Pilzticker BaWue 275: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 11.11.2020 - 16.11.2020



Pilzticker BaWue 275




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Kronau: »Sogar noch eine Krause Glucke«


Foto: Immer noch Pilze von erstaunlich guter Qualität finden derzeit Michael und Suri in den Kronauer Wäldern. Sogar eine Krause Glucke im sehr guten Zustand ist noch dabei. Die Trompetenpfifferlinge fehlen allerdings: Die Harvester haben sämtliche Wuchsplätze, die Michael kannte, restlos zerstört.

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Michael schreibt am 16. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

in den Wäldern um Kronau ist immer noch was zu holen. Erneut sammelten wir schönste Perlpilze und Maronen, Suri entdeckte noch Steinpilze (z. B. Foto rechts), zwei Orangerote Semmelstoppelpilze und sogar noch eine Krause Glucke.

Schade ist nur, dass alle Stellen mit Trompetenpfifferlingen, die ich kenne, durch Waldarbeiten vernichtet wurden und ich bislang keine neuen Plätze ausfindig machen konnte.

Viele Grüße Michael und Suri«

(2 Fotos © Michael)

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Immer noch Steinpilze im Landkreis Emmendingen



Ines schreibt am 15. November 2020 zu diesen Fotos:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

das Wetter lädt Pilzfreunde gegenwärtig dazu ein, den Korb zu nehmen und in die Wälder zu gehen...

In der Gegend um Emmendingen gehen die Röhrlinge langsam zurück. Dennoch konnte ich mich heute im menschenleeren Wald über einige Steinpilze (Foto oben) freuen.

Ganz besonders über einen, der es sich zwischen Blättern und unter Ästen gemütlich gemacht hat (Foto rechts) und noch nicht einmal von Maden und Schnecken gefunden wurde. Er war wunderbar erhalten.

Auffallend sind die vielen Lamellenpilze, die jetzt zunehmend die Oberhand gewinnen. Besonders stark vertreten sind die Nebelgrauen Trichterlinge.

Viele Grüße Ines«

(2 Fotos © Ines)

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Allerhand Gewimmel in der Kiste vom Fritz


Fritz schreibt am 15. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

so langsam geht die Pilzsaison 2020 in die Endphase. Bei einem meiner Gänge durch die heimischen Pilzwälder fand ich mal wieder eine Herbstlorchel, eine schöne Portion Trompetenpfifferlinge (Foto rechts), einige Duftleistlinge und Edelreizker.

In der Hoffnung, dass die nächste Saison wieder so gut wird, viele Grüße aus dem Bodenseekreis,

Fritz«

(Foto © Fritz)

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Ein »Schlachtfest« mit Pilzen im Bierteig, Bratpilzen mit frischen Kräutern und einer Esskastanien-Crèmesuppe




Michael schreibt am 12. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

einen Tag nach unserem letzten Fund mit sehr schönen Perlpilzen (siehe Tageseintrag vom 7. November) haben Suri, Yoga und ich ein »Pilzschlachtfest« veranstaltet.

Es gab Gebratene Pilze in Butter mit frischen Kräutern, Pilze im Bierteig mit einem Knoblauch-Kräuter-Dip und einer Maronicrèmesuppe.

Viele Grüße Michael«

(2 Fotos © Michael)

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Michael schreibt zu diesem Foto: »Auf diesem Bild ist die perfekte Qualität der Pilze noch um diese Jahreszeit zu erkennen. Der Haufen links unten wurde im Bierteig fritiert, der rechts oben in Butter mit Kräutern gebraten.«

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Elf Steinpilze und jede Minute Genuss pur im Wald bei Calw für Heiko


Foto: Welch ein knorriger Steinpilz mit seinem tief gefurchten, zerklüfteten dunkelbraunen Hut! Wie soll das nach Saisonende aussehen, dürfte sich mancher Pilzfreund bei dem herrlichen Anblick fragen. (3 Fotos © Heiko)

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Heiko schreibt am 12. November 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

knapp zwei Wochen nach meiner letzten Suche bei Calw im Nördlichen Schwarzwald wollte ich heute Vormittag noch einmal nach Steinpilzen Ausschau halten. 

