Pilz-Ticker-Brandenburg
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Verena schreibt am 4. Oktober 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
am heutigen Tag in der Uckermark zog es mich in meinen Lieblingswald: Buchenhallen mit eingestreuten Eichen, Birken und Kieferarealen (sieht Foto unten). Dieser Wald liegt direkt an einem See, und so begleiteten mich bei meiner Tour nicht nur das Tok-Tok-Tok diverser Spechte, sondern auch die Rufe der Wildgänse, die über den See flogen. Hier und da sprang noch ein Eichhörnchen durchs Geäst, ansonsten herrschte himmlische Stille. Das Wort "Waldbaden" könnte gut hier erfunden worden sein!
Den Auftakt machte heute wieder ein Erstfund: der Hasenröhrling (Zimröhrling). Vor etwa 5 Jahren fand ich den Kornblumenröhrling, sodass ich nun beide Arten aus der Gattung Gyroporus (Blassspor-Röhrlinge) gefunden habe.


Weiter ging es mit Dutzenden Fichtensteinpilzen, für die sich anscheinend niemand verantwortlich fühlte. So konnten sie in Ruhe vergreisen - sehr zu meinem Leidwesen. Tatsächlich fand ich nur einen einzigen jungen, sowie zwei weitere Kiefernsteinpilze (gestern fand ich den Kiefernsteinpilz erstmalig in einem anderen Wald). Das gut zu sehende braune Stielnetz gab hier Aufschluss. Das war wirklich eine Überraschung!
Immer wieder ausgeblasste Hutfarben
Noch ein Wort zu den Hutfarben der Kiefernsteinpilze, die ja auch Rothütige Steinpilze genannt werden. Ihr Rotton im Hut ist schon sehr ausgeprägt. Ich führe das auf die extreme Trockenheit zurück, bei etlichen Pilzen "stimmt die Farbe nicht": Die Hexenröhrlinge haben blass orange Mündungen statt rote, die Lacktrichterlinge sind nahezu reinweiß, ein Sommersteinpilz war so ausgebleicht, dass er fast als Albino durchging. Vielleicht war es auch eigentlich ein Fichtensteinpilz. ;)
Die dominante Art des Tages war aber ganz klar der Flockenstielige Hexenröhrling. Hier fand ich sehr viele junge. Weitere essbare Arten waren der Reifpilz (leider mit Hitze- bzw. Trockenschaden), Frauentäublinge und verschiedene Rotfußröhrlinge. Die erhofften Pfifferlinge und Totentrompeten blieben aus, generell wirkte der Wald eher artenarm, auch wenn in Summe ein schöner Korb zusammen kam, siehe Foto.
Auf dem Rückweg fiel ich noch über einen ausgebleichten Sommersteinpilz mit ausgeprägtem Hitzeschaden, und machte einen weiteren Erstfund: handtellergroße Semmelporlinge am Wegesrand. Ein kleiner Semmelstoppelpilz durfte auch noch mit.
Erst beim Anschnitt zeigte sich: Es waren Hexenröhrlinge
Zum Schluss entdeckte ich im Buchenwald noch vier wunderschöne junge Röhrlinge, die allem Anschein nach Glattstielige Hexenröhrlinge waren. Sie hatten freudig gelbe Stiele, so dass man sie zunächst auch für Laubwaldanhängselröhrlinge halten konnte. Aber im Anschnitt zeigten sich orange Röhrenmündungen, woraus sich Hexenröhrlinge ergaben.
Nach der Mittagspause ging es dann noch in ein anderes Waldgebiet, hier wuchs fast gar nichts. Fündig wurde ich mit einer Handvoll Pfifferlingen sowie einer Krausen Glucke, die mir hoch willkommen war.
Insgesamt landeten neben den drei verschiedenen Steinpilzarten, den Flockis, Pfifferlingen und der Krausen Glucke noch ein paar Maronen, zwei Rosenrote Gelbfüße, ein paar Frauentäublinge, der Semmelstoppelpilz, zwei Rotfußröhrlinge und ein Sandröhrling im Korb (1. Foto links).
Ein Teil der Pilze wird getrocknet, der andere gefrostet. Die Pfifferlinge, Täublinge und ein Teil der Steinpilze wurden in Butter gebraten und mit einer leichten Weißwein-Sahnesoße zu Pilzravioli kredenzt (2. Foto links).
Viele Grüße sendet dir
Verena"
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2 Fotos: Sind es Waldlaubanhängselröhrlinge oder Kiefernsteinpilze (links)? Die große helle Fraßstelle spricht eher für Anhängselröhrlinge, das bei genauer Augenscheinnahme gut sichtbare braune Stielnetz wies sie dann aber deutlich Kiefernsteinpilzen zu. Auch der dunkle, samtige Geselle rechts ist auf den ersten Blick nicht eindeutig zu bestimmen. Hat er gelbe oder rotorange Röhren? Beim Anschnitt zeigte sich, dass sie orange waren, es war somit ein Glattstieliger Hexenröhrling.
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Foto: Die Flockenstieligen Hexenröhrlinge, von denen es viele gab, wuchsen gern gesellig.

