Pilzticker BaWue 274: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 06.11.2020 - 11.11.2020



Pilzticker BaWue 274




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Pilze abschneiden oder herausdrehen? Hier lest Ihr, was besser ist


Foto: Topröhrlinge wie zur besten Pilzzeit. Hand aufs Herz: wer würde vermuten, dass diese Pilze Mitte November gefunden wurden? Interessant an diesem Foto ist aber auch, dass Thomas diese Pilze aus dem Erdreich herausgedreht und nicht geschnitten hat. Warum, das sieht man hier: Bei den zwei liegenden Hexen hätte man mindestens die Hälfte ihrer Stiele verschenkt, wenn man die Pilze abgeschnitten hätte. Mehr dazu im Text. (3 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 11. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute Morgen ging es spontan noch einmal ganz früh in ein nahe gelegenes Waldstück im nördlichen Schwarzwald, um dann pünktlich zu Arbeitsbeginn um neun Uhr wieder zuhause zu sein.

Von meinen gesammelten Speisepilzen gebe ich eigentlich immer einen Teil an Freunde und Bekannte ab. So ging diesmal ein Teil davon an meinen Arbeitskollegen Benjamin. Bis auf einen kleinen Teil, den wir gleich am Sonntag und Montag verspeist hatten, wanderte der Rest in den Dörrautomaten.

Als mich eine gute Bekannte, die auch den Pilzticker liest und früher Pilze sammeln war, gestern fragte, ob ich denn eventuell noch zwei, drei Hexenröhrlinge übrig hätte, musste ich das leider verneinen. Sie ist seit einer Krebserkrankung leider nicht mehr so sicher auf den Beinen und ist daher auch nicht mehr in der Lage, selbst in die Wälder zu gehen. Da wir heute Sankt Martinstag haben, an dem das Teilen an oberster Stelle stehen sollte, dachte ich, ich mache ihr eine Freude und besorge ihr ein paar Hexen.

In der Mittagspause habe ich dann schnell die Pilze geputzt und ihr ihren Teil vorbei gebracht. Es war eine tolle Überraschung und sie hat sich sehr darüber gefreut, dass auch noch ein paar Steinpilze dabei waren.


Foto: Eine der Vorzeigehexen. Bitte nicht abschneiden, sondern herausdrehen!

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Bei meinem morgendlichen Gang konnte ich auch zwei Vorzeigexemplare vom Flockenstieligen Hexenröhrling finden und fotografieren.

Bei diesen beiden Fotos kann man sich mal selbst die Frage beantworten, ob man einen Fruchtkörper herausdreht oder knapp über dem Boden abschneidet.

Auf dem Gesamtfund, von dem die gesamte linke Hälfte inklusive Doppelhexe und allen Steinpilzen an meine Bekannte ging, sehen wir die beiden Hexen in der Bildmitte jeweils quer liegen. Bei dem linken Exemplar würde man ca. 2/3 und bei der rechts liegenden Hexe wären es sogar gut 3/4 der Stiele, die man im Fall des Abschneidens im Boden zurück lassen würde.

Das ist der Grund, warum ich immer versuche, einen Fruchtkörper komplett aus dem Erdreich zu entnehmen. Wie ich aber schon erwähnt habe, sollte ein entstandenes Loch wieder sorgfältig verschlossen werden, um einer Austrocknung des Myzels vorzubeugen und um anderen Pilzen und Bakterien keine oder weniger Angriffsfläche zu bieten. Aus gleichem Grund lasse ich auch keine Stümpfe stehen, die diese Angriffsfläche noch vergrößern würden.

Dir und allen noch einen schönen Sankt Martin. Und bleibt gesund.

Thomas«

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Foto: Die zweite Vorzeigehexe. Auch diesen Pilz hat Thomas herausgedreht und nicht einfach abgeschnitten. Das brachte ihm am Ende deutlich mehr Pilzgewicht auf die Waage - und seiner Arbeitskollegin auf den Teller.