Auf meiner dreistündigen Tour entdeckte ich dann tatsächlich elf Fichtensteinpilze (siehe Foto rechts).

Auch wenn sich das Wachstum nun allmählich dem Ende zuneigt: ich habe jede Minute an der frischen Luft, in der Natur, in den Wäldern in vollen Zügen genossen.

Bleibt alle gesund!

Beste Grüße aus Baden-Württemberg

Heiko«

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Foto: Und auch dieser junge Steinpilz im Heidekraut gibt ein schönes Motiv her. Sollten die Temperaturen so bleiben, dürfte es für Heiko durchaus nicht der letzte für dieses Jahr gewesen sein.

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Illustres Saisonfinale im Schönbuch und am Tannenberg

Der beste Steinpilzfund des Jahres und ein bühnenreifes Schauspiel bei den Birkenporlingen


Foto: Dieses Foto zeigt nur eine Teilernte von Renates Steinpilzfunden am 10. November im Schönbuch. Sie freute sich riesig über die sehr schönen Pilze, die völlig madenfrei und nur von Schnecken besucht worden waren. (4 Fotos © Renate)

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Renate schreibt am 11. November 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich hatte gestern, am 10. November, meinen besten Steinpilzfund des Jahres, und zwar im Schönbuch, im Buchenwald. Natürlich, wie könnte es um diese fortgeschrittene Zeit anders ein, in Südlage.

Sie waren tief eingekuschelt im Laub, die Köpfe »schwammen« wie in einem Blättermeer
obenauf  und waren kaum zu erkennen. Riesige Exemplare mit langen Stielen waren es. Beinahe alle hatten noch sehr helle Röhren, nur die üble Schneckenbande hatte, wie überall um diese Zeit, wieder zugeschlagen.

Zuvor hatte ich am Stumpf einer Rotbuche bereits seine beachtliche Anzahl Austernpilze (z. B. 1. Foto rechts) entdeckt. Das kam nicht von ungefähr, denn dieser Baum hatte mich damit schon über sieben Jahre lang beliefert, war allerdings vor zwei Jahren gefällt worden. Mühselig hatte ich den ganzen Sommer über versucht, den Stumpf von Brombeerranken und geschlagenem Geäst, das man darüber geworfen hatte, freizuhalten. Umso größer war meine Freude über den tollen Fund.

Am Ende dieses ereignisreichen Waldganges von über sechs Stunden konnte ich mit
wohlgefülltem Körbchen nach Hause gehen - eine schöne Belohnung war das.

Ein paar Tage vorher hatte es für mich schon eine dicke Überraschung gegeben. Ich entdeckte hier auf dem Tannenberg im Landkreis Böblingen endlich einmal eine Birke, auf der viele Birkenporlinge wuchsen (2. Foto rechts). Man kann sich meine Freude kaum vorstellen, weil es ja immer heißt, diese Pilzart sei verbreitet.

Aber erstens muss man dafür Birken finden und zweitens, was Grundvoraussetzung ist: der Baum muss krank sein. Da aber Birken äußerst resistent gegenüber Trockenperioden und Umwelteinflüssen sind, erkranken sie nur höchst selten und werden in der Regel erst zum  Angriffsobjekt für Birkenporlinge, wenn sie altersbedingt geschwächt sind.

Der größte Birkenporling lachte sich mit Sicherheit kringelig

Nun also an die Ernte. Meine Tochter war dabei, und mit Hilfe eines langen Stockes gelang es ihr zunächst, etliche der schönen Exemplare vom Stamm zu holen (3. Foto rechts). Den Rest, nämlich zwei dicke Polster, die in etwa 4 Metern Höhe schadenfroh auf uns herabschauten, wollten wir am Sonntag ernten.

Mit einer Leiter und einem langen Besenstiel, an dem oben ein Messer befestigt war, zogen meine Tochter, ihr Mann und ich in den Wald. Es stellte sich heraus, dass mein Augenmaß bezüglich der Höhe ein schlechtes gewesen und die Leiter zu kurz war. Das Messer am Stock brach entzwei, die Klinge blieb im Porling stecken, der Schaft zierte noch den Besenstiel.