Foto: In diesem Buchen-Eichenwald mit eingestreuten Birken und Kiefern war Verena auf der Pilzsuche. Es ist - nachvollziehbar - ihr Lieblingswald für die Pilzsuche. Er liegt an einem See (siehe das Korbfoto oben links), der Verdunstungsfeuchte und -kühle abgibt, was nicht nur den Pilzen behagt. (6 Fotos © Verena)

Verena schreibt am 3. Oktober 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
das Wochenende rund um den Tag der Deutschen Einheit verbringe ich in der Uckermark, sodass ich über meine heutigen Funde nicht wie sonst im Pilzticker Niedersachsen, sondern Brandenburg berichte.
Eine kurze Runde im Wald am gestrigen Anreisetag ließ für heute hoffen: die Wälder sind deutlich feuchter als in meiner Heimat, am Wegesrand fanden sich hunderte Butterpilze, die für die hiesigen Kiefern-Heidewälder typisch sind. Auch Reizker, Kuhröhrlinge und Sandröhrlinge standen zahlreich.
Der heutige Tag begann mit Nebel, im Laufe des Vormittags kam dann die Sonne heraus und es wurde mit 17 Grad angenehm warm. Die etlichen Spinnenweben im Wald waren sämtlich taubenetzt und zauberten eine mystische Stimmung in den Wald, siehe das nächste Foto.
Ich und meine Begleitung haben die Altweibersommer-Atmosphäre sehr genossen. So nach und nach füllte sich dann auch der Korb mit Steinpilzen, Edelreizkern, Sandröhrlingen, einigen Maronen und Rosenroten Gelbfüßen, die sehr gute Speisepilze sind. Viele Steinpilze waren leider schon zu alt. Perlpilze fehlten gänzlich, dafür sahen wir ungewöhnlich viele Fuchsige Scheidenstreiflinge. Die erhofften Krausen Glucken blieben ebenfalls aus.

Foto: Die taubenetzten Spinnenweben zauberten eine magisch-mystische Stimmung in den Wald.
Nach mehreren Stunden in der Kiefernheide probierten wir es in einem uns unbekannten Waldabschnitt, der vornehmlich aus jungen Birken und Roteichen bestand. Zu meiner großen Freude machte ich hier zwei Erstfunde: es fanden sich ein paar Birkenrotkappen sowie ein Kiefernsteinpilz, über den ich mich ganz besonders gefreut habe, da er doch recht selten geworden ist.

Dass er hier wuchs, erklärte sich mir bei genauerem Hinsehen, waren doch einige kleinere, verkrüppelte Kiefern in das Areal eingestreut. Das Foto links zeigt das Habitat, in dem ich ihn gefunden habe.
Zu guter Letzt zeigte sich noch ein Kuriosum im Buchenwald, sechs ineinander verwachsene Flockenstielige Hexenröhrlinge, die an einen Pilzblumenstrauß erinnerten (Foto unten). Insgesamt konnten wir einen schönen Korb zusammensammeln. Das Korbfoto ganz oben links zeigt einen Teil der Ausbeute mit Steinpilzen, Maronen, Birkenpilzen und Sandröhrlingen.
Ich wünsche allen erfreuliche Stunden im Wald!
Verena"
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2 Fotos: Links der Kiefernsteinpilz, den Verena im Birken-Roteichenwald mit eingestreuten Kiefern entdeckte. Und rechts das Flockigeknäuel, bestehend aus sechs ineinander verwachsenen Flockenstieligen Hexenröhrlingen. (5 Fotos © Verena)

