Pilzticker RP 91:
Funde vom 25.09.2021 - 04.10.2021



Pilzticker RP 91




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Rülzheim/Herxheim: Die Artenvielfalt schießt noch einmal so richtig hoch


Foto: War das wieder ein Fund! Thomas ist begeistert von der herbstlichen Vielfalt, die bei Rülzheim und Herxheim in den letzten Tagen wieder deutlich zugenommen hat. Er schwärmt: Ein Pilzjahr, das vom Winter her bis in den jetzigen Herbst hinein so viele Arten hervorbrachte, habe es lange nicht mehr gegeben. (11 Fotos © Thomas)

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Thomas schreibt am 4. Oktober 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern Morgen mussten wir kurz nach Rülzheim auf den Campingplatz, um so langsam mal alles winterfest zu machen. Das haben wir dann noch mit einer knapp dreistündigen Runde durch die Wälder bei Rülzheim und Herxheim verbunden.

Überall schießen dort die Pilze geradeso aus dem Boden. Die Artenvielfalt hat wieder enorm zugelegt. Auch verschiedene Röhrlinge schließen sich nun wieder mit an. Nur Steinpilze fanden wir noch keine. Das mag aber auch daran liegen, dass ich in diesen Wäldern - speziell in der Herbstsaison - noch nicht lange sammle. Letztes Jahr konnte ich zwei Stellen entdecken, wo aber bislang noch nichts zu finden war.

In geradezu mächtiger Überzahl, teilweise zu Hunderten in metergroßen Hexenringen, wachsen derzeit aber die Semmelstoppelpilze wie auch die Rotgelben Stoppelpilze. So füllte sich nach und nach ein kompletter Korb mit den schönsten Exemplaren.


Foto: Die Semmelstoppelpilze wachsen momentan zu Hunderten, oft in Hexenringen.

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Foto: Hier sind sie größer zu sehen. 

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Foto: Diese Rotgelben Stoppelpilze heben sich deutlich von den Semmelstoppelpilzen ab. 

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Gestern begegneten uns ein älteres Sammelpärchen und ein Pilzsammler mit Hund, die sich mit fast leeren Körben nur über das ach so schlechte Pilzjahr beschwerten. Dabei kann ich mich nicht erinnern, wann und wo es in diesem Jahr in dieser Region mal schlecht gewesen sein soll.

Schon der Winter war sehr spendabel mit seinen Winterpilzen. Zugegeben musste man auf einige Arten etwas länger warten, wie zum Beispiel auf die Morcheln und ihre Verwandtschaft. Dennoch wurde es vielerorts zu einem wahren Rekordjahr.

Im Frühsommer folgten dann auch etwas verspätet die Sommersteinpilze und Pfifferlinge mit Massen, wie es sie die letzten Jahre nicht mehr gab. Auch die Perlpilze und diverse Täublinge wuchsen beziehungsweise wachsen wie lange nicht mehr. Und jetzt ist ja erst mal noch der Oktober dran, der auch hier in der Region nicht selten der ertragreichste Monat ist.


Foto: Ein schöner exemplarischer Kupferroter Gelbfuß. 


Foto: Ein schmucker Frauentäubling. 






So, jetzt geht's aber weiter mit dem gestrigen Tag. Zu den zweierlei Stoppelpilzen kamen noch einige Pfifferlinge, Eselsohren, mehrere schöne Kupferrote Gelbfüße, ein Wechselblauer Edelreizker, farbenfrohe Frauentäublinge, ein Grüngefelderter Täubling, Harte Zinnobertäublinge und Buckeltäublinge, denen die Schnecken allerdings ihre fleischigen Buckel weggefressen hatten.

Des Weiteren kamen mit: eine kleine Krause Glucke, ein kleiner Parasol, ein Perlpilz, junge Lungenseitlinge, ein Violetter Lacktrichterling und ein kleines Sträußchen Rötliche Lacktrichterlinge, drei Europäische Goldblätter, Goldröhrlinge, Gemeine und Bereifte Rotfußröhrlinge wie auch einige schöne Butterpilze und vier Körnchenröhrlinge.


Foto: Junge Goldröhrlinge, streng gebunden an Lärchen. 


