Pilzticker Hessen 110: Pilzfunde in
Hessen vom 15.10.2019 - 19.10.2019



Pilzticker Hessen 110




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Leserbrief zu: »Erst unter den alten Buchen erfüllte sich Monis Wunsch, Steinpilze kennenzulernen«

»Ich wünsche ihr viele tolle Steinpilze!«


Andrea schreibt am 19. Oktober 2019 mit Bezugnahme auf o. g. Pilznachricht vom 18. Oktober 2019:

»Das Bild von Moni und ihren ersten Steinpilzen schaue ich mir mit Begeisterung an. Die Pilze, die sie in der Hand hält, sind supersuperschön und sie sieht total happy aus mit den Steinis und wirkt insgesamt total sympathisch.

Ich wünsche ihr, da sie sie nun kennt und vor allem auch weiß, wo sie sie finden kann, viele tolle Steinpilze!

Viele liebe Grüße Andrea «

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»Gerade bei hohem Pilzaufkommen kommt nur beste Qualität in meinen Korb«


Foto: Makellos sind die Steinpilze und Espenrotkappen. Stefan legt Wert darauf, besonders bei hohem Pilzaufkommen nur die besten Pilze mitzunehmen. (3 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 18. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nun geht es auch bei uns im Main-Kinzig-Kreis wieder richtig gut los. Im herbstlich bunten Wald marschieren die Steinpilze wieder auf.

Ich bin heute nach getaner Arbeit kurz meine zwei Stammplätze abgelaufen und hatte innerhalb einer Stunde den Korb randvoll mit schönsten Fichtensteinpilzen. Einiges blieb allerdings stehen, da es hier recht ordentlich geregnet hat und mir die Pilze teils schon zu weit im Alter und in der Verfassung waren.

  • Gerade wenn es solch ein hohes Pilzaufkommen gibt, kommt nur beste Qualität in meinen Pilzkorb.

Auch vier kleine Espenrotkappen konnte ich noch finden, was mich freute, denn sie geben einen tollen Geschmack für Saucen ab.

Gestern haben wir uns zum Abendessen selbstgemachte Pizza mit italienischer Salami, Mozzarella und frischen Steinpilzen gegönnt. Der Rest an Steinpilzen plus ein paar Espenrotkappen, die ich gestern unweit meiner Arbeit finden konnte, wanderten in den Dörrautomaten.

Auch heute habe ich wieder gut die Hälfte des Fundes direkt in den Dörrautomaten gegeben (Foto rechts). Die knackigsten Steinpilze kamen zum frischen Verzehr am Wochenende in den Kühlschrank.

Liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Zum Reinbeißen schön! Wer beim Betrachten dieser einladenden Steinpilz-Salami-Pizza gerade Hunger hat, hat schlechte Karten. Stefan schreibt: »Den Pizzateig hat meine Frau gemacht, die Tomatensauce hatte ich eingefroren, die Steinpilze waren frisch gesammelt, so dass wir nur noch Salami und Käse besorgen mussten.«

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Ein gnadenloser Kampf zwischen Steinpilz und Fliegenpilz um den besten Futterplatz


Foto: Das geht nun aber zu weit! Steinpilz und Fliegenpilz, die bekanntermaßen die gleichen Wachstumsbedingungen mögen, liefern sich hier einen gnadenlosen Kampf um den besten Nahrungsplatz. Karin setzte dem Ringen abrupt ein Ende.

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Karin schreibt am 18. Oktober 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nun wachsen die Pilze auch in Nordhessen wie verrückt. Mit im Spiel sind sehr viele große Parasolpilze und massig Fliegenpilze als nette Farbtupfer.

Nachdem ich in den letzten Tagen schon reichlich Parasolschnitzel hatte, habe ich heute Steinpilze - selbst die großen sind noch fest und madenfrei - Birkenpilze, Hexenröhrlinge und ein paar Reizker gesammelt. Das Putzen, Einfrieren, Trocknen und Zubereiten war dann abendfüllende Arbeit.