Jörg schreibt am 22. September 2026:
"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,
unser Krause-Glucken-Wald im Landkreis Oberhavel im Norden Brandenburgs liefert jetzt endlich reiche Ernte, siehe das Foto links. Andere Pilze gibt es eher wenig. Kommt aber bestimmt noch!
Liebe Grüße
Jörg & Lili"
(Foto © Jörg)
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Foto: Ein typisches Motiv aus den Wäldern der Lausitz: die Pilze, hier Pfifferlinge, wachsen im halbjungen Kiefernwald (oftmals angepflanzt) auf Sandboden aus Schüttsubstrat mit einem Teppich aus oft dürrem Gras und (spärlichem) Moosbewuchs. Es sind deutlich fortgeschrittene Pionierwälder, in denen nach dem Braunkohleabbau die langlebigen Kiefern die schnellwüchsigen (und schnell alternden) Birken, Zitterpappeln und Weiden "überholt" und die Dominanz übernommen haben. Das 2. Foto zeigt ein Nest Pfifferlinge unter Kiefernbruch oder nach Kieferneinschlag.

Johann schreibt am 30. Juli 2026:
"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,
ich bin Johann, 22 Jahre alt und begeisterter Pilzsammler und -esser :). Ich wohne im wunderschönen Kreis Senftenberg und bin in den hiesigen Wäldern unterwegs.
Ich war am 28. Juli im Waldgebiet im Kreis Senftenberg (Niederlausitz) unterwegs und konnte nach Regenfällen in den letzten zehn Tagen eine Vielzahl schöner Pfifferlinge finden. Sie wuchsen vor allem in jungen Kiefernwäldern mit Moos auf sandigem Boden, so wie es für unsere Region typisch ist. Bei einem kurzen Abstecher in einen alten Buchenmischwald konnte ich außerdem zwei Sommersteinpilze und einen Birkenpilz finden.
Ich wünsche allen eine ertragreiche Pilzsaison voller schöner Funde und blicke mit Vorfreude auf die nächsten Wochen. Hoffentlich wirkt sich die momentane Hitze nicht zu negativ auf die Pfifferlinge aus.
Mit besten Grüßen
Johann"
(2 Fotos © Johann)
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Foto: Eine fette runde Spitzmorcheln wartete unter Pappeln auf Heidrun. (4 Fotos © Heidrun)
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Heidrun schreibt am 8. April 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
schon sehnlichst erwartet, zeigten sich heute vier Speisemorcheln (2. Foto) an einem sonnenverwöhnten Südhang bei Kanadapappeln. Alle anderen Myzelien im Umkreis allerdings zieren sich noch. Da ist noch gähnende Leere.
An der einzigen Stelle, die ich für Spitzmorcheln in freier Wildbahn kenne, konnte ich heute einen wunderschönen Fruchtkörper fotografieren, siehe das Aufmacher-Bild oben. Der Platz liegt allerdings auch am Nordhang, rund zehn Kilometer außerhalb von Brandenburg an der Havel.
Die üblichen Verdächtigen, nämlich Rindenmulchmorcheln (Rimumo) am Autohaus, sind zwar da, aber mangels Regen etwas kümmerlich. Freundlicherweise mulcht das Autohaus jedes Jahr frisch, so dass ich die RiMuMo dort auch zuverlässig jedes Jahr wieder vorfinde.
Für Freitag ist Regen angesagt, hoffentlich kommt er auch.
Gruß aus Brandenburg an der Havel
Heidrun"

Foto: Gruppe von Pappeln, die im Frühjahr des Hinsehens wert ist. Hier können sowohl Speise- als auch Spitzmorcheln wachsen.

Foto: Etwas verschüchtert schauen die drei kleinen Rindenmulchmorcheln über die Mauer. Die vierte wirkt da schon etwas souveräner.


Heidrun schreibt am 1. April 2026:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
bei uns in Brandenburg kommt der Frühling spät, einen Monat später im Schnitt als in der Rheinebene. Nur als ich auf Rügen lebte, musste ich noch länger warten.
Aber mittlerweile ist es auch bei mir soweit: Österreichische Kelchbecherlinge (2. Foto rechts) in der Rummel* bei Bad Belzig zeigten sich bereits vor zehn Tagen. Und heute entdeckte ich die ersten Frühjahrslorcheln (1. Foto rechts). Ich fand viele, viele Fruchtkörper. Das lässt auf baldige, hoffentlich reichliche Morchelfunde hoffen.
Auf geht's in die Pilzsaison 2026!
Gruß Heidrun"
* Eine Rummel ist eine landschaftliche Besonderheit im Fläming, nämlich ein langgestreckter Taleinschnitt mit Robinien, sandig und leicht kalkig.
(2 Fotos © Heidrun)
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Blau = ungenießbar
Rot = giftig



