Pilzticker Brandenburg 26:
Funde vom 22.08.2018 - 07.10.2018



Pilzticker Brandenburg 26




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Brandenburgs




Fabian freut sich über die herbstliche Pilzvielfalt mit schönen Pilzen im Barnim


Foto: Sehr schöne Krause Glucken sehen wir hier mit einem Büschel Austernseitlinge zusammen. Letztere symbolisieren den Übergang zum kühlen Herbst. Denn nur bei kühlen Temperaturen können Austernpilze Fruchtkörper bilden. (4 Fotos © Fabian)

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Fabian schreibt am 7. Oktober 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

der sommerliche Samstag lud wieder zu einem Waldspaziergang im Barnim ein. Dabei fanden drei schöne Krause Glucken, Rotfußröhrlinge und Austernseitlinge den Weg ins Körbchen.

Dazu habe ich noch Stockschwämmchen gefunden und den Ziegenbart und Falsche Pfifferlinge portraitiert. Alle diese Pilze wuchsen in Buchenwald im Barnimer Raum.

Bei den Austernseitlingen war ich mir anfangs nicht sicher, aber wahrscheinlich haben die paar kalten Nächte sein Wachstum ausgelöst.

Beste Grüße Fabian«


Foto: Ein schöner Goldgelber Ziegenbart, der hier, was nicht selten ist, in blassgelber Variation daherkommt, und den wir selten genug einmal auf einem Foto zugesandt bekommen. Seine Äste sind kräftig, die Spitzen gegabelt. Obwohl er ein hervorragender Speisepilz ist, sollten Anfänger ihn nicht mitnehmen. Die Verwechslungsgefahr mit der Bauchwehkoralle ist sehr groß.

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2 Fotos: Die Austernseitlinge bekamen ihr Startsignal von den kühlen Nachttemperaturen. Ab 11 Grad und darunter können sie fruktifizieren (Foto links). Rechts sehen wir einen Falschen Pfifferling mit seinen typischen Orangetönen, vor allem der Lamellen. Er ist zwar schwach giftig, kann aber in geringer Menge im Mischpilzgericht mitgegessen werden.





»In Brandenburg bewegt sich endlich was«


Thomas schreibt am 7. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich hoffe, dir geht es gut. Ich habe mich lange nicht gemeldet. Das liegt natürlich auch daran, dass es dieses Jahr schlicht und ergreifend mau ausschaut.

In Brandenburg bewegt sich aber endlich etwas. In den vergangenen Tagen habe ich in der Nähe von Biesenthal/Barnim eine ganze Menge Butterpilze (Foto rechts), alles beste Sorte ohne Wurm- und Madenfraß, gefunden. Dazu gesellten sich ein Birkenpilz, ein Steinpilz und eine Krause Glucke.

Alles, was ich gefunden habe, war in der Nähe von jungen Kiefern, im Moos in einem kleinen Graben, wo sich wahrscheinlich mehr Feuchtigkeit halten konnte.

Insofern ist noch nicht alles verloren.

Viel Regen und »Gut Pilz!« wünscht Thomas«

(Fotos © Thomas)

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Thomas sieht Anzeichen für einen einsetzenden Pilzschub bei Eberswalde


Foto: Diese sehr schöne Krause Glucke hat Thomas bei seinem gestrigen Pilzgang gefunden. Er sieht Ansätze dafür, dass jetzt ein Pilzschub bei Eberswalde beginnen könnte. (4 Fotos © Thomas L.)

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Thomas L. schreibt am 7. Oktober 2018:

»Hallo,

wir haben gestern bei unserem Waldgang erste Anzeichen für eine doch noch startende Pilzsaison 2018 in den Wäldern bei Eberswalde, nördlich von Berlin, entdeckt.

Ein frischer kleiner Schopftintling, mehrere Herbstrotfüße standen hier und da, viele Grüne Knollenblätterpilze, ganz frische kleine Büschel von vermutlich Grünblättrigen Schwefelköpfen, einige Arten, die ich nicht kenne, und, hurra, eine Krause Glucke!

Insgesamt war der Boden gut durchfeuchtet, aber trotz der Wärme roch es nicht nach Pilzen. Ich hatte den Eindruck, als würden die Pilze gerade erst erwachen. Wenn es die Tage wieder ein paarmal regnen sollte und warm bleibt, würde ich nochmal nachschauen.

Viele Grüße, Thomas L.«


Foto: Der filzig überhauchte Hut, vor allem aber die flockig gerötete Stielbasis weisen diesen Pilz als Herbstrotfuß aus. Thomas fand einige von ihnen.


Foto: Ein schöner, aber hoch gefährlicher Grüner Knollenblätterpilz. Neben seinem seidig glänzenden grünen Hut müssen wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Stielbasis richten: Die zwiebelige Knolle ist ein markantes Merkmal des tödlich giftigen Pilzes.


Foto: Ein aufgeschirmter Grüner Knollenblätterpilz. Seine häutige Manschette ist schnell vergänglich und deshalb kein sicheres Merkmal. Auch sein Stiel ist nicht immer genattert. Bei Knollenblätterpilzen ist es - nicht nur für Anfänger - deshalb immens wichtig, die Stielbasis genau in Augenschein zu nehmen.





