Pilzticker BaWue 267: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 15.10.2020 - 18.10.2020



Pilzticker BaWue 267




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Unsere osteuropäischen Freunde - mal wieder auf gewerblicher Steinpilztour?


Foto: »Jetzt geht es richtig los!«, schreibt Michael zu seinen Funden in den Kronauer Wäldern vom gestrigen Samstag. Seine Begebnung mit osteuropäischen Pilzfreunden war allerdings weniger erbauend. (4 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 18. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern war ich einmal mehr in den Wäldern um Kronau.

Jetzt geht es so richtig los. Pilze in allergrößter Vielfalt!

Gesammelt habe ich Steinpilze, Butterpilze, Violette Rötelritterlinge, einen Flocki, wenige Pfiffers, Parasole, Stockschwämmchen, Buckeltäublinge und einige Herbstrotfüße.

Nochmals zum Thema »Sammeldruck«, über den Bernd und ich bereits berichtet hatten. Da hatte ich gestern erneut zwei unschöne Erlebnisse, die mich sehr auf die Palme gebracht haben.

Zum einen wurde wieder ein Stückchen Wald platt gemacht.

Der zweite Vorgang war die absolute Höhe. Mitten im Wald sah ich einen osteuropäischen »Erntetrupp«, zwei Männer, bepackt mit jeweils zwei großen Körben und vier großen Einkaufstüten (Plastik, REWE).

Alles war randvoll mit Steinpilzen, wenn ich es hochrechne, waren es cirka 50 Kilo plus! Das hatte ich letztes Jahr schon einmal, da wurde sogar mit einem Pkw (Mannheimer Kennzeichen, im Kofferraum befanden sich Steigen) verbotenerweise in den Wald direkt zu den Steinpilzstellen gefahren.

Leider habe ich dieses Mal kein Fahrzeug entdedkt sonst hätte ich tätig werden müssen. Da unterstelle ich gewerbliches Sammeln.

Am Abend gab es dann zur Beruhigung Wildschweinmedallions an Waldpilz-Quinoa-Risotto (Foto rechts).

Viele Grüße Michael«

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Foto: Wir sehen eine fünfköpfige Steinpilzfamilie. Der etwas seitab ist vermutlich der Onkel.

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Foto: Diese Familie mit vier Mitgliedern steht etwas geschlossener zusammen.

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Erst der Abschluss im Hardtwald lieferte Thomas die Steinpilze


Thomas schreibt am 17. Oktober 2020:

»Hallo zusammen,

heute dachte ich, ich statte mal meinen Plätzchen im Pfälzer Wald einen Besuch ab, aber so richtig wollen die Pilze noch nicht. Nach drei Stunden landeten lediglich ein Birkenpilz, ein Hohlfußröhrling, Kuhröhrling, Pfefferröhrling, Lila Lacktrichterling, eine Handvoll Goldröhrlinge und Rotfußröhrlinge im Korb.

Auffallend, dass es viele Pfefferröhrlinge und ganz junge Kuhröhrlinge gab sowie an Giftpilzen Fliegenpilze und Grünblättrige Schwefelköpfe.

Auf dem Heimweg hatte ich noch eine halbe Stunde Zeit und machte noch an einer Stelle im Hardtwald bei Karlsruhe halt und so kamen dann doch noch ein paar schöne madenfreie Steinpilze hinzu. Die direkt nebenan stehenden Parasole durften natürlich auch noch mit.

Viele Grüße Thomas«

(Fotos © Thomas)

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Leckere Waldschnitzel für das Abendessen, Butterpilze für das Experiment im Dörrautomaten


Foto: Steinpilze, Parasole und Butterpilze. Die Parasole gab es gleich zum Abendessen. (2 Fotos © Mona)

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Mona schreibt am 17. Oktober 2020:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Vormittag waren wir mit Freunden mal wieder in unserem Standardrevier im Landkreis Calw unterwegs.

Die Vielfalt und die Menge der Pilze steigt weiterhin. Wir konnten einige Steinpilze finden, allesamt von hervorragender Qualität. Das erste Mal in unserem Körbchen gelandet sind Butterpilze, und zwar auf Empfehlung unserer Freunde. Momentan befinden sie sich Dörrautomaten, nachdem sie lange und gründlich geputzt wurden. Wir sind gespannt.

Auf dem Rückweg machten wir wieder einen Abstecher an unsere Parasolstelle, wo es zu unserer Freude ausreichend Nachwuchs für ein leckeres Abendessen gab.

Nun hoffen wir auf die angekündigten steigenden Temperaturen in der kommenden Woche, damit sie noch ein paar Röhrlinge hervorlocken.