Heidrun schreibt am 10. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
wir hatten bei Brandenburg an der Havel zwar bereits Bodenfrost, aber heute wurde ich noch mal mit einem bunten Korb Pilze beglückt, siehe das 1. Foto rechts.
Violette Rötelritterlinge, Kupferrote Gelbfüße, Sandröhrlinge, natürlich Frostschnecklinge aber auch Pfefferröhrlinge (von denen ich noch nie so viele sah), einige Butterpilze, frische Reizker, Heideschleimfüße und zu meiner besonderen Freude: noch Espenrotkappen (2. Foto rechts). Zwei Lila Lacktrichterlinge komplettieren den Farbrausch.
Die Frostschnecklinge für Italienische Antipasti
Schneeritterlinge waren zwar da, aber leider madig. Außerdem wurden sie offensichtlich von jemandem vor mir "durchsortiert". Die Frostschnecklinge (3. Foto, vorne) machen allerorten Massenaufkommen, da bin ich dann irgendwann zu faul zum Bücken. Den Großteil werde ich sortenrein einlegen, diesmal à la Italienischer Antipasti. Die Butterpilze und was sonst nicht passt landen in einer kleinen Mischpfanne.
Gruß aus Brandenburg an der Havel
Heidrun"
PS: Ich habe mir antiquarisch das Kochbuch für Pilzsammler (siehe unten) gekauft und werde daraus mal was ausprobieren"

Foto rechts: Besagtes Pilzkochbuch, das sich Heidrun zugelegt hat. Ich kenne es seit langem, schätze es nicht nur wegen seiner klassischen und ausgefallenen Gerichte, sondern auch wegen des fundierten Bevorratungskapitels. Ich besitze die 1. Auflage von 1988. (4 Fotos © Heidrun)
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Heidrun schreibt am 2. November 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
heute bin ich aus der Uckermark heimgekehrt nach Brandenburg an der Havel und habe sogleich eine kleine Runde durch den mageren Kiefernwald gedreht.
Die Schwarzfaserigen Ritterlinge sind da (Foto rechts, im Korb unten)! Nachdem ich die letzten beiden Herbstsaisons immer wieder welche bestimmt und mir die korrekte Bestimmung habe bestätigen lassen, kam es heute zur einer Erstverkostung. Gut im Biss und im Aroma und wieder mal was Neues.
Da sie eher selten sind, werde ich sie nun aber nicht häufig sammeln. Außerdem gab es noch eine kleine Mischpfanne mit Rauhfüssen, Pfifferlingen, einem Sandröhrling, einem Heideschleimfuß und paar Rosenroten Schmierlingen; sogar ein Täubling hat sich noch dazugesellt.
Butterpilze standen reichlich und frisch, blieben aber bis auf zwei Stück stehen. Alles in allem bin ich überzeugt, dass uns noch ein prima Pilznovember bevorsteht.
Gruß Heidrun"


2 Fotos: Da liegen sie, die Schwarzfaserigen Ritterlinge, auch Schneeritterlinge oder Schneepilze genannt. Weil ihr spätes Wachstum früher gerne mit den ersten Schneefällen übereinfiel. Ihre Hüte haben ein radiales Muster, die Stiele wechseln vom Weiß zunehmend in ein - oft nicht sofort erkennbares - Grüngelb. Auf dem hier gezeigten kleinen Foto (rechts) kommt es ganz gut heraus. (3 Fotos © Heidrun)
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Foto: Ein herrliches Maronenbüffet! Wenn man den Brummer unten in der Mitte sieht, ahnt man, was Frank mit Steinpilzqualität meint. Auf dem 2. Foto sehen wir seinen gut gefüllten Spankorb im warmen Licht und haben einen kleinen Einblick in die Waldlandschaft mit Kiefern, wo die Pilze wuchsen. (2 Fotos © Frank)
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Frank schreibt am 26. Oktober 2025:
"Liebe Pilzticker-Gemeinde,
bei Bad Saarow im Landkreis Oder-Spree schießen die Maronenröhrlinge aus dem Boden. In kürzerer Zeit war unser Korb gut gefüllt mit frischen knackigen "Braunkappen",. teils in Steinpilzqualität.
Der leichte Frost in der vergangenen Woche war also noch nicht das letzte Wort!
Viele Grüße
Frank"

