Pilzticker BaWue 261: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 14.09.2020 - 17.09.2020



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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Baden-Württembergs




Sensationeller Fund im Landkreis Emmendingen:

Oliver entdeckt weitere Königsröhrlinge - in selten vollendeter Schönheit


Foto: So vollendet schöne Königsröhrlinge in der Blüte ihres Lebens findet und sieht man extrem selten. Von solch einem Foto träumen Naturphotographen mitunter ein Leben lang. Charakteristischer kann man diese Pilze kaum vorfinden und ablichten. Ebenso perfekt geglückt ist Oliver das zweite, das Hochformatbild. Weil hier die unmittelbare Wachstumsumgebung der Pilze und ihr Habitus, ihre Ausstrahlung in der Waldlandschaft überaus geglückt zum Klingen kommen. Und das dritte Foto veranschaulicht hervorragend das für diesen sehr seltenen Pilz typische gesprenkelte Kirschrosa des Hutes. Glückwunsch zu diesem Fund und diesen Fotos, lieber Oliver! (3 Fotos © Oliver)

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Oliver schreibt am 17. September 2020:

»Da sind noch mehr Königsröhrlinge!

Lieber Heinz-Wilhelm,

da hat mich doch der Ehrgeiz gepackt und außerdem möchte ich ja morgen dem Björn von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie was präsentieren können am Fundort. Also habe ich mich heute noch einmal auf die Suche gemacht und unweit der Stelle von gestern weitere Könige gefunden!

Viele liebe Grüße Oliver«

Anmerkung: Zur Beschreibung und Seltenheit des Königsröhrlings siehe der gestrige Eintrag von Oliver weiter unten:

»Ein sehr seltener Königsröhrling im Landkreis Emmendingen«

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Kronau: Eine Monsterglucke, die Michael für den Abtransport teilen musste


Foto: Sie scheinen wieder von innen heraus zu glühen, diese herrlichen Flockenstieligen Hexenröhrlinge. Dem Linken ist ein Teil des Stieles weggerissen; das wollte wohl der Rechte, Stärkere, für sich haben. Auch der Flockenstielige auf dem 2. Foto kann sich sehen lassne. Er hat einen Stiel genau nach dem Farbmuster der Schönfußröhrlinge.

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Michael schreibt am 16. September 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

gleich zu Beginn meiner heutigen Pilztour entdeckte ich entlang des Waldweges eine riesige Krause Glucke, »Format Rucksack«. Da ich lediglich eine Stofftasche dabei hatte, wurde die Glucke etwas zerteilt, damit ich sie überhaupt transportieren konnte. Es sollte die einzige Glucke bleiben, weitere wenige Exemplare waren entweder zu klein oder bereits vertrocknet.

Weiter erfreute ich mich an ordentlich Nachwuchs an meiner besten Stelle für Flockis. Es waren wieder herrlich anzuschauende Prachtkerle dabei. Ansonsten wanderten Steinpilze, eine Rotkappe, ein Hainbuchenraufuß, ein Filzröhrling, Täublinge, Butterpilze und die ersten Kupferroten Gelbfüße dieses Jahres in Tasche und Rucksack. Auf dem Rückweg entdeckte ich noch zwei Fransige Wulstlinge am Wegesrand.  

Viele Grüße Michael«

(5 Fotos © Michael)

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Foto: Nur gut, dass Michael im Rucksack, der anderen Funden vorbehalten war, noch einen Stoffbeutel hatte. Hierin fand die Monsterglucke Platz für den Transport.

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Foto: Michaels gestriger Gesamtfund. Von der Krausen Glucke gibt es garantiert wieder ein köstliches Essen. Allein davon können alle Beteiligten reichlich satt werden. Und vielleicht gibt es ja von den Flockenstieligen Hexen einmal wieder einen schönen Salat: Wie wär's mit »Erinnerung an den Sommer«? Das würde jetzt prima in die Zeit passen.

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Foto: Und die Fransigen Wulstlinge waren auch wieder mit von der Partie. Sie sind sehr wohlschmeckende Pilze und hier gut an ihren Fransen und Fetzen am Hutrand zu erkennen. Ob Michael sie wohl mitgenommen und mal probiert hat?

