Pilzticker Hessen 150:
Funde vom 11.07.2021 - 15.07.2021



Pilzticker Hessen 150




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Krause Kraterellen im Main-Kinzig-Kreis: Dann sind die Herbsttrompeten meist nicht fern


Foto: Zu einem erneut tollen Fund von Pfifferlingen und Grüngefelderten Täublingen kamen diesmal auch - erste - Krause Kraterellen hinzu. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 15. Juli 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

wir waren heute Abend mal wieder im Main-Kinzig-Kreis unterwegs, um unsere Plätze zu inspizieren. Und was soll ich sagen: das Pilzaufkommen ist sagenhaft!

Die Krausen Kraterellen habe ich bereits so langsam erwartet. Und tatsächlich, sie kommen und bilden mehrere quadratmetergroße Teppiche. Man muss sehr genau hinsehen, um sie wahrzunehmen und behutsam schreiten, damit man sie nicht zertritt.

Natürlich gab es auch wieder Pfiffers, zweieinhalb kleine Sommersteinpilze und ein paar leckere Grünfelderige Täublinge.

Im Laufe der kommenden 4 Wochen erwarte ich erste Fichtensteinpilze, Semmelstoppelpilze, Krause Glucken und hoffentlich auch Totentrompeten.

Ganz liebe Grüße, Stefan & Familie"

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Foto: Die Krausen Leistlinge sind sehr unscheinbar auf dem Waldboden und erfordern bei der Lese große Aufmerksamkeit, damit sie nicht zertreten werden. Diese hier sind Teil einer großen Gesellschaft, die sich auf etwa 15 Quadratmeter verteilt, so Stefan.

Diese Pilzart benötigt kalk- oder basenreiche Buchenwälder. Sie wächst zerstreut bis selten und befindet sich deutlich im Rückgang. Nicht etwa durch Absammeln, sondern durch die Anreicherung von Nährstoffen im Boden. In Jahren, in denen die Krausen Leistlinge wachsen, gibt es meist nachfolgend im gleichen Terrain auch Totentrompeten (Herbsttrompeten) und Graue Pfifferlinge.

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Peter vergibt für das Pilzwachstum im westlichen Landkreis Fulda die Schulnote 3


Foto: Es kommt nicht so oft vor, dass man auf einem Pilzteller, wenn auch noch nicht zubereitet, einen Scheidenstreifling entdeckt (links). Nur erfahrene Pilzsammler nehmen ihn mit. Rechts der dunkle Geselle dürfte ein Raufußröhrling sein. (3 Fotos © Peter C.)

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Peter schreibt am 15. Juli 2021:

"Hallo Pilz-und Naturfreunde,

im Landkreis Fulda, östlicher Vogelsberg, ist das Pilzwachstum recht zufriedenstellend. Es ist doch jedesmal beglückend, vormittags durch die herrlichen Mischwälder zu wandern und die Wunderwelt der Pilze zu bestaunen.

Heute fanden Dorothee und ich wieder einige Pfifferlinge, Steinpilze, Hexenröhrlinge, Schiefknollige Anischampignons, Perlpilze, Goldröhrlinge und Rotbraune Scheidenstreiflinge. An Ungenießbaren beeindruckte uns die Gelbe Lohblüte, an Giftigen die Schönfußröhrlinge.

Die besten essbaren Pilze haben wir eingesammelt.

So kann es weitergehen, wünschen sich und Euch Peter und Dorothee"

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2 Fotos: Beim Rotbraunen Scheidenstreifling sind die Riefung und die Scheide am Fuß gut zu erkennen. Der Schiefknollige Anisegerling (rechts) zeigt hier schön seinen Bogenverlauf zur Stielbasis hin sowie den charakteristischen Hauch von Gelb in der Hutmitte.

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Ein traumhafter Salat mit Seehechtfilet im Kräutermantel, zitrusfrischem Dressing, Grünfelderigen Täublingen und Sommersteinpilzen




Foto: Wenn das kein hochsommerlicher Spitzensalat ist! Auf der Salaternte aus dem eigenen Garten thronen das Seehechtfilet im Parmesan-Kräutermantel und einem Dressing mit Zitronenfrische und als Topping kurz gebratene Grünfelderige Täublinge und Sommersteinpilze.

(Foto © Stefan)

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Stefan schreibt am 12. Juli 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich möchte gerne noch unser leckeres Abendessen mit den gestern gesammelten Grünfelderigen Täublingen und Steinpilzen nachreichen.

Es gab frischen Salat aus unserem Garten (Romana Salatherzen, Lollo Rosso, Rucola und Blutampfer), dazu gebratenes Seehechtfilet im Parmesan-Kräutermantel, einem selbstgemachten und frischen Dressing aus Schmand, Parmesan, Limettenabrieb und Zitronenthymian und als Topping die leckeren und kurz gebratenen Grünfelderigen Täublinge und Sommersteinpilze.

Dazu gab es natürlich wieder frisches selbstgebackenes Brot von Dani, ein Pane Pugliese, das ist ein italienisches Weißbrot aus Apulien, das komplett aus Hartweizenmehl und etwas Weizensauerteig besteht.