Liebe Grüße an dich und alle Pilzfreunde, Martin und Mona«

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Foto: Hier gewinnen wir einen schönen Eindruck von Monas und Martins Parasolwiese an einem Waldrand. Ein spendables Plätzchen für die leckeren Waldschnitzel!

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Landkreis Lörrach: Große Pilzvielfalt mit ersten Herbsttrompeten begeistert Kersten für den Wald


Kersten schreibt am 16. Oktober 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

im Landkreis Lörrach, also im südlichen Schwarzwald, ist momentan richtig was los im Wald und auf den Wiesen.

Auf meiner heutigen Tour habe ich an einem Standort, den ich noch nicht kannte, die ersten Herbsttrompeten gefunden (2. Foto rechts). Und ich denke, auch an meinem bekannten Platz werden sie demnächst wachsen.

Auch einen neuen Standort mit Trompetenpfifferlingen habe ich heute entdeckt. Sie waren aber noch zu klein, so dass sie noch stehen bleiben durften. Schon jetzt freue ich mich darauf, sie zu ernten.

Ferner fanden den Weg in mein Körbchen: Parasole, Herbstrotfußröhrlinge, Violette Lacktrichterlinge, Semmelstoppelpilze und ein paar Goldröhrlinge.

Der Wald steht voller Pilze

Ein Highlight war die Herkuleskeule (3. Foto rechts) sowie eine Herbstlorchel, die meine Frau gefunden hat. Ich finde, Letztere sehen cool aus. Ich selbst habe sie noch nie gefunden. Während die Herkuleskeule ein sehr minderer Speisepilz ist, wird die Herbstlorchel seit einigen Jahren von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie als giftig eingeordnet und von den Pilzberatern nicht mehr zum Verzehr freigegeben. 

Ansonsten steht der Wald momentan voll mit allen möglichen Schwindlingen, Mürblingen, Helmlingen, Schwefelköpfen, Korallenpilzen und vielem mehr. Es gibt eine große Artenvielfalt, den ganzen Tag könnte ich momentan im Wald verbringen! :-)

Am Wochenende habe ich mir Zeit reserviert und dann gehe ich erneut raus. Dann in etwas höhere Lagen. Vor allem interessiert mich die Frage, ob bei uns die Steinpilze noch einmal einen Schub bekommen werden. Ebenso würde ich mich über Reizkerfunde freuen.

Liebe Grüße Kersten«

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Foto: Endlich einmal wieder ein schönes Gewimmel von Herbsttrompeten, nachdem sie vergangenes Jahr so gut wie ausgeblieben waren. Diese Pilzart, die sich nicht nur zu Wildgerichten hervorragend macht, gehört einfach in den herbstlichen Pilzkorb! (4 Fotos © Kersten)

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Leckeres aus Nachbars Garten für Alexander


Alexander schreibt am 16. Oktober 2020:

»Hallo zusammen,

mit Begeisterung lese ich den Pilzticker Baden-Württember und möchte euch jetzt auch mal eine Meldung zukommen lassen.

Leider traue ich mich persönlich nicht an viele Pilzarten ran, da ich mich nur mittelmäßig auskenne. Alle Pilzkurse sind immer so schnell ausgebucht und sehr rar im Raum Karlsruhe.

Auch wir im Raum Karlsbad im südlichen Landkreis Karlsruhe kämpfen mit der langen Trockenheit und den folglich wenigen Pilzfunden. Die Steinpilze und Maronen (an die ich mich tatsächlich rantraue) sind quasi nicht vorhanden.

Umso mehr habe ich mich über den heutigen Fund im Nachbargarten gefreut: Champignons ins Perfektion (Foto rechts). Mein erstes Mal, dass ich mich an sie herantraue. Aber mit Internet, Büchern und letztendlich einer Minigeschmacksprobe war ich mir dann doch sicher, dass es nur Wiesenchampignons sein können.

Vorzüglicher Geschmack, beste Qualität. Wunderschön!

Bei meinem Abendspaziergang wurde es sogar noch besser: am Ortseingang von Mutschelbach, Gemeinde Karlsbad, tummelten sich an gefällten Rotbuchen herrliche Austernseitlinge (2. Foto rechts).

Die Pilzsaison startet spät, aber doch noch sehr erfreulich.

Beste Grüße Alexander«

(3 Fotos © Alexander)

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Foto: Dies könnten durchaus auch Karbolegerlinge sein. Erst ein Schnitt oder das Anritzen der Stielbasis gibt Aufschluss. Färbt sie sich chromgelb, was manchmal bis zu einer Minute dauern kann, handelt es sich um einen Karbolchampignon. Wiesenchampignons blieben in diesem Fall weiß.