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Ein sehr seltener Königsröhrling im Landkreis Emmendingen


2 Fotos rechts: Seltene Funde hat Oliver in einem Wald praktisch vor seiner Haustür gemacht, nachdem er von einem Freund auf das dort starke Röhrlingswachstum aufmerksam gemacht worden war. Wir sehen rechts einen wirklich sehr seltenen Königsröhrling (Boletus regius) mit seinem typisch rosa-kirsch bis bräunlich-rotem Hut. Viel seltener ist er auch dunkel-purpur. Mit der Zeit verblassen die Farben zu Rosa. Oft ist das Rosa, wie hier, gesprenkelt.

Die Poren des Königsröhrlings sind leuchtend goldgelb, der Stiel leuchtend gelb, mit feinem gleichfarbenem Netz. Das Fleisch ist gelb, Fraßstellen sind rötlich getönt; der Pilz färbt nicht blau. In Baden-Württemberg gibt es höchstens noch 30, eher nur noch an die 20 Fundstellen von ihm; der Pilz ist stark gefährdet. Er benötigt kalkhaltige Böden.

Der hier gezeigte Pilz wird von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) dokumentiert und in der Kartographie verewigt.

(2 Fotos © Oliver)

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Foto rechts: Auch einen Bronzeröhrling oder Schwarzhütigen Steinpilz hat Oliver gefunden, und das in sehenswerter Aufmachung, denn der Pilz ist im besten Alter und daher ausgesprochen fotogen. Sein braunschwarzer bis fast schwarzer Hut ist fein wildlederartig bis gänzlich glatt. Dieser Pilz braucht zwar keine kalkhaltigen, dafür aber gehaltvolle neutrale Böden; auf sauren wächst er nicht.

16. September 2020

(Foto © Oliver)

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Ein Tipp von einem Pilzfreund erspart Oliver die lange Anfahrt

Warum denn in den Hochschwarzwald? Das Pilzparadies liegt doch vor der Haustür


Oliver schreibt am 16. Oktober 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

mein guter Pilzfreund Thomas hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich gar nicht im entfernteren Hochschwarzwald nach Steinpilzen und anderen Spezialitäten suchen muss, sondern dies auch mit Erfolg quasi vor der Haustür kann.

So musste ich mir natürlich gleich den herrlichen Buchenwald, der nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt, ansehen. Auf ging's, natürlich per Fahrrad.

Die schönsten Steinpilze und vieles mehr fand ich dort, u. a. auch Gelbporige Raufüße. Der Wald und die Wiesen stehen voller Pilze, mit einem sehr großen Artenreichtum. Pilze, wo man hinschaut und hingeht!

Auf Foto 2 und 3 rechts ein kleiner Eindruck von dem Wald und wie darin zwei herrliche Flockenstielige Hexen wachsen und wirken!

Viele liebe Grüße Oliver«

(5 Fotos © Oliver)

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2 Fotos: Ist es nicht bei den Steinpilzen wie bei den Menschen? Der Eine ist ein langer Lulatsch oder gar gertenschlank, der andere untersetzt und stämmig. Hier im Vergleich gut zu sehen.

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Wenn der Frank in der Dämmerung kommt, geht's den Steinpilzen im Enzkreis bei Salmbach an den Kragen


Foto: Gut 20 Steinpilze hat Frank wieder im Enzkreis gefunden, alle in guter Qualität. Und erneut in der Abenddämmerung. Das Säuberungsbesteck ist auch noch zu sehen. (Foto © Frank)

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Frank schreibt am 16. September 2020:

»Schöne Grüße an alle!

So wünscht man sich das, es ist im Enzkreis ein tolles Jahr für viele Pilzsammler! Besonders für Steinpilzfreunde.

Heißer Sommer, Regen über mehrere Tage vor zweieinhalb Wochen, damit der Waldboden und damit das Myzel, also das Wurzelgeflecht der Pilze, ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Und in der Folge prächtige Fruchtkörper bei trockenen jetzt 25 Grad hervorbringt.

Etliche Steinpilze habe ich heute wieder gefunden, und das in prima Qualität. Wiederum nach langem Gesuche in der Abenddämmerung. Aber noch nicht mit Taschenlampe...

