Pilzticker RP 98:
Funde vom 03.07.2022 - 07.07.2022



Pilzticker RP 98




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Eine Pfifferlingsoase im Mischwald des Heimbacher Waldes


Marie schreibt am 7. Juli 2022:

"Guten Abend Heinz-Wilhelm,

der Fund des Eichhasen war bislang das Highlight in meinen Sammelgebieten (Unterer Westerwald), von Pfifferlingen, die sonst vorher erschienen, bis heute keine Spur!

150 Höhenmeter tiefer, im Heimbacher Wald, wurde ich dann endlich fündig: eine Oase der Pfifferlinge im Mischwald. Die Pilze standen allesamt nah um Fichten herum. 

Herzlichen Gruß, Marie"

(2 Fotos © Marie)

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Foto: Eine Pfifferlingsoase im Mischwald entdeckte Marie. Die Pilze standen allerdings auffallend nah um Fichten herum. 

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Ein Täublings-Schmankerl, das Thomas bei hochsommerlichen Temperaturen glücklich macht


Thomas schreibt am 4. Juli 2022 zu diesem Foto:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

super einfach, super schnell und trotzdem super lecker:

Ein frischer kalter Radieschensalat, eine halbierte mit Kristallsalz bestreute Avocado zum Auslöffeln, in Butter gebratene Täublinge, eine Scheibe Brot dazu  - und ich bin glücklich. Mehr muss es bei knapp dreißig Grad auch gar nicht sein.

Viele liebe Grüße, Thomas"

(Foto © Thomas)

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Pilzfreuden abseits der Steinpilzsuche: Es wird bunt im Wald und auf dem Teller


Foto: Wer nicht nur einseitig Steinpilze und Pfifferlinge sucht, kommt jetzt auf seine Kosten. Täublinge sind Wärmeliebhaber, wachsen hauptsächlich im Juli und August. Nicht wenige Arten bieten Geschmackserlebnisse bis zur Spitzenklasse. (10 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt 3. Juli 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

jetzt bringt das Pilzreich so langsam wieder Farbe ins Spiel und auch auf den Teller. Genau so, wie ich das liebe. Für mich muss es nicht immer ein voller Korb mit Speisepilzen sein, ich freue mich auch schon über eine große Artenvielfalt oder auch nur über einzelne und seltene Funde.

Um die schöne Zeit der farbenfrohen Täublinge nicht zu verpassen, habe ich mir für gestern Morgen ganz fest vorgenommen, in die Südpfälzischen Wälder um Rülzheim und Herxheim zu gehen, um in erster Linie nach der Täublingsvielfalt zu sehen. Aber auch meinen Pfifferlingsstellen wollte ich wieder einen Besuch abstatten.

Da wir anschließend auf dem 50-jährigen Firmenjubiläum meines Brötchengebers in Ettlingen waren und uns für den Abend noch mit unseren Nachbarn auf dem Campingplatz zum Currywurst-Grillen mit meiner legendären selbstgemachten Currysoße verabredet hatten, wurde das zu einem ziemlich stressigen Tag. Um ein bisschen Zeit zu sparen, hatte ich die Grundzutat von zwei Litern Cola schon am Vortag auf gute zweihundert Milliliter einköcheln lassen. Auch zum Putzen der Pilze kam ich erst am späten Nachmittag. Den Stress habe ich aber gerne in Kauf genommen. 


Foto: Der Harte Zinnobertäubling hat fast immer einen rosa bis rötlich überhauchten Stiel.


Foto: Es gibt jedoch, wie hier zu sehen, auch Ausnahmen. 

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Foto: Ein Fleischroter Speisetäubling in blasser Farbe...


Foto: ...und einer in dem typischen Fleischrot. 


Foto: Ein junger, absolut makelloser Grünfelderiger Täubling mit seinen typischen spangrünen Farbtönen. Er hat splitternde, keine elastischen Lamellen. Er ist ein Pilz der Eichen-Rotbuchen-Hainbuchen-Wälder mit lehmhaltigen Böden. Der Grünfelder-Täubling wird allgemein zu den besten Speisepilzen überhaupt gerechnet. In manchen Regionen Frankreichs steht er in der Spitzengastronomie auf einer Stufe mit der Périgordtrüffel. Sein Bestand hat in den letzten Jahrzehnten leider abgenommen.

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Also stellte ich mir meinen Wecker auf 5 Uhr, um pünktlich zum Sonnenaufgang um 5:30 Uhr im Wald zu sein. Begonnen habe ich mit den Pfifferlingen, die aber infolge der langen Trockenheit und dem vielen Regen der vergangenen Woche einen enormen Schaden davongetragen hatten. So konnte ich lediglich eine kleine Handvoll küchentaugliche mitnehmen.

Was aber nicht weiter schlimm war, weil die große Ernte der Täublinge auf dem Fuße folgte. Dazu zählte ein ausgewachsener Violettstieliger Pfirsichtäubling (der Grüne links neben den Grüngefelderten auf dem 1. Foto), viele schöne Harte Zinnobertäublinge und Fleischrote Speisetäublinge sowie ein Papageientäubling und einige Grüngefelderte Täublinge.

Hinzu gesellten sich dann eine Handvoll Rotbraune Scheidenstreiflinge, die durch das Gerüttel im Fahrradkorb leider etwas deformiert wurden, die ersten drei Rotgelben Stoppelpilze, wenige Erdmuschelinge und Sklerotienporlinge.

Die Vielfalt erweiterte sich dann noch um viele Klebrige Hörnlinge und einige Herkuleskeulen, die aber allesamt stehen bleiben durften.

So kann es nun gerne weiter gehen.

Allen Pilzfreunden wünsche ich einen artenreichen Pilzsommer und tolle Funde.

Viele liebe Grüße, Thomas"

Blau = ungenießbar

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Foto: Der Rotbraune Scheidenstreifling ist vor allem an seiner markanten Riefung und seiner hier sehr gut zu sehenden Scheide (Volva) erkennbar. Alle Scheidenstreiflingsarten sind essbar. 

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Foto: Der Erdmuscheling wird in der Regel stehen gelassen, doch ist er immerhin von mittelmäßigem Speisewert. Er wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden an deren verrottendem Holz sowie auf Brandstellen. Eine eher seltene Pilzart. 

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Foto: Ist von gummiartiger Konsistenz, schmeckt nach gar nichts, kann aber in geringer Menge gegessen werden: Der Klebrige Hörnling, auch Zwergerlfeuer genannt, macht sich als Deko-Pilz noch am besten.

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Foto: Herkuleskeulen schmecken bitter und sollten stehen gelassen werden. Ihre Verwandten, die in Fichtenwäldern wachsenden Abgestutzten Riesenkeulen, haben hingegen mildes, süßliches Fleisch und sind essbar. 

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Trockener Waldboden trotz reichlich Wasser auf den Quadratmeter: Waldwüste bei Landau


Annette schreibt am 3. Juli 2022:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

der Pfälzerwald im Bereich Landau lockt uns immer wieder, um nach Pilzen zu suchen. Nachdem wir letztes Wochenende 50 Liter Regen verzeichnen konnten, haben wir auf den ein oder anderen Röhrling spekuliert.

Wir müssen dem Pilzticker leider berichten, dass es - außer einem bereits wieder recht trockenen Waldboden - nichts zu finden gab.

Liebe Grüße aus der Südpfalz, Annette und Stephan"

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