Pilzticker Bawue 179: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 04.05.2019 - 07.05.2019



Pilzticker Bawue 179




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Kronau: Ein erster Schwefelporling und leckere Stockschwämmchen in Sahnecrème-Cognacsuppe


Foto: Den ersten Schwefelporling dieses Jahres meldet uns Michael aus der Kronauer Region. Er lässt den jungen Pilz noch wachsen. (2 Fotos © Michael)

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Michael schreibt am 7. Mai 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute fand ich an einem gefallenen Baumstamm einen kleinen Schwefelporling, den ich noch ein paar Tage reifen lasse. Am Wegesrand standen handgroße Hochgerippte Becherlorcheln. Besonders erfreute ich mich am Fund meines ersten Flockis dieses Jahres. Er wurde zwar bereits etwas angeknabbert, landete aber trotzdem im Stoffbeutel.

Die Stockschwämmchen waren übrigens sehr lecker und werden ab sofort weiterhin meinen Speiseplan bereichern. Ich genoss sie in einer Sahnecrème-Cognacsuppe.

Viele Grüße Michael«


Foto: Hochgerippte Becherlorcheln sind essbar, jedoch sehr zäh und lederig. Und sie müssen lange genug gut erhitzt werden.

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Bretten: Ein dicker fetter Flocki und 35 Zipfelmützchen für Sven


Foto: Ein dicker Protz, viele kleine Zipfelmützchen, Morchelbecherlinge und zwei Hochgerippte Becherlorcheln: unterschiedlicher könnten die Formen der Pilze kaum sein. Auf jeden Fall hat Sven, der mit der fetten Flockenstieligen Hexe auf dem zweiten Foto zu sehen ist, einmal mehr einen tollen Fund gemacht. (2 Fotos © Sven/Privat)

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Sven schreibt am 6. Mai 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

inspiriert von den ersten Hexenmeldungen, wollte ich ebenfalls mein Glück versuchen. Wie die Fotos zeigen, erfolgreich. Welch ein Prachtexemplar von einem Flocki*. Leider blieb es bei dem Einzelkind.

Auf dem Weg dorthin entdeckte ich einige Morchelbecherlinge und zwei Hochgerippte Becherlorcheln.

Zu guter Letzt wollte ich meine Spitzmorchelstelle begutachten, auch deshalb, weil ich mir ein Bild über Erfolgsaussichten für das kommende Wochenende machen wollte. Ich denke, eine Visite wird sich noch einmal lohnen.

Die 35 Spitzmorcheln fand ich einige Meter neben meiner Wildstelle auf einem abgeholzten Waldstück, das mit Schrot übersät war. Leider musste ich sie ernten, weil ihnen die direkte Sonneneinstrahlung bereits sichtlich zugesetzt hatte, weshalb ich die meisten stehen lassen musste.

Sofern es sich zeitlich einrichten lässt, werde ich wohl noch die letzten entdeckten Zipfelmützen aus Mulchbeeten ernten, bevor der Zauber für dieses Jahr ein Ende hat.

Liebe Grüße aus Bretten, Sven«

* Nach den Fotos könnte es sich auch um einen Netzstieligen Hexenröhrling handeln, ein abschließendes Urteil nach diesen Bildern ist kaum möglich.

Sven schreibt dazu: »Es handelt sich definitiv um einen Flocki. Der Stiel war stark zerfranst, aber unter der Kappe konnte ich es noch erkennen. Hinzu kommt, dass ich meine festen Stellen habe, wo ich regelmäßig bei demselben Myzel ernte. Die Netzstieligen Hexen wachsen in diesem Waldstück nicht, dazu müsste ich einige hundert Meter weiter.«

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Kronau: Die Maipilze schmecken der Mutter so gut


Michael schreibt am 6. Mai 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute erntete ich im Grünstreifen des örtlichen Friedhofes wieder schöne Maipilze (zweites Foto). Die bekam meine Mutter, denn sie zählen zu ihren Lieblingspilzen.

Auf unserem Sportplatz entlang der Tartanbahn wuchsen einige Bleigraue Zwergboviste, von denen ich auch ein paar gute Exemplare mitnahm (erstes Foto rechts unten). Sie schmecken zusammen mit kleinen Wiesenchampignons in einer Sahnesuppe sehr lecker.

Viele Grüße Michael«

(2 Fotos © Michael)

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Karlsruhe: Im Eschen-Eichen-Buchenwald den Korb noch einmal mit großen Speisemorcheln gefüllt


Foto: Markus gelang im Morchelwald noch einmal ein toller Feldzug. Ein gutes Dutzend großer Speisemorcheln konnte er aus einem Eschen-Eichen-Buchenwald mit nach Hause nehmen. Eine großartige Morchelsaison im Raum Karlsruhe geht zu Ende. (Foto © Markus)

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Markus schreibt am 6. Mai 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war ich an anderer Stelle nochmal in den Morcheln.

