collage/3 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 19. April 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute ging es zeitig in den Feierabend und natürlich ab in den Wald. Ich habe zurzeit richtig Himmeln im Hintern, wenn ich nicht täglich das ein oder andere Gebiet inspizieren kann.

Mein erster Gang führte mich in einen Auwald der Kinzig bei Langenselbold. Das Hochwasser hat sich dort soweit zurückgezogen, zumindest an den Waldrändern konnte ich nach Morcheln suchen. Trotz intensiver Suche, Bärlauch und weiteren Zeigerpflanzen wie z.B. das Buschwindröschen zeigte sich allerdings nicht eine Speisemorchel.

Mit etwas Bärlauch im Körbchen, der übrigens schon in die Blüte geht, habe ich dann weitere 1,5 Std. sämtliche Mulchbeete Richtung Freigericht inspiziert, und das waren ein paar.
Doch auch hier ging ich bis auf eine einzige Spitzmorchel, die in einem gut 100qm großen Rindenmulchbeet stand, leer aus.

Auch wenn das heute nicht der große Wurf war, so hat es doch für ein leckeres Rührei mit Morchel und frischen Bärlauch zum Abendessen gereicht. Dazu gab es Butterbrot mit Salz.

Am Samstag ist ein Ausflug in einen Auwald an der Nidda geplant, ich bin gespannt was uns dort erwarte.

Liebe Grüße  Stefan«

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Freigericht: Die Erfolg versprechende Flussaue stand unter Wasser - da ging es zu den Mulchbeeten


Collage: Das war doch ein schöner Start in die Pilzsaison für Stefan: Die Spitzmorcheln standen gehäuft wie auch einzeln im Mulchbeet. Heraus kam eine schöne Strecke, die wir auf dem oberen Foto dekoriert mit wie immer selbstgebackenem Brot sehen. (Collage/3 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 15. April 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute eröffne ich die Morchel-Saison für Hessen!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in diesem Jahr nicht so intensiv nach Morcheln zu suchen wie im vergangenen. Vor drei Wochen entdeckte ich dann aber eine schöne Flussaue - und da war's dann doch wieder um mich geschehen. Ich habe wieder starkes Morchelfieber!

Drei vielversprechende Plätze habe bzw. wollte ich gestern absuchen. Diesen Plan durchkreuzte allerdings der heftige Regen, der bei uns die letzten Tage niederging. Alles stand unter Wasser! 

So bin ich heute ein wenig durch die Freigerichter Landschaft gezogen und habe Rindenmulchbeete unter die Lupe genommen. Gefunden habe ich 34 Rindenmulchmorcheln - RiMuMo - und zwei Frühjahrsgiftlorcheln, die ebenfalls im Mulchbeet standen.

Natürlich habe ich mich über den Fund gefreut. Aber noch schöner wäre für mich ein Erstfund von Speisemorcheln inklusive deren Verkostung gewesen, auf den ich immer noch warte.

Dennoch will ich mich keinesfalls beschweren und freue mich, im Gegenteil, darauf, dass wir heute Abend unsere frischen RiMuMo zu einem leckeren und selbstgebackenem Zwiebelbrot genießen werden.

Liebe Grüße aus Hessen - und allen Pilzfreunden ein erfolgreiches Pilzjahr 2018!

Stefan«


Foto: Richtig bräsig stand sie da, mitten im Mulchbeet, die Gift- oder Frühjahrslorchel. Obwohl sich ihr Giftstoff Gyromitrin beim Erhitzen verflüchtigt, kam es nach Verzehr dieses Pilzes immer wieder zu Todesfällen. (Foto © Stefan)

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