Liebe Grüße Frank«

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Nach Funden im Enz-Kreis:

»Die Pfifferlinge kommen in eine grandiose Pilzsuppe nach Auguste Escoffier«


Foto: Ein schöner Fund von Frank, der zwar von »wenigen« Steinpilzen berichtet, die er mitgenommen habe, hier jedoch eine mehr als respektable Menge ausgelegt hat. Knackige Hexenröhrlinge und zwei kräftige Hände voll Pfiferlingen machten seine schöne Ernte perfekt. Der Winter kann für ihn kommen! (2 Fotos © Frank)

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Frank schreibt am 15. September 2020:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

heute war ich wieder auf dem Radl unterwegs, diesmal, um meine geheimen Pfifferlingsgebiete um die Ortschaft Engelsbrand etwa 10 Kilometer südlich Pforzheim anzusteuern.

Da ich am Vortag auf einem grasbewachsenen, vernachlässigten Forstweg zum Fluss Nagold hin auf kurzer Strecke einige Pfiifferlinge gefunden hatte, spekulierte ich auch heute auf entsprechende Funde. Doch mit dem erhofftem Gold des Waldes wurde es leider nichts. Auch meine sonst ergiebigen Areale, aus denen ich schon kiloweise schönste Trompetenpfifferlinge rausgeholt hatte, gaben nichts her.

Aber das, was an - wenigen - Steinpilzen, Flockenstieligen Hexenröhrlingen und lederigen Braunkappen dastand, habe ich doch gerne mitgenommen. 

Die Hexenrörlinge und Steinpilze werden geschnitten und getrocknet. Sie kommen für das Umami (im weiteren Sinne Geschmacksverstärkung) in Suppen und Geschmortes im Winter. Mit den Pfifferlingen bereite ich eine grandiose Pilzsuppe nach dem französischen Kochkünstler Auguste Escoffier zu.  

Schöne Grüße an dich und diejenigen, die hier so rege von ihren Pilzgängen berichten!

Frank«

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Foto: Diese Pfifferlinge gibt Frank in eine Pilzsuppe nach dem Franzosen Auguste Escoffier, der Vater aller heutigen Köche einschließlich der Starköche.


Die Konkurrenz rückt vor bis zu einem der besten von Michaels Steinpilzplätzen


Foto: Der Flockenstielige Hexenröhrling scheint von innen heraus förmlich zu glühen, so stark wirkt die Leuchtkraft seines Stieles. Das rötliche Laub und die fette Eichel dazu ergeben ein beinahe unübertreffliches Herbstwaldmotiv. Wäre dieser Pilz nicht so  angefressen, würde das Foto gewiss alle Ansprüche für ein Bild im Pilzkalender erfüllen. (4 Fotos © Michael)

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Foto: Michaels Fund, wieder einmal schön präsentiert. Fast könnten seine Bilder als Wandtafeln für Schulen dienen. Von ihnen kann man viel lernen.

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Michael schreibt am 14. September 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

erneut waren Suri und ich unsere Pilzstellen überprüfen.

Langsam, aber sicher erwacht die Pilzwelt in der Regoin Bruchsal. Wir haben Fichtensteinpilze, Laubwaldrotkappen, Flockis, die ersten Butterpilze, Goldröhrlinge, einen Körnchenröhrling, Rotfüßchen, Parasol, Perlpilz, Wiesenchampignon, diverse Ledertäublinge und zwei schöne Krause Glucken (Foto rechts) einsammeln können.

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht! Neben zahlreichen Schnittresten gestern traf ich vor wenigen Tagen einen bekannten Sammler an einer meiner besten Steinpilzstellen, die er jetzt auch entdeckt hat. Da er meine Berichte hier verfolgt, sende ich viele Grüße - und bis zum nächsten Treffen im Wald.  

Viele Grüße Michael und Suri«

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Foto: Eine schöne, stolze Laubwaldrotkappe, erkennbar an ihren zartorangenen Schüppchen vor allem an der Stielbasis. Das Rotorange des Hutes korrespondiert hier - wieder einmal - mit den Grau-Braun-Tönen des alten Laubes. Typisch!

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