Liebe Grüße Karin«

(2 Fotos © Karin)

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Bei Darmstadt: »Um 10 Uhr waren wir schon wieder zuhause, mit Pilzen beladen wie die Packesel«


Foto: Zwei herrliche Steinpilze, die dem 12jährigen Julius sicher gerade richtig kamen.

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Andrea und Julius schreiben am 18. Oktober 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

der pädagogische Tag der Lehrerschaft hat Julius heute einen schulfreien Tag beschert, den wir natürlich gerne für einen weiteren Gang durch den Wald genutzt haben. Diesmal verschlug es uns wieder nach Darmstadt, wo wir vergangenes Wochenende schon per Fahrrad fündig wurden.

Julius ist jetzt 12 Jahre alt und geht mit mir schon seit seinem 4. Lebensjahr Pilze sammeln. Auch in diesem Wald kennen wir mittlerweile ein paar schöne Stellen, wo wir schon oft fündig wurden.

Zu Fuß also losmarschiert ins Steinpilz- und Hexenröhrlingsparadies. Nach cirka eineinhalb Stunden brachen wir die Suche ab und machten uns, mit Pilzen beladen wie die Packesel, auf den Rückweg.

Um 10 Uhr waren wir schon wieder zuhause, wo wir uns wie gewohnt erstmal nach Zecken absuchten, von denen wir hier im Rhein-Main-Gebiet leider mehr als genug haben. Einen großen Teil des Tages haben wir dann zwangsläufig mit dem Putzen der Pilze verbracht.

Von unseren tollen Funden (Foto rechts) haben wir natürlich einiges an meinen Bruder, der heute arbeiten musste, und unsere Nachbarn abgegeben. Alle haben sich gefreut.

Morgen geht Julius mit meinem Bruder wieder los, dann wieder mit Fahrrädern im Gepäck.

Viele Grüße aus dem schönen Hessen senden Dir

Andrea und Julius«

(2 Fotos © Julius)

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Erst unter den alten Buchen erfüllte sich Monis Wunsch, Steinpilze kennenzulernen


Foto: Moni kannte bislang keine Steinpilze, wollte sie aber gerne einmal finden und sehen. Seit ihrem Pilzausflug mit Andreas weiß sie, wo sie zu finden sind, wie sie aussehen und schmecken. Und wie sie sich anfühlen. Herrlich, wie man sieht! Damit hat auch sie das Pilzfieber gepackt. (Foto © Andreas)

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Andreas schreibt am 18. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe den Geschmack der leckeren Steinpilz-Knofi-Nudeln* noch auf der Zunge und möchte euch meine gestrigen Erfolge nicht vorenthalten.

Diesmal war ich erstmalig in der Nähe von Eschenstruth (Gemeinde Helsa bei Kassel) unterwegs, um einer Freundin zu zeigen, wie Steinpilze aussehen. Leider nahm sie mich zu Plätzen mit, wo mir meine innere Stimme sagte, dass hier nichts zu holen sei. Und so war es auch.

Neben ein paar unangerührten Falschen Pfifferlingen, Flaschenbovisten, Hallimaschen, Kahlen Kremplingen und einem einzigen Fliegenpilz haben wir nur ein paar Stockschwämmchen und Rotfußröhrlinge eingesammelt.

Aber wir haben nicht aufgegeben und sind weiter in Richtung der Gemeinde Söhrewald gefahren und dort sagte mir mein Riecher, dass unter den alten Buchen sicher etwas zu finden sei.

Und so war es auch. Im hohen Buchenlaub unter Jungbaumbestand fanden sich viele der heiß geliebten Steinpilze. Nun weiß Moni, wie Steinpilze aussehen, wie sie schmecken und wo sie zu finden sind. Auch sie ist jetzt vom Pilzfieber gepackt und wird von nun an auch allein auf die Pirsch gehen.

