Pilzticker Brandenburg 27:
Funde vom 08.10.2018 - 03.11.2018



Pilzticker Brandenburg 27




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Brandenburgs




Schöne Funde für Fabian im Barnim - mit einer kleinen Studie zu Seitlingen


Foto: Fabian war mit seinem Fund vollauf zufrieden. Die jungen Austernpilze, die er ebenfalls fand, hat er offenbar stehen gelassen. Die Gelbstieligen Muschelseitlinge sowieso. (3 Fotos © Fabian)

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Fabian schreibt am 3. November 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe heute den schönen Herbsttag genutzt, um im Barnim wieder auf die Pilzpirsch zu gehen.

Ich fand einige Steinpilze, einer davon in beachtlicher Größe, Maronen, Herbstrotfußröhrlinge, einen Rotfußröhrling, junge Austernseilinge und massenweise Hallimasche. Alle Röhrlinge waren madenfrei und in bester Qualität.

Außerdem habe ich noch Gelbstielige Muschelseitlinge gefunden.  

Besten Gruß, Fabian«


2 Fotos: Zwei aufschlussreiche Fotos, die den Unterschied im Erscheinungsbild von (jungen) Austernpilzen (links) und Gelbstieligen Muschelseitlingen (rechts) zeigen. Über die Muschelseitlinge besteht unter Wissenschaftlern ein Konflikt, ob sie giftig sind oder nicht. Unter anderem sollen die Pilze geringe Mengen an krebserregenden Stoffen enthalten. Für uns als für die Küche sammelnde Pilzfreunde ist dies uninteressant: Gelbstielige Muschelseitlinge schmecken unausstehlich muffig.

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Die Pilzvielfalt im Barnim erstaunt Dagmar


Foto: Auch wenn Dagmar auf die bereits überständige Krause Glucke letztlich verzichtete, sie war überrascht von der Pilzvielfalt, die sie im Barnim Ende Oktober vorfand. Sie empfiehlt den Pilzfreunden: »Schaut doch einfach mal nach, was so wächst!« (Foto © Dagmar)

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Dagmar schreibt am 29. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

angeregt durch die Erfolgsmeldungen der letzten Pilzticker-Nachrichten aus dem Barnim, habe ich am Wochenende meine Pilzstellen inspiziert und war angenehm überrascht über die Artenvielfalt.

Für meinen Korb boten sich mir ein beachtlicher Steinpilz, etliche schöne Maronen und einige Butterpilze an. Sie waren allesamt völlig madenfrei. Die Fette Henne war leider schon etwas überständig und nicht mehr für den Verzehr geeignet. Es war zwar nicht der Riesenfund, aber für eine kleine, sehr leckere Pilzmahlzeit hat es allemal gereicht.

Neben vielen Arten, die ich nicht benennen kann, stießen wir noch auf eine schon altersschwache Gruppe von Schopftintlingen und auf einige Birkenporlinge. An Giftpilzen standen Falsche Pfifferlinge, Kahle Kremplingen und Fliegenpilze.

Der schöne Waldspaziergang mit der Erkenntnis, dass es ja doch noch Pilze gibt in diesem Jahr war sehr erfreulich.. Ich war ganz allein im Wald und möchte allen Pilzfreunden empfehlen:

Schaut doch einfach mal nach, was so wächst - Ihr werdet vielleicht genauso angenehm überrascht wie ich!

Viele Grüße aus dem Barnim von Dagmar«

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Potsdam-Mittelmark: Ein überraschend schöner Korb voll herbstlicher Vielfalt


Foto: Ein wunderschöner Herbstkorb lacht uns hier an, und das, obwohl es im Landkreis Potsdam-Mittelmark kaum geregnet hat. So staunte Birgit denn auch, nach Wochen ergebnisloser Pilzgänge so eine schöne Mischung gefunden zu haben, sogar mit zwei Steinpilzen. (Foto © Birgit)

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Birgit schreibt am 27. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem in den letzten Wochen in den Wäldern von Potsdam Mittelmark überhaupt nichts zu holen war, konnten wir heute einen kleinen Korb mit schönen Pilzen füllen. Und das, obwohl der Waldboden weiterhin staubtrocken ist. Daran konnten auch die paar Regentropfen der letzten Tage nichts ändern.