Im eigentlichen Auwald gab es fast nichts, dafür aber große Speisemorcheln im vorgelagerten Hochwald aus Eschen, Buchen und Eichen. Leider war ungefähr die Hälfte der Pilze bereits überständig. Gerne hätte ich noch weitergesucht, wenn es nicht schon dämmrig geworden wäre.

Damit geht bei uns eine tolle Morchelsaison zu Ende.

Viele Grüße, Markus«






Schwäbisch-Fränkischer Wald: Ein Fund, fast schon wie in der besten Pilzzeit


Foto: Beinahe schon wie ein Fund aus der Hochsaison mutet dieses Foto vom gestrigen Tage an. Ronny fand im Schwäbisch-Fränkischen Wald im nordöstlichen Baden-Württemberg tolle Flockis (oben), eine Speisemorchel (links) sowie Maipilze in der weißen (Mitte) und in der ockerfarbenen Variation (rechts). (3 Fotos © Ronny)

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Ronny schreibt am 5. Mai 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ausgiebiger Regen im Großraum Stuttgart beschert den Sammlern momentan reichlich Pilze, darunter auch solche, die in dieser Menge sonst eher im Sommer, Spätsommer und im Herbst zu finden sind. 

Auf meinem gestrigen Streifzug durch das Grün konnte ich verschiedene Funde im Auwald wie auch im Mischwald machen. Nach dem dritten Satz durchnässter Kleidung entschädigten reichlich Flockenstielige Hexenröhrlinge wie auch Maipilze (weiß und ockerfarben) und Speisemorcheln diese (Tor-)Tour.

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht

Ganz liebe Grüße von Ronny (Pilzfreund71 auf youtube)

 

2 Fotos: Die wohlschmeckenden Flockenstieligen Hexen sind in diesem Jahr sehr früh dran und zeigen sich in hervorragender Qualität. Gar nicht selten wachsen sie noch im November, womit sie zu den langlebigsten Pilzen im Pilzjahr zählen.


Auch Oliver findet in den Rheinauen des Breisgaus schöne Speisemorcheln


Oliver schreibt am 5. Mai 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

eine Nachsuche zusammen mit einem weiteren Pilzfreund erbrachte in den Rheinauen wider Erwarten doch noch einen schönen Fund von Speisemorcheln (Foto rechts) und Morchelbecherlingen.

Im Suchgebiet waren wir die Einzigen, die dem Wetter trotzten: es hatte bis auf 200 Meter herunter geschneit.

Liebe Grüße Oliver«

(5 Fotos © Oliver)

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4 Fotos: Nach tollen Funden vor allem in Streuobstwiesen bis vor eineinhalb Wochen sah Oliver nun in den naturnahen Rheinauen nach und fand noch einmal schöne Speisemorcheln (2 Fotos oben) sowie etliche Morchelbecherlinge (2 Fotos unten).

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Bretten: Zwei seltene Glatte Fingerhutverpeln in Svens karger Ausbeute


Foto: Sven hatte sich mehr erhofft als diese magere Ausbeute. Wir sehen zwei Spitzmorcheln (links und in der Mitte), zweieinhalb Käppchenmorcheln (halblinks) sowie zwei Fingerhutverpeln oder besser Glatte Fingerhutverpeln (rechts), weil ihre Hüte trotz runzeliger Längsstruktur glatt sind. Die Pilzart ist selten und wächst nur verstreut, meist an Bachufern und Waldrändern von Auwäldern; auch im Mulch. Sie steht  bevorzugt auf lehmig-tonigem Boden in Gesellschaft von Eschen und Zitterpappeln, gelegentlich auch von Birken.  (Foto © Sven)

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Sven schreibt am 4. Mai 2019:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

trotz des Regens musste ich nach den Karlsruher Morchelfunden heute raus. Leider war das Ergebnis sehr ernüchternd.

An meiner Spitzmorchel-Wildstelle ließen sich nur noch zwei Exemplare finden. Zwar ist die eine knapp 20 Zentimeter groß und fast so dick wie eine 0,5-Liter-Flasche. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mir eine größere Ausbeute erhofft hatte.

Auf dem Weg zur Stelle entdeckte meine Partnerin zwei Fingerhutverpeln am Wegrand.
Leider ging eine beim Transport zu Bruch und ich konnte nur noch versuchen, die Stückchen für das Foto zusammenzulegen.

Später durchstreifte ich noch zwei Eschenwälder, von denen ich einen nun endgültig als unbrauchbar abhaken würde. Bei dem anderen fanden wir am Wegrand noch zweieinhalb Käppchenmorcheln. Die weitere Suche im Wald war sinnlos, da fast alle Eschen in den letzten Tagen gefällt wurden; ich vermute stark, weil sie vom Falschen Weißen Stängelbecherchen befallen waren, das für das große Eschensterben verantwortlich ist. Der Wald glich einem Schlachtfeld.

Allmählich verschwinden hier die potentiellen Morchelwälder und -plätze, da fast nur Buchen und Eichen wachsen und die Eschenwälder entweder zu sauer sind und vermutlich deshalb nichts hergeben - oder der Säge zum Opfer fallen.

Liebe Grüße aus Bretten, Sven«

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