Mit freundlichen Grüßen Andreas«

* Steinpilze und Knofi? Bitte nichit böse sein, das ist ein Küchenvergehen! Mehr dazu hier.

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Hochtaunuskreis: 64 Steinpilze und jede Menge an Maronen und Rotfüßen für Erwin


Erwin schreibt am 17. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

unsere gestrigen Pilzfunde in der Nähe von Glashütten im Hochtaunuskreis waren so beeindruckend, dass ich sie auch einmal präsentieren möchte.

64 Steinpilze sowie jede Menge Maronen und Rotfußröhrlinge füllten nach 5 Stunden Suche unsere Körbe. Da ich ein ausgesprochener Waldmensch bin und mich ständig im Wald aufhalte, auch im Winter, weiß ich, wo man Steinpilze und große Mengen an Lungen- und Austernseitlingen finden kann. Das wahllose Durchlaufen der Wälder bringt womöglich nicht einen Steinpilz. In den nächsten Tagen ist weiterhin Regen angesagt, was für weiteres Pilzwachstum fantastisch sein dürfte.

Letztes Wochenende war ich im Spessart, wo ich auch immer viele Steinpilze gefunden habe. Das Ergebnis war enttäuschend. Vier Steinpilze und ein paar Rotfüße hat mir die lange Fahrt eingebracht. Dafür habe ich im Juli große Mengen an herrlichen Sommersteinpilzen finden können, die ich im Taunus nur vereinzelt fand.

Mit freundlichen Grüßen Erwin«

(Foto © Erwin)

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Groß-Gerau: Wenn das der Konkurrent geahnt hätte...


Andrea und Julius schreiben am 16. Oktober 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

wie wir ständig in Deinem Pilzticker sehen, ist die Pilzsaison in vollem Gange. Wenn wir an das letzte Jahr denken, da gab es ja eigentlich gar nichts.

Wir sind in der glücklichen Lage, unseren Hauswald direkt vor der Haustür, naja, sagen wir, in 300 Metern Entfernung zu haben.

Daher sind mein Sohn Julius und ich auch heute Nachmittag nach Schule und Büro auf die Schnelle mit dem Fahrrad in »unseren« Wald bei Groß-Gerau gefahren, um nach jenen Steinpilzen zu schauen, die Julius schon vor zwei Tagen mit viel Laub vor Mitbewerbern versteckt hat. Sie waren zwar immer noch recht klein, allerdings fanden wir sehr nahe ein paar weitere schöne Exemplare, die in unseren Korb wanderten. Auch an einer anderen bewährten Stelle waren wir erfolgreich.

Hätte der andere Pilzsucher, der uns entgegenkam gewusst, dass er eigentlich an der falschen Stelle sucht, wo doch nur 200 Meter weiter ein paar wunderschöne Exemplare zu finden sind.

Ansonsten haben wir noch ein paar Maronen und zwei Reizker gefunden. Unser Abendessen war gerettet.

Leider wird wohl in diesem Wald bald ausgeholzt werden, denn an einigen Bäumen sind bereits Markierungen angebracht.

Wir möchten uns noch bei dir bedanken, dass du in der momentanen Hochsaison unermüdlich und immer wieder und wieder die Funde von uns Pilzsuchern im Pilzticker einstellst!

Hast du eigentlich selbst noch Zeit zum Pilze sammeln?

Viele Grüße aus Groß-Gerau senden Dir Andrea und Julius«

Hallo Andrea,

zu Deiner Frage: Ein klares Nein. In der Hochsaison ist das grundsätzlich nicht möglich.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Foto: Nur gut, dass ein Konkurrent 200 Meter entfernt suchte. So landete dieser Steinpilz im Netz von Julius und Andea. (2 Fotos © Julius)

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Linden, Landkreis Gießen: Mit den drei Kindern im Wald der unzähligen Parasole


Annegret schreibt am 16. Oktober 2019:

»Hallo,

erst einmal möchte ich mich für diese wunderbare Seite bedanken, sie ist wirklich ganz toll zum Lernen und Staunen.