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Michaels neues Gluckenparadies ist auch ein Steinpilzeldorado


Foto: Herrliche Steinpilze und Parasole (die ersten des Jahres) hat Michael im Hardtwald gefunden. Dieses Ergebnis ist auf seinen großen Fleiß darin zurückzuführen, dass er - neben Pilzen - auch ständig auf der Suche nach neuen Pilzwäldern ist. Den Hardtwald hatte er für sich erst kürzlich entdeckt, als er - sehr erfolgreich - auf der Suche nach Krausen Glucken war. (3 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 15. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

zusammen mit Suri begab ich mich gestern in den Hardtwald um Karlsruhe, das von mir neu entdeckte Gebiet. Dort ist so einiges los.

Wir sammelten viele zu 100 Prozent madenfreie Steinpilze, Pfiiferlinge und Butterpilze. Auf dem Rückweg entdeckte ich auf einer meiner bekannten Wiesen nun auch die ersten Parasole dieses Jahr. Und auf einem Waldweg standen sehr viele Schopftintlinge. Diese blieben allerdings stehen, da wir diese rasch vergänglichen Pilze nicht schnell genug hätten verwenden können.

Die Hasenstäublinge von meinem letzten Post waren fast alle schon zu alt. Diese Art lasse ich bewusst stehen, da sie hier in meiner Gegend sehr selten sind und ich sie auch nur auf dieser Pferdekoppel gefunden habe. Ich habe sie natürlich bereits schon mal gegessen. Geschmacklich kommen sie meiner Meinung nach dem Champignon sehr nahe.

Viele Grüße Michael und Suri«

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Foto: Ein Steinpilz mittleren Alters am Fuße einer Rotbuche. Ein Schnecke wollte auch ein bisschen abhaben, bevor Michael kam.

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Foto: Und hier zwei jüngere Steinpilze. Dem rechten ist die Ästhetik seiner Hutkrempe etwas misslungen.

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Calw: Ein Prachtkerl von einem Steinpilz und vor Kälte bibbernde Steinpilzköpfchen


Heiko schreibt am 15. Oktober 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

eine Woche nach meinem letzten Pilzgang in meinen Stammwäldern bei Calw im Nördlichen Schwarzwald habe ich dort heute Vormittag wieder einmal nach dem Rechten gesehen.

Seit fast zwei Wochen klettern die Tagestemperaturen nicht über 10 Grad, heute Vormittag waren es gerade einmal 4(!) Grad. Dies hat trotz anhaltendem Landregen zur Folge, dass das Pilzwachstum der Röhrlinge nur ganz langsam und behäbig voranzukommen scheint. 

So entdeckte ich exakt vor einer Woche ein kleines Nest von Steinpilzköpfen, die nun heute maximal ein bis zwei Zentimeter an Größe zugelegt hatten und daher weiterhin im Wald stehen bleiben durften.

Kälte konserviert

Was mir auch auffällt sind die fehlenden Maronenröhrlinge. Auch wenn sie nicht selten noch im November wachsen und kühle Temperaturen gut vertragen, so überrascht mich doch, dass sie bislang in meinen Wäldern komplett fehlen.

Mit meinen Funden war ich trotzdem zufrieden. Neben schönen Semmelstoppelpilzen - ich  schätze sie aufgrund der knackigen Konsistenz sehr - fand ich 6 Fichtensteinpilze jungen bis mittleren Alters. Darunter auch einen überaus prächtigen Kaventsmann, der knapp 720 Gramm auf die Waage brachte (2. Foto rechts).

Auf dem Foto darüber halte ich ihn nicht ohne Stolz in die Kamera. In seinem Fall halfen gewiss die frostigen Temperaturen mit, dass er für seine Größe noch recht unversehrt und schön fest war. Kälte verhindert nicht nur rasches Wachstum, Kälte konserviert auch.

Was aus meiner Sicht aktuell für einen Röhrlingsschub fehlt, ist milderes Wetter. Ich weiß, ich weiß: nie kann es dem Pilzsammler recht sein; erst ist es zu trocken, jetzt zu kalt...

Herzliche Grüße Dir und allen Pilzverrückten

Heiko«

(4 Fotos © Heiko)

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Foto: Und so stand das Schwergewicht da im Wald. Bei dem kältebedingt zögerlichen Wachstum dürfte er bereits eine Zeit lang so dagestanden haben.

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Foto: So möchten wir doch alle gerne Steinpilze von innen sehen! Der Längsschnitt zeigt, dass Heiko hier auf ein Top-Model gestoßen ist, makellos, unübertrefflich!

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