Und wieder einmal stelle ich mir nach diesem genussvollen Essen die Frage, was gibt es Einfacheres, Schöneres und Besseres, als in den Kühlschrank zu greifen, die frisch gesammelten Pilze zu nehmen, in den Garten zu gehen, kurz Salat und Kräuter holen, ein Dressing hochzuziehen, einen leckeren Fisch anzubraten und all die tollen Gaben mit einem frisch gebackenem Brot und zusammen mit der Familie zu genießen?!

Ganz liebe Grüße, Stefan & Familie"

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Tolle Artenvielfalt im Main-Kinzig-Kreis

Anmutiger Tanz der Elfen im dunklen Moos und das Ärgernis um die herrlichen Brätlinge


Foto: Die Grüngefelderten Täublinge waren diesmal erfreulich "im Schuss", wie Stefan berichtet. Der braune Hut gehört dem einzigen Sommersteinpilz, der noch zu gebrauchen war. - Auf dem 2. Foto sehen wir drei der köstlichen Milchbrätlinge. Wie ärgerlich, dass Stefan sie stehen ließ, weil er sie nicht gleich erkannte. - Das 3. Foto zeigt oben zwei kleine und einen großen Grünfelderigen Täubling, unten rechts einen Rotbraunen Scheidenstreifling und links oberhalb davon einen Hainbuchenraufuß. Drei Arten bester Speisepilze auf engstem Raum!

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Stefan schreibt am 11. Juli 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

Dani und ich sind mit unserer Fellnase Bandhu vorhin noch eine angenehme Runde gelaufen und an einem Platz zurückgekehrt, wo wir vor etwa vier Wochen Sommersteinpilze gefunden hatten. Da sie hier stellenweise gerade in die zweite Runde gehen, wollte ich dort nochmal vorbeischauen.

Nun, sie waren tatsächlich da, aber die Schneckenleider auch. Und was sie noch nicht verputzt hatte, hatte der Regen zunichte gemacht.

Was sich aber erst auf den zweiten Blick zeigte, ist weiterhin das Artenreichtum der Pilze in diesem Jahr. So entdeckte ich im Umkreis von ca. 10-15 Metern um mich herum Hainbuchenraufußröhrlinge (die dieses Jahr einen starken Auftritt hinlegen), dicke feste Grünfelderige Täublinge, Sommersteinpilze, einen Rotbraunen Scheidenstreifling, Frauen- und Speisetäublinge, am Hang gegenüber noch einen ganzen Trupp Elfenbeinröhrlinge (Erstfund), ein paar Pfifferlinge und bei einer Buche noch drei knackige Milchbrätlinge.

(Pilzticker Hessen 150)





Foto: Der Tanz der Elfenbeinröhrlinge im dunkelgrünen Moos war beinahe anmutig. Für Stefan waren sie ein Erstfund. Sicher ein Motiv, das sich ihm und Dani lange einprägen wird. Die Pilzart ist streng an Zirbeln oder die Weymouthkiefer (hier zu sehen) gebunden. Diese Kiefernart gelangte erstmals 1605 aus dem östlichen Nordamerika nach Europa.

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Deren fischartiger Geruch, ein wichtiges Erkennungsmerkmal, erreichte mich allerdings erst, als wir den Platz bereits wieder verlassen hatten und er sollte mich bis nach Hause penetrieren. Geradezu so, als wollten mich die Pilze daran erinnern, dass ich sie besser mal zur Erstverkostung mitgenommen hätte.

Das war sehr ärgerlich, aber ich nehme kleine Mengen Pilze ungerne zur Bestimmung zu meiner lieben Pilzsachverständigen mit, da der Aufwand in der Regel nicht lohnt.

Auf dem Heimweg hatte Dani dann aus dem Auto heraus noch eine kleine Grünfläche mit Hainbuchen und Linden gesehen und auch einiges an Pilzen. Wir fuhren in einem Feldweg an der Seite, stellten das Auto ab und sind dort kurz hingelaufen.

Vorgefunden haben wir Unmengen an Perlpilzen und Netzstieligen Hexenröhrlingen jeden Alters. Auch so ein Bild hat sich mir noch nicht gezeigt.

Es ist unglaublich, was das Wetter hier gerade an Pilzen aus dem Boden treibt, sowohl an Artenvielfalt wie auch die Menge - SAGENHAFT!

Da die heute gefundenen Grünfelderigen Täublinge größtenteils gut in Schuss waren, gibt es morgen mit großer Vorfreude wieder einmal einen knackigen Salat aus dem Garten mit selbstgemachtem Dressing, gebratenen Täublingen und Seehecht, den ich nun zum Auftauen herauslege.

Ganz liebe Grüße, Stefan & Dani"

(6 Fotos © Stefan)

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2 Fotos: Das leicht crèmefarbene Weiß hat der Elfenbeinröhrling durchgehend. Der Stiel ist von braunen Pünktchen überschuppt. Rechts ein Gallenröhrling, erkennbar an seinen fein rosa Röhren und seinem markanten braunen Netz auf braunem Grund.

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