Es war ein bühnenreifes Schauspiel, in dem sich der Porling vor Häme kringelig gelacht haben muss. Na, aber wer zuletzt lacht... Das war am Ende doch mein Schwiegersohn, dem es irgendwie gelang, den Kerl noch herunter zu stoßen. Es war ein wahrer Riese, zwei Männerhände groß; der andere etwas kleiner. Nun trinkt die ganze Familie Porlingstee. Ich bin beinahe süchtig danach und finde ihn wundervoll.

Herzliche Grüße Dir und allen, die diese wunderbaren Seiten lesen, von

Renate«

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Schluchsee, Südseite, Sonne, Wärme - da standen sie

Josefs ertragreichster Pilzgang im Jahr war der 10. November: »Ein unglaublicher Tag!«


Foto: Das hatte sich Josef nicht träumen lassen. So viele, so herrliche Pilze, und das am 10. November auf 1050 Metern in der Region Schluchsee. Wie gut, dass er sein Stoffsäckchen noch eingesteckt hatte! Denn sein Korb füllte sich auf einmal ganz schnell, siehe das 2. Foto... (3 Fotos © Josef)

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Josef schreibt am 11. November 2020:

»Geschätzter Heinz-Wilhelm,

dem Nebel entfliehen - und das mit einem letzten Umgang in meinem Lieblingsgebiet im Hochschwarzwald. Genauer gesagt in der Region Schluchsee, 1050 MüM.

So war ich bei schönstem Wetter oberhalb der Nebelgrenze unterwegs, freilich ohne allzu grosse Erwartungen, noch Pilze zu finden. Begleitet wurde ich von meiner Golden Vierbeinerin Tosca. 

Nach der ersten Viertelstunde schien sich zu bestätigen, dass auf dieser Meereshöhe und nach den vergangenen kühlen und nassen Tagen nicht mehr allzu viel »Äktschen« in meinem Schwammerlkorb stattfinden würde. Im Wald war es der Jahreszeit entsprechend kühl und feucht. Keine Röhrlinge und wenn doch, schon ziemlich angeschlagen.

Doch am Waldrand, an der Sonne und in der Wärme, im halbhohen Gras, schauten dann plötzlich doch zwei Flockis aus dem Grün.

Die Kühe waren nicht mehr da

So konzentrierte ich mich von nun an vorwiegend auf den südlich gelegenen Waldrand, der im Sonnenschein lag, und das daran angrenzende Grasland. Die neugierigen Kühe vom Sommer waren nicht mehr auf den Weiden. So konnte ich mich also ungestört am Rand entlang bewegen.

Fantastisch, was Tosca und ich die nächsten zwei Stunden erleben sollten.

Schönste Maronen von bester Qualität  standen im halbhohen, waldnahen Gras. Teilweise wuchsen sie durch das Heidekraut, nur ihre Köpfe schauten heraus (2. Foto rechts). Sie hatten dafür umso längere Stiele. Sie standen überall! Eine schöner als die andere! Ohne Wurmbefall und schön knackig!

Welch ein krönender Abschluss

Und dann die Flockenstieligen Hexenröhrlinge: mit ihren festen Köpfen und purpurnen Röhren verweilten sie mitten im Weg. Oder draussen in der Weide, bis zu 20 Meter vom Waldrand entfernt. Grosse und kleine, wunderbar. Sogar ein einsamer Steinpilz gesellte sich ihnen hinzu.

Das Körbchen war so schnell gefüllt, ich musste mein Stoffsäckchen zusätzlich verwenden.
Ein unglaublicher Tag! Der ertragreichste Pilzsammeltag in diesem Jahr. Ein krönender Abschluss einer durchzogenen Pilzsaison.

Nun freue ich mich schon auf 2021 und wer weiss, nach diesem Tag, vielleicht riskiere ich sogar noch einen allerletzten Pirschgang in »meinem« Revier.

Herzliche Grüsse aus dem Aargau

Josef«

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