Nach 10 Jahren in Finnland bin ich erst seit dreieinhalb Jahren wieder in der Heimat im Landkreis Gießen und erkunde nach und nach die Wälder.

Gestern ging es mit meinen Söhnen in ein Wäldchen bei Linden und dort entdeckten wir zu unserer großen Freude unzählige Parasole bzw. Riesenschirmlinge im lichten Eichenwald (Foto rechts).

Die schönsten haben wir mit nach Hause genommen und teils zu einer leckeren Soße zu Kartoffeln verarbeitet, ein Teil wird heute noch paniert und gebraten und der Rest getrocknet und zu Würzpulver verarbeitet.

Ohne die Kinder ging es dann noch mit einer Freundin in einen anderen, einen Buchenwald bei Gießen. Auch hier gab es wieder Parasole. Ich fand noch eine Krause Glucke und meine Freundin einen schönen, komplett madenfreien Steinpilz. Die Stellen der Herbsttrompeten sind leider weiterhin kahl.

Wir begegneten einem erfahrenen Pilzsammler, der uns stolz seinen gut gefüllten Korb mit Steinpilzen und Butterpilzen zeigte und uns neckend fragte, warum wir denn die Pilze nicht sammeln würden. :-).

Liebe Grüße, Annegret«

(2 Fotos © Annegret)

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Foto: Wenn im flachen Hochwald zahlreiche Parasole wachsen, so ist dies für Kinder ein prima Zugang zum Hobby Pilze sammeln. Dass sie danach auch noch vorzüglich schmecken, sorgt für ein nachhaltiges Erlebnis, an das sie sich vermutlich noch lange erinnern können.

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Herrliche Steinpilze aus verschonten Fichtenbeständen im Reinhardtswald


Foto: So schöne Steinpilze! Andreas fand sie in restlichen Fichtenbeständen, vor denen der »starke Holzeinschlag« Halt gemacht hatte. (2 Fotos © Andreas)

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Andreas schreibt am 16. Oktober 2019:

»Gern möchte ich heute über meinen Fund von Maronen und Steinpilzen im Reinhardtswald berichten.

Wie jedes Jahr warte ich geduldig, bis das Wetter ein Einsehen hat und den Waldboden hinreichend durchnässt hat und die Oktobersonne etwas für Wärme sorgt.

Am Sonntag war es dann so weit. In meinem Revier auf den Höhen des Reinhardtswaldes stieß ich trotz des starken Holzeinschlages in den verbliebenen Fichtenbeständen auf die für mich ersten Steinpilze in diesem Jahr.

Am Ende des nahezu trockenen Spazierganges fanden sich nahezu 3 Kilo der köstlichen Steinpilze und ein paar junge Maronenröhrlinge im Korb.

Heute Nacht sind 27 l/m² Regen gefallen und wenn es warm bleibt, sollten das nicht die letzten Edelpilze sein, die den Weg in die heimische Pfanne finden.

Mit feundlichen Grüßen Andreas«

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Foto: Es fiel gut Regen, es soll warm bleiben - gute Voraussetzungen dafür, dass Andreas erneut so einen guten Fund macht, wie ihn sein Korb hier zeigt.

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Stefan beobachtet das Wachstum der Arten ganz genau

Wie unterschiedlich die Pilze schon jetzt auf klimatische Veränderungen reagieren


Stefan schreibt am 15. Oktober 2019:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich war heute mal wieder an meinen Stammplätzen im Main-Kinzig-Kreis, da ich ja auf die Rotkappen warte. Natürlich hatte ich auch meine unlängst entdeckten Ministeinpilze im Visier.