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Heiko ist begeistert: Vakuumieren ist besser als Pilze trocknen

»Wunderbar frisch! Man schneidet die Schweißnaht auf und es empfängt einen ein wunderbares Aroma - wie gerade gesammelt«


Pilzfreund Heiko hatte in seiner Nachricht vom 7. November 2020 geschrieben, dass er zur Bevorratung seine Pilze vakuumiert anstatt sie zu trocknen. Pilzfreund Markus vom Pilzticker Rheinland-Pfalz und NRW hatte daraufhin einige Fragen, die Heiko wie folgt beantwortet:

»Vorab: ich verwende den CASO VC10 Vakuumierer. Damit bin ich super zufrieden und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist Klasse!

Ich vakuumiere ausschließlich Steinpilze und Maronen - beides ohne zu blanchieren! Einfach dünne Scheiben aus Hut und Stiel wie beim Braten, Vakuumierfolie (Meterware) zuschneiden auf gewünschte Füllgrösse, oben zwei Schweißnähte. Andere Seite mit den frisch zugeschnittenen Pilzen befüllen und dann vakuumieren. Wieder zweifache Schweißnaht.

Dann in die Gefriertruhe. Habe die 2019er Pilze bis zu 12 Monate eingefroren, kein Problem und wunderbar frisch. Man schneidet die Schweißnaht auf und es empfängt einen ein wunderbares Aroma - wie gerade gesammelt.

Außerdem geht in Summe auch alles viel schneller und flexibler als das Trocknen und anschließende Auf- und Einweichen.

Beste Grüße Heiko«

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Ortenau: Die Perlpilze sind jetzt größer als im Sommer und ohne Würmer


Eva schreibt am 10. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem die Morgenstunden schon sehr frisch und vor allem neblig und dunkel sind, kann nur das Pilzfieber mich noch aus dem gemütlichen Haus treiben.

Heute konnte ich meinen Korb mit wunderbaren Pilzen füllen. Steinpilze, eine Marone, einen Herbstrotfuß, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Trompetenpfifferlinge, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze, Lachsreizker und Perlpilze konnte ich ernten.

Am Wochenende habe ich zum ersten Mal Perlpilze mitgenommen und probiert, sie sind größer als im Sommer und völlig ohne Würmer - da konnte ich nicht widerstehen. Sie sind so lecker, dass ich sie in Zukunft immer mitnehmen werde.

Ganz am Ende meiner Wanderung, als ich nur schnell mal noch einen kleinen Pfad angesehen habe, fand ich einen Steinpilz genau über einem Fliegenpilz. Was für ein nettes Paar (Foto rechts)!

Nun überlege ich, ob ich morgen gleich die nächste Tour mache, die Vielfalt begeistert mich gerade sehr.

Herzlichen Gruß Eva«

Besuche meinen Blog unter www.waldfeldgarten.blog

(Foto © Eva)

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Spätherbstliche Steinpilze zu spätsommerlichen Temperaturen


Foto: Das Bild zeigt einen klassischen Steinpilzwald (Fichtenhochwald) im Hochschwarzwald, wobei sich die Fundstellen eher auf die lichten, sonnigen Randbereiche im hinteren Teil des Fotos konzentrieren dürften. Vor allem Anfänger sollten sich solche prägnanten Waldlandschaften visuell gut einprägen, denn sie helfen erheblich weiter in der Suchpraxis.

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2 Fotos: Noch zwei Steinpilze für Oliver im fortgeschrittenen November. Er schreibt: »Langsam geht es mit den Pilzen zu Ende, aber es war alles in allem ein gutes Pilzjahr, wie ich finde.« (3 Fotos © Oliver)

(9. November 2020)

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Maulbronn: Ein später Prachtsteinpilz für Sven mit einer Flockihexe als Zugabe


Foto: Einen wirklichen Prachtsteinpilz hat Sven bei Maulbronn gefunden. Und auch der junge Flockenstielige Hexenröhrling kann sich noch sehen lassen. Zwei sehr schöne Röhrlinge, so spät im Jahr. (Foto © Sven)

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Sven schreibt am 9. November 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute war ich in Maulbronn unterwegs. Dort konnte ich noch zwei Prachtkerle entdecken:
einen sehr schönen Fichtensteinpilz und eine schöne Flockihexe. Außerdem gab es für mich noch eine Handvoll Maronen.