So waren wir froh und auch etwas erstaunt, doch noch zwei schöne junge Steinpilze, ein paar Hexenröhrlinge, Parasole und Hallimasche zu finden.

Gruß aus Berlin, Birgit«





Andreas erklärt auf liebenswürdige Art, wie es zu seinen »Moosmaronen« bei Wandlitz gekommen war


Andreas schreibt zu diesem und dem nächsten Foto: »Die zwei Bilder entstanden im Kaiserwald bei Marienbad (Tschechien) am 6. Oktober 2018. In fast 900 Metern Höhe im Fichtenwald standen reichlich Maronen. Außerdem fanden wir zwei Steinpilze und ein paar Ziegenlippen. Und das Messer war selbstverständlich mit dabei. Die beiden Körbe hatten wir eine Stunde zuvor neu gekauft! Extra zum Pilzesammeln und als Daueranschaffung für Zuhause.« (2 Fotos © Andreas/Privat)

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Andreas schreibt am 15. Oktober 2018:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich möchte mich zu meinem letzen Bericht noch einmal melden.

Wie recht Du doch mit Deiner Kritik an meinen »Moosmaronen« vom 14. Oktober hast! Wenn ich Dir aber schildere, was dahinter steckte, dann wirst Du es kaum glauben.

Ich fuhr an jenem Tag, als ich die »eher alten« Maronen fand, am Nachmittag alleine mit dem Auto zu meiner Nichte, mit der ich verabredet war. Sie war aber kurzfristig dringend weggefahren und per Handy nicht erreichbar.

Unverrichteter Dinge fuhr ich wieder zurück, um dann mal an dieser besagten Maronen-Stelle bei Prenden zu schauen, ob dort vielleicht was wachsen würde. Ich war drei Wochen zuvor dort gewesen, ohne einen Pilz gefunden zu haben.

Mit weißen Schuhen und feiner Hose in den Wald

Keine zehn Meter vom Auto stieß ich sogleich auf einen Platz, an dem zehn Maronen standen. Für mich kam das völlig überraschend. Da ich auf diesen Waldbesuch gar nicht eingestellt war, hatte ich weder ein Messer noch einen Korb dabei, nichts. Oh je, was tun? Zu allem Überfluss trug ich noch weiße Schuhe, eine feine Hose und einen neuen Pullover. Weil ich eben auf Besuch - und nicht auf Pilzsuche eingestellt war.


Foto: Auch Andreas' Frau zeigt sich stolz mit den gerade neu erworbenen Pilzkörben, zumal sie so kurz nach dem Kauf schon bestens gefüllt sind. Und zwar mit sauberen, mehr als nur vorgeputzten Maronen - ganz ohne Moos und Gras.

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Und es ging bereits auf 17 Uhr zu, die Dämmerung war im Anmarsch. Nach Hause fahren und Korb und Messer holen lohnte nicht mehr. So diente eine Plastiktüte, die ich im Auto hatte, als Notnagel. Autsch! Immerhin war ich froh, dass ich sie überhaupt hatte.

Dann habe ich ein Nest Maronen nach dem anderen ausgehoben. Ich konnte erkennen, dass dort länger kein Mensch gesucht hatte. Das war Finderglück, ich konnte es selbst kaum fassen. So habe ich versucht, die Pilze vorsichtig herauszudrehen, aber es stimmt, es blieb recht viel Moos dran hängen. Leider - das muss ich wirklich sagen. Nach etwa einer Stunde war die Tüte voll.

Zuhause habe ich die armen Pilze erst mal sofort in den Korb getan und von der Tüte befreit.
Nie mehr fahre ich ohne Korb und Messer los - versprochen. Ich hoffe, der Pilzgott kann mir noch einmal verzeihen.

Mit dem Begriff »sortenrein« wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass ich nicht eine einzige weitere Pilzart gefunden bzw. gesammelt habe. Das habe ich ganz selten einmal erlebt, dass - außer Falschen Pfifferlingen - überhaupt keine anderen Pilze zu sehen waren.