Es ist kein einfaches Spiel, diese Plätze nun schon über Monate mehr oder weniger gut geheim zu halten, aber es scheint zu funktionieren, so dass ich es mir immer wieder halbwegs entspannt aussuchen kann, wann ich meine Plätze wieder aufsuche. Was aber noch viel schöner und vor allem wertvoller ist, ist die Erfahrung, die ich dabei gewinne, denn ich kann in aller Ruhe beobachten und meine Schlüsse ziehen.

Wie es Peter hier im Pilzticker Hessen einschätzt und auch Du es bereits angedeutet hast, wird sich das Pilzaufkommen verändern. Diesen Umstand habe ich mir im trockenheitsbedingt sehr mageren Jahr 2018 bereits bewusst gemacht und gezielt nach Stellen gesucht, die auch im heiß-trockenen Klima noch Pilze hervorbringen könnten. Nun ist glücklicherweise genau das in diesem Jahr voll aufgegangen.

(Pilzticker Hessen 110)

So konnte ich speziell das Wachstum der Pappelraufüße und der Rotkappen wunderbar beobachten. Während die Pappelraufüße mit nur mäßigen, aber häufigen Niederschlägen in Massen aufgetreten sind, gab es Rotkappen immer nur nach ergiebigen Regenfällen.

Auch die Bronzeröhrlinge, die Sommersteinpilze und die Anhängselröhrlinge folgten bereits auf dürftige Regenfälle. Als sie wuchsen, waren die Wälder stets noch trocken. Kurze Niederschläge hatten ausgereicht, um sie fruktifizieren zu lassen. Auch weisen die Standorte für die beschriebenen Dickröhrlinge nicht die typischen Merkmale der naturnahen klassischen Wälder auf, wie wir sie im Allgemeinen kennen.

Wenn ich dabei an meine geliebten Pfifferlinge oder Totentrompeten denke, blutet mir etwas das Herz, aber wenn im Wechsel dafür seltene Dickröhrlinge oder auch die Kaiserlinge in Deutschland auf dem Vormarsch sind, ist dieser Wandel doch durchaus erträglicher, als es sich vielleicht im ersten Moment anfühlt. Das soll selbstverständlich die offensichtlichen negativen Folgen nicht verharmlosen, aber man darf sich doch auch mit potentiell positiven Folgen der klimatischen Veränderungen auseinandersetzen.

Zu meinem heutigen Fund: Oben links auf dem Foto sind die ersehnten Espenrotkappen zu sehen, daneben drei Flockis und rechts außen ein Pappelraufuß. Darunter aufgereiht die Fichtensteinpilze in allen erwünschten Altersstufen.

Eines haben alle Funde gemeinsam: es war stets ein Bach in unmittelbarer Nähe. Mir scheint, dass der Bach das ausgleicht, was an Niederschlägen abseits des Baches noch fehlt.
Sowohl im Spessart am Wochenende als auch gestern in einem neuen und großen Laubwald in Alzenau habe ich an klassischen Stellen noch nichts entdeckten können.

Liebe Grüße Stefan«

(Foto © Stefan)

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Wetzlar: Gut gefüllte Körbe für drei Generationen Pilzsammler


Foto: In die Froschperspektive gegangen ist Peter für diesen Prachtparasol, der ein bisschen was aufs Dach bekommen hat. Ein lebhaftes und stimmungsvolles Wald- und Pilzmotiv, das uns beinahe den Eindruck vermittelt, wir würden dabei sein. (2 Fotos © Peter)

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Peter schreibt am 15. Oktober 2019:

»Guten Tag, lieber Heinz-Wilhelm,

nachdem ich am Samstag meinen Pilzkorb so gut füllen konnte, bin ich am Sonntag zusammen mit meiner Frau, meiner Tochter und unseren beiden Enkeltöchtern (11 und 13 Jahre) auf dem Wetzlarer Stoppelberg auf die Pilzpirsch gegangen.