Liebe Grüße und einen schöne Woche,

Sven«

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Sehr lesenswert!

Ein Körbchen für die Kleine, ein zerstörtes Kraterellenparadies und die stärkste Marone der Welt


Foto: Ein wunderbares Herbstmotiv von Pilzen legt uns Thomas hier vor. Alle gefundenen und im Text aufgezählten Pilze hat er nach Arten fein säuberlich geordnet. Ein tolles Bild, das mehr als nur eine Ahnung davon gibt, was im ersten November-Drittel noch voller Kraft im Wald wächst - und zu holen ist. (4 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 8. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

da ich für eine größere Vielfalt an schönen Spätherbstpilzen ein paar Erntehelfer benötige, um auch die Sammelbeschränkung nicht zu verletzen, ging es heute früh, bei kühlen spätherbstlichen Temperaturen, mit Frau und Tochter in die Wälder im nördlichen Schwarzwald.

Bei knackigen drei Grad starteten wir mit zwei Autos in Karlsruhe. Auf dem Weg in die Wälder fiel die Temperatur stellenweise sogar auf gerade mal 1 Grad.

Wir begannen strammen Schrittes, um uns warm zu halten. Damit die fast vierjährige Tochter gleich zu Beginn ein Erfolgserlebnis haben würde, gingen wir zuerst an die Stellen für Trompetenpfifferlinge. Diesmal konnten wir hier den kleinen Korb der Tochter bis zum Rand mit leckeren Leistlingen füllen. Mit einem ärmlichen Häuflein 😀 hätten wir uns dieses Mal auch nicht zufrieden gegeben.

Foto: Hier sehen wir das Körbchen, in das das knapp 4 Jahre alte Töchterchen seine Trompetenpfifferlinge gelesen hat. Sie hat gewiss Freude an ihrem Sammelerfolg gehabt!

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Der Korb meiner Frau war für Lachsreizker und drei betagtere Fichtenreizker bestimmt. In meinen Korb wanderten Flockenstielige Hexenröhrlinge und auch Zweifarbige Hexenröhrlinge.

  • Diese werden jedoch nicht von allen getrennt und auch oft nicht als diese erkannt, da die Unterschiede meist nur minimal sein können. Ein entscheidender Punkt sind hier die Gelbtöne auf Hut, Röhren und Stiel.

Zusätzlich kamen noch Maronen, Herbstrotfüße, Perlpilze, Violette sowie Rötliche Lacktrichterlinge und sogar noch vier schöne Ziegenlippen hinzu. Zur Zeit steht der ganze Waldboden voll mit Spitzgebuckelten Rauköpfen und Blutblättrigen Hautköpfen.

Da meine Frau und das Kind noch verabredet waren, verabschiedeten wir uns und ich fuhr weiter zu meinem besten Pfifferlingswald, in dem ich ja, wie schon einmal erwähnt, aus Zeitgründen dieses Jahr noch nicht war.

Dort angekommen, traf es mich mitten ins Herz. Hier wurde das Jahr über an vielen Stellen sehr stark geforstet. Meine erste Stelle ist nun eine riesengroße Lichtung. Auch an meiner zweiten Stelle wurden alle Fichten herausgenommen und das komplette, tonnenschwere Geäst liegt jetzt auf meiner besten Stelle für Totentrompeten.


Foto: Dieses Foto löst ein Problem! Nach der Literatur fiel es mir schwer, Zweifarbige und Flockenstielige Hexenröhrlinge eindeutig voneinander zu unterscheiden. Hier sehen wir den Unterschied und haben noch dazu Thomas' Beschreibung (siehe weiter oben): die Gelbtöne dominieren klar den Hut, erstrecken sich aber auch über alle anderen Teile des Pilzes, gut zu erkennen an den vier Exemplaren links. Rechts vier Flockenstielige Hexen.

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Dass diese Arbeiten aber noch lange nicht abgeschlossen sind, sieht man an den vielen markierten Fichten.