Gudrun schreibt am 26. Oktober 2025:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
du hast in diesem Jahr noch gar nix von mir gehört, das liegt wohl an den nicht so üppigen Funden im Dahme-Spree-Kreis. Ich habe aber alle Deine Nachrichten verfolgt und freue mich immer über die vielen interessanten Pilzgeschichten.
Jetzt aber ein kleiner herzlicher Pilzgruß von mir. Es ist auf jeden Fall ein Maronenjahr, die Steinpilze waren bei mir nicht in der Überzahl. Ich hoffe aber, es kommen noch welche, denn es soll nächste Woche milder werden.
Herzlichst Gudrun"
(3 Fotos © Gudrun)
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2 Fotos: Kiefernnadeln und Eichenlaub, ein Maronenröhrling auf lichtem Waldplatz, weiter hinten der Kiefernhochwald: typisch für den Dahme-Spree-Kreis (Bild links). Rechts ein Eindruck von der herbstlichen Stimmung im jungen Eichenwald; weiter hinten verläuft ein Weg.

Foto: Ein kleiner bunter Herbstkorb mit Violetten Rötelritterlingen, einigen Pfifferlingen, Lila Lacktrichterling, Buchenschleimrübling und Grünspanträuschling. Für ein leckeres Pfännchen hat es gereicht. Auf dem 2. Foto ein schmucker Ästiger Stachelbart. Aus seinem Basisstrunk wachsen zahlreiche Zweige mit korallenartigen Endästchen, die exotisch anmuten.

Heidrun schreibt am 25. Oktober 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
einen bunten Korb für ein leckeres Pfännchen konnte ich heute im Buchenwald in der Uckermark sammeln. Violette Rötelritterlinge, Buchenschleimrüblinge und Grünspanträuschling habe ich dafür gefunden. Dazu im angrenzenden Kiefernmooswald einige frische Pfifferlinge.
Die herrlichen Ästigen Stachelbärte habe ich ausgiebig bewundert, fotografiert und stehen gelassen. Zumal wir sie im letzten Jahr im Rahmen einer Fortbildung verkostet haben und ich gar nicht so begeistert war. Da kann dieser wunderschöne und doch eher seltene Pilz besser im Wald bleiben.
Leider mangelt es völlig an Steinpilzen, doch es kann ja noch werden.
Gruß Heidrun"
(3 Fotos © Heidrun)
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Foto: Der Ästige Stachelbart tritt gerne in einer Gruppe auf und bemächtigt sich des Starkholzes von Rotbuche (wie hier), Kastanie oder Eiche in der Endphase der Vermorschung.


Heidrun schreibt am 23. Oktober 2025:
"Hallo Heinz-Wilhelm,
ich kann mich Verena nur anschließen. Auch bei mir zu Hause in Brandenburg an der Havel herrscht tote Hose, was die Pilz angeht, und im Hohen Fläming sieht es ausgesprochen mager aus. Allein die Uckermark reißt es mal wieder raus, wenn auch richtig ist, dass die Steinpilze, Hexenröhrlinge und so manch anderes schlicht nicht wächst.
Aber gestern gab es Herbsttrompeten (1. Foto rechts) und heute Frostschnecklinge (2. Foto rechts). Wie wunderbar!
Die Herbsttrompeten sind ins Dörrgerät gewandert, die Frostschnecklinge werde ich ganz zart in Butter dünsten (Fruchtkörper ganz lassen), mit etwas abgeriebener Zitronenschale würzen und zu knusprigem Baguette essen. Darauf freue ich mich schon.
Gruß aus Templin
Heidrun"
(4 Fotos © Heidrun)
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2 Fotos: Frostschnecklinge sind Pilze des Spätherbstes und des Übergangs zum Winter; im fortgeschrittenen Winter wird man sie kaum mehr finden. Wenn jetzt die kühlen Temperaturen folgen, ist es ihre beste Zeit. Sie wachsen bei jungen Kiefern auf sandigen Böden, wo Säuren und Basen im Gleichgewicht sind (um den pH-Wert von etwa 7). Sie fruktifizieren meist erst ab 5 Grad und tiefer. Das 2. Foto erklärt gut, warum sie auch und sogar besser Gelbblättrige Schnecklinge heißen. Sie schmecken leicht süßlich.
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