Gruß Andreas

PS: Heute Nachmittag bei meiner Mutter in Zühlsdorf (Oberhavel, 15km von Wandlitz) habe ich mal kurz in ihren Wald geschaut. Nicht ein einziger Pilz war zu sehen. So wenige Kilometer, ähnlicher Wald, aber nüscht zu finden..... ;)«

Lieber Andreas,

nachdem ich diese Hintergrundgeschichte zu Deinem Fund vom 14. Oktober gelesen habe, muss ich fast Abbitte leisten. Es tut mir richtig leid, dass ich da so hart mit Dir ins Gericht gegangen war. Da hätte ich Deine Pilznachricht mal besser so durchrutschen lassen sollen. Aber dann wäre Deine schöne Erklärungsgeschichte vermutlich nicht ans Licht gekommen...

Also sorry und nichts für ungut! Und Euch beiden noch viel Spaß und Erfolg in der restlichen Saison!

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Schlaubetal: Für die Steinpilze kamen Helga und Detlef zu spät, für die knackigen Maronen genau richtig


Foto: Wahrhaft junge, frische, knackige Maronen! Vielleicht sollten Helga und Detlef diesen Platz in den nächsten zwei, drei Tagen erneut aufsuchen, denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass da noch einiges nachwächst. (2 Fotos © Detlef)

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Helga und Detlef schreiben am 14. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nun kommt mal ein kleines Lebenszeichen von den räuberischen Berlinern in den Brandenburger Wäldern.

Wir fuhren am Sonnabend über 100 Kilometer in das Schlaubetal, um zwei kleine Krause Glucken und einen Birkenpilz unserer heimischen Pfanne zuzuführen. Weil wir noch etwas Zeit hatten und der Hund sich nach der langen Fahrt die Füße vertreten musste, gab es noch einen Abstecher in den Wald der Gemeinde Heidesee.

Wir fanden im menschenleeren Wald vier überständige Steinpilze und zu unserer Überraschung sechs frische, knackige Maronen sowie kleine, madenfreie Reizker. Es hat nach dieser langen pilzfreien Zeit alles wunderbar geschmeckt.

Herzliche Grüße an Dich und die langjährigen und neuen Pilzfreunde von

Helga und Detlef«


Foto: Gleich zwei Krause Glucken belagern diesen alten Kieferstumpf. Das kommt nicht gerade häufig vor.

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Nach langem Warten findet endlich auch Andreas Maronen bei Wandlitz


Andreas schreibt am 14. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nach Wochen des Wartens gab es heute überraschend einen Korb voller recht junger sortenreiner Maronen. Sie waren fast alle madenfrei und recht fest. Gefunden habe ich sie bei Wandlitz im Orteils Prenden. Sie standen an Stellen, wo der wenige Regen bis zum Waldboden durchdringen konnte.

Schönen Abend, Gruß Andreas«

(2 Fotos © Andreas)

Hallo Andreas,

sorry, ich sehe auf Deinen Fotos keine »recht jungen«, sondern eher alte Maronen. Und ganze Büschel von rausgerissenem Moos im Korb. Das Moos ist sehr traurig. Ich höre sein Wehklagen bis nach Greifswald. Es wäre so gerne im Wald geblieben, um auch in den nächsten Jahren noch zuzuschauen, wie sachgemäß die Pilzfreunde Maronen ernten. Immerhin, Frösche im Korb kann ich nicht erkennen.

Und was sind denn »sortenreine« Maronen? Standen auch sortenunreine im Wald?

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Neu-Lübbenau: Endlich! Die ersten Steinpilze in Brandenburg!


Corinna schreibt am 8. Oktober 2018:

»Zwischen Neu-Lübbenau und Kuschkow im Spreewald habe ich auf einem begrasten Waldweg, der in einen Mischwald mit viel Eichen und Kiefern führte, auf einer Länge von cirka 500 Metern ein Kilo Steinpilze gefunden. Meist standen sie in Gruppen. Sie waren fest und nur geringfügig madig.

Es ist zu vermuten, dass der wenige Regen nur auf diesem Weg bis in den Boden gelang und das Pilzwachstum anschob.«

(2 Fotos © Corinna)

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Foto: Endlich Steinpilze im Bundesland Brandenburg! Es sind tatsächlich die ersten, die uns in diesem Jahr gemeldet wurden. Corinna fand sie auf einem Waldweg, dessen Boden für den - wenigen - Regen gut erreichbar war. Das reichte ganz offensichtlich für ihr Wachstum.

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