Pilzticker ST 34:
Funde vom 30.09.2020 - 18.10.2020



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Drömling: Beim Drei-Generationen-Pilzesammeln gibt immer noch die Oma den Ton an


Foto: An die acht Kilo Maronenröhrlinge galt es zuhause zu verarbeiten. Ein Teil von ihnen wurde umgehend in ein herrliches Pilzabendessen mit Nudeln verwandelt, siehe das zweite Foto. (4 Fotos © Chrischi)

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Chrischi schreibt am 18. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm, liebe Pilzfreunde,

gestern starteten wir einen Drei-Generationen-Ausflug zum Pilzesammeln in den Drömling. Es galt, die Termine von acht Personen unter einen Hut zu bringen. Von den bisher eher mäßigen Berichten über Maronenfunde ließen wir uns nicht entmutigen.

Wir erhofften uns nach den Regenfällen der letzten zehn Tage trotz niedriger Temperaturen einen entspannten Tag in den gut zugänglichen Nadelwäldern des Drömlings im sachsen-anhalter Teil und wurden nicht enttäuscht.

Gerade mal 50 Meter im Wald, begrüßte uns auch schon ein Prachtkerl von Steinpilz. Wie sich später herausstellen sollte, wog er 407 Gramm.

Es folgten an zwei unterschiedlichen Stellen viele Maronen, die meisten klein, knubbelig und von super Qualität. An dieser Stelle sei erwähnt, dass auch unsere 80jährige Oma, bewaffnet mit Gehstock und Korb, die Wälder tapfer erobert und etliche Maronen gefunden hat.

Insgesamt gab es eine große Artenvielfalt an Pilzen. Erkannt haben wir noch Birkenpilze, Krause Glucken und Mengen an Parasolen - an die wir uns leider nicht rantrauen. Oma hat uns immer eingetrichtert, dass wir nur bei Röhrlingen kein Risiko eingehen würden und das ist bei uns noch immer ungeschriebenes Familiengesetz.

Unser Familienwaldgang endete mit einem Picknick an den Autos, wo wir uns über prall gefüllte Körbe mit rund acht Kilo Maronen freuen konnten.

Kaum zu Hause angekommen, wurden die aktuellen Coronazahlen verkündet - wir konnten den schlechten Nachrichten zumindest einen Tag entfliehen.

So war es ingesamt ein herrlicher Tag mit Vogelgezwitscher, üppigen Moosen, kleinen Fröschen, einer Blindschleiche (zum Entsetzen meiner Tochter) und einer Rückfahrt bei tief stehender Herbstsonne.

Bleibt gesund! Chrischi aus Braunschweig«

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2 Fotos: Da ist der Prachtsteinpilz, der die Drei-Generationen-Familie fast eingangs des Waldes erwartete. Messer und Korb verdeutlichen seine Größe. 401 Gramm brachte er auf die Waage.

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Ostharz: Wege kaputt, Bäume krank, Pilzfund eine Katastrophe


Foto rechts: Diesen Fund machte heute Vormittag Frank im Ostharz. Sein Sammelergebnis bezeichnet er als »Katastrophe. Außer ein paar Röhrlingen so gut wie nichts. Zum Glück noch ein schöner Steinpilz«. Die Wege seien durch die Forstwirtschaft »kaputtgefahren, die Bäume immer mehr krank«. (Foto © Frank)

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Dolle: Ein Festival der Riesenschirmlinge mit einem Winzling als Zugabe


Steve schreibt am 17. Oktober 2020:

»Hallo Pilzfreund,

unsere dreiständige Pilztour in der Nähe Dolle begann vielversprechend. Bereits innerhalb der ersten Minuten erfreuten wir uns über etliche Riesenschirmlinge und Sternschuppige Schirmlinge.

Ein Erstfund für uns war der Lila Lacktrichterling, den wir sehr gesellig finden konnten. Auch ein kleiner Perlpilz zeigte seinen rötenden Hut. Neben einigen Violetten Rötelritterliongen konnten wir auch Flaschenstäublinge im jungen, essbaren Zustand finden.

Das Hauptaugenmerk lag aber heute eindeutig auf den Schirmpilzen, die wir gleich zubereiteten. Sie waren ausgesprochen lecker. Leider haben wir verpasst, ein Foto von ihnen zu machen.

Nur einen Helmling haben wir fotografiert (Foto rechts). Er war so putzig mit seiner sagenhaften »Größe« von 1,9 Zentimetern.

Beste Grüße aus Magdeburg

Jana, Steve und Heike«

(Foto © Steve)

Blau = ungenießbar

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Ausgelöschte Waldstücke erschweren die Orientierung beim Pilze sammeln


Kurt schreibt am 15. Oktober 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm, 

lange mussten wir in diesem Jahr warten, ehe sich endlich das Pilzwachstum einstellte.