Schorfheide: Sieben Krause Glucken und 23 Butterpilze

Christian D. schreibt am 3. Oktober 2018:

»Ich habe in der Schorfheide sieben Krause Glucken, zwei davon groß wie Fußbälle, sowie 23 Butterpilze gefunden, die alle auf einem Waldweg standen.

Christian D.«


Barnim: Die Eichhörnchen im Buchenwald stutzten bei Fabians Freudenruf


Foto: So anstandslos standen sie im Laub, die schönen Herbstrotfüße. Selten genug erwischt man sie in diesem Topzustand. (2 Fotos © Fabian)

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Fabian schreibt am 30. September 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich verfolge nun schon seit einiger Zeit mit Freude diesen Blog. Ich war schon immer ein Naturbursche, kam aber erst in den letzten Jahren in den Genuss des Pilzesammelns. 

Der wöchentliche Blick in den Brandenburger Pilzticker und die recht ernüchternden Waldgänge in diesem Jahr wurden am gestrigen Sonnabend belohnt durch einen ersten Röhrlingsfund. Das möchte ich den Brandenburger Pilzfreunden nicht vorenthalten und sende hiermit meinen ersten Beitrag.

Im Landkreis Barnim fand ich in einem Buchenwald zwischen Jungbäumen eine kleine Gruppe frischer Herbstrotfußröhrlinge in bester Qualität. Die anwesenden Eichhörnchen waren sicherlich verwundert über meinen euphorischen Freudenruf. Das war aber leider auch das einzig Zählbare meiner dreistündigen Pirsch, aber es bringt Hoffnung auf ein hoffentlich baldiges Erscheinen artverwandter Nachbarn.

Die Handvoll dieser knackigen Bande wurde am heutigen Sonntagmorgen in einem schmackhaften Omelette verarbeitet.

Beste Grüße Fabian«


Foto: Die »knackige Bande« an Herbstrotfüßen präsentiert sich zur Begutachtung. Wirklich schöne Exemplare dieser bekanntlich schnell vermadenden Pilze. Sie veredelten zur Freude von Fabian ein schmackhaftes Omelett

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Eine Prachtglucke von 1,1 Kilogramm bei der Regeninspektion am Störitzsee


Sabine und Heinz schreiben am 24. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren heute wieder am Störitzsee im Landkreis Oder-Spree unterwegs. Wollten eigentlich nur mal sehen, ob der Regen der vergangenen Tage auch den Waldboden erreicht hat. Auf einen Pilzfund waren wir nicht eingestellt, obwohl der Blick ja immer wieder nach rechts und links geht.

Und wir wurden belohnt. Mit einer prächtigen Krausen Glucke von 1,1 Kilo und einer kleineren. Sie standen lehrbuchhaft an einer Kiefer.

Nun hoffen wir, dass der Regen ausgereicht hat, um doch noch den einen oder anderen Pilz in Berlin beziehungsweise Brandenburg  wachsen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen Sabine und Heinz«

(Foto © Sabine)

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Fürstenwalde/Spree: Birkenporlinge springen für die sehnsüchtig erwarteten Bodenpilze ein


Sabine schreibt am 11. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ein bisschen tut sich doch in den Brandenburger Wäldern. Die Birkenporlinge kommen und so konnten wir uns heute in der Nähe von Hangelsberg mit Nachschub für unseren Tee eindecken.

Steinpilze, Maronen, Parasole etc. sind aufgrund des weiterhin fehlenden Regens nicht in Sicht. So bleiben uns nur die schönen Bilder im Pilzticker.

 Viele Grüße von Sabine und Heinz«

(Foto © Sabine)

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Barnim: Im Schatten wachsen die ersten Goldröhrlinge

Andreas schreibt am 10. September 2018:

»Es scheint endlich loszugehen. Im Barnim nahe Wandlitz habe ich am Samstag an einem schattigen kühlen Ort fünf Goldröhrlinge gefunden.«


Ein Schwefelporling kämpft sich am Störitzsee im Oder-Spree-Kreis tapfer durch die Dürre


Sabine schreibt am 22. August 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren heute in den Forstgebieten rund um den Störitzsee im Landkreis Oder-Spree unterwegs.

Es ist wie überall. Staubtrocken, die Heidelbeeren und Himbeeren sind am Strauch verdorrt, die Brombeeren mühen sich ab. Pilze haben wir für die nächste Zeit abgeschrieben.

Umso mehr haben wir uns über einen schönen Schwefelporling gefreut. Frisch und knackig war er. Es ist doch noch nicht alles verloren - und wir hoffen weiter auf Regen!

Viele Grüße von Sabine und Heinz«

(Foto © Sabine)

Hallo Sabine,

»knackig« ist für einen Schwefelporling gar nicht gut. Im Gegenteil, möglichst weich soll er sein. »Knackig« geht in Richtung hart und lederartig - und da ist er nicht mehr zu gebrauchen, weil kaum zu kauen und nur sehr schwer zu verdauen. Ich schätze Euern rein optisch als grenzwertig für den Verzehr ein, hoffe aber, dass Ihr doch noch Eure Freude dran gehabt habt. 

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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