Schon nach den ersten Schritten begrüßte uns eine größere Gruppe noch recht kleiner Anisegerlinge, und überall um uns herum hatten Parasole ihre Schirme aufgespannt. Da konnte das Sammeln gleich von Anfang an beginnen, und die Mädchen freuten sich über die tollen Funde.

Im Birkenwäldchen, wo wir auf etliche Pilzsammler stießen,  fanden wir einen einzigen Steinpilz und ein paar Birkenpilze. Auf dem Rückweg durch Buchenhochwald stolperten wir regelrecht über viele kleine Rotfußröhrlinge und Anisegerlinge und fanden nochmals Parasole über Parasole. 

Als wir nach zwei Stunden wieder zum Parkplatz kamen, waren unsere Kräfte erschöpft und unsere Körbe ausreichend gefüllt. Das war für die ganze Familie ein richtig schöner Sonntagvormittag in herrlicher Natur bei schönstem Herbstwetter. 

Gestern war ich noch einmal allein unterwegs, um in meinem kleinen Maronenwäldchen nachzuschauen. Es waren aber immer noch keine Maronen zu finden. Unterwegs traf ich aber auf eine größere Ansammlung von den verwandten Rotfußröhrlingen, die im tiefen Moos standen. Ich nahm nur ein paar junge Exemplare mit, weil diese Pilzart sehr schimmelanfällig ist.

Angesichts der enormen Steinpilzfunde, über die in Deinem wunderbaren Pilzticker zur Zeit aus allen Bundesländern berichtet wird, nehmen sich die hier beschriebenen Funde recht bescheiden aus und sind eigentlich gar nicht erwähnenswert. Aber angesichts des Klimawandels werden wir wohl davon ausgehen müssen, dass sich unsere gesamte Natur verändern wird und dass sich auch unsere Pilzwelt verändern wird.

(Pilzticker Hessen 110)


Foto: Da quillt es vor Pilzen im Rotfüßchenbeet! Peter nahm nur einige junge Exemplare von ihnen mit.

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Steinpilze habe ich in allen vergangenen Jahren immer ausreichend gefunden, in diesem und auch im letzten Jahr hat sich diese begehrte Pilzart aber im hiesigen Raum rar gemacht. Es fehlte einfach an den nötigen Niederschlägen. Vielleicht wird es ja in den kommenden Jahren wieder regnerischer, aber daran kann ich gar nicht so recht glauben. Vermutlich müssen wir uns darauf einstellen, dass wir unser Sammelspektrum nach und nach verändern müssen, um noch mit gefüllten Körben nach Hause zu kommen.*

Heute war ich recht hoffnungsvoll in meinem Steinpilzwäldchen nördlich von Wetzlar auf Pilzsuche, wo ich in früheren Jahren meistens auf diese knackigen Gesellen gestoßen bin. Es war in diesem Herbst wohl schon der zehnte ergebnislose Besuch.

Der Waldboden ist überall recht feucht, das Moos ist saftig grün, und es hatte ja auch in den letzten Wochen immer mal geregnet. Es fehlten aber in den letzten Jahren die ergiebigen Regengüsse zwischendurch. Das Phänomen wird ja auch von vielen Deiner eifrigen Berichterstatter ähnlich beschrieben. 

Herzliche Grüße von einem nachdenklichen Waldläufer!

Peter aus Wetzlar«

* Anmerkung: Es ist davon auszugehen, dass der Wärme wärmeliebende Pilze aus dem Süden folgen werden. Südliche Dickröhrlinge sind bereits erkennbar auf dem Vormarsch in Richtung Norden. Auch Edeltrüffeln und der Kaiserling werden inzwischen in Süddeutschland häufiger gefunden und dürften sich bei anhaltender Klimaerwärmung weiter ausbreiten. Was tendenziell heißt: gehende Pilzarten werden vermutlich durch kommende ersetzt.

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