Am vergangenen Wochenende habe ich im Ostharz ein Abendbrot mit Lilastieligen Rötelritterlingen, Bovisten und - mir war zugegebenrmaßen etwas mulmig dabei - jungen Nebelgrauen Trichterlingen* anrichten können.

Heute nun sind mir in einer stillgelegten Tongrube nahe Köllme reichlich Butterpilze und Ringlose Butterpilze (siehe 2 Fotos rechts) begegnet. Auch sie sollen uns zum Abendbrot schmecken. Momentan haben diese Pilzarten bei uns einen Massenauftritt in guter Qualität.

Ich hoffe, dass nun auch im Unterharz die Saison richtig losgeht und wir wie im vergangenen Jahr bis zu den ersten Frösten noch mit Maronen und Steinpilzen verwöhnt werden.

Leider sind die Wälder auch dort nicht wiederzuerkennen und manchmal bekommt man Orientierungsschwierigkeiten wegen des fehlenden Waldes. Ich werde trotzdem am Wochenende mal auf die Pilzpirsch gehen und bei positivem Ausgang darüber berichten.

Viele Grüße, Kurt aus Köllme im Saalekreis«

(2 Fotos © Kurt)

* Nebelgraue Trichterlinge können erhebliche Magen-Darm-Verstimmungen auslösen und bewirkten bei Tierversuchen die Bildung von Krebszellen und Lungenödemen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) stuft diese Pilzart deshalb als giftig ein.

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Halle/Saale: Und sie werden immer mehr


Frank schreibt am 15. Oktober 2020 zu diesem Foto:

»Hallo Lieber Heinz Wilhelm,

ich war heute noch einmal an derselben Stelle wie gestern in Halle/Saale. Ich fand jetzt noch mehr Raufüße, dazu Schmierlinge und einen von Schnecken schon stark angefressenen Steinpilz. Ich denke, am Wochenende wird es nach dem für Pilze günstigen Wetter noch mehr werden.

Viele Grüße von Frank aus Leipzig«

(Foto © Frank)

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Dölauer Heide bei Halle/Saale: »Es scheint sich was zu tun bei den Pilzen«


Frank schreibt am 14. Oktober 2020:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich bin heute kurz vor der Arbeit in der Nähe der Dölauer unterwegs gewesen und durfte feststellen: es scheint sich was zu tun bei den Pilzen, wie der Fund meiner Raufußröhrlinge zeigt. Danach musste ich erstmal meine Kleidung wechseln, wegen des starken Regens.

Dir liebe Grüße und beste Gesundheit!

Frank«

(Foto © Frank)

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Elbingerode: 1000 Hallimasche, nicht ein Steinpilz


Klaus schreibt am 6. Oktober 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war am Sonntag Nachmittag noch mal im Oberharz in den Wäldern bei Elbingerode, um nach den Pilzen zu schauen. An Steinpilzen und Maronen gab es leider nicht einen.

Erstaunt war ich über die Mengen an Hallimaschen, die in vier Tagen förmlich aus der Erde geschossen sind. Viele waren bereits zu groß, sehr viele von Schnecken an- oder schon aufgefressen.

Klaus«

(Foto © Klaus)

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Die Trockenheit, die Borkenkäfer:

Von den ehemaligen Steinpilzwäldern im Oberharz ist nicht mehr viel übrig geblieben



Ein betrübliches Bild bot sich gestern Klaus an seinen Steinpilz- und Maronenplätzen im Oberharz. In der Hoffnung, nach dem örtlichen Regen fündig zu werden, sah er nur »viele junge Fliegenpilze, weiter nichts« (Foto rechts). Und, was noch schlimmer war, kahle Wälder, wo einmal wahre Steinpilzparadiese waren. »Alles abgeholzt«, kommentierte er den traurigen Anblick. (2 Fotos © Klaus)

2. Oktober 2020

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Foto: Fertig zum Abtransport. Doch da kommt schon das nächste Problem. Die Holzwirtschaft weiß nicht mehr, wohin mit dem geschlagenen Holz. Die Lagerplätze sind mehr als voll. Und die Holzpreise sind im Keller. Wer die Möglichkeit hat, lagert das Holz im Wasser. Wasser konserviert Holz gut, und die Besitzer hoffen darauf, dass die Preise in einigen Jahren wieder klettern.

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Halle/Saale: Die »Steine« erwiesen sich bei genauem Hinsehen als schöne Butterpilze


Frank schreibt am 30. September 2020:

»Hallo Lieber Heinz Wilhelm,

heute Morgen habe ich in der Nähe von Halle/Saale sehr fotogene Butterpilze gefunden (Foto rechts). Ich dachte zunächst, es seien Steine, doch sie erwiesen sich als herrliche Exemplare ihrer Art.

Dir einen schönen Tag und viele liebe Grüße aus Leipzig, Frank«

(Foto © Frank)

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