Foto: Butterpilze haben fast durchweg Kiefern als Partnerbäume, wie hier an den langen Doppelnadeln zu erkennen ist. 

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Foto: Butterpilze schmecken vor allem frittiert hervorragend. Manch einer verträgt sie allerdings im Magen nicht, was auf eine allgemeine Unverträglichkeit von Schmierröhrlingen hinweisen könnte.

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Foto: Von allen Schmierröhrlingen sind Körnchenröhrlinge, ebenfalls Kiefernbegleiter, die unverträglichsten. 

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Die verträgt allerdings nicht jedermann gut und es empfiehlt sich, diese Pilze allgemein nur in ganz kleinen Mengen zu verspeisen, auch wenn sie geschmacklich top sind. Und zu guter Letzt gab es noch zwei junge Birkenporlinge, die ich aber im Auto vergessen hatte und die deshalb nicht auf dem Gesamtfund zu sehen sind.

Aufgrund der schon gesammelten Menge haben wir viele junge Schopftintlinge und Stockschwämmchen stehen gelassen. Desgleichen auch ein Büschel vom Honiggelben Hallimasch, dessen Pilze allerdings schon zu alt waren.

Dem älteren Pärchen zeigten wir dann noch eine der Semmelstoppelstellen und erklärten ihnen, wo sie die Schopftintlinge und weitere Butterpilze finden können.

Selbstverständlich dürfen sich auch einige unserer Freunde wieder über diesen Fund freuen.

Dir und allen Pilzfreunden einen schönen Pilzherbst"

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Foto: Für Honiggelbe Hallimasche gilt das Gleiche wie für den Gemeinen oder Dunklen Hallimasch: sie sollten gut abgekocht werden. Es gibt allerdings auch Pilzfreunde, die sie generell gleich braten und keinerlei Schwierigkeiten mit diesen Pilzen haben. Wichtig ist, sie 20 Minuten lang auf hoher Flamme durchzugaren. 

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Die zinnoberroten Leuchtkörper sorgen für den gewissen Biss im Mischpilzgericht


Foto: Wir sehen Semmelstoppelpilze, Trompetenpfifferlinge, Pfifferlinge und Harte Zinnobertäublinge (oben von links) sowie einen Riesenchampignon, vier Kupferrote Gelbfüße und ein Büschel Braune Raslinge (Büschelige Raslinge) unten von links. (Foto © Thomas)

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Thomas schreibt am 25. September 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute waren wir eigentlich nur auf dem Campingplatz in Rülzheim, um 240 Betonplatten von A nach B zu transportieren.

Im Anschluss fuhr ich trotzdem noch kurz mit dem Fahrrad ein paar meiner Stellen ab, um nur mal schnell nach dem Rechten zu sehen. Auch auf die Schnelle konnte ich wieder so einiges Leckeres mitnehmen.

Alle eingesammelten Pilze bekam heute unsere lieben Nachbarn Andreas und Susanne aus Emmendingen-Teningen. Sie durften sich freuen über einige Semmelstoppelpilze, Pfifferlinge, Trompetenpfifferlinge, einen Hut vom Riesenchampignon, Kupferrote Gelbfüße, die meist zu den Vorboten für die Röhrlinge gehören, und ein kleines Büschel Braune Raslinge. 

Richtig kräftige Farbe in den Korb brachten einige Harte Zinnobertäublinge, die gerade in jeder Ecke im Wald aus dem Boden drücken. Allerdings taugen sie geschmacklich nicht unbedingt für ein Sologericht, aber durch ihre feste Konsistenz verleihen sie jedem Mischpilzgericht den gewissen Biss.

Von mir aus könnte es auch bis zum Saisonende noch so weitergehen. Die Steinpilze vermisse ich jedenfalls in diesem Jahr überhaupt nicht.

Leider hatte ich mein Handy auf dieser Runde nicht mit dabei, weshalb es diesmal auch nur ein Foto vom Gesamtfund gibt. Wobei man aber eher Teilfund sagen kann, da der Gesamtfund noch im Wald steht.

Viele liebe Grüße an Dich, an alle Pilzfreunde und natürlich an Susanne und Andreas.

Thomas"

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