Trotz allem konnte ich doch noch ein paar Amethystschuppige und echte Pfifferlinge einsammeln. Totentrompeten fand ich leider nur noch drei Stück. Nachdem hier dieses Jahr und wohl auch die nächsten Jahre nicht mehr viel zu holen ist, beschloss ich , diesen Gang zu beenden.

Auf dem Rückweg zum Auto kamen dann noch eine Handvoll Stockschwämmchen, zwei Violette Rötelritterlinge und zwei Schiefknollige Anischampignons hinzu.

Eine schöne Bekanntschaft konnte ich hier auch machen. So traf ich die wohl stärkste Marone der Welt. Wie man auf dem letzten Foto sieht, scheint es, als ob die Marone den Felsbrocken mit eigener Kraft anhebt, um sich Platz zu verschaffen.

Viele liebe Herbstgrüße an Dich und an alle

Thomas«


Foto: Und hier sehen wir die ohne Frage stärkste Marone der Welt. Einen ganzen schweren Felsbrocken hat sie sich auf den Kopf gepackt, damit der nicht den Hang hinunter rollt und die Pilzsammler in Lebensgefahr bringt.

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Saisonbeginn in Kronau: Die Perlpilze sind da!


Foto: Hurra, hurra, die Perlpilze sind da! Kommen sie sonst Ende Mai, so dieses Jahr Anfang, Mitte November. Das hat Michael noch nicht erlebt. (2 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 7. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

zusammen mit Suri und Yoga ging es erneut in dei Wälder um Kronau.

Gesammelt haben wir Steinpilze, Maronen, Flockis, schönste Perlpilze und einen Parasol.

Erstaunlicherweise kommen die Perlpilze jetzt erst, vorher sind nur vereinzelt welche gewachsen. In der Regel lassen sich die ersten Perlpilze bei uns bereits Ende Mai blicken und nicht erst Anfang/Mitte November.

Das schöne Steinpilznest auf dem Foto hat Suri aufgespürt, Yoga und ich wären glatt dran vorbeigelaufen.

Viele Grüße Michael, Suri und Yoga«

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Foto: An dieser Steinpilzoase wären Michael und Yoga glatt vorbeigelaufen, Suri hat sie Gott sei Dank entdeckt. Sonst wären sieben Stück im Wald geblieben.

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Heiko & Familie begeistern sich im nördlichen Schwarzwald an den wunderbaren Maronen


Foto: Die Maronen, spät genug gekommen, lösen jetzt die Steinpilze ab. Heiko & Familie waren begeistert von der vorzüglcihen Qualität der Spätzünder in den Wäldern und haben ihren tollen Maronenfund zuhause gleich für den Wintervorrat vakuumverpackt. (2 Fotos © Heiko)

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Heiko schreibt am 7. November 2020:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

ich war heute mit meiner Frau und meinen beiden Mädels zur Mittagszeit in einem schönen Mischwald mit überwiegendem Buchenbestand in der Nähe von Bad Wildbad im Nördlichen Schwarzwald unterwegs.

Neben einer Handvoll Fichtensteinpilze entdeckten wir wunderbare Maronen, viele Semmelstoppelpilze sowie zwei schöne Flockenstielige Hexenröhrlinge

Dass sich die Maronen nach der langen Abwesenheit nun doch noch einmal so zahlreich zeigen, hat uns besonders gefreut. Wir haben gleich den Vakuumierer angeworfen und uns einen schönen Vorrat für die kommenden Monate angelegt.

Dir lieber Heinz-Wilhelm ein schönes Restwochenende!

Viele Grüße von Kerstin, Eva, Merle und Heiko«

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Foto: Die Steinpilze sind nun auf dem Rückzug. Aber ab und zu lässt sich im nördlichen Schwarzwald noch so ein tolles Exemplar wie dieses finden. Zwei, drei weitere dazu - und schon ist noch eine - letzte(?) - herrliche Steinpilzpfanne beisammen.

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Punktlandung für Ralf an seinem treuen Spendebaum der Austernpilze


Foto: Das sind wirklich herrliche Austernseitlinge! Ralf hatte es geahnt, kam zu seinem Baum, für den er 15km fahren musste, punktgenau richtig. (2 Fotos © Ralf)

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Ralf schreibt am 6. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

da es in den Nächten schon recht kalt war, habe ich mal meinem Austerseitlingsbaum einen Besuch abgestattet.

Er steht zwar rund 5 Kilometer von meinem Wohnort entfernt, liefert aber zuverlässig seit Jahren schöne Exemplare.

Es war eine Punktlandung! Ich habe genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Leider hatte ich keine Kamera dabei. Aber zum Essen was sie wieder parat.

Es gab die Austernpilze in Butterschmalz mit Schalotten und Knoblauch angebraten, in Kalbsfond kurz geköchelt und mit Sahne und Kräuter vollendet.

Yummi!

Gruß aus Hohenlohe

Ralf«

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Foto: Austernpilze mit Pasta - yummi, yummi! Ralf hat recht! An diesem Gericht ist Knoblauch an Pilzen tatsächlich mal eine gute Lösung.

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Freudentanz bei Freudenstadt: Nach 15 vergeblichen Anläufen ist Keren endlich im 7. Pilzhimmel


Foto: Keren ist außer sich vor Freude. Nachdem sie gut ein Dutzend Mal vergeblich unterwegs war, ist der Korb endlich voll. Allerdings erwiesen sich die großen Reizker beim Verzehr als nahezu ungenießbar. Sie waren vermutlich zu alt, da werden sie nämlich bitter. (2 Fotos © Keren)

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Keren schreibt am 6. November 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

gestern war ein Tag für die Bilderbücher. Nach ca. 15 Ausflügen dieses Jahr im Nordschwarzwald und in der Pfalz (Rheinebene) habe ich endlich bei Freudenstadt die Pilze gefunden, die ich mir gewünscht hatte. Ich kannte diese Stelle schon, aber sie liegt eine Stunde von mir entfernt und bisher hatte ich es mangels Zeit leider nicht geschafft, einmal dort vorbeizuschauen.

Gestern war es soweit - und es hat sich vollauf gelohnt. Moosige Wälder, kein Mensch weit und breit - und Pilze, wo auch immer ich hinsah! Ich schwelgte im 7. Himmel, als ich eine makellose Marone nach der anderen auflesen und im Korb verstauen konnte. Dazu fand ich jede Menge ganz frischer Edelreizker, eine Handvoll Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze. Und wahrhaftig 4 schöne Steinpilze!

Ich habe beim Sammeln noch nie so viel Spaß gehabt und genoss einfach das Gefühl, von Gott so reich beschenkt zu werden. Jetzt muss ich die »Glückspilze« die bei Calw immer so viele herrliche Funde machen, nicht mehr beneiden...

Liebe Grüße, Keren

P.S. 1: Danke für Ihre wertvolle Arbeit hinter den Kulissen!

P.S. 2: ich habe eine Pfanne Edelreizker mit Butter, Zwiebel und Knoblauch zubereitet, dazu Sahne, aber die schmeckte uns überhaupt nicht und nach ein paar Bissen haben wir aufgegeben. Schade! Wären die Reizker besser in eine gemischte Pilzpfanne untergebracht?«

Hallo Keren,

meine Vorbehalte gegenüber Knoblauch in der Pilzpfanne sind allgemein bekannt. Es gehört nur in absoluten Ausnahmefällen an Pilze, weil das strenge Knoblaucharoma den feinen, oftmals nussigen Geschmack der Pilze, um den es doch geht, völlig verschwinden lässt. Im Falle von Reizkern würde ihr würziger Geschmack im Knoblauch untergehen.

In Deinem Fall habe ich aber vor allem die Befürchtung, dass die Reizker, die ich in Deiner Schale auf dem Tisch sehe, deutlich zu alt waren. Alte Reizker schmecken bitter, sehr bitter.

Beim nächsten Mal nur junge Edelreizker mitnehmen (es sind tatsächlich Edelreizker, keine Fichtenreizker).

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Foto: Mit den Reizkern war es nichts, aber Keren fand noch genügend andere Pilze, vor allem viele Maronen, die sich hier überwiegend im jungen und damit sehr guten Zustand für den Verzehr präsentieren. Damit wird sie mehr Glück gehabt haben!

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